duftpflaster für die kleine inhalation unterwegs


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEine ganz neue Art, sich mit ätherischen Ölen zu behandeln wurde mir auf der Botanica2014-Konferenz gezeigt: Pflaster mit kleinen Vliesen, die entweder bereits beduftet sind oder ganz ohne Duft, die man mit dem ätherischen Öl seiner Wahl imprägniert. Besonders gut finde ich diese Erfindung für Reisende in miefigen und “verseuchten” öffentlichen Verkehrsmitteln.

Nicht nur ich werde ganz oft nach Flügen kränklich, vermutlich weil die Entkeimung der Klimaanlagen in Zeiten von Preisdruck nicht oberste Priorität hat. Der us-amerikanische Hersteller Bioesse Technologies (klick!) hat eine praktische Lösung gefunden. Die Haut kommt nicht in Kontakt mit dem ätherischen Öl (prima für AllergikerInnen), der Klebstoff (hypoallergenes Hydrogel) verursacht keinerlei Reizungen. Der Duft wird in zwei bis acht Stunden frei gesetzt. Ich habe jedenfalls nach wenigen Minuten nicht mehr bemerkt, dass da etwas unter meiner Perlenkette klebt. Die handlichen Hautpflaster gibt es in folgenden Ausführungen:

  • ohne Beduftung (blank)
  • Lavendel
  • Süsse Träume (Sweet Dreams)
  • Mandarine
  • Pfefferminze
  • Spearmint
  • Gesundheit (Healthy me, dieses Pflaster wurde mir für meine Flüge empfohlen, um das Immunsystem auf Trab zu halten)

Es gibt auch zwei beruhigende Duftpflaster für Hunde (für Silvester, für vor dem Tierarztbesuch), eines kostet 1,99 $ (1,53 €), man muss mindestens 10 Stück bestellen.

inhalations_duftpflaster2010 wurde übrigens ein Vanillepflaster (klick!) am St. George’s Hospital in London getestet, die Probanden einer kleinen Studie mit 200 TeilnehmerInnen verloren in 4 Wochen gut 2 kg ohne jede bewusste Veränderung ihrer Ernährungsgewohnheiten (Diät war während der Testphase nicht zugelassen, hier geht zu einem Artikel über die Pflaster, sie wirken nur bei Süßigkeits-Fanatikern). Eine 28-Tage-Packung kostet 22.95 £ (28,84 €). Es gibt auch einen ‘Energy-Patch’ für mehr Konzentration, Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen, diese Anwendung wäre bei müden und geschwächten Chemotherapie-PatientInnen denkbar, denn auch dieses Duftpflaster wirkt nicht transdermal, sondern nur durch die nasale Aufnahme des von der Haut erwärmten Duftes. So dass keine unerwünschten Wechselwirkungen mit Medikamenten entstehen können.

Es gibt von einer mir nicht bekannten Firma ein Duftpflaster, das mit den ätherischen Ölen von Weihrauch, römischer Kamille, Melisse, Petit Grain und Bitterorange imprägniert ist. Es soll helfen, akute Stress-Situationen besser bewältigen zu können, es heißt Controller Aromapatch (klick!) und kostet 8,50 €.

ätherische öle als sehr heilungskräftige vielstoffgemische


Die Vielfalt der unterschiedlichsten Inhaltsstoffe jedes einzelnen ätherischen Öles machen die oft so erstaunliche Heilkraft der Aromatherapie (und Aromapflege) aus. Monosubstanzen, also vom Menschen erschaffene Moleküle, haben oft nicht die gleiche Power wie natürliche Vielstoffgemische, auch wenn letztere immer wieder von Wissenschaftlern und ÄrztInnen verpönt werden (honi soit qui mal y pense – ein Schelm wer Böses dabei denkt). Ein Wissenschaftler, der immer wieder die Besonderheiten der Vielstoffgemische betont (und untersucht hat), ist Prof. Jürgen Reichling, der darüber auf der Botanica2012 sprach (ich schrieb hier (klick!) kurz über seine Erkenntnisse). Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAuf der diesjährigen Botanica-Konferenz sprach der italienische klinische Phytotherapeut Marco Valussi sehr schnell, sehr ausführlich und mega-eindrucksvoll über dieses spannende Thema. In den letzten Jahren gab es – unbemerkt von den meisten von uns Aroma-EnthusiastInnen – einiges an neuen Erkenntnissen über die Rolle von ätherischen Ölen in der Pflanzen- und Tierwelt. Da es der erste Vortrag am Sonntag war, hatte ich kurz überlegt zu schwänzen, doch ich bin so froh, dass ich mich rechtzeitig auf den Weg gemacht habe! Zunächst beschäftigte er sich mit der Frage, warum Pflanzen überhaupt flüchtige sekundäre Metaboliten, zu denen sowohl die duftenden Monoterpen-Verbindungen und auch die Phenole gehören, produzieren. Er stellte drei gängige Theorien vor und auch deren Schwachstellen.

  • Es kann sein, dass diese duftenden Moleküle rein zufällig entstanden sind.
  • Theorie 1: Im evolutionären Wettlauf mussten Pflanzen Waffen bilden, um sich gegen Fraßfeinde zu wehren (CAR-modell). Einzelne stark wirksame Moleküle werden dafür benötigt. Terpenoide werden von Pflanzen auch gebildet, weil sie den Ablauf der Photosynthese schützen müssen.
  • Theorie 2: Die ‘Screening Hypothesis’ (Filter-These) wurde erst 2003 aufgestellt, sie postuliert, dass die Evolution Organismen überleben lässt, welche ihre chemische Vielfalt mit möglichst niedrigem Aufwand produzieren und erhalten können. Möglichst viele – eher schwach wirksame – Moleküle werden von der Pflanze gebildet und ihre Synergie (ihr Zusammenspiel) helfen beim Überleben.
  • Theorie 3: Die dritte Theorie befasst sich mit den ‘Matrix metabolic pathways’, sie ist noch recht neu und scheint Elemente der beiden anderen Theorien zu beinhalten (als Nicht-Biologin war es wirklich schwierig, dieses Feuerwerk von faszinierenden Einblicken in die Molekular-Biologie zu sortieren!). Schwache und starke Moleküle können je nach Bedarf zusammen arbeiten.

