tempelblume oder frangipani


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch bin für ein paar Tage im heißem Süden unterwegs und war besonders erfreut über eine (welkende) Blüte, die mir buchstäblich vor die Füße fiel: Frangipani – einige Menschen kennen sie auch als Tempelblume (Plumeria alba L. und Plumeria rubra L.). Die hitzeliebende Schönheit ist eng verwandt mit dem bekannteren Oleander, dessen Blüten ja bekanntlich auch entzückend duften können, beide gehören zur Familie der Apocynaceae (Hundsgiftgewächse). Der wissenschaftliche Name wurde zu Ehren des französischen Botanikers Charles Plumier (1646-1704) vergeben, er war Pflanzenjäger und Forschungsreisender unter König Ludwig XIV.

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Frangipani-Absolue (klick!) duftet zwar nicht annähernd so fein wie die betörenden Blüten des manchmal etwas knorrig wirkenden Strauches, doch es hat eine enorme psychische Wirkung. Der Duft erinnert entfernt an Jasmin mit einem Hauch von Vanille, Mandel/Amaretto und doch etwas Frische von geriebener Zitronenschale. In einer Verhaltens-Beobachtungs-Studie mit Mäusen konnte festgestellt werden, dass ein ethanolischer Extrakt der Blüten (Auszug mit Weingeist) deutlich angstlindernd wirkt. [Chatterjee M1, Verma R, Lakshmi V, Sengupta S, Verma AK, Mahdi AA, Palit G. Anxiolytic effects of Plumeria rubra var. acutifolia (Poiret) L. flower extracts in the elevated plus-maze model of anxiety in mice. Asian J Psychiatr. 2013 Apr;6(2):113-8] Ich kann mir gut vorstellen, dass aufgrund der enthaltenen aromatischen Ester – “psychische Power-Moleküle” – diese Erkenntnis auf manche Menschen übertragbar ist. Einige Inhaltsstoffe (auf-/abgerundet u.a. nach Aroma-Zone):

  • 31% Lupeol (Triterpen)
  • 8% Amyrin-Isomer (Triterpenalkohol)
  • 7,3% Benzylsalicylat (aromatischer Ester)
  • 4% (E)-Nerolidol (Sesquiterpenol)
  • 3% Geranylbenzoat (aromatischer Ester)
  • 0,9% Geraniol (Monoterpenol)
  • 1,3% Benzylalkohol (phenolischer Alkohol)
  • 1,3% Benzylbenzoat (aromatischer Ester)
  • Spuren Farnesol (Sesquiterpenol)
  • Spuren von Iris-Duftstoffen (1-α-Plumierid, Plumierid p-Z-Coumarat, Plumierid-p-E-Coumarat)

von zedern und cedars


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIn der englischsprachigen Welt werden sehr viele Bäume, welche Nadeln und Zapfen tragen, einfach ‘cedar’ genannt. Diese umgangssprachlich unkorrekte Benennung völlig unterschiedlicher Pflanzen – bei einigen ist das ätherische Öl sogar mit einer nicht unerheblichen Toxizität belastet – hat schon für manche Verwirrung gesorgt. ‘Red cedar’ ist der Lieferant von den “Zedernklötzchen” für den Kleider- und Küchenschrank, von schönem Fassadenholz  und auch des ätherischen Thuja-Öles (Thuja occidentalis und Thuja plicata). Das ätherische Öl der Virginia-Zeder stammt von einer Wacholderart (Juniperus virginiana), es enthält ganz andere Inhaltsstoffe als das gebräuchlichere ätherische Öl der Atlaszeder und ist übrigens nicht gefährlich, wie manchmal behauptet wird. Die Texas-Zeder (Juniperus mexicana) ist auch eine Wacholderart.

