zitrusduft hemmt leberkrebs und inhaltsstoffe von pflanzendüften wirken antitumoral


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFolgende Pressemeldung wurde vor einer Woche von der Ruhr-Universität Bochum veröffentlicht (viele von euch haben sie schon auf meiner Facebook-Seite gesehen):

Zitrusduft hemmt Leberkrebs
Bochumer Forscher entschlüsseln Signalweg – Duftrezeptor in Leberkrebszellen nachgewiesen
Terpene als Hauptbestandteil ätherischer Öle können das Wachstum verschiedener Krebszellen hemmen. Wie genau sie das tun, haben Bochumer Forscher um Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt jetzt an Leberkrebszellen genau untersucht. Sie konnten die molekularen Mechanismen aufklären, die bei Anwendung von (-)-Citronellal zu einem Wachstumsstopp der Krebszellen führten und wiesen nach, dass der Duftrezeptor OR1A2 die entscheidende Schaltstelle dafür ist. Der Duftrezeptor könnte künftig als Ziel für Diagnostik und Therapie des Leberkrebses dienen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Journal Archives of Biochemistry and Biophysics.

Ätherische Öle kommen in vielen Pflanzen vor und schützen sie durch ihre antibakteriellen, antiviralen und pilztötenden Eigenschaften. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Terpene, die Hauptbestandteile der Öle, auch verschiedene Krebszellen am Wachsen hindern können, darunter Leberkrebs. Was genau dabei passiert, war aber bislang unklar.

Terpene können Signalprozesse in Zellen anstoßen, indem sie Duft- Rezeptoren aktivieren. Diese kommen zwar vor allem in Riechzellen der Nase vor, aber nachweislich auch in allen anderen humanen Geweben, wie zum Beispiel Haut, Prostata oder Spermien. Bei der Krebsentstehung und seinem Wachstum spielen Terpene ebenfalls eine wichtige Rolle, wobei ungeklärt ist, welche Funktion sie genau ausüben.

Um dem auf die Spur zu kommen, nutzten die Bochumer Forscher ein Zellmodell für das hepatozelluläre Karzinom, einen häufigen Lebertumor. Sie setzten die Zellen verschieden hohen Konzentrationen mehrerer Terpene aus und beobachteten ihre Reaktion. Es zeigte sich, dass zwei der insgesamt elf getesteten Terpene zu einem deutlichen Anstieg der Kalziumkonzentration in den Zellen führten: (-)-Citronellal und Citronellol. In ihren weiteren Untersuchungen konzentrierten sich die Forscher daher auf (-)-Citronellal und gingen auf die Suche nach dem Rezeptor, auf den das Terpen passen muss wie ein Schlüssel in ein Schloss. Sie konnten zeigen, dass der entscheidende Geruchsrezeptor namens OR1A2inden Leberzellen vorkommt und für die Zellreaktion verantwortlich ist. Nahm man Zellen die Möglichkeit, diesen Rezeptor herzustellen, reagierten sie nämlich nicht auf das Terpen. Es gelang den Forschern außerdem, den Signalweg nachzuvollziehen, auf dem das Terpen dazu führt, dass sich die Kalziumkonzentration im Zellinnern erhöht und damit das Zellwachstum reduziert. „Diese Ergebnisse stellen ein weiteres Beispiel für die Bedeutung der Duftrezeptoren außerhalb der Nase dar und geben Hoffnung, für die Krebstherapie neue Medikamente mit geringeren Nebenwirkungen entwickeln zu können.“
Hintergrund
Das Hepatozelluläre Karzinom ist der häufigste bösartige Primärtumor der Leber. Es ist weltweit die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache. In Deutschland erkranken aktuellen Schätzungen zufolge jährlich ca. 8900 Menschen (6200 Männer, 2700 Frauen) neu an dieser Krebsart.

Die Studie dazu: Maßberg D, Simon A, Häussinger D, Keitel V, Gisselmann G, Conrad H, Hatt H. Monoterpene (-)-citronellal affects hepatocarcinoma cell signaling via an olfactory receptor. Arch Biochem Biophys. 2015 Jan 15;566:100-9 Jetzt bitte nicht bei mir anfragen, wie man Leberkrebs mit Zitronenöl heilen kann, das weiß noch NIEMAND! Diese und ähnliche Studien sind Modelle, die Erkenntnisse daraus entstammen In-vitro-Studien, die mit Gewebe in Petrischalen gemacht werden. Jedoch kann uns niemand daran hindern, prophylaktisch Bio-Zitronenöl anzuwenden, denn jeder Mensch hat jeden Tag die eine oder andere entartete Zelle in seinem Körper sitzen. Es ist Aufgabe des gesunden Immunssystems, diese aufzuspüren und unschädlich zu machen. Es wird unterstützt durch einen möglichst gift-armen Input im Alltag (Nahrung, Kosmetik, Atemluft in Wohnbereich, wenig Telefon- und Computerstrahlung etc) genau so wie mit Hilfe von ätherischen Ölen, die stark antioxidative und regenerierende Eigenschaften haben, dazu gehören auf alle Fälle Zitrusöle ohne Agrargifte.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWer mehr über ätherische Öle und ihre antitumorale Wirkung nachlesen möchte, kann in der Kategorienspalte (rechts unten hier auf der Blog-Seite) unter dem Stichwort ‘Krebs’ klicken. Es ist erstaunlich, wie viel Forschung es zu diesem Thema bereits gibt (und kaum jemand weiß davon!). Ich meine, es würde niemandem schaden, sich in gesunden Zeiten mit diesem Thema, das uns alle treffen könnte, auseinander zu setzen, denn es gibt so viel mehr Möglichkeiten, viele Krebsarten in den Griff zu bekommen, als nur die Behandlung mit Zytostatika (Chemotherapie). De facto sollten laut neueren Erkenntnissen viele Tumore wie bei Brust- und Lungenkrebs gar nicht mit diesen giftigen Substanzen bombardiert werden, denn damit werden nur die “oberflächlichen” entarteten Zellen eliminiert, jedoch stattdessen bestimmte Tumor-Stammzellen “gereizt”, dann umso mehr zuzuschlagen. Man kann auf der Seite der Gesellschaft zur biologischen Krebsabwehr bedrückende Fakten zum Thema hier (klick!) nachlesen. Die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu sind erschreckend: Zytostatika (Chemotherapie) bewirken, dass gesunde Zellen ein Protein namens WNT16B freisetzen, es fördert das Überleben und Wachstum von Krebszellen. Zytostatika, das sind unglaublich heftige Gifte, die nur mit bestimmten dicken Handschuhen verarbeitet werden dürfen und nur in “Castor-Transportern” transportiert werden dürfen, schädigen obendrein die Erbsubstanz (DNS) gesunder Zellen. Diese Vergiftung findet auch noch lange nach Beendigung einer Chemotherapie statt (wenn nicht sehr aktiv an einer ganzheitlichen Regeneration des geschundenen Organismus gearbeitet wird). Jeder weiß doch eigentlich, dass extreme Gifte im menschlichen Körper Krebs auslösen können. Doch wenn es um Milliardengeschäfte geht, dann gilt dieses Wissen, das fast jedem Menschen innewohnt, wohl nicht mehr. Wenn zusätzlich noch bedacht wird, dass mit dieser Form der “Therapie” ein Immunssystem, welches versagte (also die Tumorentstehung zuließ), nun statt gestärkt vollends zerstört wird, ist es kein Wunder, dass die Erfolgsrate der Heilung eher rückgängig ist. Die massive Zerstörung von kerngesunden Zellen wird in Kauf genommen und die Entstehung von anderen Krebsarten auch.