Marco Valussi betonte, dass die so genannte ‘network pharmacology’, also die vernetzten und gemeinsam agierenden unterschiedlichen Moleküle sehr gut von uns Menschen verarbeitet und genutzt werden können. Also eher schwach wirksame Pflanzenmoleküle können stärker wirksame Moleküle aktivieren. Darum können Vielstoffgemische effektiver wirken als Monosubstanzen, auch weil sie unterschiedliche ‘targets’, also Wirkstoff-Ziele, in der Zelle ansteuern. Marco Valussi illustrierte dieses Thema anhand der verschiedenen Inhaltsstoffe von Thymianöl: p-Cymen (ein Monoterpen, es ist oft nur in geringen Spuren in ätherischen Ölen enthalten) kann die Zellemembranen von beispielsweise Bakterien sozusagen aufblasen, sie werden weniger stabil, durchlässiger. Dann kommt Carvacrol (ein phenolisches Monoterpen, das als pflanzliches Antibiotikum gilt) zum Zug: Es kann nun leicht in die unstabile Zellmembran eindringen und seine “Killerwirkung” leicht und effizient ausführen. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGeraniol (ein Monoterpenol, der in etlichen ätherischen Ölen vorkommt, auch in kleinen Mengen in Thymianölen), stört Pumpmechanismen in Zellmembranen und kann auch zur Störung oder Zerstörung der Bakterien beitragen – in Zusammenarbeit mit stärkeren Molekülen (auch in Zusammenarbeit mit Antibiotika; übrigens ein schöner Beleg für die inzwischen 12 Jahre alte Arbeit der (damals) Jugend-forscht-Schülerin Ute Runkel, klick!). Marco Valussi fasste zusammen, dass die ganz stark antibiotischen Inhaltsstoffe in ätherischen Ölen aufgrund ihres Molekülaufbaus die (feindliche) Zellmembran nicht sehr gut durch durchdringen können. Dagegen können die nicht so stark antibiotisch wirksamen Inhaltsstoffe in ätherischen Ölen aufgrund ihres ganz anderen Molekülaufbaus die [feindliche] Zellmembran viel leichter durchdringen und den “starken Kollegen” sozusagen den Weg ebnen. Die phenolischen Verbindungen (in Thymian, Oregano, Bohnenkraut, Zimtrinde, Zimtblätter, Tulsi, Gewürznelke etc) brauchen also ihre “schwächeren Mitspieler” wie Linalool, Geraniol und p-Cymen, um wirklich aktiv sein zu können und unsere Gesundheit wirksam schützen zu können. (Es gab wundervolle Grafiken zu diesen Mechanismen, doch die möchte ich aus Copyright-Gründen hier nicht zeigen, ich habe oben stehende Grafik anhand meiner Skizzen angefertigt.) Diese Theorie der Netzwerk-Pharmakologie ist laut Marco Valussi sehr stark, auch wenn sie immer noch mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. Er schloss seinen immens dichten Vortrag mit der Anmerkung, dass das Reduzieren der Aktivität einer Pflanze auf ein einziges Molekül schlechte Wissenschaft sei (beispielsweise “Pfefferminzeöl wirkt gegen Kopfschmerzen, weil [nur] Menthol kühlend und schmerzlindernd wirkt”, “Eukalyptusöl wirkt bei Erkältungen, weil [nur] Eucalyptol schleimlösend und entzündungshemmend wirkt”, “Kamillenöl wirkt [nur] entzündungshemmend, weil Azulen enthalten ist” – das ist von mir etwas übertrieben formuliert, doch so ähnlich möchte die derzeitige Wissenschaft ihre Studienergebnisse begründet wissen. Darum haben es die Vielstoff-Substanzen-Forscher nicht immer leicht.)

aromatherapie bei phantomschmerzen


Linda_Anne_O_Flaherty_burnsWenn ein Körperteil amputiert wurde und es dennoch höllische Schmerzen verursacht, können sanfte Aroma-Massagen sehr hilfreich sein. Das zeigte die engagierte Aromatherapeutin Linda-Anne O’Flaherty in einem Video, das bei vielen ZuhörerInnen der Botanica2014-Konferenz rote Augen oder gar Tränen verursachte. Linda-Anne arbeitet am The Red Cross War Memorial Children’s Hospital in Cape Town in Südafrika, es ist das größte spezialisierte Kinder-Krankenhaus im südlichen Afrika.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIhr kleiner Patient klagte ganz fürchterlich über höllische Schmerzen im rechten Arm, der leider aufgrund seiner durch einen heftigen Stromschlag erfolgten Verbrennungen amputiert werden musste (auf dem Foto oben existiert der Arm noch). Linda-Anne arbeitet bei all ihren kleinen VerbrennungspatientInnen mit der sehr sanften “Massage” namens M-Technique (klick!), die von der großen britischen Aromatherapeutin und Pflegewissenschaftlerin Dr. Jane Buckle entwickelt wurde (Foto rechts, sie war als Gast auf der Konferenz anwesend). Die M-Technique ist inzwischen in englischsprachigen Ländern sehr gut bekannt und beliebt, sie wird manchmal “Physikalische Hypnotherapie” genannt. Im großen Krankenhaus/Hospiz, in dem Linda-Anne beschäftigt ist, kann meistens nicht mit individuellen Mischungen gearbeitet werden. So wurde der nicht mehr vorhandene Arm, der laut ihrem kleinen Patienten aufgrund der sehr verkrampften, zur Faust geballten Phantom-Hand so extrem schmerzte, mit folgender Standardmischung [1% ätherische Öle in Traubenkernöl (Vitis vinifera)] behandelt:

  • Kamille deutsch (Matricaria recutita, vor allem gegen den beim Verheilen von Verbrennungen entstehenden starken Juckreiz)
  • Lavendel (Lavandula angustifolia, schmerzlindernd, beruhigend, sanft antiseptisch)
  • Neroli (Citrus aurantium var. amara, beruhigend/anti-traumatisch, schmerzlindernd, sanft antiseptisch)

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieÜbrigens wird nur intakte oder zumindest gut verheilte Haut mit ätherischen Ölen und Streichungen behandelt, niemals verbrannte Haut. Wenn sehr kleine Kinder sich zu stark gegen diese Anwendungen wehren (strampeln, schreien, unaufhörlich weinen), werden sie nicht weiter behandelt. Auf dem Video sah man, wie Linda-Anne genaue Instruktionen des Jungen erhielt, wo genau der (nicht vorhandene) Arm sich befand, wo die Faust, wo die einzelnen Finger. Sie “massierte” ganz so, als läge der kindliche Arm in ihrer Hand, wie ein Pantomime. Die erfahrene Aromatherapeutin schaute sich ständig seinen Gesichtsausdruck an, sie fragte zwischendrin ganz zart, ob ihre Streichungen so richtig seien. Sie muss seine Schmerzen hervorragend erfasst haben, der Junge wirkte sehr konzentriert, etwas überrascht, vielleicht sogar leicht ungläubig. Sie widmete sich insbesondere seiner “Faust” und berichtete uns, dass der Junge bei und nach der ersten Behandlung regelrecht in seinem Rollstuhl zusammensackte, vermutlich war seine schmerzangefüllte sehr hohe Grundspannung gewichen. Das Video, das wir uns anschauten, entstand erst bei einer späteren Behandlung, war dennoch sehr bewegend. Ich erinnere mich nicht genau, ich glaube, sie sagte, dass der Junge nach der siebten Behandlung mit der M-Technique ganz beglückt war, dass die “Faust” sich geöffnet hatte und der schlimme Schmerz vergangen war.