Für die Erleichterung von allergischen Symptomen werden die ätherischen Öle der echten Zedern Cedrus atlantica (Atlaszeder) und von Cedrus deodara (Himalajazeder) eingesetzt. Letzteres findet in seiner indischen Heimat durch seine enorm, spasmolytische Wirkung ein hilfreiches Einsatzgebiet bei erhöhtem Blutdruck und bei psychischen Störungen. Beide Zedernöle sind wunderbare Helfer nach schweren Zeiten und bei allgemeiner Abwehrschwäche (bezüglich des Immunsystems und bezüglich der Widrigkeiten des Lebens).

Kürzlich besuchten wir mit einer Duft-Erlebniswoche-Gruppe die enorm duftenden Reste einer über hundertjährigen Atlaszeder, die von einem der 12 Stürme, die Irland im Winter geplagt hatten, umgehauen wurde. Jemand hatte die Jahresringe gezählt und Weltereignisse wie die beiden Weltkriege auf die Schnittstelle aufgetragen. Die Gruppe sammelte die aromatischen Sägespäne, um ganz oft dran zu schnuppern, um Kraft zu tanken und um eventuell ein Hydrolat daraus zu destillieren. Es wurde gespürt, wie dieser Baum stärkt, stabilisiert und ungeahnte Kräfte wecken kann.

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Das sind die ErLEBnisse, die man als Dozent in keinem noch so schönen Unterrichtsraum dieser Welt vermitteln kann. Die mich so froh machen, dass ich oft draußen mit und bei den Pflanzen – unseren ‘Ölelieferanten’ – von ihren besonderen Eigenschaften erzählen kann. Ich bin dankbar, dass die KursteilnehmerInnen diese selbst erfahrenen und erspürten besonderen Erlebnisse mit nach Hause nehmen können, dass sie das Gelernte verinnerlichen können, ohne von Lernblockaden geplagt zu werden. Das ist ganzheitliches Lernen und Be-Greifen im besten Sinne!

Über die Umweltproblematik bei der Verwendung von Holzölen hatte ich bereits hier geschrieben, über die Zeder die keine Zeder ist, kann man hier nachlesen.

Der Sommer hat mit der kürzesten Nacht des Jahres bereits seinen Zenit überschritten, die letzte Dufterlebnis-Woche wird bald stattfinden (ab 12.7.), die Termine für nächstes Jahr sind hier (klick!) nachzulesen.

boronia megastigma – ein kostbarer feiner duft


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyNochmals schicke ich ein paar duftende Grüße aus dem sonnigen Südwest-Irland, die Duft-Erlebnis-Woche-Gruppe, die heute abreiste, hatte wundervolle Tage, wir schnupperten und fotografierten super-seltene Duftpflanzen. Die unten abgebildete Boronia megastigma (Duftende Korallenraute) aus der Familie der Rautengewächse (wie die Zitruspflanzen) liefert ein traumhaft-blumiges, jedoch sehr kostenintensives Absolue. Es kostet bei Maienfelser Naturkosmetik 79 Euro für 1 ml! Ähnlich wie Irisöl enthält es hauptsächlich Ionon (und Dodecylacetat).

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyÜberhaupt haben wir noch einige andere sehr seltene duftende Verwandte der Zitrusfrüchte kennen gelernt, sie alle blühen derzeit: Choisya ternata (Mexikanische Orangenblume), Poncirus trifoliata (Chinesische Dreiblättrige Orange) und der hübsche tasmanische Großstrauch Acradenia frankliniae. Wir haben dazu viele fein duftende Vertreter der Myrtengewächse studiert (oben eine wunderschön blühende enge Verwandte des australischen Teebaums), in der Sonne gefaulenzt, acht Schwäne am Seminar- und Gästehaus bewundert und das besondere Öl der Japanischen Sicheltanne (Cryptomeria japonica) ausführlich, mit Hilfe von diversen Übungen, auf uns wirken lassen, mit und ohne den Baum zu sehen und zu spüren.

