wenn die rose und das gänseblümchen…


Kleindienst_DIY_CoverHier in Irland blühen die ersten Gänseblümchen und werden fast übersehen ob der majestätischen Kamelienblüten, die man nun überall sieht. Passend dazu kam dieser Tage ein Umschlag aus Österreich, darin befand sich ein neues “Baby” von Ingrid Kleindienst-John übrigens ihr sechstes: DIY Schönheitswasser (klick!).

Beim Auspacken fällt auf, das sich das netten kleine Büchlein schön anfasst, auch die Innenseiten sind aus einem angenehm matten Papier und etwas nostalgisch anmutend. Wer auch immer das hübsche Layout in der Hand hatte, zeigt (seinen?) ihren Bezug zum Thema “Schönheitswasser selber machen”.

Kleindienst_DIY5Das Buch ist eher wie ein Notizheft für Kräuterrezepte konzipiert, ist liebevoll mit einem Faden gebunden (statt der so oft vorhandenen Rückenklebung, die bei stärkeren Aufklappen auseinander bricht), es wirkt wie ein Hardcover obwohl es einen flexiblen Einband hat und hat übersichtliche 64 Seiten, ist alphabethisch geordnet.

Kleindienst_DIY1Es sind sehr einfach nachzumachende Rezepturen von A wie Augentrost bis Z wie Zitronenmelisse, sozusagen für jede Jahreszeit jeweils einige super-einfache Schönheitselixiere zum Rühren in der heimischen Küche. Die Rose bekommt ganz zum Start ihre eigenen Seiten. Einige der 18 Pflanzen sind wirklich überall zu finden wie das unscheinbare und mega-gesunde Gänseblümchen und die Holunderblüten, einige sind schon eher “exotisch” wie die Madonnenlilie oder nicht so bekannt wie Augentrost oder die Wiesenflockenblume. Die weiteren Zutaten sind  – vielleicht bis auf den bio-konformen Emulgator Montanov – wirklich absolute Grundzutaten, die wirklich sehr vielseitig einzusetzen sind und allesamt ein Jahr oder mehr haltbar sind. Oder sowieso in der Küche stehen wie Honig oder Buttermilch. Natürliches Glycerin kann man hier bestellen, es ist auch für zahlreiche andere Haushaltsdinge nützlich wie Dichtungen (am Auto) geschmeidig halten, Montanov gibt es hier.

Kleindienst_DIY3Die Herstellung der Pflanzenwässer erfolgt nach der Espressomaschinenmethode, die am Anfang und am Ende des Buches mit Illustrationen kurz erläutert wird. Das Endprodukt ist gekühlt maximal eine Woche haltbar (anders als echte Hydrolate). Damit handelt es sich um Frischekosmetik, die im Maximalfall, wenn sie mit Apfelessig hergestellt wird, vier Wochen haltbar ist. Gesichtsmasken macht man ohnehin frisch für eine Anwendung (das schaffe jede moderne Aphrodite: Heilerde oder zerdrückte Avocado mit einem Pflanzenwasser mischen, auftragen, entspannen, abwaschen).

Kleindienst_DIY2Sogar an hübsche Vorlagen für die Beschriftung der Hauskosmetik hat Ingrid gedacht, sie können vergrößert und farbig kopiert werden.

Kleindienst_DIY4.JPGDer einzige Nachteil: Das Buch riecht sehr streng nach Druckerfarbe. Aber es ist ja erst wenige Tage alt, vielleicht vergeht das noch.

Dieses Buch ist ein schönes Verschenkbuch für Frühlingskinder, vielleicht mit einem Sträußchen Gänseblümchen oder einem Tiegel Sheabutter, damit Naturkosmetik-Interessentinnen ganz schnell mit diesem Hobby durchstarten können (aber Vorsicht, kann “süchtig” machen!). Ich finde es prima, dass man der Haut nur das “zu futtern” gibt, was man auch ganz normal essen kann. In diesem Sinne passen die Ideen in diesem Rezeptbüchlein prima zu meiner Facebook-Gruppe “Essbare Kosmetik” (die aus Versehen auf “geheim” gestellt wurde und nun nicht mehr zu öffnen ist, bitte auf meiner persönlichen Facebook-Seite “um Einlass bitten”). Auf der Facebook-Aromatherapie-Seite gibts Studien, Blogbeiträge und verlinkte Artikel von anderen Kolleginnen. Und wer nun nicht genug bekommt vom Selbermachen, kann sich noch Ingrids Buch DIY Wolle färben zulegen, ich wette, auch dieses Hobby hat ein Suchtpotenzial!

tropfen pro milliliter in der aromapflege


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZu den Mythen in der Aromatherapie und Aromapflege gehört die Falschzählung, was die Tropfen und Verdünnungen anbelangt. Das würde mich als passionierte Dyskalkulie-Leidende (so eine Art Legasthenie mit Zahlen) nicht weiter stören, doch führt es oft zu wilden Diskussionen. Ich bin immer wieder für’s Ausprobieren statt sich theoretisch den Kopf heiß zu reden. Schon vor vielen Jahren, als ich mein Reiseset mit 100 2ml-Fläschchen ätherischen Ölen füllte, wunderte ich mich, dass ich meistens mindestens 50, wenn nicht sogar 60 oder mehr Tropfen einfüllen konnte. Dann füllte ich über die Jahre viele unterschiedliche Reiseset und immer wieder dasselbe Ergebnis. Doch das kann doch nicht sein, auch ich lehr(t)e doch, dass 20 Tropfen eines ätherischen Öles einen Milliliter ergeben!

Dieser Satz war sicherlich wahr, als ich noch Lernende der Aromatherapie war (Mitte bis Ende der achtziger Jahre) und sicher auch noch, als ich anfing zu unterrichten (1992). Damals gab es wirklich fürchterliche Tropfer, die dicke, fette Tropfen rausließen, teilweise ganz schnell, man konnte sie manchmal kaum abbremsen. Doch Dinge ändern sich. Inzwischen haben die meisten Firmen auf Tropfer umgestellt, die viel feinere Tropfen raus lassen, manchmal ist es dazu je nach Viskosität (zähflüssig oder nicht) eines ätherischen Öle sogar richtig nervig, weil man so lange auf das ersehnte Tröpfchen warten muss.

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So wie es verschiedene Hersteller und Modelle von Tropfern gibt, so können die Tropfer von Öleanbieter zu Öleanbieter minimal variieren. Doch insgesamt sind die Tropfen tatsächlich kleiner geworden. Den meisten guten Anbietern kommt es nicht auf maximale Gewinne und maximale Verschwendung von Seiten der Anwender an. Vielmehr wünschen sie sich alle Inhabern/Geschäftsführer der Firmen, die ich gut kenne und schätze (die Liste steht hier), einen behutsamen und vor allem sicheren Umgang mit den pflanzlichen Kostbarkeiten (die ja teilweise in unverdünnter und/oder oxidierter Form hautreizend sein können).

Erleichert war ich, als ich im Buch Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis des Herausgebers Dr. Wolfgang Steflitsch die seitenlange Tabelle von Gerlinde Engelhardt von der Bahnhof Apotheke in Kempten und von Ingeborg Stadelmann sah, wo die korrekten Tropfenmengen einem Milliliter zugeordnet sind (Seiten 447 bis 451*). Den Auszug aus diesem dicken Buch, dass ich im Oktober 2013 rezensierte, habe ich mal als kleine Tabelle zum ausdrucken (und laminieren) rausgezogen (durch anklicken wird sie etwas größer):

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas Schöne bei unserer traditionellen Falschzählung ist, dass sich fast alle seriösen Aromapflegenden und AromatherapeutInnen im stark unterdosierten Bereich bewegen, das ist gut so. Demzufolge braucht nie jemand Panik zu schieben, wenn ein oder zwei Tropfen eines Öles mehr in die Mischung hüpfen (bis auf bei Zimtöl und anderen phenoligen Ölen oder im Falle von sehr kostenaufwändigen Ölen wie Rose). Ich habe für mein Verdünnungs-Kapitel für die 6. Neuauflage meines Fachbuches in einem dicken französischen Lehrbuch der Aromatherapie nachgeschlagen und noch wesentlich höhere Angaben gefunden: In Frankreich wie auch hier in Irland verwendet man meistens noch viel feinere Tropfeinsätze als im deutschsprachigen Bereich. Ich bleibe in meinem Unterricht bei der veralteten “Formel 20 Tropfen = 1 ml”, schon alleine weil ich mich dran gewöhnt habe und weil es sich auch als Dyskalkulikerin ganz gut rechnen lässt, erläutere jedoch seit einigen Jahren die hier vorgestellte Veränderung.