Man kann auf der Blog-Seite des International Journal of Professional Holistic Aromatherapy (klick!) mehr über Linda-Annes Arbeit nachlesen. Ihre Studie an 71 ganz jungen VerbrennungspatientInnen (Durchschnitts-Alter 3 Jahre) ist 2012 in der renommierten internationalen Fachzeitschrift Burns veröffentlicht worden, sie kann für 31,50$ hier (klick!) gekauft werden. Die DVD mit den Schritten der M-Technique kann man bei Jane Buckle für gut 30 Euro hier (klick!) bestellen. [Foto ganz oben: Linda-Anne O'Flaherty]

botanica2014 – ein rückblick


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieViele Hydrolate, viele Destillateure, viele Ölefirmen, viele Heilkräuter, ganz viele hochkarätige Vorträge und Menschen aus 39 verschiedenen Ländern. Das ist die Bilanz der zweiten Botanica-Aromatherapie-Konferenz mitten in Dublin. Ich hatte eigentlich gar keine Zeit hinzufahren und versäumte darum auch den ersten der zweieinhalb Tage im altehrwürdigen Trinity College. Doch jede Minute hat sich gelohnt, es waren wirklich ausgezeichnete Möglichkeiten, Neues zu lernen dabei. Netterweise hat sich meine liebe Kollegin Margarete Fieguth (klick!) aus der Schweiz bereit erklärt, eine Zusammenfassung des ersten Tages zu schreiben. Sie war neben der Vortragenden Julia Graves, dem Teilnehmer Fred Wollner von Primavera und mir die einzige Deutschsprachige im Publikum, das aus circa 250 Menschen aus aller Welt bestand. Im Folgenden beschreibt Margarete also die ersten Vorträge, die am Freitag statt fanden. Ich werde dann demnächst nach und nach zu den oben abgebildeten Produkten, zu neuen Erkenntnissen und über den einen oder anderen Kollegen/Kollegin erzählen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie“Eliane hat mich gebeten, ein paar Zeilen über den Beginn der Botanica2014-Konferenz, zu schreiben. Gerne mache ich das. Rhiannon Lewis (klick! Foto unten links) – sie hatte bereits die erste Botanica-Konferenz im September 2012 organisiert – begrüsste uns herzlich und offen. Die Freude über so viele TeilnehmerInnen (gut 85 Prozent der Gäste waren weiblich) aus insgesamt 39 Ländern war gross. Sie wollte die Pflanzen und die Pflanzenheilkunde zelebrieren/feiern – und das taten wir. Um keine Unterschiede zwischen akademischen Graden und Nichtakademikern zu machen, wurden bewusst sämtliche Titel und Firmen auf den Namensschildern weggelassen. Und das hat auch für mich den Kontakt zu anderen absolut vereinfacht.

Dilis Clare (klick!) machte den Anfang. Der Wunsch der irischen Ärztin, die sich auf Kräuterheilkunde spezialisiert hat, ist es, dass jeder Mensch auf dieser Welt frei entscheiden kann, welche Art der Therapie er erhält. Sei es die schulmedizinische, die traditionelle oder wie auch immer. Um die Pflanzenheilkunde zu unterstützen und zu festigen, werden jedoch mehr Fallstudien benötigt und sie bat uns, diese unter http://www.care-statement.org zu erfassen. Ihre 40 Minuten vergingen wie im Fluge und es blieb keine Zeit mehr für Fragen.

Rosari Kingston (klick!) ist ein wandelndes Nachschlagewerk in irischer und keltischer Pflanzenheilkunde. Es war unglaublich, was sie wie erklären konnte und mit welchem Herzblut sie dabei ist. Die nächste Referentin Stella Byrne ist halb Irisch, halb Walisisch und verbindet beide Schulen der Pflanzenheilkunde. Für mich persönlich war es nach Rosari, die mir den Kopf heftig gefüllt hatte, schwierig, zu folgen. Leider sind meine Notizen spärlich. Zum Glück war nun Pause mit Tee, Kaffee und (recht trockenen ;-) ) Keksen. Wir hatten die Möglichkeit, nun uns ein bisschen die Verkaufs-/Messestände im etwas dunklen und düsteren Vorraum des Lehrsaals anzusehen. In den Pausen war es aber immer zu voll, um alles in Ruhe anzusehen und Fragen zu stellen (schwänzen war also angesagt…).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAndrea Butje (klick! Foto rechts) war die erste “ausländische” Rednerin. Sie ist eine us-amerikanische Powerfrau, die mit Liebe und Freude über ihre Arbeit sprach. Nachdem sie früher sowohl ätherische Öle verkauft hat, als auch unterrichtete, hat sie sich vor ein paar Jahren nur noch für’s Unterrichten entschieden und entwickelt Online-Kurse und Hilfsmittel. Auch reist sie durch die Welt und besichtigt kleine Destillations-Betriebe. Und über diese Besuche ging es in ihrem Vortrag. Wir sahen herrliche Bilder über Bulgarien und hörten kleine Anekdoten dazu, ebenso über Süditalien und Nepal. Sie stimmte uns bereits auf die kommenden drei Sprecher ein, die sie alle persönlich besucht hatte und gerne unterstützt. Atanas Krachmarov (klick!) war der nächste Vortragende. Ein junger Mann, der etwas leise und schüchtern sprach und für mich schwer zu verstehen war. Er produziert nicht nur biologische ätherische Öle und Hydrolate, sondern auch wunderbare CO2-Extrakte. Auf dieses Thema kam am Samstag auch Madeleine Knapp Hayes-Wellhuner (klick!) zu sprechen. Ein Produkt, das in der Aromatherapie mehr Achtung, dazu auch mehr Ahnung verdient. Ich bin mir sicher, dass Eliane dazu noch mehr sagen kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDann kam für mich ein unterhalterisches Highlight: Kailash Dixit (klick!) aus Nepal. Ein quirliger Mann, der ursprünglich aus der Schnapsdestillation kommt. Nachdem der Genuss zu viel wurde, hat er sich ein Sabbatical gegönnt und ist durch Nepal gereist – und wurde “erleuchtet”. Dem Alkohol hat er abgeschworen, aber nicht der Destillation. Zuerst wollte er alles alleine machen und musste feststellen, dass das nicht geht. So wurde mit den umliegenden Bauern eine Kooperative gegründet, an der 34 Familien beteiligt sind. Sie bestellen ihre Felder biologisch und bauen einheimische Duftpflanzen an. Ebenso achten sie bei der Destillation auf höchste Sorgfalt. Es macht ihn traurig, dass so viele junge Männer auswandern, weil sie keine Perspektive im Land sehen und er möchte gerne etwas dafür machen. Andrea Butje hat all seine ätherischen Öle im Labor untersuchen lassen und war von der Qualität begeistert. Was für ihn finanziell nicht möglich war. Natürlich hat ihn das Ergebnis glücklich gemacht und es hilft ihm beim Verkauf seiner Produkte. Er muss leider die Hydrolate entsorgen, da in Nepal deren Verwendung unbekannt ist und Nepal auch über keinen Hafen verfügt. Er wäre über jeden froh, der diese exportieren und vertreiben würde. Zum Schluss kam er mit einer Frage, die mich schon lange beschäftigt und die Reaktion darauf war überwältigend (und absolut in meinem Sinn!!): Sind ISO-Zertifikate und Bio-Labels nötig? Er verkauft seine nicht zertifizierten Bioprodukte an zertifizierte Händler und diese kleben dann einfach das Label drauf … Das Publikum stand kurz vor den Standing Ovations.