Ich kann derzeit kaum Mails und sonstige Anfragen beantworten, also nicht böse sein! Für die zwei kommenden (deutschsprachigen) Duft-Erlebnis-Wochen vom 7. bis 14. Juni und 12. bis 19. Juli sind übrigens noch Plätze frei!

arbeitsmaterialien


Aromatherapie Eliane ZimmermannEine Duft-Erlebniswoche jagt die andere, ich wandele mit vielen “Nasen” durch die duftenden Landschaften Südwest-Irlands. Zwischendrin etwas “Arbeit” am Frühstückstisch: Den Andruck, also die Prototypen Korrektur lesen. Also: demnächst sind die lang erwarteten Lieblinge erhältlich! Viele Grüße aus dem Blütendschungel und den seltenen Aromapflanzen (Schirmtanne, Harzeibe, japanische Sicheltanne, Skimmia, Muschelzypresse etc).

korianderöl bei fußpilz


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIm Rahmen einer klinischen Studie, die Freiburger Wissenschaftler vergangenes Jahr durchführten, wurde festgestellt, dass eine Kühlsalbe (Unguentum leniens), die mit 6 Prozent ätherischem Korianderöl angereichert war, erfolgreich bei Fußpilz zwischen den Zehen war. 40 TeilnehmerInnen (Durchschnittsalter 52,5 Jahre, 60 Prozent der Teilnehmer waren Männer) trugen zweimal täglich circa einen Monat lang die Mischung oder ein Placebo auf. Bei der Koriandergruppe verbesserten sich nicht nur die Symptome, sondern auch der Befall durch den Fußpilz reduzierte sich hoch signifikant besser (p < 0.0001) als bei der Placebogruppe. Zudem wurde das Produkt gut vertragen.

Leider ist die TeilnehmerInnenzahl dieser Studie zu gering, als dass sie wirklich ernst genommen werden wird, doch ich denke, für den Privatgebrauch ist dieses Ergebnis eine wertvolle Information. [Bikers FC, Anastasiadou Z, Fritzen B, Frank U, Augustin M. Topical treatment of tinea pedis ustin 6% coriander oil in unguentum leniens: a randomized, controlled, comparative pilot study. Dermatology 2013; 226: 47-51]

ein kongress und elf themen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEin buntes Feuerwerk mit vielen abwechslungsreichen Themen wurde knapp 200 Gästen aus acht unterschiedlichen Ländern vom Team des österreichischen Aromatherapie-Vereines VAGA am vergangenen Wochenende kredenzt. Folgende Themen boten wohl für jeden und jede TeilnehmerInnen etwas Passendes:

  • wissenschaftliche Details über die “Gewohnheiten” von Lippen-Herpes-Viren und wie ätherische Öle ihnen “das Leben schwer” machen können (Prof. Dr. Jürgen Reichling)
  • Vorzüge von Oxymel (Sauerhonig), Bärlauchblütenessig und anderen heimischen Heil- und Wildpflanzenspezialitäten (Heilpflanzenpädagogin Helga Tenne)
  • Zusammenhänge zwischen Angst- und Depressionskrankheiten mit dem Riechsinn bzw. begleitende Riechstörungen (Dr. Eva Heuberger)
  • Implementierung der Aromapflege in einer Klinik (MSc Nadja Bischof)
  • Ekel vor bestimmten Gerüchen und seine Rolle bei der Entwicklung von Burnout bei Angehörigen von Pflegeberufen (Dipl.-Ing. Christine Lamontain)
  • Gesetze, die bei der Kosmetikentwicklung (Mag. Wolfgang Lederhaas) oder Verbreitung von ätherischen Ölen (Univ.-Doz. Dr. Reinhard Länger) zu beachten sind
  • fette Öle, die in der gesunden Ernährung (Ingrid Karner) und zur Stärkung des Haut-Immunssystems (Ruth von Braunschweig) perfekte Helfer sein können
  • Marketing-Tipps zur erfolgreicheren Vermarktung unseres schönen Berufes

Ich selbst habe einen “Schnelldurchgang” über 100 Jahre alte und etliche neuere wissenschaftliche Erkenntnisse gegeben. Das Wetter startete am Samstag mäßig nett, zeigte sich jedoch am Sonntag von seiner feinsten Seite, so dass die Pausen im schönen Park des Kongresshotels am Rande des Wiener Waldes so richtig genossen werden konnten.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZwischendrin gab es feinste Snacks, leckere und vielfältige Mittagsmahlzeiten und viel Gelegenheit, die zahlreichen Messestände zu besuchen und sich mit den Eigentümer oder Vertretern von besonderen Ätherische-Öle-Anbieter-Firmen zu unterhalten.