“Diese kombinierte Aktion der Zerstörung gesunder Zellen und der Förderung von Krebszellen macht eine Chemotherapie eher zu einem krebsverursachenden Verfahren als einer Krebstherapie. Freigesetztes WNT16B interagiert mit benachbarten Tumorzellen und regt sie zu Wachstum und Ausbreitung an, vor allem aber macht es sie unempfindlich für eine weitere Therapie.”

laura_bond_coverwird auf der Seite der Gesellschaft zur biologischen Krebsabwehr zusammen gefasst. Die Studie zu WNT16B  gibt es auf englisch hier. Ich habe kürzlich ein wertvolles Buch zum Thema verschlungen: Mum’s not having Chemo (klick), von Laura Bond. Sie ist Journalistin, die sich nach der Krebsdiagnose ihrer bis dato immer sehr gesund lebenden Mutter mit Alternativen zum Giftcocktail beschäftigt hat, Dutzende von Büchern über komplementäre Krebstherapien wälzte und viele Ärzte/Therapeuten interviewt hat. Meiner Meinung nach dies eine sympathische, leicht zu lesende und doch sehr tiefgründige Pflichtlektüre für alle Gesunden. Ich hoffe sehr, dass dieses Buch ins Deutsche übersetzt werden wird. Ein klein wenig in diese Richtung geht dieser nachdenkenswerte Text von Susi Sauerland (klick!), einer betroffenen pharmazeutisch-technischen Assistentin. Auch wenn die Überschrift etwas reißerisch geraten sein mag. Es stecken unglaublich wertvolle Denkansätze und Links zum Selber-Beurteilen in diesem langen Artikel. Es ist für mich nicht überraschend, dass dieser Appell an den gesunden Menschenverstand nicht in einer Mainstream-Zeitung, die von gut zahlenden Anzeigenkunden lebt, zu lesen ist. Es liegt an jedem von uns, sich selbst zu informieren – wenn Ruhe und Zeit ist und niemand von außen Angst sowie Druck von außen macht.

qualität und schulung sind ein muss bei kinder-aromapflege


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGelegentliche Zwischenfälle mit ätherischen Ölen betreffen meistens nur Menschen, die an starken Allergien leiden, die stark in den Organismus eingreifende Medikamente einnehmen (oder per Pflaster aufkleben) oder Menschen, die zu Krampfanfällen neigen. Generell gesunde Kinder und Kleinkinder vertragen ätherische Öle von höchster Qualität und angewendet von Menschen, die gut in dieser Materie geschult sind, meistens sehr gut (eine gute Schulung sollte mindestens 100 Stunden umfassen). Derzeit geht aufgrund eines Blog-Eintrages Unsicherheit und Unmut durch einige Facebook-Seiten, das hat mich nochmals veranlasst, das dicke Buch von Robert Tisserand und Rodney Young Essential Oil Safety (2. Auflage 2014) zu konsultieren. Dort finde ich eine Tabelle im Kapitel “Toxizität auf Menschen” ( im Abschnitt “Vergiftungen”, Seite 26), welche uns zeigt, wie unwahrscheinlich es ist, ein Kind mit ätherischen Ölen zu vergiften oder gar zu töten. Die Zahlen stammen von der zentralen Vergiftungs-Datenbank der USA aus den Jahren zwischen 1997 und 2006 und beziehen sich auf Vorfälle mit ätherischen Ölen bei Kindern und Erwachsenen über 19 Jahren. Ich zitiere mal die Ergebnisse aus drei Jahren.

  • 1997 wurden 3990 Fälle von unerwünschten Wirkungen (“incidents”) gemeldet, in 2720 von diesen Fällen handelte es sich um Kinder unter 6 Jahren, in 508 Fällen waren es Kinder und Teenager von 6 bis 19 Jahren, 651 Fälle betrafen Menschen über 19 Jahre. Bei all diesen Menschen wurden 1021 Fälle als “ohne Folge” eingestuft, 67 Fälle zeigten “moderate Folgen”, die Zahl der Todesfälle betrug 0.
  • 2002 wurden 7242 Fälle von unerwünschten Wirkungen gemeldet, in 5416 von diesen Fällen handelte es sich um Kinder unter 6 Jahren, in 544 Fällen waren es Kinder und Teenager von 6 bis 19 Jahren, 1432 Fälle betrafen Menschen über 19 Jahre. Bei all diesen Menschen wurden 1731 Fälle als “ohne Folge” eingestuft, 106 Fälle zeigten “moderate Folgen”, die Zahl der Todesfälle betrug 1.
  • 2006 wurden 7030 Fälle von unerwünschten Wirkungen gemeldet, in 5477 von diesen Fällen handelte es sich um Kinder unter 6 Jahren, in 417 Fällen waren es Kinder und Teenager von 6 bis 19 Jahren, 971 Fälle betrafen Menschen über 19 Jahre. Bei all diesen Menschen wurden 1691 Fälle als “ohne Folge” eingestuft, 99 Fälle zeigten “moderate Folgen”, die Zahl der Todesfälle betrug 0.

In diesen 10 ausgewerteten Jahren gab es drei Todesfälle bei 58760 Zwischenfällen mit ätherischen Ölen, davob waren 42981 Kinder unter sechs Jahren betroffen. Welcher Altersklasse die Todesfälle zuzuordnen sind, ist dieser Tabelle nicht zu entnehmen. In einer weiteren Tabelle finden wir ätherische Öle aufgelistet, die zwischen 2001 und 2006 für unerwünschte Reaktionen sorgten:

  • Zimt, Nelke und Teebaum waren die negativen Spitzenreiter im Jahr 2001 (22x, 10x,11x), Eukalyptus und Flohminze sorgten 8 und 1 Mal für Probleme, 65 unbekannte ätherische Öle führten zur Aufnahme in diese Tabelle, die aus diversen Quellen zusammen gestellt wurde.
  • Im Jahr 2006 waren es wieder diese ersten drei Öle, die für Unannehmlichkeiten sorgten (18x, 13x, 30x), Eukalyptus 3x, Flohminze fiel nicht auf, 30 unbekannte Öle zeigten auch unerwünschte Nebenwirkungen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWenn wir nun davon ausgehen, dass in den USA möglicherweise noch wesentlich mehr Produkte, die mit ätherischen Ölen angereichert sind, als in Mitteleuropa existieren, dazu wesentlich mehr Firmen, die Öle dubioser Herkunft anbieten als in unserem Bereich, vermute ich, dass die Zahlen von fatalen Ätherische-Öle-Anwendungen bei uns keinesfalls höher sein dürften. In den USA sind zudem die zwei (oder mehr) Firmen, die für viele Anwendungen unverdünnte Öle empfehlen, wesentlich etablierter als in Deutschland, Österreich oder Schweiz. Deren Mitarbeiter empfehlen auch die regelmäßige innere Einnahme von einigen Tropfen ätherischer Öle beispielsweise zur “Stärkung des Immunssystems” von Kindern. Dabei kann es schnell mal zu Verwechslungen der Flaschen kommen und versehentlichen Überdosierungen kommen (die Kinderschar sorgt für Unruhe, das Telefon klingelt, der Hund kippt den Kochtopf um). Gut geschulte Eltern und solche die sich genau an die zwei Aroma-Kochbücher von erfahrenen Autorinnen halten, werden ihren Kindern nicht schaden (Duftküche [klick!] von Maria Kettenring und Aromaküche [klick!] von Sabine Hönig und Ursula Kutschera).

In meiner offiziellen Ausbildungszeit zur (britischen) Aromatherapeutin, irgendwann Ende der achtziger Jahre, machte ein Fall von (fast perverser) Falschanwendung in Frankreich die Runde: Eine Mutter hatte ihrem erkältetem (vielleicht hustendem) Kleinkind 5 ml Ysopöl eingeflößt. Das Kind starb. Ich gehe davon aus, das wirklich niemand, der/die noch über seinen/ihren Menschenverstand verfügt, so einen Fehler macht. Vielleicht hat es sich um eine Verwechslung mit einem Medikament in einem braunen Fläschchen gehandelt.