Wer also seine Rezepturen ganz korrekt herstellen möchte und insbesondere reproduzierbar arbeiten möchte, muss sich einer fein einstellbaren Waage mit Milligramm-Bereich bedienen. Diese sind heutzutage sehr preiswert erhältlich, knapp 15 Euro inklusive eines Kalibriergewichts bei bis zu 100 g zu wiegender Ware und unter 20 Euro, will man Sachen bis 500 g wiegen. Auch prima zum Abwiegen von getrockneten Kräutern, für diesen Zweck sind normale Küchenwaagen oft zu grob eingestellt. Im privaten Rühr- und Mixbereich ist so ein Gerät prima, wenn es offizieller wird, muss wohl eher eine teurere Apothekerwaage her. Dan kann man auch besser abwiegen, wie schwer ein einzelner Tropfen ätherisches Öl wiegt, ansonsten schätzt man ganz grob 25 mg

*immer bezogen auf die Tropfeinsätze der Bahnhof-Apotheke in Kempten.

restless legs und hämodialyse


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Fuß- und Beinstreichungen können auch selbst vorgenommen werden, am besten 1 Stunde vor Schlafengehen oder vor “bedenklichen” Situationen wie einem Kinobesuch.

Egal ob jemand “einfach so” unter dem Symptom der ‘restless legs’ (RLS) leidet, oder weil die Ursache am chronischen Versagen der Niere liegt: Es ist ein scheußliches Gefühl, dass sicherlich viele Menschen schonmal irgendwie und kurz erleben ‘durften’.

Man kann nicht still liegen, die Beine – vor allem die Unterschenkel – kribbeln, sie müssen ständig bewegt werden, Ruhe und Ausruhen werden unmöglich. Ja, beim Versuch der Ruhe tritt das Phänomen erst recht auf, gerne noch gepaart mit Verkrampfungen und Krämpfen. Vor allem Menschen der älteren Semester sind betroffen, aber auch jüngere Personen können von den ‘unruhigen Beinen’ überfallen werden. Der Schlaf wird immer unerquicklicher, aus Angst, nicht schlafen zu können, kann man nicht mehr entspannen, ein Teufelskreis ist zugange. Darum zählt man diese neurologische Erkrankungen zu den schlafbezogenen Bewegungsstörungen.

Statistiken besagen, dass jede(r) zwanzigste Person unter RLS leidet, das Problem gilt als nicht heilbar. Die Lebensqualität der Betroffenen kann schwer beeinträchtig sein, jedoch medizinisch gesehen gilt RLS als eher harmlos. Medikamente, die den mutmaßlich gestörten Dopamin-Stoffwechsel ansprechen, wie L-Dopa, bringen oft Besserung, können andererseits heftige Nebenwirkungen entwickeln. Dopamin ist ein Botenstoff des Nervensystems. Es wird eine mangelnde Versorgung mit Sauerstoff als Ursache diskutiert. Leichte Bewegung bessert die Symptome meistens sofort.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZunächst sollte mal der Eisenstatus überprüft werden, insbesondere bei Frauen und bei Menschen, die auf das Essen von toten Tieren verzichten und dazu noch wenig Grünzeug verspeisen, können der Eisenhaushalt und auch der Magnesiumhaushalt aus der Balance geraten sein. Billigpräparate sind zu meiden, viele Eisenzubereitungen machen Verstopfung und Bauchschmerzen, simple und billige Sprudeltabletten mit Magnesiumoxid haben keine “Tiefenwirkung”. Wenn kein extremer Eisenmangel vorliegt, kann eine Kur mit dem recht angenehm schmeckende Floradix mit Eisen (klick!) sinnvoll sein, dieses Natur-Mittel kann auch bei Frühjahresmüdigkeit hilfreich sein. Magnesiumcitrat kostet ein Vielfaches von Billigmagnesium vom Discounter, dafür wirkt es erfahrungsgemäß nachhaltiger, es ist beispielsweise als Magnesium Verla Dragees oder als Granulat zum Auflösen und Trinken in jeder Apotheke sowie unter verschiedenen Namen in fast allen Drogeriemärkten erhältlich (man muss das Kleingedruckte auf den Packungen studieren, in den überwiegenden Fällen handelt es sich um Magnesiumoxid). Als auch gut bioverfügbar gelten Magnesiumaspartat und Magnesiumorotat sowie Magnesiumöl*.

Ein Abbauprodukt des Dopamin heißt Homovanillinsäure und damit sind wir schon beim ersten ätherischen Öl (Vanille gibt es korrekterweise gesprochen nur als Extrakt, denn die braunen Schoten werden nicht destilliert). Mit einigen weiteren Molekülen aus Naturdüften, welche in der Pflanzen- und Insektenwelt als Signal- und Botenstoffe eingesetzt werden, kann man bei RLS-Patienten leichte bis enorme Linderung erreichen. Zu den ätherischen Ölen, die mutmaßlich den Dopaminhaushalt regulieren helfen, gehören:

  • Zimtblätter (Cinnamomum zeylanicum)
  • Gewürznelkenknospe (Syzygium aromaticum)
  • Tulsi (Ocimum sanctum)
  • Piment (Pimenta dioica)
  • Bay (Pimenta racemosa)
  • Muskatellersalbei (Salvia sclarea)
  • Ingwer (Zingiber officinalis)
  • Vitex agnus castus (Mönchspfeffer, Keuschlamm)

Studien zur dopamin-modulierenden Wirkung dieser ätherischen Öle:

  • Kabuto H, Yamanushi TT: Effects of zingerone [4-(4-hydroxy-3-methoxyphenyl)-2-butanone] and eugenol [2-methoxy-4-(2-propenyl)phenol] on the pathological progress in the 6-hydroxydopamine-induced Parkinson’s disease mouse model. Neurochem Res. 2011 Dec;36(12):2244-9.
  • Seol GH, Shim HS, Kim PJ, Moon HK, Lee KH, Shim I, Suh SH, Min SS: Antidepressant-like effect of Salvia sclarea is explained by modulation of dopamine activities in rats. J Ethnopharmacol. 2010 Jul 6;130(1):187-90.
  • Kabuto H, Tada M, Kohno M: Eugenol[2-methoxy-4-(2-propenyl)phenol] prevents 6-hydroxydopamine-induced dopamine depression and lipid peroxidation inductivity in mouse striatum. Biol Pharm Bull. 2007 Mar;30(3):423-7.
  • Meier B, Berger D, Hoberg E, Sticher O, Schaffner W: Pharmacological activities of Vitex agnus-castus extracts in vitro. Phytomedicine. 2000 Oct;7(5):373-81.

Eine ganz neue klinische Studie wurde im Dezember veröffentlicht: Man hat 70 PatientInnen zwischen 18 und 65 Jahren, die aufgrund von Nierenversagen dialysepflichtig waren (mindestens seit einem halben Jahr und mindestens zweimal wöchentlich) und gleichzeitig an RLS litten, in zwei Gruppen geteilt. Die Hälfte der Personen erhielt Lavendelöl-Streichungen, die andere Hälfte die übliche Pflege und Beachtung. Bei der Lavendel-Gruppe wurden drei Wochen lang, zweimal pro Woche 10 Minuten lang beide Beine von der Fußsohle bis zum Knie mit sanften Streichungen behandelt (immer eine Stunde nachdem mit der Dialyse begonnen wurde). Das Lavendelöl wurde 1.5%ig in Trägeröl verdünnt. Am Start des Experimentes war der Beschwerde-Index bezüglich RLS nicht sehr unterschiedlich (p = 0.76). Am Ende der Studie nahmen in der Lavendelgruppe die RLS-Symptome signifikant ab (p < 0.0001), im Gegensatz zur nicht behandelten Gruppe. Die iranischen Autoren folgern: Lavendelölmassage ist sinnvoll um RLS-Symptome von Hämodialyse-PatientInnen zu verbessern. Es gibt keine unerwünschten Nebeneffekte, die Behandlung ist gut und einfach durchzuführen und sie ist kostengünstig.

  • Hashemi SH, Hajbagheri A, Aghajani M: The Effect of Massage With Lavender Oil on Restless Leg Syndrome in Hemodialysis Patients: A Randomized Controlled Trial. Nurs Midwifery Stud. 2015 December; 4(4): e29617.
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Echter Majoran (Origanum majorana)

Die Original-Arbeit kann hier kostenlos herunter geladen werden. Da auch schwangere Frauen zeitweilig unter diesen Symptomen leiden können, wären die in der Studie erwähnten Streichungen nur mit Lavendelöl empfehlenswert. Oder es wird zusätzlich Vanille-Extrakt in das Massageöl gegeben. Rosengeranie und Lemongrass sind auch einen Versuch wert. Wenn die Neigung zur Verkrampfung der Beine und richtige Krämpfe vorliegen, kann ein Tropfen des echten Majoranöles (Origanum majorana) unverdünnt oder wenig verdünnt in Johanniskraut-Mazerat oder Olivenöl aufgetragen wertvolle Erste Hilfe leisten. Es wird von empfindlichen Menschen und schwangeren Frauen gut vertragen, sollte jedoch nicht mit ‘Spanischem Majoran’ verwechselt werden, der ein Thymian ist (Thymus mastichina).