In drei Tagen fängt meine Aromatherapie-am-Meer-Fortbildungen-Saison an, so dass ich derzeit im Vorbereitung-Modus bin, doch ich werde das eine oder andere Thema in der nächsten Zeit ausführlicher vorstellen. Ein großer Dank geht an all die “fleißigen Bienen”, die für das Gelingen sorgten, insbesondere an Mag. Sabine Hönig (Mitte) für die kurzweilige und präzise Moderation, an Päivi Blöchl (links) für die unglaublich gute “Choreographie” der Vorbereitungen und des Ablaufs der Veranstaltungen und an Ingrid Karner (rechts) für ihre vielen Initiativen und ihre kreative Ausdauer.

schmerzlinderung und parfüm-workshop


'Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMal wieder hat sich jemand aufgemacht, einen schönen Erfahrungsbericht zusammenzufassen: meine ehemalige Schülerin Katrin Sumser aus Österreich. “Liebe Eliane! Ich muss dir das jetzt schreiben, bin sooooo erfreut, erstaunt, überrascht etc… Ich hatte einem 68-jährigen Mann ein Öl mit den Empfehlungen von dir gemischt, weil er unter so starken Schmerzen an einem Bein litt. Er hat früher stark geraucht, doch inzwischen damit aufgehört. Ich habe mir sogar zum ersten Mal das Rezept aufgeschrieben! Nun habe ich, nach nur vier Tagen der Anwendung, die Rückmeldung bekommen, dass er erstmalig seit vier Jahren schmerzfrei ist, in der ersten Nacht nach dem Auftragen hat er durchgeschlafen… inzwischen konnte das Morphium abgesetzt werden. Er selbst findet diesen Erfolg so sensationell und ich bin soooo happy dass ich soo gut helfen konnte!!! Also ich hoffe, der Fortschritt geht weiter…er ist jetzt mal schmerzfrei und die Entzündungen sind auch wesentlich zurückgegangen!!! Ich habe folgende ätherischen Öle circa 1,5 bis max 2%-ig gemischt (Anmerkung: circa 3 Tropfen pro Öl):

  • 20ml Arganöl (sehr hautpflegend, extrem viele “Hautvitamine”)
  • 80 ml Johanniskrautöl (deutlich schmerzlindernd und hautregenerierend)
  • Cistrose (bei Wunden, Blutungen, schmerzlindernd durch über 50% Monoterpene inkl. p-Cymen)
  • Cajeput (schmerzlindernd durch circa 40% Monoterpene, entzündungshemmend durch 6% beta-Caryophyllen )
  • Pfeffer (schmerzlindernd durch circa 50% Monoterpene inkl. p-Cymen und Myrcen, leicht durchblutungsfördernd)
  • Ingwer (leicht durchblutungsfördernd, schmerzlindernd)
  • Lavendel (extrem hautregenerierend, desinfizierend durch Linalool, schmerzlindernd)
  • Immortelle (bei stumpfen Verletzungen, positiver Einfluss auf die Gerinnungseigenschaften des Blutes durch beta-Dione)
  • Schafgarbe (stark entzündungshemmend vor allem durch Azulen, hautaufbauend durch Mono- und Sesquiterpenketone)
  • Kanuka (schmerzlindernd durch circa 70% Monoterpene inkl. p-Cymen)
  • Niaouli (antiinfektiös, positiver Effekt auf eitrige Prozesse, Hautschutz)
  • Weihrauch (entzündungshemmend, schmerzlindernd durch über 50% Monoterpene, leicht adstringierend)

