hexenschuss, rückenschmerzen und andere zipperlein


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch habe in den letzten Wochen allerlei Zipperlein mit ätherischen Ölen behandeln dürfen. Besonders leid tat mir unser netter Automechaniker, der fürchterlich hinkte, weil irgendetwas an seinem Beckenkamm irgendwie klemmte. Eigentlich wollte ich ihm, da er mir trotz seiner Schmerzen die nicht mehr funktionierende Kupplung ganz schnell wieder flott machte (und das auch noch ohne Kosten zu berechnen), meine bewährte 5%-ige Mischung aus

  • Bio-Johanniskrautmazerat, Hypericum perforatum
  • Pfefferöl, Piper nigrum
  • Majoranöl, Origanum majorana
  • Cajeputöl, Melaleuca leucadendra
  • Wintergrünöl, Gaultheria procumbens

vorbei bringen (wenn ich bereits eine Entzündung vermute, gebe ich noch etwas Zitroneneukalyptus dazu). Zunächst versuche ich jedoch, so eine Beschwerde gerne mit zwei Griffen aus der Dorn-Rückenbehandlung** zu lindern oder zu beheben. Der gute Mann legte sich also bereitwillig auf den Fußboden vor seinem Schreibtisch (ich gehe im Allgemeinen nicht mit meiner Behandlungsliege spazieren!). Ich zeigte ihm die zwei Tricks, die mir bei ähnlichen Schmerzen fast immer helfen. Und er schaute mich nach diesen drei Minuten wirklich überrascht, nein ungläubig an: Kann das sein, es fühlt sich sowas von besser an?!

Ich habe in den letzten Tagen auch Menschen mit einem verdrehten Knie und einem schmerzhaft überlasteten Ellbogen getroffen, und immer helfen diese Öle, um Schmerzen zu lindern und dem Körper dabei zu helfen, genau das zu tun, damit wieder alles in Ordnung kommt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKönnte unser Automechaniker deutsch lesen, hätte ich ihm gerne das neue Buch von Ingrid Kleindienst-John empfohlen, es ist ideal für AnfängerInnen der Aromatherapie, trägt den originellen Titel SOS Hexenschuss (klick! 19,90 €) und ist vollgepackt mit einfach nachzumachenden Rezepturen, die für Menschen jenseits des Teenager-Alters interessant sein könnten (Gruß an Ingrids Mann: Der nette irische Autospezialist sieht ihm gar nicht so unähnlich und stand sehr ähnlich wie auf dem Cover vor mir! ;-) ). Ingrid Kleindienst-John ist eine Vertreterin der Idee, dass wir uns bei Alltags-Wehwehchen selbst helfen sollten, dass wir uns der Mittel besinnen, die schon unseren VorfahrInnen geholfen haben. Zwar brauchen Naturmittel manchmal etwas länger bei der Heilung, jedoch wirken sie in vielen Fällen anhaltender. Ob bei pochenden Kopfschmerzen oder verrenktem Rücken, Schleimbeutel-Entzündung im Knie, Halsschmerzen, Hämorrhoiden, nachlassendem Gedächtnis, Einschlafproblemen oder Burnout, Ingrid hat an alles gedacht. Sogar an ein Rezept für heilendes feuchtes Toilettenpapier (bei Hämorrhoiden). Zudem hat sie einer Wechseljahresbeschwerde des Mannes, der vergrößerten Prostata mit den entsprechenden Beschwerden, eine bewährte Mixtur gewidmet. Freilich gibt es auch viele Tipps und Rezepte bei allerlei Frauenbeschwerden.

Dieses 250 Seiten starke Buch kann einen durch den Familienalltag begleiten, die kleinen Geschichten rund um ihre Rezepte sind interessant und kurzweilig zu lesen. Mir gefällt es sehr gut, dass sie sowohl den Körperteilen als auch den Jahreszeiten zugeordnete Beschwerden zusammen gefasst hat, denn im Frühling leidet der Mensch allgemein unter anderen Zipperlein (Heuschnupfen, Entschlackung) als im Winter (Husten, Blasenentzündung), im Sommer schwitzt man vielleicht übermäßig und wird von stechenden Plagegeistern heimgesucht. Mir gefällt es weiterhin, dass sie viele der Beschwerden erläutert, und die ausgewählten Heilmittel begründet: Dem Laien wird somit geholfen, sich langfristig auch ohne das Buch viel Gutes zu tun.

Im Zusammenhang mit Migräne zeigt die Autorin, wie mit Hilfe eines “Unkrautes” im Garten, des Mutterkrautes, und aus Weidenrinde zumindest Linderung verschafft werden kann. Auch heilende leckere Säfte gehören zu ihrer genießbaren Hausapotheke. Etliche ihrer Rezepturen – mit ätherischen Ölen und Heilkräutern – kennt sie von ihren beiden Großmüttern. So fanden auch leckere Kochideen ihren Weg in dieses abwechslungsreiche Buch wie Brennesssel-Risotto, Bärlauchpesto und Omas Zigeunerkartoffeln, dazu auch Anti-Stresskekse nach Hildegard von Bingen mit reichlich Muskatpulver sowie relativ viel Zimt und Nelke. Abgerundet ist das Buch mit übersichtlichen Tabellen zu Ölen, Hydrolaten und Kräutern. Eine schöne Geschenkidee für interessierte Einsteiger in die Welt der Düfte und Heilkräuter!

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWie es der Zufall will, telefonierte ich letzte Woche ausführlich mit Dr. Dietrich Wabner und er bat mich, eines seiner neuen Produkte zu testen, es heißt auch S.O.S. (ich habe regelmäßig Kniebeschwerden, obwohl meine Bänderriss-Operation über 22 Jahre zurück liegt). Wer beispielsweise nicht die oben beschrieben ätherische Öle zu Hause hat, kann sich mit dem ähnlich duftenden, weil auch Wintergrün enthaltendem SOS-Elixier von Wadi (klick! 12 €) einreiben, es ist wunderbar leicht und kühl und hat den Vorteil, dass es sofort einzieht, somit keine ölige Haut hinterlässt (ideal wenn es morgens schnell gehen muss.

Gedacht ist es als Ergänzung zum Muskel- und Gelenköl von Wadi. Rosmarin- und Wacholderöl entspannen und lockern die Muskeln, Cajeput- und Zitronenöl helfen auch bei Verspannungen und Zerrungen. Das von den Ureinwohnern Nordamerikas sehr geschätzte Wintergrünkraut mit seinem einzigartigen Duft, unterstützt bei Schmerzen in Gelenken und Muskeln. Besonders praktisch finde ich die Airlessflasche, in der das 4%ige Fluid hygienisch und haltbarkeitsfördernd verpackt ist. Das Team von Dietrich Wabner denkt sich übrigens jeden Monat ein paar prima Sonderangebote aus, derzeit gibt es die bewährte Mischung ‘Silent Legs‘ (klick!) für das nervige Syndrom “Restless Legs” zu einem reduzierten Preis (das Produkt können sie freilich nicht so nennen). Das ist ein Teil der erfolgreichen Produkte-Serie, die der Professor und Chemiker zusammen mit dem Apotheker Martin Tremmel von der Isar-Apotheke in Garching bei München entwickelt hat. Auch das haarwuchsfördernde Schottische Haaröl (klick!), nach dem ich öfters gefragt werde, wurde hier entwickelt. Also, meine Damen und Herren, es gibt genügend Möglichkeiten, sich bei den fiesen kleinen Zipperlein, die einen so im Laufe des Lebens ereilen, wirksam und wohlduftend zu helfen!