Einige Jahre später berichtete mir eine Kursteilnehmerin, die mit einer Hebamme zusammen arbeitete, vorn einer recht frisch “gebackenen” Mutter, die sich auf Empfehlung ihrer Apothekerin ein Fläschchen Nelkenöl kaufte, mit dem sie ihr Kleinkind einreiben sollte (unverdünnt!), damit es nicht so von Stechmücken geplagt wird. Das war der jungen Mama nicht geheuer und sie befragte meine Kursteilnehmerin. Diese war erstaunt, dass die Haut des Kleinkindes nicht nennenswert gelitten hatte (es war Nelkenöl einer guten und renommierten Öle-Firma). In dieser Zeit berichtete mir auch jemand, dass Babymassagen gegen Koliken mit unverdünntem Kümmelöl durchgeführt worden waren, ohne jede negative Folge. Viele Jahre später erzählte mir jemand, dass sie einige Tropfen unverdünntem Zimtöles (ich erinnere mich nicht ob es Rinden- oder Blattöl war) auf das Schienbein von Kindern gab, wenn diese über Wachstumsschmerzen klagten, angeblich ohne besonders hautrötende Folgen.

Was ich mit solchen Beispielen sagen möchte: Ätherische Öle in zuverlässiger und hoher Qualität sind sehr fehlertolerant. Doch wäre die Mückenabwehr mit einem dubiosen Nelkenöl erfolgt, das wie so oft einfach nur reines (synthetisches) Eugenol enthält (man kann als Laie den Duft nur schwer voneinander unterscheiden), wäre die Fehlanwendung sicherlich nicht so glimpflich ausgegangen.

Tisserand und Young raten von der oralen Anwendung von ätherischen Ölen bei Kindern unter 20 Kilo ab. Vielleicht ist die Gewichtsangabe sinnvoller, als sich zu streiten, ab welchem Alter man einem Kind oral zugeführte ätherische Öle zumuten kann. Andererseits denke man dann an die in Deutschland so hervorragend wirksamen Soledum-Kapseln (bei Bronchitis, Sinusitis, sogar Asthma), welche reines Eukalyptol enthalten, diese sind für Kinder ab 2 Jahren (circa 13 Kilo) zugelassen (hier ist die Packungsbeilage).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieTisserand und Young erinnern daran, dass das sich noch entwickelnde Gehirn von Babys und Kleinkindern von der Natur so ausgelegt ist, dass es besonders empfänglich für Reize ist. Das betrifft insbesondere Reize durch neurotonische Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen. Was beim gesunden Großkind oder Erwachsenen noch neurotonisch=konzentrationsfördernd wirkt, kann beim Winzling neurotoxisch wirken, also die hoch reaktiven Nervenzellen zum Kurzschluss zwingen, also zum Krampf. Die Autoren zitiere eine Studie von 2004, in der gezeigt wurde, dass kleine Jungs leichter zu solchen Krampfanfällen neigen als kleine Mädchen, das hängt mit der unterschiedlich verlaufenden Gehirnentwicklung zusammen [Velísková J, Claudio OI, Galanopoulou AS, Lado FA, Ravizza T, Velísek L, Moshé SL. Seizures in the developing brain. Epilepsia. 2004;45 Suppl 8:6-12]. Ätherische Öle, die darum bei Kleinkindern gemieden werden müssen (auch bei dermaler Anwendung, also auf der Haut), enthalten neurotonisch wirksamen

  • Campher (=Borneon [korrekt: Bornan-2-on] in unterschiedlichen Isomeren): Kampferöl, “spanischer” Rosmarin
  • Methylsalicylat: Wintergrün, Birke
  • Pinocamphon in unterschiedlichen Isomeren: Ysop
  • beta-Pulegon: Flohminze, bllige “Minzeöle”
  • Thujon unterschiedlichen Isomeren: Thuja, minderwertige Salbeiöle

Im Bereich der Nase und des Brustkorbes müssen bei Babys und Kleinkindern äußerlich angewendete Öle vermieden werden, welche beim Einatmen kühlend wirken und “Schnappatmung” verursachen könnten (die bei uns Erwachsenen eher besseres Durchatmen fördern):

  • Öle mit 1,8-Cineol (Eukalyptol, siehe oben, die innere Einnahme verursacht nicht diesen Schließreflex beim Einatmen): Eukalyptus insbesondere in minderwertiger Qualität, Ravintsara, Niaouli, Cardamom, Cajeput. Auf den Füßen, dem Rücken oder hinter den Ohren aufgetragen, dazu in 1%iger Verdünnung verursachen sie bei grundsätzlich gesunden Kleinkindern keine Probleme!
  • Öle mit Menthol: Pfefferminze, Ackerminze [“japanisch”, “chinesisch”]
  • Öle mit Campher: Kampferöl, “spanischer” Rosmarin

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWenn der Kinderarzt/die Kinderärztin vehement gegen die Anwendung von ätherischen Ölen im Kleinkind-Alter ist, bitte seine Sorge verstehen (und dann ggfs. selbst entscheiden): Ätherische Öle sind Vielstoffgemische. Fast jedes ätherische Öl enthält zumindest Spuren von schleimlösenden Inhaltsstoffen, beispielsweise enthält das kinderfreundliche Mandarinenöl 1 Prozent Thymol. Wenn das noch nicht sehr bewegliche Kleinkind diese Naturduftstoffe einatmet, kann die schleimlösenden Wirkung stattfinden. Ein Winzling, der/die noch nicht das Abhusten gelernt hat, der/die noch nicht krabbelt und sich hochzieht, besitzt einfach nicht die kräftige Muskulatur, um losgelösten Schleim zuverlässig abzuhusten. Er/sie könnte im schlimmsten (jedoch unwahrscheinlichen) Fall ersticken. Deswegen haben der Kinderarzt und die Kinderärztin Bedenken. Sobald das Kind mobil ist, sich hoch zieht, purzelt und rollt, entwickelt sich diese Fähigkeit. Dieser Zeitpunkt kann jedoch sehr unterschiedlich sein, darum macht es auch auf diesem Gebiet nicht viel Sinn, sich auf ein Alter fest zu legen.

Man selbst kennt sein Kind jedoch, beobachtet es genau, wie es auf Duftlampe und Einreibungen reagiert, man hat sicherlich ein gutes Gefühl und Instinkte, die einen selbst bewahren, es mit ätherischen Öle zu überstimulieren. Doch bei Ratschlägen und Empfehlungen für fremde Kinder bin auch ich immer sehr vorsichtig. Ich kenne weder die Zuverlässigkeit der Eltern, noch deren Einkaufsquelle für Naturdüfte (oder gar Synthetikdüfte aus dem Drogeriemarkt), noch die Reaktionsschwelle der Kleinen. Und genau darum müssen Buchautoren immer etwas (zu) vorsichtig mit Rezepturen umgehen. Wenn wir dann noch bedenken, dass alle bisherigen Prozentangaben auf falschen Tropfenzählungen beruhen, können wir uns fast beruhigt zurücklehnen, denn 20 Tropfen entsprechen bei keinem Öl mit modernem Tropfer einem Milliliter, so dass unsere vermeintlich einprozentigen Verdünnungen IMMER geringer ausfallen.