Wem das Mischen zu umständlich ist, kann sein Glück mit einem Fertigprodukt versuchen: Professor Dr. Dietrich Wabner hat zusammen mit einem Apotheker eine Ölemischung entwickelt, die bereits an einigen Kliniken angewendet wird: ‘Silent Legs’ kann hier (klick!) bestellt werden. Dieser Mix enthält Immortelle, Lavendel, Rosengeranie, Schafgarbe und Zypresse in Johanniskraut-Mazerat (Rotöl).

magnesium_oil_better_you*PS. Im deutschsprachigen Raum fast noch nicht angekommen ist die Anwendung von Magnesiumöl (auch Zechstein Magnesiumchlorid genannt), das äußerlich auf die Haut aufgetragen wird und so besonders intensiv wirken soll. Seit ich deutlich weniger Schokolade esse (die in guten und dunklen Qualitäten eine sinnvolle Quelle von Magnesium ist), neige ich zu gelegentlichen Wadenkrämpfen. Ich fand dieses Magnesiumöl von der britischen Firma BetterYou (klick! deutsche Bestellmöglichkeit) in unserem lokalen (irischen) Bioladen und verwende es nun seit fast einem Jahr fast täglich. Es ist dezent mit beruhigend wirksamen ätherischen Ölen angereichert (Muskatellersalbei, Kamille und Bergamotte). Da ich das eigenartige etwas stumpfe, nicht wirklich ölige Gefühl auf der Haut nicht mag, sprühe ich es einfach in eine Portion Bio-Bodylotion auf meiner Hand, verrühre mit beiden Händen und trage die Mixtur auf beiden Beinen auf. Die 100-ml-Flasche reicht laut Hersteller für 800 Anwendungen, also für 2 Jahre, wenn man es täglich einreibt, das glaube ich gerne, meine Flasche ist noch fast halb voll. Es gibt interessanterweise schon Bücher zum Thema auf deutsch, beispielsweise von der Ärztin und Salzspezialistin Dr. Barbara Hendel: Das Magnesium Buch (klick!).

blutungen naturheilkundlich stillen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie langjährige treue Blogleserin Brigitte Krause bedankte sich kürzlich für meine Hilfe bei diversen Wehwehchen. Dabei erzählte sie mir von einem scheußlichen Unfall, dessen Heilung aufgrund der sofortigen Anwendung eines ätherischen Öles überraschend positiv verlief. Hier Brigittes Bericht (ich habe die Vorher-Nachher-Fotos bewusst ganz nach unten gesetzt und ganz klein gemacht, wer nicht empfindlich ist, kann sie durch anklicken vergrößern):

“Ich habe mir am 4. Oktober 2015 beim Holzhacken die Kuppe vom linken Zeigefinger abgehakt. Es blutete sofort sehr stark und ich bemerkte, dass ich unter Schock stand, da ich keinerlei Schmerzen verspürte.

Nüchtern wie ein Roboter ging ich ins Haus (nachdem ich die Kuppe nirgends mehr finden konnte) und träufelte mir sofort Cistrosenöl auf die Wunde, um die Blutung zu stillen. Als ich bemerkte, wie sehr es jedoch weiter blutete, verlor ich plötzlich das Vertrauen in meine „Wundmanagement“-Fähigkeiten.

Ich verband den Finger und fuhr in 20 Minuten ins Krankenhaus. Dort angekommen, man nahm mich SOFORT dran, weil das Blut mittlerweile auch durch den Verband über den Arm des T-Shirts gelaufen war und alles viel schlimmer aussah, wie es in Wahrheit war. Der Arzt wickelte den Verband ab und ……es blutete nicht mehr.

Er war sehr erstaunt, dass die Wunde nicht mehr blutete und noch erstaunter über diesen starken Geruch, der vom Finger ausging. Er fragte mich, womit ich die Wunde behandelt hätte. Als ich die relativ trockene Wunde sah, kam sofort mein Selbstbewusstsein wieder zurück. Die Cistrose hatte es geschafft!

Der Arzt wollte mir dennoch Antibiotika verschreiben und Tetanus spritzen, was ich beides ablehnte. „Nicht ohne mein Öl“, sagte ich ihm und der Schwester. Ich hatte die Flasche in die Hosentasche gesteckt, als ich losfuhr. Die Schwester schüttelte nur den Kopf, der Arzt war einverstanden. Die Wunde wurde von ihm wieder mit dem Cistrosenöl behandelt, ich wurde verbunden und durfte gehen.

Am nächsten Tag suchte ich noch einmal meinen Hausarzt auf, der vorschlug, auch noch kolloidales Silber anzuwenden für die umgebende Hautareale. Einmal wurde der Finger ein wenig dicker und schmerzhafter und ich griff zu einer Lösung mit Nelkenöl und am nächsten Tag war der Finger wieder abgeschwollen.

Erstaunlich war für mich auch die Tatsache, dass die Wunde die ersten Tage kaum geschmerzt hat, was mich doch sehr verwunderte. So lange hält kein Schock an. Es hat vielleicht auch an der Cistrose gelegen, wer weiß!*

Nachts musste ich den Finger allerdings hoch lagern, sonst wurde das Pochen zu heftig. So habe ich die Wunde 5 Wochen lang mit Cistrose und kolloidalem Silber behandelt und dann war alles tatsächlich zugewachsen und bis auf eine ganz unmerklich feine Schräge fast nachgewachsen. Die Vorher-Nachher-Fotos zeigen, wie der Finger direkt nach dem Unfall aussah und wie jetzt der verheilte Finger ausschaut! Es ist beeindruckend. Am Nagel sieht man noch eine leichte Schräge. Das hat die Natur noch nicht so ganz auf die Reihe bekommen. Das schöne ist, dass das Gewebe vollkommen normal aussieht, die Rillen sind wieder da, alles ist schön glatt. Nur unter dem Nagel, da ist noch Hornhaut, eine verkrustete Stelle. Ich bin so dankbar, dass wir die Öle haben. Das wollte ich Dir nicht vorenthalten und so kannst Du Dich mit mir freuen.”

Finger_Brigitte_Krause*Anmerkung: Cistrose enthält p-Cymen und beta-Caryophyllen, darum zählt zu den schmerzlindernden und entzündungshemmenden ätherischen Ölen, es wundert mich nicht, dass Brigitte wenig Schmerzen empfunden hat. Cistrosenöl ist inzwischen sehr hochpreisig, es wirkt auch verdünnt hervorragend, darum empfehle ich die praktische Mischung von Feeling (klick!), das Öl ist in Jojoba 10:90 verdünnt.

Brigitte und ihr Mann vermieten ein schönes allergiker-freundliches und nach umweltbiologischen Kriterien renoviertes Ferienhaus (damit kennt sie sich gut aus) im schönen Windecker Land (nicht zu weit von Bonn und Siegburg, in Richtung Altenkirchen), wer mal reinschauen möchte, hier ist ihre Website: Haus Sommer

Ätherische Öle in der Wissenschaft – alte Beobachtungen und neue Erkenntnisse


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Wie oft liest man in der Publikums- und auch Fachpresse, dass Aromapflege und Aromatherapie “ja nicht bewiesen” oder als “esoterischer Unsinn” nicht ernst zu nehmen sei. Auch Worte wie “Quacksalberei” und Sätze wie “man muss halt dran glauben” fallen gerne. Das ist sehr erstaunlich in Anbetracht der unzähligen wissenschaftlichen Studien, die weltweit jedes Jahr unternommen werden. In manchen Artikel spürt man, dass irgendwie gerne über die Unseriösität geschrieben werden möchte, dass man inzwischen jedoch zur Kenntnis nehmen musste, dass die Arbeit mit ätherischen Ölen durchaus einer wissenschaftlichen Prüfung stand halten könnte, beispielsweise in diesem Artikel in der Frankfurter Neuen Presse (klick!).

Baser_second-editionKürzlich ist die zweite Auflage des wissenschaftlichen Wälzers Handbook of Essential Oils: Science, Technology, and Applications (klick!) vom kompetenten Ätherischen-Öle-Wissenschaftler K. Husnu Can Baser herausgegeben (auf englisch) erschienen. Das 1128 Seiten dicke Werk beschäftigt sich vor allem mit der Pharmakologie, der Chemie und den biologischen Wirkungsmechanismen von ätherischen Ölen. Unzählige Tabellen, die Dutzende von Seiten lang sind, zeigen Studien über Studien, welche die vielfältige antibakteriellen Wirkung von ätherischen Ölen belegen.

Und dennoch stoßen Angehörige von Pflegeberufen immer wieder auf taube Ohren, wenn es darum geht, ihre Vorgesetzten von der Wichtigkeit und Richtigkeit der Aromapflege zu überzeugen.

Um Hilfe bei der Überzeugungsarbeit zu leisten, fliege ich regelmäßig von Irland (wo ich seit über anderthalb Jahrzehnten lebe) auf den Kontinent, um über die Welt der Wissenschaftler und der Experimente mit ätherischen Ölen zu berichten. Auf den kurzweiligen Seminaren – von der wissensbegierigen Laien-Frau für wissenschaftliche Laien – gibt es immer reichlich nachgewiesene Fakten und Argumente. Diese können helfen, bei der nächsten Besprechung “mehr in der Hand” zu haben und auch selbst tiefer von der Richtigkeit der begleitenden Arbeit mit ätherischen Ölen überzeugt aufzutreten.