**PS. Die Dornmethode kann bei Brigitte und Harald Fleig (klick!) im südlichen Schwarzwald erlernt und erfahren werden, auch bei Hildegard Steinhauser und Helmut Koch am Bodensee ist man gut aufgehoben, sie haben hier eine Behandler-Liste. Manchmal kann ich mir nicht selbst helfen, wie nach dem herzhaften Biss auf ein gummiartiges Brötchen, da knackste der Kiefer schmerzhaft, oder nach Fehleinrenkung meines Genicks durch einen zu wilden Physiotherapeuten. Dann gehe ich zu einer Heilpraktikerin mit “Zauberhänden” in München-Schwabing: Gisela Cordes (klick!), sie ist so gut in ihrer weiterentwickelten Dorn-Methode (dort habe ich diese einst erlernt), dass ich jede Anreise, jeden Flug auf mich nehme, um von ihr liebevoll be-HAND-elt zu werden. Meistens reichen ein bis zwei Sitzungen, um langanhaltenden Erfolg zu erzielen.

impressionen vom aromatherapie-kongress ’30 jahre farfalla’ – teil 2


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDer zweite Tag des Aromatherapie-Kongresses ’30 Jahre Farfalla’ im schwül-heißen Zürich am ersten Juni-Wochenende startete mit meinem Vortrag über Hydrolate. Ich wies zunächst darauf hin, dass wir nicht nur noch in den Kinderschuhen stecken, was das Wissen um diese wertvollen Pflanzenwässer anbelangt, sondern dass die Babysöcken gerade erst gestrickt werden – so sehr am Anfang befindet sich die Informationslage. Insofern habe ich mehr über Indizien und über Fragezeichen berichtet, als über wissenschaftlich abgesicherte Tatsachen. Und ich habe betont, dass der Einsatz der duften Tropfen die perfekte Aromapflege und Aromatherapie komplett macht, alle drei Teile tragen enorm zur Stabilisierung von Gesundheit und Schönheit bei. Zudem sind diese Fläschchen wertvoll für AnfängerInnen, die sich noch nicht ans Verdünnen von ätherischen Ölen trauen, denn die Verdünnung ist bereits perfekt. Mit Hydrolaten können ganz besonders die sehr empfindlichen Menschen gepflegt werden: Babys, Kleininder, sehr alte Menschen, sterbende Menschen und nicht zu vergessen Tiere.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Sicher ist, dass Hydrolate wichtige Pflanzensäuren enthalten. Das macht sie sehr hautfreundlich und sogar hautheilend. Zudem wirken einige der in Hydrolaten vorkommenden Säuren wie die Rosmarinsäure, die Ellagsäure, die Gallussäure sehr antioxidativ und sie liefern einen hohen Anti-Ageing-Faktor. So sind sie als Gesichts- und Rasierwasser hoch interessant. [In Kürze stelle ich ein großartiges neues Kosmetikum vor, das ausschließlich mit Rosenhydrolat statt mit Wasser hergestellt wurde, möglicherweise erstmalig in der Naturkosmetik-Szene]. Besonders förderlich für die Heilung von wunder und ekzematischer Haut sind die in etlichen Hydrolaten in völlig ungefährlicher Menge vorkommenden Monoterpenketone wie beispielsweise Italidion, Menthon und Bornan-2-on (Campher). Der im Rosenhydrolat anteilsmäßig recht hoch vorkommenden aromatische Alkohol Phenylethanol besitzt unglaublich wertvolle schmerzlindernde, entzündungshemmende und juckreizstillende Wirkungen, zudem wirkt er bakteriostatisch, kann also gut für selbstgemachte, brustfreundliche Deos verwendet werden.

Wissenschaftliche Studien finden wir fast nur im Bereich der Lebensmittelforschung, Hydrolate können beispielsweise als Eiswürfel gefroren den Frisch-Fisch-Verkauf erleichtern, der Fisch hält etwas länger.

In den letzten drei Jahren sind vier wertvolle Bücher über Hydrolate erschienen:

  • Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch bin mit einem 24-teiligen Adventskalender-Beitrag hier auf dem Blog als Erste ins Rennen gegangen (Dezember 2011), daraus wurde zunächst ein E-Book und dann ein “richtiges” Buch mit 12 heraus trennbaren Karten: Hydrolate – Die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege (klick!).
  • Kurz auf mein E-Book folgte Ingrid Kleindienst-John, die bereits “ewig” destilliert: Hydrolate – Dufte Helfer aus dem Pflanzenreich (klick!).
  • Die Pionierin auf dem Gebiet der duften Medizin Susanne Fischer-Rizzi gab bald darauf ein dickes, schönes und sehr umfassendes Werk heraus: Das große Buch der Pflanzenwässer (klick!)
  • Eine “Bibel” der Hydrolate Harvest to Hydrosol (klick!) folgte von der us-amerikanischen Pionierin Ann Barker-Harman, sie kommt nicht aus dem Heilkunde-Bereich, sondern baut Bio-Pflanzen an und destilliert sie selbst. Sie vergleicht beispielsweise Haltbarkeiten der jeweiligen Hydrolate, je nachdem ob sie in einer Kupferdestille oder in einer Edelstahldestille hergestellt worden sind. Ann sucht derzeit mit ihrem Circle H (klick!) Sponsoren, um ihre Forschungsarbeit mit und an Hydrolaten finanzieren und veröffentlichen zu können, beispielsweise durch den Verkauf ihres Buches und durch ihr schönes Poster.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIn diesem Blogbeitrag (klick!) kann noch einiges über den Kauf von Destillen und über die Bücher nachgelesen werden. Nach meinem Vortrag gab es einige Fragen zur Haltbarkeit, das ist das negativste Thema im Bereich der Hydrolate, sie neigen mehr oder weniger schnell zur Kontamination mit Schimmel, sie sollten also – wie manche Lebensmittel – innerhalb von wenigen Monaten aufgebraucht werden. Ich wurde gelobt, dass ich zum Hydrolate-Selbermachen aufforderte, denn ätherische Öle lassen sich durch Heimdestillation nur in Tröpfchenmengen gewinnen, sehr hochwertige Hydrolate jedoch in ausreichender Menge. Vielleicht könnte sich also eine kleine Destille auf den Weihnachtswunschzettel schleichen??? ;-) Infos dazu, auch zu den herben rechtlichen Beschränkungen der Heimdestillation, gibt es bei destillatio.de. Eine neue Erkenntnis über die sonnenschützende Wirkung von Lavendelhydrolat kann im aktuellen Blog-Beitrag (klick!) von Christine Lamontain nachgelesen werden.

Roland_Kunz_Palliative_CareDer nächste Vortrag war ein Doppelvortrag: Zunächst hielt der erfahrene Palliativmediziner Dr. med. Roland Kunz vom Spital Affoltern den Vortrag ‘Medizinische Begleitung im Sterbeprozess’, anschließend rundete die Aromatologin und Autorin Barbara Bernath-Frei die hervorragende Aufklärung durch Praxisbeispiele und Rezeptideen ab in ihrer Präsentation ‘Aromapflege und Sterbebegleitung’. Dr. Kunz wies darauf hin, dass weder der Begriff Palliativpflege noch der Einsatz von Morphium bedeuten müssen, dass bereits der Todesengel seine Kreise über einem zieht. Er verwendet den Begriff Palliative Care, der sich inzwischen langsam einbürgert, weil dieser wesentlich mehr als die reine Krankenpflege umfasst, sondern auch das soziale Umfeld, die persönliche Biographie und den spirituellen Hintergrund der Betroffenen in die Betreuung mit einbezieht.

Der Ursprung des Wortes ‘palliativ’ bedeutet ‘einen Mantel umlegen’, also eine Person schützend begleiten, sie umsorgen, ihr Leben so angenehm und schmerzfrei wie möglich zu gestalten, auch wenn sie an einer unheilbaren Krankheit leidet. Der erkrankte Mensch kann mit diesem “Mantel” durchaus noch sehr lange leben, gar Jahrzehnte. Wir bekamen berührende Fotos von Bewohnern der Villa Sonnenberg zu sehen. Menschen, die teilweise ein bis zwei Wochen nach den Aufnahmen der Bilder verstorben waren, die jedoch Fröhlichkeit und Lebensfreude ausstrahlten. Dr. Kunz betonte, dass es überaus wichtig ist, die Betroffenen immer wieder nach ihren Wünschen, Bedürfnissen und momentanen Befindlichkeiten zu befragen, damit möglichst viel für sie getan werden dann. Das betrifft auch, manchmal sogar vor allem, nicht-medizinische Bereiche: Vielleicht müssen persönliche Dinge erledigt werden oder Versicherungen und juristische Papiere geklärt werden. All das umfasst eine runde Palliativ-Versorgung und erfordert ganzheitliches Denken von Seiten des Betreuungsteams und dazu viel Flexibilität sowie Engagement.