  • 44 Tropfen Weihrauch arabisch (Boswellia carteri) ergeben 1 Milliliter
  • 44 Tropfen Manuka (Leptospermum scoparium) ergeben 1 Milliliter
  • 39 Tropfen Thymian Ct. Linalool (Thymus vulgaris Ct. Linalool) ergeben 1 Milliliter
  • 33 Tropfen Lavendel (Lavandula angustifolia) ergeben 1 Milliliter
  • 30 Tropfen Lemongras ost-indisch (Cymbopogon flexuosus) ergeben 1 Milliliter
  • 23 Tropfen Bergamottminze (Mentha x piperita var. citrata) ergeben 1 Milliliter

Mehr dazu im Fachbuch von Herausgeber Dr. Wolfgang Steflitsch Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis (Stadelmann Verlag 2013), aus dem ich diese Beispiele habe. Hier habe ich das Buch ausführlich beschrieben. Also, langer Rede kurzer Sinn, ich wiederhole, was im letzten Blog-Artikel stand: Man kann auch bei dieser empfindlichen Gruppe unerwünschte Nebenwirkungen fast ausschließen, wenn die Qualität der Öle stimmt und Hintergrundwissen vorhanden ist.

PS Der angekündigte Mittags-Monster-Sturm läuft sich noch warm, er hält sich bei uns bislang in Grenzen, Strom und Internet sind noch vorhanden und so kommen meine LeserInnen zu diesem ausführlichen Artikel ;-) .

telefonnummer bei stromausfall nach sturm


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWir wappnen uns: Sturmwarnung für den Westen Irlands: Schwerer Sturm mit Schnee, Regen und Wind-Spitzengeschwindigkeiten von 130 km/h. Schon gestern gab es erste Stromausfälle. Ohne Strom funktionieren auch das AiDA-Telefon nicht. Falls die Telefone ausfallen, haben wir diese Notfallnummer eingerichtet, unter der unser Büro erreichbar sein wird: (+353) (0)21 2340284. Letztes Jahr waren wir nach dem Monstersturm vom 12. Februar tagelang ohne Strom und drei Wochen lang ohne Telefon und Internetanschluss, dieses Jahr sorgen wir vor. Möchte also jemand Infos zu den Aromatherapie- und Gartenwochen (es sind jeweils noch Plätze frei), bitte bei Nicht-Antwort auf Mails und unsere normale Telefonnummer oben stehende Nummer anrufen (sie wird jedoch im normalen Berufsalltag nicht bedient, also nur im Notfall benutzen).

nebenwirkungen von ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKönnen ätherische Öle Schaden anrichten? In diese Richtung gehen viele Diskussionen in Internetgruppen. Es gibt die verrücktesten Behauptungen, Missverständnisse und Verwirrungen. Die einen verdünnen bis zur Unkenntlichkeit während die anderen immer forscher mit unverdünnten, teils sehr hautreizenden Mengen um sich werfen. Die einen warnen oft und heftig über den Gebrauch von ätherischen Ölen, die anderen meinen “ist doch alles Natur” und man könne bedenkenlos und ohne viel Schulung heilend unterwegs sein. Da ich in Vorbereitung auf die komplett zu renovierende Neuauflage meines Kursbuches vielerlei (Fach-)Texte lese, übrigens auch in französisch und englisch (wo derzeit ähnliche Diskussionen stattfinden), stelle ich fest, dass 99 Prozent aller Gefahrenhinweise auf die INNERE Verwendung von ätherischen Ölen zurück zu führen sind.

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Tabelle zur Toxikologie von ätherischen Ölen im Buch “Essential Oil Safety von Robert Tisserand und Rodney Young”

Auch botanische Missverständnisse kursieren gerne im Internet, beispielsweise vor einigen Tagen die Fragestellung von Robert Tisserand in seinem hervoragenden Blog (klick!), ob Bergamotteöl für Kinder gefährlich werden könne, da es schwere Krämpfe auslösen könne (das behaupten zwei in den USA anerkannte verbraucherschutz-orientierte Websites). Bei echtem Bergamotteöl, das über ein Drittel krampflösendes Linalylacetat enthält (wie Lavendelöl), ist keine Gefahr zu befürchten. In der englischen (Gärtner-)Sprache jedoch wird die Indianernessel ‘bergamot’ genannt, diese wunderschöne Pflanze, vor allem Monarda fistulosa, gibt es in einem Chemotypen der reichlich Carvacrol enthält. Das Öl dieser ‘bergamot’ kann also Kindern durchaus gefährlich werden.

Nach gründlichem Durchlesen des ausführlichen Kapitels über Toxikologie im fast 800 Seiten starken Wälzer Essential Oil Safety von Robert Tisserand und Rodney Young ist mir nochmals klar geworden, dass der überwiegende Teil der Warnungen aufgrund von Tierexperimenten zustande gekommen ist, mit völlig überzogenen Dosierungen, teilweise mit synthetischen Isolaten. Für viele Warnungen bezüglich Wechselwirkungen mit Medikamenten wurden vorwiegend tierische Gewebeproben für die Experimente verwendet und dann auf Wirkungen auf den lebenden Menschen geschlossen. Viele dieser “negativen Erkenntnisse” entstanden im Zusammenhang mit “heftigen” Medikamenten wie Antidepressiva, Immunsuppressiva, Blutdrucksenkern etc.

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Detail aus einer Tabelle im Buch “Essential Oil Safety von Robert Tisserand und Rodney Young”

So komme ich immer wieder zu den gleichen Schlussfolgerungen:

  • Wenn ätherische Öle aus seriöser Quelle verwendet werden, verringert sich das Potenzial von unerwünschten Nebenwirkungen.
  • Wenn qualitativ hochwertige ätherische Öle verdünnt werden, wie von allen seriösen KollegInnen und AutorInnen empfohlen (zwischen 0,5 und 5 Prozent; in Ausnahmefällen 10 Prozent wie beim Kopfschmerz-Roll-on oder tropfenweise pure Anwendung bei akuten Verletzungen), sind unerwünschte Nebenwirkungen bei grundsätzlich gesunden Menschen so gut wie ausgeschlossen (klar, es gibt Menschen, die so empfindlich sind, dass sie auch von etwas zu viel Kochsalz, von frischem Brot, von Ananas  etc Schäden davon tragen).
  • Wenn bei vielen ätherischen Ölen die relativ kurze “Haltbarkeit” berücksichtigt wird, verringert sich das Potenzial von unerwünschten Nebenwirkungen, insbesondere bezüglich der Hautreizung und des Allergiepotenzials. Die “Haltbarkeit” kann leider nicht absolut betrachtet werden, leicht oxidierte Öle können empfindliche Haut stark reizen, stark oxidierte Öle werden von robusten Naturen manchmal gar nicht zur Kenntnis genommen. Eine Übersicht und eine Tabelle zur Haltbarkeit kann hier (klick!) nachgelesen werden.
  • Wenn bei Kleinkindern bestimmte Öle vermieden werden (vor allem Pfefferminze und cineolhaltige Öle von Billigfirmen) und so genannte Erkältungsöle NUR auf den Rücken und auf die Füße (nicht jedoch in Nasennähe auf Brust und im Gesicht) aufgetragen werden, kann man auch bei dieser empfindlichen Gruppe unerwünschte Nebenwirkungen fast ausschließen.
  • Wenn schwangere Frauen “immer der Nase nach gehen” (denn ihr Riechsinn ist in dieser Zeit extrem alert) und ätherische Öle nur ÄUSSERLICH und 1-2%ig verdünnt anwenden, ist keinerlei Schädigung ihres Babys zu befürchten. Sie dürften sonst nicht im Restaurant/Kantine essen gehen (mit Hexan gewonnene “Speiseöle”, hormonbelastete Fleischprodukte, Farbstoffe, Aromastoffe etc), sie dürften keine herkömmlichen Parfüms/Kosmetika anwende (hormonähnliche Phtalate, synthetische Duftstoffe etc), sie dürften keine Nicht-Bio-Kleidung tragen (gefährliche Farbstoffe, Agrargifte-Rückstände in Billig-Baumwolle, elektrostatische Effekte in Sythetikstoffen etc), sie dürften keinen Joghurt mit Zimt und kein Rotkraut mit Nelke mehr essen. Die Gefahrenmeldungen in Büchern beziehen sich IMMER auf Erkenntnisse durch fehlerhafte und INNERE Anwendungen (beispielsweise zu Abtreibungszwecken). Hier kann detailliert über ätherische Öle in der Schwangerschaft nachgelesen werden.
  • Wenn Menschen mit Neigung zu Krämpfen des Nervensystems/Epilepsie nur mit ketonarmen ätherischen Ölen behandelt werden, sollten keine Krämpfe vorkommen. Viele ätherische Öle wirken sogar Krämpfen entgegen (Lavendel, Mandarine, Orange, Bergamotteminze, Basilikum, Majoran, Fenchel etc) sodass bei korrekter Verdünnung eher positive Effekte zu erwarten sind. Zur Aromatherapie bei Epilepsie kann hier (klick!) nachgelesen werden.
  • Wenn Menschen, die stark in ihren Organismus eingreifende Medikamente nehmen müssen (Betablocker, Blutverdünner, Antidepressiva, Cholesterinsenker, Krebs-Behandlung etc), sind die oben stehenden Hinweise besonders zu berücksichtigen. Bei ÄUSSERER Anwendung und Verdünnungen unter 3 Prozent sind selbst bei Menschen, die Blutverdünner verwenden, keine unerwünschten Nebenwirkungen zu befürchten. Bei Unsicherheit kann heutzutage jeder Laie den Quick-Wert kontrollieren.
  • Wenn bei der Einnahme von ätherischen Ölen berücksichtigt wird, in welcher winzigen Menge die Duftstoffe in der Originalpflanze vorliegen und ob wir sie täglich oder nur im Krankheitsfalle zu uns nehmen würden, gibt es – vorausgesetzt die Qualität stimmt – auch in diesem Bereich nichts zu befürchten. Also kann von Bio-Zitrusölen 1 Tropfen täglich verspeist/getrunken werden (Hauptinhaltsstoff Limonen, dieses essen/trinken wir auch in Orangensaft, Cola-Getränken, Tomaten, Aprikosen, Orangenmarmelade, Dill, Kümmel, Pfeffer, Koriander etc), 1-2 Tropfen von Vanille- und Kakao-Extrakt sind auch täglich möglich. Tonkaextrakt, Pfeffer- , Ingwer-, Basilikum-, Thymian-, Zimt- und Nelkenöl sollten nicht täglich eingenommen werden, doch das regelt der Appetit vermutlich von selbst. Andere Öle (Bohnenkraut, Salbei) nur gelegentlich und/oder zu Krankheits-Anlässen wenn man sich gut auskennt oder exakt nach den zwei hervorragenden Kochbüchern Duftküche (klick!) von Maria Kettenring und Aromaküche (klick!) von Sabine Hönig und Ursula Kutschera. Vor genau einem Jahr habe ich zum Thema “Einnahme von ätherischen Ölen” eine Erläuterung und eine Übersichtstabelle zusammengestellt, diese können hier (klick!) nachgelesen werden.

Auf ein gesundes und leckeres NEUES JAHR!

Übrigens sind die Pflanzen dieses neuen Jahres (alle drei sind Ätherisch-Öl-Pflanzen!):

ZWIEBEL, Heilpflanze des Jahres 2015, gewählt vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V, hier (klick!) gibt es Informationen dazu

JOHANNISKRAUT, Arzneipflanze des Jahres 2015, gewählt vom “Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde”, der Universität Würzburg, hier (klick!) gibt es Informationen dazu

SALBEI, Duftpflanze des Jahres 2015, gewählt von The Scented Drop, hier (klick!) gibt es Informationen dazu, bis Ende Juni kann ein Projekt über diese wertvolle einheimische Heilpflanze eingereicht werden, Infos zu hier.

hydrolate – pflanzenwässer und ihre destillation


hydrolate_fischer-rizzi_coverHydrolate destillieren, mit Hydrolaten gesund bleiben, Hydrolate als Schönheits- und Pflegemittel: Diese Themen und noch ganz viel mehr hat die Aromatherapie-Pionierin Susanne Fischer-Rizzi auf sage und schreibe 400 fast A4 großen Seiten zusammen getragen. Nicht umsonst heißt diese “Bibel” der Blüten- und Kräuterwässer Das grosse Buch der Pflanzenwässer (klick!). Wer also ein Scheinchen zu Weihnachten bekommen hat und sich für diesen vergessenen Bereich der Aromatherapie und Aromapflege interessiert, sollte sich das übersichtliche und wunderschön bebilderte Standardwerk gönnen.

Jedes Hydrolat ist auf einer oder gar zwei der großen Seiten vorgestellt, dann folgt ein ausführliches Pflanzenporträt (Synonyme, Vorkommen, Beschreibung, Pflanzenteil, Gewinnungsverfahren, Inhaltsstoffe, pH-Wert, Haltbarkeit, Duftbeschreibung). Mindestens zwei Seiten widmen sich anschließend der Anwendung des jeweiligen Hydrolats in der (Kranken)Pflege, im kosmetischen Bereich und in der Küche. Immer sind ganz klasse Rezepte mit dabei, beispielsweise “Schlaf über den Wolken” mit Lavendelhydrolat, “Sanfte Berührung Pflegebalsam” mit Karottensamenhydrolat, “Wasser der Venus” mit Frauenhaarfarnwasser, “Creme der schönen Kaiserin Tang Fei” mit Maulbeerbaumwasser, “Die Seele baumeln lassen” mit Vanillewasser, “Weißtannen-Rescue-Spray” mit Weißtannenhydrolat.

Ja, richtig, Susanne Fischer-Rizzi stellt neben den kommerziell erhältlichen Hydrolaten total spannend klingende selbst destillierte Pflanzenwässer vor: Apfelblütenwasser, Gänseblümchenwasser, Johannisbeerknospenwasser, Limettenwasser, Mammutbaumwasser, Palo-Santo-Wasser, Quittenwasser, Stiefmütterchenwasser, Wundkleewasser und viele mehr, insgesamt 76 Pflanzenwässer auf über 300 großen Seiten! Das inspiriert zum Nachmachen!

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas schwere Buch bietet auch eine Fundgrube an geschichtlichem Wissen, ganz viele Anwendungsbereiche von Raumluftsanierung über Küche, Tierpflege und Hospizarbeit werden erläutert. Viele einfach umzusetzende Rezepte für Schönheitsmittel wie die “Second Skin-Lotion” (Schüttel-Lotion) machen Lust auf Experimente. Sogar an Hinweise zum Herstellen von veganen Cremes (ohne Bienenwachs) hat die super-kreative Autorin gedacht. Und auch juristische Möglichkeiten bzw. Einschränkungen zum Besitz einer Destille sind erläutert. In Deutschland ist beispielsweise für Privatpersonen nur eine 0,5-Liter-Destille erlaubt, die Schweizer (3 Liter) und Österreichischen Zollbehörden (2 Liter) erlauben größere Destillen ohne Anmeldung. Für gewerbliche Destillationen gelten andere Höchstgrenzen und entsprechende Zulassungs-/Anmeldeverfahren. Am Ende des Buches findet man einen sehr nützlichen Sammel- und Destillationskalender sowie drei eng bedruckte Seiten mit den vielfältigsten Indikationen und den wichtigsten Hydrolaten dafür/dagegen (beispielsweise Abstillen, Angst, Asthma, Dekubitus, Ekzem, Erkältung, Halsschmerzen, Haut nach Bestrahlung, Lidödem, Menstruationsbeschwerden, Neurodermitis, Ohrenschmerzen, Schürfwunden, Übelkeit, Zahnfleischblutungen). Auf der nächsten ähnlich voll gepackten Seite werden noch sämtliche kosmetische Anwendungsgebiete aufgeführt.