Erst habe ich Rosmarinhydrolat auf das Bein gesprüht und dann die Ölmischung aufgetragen. Das Bein wurde dann verbunden und drei Tage lang wurde täglich ein Verbandswechsel gemacht, bis die Haut schön glatt war. Dann fanden die Pflegerinnen, dass der Vaerbandwechsel nur mehr alle drei Tage nötig war. Danach haben sie das Bein nur mehr mit der Ölmischung gepflegt…ohne Verband…auf alle Fälle konnte der Mann schon in der ersten Nacht seit vier Jahren nunmal endlich schmerzfrei durchschlafen….abgesehen davon, dass die Wunde ganz super verheilt ist und er nach wie vor schmerzfrei ist…er nennt es das Wunderöl:-)))”

Vielen Dank für diesen schönen Erfahrungsbericht, liebe Katrin!

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Zwei Jahre ist es schon wieder her, dass der Parfümeur Stephen V. Dowthwaite einen Workshop in Deutschland gehalten hat. Auf vielfachen Wunsch kommt er jetzt wieder: Für die “alten” Teilnehmer eine Chance zum Auffrischen und Fortsetzen der Ausbildung, für Neueinsteiger ein wunderbarer Start in die hohe Kunst der Parfümentwicklung.

Stephen V. Dowthwaite ist einer der Pioniere der modernen Parfümentwicklung und ein herausragender Lehrer für Parfümeure. Er lebt normalerweise in Bangkok und ist unter anderem Berater des thailändischen Ätherische-Öle-Projekts von Thai-China Flavours and Fragrances. Mindestens 300 Parfums, die derzeit auf dem Markt sind, stammen aus seiner “Küche”.

Der Workshop vor zwei Jahren fand in Baden statt, der neue ist nur ein kleines bisschen weiter nach Westen gewandert: Ein Erlebnisworkshop an einem der mystischsten und kraftvollsten Orte, im südlichen Elsass gelegen, zwischen Straßburg und Colmar, im Naturparadies Hochvogesen.

Der 5-tägige Workshop vermittelt ein neues Verständnis zum individuellen Parfüm. Grundlage sind das neue Fachbuch von Stephen Dowthwaite: „ZEN & Art and Technology of Perfumery“ sowie sein patentiertes Ausbildungskonzept “The ABC’s of Perfumery”. Einzelheiten kann man dem Flyer (klick!) zum Workshop entnehmen.

hydrolate und mehr buntes text-konfetti


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieSo, nun bin ich von meiner bunten Tournee durch Schweiz und Österreich zurück und staune immer noch über all die feinen Menschen, die interessanten Themen und die farbenfrohen Geschenke, die ich bekam. Auch das Wetter war ein Traum (wenn auch viel zu trocken für die zu früh erwachte Natur). Aber erst möchte ich daran erinnern, dass aller guten Dinge DREI sind und das lang erwartete Hydrolate-Buch von Susanne Fischer-Rizzi nun zu bestellen ist: Das große Buch der Pflanzenwässer – Pflegen, Heilen, gesund bleiben mit Hydrolaten (klick! zu Amazon). Die deutsche Pionierin der Heilenden Düfte portraitiert 80 Hydrolate, sie erzählt die Geschichte der Destillation von der Antike bis heute inklusive eines Sammel- und Destillationskalenders und berichtet von Anwendungen in Kosmetik, Gesundheits- und Krankenpflege und im Sozialbereich. Freilich mit vielen Rezepten (39,90 Euro). Wer beim ethischen Buchhändler, der Anteile des Gewinns wohltätigen Organisationen zukommen lässt, bestellen möchte, kann das 350 Seiten dicke Buch hier bei Buch7 (klick!) bestellen.