Barbara_Bernath-Frei_Zürich2015Barbara erläuterte dann neben den Rezepturen die hervorragende Aufklärungsarbeit des “Sterbespezialisten” Gian Domenico Borasio (einziger Lehrstuhl in Palliativmedizin in der Schweiz, Lausanne) dessen Bücher im Bücherverkauf auslagen, eines davon habe ich daraufhin gleich verschlungen, da es mit den Gedanken und Empfehlungen von Dr. Kunz und von Barbara Bernath-Frei übereinstimmt: Über das Sterben: Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen. (9,90 €, klick!). Meiner Meinung nach ist dieses mit dem Preis ‘Wissensbuch des Jahres 2012‘ (Kategorie ‘Zündstoff’) eine wichtige Pflichtlektüre für jedermann und jederfrau, denn diesen Weg werden wir ALLE gehen müssen, warum also nicht vorher einigermaßen informiert und vorbereitet sein! Danke Barbara für diesen wertvollen Tipp!

An anderer Stelle habe ich bereits folgendes Buch von dem Mitarbeiter von Prof. Dr. Wabner, dem Krankenpfleger Stefan Theierl empfohlen, es bietet eine Übersicht für Anfänger der Aromapflege, insbesondere der aromatischen Palliativpflege: Aromapflege Palliative Care für Einsteiger (29,99 € klick!). Ein mega-ausführliches Buch dagegen, ja eine “Bibel” zur aromatischen Palliativpflege, ist vor zwei Wochen in einer englischsprachigen Übersetzung (aus dem Niederländischen) von Fachfrau Madeleine Kerkhof-Knapp Hayes erschienen, ich wälze mich noch durch die 400 großen Seiten von Complementary Nursing in End of Life Care (klick!) und stelle es demnächst an dieser Stelle ausführlicher vor. Auch die Präsentation von Barbara werde ich mit ihrer Erlaubnis demnächst ausführlicher zeigen, denn mit gekonnter und wohlduftender Aromapflege kann so viel Hilfe geleistet werden! In Großbritannien ist Palliative Care ohne Aromatherapie inzwischen gar nicht mehr denkbar!

Maja_Dal_Cero_2015In der kurzen Pause konnten diese ernsten, jedoch wichtigen Erkenntnisse etwas sacken, bevor es mit der fröhlichen Ethnobotanikerin, Umweltnaturwissenschaftlerin und Autorin Maja Dal Cero (klick!) weiter ging. Sie entführte uns mit wunderschönen Fotos in den Mikro- und Makrokosmos der Pflanzen, streifte kurz die Evolution und die Auswirkungen davon auf unsere heutige Flora. Viele Vorgänge wie die Kommunikation zwischen Pflanzen und mit Insekten mit Hilfe von ätherischen Ölen wurden uns anschaulich und lebendig nahe gebracht und bereiteten auf den späteren Vortrag einer Kollegin vor. Majas Buch Unsere Heilpflanzen (klick!) erläutert die 150 wichtigsten Heilpflanzen, die in der Schweiz wachsen.

Regula_Rudolf_von_RohrNach der Mittagspause berichtete die engagierte Aromatherapeutin und Psychiatrie-Pflegende am Universitätsspital Basel Regula Rudolf von Rohr (klick!) über ihre Erfahrungen und ihren Einsatz von ätherischen Ölen bei Menschen mit psychiatrischen Störungen. Es ist wirklich beeindruckend, wie fortschrittlich man dort arbeitet und wie erfahren man in der Begleitung mit den duften Helfern ist. Das Ziel des ‘Basler Modells’ ist der Auf- und Ausbau von Selbstfürsorge, möglichst über den stationären Aufenthalt der PatientInnen hinaus, es soll eine Erweiterung des eigenverantwortlichen Handlungsraumes (Empowerment) aufgebaut werden, also Hilfe zur Selbsthilfe mit gegeben werden.

Besonders schön ist ihr neuer Therapiegarten, dessen Entwicklungsschritte Regula uns in Fotos gezeigt hat: vom ersten Entwurf, an dem einiges verworfen oder geändert werden musste über die noch kahle Anlage mit frisch gepflanztem Grünzeug bis zum wuchernden Duftgarten mit Bänkli zum Genießen und Gesundwerden. Nicht nur das Schnuppern wird den PatientInnen nahe gelegt, mit Hilfe der Pflanzen sollen die eher abstrakten Düfte in den Fläschli sozusagen ein Gesicht bekommen und können dazu noch helfen bei folgenden Tätigkeiten:

  • Trockensträusse binden zum Mitnehmen
  • Kräuter ernten für Tees, inkl. Zubereitung
  • Ernten für Potpourris
  • Bei der Pflege des Gartens mithelfen
  • Lernen, wie Duftpflanzen zu Hause auf dem Balkon oder im Garten angepflanzt und gepflegt werden

Regula hat ein gut funktionierendes Netzwerk für Pflegende mit aufgebaut, das DreiLänderSymposium (klick!), das einmal im Jahr einen spannenden Fortbildungs-Kongress entweder in der Schweiz, in Österreich oder in Deutschland anbietet. Im Übergang zum nächsten Vortrag stellte Ingeborg Stadelmann kurz ihre Arbeit beim Aromatherapie- und Aromapflege-Verein Forum Essenzia (klick!) vor.

Farfalla_Team_Zürich2015Anschließend amüsierten die vier GründerInnen von Farfalla (klick!) mit Bildern und Anekdoten aus der Vergangenheit, sie haben ihre damals vor 30 Jahren gesteckten Ziele im Großen und Ganzen erreicht, sie bleiben sich nach wie vor treu, indem sie kompromisslos für höchste Bio-Qualität, für Umweltschutz und fairen Handel eintreten. Wir hatten in den letzten Jahren viele Gespräche zum Thema, ich konnte mir Lager und Labor anschauen, ich habe viele MitarbeiterInnen kennen lernen dürfen und habe einen Großteil des umfangreichen Sortiments ausprobiert.

Nach wie vor reisen die Farfalla-Menschen gerne zu den vielen Orten, an denen ihre Duftpflanzen gedeihen und von wo sie ihre kostbaren ätherischen Öle beziehen und tauschen sich mit denen aus, die die “Drecksarbeit” rund um die Felder machen. Den Ärmsten der Armen wird unter die Arme gegriffen, beispielsweise auf Madagaskar, von wo 20 feinste ätherische Öle kommen. Was sich seit den Hippie-Tagen mit langen Haaren und Rauschebärten verändert hat: Sie können inzwischen auch auf ein gut sortiertes Angebot von sehr hochwertiger Naturkosmetik stolz sein, diese wird im eigenen Labor produziert. Zudem bekam das eine Starter-Ladengeschäft in Zürich-Seefeld nach und nach Geschwister in mehreren Orten der Schweiz und Farfalla-Produkte sind nun auch außerhalb der eidgenössischen Grenzen erhältlich und beliebt. Derzeit ist das “alte” (jedoch sehr jung gebliebene) Team dabei, ihre Arbeit in jüngere Hände zu geben.