Mein Fazit: Ein rundherum gelungenes Kunstwerk, in dem man sicherlich jahrelang blättern und entdecken kann! Es ist ähnlich “rund” und vollständig wie “Himmlische Düfte” (vielleicht sogar besser), Inspiration pur und Sucht-Gefahr! ;-) Dieses Standardwerk aus dem großartigen Schweizer AT-Verlag kostet 39,90 Euro (hier kann man es bestellen). Wer die Vorstellung des Buches in einem Video anschauen und die engagierte vielfache Autorin Susanne Fischer-Rizzi “kennen lernen” möchte, kann bei Youtube (klick!) reinschauen. pelikan destilleGefilmt wurde an einem Sommertag Anfang Juni diesen Jahres in der wunderschönen Staudengärtnerei Gaissmayer (klick!). Georg Effner, den viele meiner SchülerInnen von den Exkursionen im Rahmen meiner Ausbildungen kennen lernen konnten, zeigt eine Destillation im Kupferkessel.

destille_alquitaraZurück zum Weihnachtsgeld: Wer eine einfache jedoch sehr solide Traditions-Destille kaufen möchte, könnte für 79 Euro die Pelikandestille aus Borsilikatglas (Made in Germany! für knapp 30 Euro kann noch ein Liebig-Kühler dazu erworben werden) hier bestellen, für 119 Euro gibt es eine (fast) komplette kleine Glas-Destillationsanlage namens Fortuna (ohne Thermometer) hier (klick!). Für 116,62 Euro gibt es die 0,5-Liter-Destille aus Kupfer namens Alquitara hier (klick!). Bei Alpmed in der Schweiz bekommt man ein handliches gläsernes so genanntes Taschendestillationsgerät (klick! 200 Schweizer Franken = 167 Euro), mit dem man mitten auf der Blumenwiese mit Teelichtern destillieren kann. In Österreich kann man die praktische Leonardo-Destille kaufen, hier (klick!) wird eine Schritt-für-Schritt-Fotoanleitung einer Destillation damit gezeigt.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieBuch-Hydrolate-Eliane-Zimmermann_xsWer jedoch erst einmal in die Materie der Pflanzenwässer hinein schnuppern möchte, kann dies im Buch von Ingrid Kleindienst-John Hydrolate -Helfer aus dem Pflanzenreich (klick! 19,90 Euro) oder in meinem Buch Hydrolate – Pflanzenwässer, die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege (klick! 24,90 Euro inklusive Porto, dort kann man auch diverses Zubehör wie Laborgläser und eine Fein-Waage für die Herstellung von Salben/Cremes bestellen [0,01-500g für vernünftige 39,50 €], dafür hier rein schauen).

psycho-aromatherapie-karten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNach vier Jahren der Entwicklung und Erprobung (in selbst ausgedruckter/laminierter und dann in digital gedruckter Version) sind endlich die 4o wichtigsten ätherischen Öle und Absolues, die eine starke psychische Wirkung haben, von der “richtigen” Druckerei geliefert worden. Ich habe bereits etliche Vorbestellungen vorliegen, diese Personen werden nach Vorab-Überweisung bevorzugt beliefert (ob es noch bis Heilig Abend funktioniert, kann ich nicht versprechen, sie werden jedoch ab Deutschland verschickt). Bitte eine E-Mail an mich mit deiner /ihrer vollständigen Postadresse und der Menge der bestellten Sets. Mit der Bestellbestätigung kommt dann die Kontonummer. Nach Eintreffen des jeweiligen Betrages geht’s zum Briefkasten. Das Set kostet 22,90 € inklusive Porto und umweltfreundlicher Verpackung innerhalb Deutschlands und nach Österreich, 25 € bzw. 30 Schweizer Franken in die Schweiz. Fünf bis neun Sets kosten 18 Euro pro Set (plus Porto), ab zehn Sets auf Anfrage.

Diese Karten eignen sich zum Lernen des jeweils aktuell geltenden lateinischen Names (einige Namen werden immer wieder mal geändert), der deutsche Name ist freilich auch vorhanden, die für die (psychische) Wirkung wesentlichen Inhaltsstoffe sind aufgelistet, dazu Affirmationen, welche eine mögliche Wirkung, insbesondere auf seelische Prozesse, beschreiben. Die Fotos sind möglichst naturgetreu, damit beim g00glen von Fotos auch die korrekte Wahl erkannt wird (wie oft erlebe ich in Facharbeiten völlig falsche Abbildungen, weil G00gle das angeblich so gesagt hat!). Wenn man sie wie ein Memory-Spiel mit der schönen Seite nach unten auslegt, kann man Kunden/Patienten eine oder zwei Karten ziehen lassen, oft bewirkt die Affirmation erstaunliche Reaktionen, die zur aktuellen Lebenssituation der Person passen und die (Vorab-)Wahl des richtigen Öles erleichtern. Alle Besteller bekommen Ende Januar eine 10-seitige PDF-Datei mit einer kleinen Einführung in die Psycho-Aromatherapie und Erläuterungen zu den Affirmationen gemailt

dufte fortbildungen und erholsame natur


Eliane Zimmermann AromatherapieNoch knapp 10 Stunden gilt der Frühbucher-Rabatt für unsere Duftes-Lernen-und-Geheimnisvolle-Gärten-Urlaubs-Wochen am Meer in Südwest-Irland. In deutscher Sprache. Begleitpersonen sind wie immer willkommen! Infos, Themen und Preise hier (klick!), das Übersichtsblatt mit Anmeldeformular befindet sich hier (klick!), einen Blick in unser neues Seminar- und Gästehaus kann man hier (klick!) erhaschen. Wer nur urlauben will, kann auch eine unserer Wanderwochen (klick!) auswählen: Foto-Wandern, Insel-Wandern, Garten-Wandern und einfach nur Wandern und sich gut gehen lassen. Wildnis-Wandern (klick!) ist für alle NaturfreundInnen gedacht, die mal fern der Zivilisation zurück zur unberührten Natur und zum eigenen Ich kommen möchten. See you??!!

PS Irland liegt nicht “hoch im Norden”, sondern (zumindest unser Gästehaus und die Umgebung) auf dem Breitengrad von Dortmund, also südlicher als Berlin und Hamburg! Und bei uns wachsen Palmen!

haut- und seelenpflege bei demenziell veränderten menschen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Wir gestalteten die mündliche Prüfung mit vielen frischen und getrockneten aromatischen Pflanzen sowie Fette-Öle-Pflanzen, welche die Teilnehmerinnen identifizieren sollten, Inhaltsstoffe sollten genannt werden, dazu Wirkungen, mögliche Nebenwirkungen, Anwendungsvorschläge. Wer erkennt einige der Prüfungspflanzen?

Nach einer anspruchsvollen Aromatherapie-Ausbildung folgt immer eine Abschlussprüfung. So war ich für zwei Tage zu Gast in Bern, um die mündliche Prüfung in Sachen heilende Düfte und ätherische Öle an der Aromatherapie-Schule Sela mit Sibylle Broggi abzunehmen. Ich hatte die Ehre, neun Präsentationen von Diplomarbeiten anschauen zu dürfen, das war eine großartige Sache! Das Engagement dieser neun Frauen und die professionelle Art, wie sie ihre Arbeiten per Powerpoint und teilweise mit selbst gemachten Mischungen, vorführten, haben mich sehr berührt.