Und noch ein neues und neuartiges Buch möchte ich euch vorstellen: Aromatherapie für Hunde von Kerstin Ruhsam (klick! zu Amazon). Auf 124 super-nett illustrierten Seiten erfahren Hundefreunde und -freundinnen, die ihrem Tier vor allem Naturpflege und natürliche Heilmöglichkeiten zukommen lassen möchten, alles Wichtige über ätherische und fette Pflanzenöle sowie über einige hundetaugliche Hydrolate. Er oder sie lernt wichtige Vorsichtsmaßnahmen und zahlreiche Anwendungstipps bei typischen Hunde-Wehwehchen (verschiedene Inhalationsmöglichkeiten, Waschlotionen, Roll-ons), etliche Rezepturen wie Pfotenbalsam, Parasitenschutz und Fellmassage-Gel. Ein ideales Buch für Hunde-Aromatherapie-EinsteigerInnen, es ist übersichtlich und für Laien verständlich! Wer beim ethischen Buchhändler bestellen möchte, kann das 19,95 Euro kostende Buch der sympathischen Hundesalon-Inhaberin und Spezialistin für Hunde-Aromatherapie und Physiotherapie hier bei Buch7 (klick!) bestellen. Etliche Tipps erfährt man auch auf Kerstins Website namens Dogwell.

'Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch weiß nicht warum, auf dieser Tournee gab es besonders viele dufte Geschenke, für die ich mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bedanken möchte (und bei der tollen Airline Aer Lingus, die die 2,4 Kilo Übergepäck und das [zu] dicke Handgepäck hat durchgehen lassen). Es gab ein tolle Seife mit den Kräutern des alten Liedes ‘Scarborough Fair’ von der Tiroler Outdoorschulen-Inhaberin Barbara Hoflacher, einen traumhaft duftenden Vanillezucker von Huberta Kunkel (dazu eine Pulle reinen Alkohol für Kosmetikzwecke, weil ich den hier in Irland so gut wie nirgendwo bekomme), ein “Fresspaket” mit tollen Bio-Produkten (nunja, die dreieckige Schoki nicht) von der engagierten Pflanzenwerkstatt-Inhaberin Sandra Limacher Hofstetter, bei ihr in der Schweiz kann man Räucherkurse, Kräutersammel-Veranstaltungen und auch Balsame herstellen lernen. Von Thomas Friese gab es einen feinen knallroten Granatapfeltrunk und von Evelyn Deutsch selbst gemachtes Bärlauchpesto und flugtauglichen feucht eingepackten Bärlauch (wächst hier kaum).

'Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas ist Frühjahreskur und Leber-Reinigung pur, auch wenn man dann etwas knoblauchig mieft… Aber nicht jede Aromatherapie duftet…

hydrolate – die vergessene dimension der aromatherapie


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDen meisten Menschen ist nicht bewusst, dass eine wirklich holistische, also ganzheitlich, durchgeführte Aromatherapie aus drei Säulen besteht: ätherische Öle, Hydrolate und fette Pflanzenöle. Wir arbeiten gewissermaßen dreidimensional. Doch die Dimension der wertvollen Pflanzenwässer, die teilweise ganz andere und manchmal sogar stärkeres Gesundheitspotenzial haben als die entsprechenden ätherischen Öle, erwacht erst ganz langsam aus ihrem Dornröschenschlaf.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNunja, das unglaublich hilfreiche Röschen-Hydrolat (bei entzündlichen Haut- und Schleimhautproblemen) ist inzwischen recht bekannt und anerkannt, doch die Destillationswässer vieler anderer Duft- und Heilpflanzen sind noch nicht sehr bekannt. Ich beobachte jedoch, wie derzeit das Interesse wächst, wie immer mehr Menschen Destillen kaufen, um Hydrolate selbst herzustellen und mit Freude stellte ich fest, dass meine zwei Hydrolate-Seminare, die demnächst in Wien stattfinden werden, innerhalb von wenigen Stunden ausgebucht waren. Ich habe meine Wässerchen in kleine Sprüh- und Tropffläschchen abgefüllt, so dass die große Auswahl gut in den Koffer, der morgen mit mir auf Reisen gehen wird, passt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch konnte keinen dritten Termin in Wien zur Verfügung stellen, doch es gibt noch eine ausführlichere Möglichkeit, circa 25 dieser feinen Duftwässer kennen zu lernen: In der Duft-Erlebniswoche vom 7. bis 14. Juni 2014 (klick!) im schönen Ardnagashel House direkt am Meer – unser Seminar- und Gästehaus. In entspannender Urlaubs-Stimmung lernen Sie alles, was derzeit über Hydrolate bekannt ist, Sie sehen, wie man zu Hause destillieren kann, Sie bekommen Tipps für einfache Selbst-Mach-Kosmetik und Erste-Hilfe-Mittel. Sie schnuppern und probieren viele verschiedene dieser Heilwässer, beispielsweise:

  • Zimthydrolat schmeckt und duftet wie vergangene Weihnachtstage, stark und fast süß zimtig, es eignet sich gut zur Appetitanregung bei krebskranken PatientInnen und bei Magersucht, zudem passt es prima in aufgeschäumte Milch für Chai oder Café latte.
  • Litseahydrolat duftet stark zitronig, fast wie abgeriebene Zitronenschale und hilft bei entzündlichen Haut- und Schleimhautzuständen, vor allem bei Halsschmerzen.
  • Lorbeerhydrolat duftet fein würzig, etwas nach Gewürznelke, es ist gleichermaßen zur Linderung von Prellungsschmerzen und zur Entlastung des lymphatischen Systems wie für die feine Küche geeignet.
  • Bohnenkrauthydrolat duftet tatsächlich! Ihm fehlt die Schwere vom Bohnenkrautöl und dennoch hilft es bei infektiösen Prozessen, die den Körper quälen.
  • Nerolihydrolat duftet wunderbar nach Zitrusblüte und scheint als “Rescue” oder Erste-Hilfe-Mittel bei vielen Menschen stärker zu wirken als das entsprechende ätherische Öl.
  • Rosengeranienhydrolat duftet weniger penetrant als das entsprechende ätherische Öl, es eignet sich zum seelischen Ausgleich bei inneren Achterbahnen, zur Blutstillung und zum Aromatisieren von Speisen.
  • Ylang Ylang-Hydrolat duftet fast so intensiv wie das entsprechende ätherische Öl und kann als sinnliches Körperspray eingesetzt werden, das auch noch Stresssymptome mildern kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDer Direktflug von München nach Cork kostet häufig weniger als so manche Zugfahrt in den deutschsprachigen Ländern (und ist zu empfehlen, wenn man bis zu 500 km entfernt wohnt, da die Züge im Flughafen halten), Sie können unseren Abholservice in Anspruch nehmen, Sie wohnen am Meer und doch erschwinglich, Sie werden von unserer Ballymaloe-Köchin verwöhnt (bekannteste Kochschule Irlands), Sie können sich ein Autogramm für Ihr Exemplar von ‘Hydrolate’ abholen ;-) und Sie werden viele wunderaschöne subtropisch anmutende Parks kennen lernen. Sie könnten noch ein paar Tage die schöne grüne Insel erkunden (klick!), noch bis Mitte Juni ist Blütenhochsaison, beispielsweise des wunderschönen Manuka-Baumes und natürlich der an so vielen Straßenränder violett und hoch blühenden Rhododendronsträucher. Begleitpersonen sind selbstverständlich willkommen. Zur Anreise erfahren Sie hier (klick!) wichtige Tipps und können die relevanten Links gleich anklicken. Während ich unterwegs sein werde, kann Ihnen auch unsere Assistentin Antje Wendel telefonisch Auskunft geben: Unsere Servicenummer aus Deutschland lautet  (089) 896 23 290, der Anruf wird auf unsere Kosten zur Grünen Insel weiterleitet. Ansonsten 00353 27 63609.

kinderohren in 12.000 meter höhe


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch bin immer wieder erstaunt. Nun erzähle ich seit so langer Zeit, dass Cajeput ein sehr hilfreiches ätherisches Öl bei Ohrenschmerzen ist, doch heute war ich – ehrlich gesagt – mal wieder über die „Wunderwirkung“ des vietnamesischen Duftes überrascht. Aber der Reihe nach.