Zum Abschluss dieses gelungenen Kongresses referierte – wie bereits vor fünf Jahren – die Biologin und Chemikerin Florianne Koechlin über ‘Feigen flüstern, Weiden wispern’. Wir lernten spannende neue Erkenntnisse aus dem Bereich des ‘Pflanzenpalavers’, also der Kommunikation zwischen Pflanzen, zu der sie bereits vor einigen Jahren ein wundervoll zu lesendes kleines Buch (klick!) herausgegeben hat. In Erstaunen versetzte die Forschung mit dem vorhandenen ‘Gedächtnis’ von grünen Wesen, wie man an Mimosenpflanzen, die man fallen ließ, beobachten konnte. Es kostet die ‘sensible’ Pflanze Energie, immer wieder ihre gefiederten Blättchen zusammenzuklappen und zu öffenen. Nach mehreren Malen des Fallens taten die beobachteten Pflanzen dies nicht mehr. Klar, denkt sich der Forscher, die Power ist verbraucht, das Pflänzlein ist irgendwie müde. Doch auch in den nächsten Tagen reagierten die im Fall nun geübten Gewächse, dass es keinen Grund zum Zuklappen gibt, sie müssen sich das also irgendwie “gemerkt” haben.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFrau Koechlin informierte uns auch über das WWW der Pflanzenwelt, das Wide Wood Web: Man kommt sich als Mensch schon ein wenig erbärmlich vor, wenn man erläutert bekommt, dazu auf so unterhaltsame Weise, welche Kommunikationsprozesse in der Pflanzenwelt unterirdisch abgehen. Nur weil wir die Klopfgeräusche einer Pflanze nicht hören können, heißt das nicht, dass es sich um stumme und dumme Kreaturen handelt! Jedes Jahr gibt es neue faszinierende technische Möglichkeiten, diese Ausdrucksweisen der Pflanzen so umzuwandeln, dass wir sie mit unseren doch recht armseligen Sinnen erfassen können. Und siehe da, wer offen dafür ist, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Ich war nicht nur vom kurzweiligen Vortragsstil von Frau Koechlin mitgerissen, mir haben ihre vielen kleinen erläuternden Aquarelle besonders gut gefallen: Sie ist nicht nur forschend, sondern auch künstlerisch tätig und illustriert ihre Folien mit entzückenden leicht kolorierten Strichzeichnungen. Ein neues Buch, das Frau Koechlin mit herausgegeben hat, soll inspirieren und aufklären, so dass wir Menschen Pflanzen mehr ernst nehmen können und mehr Achtung vor ihren Fähigkeiten aufbauen können: Jenseits der Blattränder (klick!). Das Buch schildert Eigenheiten der Pflanzen und beschreibt ihre Kommunikationskünste und Beziehungsnetze, die sie mit anderen Lebewesen und uns Menschen knüpfen. Auszug aus der Buchbeschreibung vom Lenos Verlag April 2014: “So erfahren wir, wie Pflanzen mit Duftstoffen kommunizieren oder dass das Wurzelsystem einer jungen Roggenpflanze fast fünf Kilometer pro Tag wächst und wie es mit Pilzfäden ein dichtes unterirdisches Netz bildet, über das auch Nährstoffe und Informationen ausgetauscht werden. Ein weiteres Fragment berichtet aus der neuesten Forschung: Pflanzen erinnern sich an vergangene Ereignisse – und vererben diese Erinnerungen sogar an ihren Nachwuchs. So können sich Tomaten, die einmal von Raupen attackiert wurden, beim zweiten Mal viel effizienter wehren. Und auch deren Nachkommen sind gegen Fraßfeinde besser gewappnet – sie haben die Erinnerungen an den Raupenangriff von ihren Eltern geerbt. Pflanzen sind also keine passiven und isolierten Objekte. Sie sind Subjekte im großen Beziehungsgeflecht der Natur, in das auch wir eingebunden sind. Da stellt sich die Frage unserer Verantwortung ihnen gegenüber neu.”

Es war ein rundherum gelungener und abwechslungsreicher Kongress, wir haben viel gelernt und auch viel gelacht. Bleibt nur noch zu sagen: MERCI, Farfalla, auf die nächsten 10 oder 20 oder 30 Jahre! Danke auch, dass ich moderieren durfte, es war mir eine freudige Ehre! Es folgt zum Abschluss noch die erste Folie aus meiner Präsentation:

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieSo umschrieb ich auf einem selbst gebastelten T-Shirt meine Tätigkeit als relativ frisch gebackene Aromatherapeutin, ausgebildet bei und ausgestattet mit dem Diplom von SPICA, dem College der englischsprachigen Pionierin Shirley Price: Aromatherapeuten tun es mit Duft und Liebe. Das war nicht vor 30 Jahren, jedoch vor circa 27 oder 28 Jahren.

Fotos: © Volkmar Heitmann (Zimmermann, Kunz, Bernath-Frei, Rudolf von Rohr, Farfalla-Team), Maja Dal Cero (Dal Cero)

impressionen vom aromatherapie-kongress ’30 jahre farfalla’ – teil 1


Zürich_See_Volkmar_HeitmannEs herrschte traumhaftes super-heißes Wetter: Am 6. und 7. Juni wurde das 30-jährige Bestehen einer großen Ätherische-Öle-und-Naturkosmetik-Firma ausgiebig im wunderschönen Botanischen Garten Zürich gefeiert: Farfalla.

Farfalla_Kongress_2015_Volkmar_HeimannIch war als Moderatorin und Vortragende dabei. Darum kann ich mit meinen schnellen Handy-Fotos auch nur sehr mäßig Eindrücke wiedergeben (vielen Dank an Volkmar Heitmann für das Auffüllen mit scharfen Fotos!). Der Kongress war ausverkauft und der schöne Vorlesungssaal somit voll.

Evelyn_Deutsch_xsDer Samstag wurde von der bekannten und erfahrenen Krankenpflegenden, Schulleiterin, Autorin und Drogistin Evelyn Deutsch-Grasl aus Tirol eingeläutet. Sie berichtete ausführlich über den erfreulichen Einzug der Aromapflege im professionellen Pflegealltag. Neben “technischen” und juristischen Rahmenbedingungen berichtete sie von interessanten wissenschaftlichen Arbeiten, beispielsweise von einer Intensivstation, auf der PatientInnen erfolgreich mit dem von ihr entwickelten Pflegeprodukt ‘Atem-Aktiv-Pflegeöl’ gepflegt wurde, die Kontrollgruppe nur mit Mandelöl. Nachzulesen auf Seite 14 in ihrer kostenlosen Zeitschrift ‘Hand in Hand mit der Natur’, die hier (klick!) gelesen werden kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEvelyn berichtete ferner von der Krankenpflegenden Susanne Mild, die ätherische Öle bei demenziell veränderten Menschen erfolgreich einsetzt. (Die Bachelorarbeit von S. Mild ‘Aromapflegeanwendungen bei dement kranken Patienten: Eine Übersicht über Aromapflegeanwendungen, welche die Agitiertheit bei dement kranken Patienten reduzieren können’ kann für 23,90 € hier als kleines Buch gekauft werden, einen Powerpoint-Vortrag kann man auf der Seite der OeGWA runterladen).

Besonders spannend ist die angekündigte Veröffentlichung einer neuen Aromatogramm-Arbeit von Dr. Gerda Dorfinger (Wien), in der sie zeigen konnte, dass in ätherischen Ölen, die absichtlich mit Keimen kontaminiert wurden, nach 30 Minuten bei 20 Grad die jeweiligen Keime nicht mehr nachgewiesen werden konnten. Getestet wurden die Keime Staphylococcus aureus, Staphylococcus aureus MRSA, Escherichia coli ESBL. Die Öle waren Thymian Ct Thymol, Thymian Ct Linalool, Lavendel fein und Teebaum (bush oil). Das ist eine Art Auffrischungs-Studie einer inzwischen als veraltet geltende, aber für den Pflegebereich hoch wichtigen Studie von Kerr und Maudsley (1999). Viele der von Evelyn angesprochenen Themen sind in der dritten Auflage des Aromapflege Handbuch (klick!) nachzulesen, inzwischen eine Art Bibel für Aromapflegende ;-) .