Anschliessend trat die Französin Evelyn Boyer (klick!) ans Pult. Sie spricht kein Englisch und wurde von Rhiannon übersetzt. Sie und ihr Mann Jacky sind seit 8 Jahren in einem fast verlassenen Dorf im Verdon und bauen dort ihre Pflanzen an, bzw. sammeln wild wachsende Heilpflanzen. Die Mairose und die Damaszener Rose sind dabei ihr Steckenpferd und sie haben inzwischen gut 7000 Pflanzen. Liebevoll gewinnen sie in Schwerstarbeit ätherische Öle und Hydrolate (auch eine interessante Mischungen aus Kornblume und Holunderblüte). Sie verfügen über ein Labor, in dem sie hochwertige Naturkosmetik herstellen. Man merkt ihnen die schwere Arbeit, aber auch die immense Freude daran an. In ihrem Shop (klick!) kann man einige wundervolle Hydrolate (dazu ätherische Öle und Cremes) bestellen. Zum Abschluss des ersten Tages wurde uns im Vorraum ein kleiner Apéro offeriert.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMargaretes Website mit Shop kann hier (klick!) besucht werden, sie ist übrigens Distributorin der französischen Kosmetik-Rohstoffe- und Ätherische-Öle-Firma Aroma-Zone. Ich werde demnächst über einige der weiteren Highlights und Produkte berichten. Nach einem Super-Sommer hat sich übrigens Dublin mit einem wunderschönen und sehr warmen Indian Summer präsentiert. Im Botanischen Garten in Dublin konnte ich traumhaft blühende Rhododendren besichtigen. Das gute Wetter hält nach wie vor an, auch im Südwesten Irlands: Unsere Gäste der drei letzten Veranstaltungen für dieses Jahr genießen Sonnenschein pur. Wer nächstes Jahr kommen möchte, kann sich Termine und Themen hier (klick!) bereits anschauen. Ich bastele seit zwei Wochen und auch dieser Tage an einem aktualisierten Anmeldeformular, an Anzeigen, Preislisten, neuen Touren, Website-Aktualisierungen und vielem anderen Bürokram.

hochkarätige fortbildungs-möglichkeiten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Tage werden kürzer, die Nächte werden kühler, viele Bäume schimmern gelb, die Straßenränder sind noch voll der wunderbaren Ätherisch-Öl-Pflanze Wilde Möhre (Daucus carota, perfekt bei Hautausschlägen/Ekzemen, Infos & Rezepte hier – klick!) – kurz: es beginnt die Hoch-Zeit für Düfte. Wir beduften gerne unser Haus, da die Sommerlüftchen fehlen, wir straffen unser Immunsystem, damit es fit durch den Winter kommt, wir lernen, in welchen Lebenslagen naturreine ätherische Öle uns unterstützen können. 

Eine Super-Gelegenheit bieten jeden Herbst die unglaublich vielfältigen Primavera-Fortbildungen: Ein Tag mit tollen Vorträgen, feinsten Düften, schönster Deko, netten Menschen, Inspiration pur! Bald ist es soweit, am 18. Oktober öffnet diese Firma, deren ätherische Öle mich seit Mitte der achtziger Jahre (des vergangenen Jahrhunderts!) begleiten, ihre Pforten. Ich freue mich insbesondere, dass auch lieb gewonnene KollegInnen und eine ehemalige Kursbesucherin von mir unter den ReferentInnen sind. Das Rahmen-Thema 2014 lautet: “Ätherische Öle – wertvolle Begleiter bis ins hohe Alter”.

• Riechvermögen im Alter, Riechstörungen und Prävention
Dr. med. Erwin Häringer, Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren
• Seniorenwellness – sinnvolle und sinnliche Rituale bei Isolation, Trauer und Einsamkeit
Dipl. med. Heike Gerlach, Allgemeinärztin und Fachärztin
Pysikalische & Rehabilitative Medizin, Aromatherapie Master-Coach
• Aromapflege für ein starkes Haut-Immunsystem im fortgeschrittenen Alter
Ruth von Braunschweig, Biologin, Heilpraktikerin, Kosmetikerin und Autorin
• Die Rose als Begleiterin in schwierigen Lebenssituationen
Maria-Theresia Riedl, Heilpraktikerin
• „Locker vom Hocker“ – Kraft- und Balancetraining in der Sturzprävention
Traudl Matthis, Sporttherapeutin, PRIMAVERA Aromaexpertin
• Geborgenheit in einer „ver-rückten“ Welt – Aromapflege Demenzkranker in der „Sinneswelt“
Petra Retterath, pädagogische Fachkraft, PRIMAVERA Aromaexpertin
• Ätherische Öle während der Wandlungsphasen im Sterbeprozess
Martina Richau, Krankenschwester, PRIMAVERA Aromaexpertin
• Auf dem Weg zur duftenden Altenpflege
Andrea Kolditz, Pflegedienstleitung des Martineum Essen, GesundheitspraktikerinBfG, PRIMAVERA Aromaexpertin
• Gedächtnistraining mit Zitronenglücksschweinen, Minzzucker und Johanniskrautöl-Massage
Susann Bille-Pietsch, Ergotherapeutin, PRIMAVERA Aromaexpertin

Wo bekommt man sonst für knapp 130 Euro so viel hochwertige Information geboten? Details sind auf der Website von Primavera nachzulesen. Wer dieses Jahr keine Zeit findet, in den schönen Allgäu zu reisen, kann die 8. Primavera Fachakademie gleich für nächstes Jahr einplanen: 17. Oktober 2015.