Eine der Pflegefachfrauen (Alters- und Pflegeheim, 43 Bewohner) durfte in ihrem Pflegebereich acht Frauen und einen Mann mit demenziellen Veränderungen mit Naturdüften betreuen. Sie entscheid sich für ein Raumspray und für ein Körperöl, die jeweils Bergamotte (Citrus bergamia), Neroli (Citrus aurantium flos) und Römische Kamille (Chamaemelum nobile) enthalten. Sie selbst war sehr überrascht, wie offensichtlich die Wirkung der ätherischen Öle sich auf das Befinden der Heimbewohner auswirkte. Eine Frau, die aufgrund der Demenz nachmittags immer unruhig wurde und “einkaufen gehen” wollte, zeigte während der 5-wöchigen Anwendungsphase keinen Drang mehr, das Heim zu verlassen. Eine Frau, die sogar die anderen Bewohner mit ihrem ständigen Klopfen auf den Tisch nervte, hörte damit auf. Eine Frau, die oft weinte und sich isoliert hatte, weinte seltener und nahm Kontakt zu einigen anderen Bewohnern auf. Andere Betroffene wurden ruhiger, ausgeglichener, ausgeschlafener, umgänglicher. Der männliche Teilnehmer des Experiments reagierte nur in den ersten zwei Wochen positiv, danach verfiel er wieder in alte eher mürrische Muster. Nach Abschluss des Experiments verschlechterte sich der Zustand der Bewohner wieder, so dass nun überlegt wird, ob und wie man diese wertvolle Arbeit fortsetzen könnte. Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Ähnlich deutlich verlief die kleine Studie einer anderen Teilnehmerin, die in einem Pflegezentrum arbeitet. Sie fand heraus, dass die Bewohner am meisten unter ihrem schlechten Schlaf leiden. Sie arbeitete mit fünf sehr alten Personen (vier weit über 80-jährig mit jeweils einer demenziellen Entwicklung, eine depressive Frau mit 79 Jahren), die nach einem kleinen Riechtest aus vier angebotenen ätherischen Öle wählen durften. Entweder bekamen sie acht Wochen lang Bergamotte (1 Pers.) auf eine unsterile Kompresse, oder Lavendel fein (3 Pers.) oder Rosengeranie (Foto links, 1 Pers.); niemand konnte sich für Baldrianöl erwärmen. Die Düfte wurden gegen 20 Uhr verteilt. Vier der Probanden überraschten damit, dass sie seltener nachts wach wurden, um auf die Toilette zu gehen. Sie läuteten nachts weniger. Tagsüber waren sie ruhiger und ausgeglichener. Die Frau mit der Rosengeranie war zwar zunächst skeptisch, doch zeigte sich bereits nach der ersten Anwendung ein verbesserter Schlaf, ihre Angststörung reduzierte sich bemerkenswert und sie konnte die Einnahme ihres anxiolytisch wirksames Benzodiazepin-Medikament Temesta (in D: Lorazepam) reduzieren. Bei zwei Personen trat die schlafverbessernde Wirkung erst nach der ersten Anwendungs-Woche ein.

Eine andere Pflegefachfrau konnte in ihrer Institution (circa 70 Personen um die 80 Jahre) den Wechsel von Pflegeprodukten auf der Basis von Mineralölen zu natürlichen Pflegeprodukten bewirken. Es wurde mit einer ganz sanften neutralen Waschemulsion von Phytomed, welche mit Lavendel (Lavandula angustifolia), Rosengeranie (Pelargonium graveolens) und Petit Grain (Citrus aurantium fol.) angereichert worden war, gewaschen. Anschließend wurde die Haut mit einem Gemisch aus Olivenöl, Mandelöl, Lavendel, Rosengeranie und Myrte (Myrtus communis) eingeölt. Nach vier Wochen der Umstellung, an denen erwartete Hautschuppungen zu beobachten waren, hat sich das Hautbild der betagten BewohnerInnen extrem verändert. Schulleiterin Sibylle Broggi hatte sich persönlich davon überzeugt und traute ihren Augen kaum, wie regenerationsfähig eine so alte Haut sein kann und wie samtig sie bei sehr vielen Bewohnern wurde. Auch Geruchserscheinungen wurden extrem verbessert, so dass die Pflegenden nun ihre Arbeit mit weniger unappetitlichen Begleiterscheinungen ausüben können.

Eine der Pflegenden ließ für ihre Arbeit einer gut 50-jährigen Frau, die an der sich schnell verschlechternden Chorea-Huntington-Krankheit leidet, ganz besondere dufte Pflege angedeihen. Diese erbliche Degeneration des gesamten Nervensystems macht es kaum noch möglich, dass die Bewohnerin sich ausführlich zu den Anwendungen äußern kann, es ist jedoch für ihre BetreuerInnen sehr klar ersichtlich, dass sie die dufte Pflege geniesst, dass sie sogar auf das ohnehin mühsame Essen verzichten wollte zugunsten einer Aroma-Behandlung. Sie kann beispielsweise kaum noch schlucken, dennoch konnte nach der dreimal pro Woche stattfindenden duften Pflege beobachtet werden, dass sie ihr Becherchen Joghurt statt in 45 Minuten in 30 Minuten verspeisen konnte und das ganz ohne das ständige Verschlucken (was zu den schlimmsten Symptomen der Krankheit zählt und sehr schnell zu künstlicher Ernährung führt). Ihre zu Fäusten verkrampften Hände konnten geöffnet und gereinigt werden und blieben sogar einige Zeit nach der Handmassage offen (wir bekamen Fotos zu sehen). Die Bewohnerin bekam auch aromatische Streichungen auf die unaufhörlich heftig zuckenden Beine und das Zucken hörte auf! Eine fast nicht vorstellbare Verbesserung bei dieser unerbittllichen Krankheit, die den schlecht essenden Patienten viel Kraft und Kalorien nimmt. Eine weitere erfreuliche erwünschte Nebenwirkung der ätherischen Öle war ein erleichterter Stuhlgang. Diese Beispiele zeigen mir einmal mehr, dass man mit ätherischen Ölen zwar keine Wunderheilungen vollbringen kann, dennoch ist es für mich ein Wunder, dass man die Lebensqualität von schwerst erkrankten Menschen deutlich verbessern und ihnen etwas mehr Würde zurück geben kann. Wenn sich solche erfreulichen Ergebnisse doch mehr herum sprechen würden und nicht nur die geldorientierte Chemie-Medizin regieren würde! Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Eine weitere Diplomarbeit befasste sich mit der Implementierung eines Aromapflegekonzeptes in einem großen Altersheim inklusive der kompletten rechtlichen Abklärung aller juristischen Rahmenbedingungen. Eine Kursabsolventin untersuchte ätherische Öle bei schweren Symptomen einer Histaminintoleranz und eine andere Teilnehmerin beleuchtete unterschiedliche Angelika-Arten samt ihrer ätherischen Öle, (gekaufter und selbst gemachter) Hydrolate und einem Angelika-Likör! Eine andere Teilnehmerin hatte einige Menschen durch den Winter begleitet, damit ihr Immunsystem Erkältungskrankheiten besser abwehren konnte.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEine Drogistin hatte ein Mittel gegen Blasenentzündungen entwickelt und erprobt, es darf jetzt in der Drogerie, in der sie arbeitet, gemischt und für knapp 9 Schweizer Franken verkauft werden! [mit Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora), Wacholder (Juniperus communis) Lavendel und Cistrose (Cistus ladaniferus)] Sie hatte einige Studien gefunden, welche zeigten, dass ätherische Öle typische Blasenentzündungs-Situationen besserten, bemerkenswert finde ich eine wissenschaftliche Arbeit von 2011, die belegt, dass Rosengeranienöl (Pelargonium graveolens) die Wirkung des Reserve-Antibiotikums Ciprofloxacin verstärken kann [Malik T, Singh P, Pant S, Chauhan N, Lohani H. Potentiation of antimicrobial activity of ciprofloxacin by Pelargonium graveolens essential oil against selected uropathogens. Phytother Res. 2011 Aug;25(8):1225-8]. Ich habe sie daran erinnert, dass auch die Einnahme von Natron extrem hilfreich bei den ersten Symptomen einer Blasenentzündung sein kann (hier habe ich im Jahr 2011 darüber geschrieben). Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