Daniela_RyfDer nächste Vortrag beschäftigte sich mit einem Thema, das mir in gut 25 Jahren Aromapraxis so noch nicht begegnet ist: ‘Aromatherapie im Spitzensport’. Die in der Schweiz sehr bekannte Triathletin Daniela Ryf berichtete, wie sie nach kleinen, jedoch sehr lästigen Krankheiten mit Hilfe von ätherischen Ölen wieder fit für ihre harten Wettbewerbe wurde. Ihr bevorzugtes “aromatisches Doping” (welches nicht verboten ist) sind Zitronenöl und Pfefferminzeöl, um ihr oft angeschlagenes Immunssystem fit zu halten, und Rosmarin, um eine deutliche Leistungssteigerung zu erreichen und auch Schmerzen zu reduzieren. Um eine maximale Erholung nach so hartem Training zu erreichen, schwört sie auf Lavendel- und Melissenöl. Daniela Ryf musste nach dem Vortrag auch gleich wieder zum Training eilen und gewann prompt den Ironman in Rapperswil des folgenden Tages! Gratulation!

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieProfessor Dr. rer. nat. habil. Jürgen Reichlings Kommen war besonders schön, da er immer noch ein bisschen an den Folgen einer orthopädischen Operation leidet. Er hat sich “Ewigkeiten” an der Uni Heidelberg mit Viren, Bakterien und ätherischen Ölen beschäftigt und erinnert uns immer wieder daran, dass die Summe der Bestanteile vieler ätherischer Öle klar nachweisbar wirksamer ist als einzelne Inhaltsstoffe (anders als gerne in der Wissenschaft behauptet).

Dr. Reichling berichtete u.a. von Erkenntnissen mit dem kommerziell erhältlichen Ätherisch-Öl-Mix namens Olbas-Tropfen (klick!), dass es bei einer Spalthautoperation (Transplantation) besser desinfizierend wirkte als die üblicherweise eingesetzten Jodpräparate. Die Arbeit zu diesem Themenkreis seiner Kollegin Manuela Böhm wurde zwar noch nicht veröffentlicht, doch kann man einiges dazu auf folgenden zwei Studien nachlesen: Heidary Navid M, Reichling J, Schnitzler P. Antiherpetic activity of the traditionally used complex essential oil Olbas. Pharmazie. 2013 Aug;68(8):702-5 und Hamoud R, Sporer F, Reichling J, Wink M. Antimicrobial activity of a traditionally used complex essential oil distillate (Olbas(®) Tropfen) in comparison to its individual essential oil ingredients. Phytomedicine. 2012 Aug 15;19(11):969-76.

Am Beispiel von Teebaumöl erläuterte Dr. Reichling, was dieses einer Escherichia coli-Bakterie (in vitro) schaden kann:

  • er fördert die Bildung extrazellulärer Blasen
  • die Zellatmung (des Keimes) wird gehemmt
  • es bilden sich Mesosomen (Auffaltung der Zytoplasmamembran)
  • die Permeabilität der Zellmembran verändert sich

Das Ganze nennt der Wissenschaftler Multitarget, d.h. es werden sozusagen einige unterschiedliche Ziele in und an der Bakterie angeschossen, so erhöht sich der therapeutische und pflegerische Erfolg gegenüber pharmazeutischen Produkten, die nur auf ein Ziel ausgerichtet sind (und wenn das ausgewählte Produkt das Ziel verfehlt, verringern sich die Heilungschancen). Prof. Reichling empfahl folgende neuere interessante wissenschaftliche Arbeit zum Thema: Nazzaro F, Fratianni F, De Martino L, Coppola R, De Feo V. Effect of Essential Oils on Pathogenic Bacteria. Pharmaceuticals 2013, 6(12), 1451-1474. Sie kann hier (klick!) kostenlos runtergeladen werden.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

ingeborg_stadelmann_volkmar_heitmann_2015 Im kleinen Hörsaal konnten wir mit vier Absolventinnen der Farfalla-Aromatherapie-Ausbildung sprechen und ihre Abschluss-Arbeiten bewundern, viele Bücher, nicht nur der ReferentInnen konnten angeschaut und gekauft werden, auch ein verführerisches Angebot von ätherischen und fetten Ölen sowie Hydrolaten konnte geschnuppert und gekauft werden.

Im Foyer konnte auch der Wissenshunger gestillt werden: Man konnte in der neuen und in alten Ausgaben von Forum Essenzia blättern, Ingeborg Stadelmann und Volkmar Heitmann hielten dem Backofen an der sonnigen Fensterfront tapfer stand und standen zu vielen Gesprächen und Fragen bereit.

Forum_Essenzia_Stand_Zürich2015Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapiePriv.-Doz. Mag. Pharm. Dr. rer. nat. Dr. phil. Sabine Krist entführte uns nach der Mittagspause in die Welt der Fette und Öle. Sie betonte die Rolle der wertvollen Fettbegleitstoffe, die in billigen raffinierten Supermarkt-Ölen nicht mehr vorhanden sind (beispielsweise weil sie schnell ranzig werden, weil sie dem Öl einen unerwünschten Farbton geben, weil sie ausflocken etc). Für die Gesundheit sind sie jedoch immens wichtig, genau so für die Hautpflege, insbesondere wenn die Haut gesundheitlich angeschlagen ist.

Für mich ganz neu war, dass es auch flüchtige Substanzen in fetten Ölen gibt, wie wir sie aus Ätherischen Ölen kennen, wie beispielsweise das alpha-Pinen, welches in Sonnenblumenöl enthalten ist. Mit Hilfe modernster Methoden kann man diese Inhaltsstoffe finden und daran Qualitätsnachweise führen. Beispielsweise aufdecken, dass Olivenöl mit Haselnussöl gestreckt wird, was sehr häufig der Fall ist. Das unglaublich ausführliche Buch von Frau Dr. Krist ‘Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle kann hier (klick!) angeschaut und bestellt werden. Ihr Buch über die flüchtigen Inhaltsstoffe von Fetten und Ölen ‘Volatile Compounds: The Utilisation of Volatile Compounds in the Characterisation of Vegetable Oils and Fats and in Reducing the Bacterial Count of Ambient Air’ gibt es auf englisch hier (klick!), es kostet circa 52 Euro.

Anschließend wurden wir mit einem Film und schönen Fotos nach Madagaskar gebeamt: Von dort bezieht Farfalla etliche ätherische Öle und hat Austausch und Handel mit den unterschiedlichsten Menschen. So können wir europäische Endkunden beim Kauf und Gebrauch von ätherischen Ölen die Armen der Ärmsten unterstützen. Mir macht es zudem ein gutes Gefühl, dass das Farfalla-Team regelmäßig zwischenmenschlichen Kontakt mit engagierten und ehrlichen Bio-Produzenten pflegt, so dass ich mich darauf verlassen kann, dass meine Öle weder von riesigen ungesunden Plantagen kommen noch von Sklaven in der dritten Welt unter riesigem Druck produziert werden. Sondern von Menschen, denen etwas an der Natur und am Menschen liegt, vom Samenkorn bis zum duftenden Tropfen, den ich meinen Kunden und Kindern (verdünnt!) auf die Haut gebe.