Um 3 Uhr nachts irischer Zeit, um 12:30 Uhr japanischer Zeit, trat ich die erste Etappe des Rückflugs nach Europa an (11 Stunden). Hinter mir hustete unentwegt ein kleiner vielleicht knapp vierjähriger japanischer Junge. Trockener, fast rasselnder Husten. Die jungen Eltern schienen daran gewöhnt zu sein, ich dachte, vielleicht liegt es an der enorm trockenen Luft.

Nach einem gepflegten Schläfchen wachte das Kind schreiend, zuckend, hechelnd, strampelnd auf. Ich bekam mit, dass es sich um Ohrenschmerzen handelte, da die Mutter zwei verschließbare Papp-Kaffeebecher bekam (vermutlich mit heißem Wasser gefüllt), die sie dem Kleinen an beide Ohren drückte. Doch er schrie wie am Spieß, muss unermessliche Schmerzen gehabt haben. Ich erinnerte mich, dass sich in meinem Reise-Dreiset mit Mini-Fläschchen ätherischer Öle ausnahmsweise  Cajeputöl befindet (sonst eher Ravintsara, das beim Einpacken zum Abflug verschollen war).

Ich fasste ein Herz und ließ die einzige japanische Flugbegleiterin bei den Eltern, die wohl so gut wie kein Englisch verstand, anfragen, ob sie eine schnelle Schmerzlinderung mit „einer Art Eukalyptusöl“ wünschen und ob etwas Olivenöl zum Verdünnen an Bord sei. Nein, nur mit Balsamico für die First Class-Gäste, informierte man mich.

Da gerade in diesem Moment das Essen serviert wurde, ließ ich die japanische Margarineverpackung übersetzen, das Zeug sah seltsam aus und roch auch eigenartig. Es standen jedoch keinerlei Inhaltsstoffe drauf. Egal, das Kind fühlte sich hörbar wie gefoltert an und so mischte ich einen guten Teelöffel dieser weißen öligen Substanz mit je etwas Cajeput- und Lavendelöl und trug es sehr sanft auf die glühend heißen Öhrchen, die sogar pochten, auf. In die Ohrmuschel und vor allem drumherum. Die Mutter hielt dann wieder die warmen Kaffeebecher drauf.
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNach schätzungsweise zehn Minuten brüllte der Kleine nicht mehr wie am Spieß, nach circa zwanzig Minuten sprach er ein paar Worte, nach 45 Minuten lachte er mich an und legte sich dann zum Schlafen. Überraschenderweise schien er beim Landeanflug, nachdem seine Mutter die ungewöhnliche Mixtur noch zweimal aufgetragen hatte, keine Schmerzen zu haben, denn er kommentierte die Dinge, die er draußen sah und strahlte mich an.

Was ich aus der Geschichte lernte: nimm IMMER auch etwas fettes Öl mit (ich habe nur Johanniskraut mit ein paar Erwachsenen-Schmerzlinderungsölen wie Wintergrün dabei, falls meine Knie das Kofferheben übel nehmen).

Dazu für euch ein wichtiger Tipp, der für die bevorstehende Osterferien-Reisesaison wichtig sein könnte: Ätherische Öle mit all den „hübschen“ Gefahrensymbolen werden euch bei den Sicherheitskonttrollen abgenommen, sofern sie entdeckt werden, auch wenn sie im „Terroristenbeutel“ für das Handgepäck stecken. Also das Originaletikett entfernen und selbst beschriften und ggfs. bei Fragen einfach sagen, dass es sich um Parfüm handele. Oder in Mini-Fläschchen umfüllen.

PS Lustigerweise habe ich vorgestern an einer Hecke an einem Haus in Kyoto etliche (vermutlich) Cajeputstäucher entdeckt (könnte auch Niaouli gewesen sein, sie sehen fast identisch aus).