Ich freue mich derweil auf die große internationale Aromatherapie-Konferenz Botanica2014 (klick!) in Dublin, die am Freitag im altehrwürdigen Trinity College wieder ihre Pforten öffnen wird (ich war vor zwei Jahren Vortragende, hier (klick!) kann eine kleine Zusammenfassung gelesen werden). Ganz besonders freue ich mich, wieder die Hydrolate-“Päpstin” Ann Harman zu treffen, ich hatte sie hier (klick!) gezeigt, wie sie durch ihr Computertablet mein Hydrolatebuch studiert. Sehr gespannt bin ich auch auf Nicolette Perry, die naturliebende Forscherin (sie ist Kuratorin von Dilston Physic Garden), die unter anderem Lavendelsalbei (Salvia lavandulifolia) und seine außerordentliche Wirkung bei Gedächtnismüdigkeit bis zu demenziellen Veränderungen untersucht hat. Auch über den diesjährigen Vortragenden Marc Moss habe ich in diesem Blog bereits berichtet, er hat Rosmarin als “Gedächtnisdünger” (klick!) untersucht. Über die Vortragenden kann man hier (klick!) lesen. Wen werde ich (außer Margarete) in Dublin treffen? [Noch kann man sich anmelden und für circa 50 Euro pro Nacht in dieser sympathischen kleinen Großstadt übernachten.]

aromatherapie bei (kreisrundem) haarausfall (alopezie)


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHaarausfall, kann ich mit ätherischen Ölen etwas dagegen tun? Das ist eine der häufigen Fragen, die an mich gestellt werden. Ich muss mit ja und nein antworten, denn Haarwurzeln sind extrem empfindliche Gesellen, sie reagieren auf kleinste hormonelle Schwankungen, auf Übersäuerung, auf die ersten Attacken vieler Chemotherapien. Viele Jahre lang habe ich Indian Head Massage unterrichtet und gespürt, dass Verspannungen, welche durch die vielen Anforderungen unseres modernen Lebens entstehen, insbesondere die Kopfhaut verhärten. Nur ist sich kaum jemand dessen bewusst.

Insofern können tägliche kleine Massagegriffe mit entspannend wirksamen ätherischen Ölen durchaus eine Wirkung zeigen, indem das “Übel” buchstäblich an der Wurzel gepackt wird. Welche Öle dabei ausgewählt werden, entscheidet der spezifische Zustand der jeweiligen Person, ihre Nase sollte wohltuende Düfte auswählen und zusammenstellen. Wichtig wäre das eine oder andere ätherische Öl, das aufgrund seines Estergehaltes entkrampfend und lösend wirkt, beispielsweise

  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Petit Grain (Citrus aurantium foliae)
  • Kamille römisch (Chamaemelum nobile)
  • Bergamottminze (Mentha citrata)
  • Ylang Ylang (Cananga odorata)
  • Rosengeranie (Pelargonium graveolens, P. asperum)
  • Bergamotte (Citrus bergamia, nur abends)
  • Muskatellersalbei (Salvia sclarea)

Entspannung alleine reicht jedoch nicht unbedingt, obwohl sich eine Kopfmassage sofort auf den ganzen Körper wohltuend auswirkt. Es muss zusätzlich ein ätherisches Öl gewählt werden, das die Durchblutung anregt, damit “Schlacken” abtransportiert werden können und damit (vor allem im Falle von Immunreaktionen) körpereigene Verteidigungsstoffe herbei geschafft werden. Der Klassiker ist 

  • Rosmarin Ct. Campher oder Ct. Cineol (Rosmarinus officinalis)

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannPfefferminze (Mentha piperita) wäre auch denkbar. Für den Fall, dass Mikroorganismen (Pilze, Bakterien oder Hautflechten) am Haarausfall beteiligt sind, nimmt man einen geringen Anteil an Ölen, die “antibiotische” Phenole enthalten zur Mischung, sie fördern auch gleichzeitig die Durchblutung und helfen dem Immunsysten wieder auf die Sprünge (hinter Alopezie steckt eine Autoimmun-Reaktion). Der Klassiker ist Pimentöl (Pimenta dioica), es gibt sogar eine Patentanmeldung (klick!) auf ein Haarwasser mit Piment. Im traditionellen Haar- und Pflegewasser aus Jamaika Trumper’s Bay Rum (klick!), das auch Gentlemen in Europa schätzen, ist dieses nach Gewürznelken duftende Gewürz enthalten. Das ätherische Öl ist leider nicht überall erhältlich. 

  • Piment (Pimenta dioica, Foto, hier erhältlich)
  • Bay (Pimenta racemosa, hier erhältlich)
  • Thymian Ct Thymol (Thymus vulgaris Ct Thymol)
  • Nelkenblätter oder etwas milder Nelkenknospe (Syzygium aromaticum)
  • Tulsi/Heiliges Basilikum (Ocimum sanctum)

Last not least muss man dem Körper helfen, diesen chronisch-entzündliche Prozesse (evtl sogar Abstossungsprozesse) zu regulieren, dabei helfen ihm insbesondere Sesquiterpenverbindungen, besonders bewährt hat sich Zedernöl:

  • Atlaszeder (Cedrus atlantica)
  • Himalajazeder (Cedrus deodara, hier erhältlich)

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

INCI eines bekannten deutschen Haarwassers

Aus diesen vier Komponenten wird nun ein Haaröl oder ein Haarwasser gemischt und es wird somit wesentlich wirkungsintensiver als die meisten Haarwässer, die man in Drogeriemärkten findet. Diese bestehen hauptsächlich aus Wasser (billig), sehr viel Alkohol (durchblutungsanregend, antiseptisch und billig) und manchmal einem Antischuppen-Wirkstoff (Pirocton-Olamin).

Ein Beispiel für ein selbst gemachtes Haarwasser könnte sein:

  • 25 ml Wodka 40%-ig mit
  • 6 Tropfen Rosmarin
  • 5 Tropfen Atlaszeder
  • 4 Tropfen Ylang Ylang
  • 3 Tropfen Piment (oder Thymian Ct. Thymol) gut verschütteln, mit
  • 25 ml Rosmarinhydrolat mischen (hier erhältlich)

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieJeden Morgen mit kreisenden Massagegriffen auftragen, für eine Abendmischung den Rosmarin weg lassen. Nach dem Auftragen mit einem Handtuch abdecken, dann verflüchtigen sich die ätherischen Öle nicht so schnell. Wer besser mit Öl zurecht kommt (oder als nächtliche Haarkur), mischt diese ätherischen Öle in 50 ml eines guten nativen fetten Pflanzenöles wie beispielsweise Olivenöl, Mandelöl oder Johanniskrautmazerat.