Ebberfeld_Ingelore_Zürich_2015Was Beteiligung des Publikums und Betätigung der Lachmuskeln anbelangte, war der überaus lebendige Vortrag von Dr. habil. Ingelore Ebberfeld der Höhepunkt des Tages. Sie ist Buchautorin zu ungewöhnlichen Themen rund um Körpergerüche und Sexualität, ihr Thema ‘Botenstoffe der Liebe’ war gleichermaßen amüsant wie ernst. Auch wenn es sozusagen immer wieder ‘unter die Gürtellinie’ ging, trug Frau Dr. Ebberfeld äußerst plakativ und dazu rasend schnell vor. Sie brachte die geheimnisvolle Welt von geruchlichen Tabus auf den Punkt, erläuterte unter wirklich schallenden Lachsalven der Zuhörer, wie Körperdüfte faszinieren, manipulieren und stimulieren. Unter anderem forderte sie uns Frauen dazu auf, uns “da unten” nicht allzu gründlich zu waschen, wirken weibliche Gerüche doch so verführerisch auf die Männerwelt…

Die Bücher von Frau Dr. Ebberfeld (teilweise nur noch antiquarisch erhältlich) haben so neugierig machende Namen wie: Sex ist alles, alles ist Sex – Diktierte Lust und manipulierte Wünsche (klick!) welches Mitte Oktober erscheinen wird, Von der Unmöglichkeit der Liebe; Küss mich: Eine unterhaltsame Geschichte der wollüstigen Küsse; Das Kussbuch: Eine romantische Verführung; Botenstoffe der Liebe: Über das innige Verhältnis von Geruch und Sexualität, Blondinen bevorzugt: Wie Frauen Männer verführen – Eine Kulturgeschichte des weiblichen Balzverhaltens; Körperdüfte: Erotische Geruchserinnerungen; Sexualität von Frauen im Alter.

Dieser rundum gelungene und äußerst unterhaltsame Vortrag ohne Powerpoint oder Notizzettel, dafür mit viel eindeutig-zweideutiger Körpersprache ;-) war ein Feuerwerk an Informationen, man konnte (und wollte) nicht mitschreiben. Nicht nur wegen der Hitze des Tages verließen die meisten Gäste den Saal mit rotem Kopf und fröhlich-schmerzenden Lachmuskeln.

© Fotos: Evelyn Deutsch, Zürich, Zuschauer, Forum Essenzia, Heitmann & Stadelmann: Volkmar Heitmann

august-duftwoche zum frühbucher-preis für schnellentschlossene


Massmount_Church_AdrigoleWegen unschöner Erkrankung musste jemand für die im August (15.-22.8.2015) stattfindende Duft-Erlebnis-Woche absagen (sie war bislang ausgebucht). Das Thema: ‘Happy Düfte – Öle die dem Seelenleben gut tun’ mit der genialen Osmologin Christine Lamontain als Gast-Referentin. Da sich die betreffende Person zum Frühbucherpreis angemeldet hatte, kann nun jemand zu diesem reduzierten Preis (900 € inkl. Vollpension, Übernachtungen, Eintritte, Bootsfahrt) einspringen. Infos hier (klick!) und Übersicht mit Anmeldeformular hier (klick!).

Vier halbe Tage erfahren und erleben wir die oft erstaunliche Reaktion auf naturreine Düfte (wenn man nicht weiß, an was man schnuppert), wir machen eine Erste-Hilfe-Mischung, wir lernen viele subtropische Ätherisch-Öle-Pflanzen kennen (schon mal mal Pfefferbaum geknabbert?, schon mal auf einer Japanischen Sicheltanne herum geturnt? ;-) ) Einen ausführlichen Blick auf schöne Ort unserer Umgebung (inklusive eines der Exkursionsziele) gibt es in der Sendung des WDR Wunderschön (klick!). See you?!

termine für duft-erlebnis-wochen 2016


aroma_kräuter_kurs_impressionenAuf meinem virtuellen Schreibtisch türmen sich die Themen, über die ich hier schreiben möchte, doch unsere Internet-Verbindung lässt derzeit sehr zu wünschen übrig, so dass ich mich vor Abstürzen bei langen und kostbaren Artikeln fürchte. Also belasse ich es heute bei einer aktuellen Info, denn die Termine für die Duft-Erlebnis-Wochen für kommendes Jahr stehen nun fest! Mir kommt das sehr früh vor, denn derzeit ist noch Hochsaison in unserem schönen Seminar-und Gästehaus Ballylickey House & Chalets (klick!). Doch ich weiß freilich, dass viele InteressentInnen “ewig” im Voraus ihre Urlaubs- und Fortbildungsplanung einreichen müssen. Darum gebe ich noch so gerade in der ersten Jahreshälfte die Daten für 2016 bekannt:

  • 14.05. – 21.05.2016 Aromatherapie und Wildkräuter für Sie
  • 28.05. – 04.06.2016 Aromapflege – sanfte und wirksame Begleitung bei Schmerzen und chronischen Erkrankungen*
  • 18.06. – 25.06.2016 Aromatherapie und Wildkräuter für Sie
  • 09.07. – 16.07.2016 Happy Düfte: Öle die dem Seelenleben gut tun – Ätherische Öle als Verstärker unserer Neurotransmitter, die Nase als wichtiger und wirksamer Wegweiser zum Wohlbefinden*
  • 13.08. – 20.08.2016 Aromatherapie und Wildkräuter für Sie

Da es sich als gleichzeitig entspannend-urlaubsmäßig und dennoch lerntechnisch-effektiv erwiesen hat, werde ich wieder dreimal ‘Kreative-Aroma-Apotheke & Kräuter-Wanderungen’ mit dem beliebten Rühr-Workshop zur Herstellung einer kleinen aromatischen Hausapotheke nach meinem gleichnamigen Buch ‘Aromatherapie für Sie’ anbieten, das übrigens über den kommenden Winter renoviert, erweitert und verschönert werden wird.
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWir lernen in schöner und entspannender Umgebung in lockerer Runde am großen Tisch. in den letzten circa fünf Jahren hat sich so viel unendlich neues und spannendes Wissen rund um die Wirksamkeit vieler ätherischer Öle heraus kristallisiert. Auch über den Riechsinn und über unglaublich verblüffende Fähigkeiten von Duftpflanzen sind teilweise unglaubliche Informationen veröffentlicht worden. So kann diese Woche Inspiration und Faszination verbinden, Lernen und Loslassen kombiniert werden, Urlaub und effektive Fortbildung gleichzeitig stattfinden.

Nach vier solcher circa 3-stündigen Gesprächs- und Informations-Runden bereiten wir jeweils kleine hilfreiche Erste-Mittel mit wertvollen ätherischen und fetten Ölen sowie Hydrolaten vor. Selbst gesammelte Kräuter von den davor oder danach stattfindenden Kräuter-Wanderungen werden angeschaut, verglichen, gerochen und geschmeckt. Diese drei Wochen eignen sowohl sich als Fortbildung für bereits in Aromatherapie und Aromapflege tätige Personen, sie bieten auch ausreichend Inspiration für EinsteigerInnen in die Welt der kleinen grünen Naturwunder, d.h. Laien sind auch willkommen.

Zwei weitere Termine werden sich um wichtige Schwerpunkt-Themen drehen: Wir lernen etliche ätherische Öle, die schmerzlindernd, entzündungshemmend und kortison-ähnlich wirken, näher kennen. Insbesondere werden einige ganz besondere durch CO2-Extraktion hergestellte Düfte unsere Haupt-Darsteller sein. Auch neue Erkenntnisse über Öle zur würdigen und hilfreichen Pflege von demenziell veränderten Menschen werden vorgestellt. Fette Öle und Hydrolate, die im Bereich von ganz empfindlichen Patientengruppen wertvolle Helfer sind, können geschnuppert und ausprobiert werden.

Psycho-Aromtherapie-Karten_Collage_xsBeim zweiten Termin dreht sich alles um die Psyche und um ihre enge Verbindung zum Riechsinn. Wir finden in einem spielerischen Workshop heraus, welche Düfte uns beflügeln, wie sie psychische Schieflagen bereinigen können, wie wir die duftenden pflanzlichen Kommunikations-Stoffe bestmöglich für unser ganzheitliches Wohlbefinden einsetzen können. Die beliebten Psycho-Aromatherapie-Karten (klick!) helfen uns dabei, unsere Intuition wieder zu entdecken und ihr zu trauen.