Mörser_FlascheZu meinen Lieblingsthemen gehören die vielen In vitro-Studien, die belegen, dass die Natur ätherische Öle nicht nur als Signalstoffe zwischen Pflanzen und Insekten vorgesehen hat, sondern das Riechstoffe auch Signalwege zwischen unseren Zellen sein können. Jeden Monat können wir neue Belege bei seriösen und geprüften Datenbanken nachlesen, dass viele Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen antitumoral wirken, weil sie eben Signalwege, die ein Gewebe beeinflussen, um das vielschichtige Geschehen für den Aufbau eines Tumors, im Sinne eines gesunden Ablaufes “manipulieren” können.

Ich werde auch über die in den letzten 10 Jahren entdeckten Wege berichten, wie Riechstoffe das so genannte Schwarmverhalten von Bakterien durcheinander bringen können – das ist ein hochspannendes Themengebiet, das im Zuge der Erforschung einer neuen Antibiotika-Generation faszinierende Erkenntnisse zutage brachte. Das bedeutet, dass Bakterien in einer Umgebung, in der Aromapflege praktiziert wird, nicht mehr so angriffslustig sein können, weil sie sich sozusagen nicht mehr so effektiv “absprechen” können. Somit gewinnt das Immunsystem von erkrankten Menschen Zeit, selbst etwas aktiver gegen die “Bösewichte” anzutreten. Gleichzeitig könnten zusätzlich auch Bakterienkiller-Öle eingesetzt werden und solche, die aktiv das Immunsystem modulieren. Das klingt fast zu schön um wahr zu sein! Jedoch belegen diese noch wenigen wissenschaftlichen Experimente, was unzählige Aroma-Pflegende seit 20 Jahren in ihrem Arbeitsalltag erleben konnten.

Salvia_blatt_ausschnitt_xsMein dritter Schwerpunkt sind spannende Arbeiten mit lebenden Menschen, vor allem mit “älteren Semestern”, die zeigen, wie wertvoll ätherische Öle bei Gedächtnisstörungen und bei herausforderndem Verhalten bei demenziellen Veränderungen sein können. Eigentlich liegt hier eine gut nachvollziehbare Logik zugrunde, denn ätherische Öle bestehen aus sehr kleinen Molekülen, welche die Nervenzellen und ihre lipophile Schutzschicht gut ansprechen können. Zudem werden Gerüche unter anderem im Hippocampus im Gehirn verarbeitet, dort wo auch Erinnerungen und Gedächtnis “verdrahtet” sind. Riechübungen mit obendrein noch antioxidativ wirkenden Substanzen wie den ätherischen Ölen können also helfen, die “Erinnerungszentrale” länger funktional zu erhalten.

In diesem Zusammenhang stelle ich auch ein paar spannende Arbeiten aus Japan vor, welche belegen, das ein ätherisches Öl das Schluckvermögen und den Gang von älteren Menschen positiv beeinflussen kann, so dass es dadurch zu weniger Stürzen und zu weniger Brüchen, Operationen und Wundheilungsstörungen kommen kann. Ich freue mich sehr, die Wissenschaftlerin, die diese Experimente und Beobachtungen macht, auf der Botanica2016-Konferenz (klick!) im September in Brighton hören zu können (wer noch viele andere internationale hochkarätige Referenten wie Jane Buckle und Marc Moss, der viele Gedächtnis-Experimente leitete, kennen lernen möchte, dem sei dieses Symposium an diesem wunderschönen englischen Seebad sehr ans Herz gelegt).

Ich selbst werde in Zukunft als Referentin etwas kürzer treten, denn ich möchte nicht mehr so viel Zeit auf Flughäfen und in Flugzeugen verbringen und mehr zwischen meinen Pflanzen unterrichten sowie weiter über diese wichtige Therapieform recherchieren und (noch mehr!) Bücher dazu schreiben. Darum wird es nicht mehr “unendliche” Möglichkeiten geben, diese Kurse in Österreich, der Schweiz und in Deutschland zu besuchen. Die nächste Termine sind:

>   11. und 12. März 2016
Ort: Wien, Infos: Evelyn Deutsch Aromapflege

>   21. März 2016
Ort: Uster bei Zürich, Infos: Farfalla

>   24. Oktober 2016
Ort: Uster bei Zürich, Infos: Farfalla

Wer nicht kommen kann oder möchte, findet viele Infos über wissenschaftliche Studien in meinem gut 50-seitigen Buchbeitrag über Studien im Buch von Evelyn Deutsch (Infos hier) sowie im späten Frühjahr in der sechsten völlig überarbeiteten Auflage meines Fachbuches Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe.

Gutschein_AiDA2016_Muster_xsDie Termine in Österreich und in der Schweiz für meine beliebten Seminare “Tanzende Moleküle” und “Hydrolate”, in denen sowohl der Aufbau der natürlichen Duftstoffe spielerisch und anschaulich vermittelt wird sowie auch etliche wissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt werden, sind hier (klick!) nachzulesen. Die Termine für die Duft-Erlebnis-Wochen inmitten der subtropischen Duft- und Heilpflanzenwelt im Südwest Irlands sind hier (klick!) nachzulesen. Wie wäre es mit einem Geschenk-Gutschein, beispielsweise zu einem runden Geburtstag oder Jubiläum?

duftwochen preiswert erreichen


Relax_Gudrun_Carmen.jpgWer mit dem Gedanken spielen sollte, an einer der diesjährigen Duft-Erlebnis-Wochen inmitten von subtropischen Duftpflanzen teilzunehmen: Meine Lieblings-Airline Aer Lingus (klick!) bietet bei Buchung bis zum 18. Januar Preisvorteile an (“bis zu 50% günstiger nach Irland”).

Einfach mal schauen, was vom nächsten Flughafen ein Flug nach Dublin kostet! Weiter geht es dann mit dem bequem zu erreichenden AirCoach (direkt nach der Kofferausgabe im Flughafen-Terminal) nach Cork (zweitgrößte Stadt Irlands), jede Stunde einmal, die Fahrt im Komfort-Bus mit Internetzugang und Toilette kostet je nach Buchungsmodalität 15 Euro pro Richtung und dauert 3 bis 3,5 Stunden. Von dort kann unser Abhol-Service in Anspruch genommen werden oder der öffentliche Bus (spätestens Abfahrt 18:30 Uhr). Eventuell macht auch ein Flug über Amsterdam Sinn, je nach Umsteige- und Ankunftszeit kann diese Zwei-Flüge-Kombination beispielsweise ab Wien oder Zürich auch gut funktionieren.

Ich habe in den fast 16 Jahren des “Pendelns” zwischen Irland und dem Kontinent so positive Erlebnisse mit dieser Airline gehabt, dass ich den MitarbeiterInnen einen eigenen Abschnitt in unserem Buch 111 Gründe Irland zu lieben (für Infos klick!) gewidmet habe:

“6. GRUND von 111: Weil die Fluggesellschaft mit dem hellgrünen Kleeblatt eine besonders menschliche Airline ist

Ich fliege oft zwischen meiner Inselheimat und vielen unterschiedlichen Orten auf dem Kontinent hin und her. Manchmal geht es nicht anders, da muss ich mich in die Flugzeuge einer Fluggesellschaft zwängen, in deren Fliegern es bisweilen sehr ruppig zugeht und wo die Freundlichkeit des vermutlich unterbezahlten und gestressten Kabinenpersonals sehr einstudiert wirkt.

Anders bei der Airline mit dem hellgrünen Kleeblatt auf der Heckflosse. Schon am Schalter fühle ich mich willkommen (meistens, wenn nicht gerade der Flug wegen eines Sturmes am Vortag annulliert wird). Ob im Terminal oder in der Luft, fast alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind ehrlich und pausenlos bemüht, einem in jeder nur erdenklichen Situation zu helfen.

MAer_Lingus_Airbus_A319-100_(EI-EPT)_departs_London_Heathrow_Airport,_England,_on_2ndJuly2014_arpeine Liebe zu dieser Fluggesellschaft begann kurz nach unserem Umzug auf die Grüne Insel. Ich befand mich mit zwei kleinen Söhnen auf dem Rückweg vom Oma-Opa-Besuch in Deutschland. Der Jüngere schlief auf dem knapp zwei Stunden langen Spätflug ein und war durch nichts wach zu bekommen. Keine laute Ansage, keine Landungsgeräusche, auch kein Schütteln konnten ihn aus Morpheus’ Armen locken. So taumelte ich mit diversen Handgepäckstücken und einem verschlafenem, aber immerhin selbstständig gehenden zweiten Kind an der Hand, zum Ausgang des Fliegers. Obwohl den Kabinen-Mitarbeitern anzusehen war, dass sie ungeduldig und froh dem wohl verdienten Feierabend entgegen fieberten, bot mir ein Flugbegleiter an, das schlafende Kind zu übernehmen. Er begleitete uns zur Passkontrolle, wartete geduldig das Anspringen des ewig schweigenden Gepäckbandes ab und trug den selig schlummernden Buben bis in unser Auto, das dort einige Tage auf dem Langzeitparkplatz auf uns gewartet hatte. Soviel Menschenliebe war ich nicht gewohnt und so denke ich heute noch dankbar an diese enorme Geste zurück.