Professor Dr. Wabner hat vor vielen Jahren auf eine schottische wissenschaftliche Arbeit mit 86 PatientInnen hingewiesen. In der randomisierten Doppelblindstudie wurden 86 PatientInnen mit Alopecia areata (kreisrundem Haarausfall) sieben Monate lang entweder mit ätherischen Ölen in Traubenkernöl und Jojobaöl und einer 2-minütigen Kopfhautmassage sieben Monate lang behandelt

  • Thymus vulgaris (Thymian, Chemotyp nicht angegeben, 2 Tropfen, 88 mg)
  • Lavandula angustifolia (3 Tropfen, 108 mg)
  • Rosmarinus officinalis (Chemotyp nicht angegeben, 3 Tropfen, 114 mg)
  • Cedrus atlantica (2 Tropfen, 94 mg)
  • 20 ml Traubenkernöl
  • 3 ml Jojobaöl

oder nur mit dem Traubenkernöl-Jojobaöl-Mix. In der Aromatherapie-Gruppe zeigten sich signifikante Verbesserungen im Vergleich zur Fette-Öle-Gruppe [Hay IC, Jamieson M, Ormerod AD. Randomized trial of aromatherapy. Successful treatment for alopecia areata. Arch Dermatol. 1998 Nov;134(11):1349-52]. Die fertige Mischung ist bei WADI (klick!) erhältlich. 

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFrüher hat man Klettenwurzelöl in die Kopfhaut einmassiert, es ist wirksam bei Haarausfall und bei juckenden Hautekzemen. Heute ist es kaum noch in guter Qualität erhältlich (hier geht es zu einem Klettenwurzelöl, klick!), besser man stellt es demnächst her, indem man getrocknete und klein geschnittene Wurzelstückchen drei Wochen lang in einem guten Olivenöl einlegt und dann abseiht. Die große Klette, Arctium lappa, wird heute ohnehin als Unkraut betrachtet, dabei ist ihre lange Wurzel sehr heilkräftig (sie ist auch im “Anti-Krebs”-Produkt Essiac enthalten).

Unterstützend sollte auf eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten geachtet werden, damit die Übersäuerung des Körpers und damit der Kopfhaut reguliert werden kann, so dass die Haarwurzeln sich in einem gesünderen Umfeld neu entfalten können. Eventuell sollte ein Hormonspiegel vorgenommen werden und es sollte unbedingt auf eine Reduktion von stressauslösenden Situationen geachtet werden.

aromapflege bei trockener nase und trockenen augen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieTrockene Nase, trockene Augen: Immer wieder begegnet mir die Frage, ob man mit einfachen Mitteln helfen kann, wenn beispielsweise heizungsluftbedingt, nach chirurgischen Eingriffen oder aufgrund hormoneller Wechselzeiten die Nase und/oder die Augen Anlass zu Sorgen geben, also gerötet, brennend oder unangenehm trocken sind.

Eines der besten Mittel ist sicherlich ein gutes alkoholfreies Rosenhydrolat, das man ins Gesicht sprüht, die Augen sollten geschlossen sein und man sollte den duftenden Nebel so gut es geht einatmen. Danach sollte man das Innere der Nase mit einem Öl oder einem Balsam pflegen; das Öl kann gekauft werden (Gelositin klick!) oder ganz flink selbst gemacht werden und sogar noch effektiver gestaltet werden:

  • 9 ml Sesamöl (Sesamum indicum)
  • 1 ml Sanddornfruchtfleischöl (klick! Hippophae rhamnoides)
  • 2 Tropfen Orangenschalenöl (Citrus sinensis oder Citrus aurantium)
  • 1 Tropfen Myrtenöl (klick! Myrtus communis)

Wer Salben rühren kann, ergänzt die Rezeptur mit diesen Ölen. Aber reine Fettpflege hilft auch hervorragend bei trockener Nase:

sanft schmelzen, gut verrühren und in Cremetöpfchen fest werden lassen.

Bei trockenen Augen helfen tägliche Augenkompressen mit alkoholfreiem Rosenhydrolat, dafür einfach Wattepads gut damit befeuchten und mindestens 5 Minuten auf beide geschlossen Augen legen. Zudem sollte die tägliche Ernährung bei beiden Beschwerden mit ungesättigten Fettsäuren ergänzt werden, also native (‘kalt gepresste’) fette Pflanzenöle tropfenweise auf Salate, Gemüse und sonstige Gerichte geben: Leinöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Arganöl, Haselnussöl etc. Oder täglich einige Nüsse und Samen essen (Walnuss, Mandel, Haselnuss, Kürbiskerne, Sesam, Sonnenblumenkerne [aufs Essen streuen] etc). Gehärtete Fette möglichst vollständig vermeiden und tierische Fette stark reduzieren! (viele gekaufte Kekswaren, frittiertes Essen, Billigschokolade, Billigeiscreme etc).  Ergänzend wäre die kurmäßige Einnahme (3-6 Monate) von Nachtkerzen- oder Borretschsamenöl (Foto oben) denkbar. Hier (klick!) geht es zur Beschreibung von wichtigen fetten Pflanzenölen für die Hautpflege und zum Einnehmen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieEine finnische randomisierte Doppelblindstudie an 86 Menschen mit trockenen Augen (zu wenig Tränenflüssigkeit) konnte zeigen, dass die Einnahme von Sanddornkernöl sehr hilfreich sein kann (es enthält Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren, es ist preiswerter als das Fruchtfleischöl und nicht oder kaum orangefarben) . Zwei Gramm des Öles wurde täglich über drei Monate eingenommen (Herbst und Winter) [Larmo PS, Järvinen RL, Setälä NL, Yang B, Viitanen MH, Engblom JR, Tahvonen RL, Kallio HP. Oral sea buckthorn oil attenuates tear film osmolarity and symptoms in individuals with dry eye.J Nutr. 2010 Aug;140(8):1462-8 und Järvinen RL, Larmo PS, Setälä NL, Yang B, Engblom JR, Viitanen MH, Kallio HP. Effects of oral sea buckthorn oil on tear film Fatty acids in individuals with dry eye. Cornea. 2011 Sep;30(9):1013-9]

Euphrasia_xsAbkochungen mit Augentrostkraut sind ein alt bewährtes Mittel bei allen Arten von Augenreizungen (und können sogar bei den trockenen Schleimhäuten der Nase hilfreich sein). Ich habe noch nie so viel Augentrostpfänzlein gesichtet wie dieses Jahr. Allerdings ist es ein Heilkraut, das meistens übersehen wird, das mit Gift weg gesprüht wird (vor allem hier in Irland), das nicht ernst genommen wird. Die hübschen Blüten dieses Halbschmarotzers, die kaum größer als eine Ameise sind, erklären sich mit einer interessanten Zeichnung: Sie erinnert ein wenig an Wimpern.