* Für diese zwei Duft-Erlebniswochen sind Vorkenntnisse über die Wirkweisen von ätherischen Ölen von Vorteil jedoch nicht Bedingung. Die Broschüre für die fünf Duft-Erlebnis-Wochen wird im Herbst aktualisiert, die 2015-Ausgabe kann hier (klick!) runter geladen werden.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie2016 wird es auch wieder vier Garten-Wochen im Angebot geben, denn die faszinierende subtropische Vegetation Südwest-Irlands hat sehr viele Düfte zu bieten, viele ungewöhnliche Ätherisch-Öl-Pflanzen können ohne Fernreise kennen gelernt werden: heilsame Manukabäume, die aus Neuseeland stammen, antibiotisch wirksameTeebaumarten, die aus Australien kommen, maiglöckchenduftende Skimmiasträucher und entzündungshemmend wirksame Muschelzypressen (Hinoki) sowie majestätische Sicheltannen (Sugi), die einst die Reise von Japan nach Europa antraten. Die nach Mandarine schmeckenden Nadeln der hübschen Riesentanne und die pfeffrigen Blüten von großen Gewürzrinden-Sträuchern, die in Süd-Argentinien beheimatet sind, können geschmeckt werden. Eine Destillations-Vorführung ist nur einer von vielen Highlights in diesen Garten-Wochen. Am letzten Tag dieser von unterschiedlichsten Exkursionen gefüllten Woche erstellen wir ein Naturparfüm: vielleicht aus der Pflanze, die Sie am meisten fasziniert hat, oder aus unterschiedlichen Düften, die dieser Woche besonderen Eindruck verliehen. Sozusagen die Essenz einer duften Woche, für Sie zum Mit-Nachhause-Nehmen. Die Broschüre für die Garten-Wochen kann hier (klick!) runter geladen werden. Die Termine für unsere vier Gartenwochen 2016:

  • 16.04. – 23.04.2016
  • 21.05. – 28.05.2016
  • 11.06. – 18.06.2016
  • 25.06. – 02.07.2016

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieUnd wer einfach “nur” mit uns Wandern und andere Outdoor-Freunden erleben möchte, kann sich die neuen Termine auf unserer Wanderlust-Seite (klick!) anschauen.

Unsere Veranstaltungen finden im Ballylickey House & Chalets (klick!) statt, einem alten historischen Herrenhaus in schönstem Park sowie drei geschmackvoll eingerichteten Wohn-Chalets, einem Speiseraum-Chalet mit Lounge und Swimmingpool, statt – circa 150 Meter vom Meer entfernt. Die Anreise- und Abreisetage sind jeweils Samstag, von sonntags bis freitags finden die beschriebenen Veranstaltungen statt. Die Preise für jeweils eine Woche variieren ja nach Thema und Saison, zwischen knapp unter und leicht über 1000 Euro inklusive Übernachtungen, Vollpension, Eintritten, Bootsfahrt, Materialien und Unterricht/Führungen. Begleitpersonen, die an den Exkursionen der Aromatherapie und Kräuterwanderungen-Wochen teilnehmen möchten, sind willkommen, ob jung oder alt. Wir können auf Wunsch auch deutschsprachige Babysitter anbieten.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapie

Die Flugtickets nach Dublin, Cork, Shannon oder Kerry können ab circa 100 Euro pro Richtung online gebucht werden (beispielsweise mit Aer Lingus), sie können je nach Buchungszeitpunkt auch deutlich darunter und darüber liegen (je früher desto preiswerter). Details werde ich im Laufe des Spätsommers/Frühherbstes bekannt geben. Unter duftreisen@aromapraxis.de können ab sofort unverbindliche Reservierungen vorgenommen werden. Unser Frühbucher-Rabatt wird bis Mitte Dezember gelten.

ätherische öle bei lupus erythematodes


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDieser ausführliche Beitrag von Gabriele Sievers über ätherische Öle bei der chronischen Erkrankung namens Schmetterlingsflechte reflektiert die über viele Jahre gesammelten und sehr persönlichen Aromapflege-Erfahrungen einer selbst betroffenen und sehr erfahrenen Aromapflegenden.

Bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) können ätherische Öle eine wertvolle Begleitmaßnahme darstellen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu den Kollagenosen gezählt wird, die wiederum zum entzündlichen Rheuma gehören.

Beim SLE können neben den Gelenken und der Haut auch innere Organe betroffen sein. Die typische, schmetterlingsförmige Hautrötung im Gesicht tritt bei weniger als der Hälfte der Erkrankten auf. Etwa 80% der SLE-Betroffenen sind Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren. Es wird vermutet, dass die Erkrankung etwas mit Östrogenen zu tun hat, da der SLE häufig während oder nach einer Schwangerschaft auftritt. Die Einnahme der „Pille“ kann die Erkrankung fördern.

Die eigentliche Ursache der Erkrankung ist bis jetzt unbekannt. Wie bei anderen Autoimmunerkrankungen wird eine genetische Veranlagung vermutet, die durch äußere Faktoren zur Erkrankung führt.

Je nachdem, welche Organe oder Organsysteme betroffen sind, ist die Symptomatik des SLE sehr unterschiedlich und kann im Laufe der Erkrankung wechseln. Aus diesem Grund gibt es keine sicheren Leitsymptome. So treten die unten beschriebenen Symptome nicht bei allen Erkrankten und auch in unterschiedlichen Kombinationen auf. Die Symptome können gleichzeitig oder auch zeitlich versetzt auftreten. Typisch für den SLE ist die Sonnenlichtempfindlichkeit. Die Krankheit kann durch Sonnenlicht aktiviert werden und bricht manchmal nach Sonnenbädern oder einem Urlaub in den südlichen Breitengraden aus.

Natürlich wirken sich psychischer und physischer Stress, wie bei jeder Autoimmunerkrankung, ungünstig auf den Verlauf aus. Es gibt beim SLE viele mögliche Symptomen und eine Vielzahl von möglichen Folgeerkrankungen:

  • Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und/oder Leistungsschwäche sowie erhöhte Temperaturen unter 38° C
  • Hauterscheinungen wie das Schmetterlingserythem; ein masernähnlicher Hautausschlag, der den gesamten Körper befallen kann.
  • offene und meist schmerzlose Wunden auf den Schleimhäuten des Mundes (Aphten) und/oder der Nase; trockener Mund
  • diffuser Haarausfall
  • Vaskulitis, eine Entzündung der kleinen Blutgefäße, kann sich durch Einblutungen in der Haut oder Schleimhaut (rote Punkte oder Flecken) zeigen (Teleangiektasien)
  • trockene Augen; eine Entzündung der Blutgefäße kann zu Schleiersehen und Gesichtsfeldausfällen führen; durch die Veränderung kleinster Gefäße (Mikroangiopathie) können in den Retinavenen zu Thrombosen kommen, die mit einer irreversibler Verminderung der Sehfähigkeit einhergehen können. Besonders gefährdet sind jüngere Erkrankte und Hypertoniker, sie sollten eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle vornehmen lassen.
  • rheumaähnliche Gelenkschmerzen, die Gelenke werden aber meistens nicht zerstört, wie bei anderen rheumatischen Erkrankungen; Muskeln, Sehnen und Bindegewebe können schmerzen und es kann zu Veränderungen kommen
  • durch Beteiligung der Nieren kann sich eine sogenannte Lupusnephritis entwickeln, die symptomlos verlaufen kann und nur durch Urinuntersuchungen und/oder Nierenbiopsien nachweisbar ist
  • Reizdarmsyndrom, Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, auch eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) ist möglich
  • Im Laufe der Erkrankung kann eine Entzündung des Rippenfells (Pleuritis) auftreten, deren Flüssigkeitsansammlungen starke Schmerzen beim Atmen verursachen.
  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung), Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) können, mit den entsprechenden Symptomen, auftreten
  • bei Beteiligung des ZNS (zentrales Nervensystem) können starke, migräneartige Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen Depressionen, Angststörungen, Psychosen, epileptische Anfälle auftreten
Symptome bei SLE Häufigkeit in Prozent
Gelenkbeschwerden 85
Allgemeinbeschwerden (z.B. Müdigkeit, Leistungsschwäche 84
Hautveränderungen 81
Nierenbefunde 77
Gelenkentzündung 63
Raynaud-Syndrom (Kalt – und Weißwerden von Fingern und Zehen) 58
Beschwerden des ZNS (Zentrales Nervensystem) 54
Schleimhautveränderungen 54
Magen-Darm-Beschwerden 47
Pleuritis (Rippenfellentzündung) 37
Lymphknotenerkrankung 32
Perikarditis (Herzbeutelentzündung) 29
Lungenbeteiligung 17
Muskelentzündung 5
Myokarditis (Herzmuskelentzündung) 4
Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) 4