Ähnlich erging es unseren Gästen mit Kleinkind, die eine Woche bei uns verbracht hatten. Der von uns am Vorabend bestellte Taxifahrer hatte dummerweise verschlafen und brummelte nach Sturmklingeln, er hätte 4 Uhr nachmittags und nicht 4 Uhr morgens verstanden, fuhr dann aber doch noch vor. Nun versuchte er den der englischen Sprache nicht so wirklich kundigen Besuchern klar zu machen, dass er nicht genügend Benzin im Tank habe, um damit die knapp 80 Kilometer zum Flughafen zu schaffen. So sprang mein Mann ein und fuhr angesichts der fortgeschrittenen Zeit schier um sein Leben. Zum Glück befindet ich so früh am Morgen in Irland so gut wie niemand auf den Straßen.

Man kam hechelnd am Flughafenschalter an und erfuhr, dass die Abfertigung vor wenigen Minuten abgeschlossen worden sei. Doch da war dann dieser süße kleine Junge auf dem Arm seiner verzweifelten Mutter. Keiner hat gesehen, ob Tim seine klugen Äuglein hat aufblitzen lassen, doch die Mitarbeiterin der netten Airline besann sich blitzschnell eines Besseren und wies die Eltern an, möglichst schnell zum Abflug-Gate zu flitzen. Keine Frage, sie wurden noch mitgenommen.

Ein ähnliches Einsehen hatte man genau an jenem Schalter kürzlich mit einem Freund, der die per Handy mitgeteilte Abflug-Änderung nicht richtig interpretiert hatte. Dummerweise verwechselte er die Flugnummer und die Abflugszeit und verpasste deswegen den Flieger. Keine Frage, man bot ihm an, am nächsten Tag (zur richtigen Zeit) doch noch seine Reise antreten zu dürfen, ohne Aufschlag, ohne Bürokratie.

Auch ein erstaunlich kulantes Entgegenkommen erfuhr unser Aupair-Mädchen Mara. Im Jahrhundertwinter 2010 konnte kein Auto mehr unsere steile Straße hochfahren. Der eine Kilometer war über eine Woche nicht mehr zu überwinden. Nun hätte man ihr raten können, doch vorsichtig zu Fuß zur Hauptstraße zu gehen. Doch es fuhren auch keine Busse mehr (Räumdienst und Winterreifen sind in Irland nahezu unbekannt). Schon gar nicht nach Dublin, von wo ihre Weihnachtsreise nach Hause an den Bodensee hätte fortgeführt werden sollen.

Traurig saß Mara zu Hause, nicht nur weil sie die Feiertage ohne ihre große Familie verbringen musste, sondern auch, weil sie ein Großteil ihres Taschengeldes vernichtet wähnte. Nicht schlecht staunte sie einige Zeit später, als sie den Flugpreis ohne jeden Kampf erstattet bekam. Jede andere Firma hätte sich vermutlich auf den Standpunkt gestellt, dass sie erstens selbst dran schuld war, nicht den Weg nach Dublin irgendwie bewerkstelligt zu haben, zweitens wäre vermutlich „höhere Gewalt“ angeführt worden. Nicht so bei der Airline mit dem hellgrünen Kleeblatt.”

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Termine der Duftreisen 2016 mit Schwerpunkt Ätherische Öle

  • 14.05.-21.05. Aromatherapie und Wildkräuter für Sie
  • 28.05.-04.06. Aromapflege – sanfte und wirksame Begleitung bei Schmerzen und chronischen Erkrankungen, mit Heilpraktikerin Gisela Cordes, wir üben Griffe nach der Dorn-Breuss-Selacor-Methode (Schmerzen schnell und wirksam beheben)
  • 18.06.-25.06. Aromatherapie und Wildkräuter für Sie
  • 09.07.-16.07. Happy Düfte: Öle die dem Seelenleben gut tun, mit Osmologin Christine Lamontain
  • 13.08.-20.08. Aromatherapie und Wildkräuter für Sie

Naturparfüm komponieren & subtropische Traum-Gärten erkunden 

  • 16.04.-23.04.2016
  • 21.05.-28.05.2016
  • 11.06.-18.06.2016
  • 25.06.-02.07.2016

Kosten: Je nach Termin und Buchungsmodalität zwischen 990 und 1190 € für 6 Tage inkl. Übernachtung im Zweibettzimmer, Vollpension, Ölemischungen-Rohstoffe, Exkursionen, Eintritten und Bootsfahrt. Begleitpersonen willkommen (790 €, Kinder unter 5 J. kostenlos, bis 12 J. halber Preis, deutschsprachiger Babysitter kann gebucht werden). Die Duftwochen beginnen jeweils am Anreise-Samstag um 19 Uhr* mit einem gemeinsamen warmen Abendessen, der darauf folgende Samstag ist der Abreisetag.

Gutschein_AiDA2016_Muster_xsDie Details und Preise sind hier (klick!) nachzulesen, das Übersichts- und Anmeldeformular befindet sich hier (klick!), die beiden bebilderten Broschüren können in der rechten Spalte zum Runterladen angeklickt werden. (* bei Verspätung unseres Abhol-Services auf schon mal um 19:30 Uhr)

Wie wäre es mit einem Duftreisen-Gutschein zum Verschenken, beispielsweise zu einem “runden” Geburtstag?

Foto Aer Lingus: Wikimedia Commons by Adrian Pingstone

aromapflege bei reiz- und keuchhusten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHilfe, halb München leidet an Reiz- und Krampfhusten, bei welchem es sich eventuell sogar um den hoch ansteckenden Keuchhusten handeln könnte (ausgelöst durch Bordetella pertussis). Das schrieb mir eine Heilpraktikerin aus Bayern, ob ich einen Tipp für ihre PatientInnen hätte.

Eine der ältesten Studien zu ätherischen Ölen soll sich mit dem erfolgreichen Einsatz von Zypressenöl (Cupressus sempervirens) bei Keuchhusten befassen. Monika Werner berichtete darüber in ihrem tollen (vergriffenen) Buch Ätherische Öle auf Seite 89, dass dieses Öl bereits in Zeiten lange vor der Gründung der DDR in Leipzig durch den engagierten Kinderarzt aus Breslau und Leipzig Dr Otto Soltmann (1844-1913) erfolgreich eingesetzt worden sei:

“Aufgrund bahnbrechender Untersuchungen, die in großem Umfang im Leipziger Kinderkrankenhaus von Dr. Soltmann durchgeführt wurden, wird Zypressenöl heute mit bestem Erfolg als Mittel gegen Keuch- und Krampfhusten angewendet.”

Leider habe ich diese Veröffentlichung von Dr. Otto Soltmann bislang nicht auftreiben können (kennt sie jemand?). Ich meine jedoch, Einreibungen und vorsichtige Inhalationen mit dem recht sanften Öl (sofern es nicht oxidiert ist, also nach Öffnen nicht älter als 6-9 Monate werden lassen) sind einen Versuch wert. Idealerweise setzt man auch krampflösende ätherische Öle wie Bergamotteminze, Bergamotte oder Mandarine dazu ein, wenn gemocht freilich auch Lavendelöl. Auch inhaliertes fein vanillig duftendes Benzoeresionoid kann als wichtiger und kindgerechter Krampföser gut helfen (Benzoe wird nicht destilliert sondern in Alkohol ausgezogen/verlängert, dann heißt es Resionoid).

Die Unterstützung der Psyche kann durch dieses Öl gleichermaßen optimal erfolgen: Der gebeugte, sich krümmende Hustenpatient kann sich aufrichten, wie der Baum, der mit allen Winden und Stürmen mitgehen kann, seine Struktur behält, sich nicht umhauen lässt. Beispiel für eine Einreibung (Brust und Rücken, evtl auch die “kitzelige” Halsregion):

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieJe nach Stärke und Häufigkeit empfehle ich aus eigener bester Erfahrung (einer unserer Söhne hatte Keuchhusten) das homöopathische Kombinationsmittel Monapax-Tropfen (oder Monapax Saft). Die Kombination aus u. a. Sonnentau (Drosera) und Efeu wirkt sensationell bei allen Arten von „Reizhusten“, wenn dieser also eher nicht schleimig ist, sondern durch ein ständiges “Kitzeln” und Krampfen, auch begleitet von Brechreiz, ausgelöst wird.

Wichtig ist noch der Hinweis: Durch beide Maßnahmen kann man diese schwere und schwächende Erkrankung freilich nicht weg zaubern, jedoch die Symptome deutlich lindern und somit die Erholung des Körpers stark unterstützen. Denn Dauerhusten ist unglaublich anstrengend.