Frühere Beiträge zum Thema: hier (klick!) ist beschrieben, wie man eine einfache Salbe zaubern kann und dort, wie es noch schneller geht: die Schüttelsalbe (klick!).

dosierungen und anwendungsarten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHoher Blutdruck – oder zumindest erhöhter Blutdruck ist immer wieder ein Thema in Aromapflegeseminaren. Und bei der naturheilkundlichen Behandlung dieser  Zivilisationskrankheit benötigt man etwas Fingerspitzenspitzengefühl. Wenn ich hier über “Öle für bestimmte Lebenslagen” oder gar “Öle gegen bestimmte unerwünschte Zustände des Körpers und der Psyche” schreibe, gehe ich immer ganz selbstverständlich davon aus, dass sich InteressentInnen bereits minimal mit ätherischen Ölen auskennen. Oder gerne experimentieren. Doch damit liege ich freilich nicht immer richtig! Die Dosierung und Art der Anwendung von ätherischen Ölen ist einerseits nicht einfach, denn man muss gerade bei sowas wie Blutdruck, über den ich im letzten Beitrag (klick!) schrieb, ein klein wenig experimentieren. Ich selbst benutze derzeit beispielsweise ein sehr fein duftendes Dekolleté-Spray:

  • 50 ml Wodka
  • 5 Tropfen Muskatellersalbei
  • 10-15 Tropfen Grapefruit komplett
  • 3 Tropfen Ylang Ylang
  • evtl 5-10 Tropfen verdünnten Vanilleextrakt (es gibt kein natürliches Vanilleöl) oder 1 Tr. Vanilleabsolue

3-4x täglich anwenden (die Regelmäßigkeit ist meiner Erfahrung nach wichtiger als die “perfekten” Öle) Ich befinde mich allerdings nicht im Blutdruck-Gefahrenbereich, reagiere lediglich bei Stress mit einem nicht so tollen Anstieg des Blutdrucks (ich war früher extreme Hypotonikerin!). Ich könnte auch noch morgens und abends eine ähnliche Ölmischung auf die Fußsohlen (oder auf den Pulsbereich und auch auf die zwei bei den Kommentaren beschriebenen Herzpunkte) auftragen:

  • auf 10 ml fettes Öl 3-4 Tropfen der im Beitrag und in den Kommentaren des genannten Beitrages aufgeführten Öle, Narde vielleicht eher abends

Andererseits ist es so einfach mit ätherischen Ölen zu experimentieren, solange man sich an die gängigen Dosierungserfahrungen hält:

  • 1-3 Prozent in einem fetten Bio-Pflanzenöl oder Aloe vera-Gel verdünnen.
  • Das sind 1 bis maximal 6 Tropfen ätherisches Öl in circa 10 ml (circa 2 Esslöffel) der Trägersubstanz.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

Diese Vignette kann ohne Anfragen und kostenlos runtergeladen werden und auf die eigene Website (oder Facebook, Visitenkarte etc) platziert werden.

Damit ist man IMMER auf der sicheren Seite, wenn keine Allergien oder Unverträglichkeiten gegen genau die verwendeten Stoffe vorliegen (über die unterschiedlichen Tropfenmengen und Tropfengewichte habe ich hier [klick!] geschrieben). Je geringer die Dosierung, desto mehr erreicht man auch den seelischen Bereich und kann auch chronische Zustände gut ansprechen. Je höher man dosiert, desto mehr spricht man die körperliche Ebene an und kann akute Zustände wie einen blauen Fleck (Hämatom), eine Schnittwunde oder einen lästigen Schnupfen ansprechen. Höhere Dosierungen verwendet man nur kurze Zeit, also wenige Tage. Unverdünnte ätherische Öle, egal ob natur pur und bio-zertifiziert oder gar synthetisch, verwenden nur Menschen, die entsprechend gut geschult sind. Ausnahmen sind die frischen Öle von Lavendel und Teebaum (ein Jahr nach dem erstmaligen Öffnen der Fläschchen können sie oxidieren und dann Haut und vor allem Schleimhäute reizen – bei unsachgemäßer Lagerung und Handhabung können sie bereits früher hautreizend wirken). Über Dosierungen haben ich bereits hier (klick!) geschrieben und hier (klick!) meine praktische Umrechnungstabelle zum Laminieren empfohlen.

Man sollte sich im Zweifelsfalle beim Dosieren am Geschmack orientieren: Das Ziel der Verdünnung ist das Zurückführen in die Menge, in welcher das ätherische Öl in der Originalpflanze vorliegt, meistens unter einem Prozent. Anders, also zu hoch dosiert, schmeckt die Zubereitung weder noch ist sie für unsere Haut sonderlich verträglich (Ausnahmen bestätigen die Regel!). Man könnte also von seiner fertigen Rezeptur ein winziges bisschen auf die Zunge geben: Schmeckt es grauslich bitter, scharf, ekelhaft penetrant, liegt die Vermutung nahe, dass man zuviel ätherisches Öl ins Pflanzenöl gegeben hat, dann “schmeckt” die Mischung auch der Haut nicht unbedingt (unsere Hautzellen besitzen die Fähigkeit zu “riechen”!, ich berichtete über diese recht neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse hier [klick!] ). Jeder der behauptet, dass man ätherische Öle regelmäßig unverdünnt, in großen Mengen und dauerhaft anwenden sollte, möchte seinen Umsatz steigern (und insbesondere den Umsatz der Großfirmen, die solchen Unsinn verbreiten). Diese Umsatzsteigerung geschieht auf Kosten der Natur (Plantagen, synthetische Dünger, Großmaschinen-Einsatz etc) und der Menschen, die in schwerer Arbeit unsere kostbaren Naturdüfte gewinnen. Viel hilft nicht viel. Oft hilft sogar die winzige Menge besser als eine übliche Verdünnung von 2 Prozent.