ätherische öle bei epilepsie


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyÄtherische Öle bei Epilepsie – eines der großen Verwirr-Themen im Bereich der Aromatherapie und Aromapflege. Meine eigene Erfahrung nach gut 25 Jahren der Arbeit mit ätherischen Ölen kann erfreulicherweise von NULL negativen Zwischenfällen berichten! Ich habe noch nie einen Zwischenfall dieser Art gehabt, nehme allerdings von Anbeginn nur allerreinste Öle, fast immer aus (neutral zertifiziertem) kontrolliert biologischem Anbau von kleinen Firmen (deren Gründer oder Geschäftsführer oder gar Destillateure ich oft persönlich kenne und schätze). Dazu selbstverständlich immer in einer Verdünnung wie die lebende Pflanze uns die Öle “präsentiert” (0,5 bis maximal 3 Prozent). Zudem verwende ich niemals ätherische Öle, die grundsätzlich als bedenklich gelten, bei fremden Menschen (Thuja, Flohminze etc). Salbei verwende ich nur in thujonarmer Qualiät (thujonfrei würde auch das Fehlen von Vorteilen der Monoterpenketone bedeuten, weniger schleimlösend, weniger wundheilend etc).

Es ist im Gegenteil so, dass viele ätherische Öle, vor allem solche die Linalylacetat (Lavendel, Muskatellersalbei, Petit Grain), Terpineol-4 (Teebaum, Majoran, Wacholderfrucht) und Linalool (Ho-Baum, Koriandersamen, Thymian Ct. Linalool), enthalten, krampflösend wirken können. Prof. Buchbauer bzw. sein Team in Wien haben bereits entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse dazu erbracht.
Es gibt in der Literatur Missverständnisse und Abschreibe-Fehler, die von Erkenntnissen aus der Parfüm- und Pharmaindustrie stammen, beispielsweise zu Fenchel: Der “gefährliche” Fenchel ist der Bitterfenchel (Foeniculum vulgare var. amara), er kann größere Mengen des Monterpenketons Fenchon enthalten. Ich kenne jedoch keine Ölefirma, die daraus ein ätherisches Öl anbietet. Das üblicherweise erhältliche Fenchelöl wirkt durch den hohen Anteil an Anethol sogar krampflösend, wie jeder der es bei Blähungen benutzt, erfahren kann.
Buchautor/Innen müssen jedoch immer ein wenig zuviel warnen, denn wir kennen ja unsere Leser nicht und wissen nicht, ob sie den Unterschied zwischen Pfeffer- und Flohminze, zwischen Salbei aus Südfrankreich und aus Dalmatien kennen, ob sie nicht zum nächsten Drogeriemarkt rennen und dort zweifelhafte Öle kaufen und gleich einnehmen (weil es ist ja alles nur Natur und viel hilft viel). Oder ob sie nach der neumodischen Anwendung 100 Tropfen puren Öles auf die Haut von fremden Menschen geben…
Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch habe sehr wohl drei Erfahrungsberichte von Fehlanwendungen mit Salbei erhalten. Einmal bekam ein Hund (gut medikamentös eingestellter Epileptiker) nach einer Duftlampenanwendung mit vielen, wirklich vielen Tropfen Salbeiöl unbekannter Herkunft zweimal einen Krampfanfall. Jemand anderes hatte eine Frühjahreskur mit Salbeiöl unternommen: am ersten Tag einen Tropfen eingenommen, am zweiten Tag zwei Tropfen, am dritten Tag drei Tropfen etc. (bis zum zehnten Tag mit 10 Tropfen und dann wieder rückwärts). Es kam zu einem Klinikaufenthalt wegen Verdacht auf Vergiftung. Klar, die im Öl enthaltenen Monoterpenketone wirken neurotonisch (leicht stimulierend-anregend auf das Nervensystem, laut Studien sogar hilfreich bei demenziell veränderten Menschen) und einige der Monoterpenketone wirken bei grober  Überdosierung/Falschanwendung neurotoxisch (nur ein Buchstabe Unterschied zur giftigen Wirkung!, Pulegon, Thujon, Pinocamphon/Isopinocamphon und bei empfindlichen Menschen auch Borneon=Kampfer).
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZudem können es sich diese eher selten gehäuft auftretenden Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen für einige Tage in der Leber gemütlich machen, so dass ein kumulativer Effekt entstehen kann. Eine liebe Kollegin hat sich mit einigen Litern täglich ihres Lieblingstees mit Salbei zumindest in Richtung Schwindel gebracht.
Durch eine potenziell neurotoxische Wirkung (bei innerer Einnahme, zu starker Konzentration, zu häufiger Anwendung) können Falschanwendungen auch fatal auf einen Embryo/Fötus wirken, dessen sich bildendes Nervensystem davon überfordert wird (führt ggfs. zu abortiver Wirkung).
Die relative Toxizität hängt von vielen Faktoren ab, vom Zustand der Leber, vom Körpergewicht der betreffenden Person, von der Zusammensetzung des Öles, von der Menge und von der Art der Anwendung. Man kann nur immer wieder betonen, dass ätherische Öle nicht in Mengen eingenommen werden dürfen, die nicht der Nahrung entsprechen. Wenn man sich also bewusst macht, dass in einem einzigen Tropfen Salbeiöl circa eine Einkaufstüte voller Salbeiblätter steckt, wird man NIEMALS drei oder vier oder gar zehn Tropfen davon einnehmen. Selbst als Fan der italienischen Küche, der gerne Gnocchi mit in Butter gebratenen Salbeiblättern isst oder mit Salbei gefüllter Saltimbocca. Dabei handelt es sich immer um die Einnahme eines Bruchteiles von Tropfen! Ein Tropfen Zitronenöl in der Süßspeise oder im Getränk (pro 500 g bzw. 1 Liter), vorverdünnte Gewürz- und Kräuteröle (5-6 Tropfen auf 30 ml Sirup oder Olivenöl, davon wenige Tropfen) sind eher eine gesundheitsfördernde Maßnahme, vor allem wenn man aufgehört hat, mit frischen Kräutern zu kochen. Kaum jemandem ist bewusst, dass wir mit Cola-Getränken und Bitter Lemon echte ätherische Öle innerlich aufnehmen. Kaum jemandem ist bewusst, dass Tomaten, Aprikosen, Sellerie, Knoblauch und Orangensaft (auch aus der Packung) teilweise erhebliche Mengen des Ätherisch-Öl-Inhaltsstoffes Limonen (und andere) enthalten und somit innerlich aufgenommen werden.
Eine korrekt ausgeführte Aromamassage, ein aromatisches Fußbad, eine Inhalation mit nur einem Tropfen eines natürlichen und hochwertigen ätherischen Öles werden bei nicht gebrechlichen, nicht hypersensiblen oder sehr kleinen Menschen (erst ab 4 oder 5 Jahre) keinen epileptischen Krampf auslösen.
Some essential oils containing monoterpenones might be neurotoxic instead of neurotonic (just one letter from beneficial to fatal) if used in the wrong way. Taken in the wrong amounts and even swallowing them might prove dangerous to people with epilepsy, especially if the origin of the oil is dubious. We book authors have to warn much more than is really necessary as we don’t know where our readers have their oils from or what they actually do with them. It isn’t dangerous to apply even ‘toxic’ oils like a sage-oil of high quality (low in thujone) externally and well diluted (3-4 drops in 10 ml carrier oil), i.e. for a few days if you have a cold. I wouldn’t recommend though to use thuja, hyssop and pennyroyal oils. Some essential oils containing monoterpenol-4, linalool and linalylacetate can even prevent seizures as Prof. Dr. Buchbauer and his team from the University of Vienna could show – at least on animal experiments .