PS Eine sehr schöne Beschreibung der möglichen seelischen Wirkung der Zypresse, eingebettet in ein passendes Beispiel der seelischen Unterstützungsarbeit anhand der Integralen Osmologie nach Martin Henglein hat Osmologie-Dozentin und -Fachfrau Christine Lamontain vor einigen Tagen auf ihrem Blog hier (klick!) veröffentlicht.

ätherische öle bei schmerzen – eine übersichts-studie


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBeim monatelangen Wälzen von Studien für die 6. Neuauflage meines Buches Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe (Erscheinungstermin ist voraussichtlich Ende April oder etwas später) ist mir mal wieder schmerzlich aufgefallen, wie wenig auch die Ätherische-Öle-Welt von Tierversuchen verschont bleibt. Als ich die vielen nach Behandlungsgebieten sortierten klinischen Studien (also an Menschen) für das Fachbuch von Evelyn Deutsch zusammen trug, war ich bereits sehr verwundert, dass es so wenig dokumentierte Maßnahmen bei Schmerzen gibt (Tabelle: Auszug aus dem Buch). Stattdessen wird fast immer tüchtig an Nagetieren und Hunden ausprobiert.

Dabei ist es sicherlich als viel weniger unethisch zu betrachten, Menschen Behandlungen mit ätherischen Ölen zukommen zu lassen, wenn sie Schmerzen haben, als beispielsweise an Tumoren oder bei anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen mit Naturheilkunde zu experimentieren (wobei man auch auf diesem Gebiet wundervolle Erfolge erzielen kann, wenn man weiß, wie es geht). Alle die ein kleines bisschen Erfahrung mit ätherischen Ölen haben – ob privat oder klinisch, wissen wie effektiv manche Öle bei allerlei Schmerzarten eingesetzt werden können.

Den Mäusen und Ratten werden üblicherweise experimentell Entzündungen und damit Schmerzen beispielsweise auf den Pfoten zugefügt, oft durch Essigsäure oder durch Injizieren von einer an sich recht harmlosem Carageen-Zubereitung (eine Rotalge, aus dem man hier in Irland eine Vanillepudding zubereitet). Je nachdem wie oft und stark und lang die Tierchen die schmerzenden Stellen ablecken, kann man Aussagen über den Grad des Schmerzes machen. Beliebt ist auch der ‘tail-flick-test‘, bei dem dem Schwanz der Tiere durch eine Hitzequelle Schmerzen zugefügt wird. Je nachdem wie schnell und stark der Schwanz zuckt, bekommt man ein Bild über zentral ausgelöste unwillkürliche Schmerzen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWer sich intensiver mit dem Thema “Ätherische Öle bei Schmerzen” beschäftigen möchte, kann eine ganz neue kostenlose wissenschaftliche Review-Arbeit aus der renommierten Zeitschrift Molecules hier (klick!) runter laden (November 2015). Wie immer: Sie ist auf englisch, doch lohnt sich das Durcharbeiten, denn man weiß heutzutage von unterschiedlichen Mechanismen, wie genau ätherische Öle unterschiedlichste Arten von Schmerzen reduzieren oder gar unterdrücken können.

Ein Team aus brasilianischen Wissenschaftlern hat dafür Studien zu gut 30 ätherischen Ölen durchgeschaut, man hat dafür die Datenbank PubMed konsultiert und Arbeiten von Januar 2013 bis Dezember 2014 einbezogen. Diese neueren Studien beleuchten vor allem Monoterpen-Verbindungen in den entsprechenden Ölen wie  Menthol, Linalool, Limonen, Myrcen und 1,8-Cineol. Aus den 31 teils hier in Europa nicht erhältlichen Ölen sind folgende schmerzlindernde und entzündungshemmende ätherische Öle bei uns bekannt:

  • Citrus limon (Zitrone)
  • Cymbopogon citratus und Cymbopogon winterianus (Lemongrass und Citronella)
  • Eucalyptus citriodora (Zitroneneukalyptus)
  • Matricaria recutita (Deutsche Kamille)
  • Ocimum basilicum und Ocimum gratissimum (Basilikum)
  • Syzygium aromaticum [Eugenia caryophyllata] (Gewürznelke)
  • Satureja hortensis (Garten-Bohnenkraut)
  • Valeriana wallichii (eine Baldrianart aus dem Himalaya)
  • Zingiber oficinalle (Ingwer)

Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass es ein Potenzial gibt, ätherische Öle als preiswerte Mittel gegen Schmerzen einzusetzen. Wer die aufgelisteten Öle kennt, weiß zudem, dass viele von ihnen effektiv diverse Keime unter Kontrolle bringen und sogar das Immunsystem auf Trab bringen können. Sie sind also ideale Kandidaten für die Aromapflege.

PS. Man kann übrigens super-leicht aus (beschnittenen) Lemongrass-Büscheln (also die mit der weißen knolligen Seite, ähnliche wie Lauch), die man inzwischen in vielen Supermärkten kaufen kann, eine neue Pflanze ziehen: einfach ein paar Wochen lang in eine (dunkle) Tasse/Vase stellen, das Wasser öfters wechseln, bald bilden sich (je nach Jahreszeit und Qualität der Pflanze) kleine Wurzeln, dann kann in Erde umgetopft werden und immer wieder ans Düngen denken. Im Sommer möchte das Pflänzchen sehr sonnig und warm stehen (nach dem Umzug aus dem Haus aber erst im Schatten akklimatisieren lassen).

was das aromatische jahr 2016 bringen wird


Zunächst einmal geht ein ganz herzlicher Dank an alle meine LeserInnen: Die Zahl ‘290.000 Besuche im Jahr 2015’ ist wirklich erstaunlich, ich freue mich, dass meine Artikel so einen guten Anklang finden. Ich staune auch, dass Besucher aus 133 Ländern hier gelegentlich vorbei schauen. Ein besonderer Dank geht an die inzwischen ganz knapp 1000 AbonnentInnen und auch an diejenigen, die durch Einkäufe bei den rechts unten aufgeführten Anbietern meine Web-Kosten ohne eigenen Mehrwand unterstützen. Ich wünsche allen eine inspirierende und gesunde Zeit für die kommenden Tage, Wochen und Monate in 2016.

Wer mich/uns in diesen Tagen TELEFONISCH erreichen möchte, muss das vorerst mit einer Not-Nummer machen, in einem Ein-Blitz-Gewitter gestern Vormittag hat dieses grelle Ungetüm unsere Telefonanlage zerstört, wird sind als bis auf Weiteres nur unter folgender Nummer zu erreichen (der Handy-Empfang ist hier bei uns auch Glücksache..,): 00353-21-2 340 284. Letztes Jahr im Februar mussten wir über 2 Wochen auf eine Leitung warten, jedoch war der Grund ein anderer, wenn auch durch einen Wintersturm bedingt, ich hoffe, dieses Jahr geht es etwas flotter. Nun nochmals zu meinen LeserInnen und deren Vorlieben.

wordpress_zahlen_für_2015Ich finde es spannend, dass mein Artikel vom Februar 2010 über die Einführung der Lasea-Kapseln [Lavendelöl gegen Ängste (klick!) und bei Schlafstörungen], seit fünf Jahren der meist besuchte Artikel geblieben ist. Der hoch-interessante und mut-machende Artikel von Pflegefachfrau Renate Fiegl [Ätherische Öle statt Amputation (klick!)] gehört auch zu den meist gelesenen Artikeln, danke liebe Reni! Vor fast exakt einem Jahr stellte ich die Unwahrscheinlichkeit von unerwünschten Nebenwirkungen (klick!) zusammen, freilich nur, wenn ätherische Öle korrekt verdünnt angewendet werden und von bester Qualität sind, er war der meist besuchte Artikel aus dem Jahr 2015. Zwei ältere Texte kamen zu den Top-5: Dufte Kosmetik selber machen und verkaufen (klick!) und Sanfte Alternative zu Ritalin (klick!), in letzterem zeige ich auf, dass ein ganz besonderer Inhaltsstoff in Zitrusschalenölen (Methylanthranilat) und auch in den Blüten und Blättern eine erstaunlich beruhigende und ausgleichende Wirkung hat, ohne die Seele platt zu machen.

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Heinz Schilcher 1930-2015

Im vergangenen Jahr ist ein für die Erforschung der Wirkweisen von ätherischen Ölen wichtiger Wissenschaftler von uns gegangen: Prof. Dr. Heinz Schilcher ist an meinem Geburtstag, dem 17. Juni 2015 im gesegneten Alter von 85 Jahren verstorben. Er wurde am 21. Februar 1930 in Burgheim in Immenstadt im Allgäu geboren, wurde schon als Kind von Großmutter, Mutter und Tante mit dem “Heilkräuter-Virus infiziert” und so studierte er von 1952 bis 1956 Pharmazie und absolvierte 1956 das Staatsexamen der Pharmazie an der LMU München, er promovierte bis Mai 1959 und ergänzte sein Wissen mit ein paar Semestern Medizin. Fortan machte er sich immer für die rationale Phytotherapie stark (manchmal durchaus etwas kriegerisch und zu heftig für zart besaitete Seelen ;-) ).