Meiner Erfahrung nach sind die Zubereitungsarten, die “perfekte” Dosierung, die studienbelegten Öle nicht so entscheidend wie eine Rezeptur, mit der jedes Individuum gut zurecht kommt. Ich versuche meinen Klienten die Mischung(en) so herzustellen oder zu empfehlen, dass sie zu ihnen passt. Jemand der/die gerne Düfte um sich herum versprüht und oft unterwegs ist, mag mit einem Dekolleté-Spray (im Prinzip ein Parfümspray, das jedoch nicht nur auf die Haut aufgesprüht wird, sondern auch bewusst inhaliert wird) gut zurechtkommen. Jemand, der/die abends immer vor dem Fernseher sitzt (ich nie!) wird nebenbei regelmäßig ein Fußbad machen können. Jemand der/die trockene Haut Haut hat, fühlt sich sicherlich mit einem feinen, verwöhnenden Körperöl wohl. Hauptsache: regelmäßige Anwendung! Der Vorteil und gleichzeitig der Nachteil der Aromatherapie/Aromapflege ist: Viele Bestandteile der ätherischen Öle kursieren in wenigen Minuten im Blutstrom und entfalten sehr schnell ihre pharmakologische Wirkung an den Zielorganen. Nach wenigen Stunden sind diese aktiven Stoffe jedoch wieder aus dem System verschwunden, beispielsweise ausgeatmet oder mit dem Urin ausgeschieden. Dann muss “nachgeladen” werden. Darum muss für den wirklichen Erfolg 3-4 Mal täglich angewendet werden, zumindest in den ersten Tagen der Behandlung.

aromatherapie bei leichtem bluthochdruck


Beide im letzten Blogbeitrag beschriebenen ätherischen Öle, die so wunderbar zur Reduzierung von Menstruationskrämpfen beitragen können, zeigten in einer weiteren wissenschaftlichen Arbeit aus Korea vom vergangenem Jahr, dass sie sich auch positiv auf den (erhöhten) Blutdruck auswirken können. Inhalationen mit Lavandula angustifolia (Lavendel fein) und Salvia sclarea (Muskatellersalbei) wurden in einer randomisierten, kontrollierten Doppelblind-Studie an 34 Frauen (Durchschnittsalter: 65,2 Jahre), die an Blasen-Inkontinenz litten, getestet. Diese Art der Untersuchung mit entblößtem Unterleib wird allgemein als stressig und als beschämend empfunden (Urodynamik). Nach Inhalation von Muskatellersalbeiöl wurden sowohl signifikant niedrigere systolische als auch diastolische Blutdruck-Werte gemessen als nach Inhalation von Lavendelöl oder des Kontrollmittels Mandelöl. Lavendelöl erhöhte den Blutdruck leicht.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

Die klebrigen, stark riechenden Duftdrüsen sind mit bloßem Augen an den Blüten des Muskatellersalbei zu erkennen.

Es wird vermutet, dass der Inhaltsstoff Linalylacetat verantwortlich für die stark entspannende Wirkung zeichnet (knapp 65% im verwendeten Muskatellersalbeiöl), doch er ist auch zu einem relativ großen Anteil in guten Lavendelölen (im untersuchten Öl knapp 40%) enthalten. Es wird daher vermutet, dass die leicht aquaretische (wasser-abführende) Wirkung des Lavendelöles zu vermehrtem Stress bei genau dieser Blasen-Untersuchung führte, weil die Blase sozusagen gerne loslassen möchte. [Seol GH, Lee YH, Kang P, You JH, Park M, Min SS. Randomized controlled trial for Salvia sclarea or Lavandula angustifolia: differential effects on blood pressure in female patients with urinary incontinence undergoing urodynamic examination. J Altern Complement Med. 2013 Jul;19(7):664-70].

In der englischsprachigen Naturheilkunde gibt man PatientInnen mit Bluthochdruck den gut verträglichen Eiweißbaustein Arginin, da er die natürliche Blutdruckregulation unterstützt und die Ausschüttung des körpereigenen Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO) freisetzen hilft, dadurch werden die Gefäße elastischer und lassen das Blut besser durchfließen. [Dong JY, Qin LQ, Zhang Z, Zhao Y, Wang J, Arigoni F, Zhang W. Effect of oral L-arginine supplementation on blood pressure: A meta-analysis of randomized, double-blind, placebo-controlled trials. Am Heart J, 2011] (siehe dazu das interessante Interview meiner Berliner Kollegin Natascha von Ganski mit dem Arteriosklerose-Forscher Prof. Dr. Robenek hier kick!). Durch das Essen von Buchweizen und diversen Nussarten/Nussmusen (insbesondere Erdnüsse), kann man seinen Argininspiegel auf natürliche Weise erhöhen. In Europa hat sich die kurmäßige Verabreichung einer guten Weißdorntinktur bewährt. Wir verwenden in der Aromatherapie noch zwei weitere ätherische Öle, um Menschen mit leicht erhöhtem Blutdruck (ärztlich überprüft und niemals lebensgefährlich hoch) zu begleiten:

Mit welchen ätherischen Ölen habt Ihr Erfolge bei der Senkung des Blutdrucks?

aromatherapie bei menstruationskrämpfen


AiDA Schule für Aromatherapy Eliane Zimmermann

Muskatellersalbei blüht derzeit in vielen Gärten

Aromatherapie mit Lavendelöl, Muskatellersalbeiöl und Majoranöl kann Menstruationskrämpfe erheblich lindern, das belegte eine wissenschaftliche Doppelblindstudie, (obwohl es angeblich so gut wie keine klinischen Studien [also mit Menschen] für die Aromatherapie und Aromapflege geben soll). Für das Aromapflege-Handbuch von Evelyn Deutsch und Bärbl Buchmayr hatte ich ja bereits über 100 davon zusammengetragen und veröffentlicht. Dieser Tage fiel mir also wieder eine sehr hilfreiche wissenschaftliche randomisierte und doppelblind durchgeführte Untersuchung aus Taiwan in die Hände:

24 Frauen mit sorgfältig überprüften Menstruationskrämpfen/Schmerzen erhielten 3% ätherische Öle in einer duftneutralen Cremegrundlage (2:1:1): Lavendelöl (Lavandula angustifolia), Muskatellersalbeiöl (Salvia sclarea) und Majoranöl (Origanum majorana). 24 Frauen mit der gleichen Art Schmerz erhielten eine synthetisch beduftete Rezeptur. Die Teilnehmerinnen beider Gruppen mussten sich täglich den Unterbauch einreiben: vom Ende der vorherigen Menstruationsblutung bis zum Beginn der neuen Blutung, also einen ganzen Zyklus lang.

In der Ätherisch-Öl-Gruppe war die Schmerzdauer von 2,4 Tagen auf 1,8 Tage statistisch signifikant reduziert. Ob die Schmerzintensität auch nachließ, wurde leider in der mir vorliegenden Zusammenfassung (Abstract) nicht notiert. Der positive Effekt wird auf die vier Inhaltsstoffe Linalylacetat, Linalool, Eucalyptol und β-Caryophyllen zurück geführt. [Ou MC, Hsu TF, Lai AC, Lin YT, Lin CC. Pain relief assessment by aromatic essential oil massage on outpatients with primary dysmenorrhea: a randomized, double-blind clinical trial. J Obstet Gynaecol Res. 2012 May;38(5):817-22]