 

Leitfaden_PhytotherapieWährend seiner Laufbahn veröffentlichte er etwa 300 Publikationen und arbeitete an knapp 20 Lehr- und Handbüchern mit. Als sein Lebenswerk bezeichnete er den Leitfaden Phytotherapie (klick!), an dessen 5. Auflage er noch bis kurz vor seinem Tod arbeitete. Sein Engagement trug dazu bei, dass die Phytotherapie und damit auch die rationale Arbeit mit ätherischen Ölen in der wissenschaftlichen Medizin zu Anerkennung kam. Er gilt als „Vater einer reproduzierbaren Phytopharmaka-Qualität“.

Ich hatte die Freude und Ehre, mit ihm auf dem Kongress ‘4. Tag des ätherischen Öles’ in Linz (klick!), auf dem auch ich Referentin war, zu sprechen und zu diskutieren. Er erläuterte mir die Zusammensetzung von Lasea (siehe obiger Link zum Artikel), an dessen Entwicklung er mit beteiligt gewesen war. Im Nachruf der Forschergruppe Klostermedizin (klick!) ist mehr zu lesen.

– – – ::  Kongresse und Symposien im Jahr 2016  :: – – –

Das aromatische Jahr startet mit dem IV. VAGA-Aromakongress am 23. und 24. April 2016 im idyllischen Schloss Mondsee (nicht weit von Salzburg, also auch für InteressentInnen aus Süddeutschland gut zu erreichen und wunderschön gelegen). Martin Henglein – der Pionier der frühen deutschsprachigen Aromatherapie ist leider nicht mehr so vielen AromaenthusiastInnen bekannt – wird über seine spannenden Erkenntnisse mit der Integralen Osmologie vortragen. Auch zwei hochkarätige WissenschaftlerInnen werden zu erleben sein: Prof. Dr. Chlodwig Franz wird über die Anwendung von ätherischen Ölen in der Veterinärmedizin vortragen und Dr. Ingelore Ebberfeld wird über die schwerwiegenden Folgen der Anosmie berichten (Nicht-mehr-riechen-können). Dazu viele bekannte (und auch einige noch nicht so bekannte) Menschen, die sich für die praktische Arbeit mit de duftenden Heilpflanzen einsetzen. Die Kosten betragen zwischen 118 und 230 Euro je nach Buchungsmodalität. Mehr Infos liegen in der Kongressausschreibung (klick!) zum Runterladen bereit.

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Auch das jährliche DreiLänderSymposium findet dieses Jahr in Österreich statt, am 21. Mai 2016 in der Wiener Urania. Das Thema ‘Dufte Zeiten – Die Frau im 21.Jahrhundert’. Für 125 Euro inklusive Pausenverpflegung und Mittagessen erwartet die TeilnehmerInnen ein buntes Programm (klick!) .

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Schon kurze Zeit später ist der VereinAroma-Forum-International e.V. Gastgeber im wunderschönen Botanischen Garten in München Nymphenburg: Vom 4. bis 5 Juni 2016 wird wieder ein Aromakongress statt finden. Schon fast traditionell wird Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt wieder zu erleben sein, er zaubert immer neue Themen aus seinem hoch intessanten Wissenschaftlerhut, dieses Mal ‘Duftrezeptoren – zukünftige Zielobjekte für Diagnose und Therapie, ein mega-aktuelles Thema. Auch zahlreiche andere ReferentInnen versprechen eine lern-intensive Tagung. Die Kosten inklusive Mittagessen betragen von 90 bis 220 Euro je nach Anmeldemodalität. Das Programm und sonstige Infos können hier (klick!) angeschaut und runter geladen werden.

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Das wundervolle Seebad Brighton (75 km südlich von London) wird gastgebender Ort der Botanica2016-Konferenz vom 2. bis 5. September 2016 sein, veranstaltet von der weltweit gefragten Herausgeberin des The International Journal of Clinical Aromatherapy (klick!). Ich bin wieder die deutsche Botschafterin, kann also (bei etlichen) Fragen behilflich sein, da ich schon bei den anderen Botanicas dabei war: einmal als Referentin und Botschafterin (einen Rückblick gibt es hier, klick!), einmal als entspannte Zuhörerin (einen Rückblick gibt es hier, klick!). Es gibt viel zu lernen von teilweise ganz besonderen Referenten, viel zu schnuppern, Vernetzungsmöglichkeiten mit interessanten Menschen. Bislang waren deutschsprachige Besucher leider recht gering vertreten, ich würde so gerne eine Besuchergruppe für und in Brighton betreuen!

2014 waren rund 250 Gäste aus 39 teils fernsten Ländern dabei: von Neuseeland über China und Japan, Brasilien und Kanada, aus den USA, Frankreich und Großbritannien sowieso. Beispielsweise werden wir über die Anwendung von CO2-Ölen von der niederländischen Autorin und Palliativpflegenden Madeleine-Kerkhof-Knapp Hayes hören (sie dankte mir auf ihrem Vortrag auf der letzten Botanica für die Inspiration zu diesen intensivsten Düften). Auch auf den Beitrag über den Riechsinn von Früh- und Neugeborenen vom Kinderarzt Luc Marlier aus Frankreich freue ich mich besonders. Über ätherische Öle bei PsychiatriepatientInnen wird der us-amerikanische Psychiater Florian Birkmayer sprechen. Die engagierte Hydrolate-Destillateurin Ann Harman wird über die nicht flüchtigen Inhaltsstoffe der immer beliebteren Pflanzenwässer referieren.

Wer sich mit MRSA beschäftigt, ist sicherlich bereits auf die Forscherin Val Edward-Jones gestossen sein, sie wird von Alternativen und Ergänzungen zu konventionellen synthetischen und immer mehr Resistenzen verursachenden Antibiotika referieren. Ich habe schon oft die Geriatrie-Forscherin Takae Ebihara aus Japan in meinen Kursen über Studien erwähnt, sie wird über die Behebung von Schluckproblemen (und dadurch Verminderung von Inhalations-Pneumonie) von Menschen über 60 berichten.

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Dr. Jane Buckle

Auch die derzeit sicherlich weltweit gefragteste ‘Aroma-Frau’ und Autorin des mehr als hervorragenden Fachbuches über evidenzbasierte Klinische Aromatherapie Clinical Aromatherapy (klick!) Dr. Jane Buckle wird dabei sein und über ihre ausführlichen Erfahrungen in Klinischer Aromatherapie berichten. Der deutsche Arzt für Naturheilkunde Dr. Ernst Schrott wird erläutern, wie ätherische Öle auf die im Ayurveda relevanten Marma-Punkte anzuwenden sind.
Die Kosten betragen je nach Anmeldungsmodalität ab 228 britische Pfund (derzeit 309,60 €). Mehr Details, auch zu günstigen Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf der Website der Botanica2016.

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Im Rahmen einer Gala werden die besten Projekte und Arbeiten zur Duftpflanze des Jahres 2016, dem Lavendel von The Scented Drop gekürt. Die Gala wird am 12. November 16 stattfinden. Noch ist Zeit, sich zu beteiligen: Teilnehmen am Wettbewerb kann jeder, der eine gute Idee rund um die Duftpflanze des Jahres hat – also auch Kinder (z.B. Zeichnungen), Schüler (z.B. Klassenprojekt mit Lavendel), Pflegeeinrichtungen (z.B. Altenpflege mit Lavendel), Kosmetikhersteller (z.B. Parfum mit Lavendel), Landwirte (z.B. Berglavendelanbau), Gastronomen (z.B. Lavendeleis) oder Apotheken (z.B. Lavendelölkapseln). Einfach das Teilnahmeformular ausfüllen und am besten so bald wie möglich einsenden (spätester Einsendeschluss ist der 30. August 2016)

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Den Abschluss eines vielfältigen Veranstaltungsjahres wird Forum Essenzia e. V. bilden: Der Kongress am 13. und 14. November 2016 wird in Ulm statt finden, das Thema lautet “Pflanzenwirkstoffe – Wissenschaft und fundierte Anwendung”. Mit diesen Kongresstagen werden neue Wege gegangen: Sonntagnachmittag und Montag. Nach einer anstrengenden Woche ist dadurch der Samstag und Sonntagvormittag zur Erholung frei. Und durch die Sonntagstarife der Hotels ermöglichen wir zugleich einen kostengünstigen Aufenthalt in Ulm, je nach Anmeldemodalität betragen die Kosten zwischen 197 und 246 Euro. Infos gibt es hier.

Habe ich noch einen wichtigen Kongress vergessen? Eine Bitte an alle zukünftigen VeranstalterInnen: Wäre es möglich, mir Pressemeldungen oder Termine samt Infos zu zukünftigen Symposien zu mailen? Dann müsste ich mich nicht mühsam durch unser lahmes Land-Internet kämpfen, das insbesondere an Feier- und Ferientagen fast in die Knie geht.

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Und hier sind zur Abrundung noch die Pflanzen dieses neuen Jahres:

KUBEBENPFEFFER, Heilpflanze des Jahres 2016, gewählt vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V, hier (klick!) gibt es Informationen dazu.

KÜMMEL, Arzneipflanze des Jahres 2016, gewählt vom ‘Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde’ der Universität Würzburg, hier (klick!) gibt es Informationen dazu.

LAVENDEL ist die Duftpflanze des Jahres 2016, gewählt von The Scented Drop, Infos siehe weiter oben und hier (klick!).

myrtenöle und ihre chemotypen


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Myrtenblüte (Myrtus communis L.)

Myrte (Myrtus communis L.) ist ein Mittelmeer-Strauch, der kleine weiße puschelige Blüten trägt. Er kann nicht mit dem in der heißen trockenen Wüstengegend Somalias beheimateten kargen Baum namens Myrrhe verwechselt werden (ich schrieb im vorherigen Blog-Beitrag (klick!) über das Myrrhe-Harz).

Je nachdem wo die auch Brautmyrte genannte Pflanze wächst und wie sie nach der Ernte verarbeitet wird, wird das nach der Wasserdampf-Destillation entstehende ätherische Öl unterschiedlich duften und sogar unterschiedlich gefärbt sein. Anders als die sehr medizinisch duftenden Anti-Erkältungsöle wie Eukalyptus, Cajeput und Ravintsara enthalten Myrtenöle meistens Spuren von Butyraten, das sind Ester der Buttersäure, die den Ölen fein-fruchtig duftende Untertöne verleihen. Diese an Ananasduft erinnernden Duftmoleküle sind auch in diversen Obstsorten enthalten: Äpfel, Bananen, Birnen, Erdbeeren u.v.a. Butyrate tragen auch zum feinen Duft des teuren ätherischen Öles der Römischen Kamille bei und tragen zur ungewöhnlich angstlösenden und entspannenden Wirkung bei.

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Myrtenstrauch

In der TÜRKEI werden die Myrtenzweige nach dem Beschneiden der auch gut als immergrüne Hecke wachsenden Gewächse sofort destilliert. Das Ergebnis ist ein frisch-medizinisch duftendes ätherisches Öl, das an Eukalyptus und Cajeput erinnert, jedoch durch seinen geringeren Gehalt an Eukalyptol (Fachbegriff 1,8-Cineol) milder ist. Das farblose oder ganz wenig gelbliche Öl eignet sich gut für Hals-Nasen-Ohren-Probleme von empfindlichen Menschen wie Kindern ab circa zwei Jahren und auch für sehr empfindliche Senioren oder Menschen mit allerlei Beeinträchtigungen.

Monoterpene

  • 24,5 % α-Pinen
  • 3 % andere Monoterpene

Sesquiterpene

  • 0,8 % β-Caryophyllen

Monoterpenole

  • 9,5 % Linalool
  • 4 % α-Terpineol und andere Monoterpenole

Monoterpen-Ester

  • 4,6 % Myrtenylacetat
  • 3 % andere Monoterpen-Ester

Oxide

  • 43,7 % 1,8-Cineol

Quelle: Primavera Life (Myrte türkisch), hier (klick!) erhältlich, ein ähnliches Öl auch in Bioqualität ist bei Maienfelser erhältlich.

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Myrtenzweig

In NORD-AFRIKA (Tunesien, Marokko) werden die Myrtenzweige nach dem Schneiden traditionell angetrocknet, so intensiviert sich das Aroma des destillierten ätherischen Öles, der ‘medizinische’ Duft wird verringert und der Gehalt an entspannungsfördernden Monoterpen-Estern ist erhöht. Der Anteil an 1,8-Cineol ist immer noch hoch genug, um bei Hals-Nasen-Ohren-Beschwerden hilfreich zu sein, zusätzlich sorgt der erhöhte Anteil an Estern für Entspannung und besseren Schlaf. Dieses Öl ist optimal für die Behandlung von sehr empfindlichen Menschen geeignet. Leider ist dieser fein duftende Chemotyp des leicht rötlich bis zart dunkel-orangefarben gefärbten Myrtenöles nicht sehr häufig erhältlich, bei Feeling (klick!) und bei Neumond (klick!) bin ich fündig geworden, Farfalla (klick!) hat ein ähnliches Öl aus Frankreich.

Idealerweise setzt man die türkische Myrte tagsüber ein, denn das Öl fördert einen klaren Kopf und hilft auch bei Konzentrationsproblemen, die nord-afrikanische Myrte wäre der perfekte Begleiter für das Schlafzimmer, da sie nicht nur beim Durchatmen hilft, sondern auch unruhige und ungeduldige PatientInnen in Morpheus’ Arme schicken kann.

Monoterpene

  • 27,6 % Limonen
  • 19,8 % α-Pinen

Sesquiterpene

  • 0,8 % β-Elemen
  • 0,4 % β-Caryophyllen

Monoterpenole

  • 3,2 % α-Terpineol
  • 2,1 % Linalool 1,2 % Myrtenol

Monoterpenester

  • 19,2 % Myrtenylacetat
  • 2,4 % Geranylacetat

Oxide

  • 15,9 % 1,8-Cineol

Quelle: Primavera Life (Myrte marokkanisch)

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Myrtendestillation in Peru

Eine Rarität, die es nur bei Primavera gibt, ist das Myrtenöl aus PERU. Der deutsche Marktführer unterstützt dieses Projekt seit Jahren. Die Myrtenpflanze entwickelt durch die extreme Höhenluft ganz andere Inhaltsstoffe und einen komplett anderen Duft. Ihr Anteil an schmerzlinderndem Pinen ist sehr hoch, so dass dieses Öl prima in Schmerzzubereitungen verarbeitet werden kann. Ich mag es in winziger Konzentration in Raumdüften auf Grapefruit- oder Orangenölbasis, sie bekommen durch diese Rarität das “gewisse Etwas”.

Monoterpene

  • 63,7 % α-Pinen
  • 6,8 % β-Pinen

Sesquiterpene

  • 0,4 % α-Selinen
  • 0,3 % β-Caryophyllen

Monoterpenole

  • 5 % Linalool

Oxide

  • 9,8 % 1,8-Cineol

Andere

  • 0,3 % Ethyl-2-methylbutyrat

Quelle: Primavera Life (Myrte Anden, hier [klick!] erhältlich)

Mein Lieblings-Raum- und Autospray

  • 50 ml Wodka
  • 20 Tropfen Grapefruitöl
  • 20 Tropfen Orangenöl
  • 1-2 Tropfen Myrte Anden
  • 1-2 Tropfen Gewürznelkenöl (oder Zimtblätter)

In einer Braunglas-Sprühflasche vermischen und vor jeder Anwendung gut durchschütteln.

Myrtenhydrolat ist in der englischsprachigen Duftwelt für die Behandlung von Konjunktivitis (Augen-Bindehautentzündung) bekannter als Rosenhydrolat, es ist in alkoholfreier Qualität bei Maienfelser (klick!) und in der Bahnhof-Apotheke (klick!) bestellbar, letzteres steril abgefüllt und mit dem hygienischen Sterilfilter ausgestattet, so dass es auch für entzündete Augen von Säuglingen eingesetzt werden kann.

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Luma apiculata (Myrtus luma, Amomyrtus luma)

Es gibt viele Dutzend Myrtenarten, manche tragen jedoch inzwischen andere botanische Namen. Während der Duftwochen, die hier bei mir in Irland stattfinden (für Infos hier klicken!), führen uns unsere Wege nicht nur zu einer in unserer Region überall wuchernden chilenischen Andenmyrte namens Luma apiculata (deren schwarzrote Früchte wir im Frühwinter essen können und deren zimtfarbenes eisenhartes Holz gelegentlich in unserem Kamin landet)…

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Myrtus lechleriana

…sondern auch zur bereits im April/Mai bezaubernd blühenden und duftenden Myrtus lechleriana (Miq.) Sealy, die auch aus Chile stammt.

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Myrtus obcordata (Lophomyrtus obcordata)

Auch die neuseeländische Myrtus obcordata (Raoul) Hook. f., die hübsche herzchen-förmige Blätter hat, kann bestaunt werden.

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Myrtus bullata (Lophomyrtus bullata)

Besonders witzig sieht Myrtus bullata Salisb. mit ihren ‘verbeulten’ Blättern aus, auch sie stammt aus Neuseeland.

Ugni_Beeren_CollageNoch eine ganz enge Verwandte steht bei uns im Garten und liefert uns derzeit ausgesprochen lecker nach Erdbeeren schmeckende Früchte: die Chilenische Guave, früher Myrtus ugni genannt, heute heißt sie Ugni molinae Turcz. Sie war die Lieblingsfrucht von Königin Victoria und ist gelegentlich unter dem Namen Tazziberry zu finden.

Die wundervoll duftende ‘Zitronenmyrte’ (Backhousia citriodora F.Muell.) ist übrigens keine Myrte, der deutsche Name ist irreführend, ich habe sie hier (klick!) vorgestellt. Wer sich noch mehr mit der riesigen Familie der echten Myrten beschäftigen möchte, wird auf der Seite des engagierten Sammlers Jens Rathke fündig: myrtus-communis.de

Foto Peru: © Monika Volkmann