(nach Hettenkofer, Hans-Jürgen: Rheumatologie, Thieme Verlag, Stuttgart)

Die Diagnose des SLE ist nicht einfach und so dauert es oft sehr lange, bis die Erkrankung erkannt wird. Zusätzlich ist die Erkrankung relativ selten – in Deutschland sind zurzeit etwa 35.000 – 40.000 Menschen erkrankt. Da die Symptomatik bei jedem Menschen unterschiedlich ist, kann man meistens nur an bestimmten Blutwerten [ANA > antinukleärer Antikörper (homogenes Fluoreszenzmuster) und z.B. ds-DNS-Antikörper] eine Erkrankung erkennen.

Bei mir hat es 20 Jahre gedauert, bis die Diagnose endlich feststand.

Ein SLE muss immer mit Medikamenten behandelt werden, die in Absprache mit dem Arzt auf die Schwere der Erkrankung abgestimmt werden. Ätherische Öle sind hilfreiche Unterstützer und tun Körper und Seele gut. Die nachfolgende Aufzählung ist auf meinen Lupus abgestimmt, ist mein ganz persönlicher Erfahrungsschatz, richtet sich nach meinen Duftvorlieben und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder Wirkung bei jedem Lupus-Erkrankten.

Begleitende ätherische Öle bei SLE von A bis Z 

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Anissamen – Pimpinella anisum

Ich liebe diesen warmen, süß-würzigen Duft, der mich an meine Kindheit erinnert. Meine Mutter hat mir bei Bauchschmerzen zerstoßene Anissamen in einen feucht-warmen Wickel auf den Bauch gelegt – das hat immer geholfen. So hilft mir das Anisöl auch heute noch am besten beim Reizdarmsyndrom, als Bauchmassage mit anschließender Wärmeauflage. Manchmal gebe ich noch Fenchel süß dazu. Die Verwendung von Anethol-haltigen ätherischen Ölen bei Einnahme von Paracetamol gilt als kontraindiziert, ebenso bei Lebererkrankungen. Einige Immunsuppressiva können die Leberwerte erhöhen – Vorsicht! Hier sind die Dosis und die Dauer der Anwendung der ätherischen Öle wichtig. Ab und zu ein feucht-warmer Wickel in einer Dosierung unter 1% wird keine Probleme machen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBasilikum – Ocimum basilicum

Für mich ist das Öl des Basilikums unverzichtbar gegen das Müdigkeits- und Erschöpfungs-syndrom. Es hilft mir bei zeitweiligen Konzentrationsstörungen, bei Depression. Im Riechstift habe ich Basilikum zusammen mit Rosmarin cineol, Bergamotte und Cedrat oder Mandarine. Wichtig ist, dass Basilikum um 0,5% dosiert wird – der Duft ist sonst übermächtig.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBenzoe Siam – Styrax tonkinensis

Ich liebe diesen warmen, einhüllenden Duft. Für mich ist Benzoe wie eine Kuscheldecke, die mich umhüllt, die mich schützt. In meinen Mischungen zur Unterstützung bei Depression, Angststörungen und Schlafstörungen ist Benzoe ein wichtiger Bestandteil. Ich verwende Mischungen mit Benzoe im Riechstift, im Dufttropfen, in Körperbuttern und Badepralinen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBergamotte – Citrus aurantium var. bergamia

Meine Großmutter hatte immer ein Fläschchen Kölnisch Wasser für alle Lebenslagen parat, außerdem liebte sie Earl Grey Tee. Der Duft des ätherischen Öls erinnert mich sehr an dieses zarte und doch resolute Persönchen. Im Riechstift habe ich das Öl mal nur mit Basilikum, mal mit mehreren anderen erfrischenden, anregenden Düften oder mit Benzoe und Lavendel zur Beruhigung und um das „Kopfkino“ abzustellen. Dieses Öl wird, auf Grund meiner sehr hohen Sonnenlichtempfindlichkeit, nur in der Duftlampe, dem Riechstift oder dem Dufttropfen angewandt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBitterorange – Citrus aurantium ssp. amara

Der etwas herbere Duft dieser Orangenart ist mir in manchen Situationen lieber als der Duft der Orange. Die Bitterorange ist eines meiner Lieblingsöle bei Angstzuständen und wenn ich mal wieder in eine seelische Schieflage gerate. Auch hier gilt – nur Riechstift, Duftlampe, Dufttropfen. 

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieCistrose – Cistus ladanifer

Den Duft der Cistrose mag ich eigentlich nicht, aber im Laufe der Jahre habe ich die Wirkung dieses ätherischen Öls schätzen gelernt. Durch langjährige Cortisontherapie bekomme ich ratzfatz blaue Flecke oder kleine Hautverletzungen. Cistrose/Lavendel/Rosengeranie pur hilft sofort. Das ätherische Öl der Cistrose kommt auch in Mischungen zum Baden, zum Schmerz lindern und Seele „entknittern“, zum Schub lindern.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEukalyptus radiata – Eucalyptus radiata

Ich liebe diesen Eukalyptus im Riechstift zum Durchatmen bei Erkältung, Erschöpfung, auf der Arbeit in meinem „Indoor“- Arbeitsraum ohne Fenster und als wohltuende Einreibung in schmerzlindernden Mischungen und bei Erkältungen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFenchel süß – Foeniculum vulgaris var. dulcis

Zusammen mit Anis meine Baucheinreibung bei Schmerzen durch des Reizdarmsyndrom. Die Verwendung von Anethol-haltigen ätherischen Ölen bei Einnahme von Paracetamol gilt als kontraindiziert, ebenso bei Lebererkrankungen. Einige Immunsuppressiva können die Leberwerte erhöhen – Vorsicht! Hier sind die Dosis und die Dauer der Anwendung der ätherischen Öle wichtig. Ab und zu ein feucht-warmer Wickel in einer Dosierung unter 1% wird keine Probleme machen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieFrangipani – Plumeria acutifolia

Eines meiner Lieblingsblütenöle für alle Lebenslagen. Da dieser feine Duft nicht zu den preisgünstigen Ölen ist kommt er in Körperbutter, Sheasahne, Badepralinen und nur ganz selten in einen Riechstift.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGinster – Spartium junceum

Das nächste Lieblingsblütenöl. Eine Fahrt in die Haute Provence hat meine Sucht nach diesem Öl bestärkt. Der Duft erinnert mich an wunderschöne, warme, goldene Sonnentage und lässt Stress und Ärger sofort vergessen. Ich liebe Ginsterduft im Winter – er zaubert mich sofort in den Sommer. Neben der Lebensfreude, die dieses Öl schenkt, wirkt es bei mir super bei Depression und Angst. Auch dieses Öl verwende ich in Körperbutter, Sheasahne (Rezeptidee hier, klick!), Badepralinen und nur ganz selten im Riechstift.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGrapefruit – Citrus paradisi

Mein Traum(a)öl bei Depression, Erschöpfung, Müdigkeit, Problemen mit der Krankheitsakzeptanz oder einfach nur wenn ich mal die Nase gestrichen voll habe. Ich liebe das Öl als Grapefruit komplett/extra, schnuppere auch schon mal gerne direkt aus der Flasche. Ansonsten, wie bei allen Zitrusdüften als Riechstift, in der Duftlampe oder im Dufttropfen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIngwer – Zingiber officinale

Ich mag den scharfen Geruch vom wasserdampfdestillierten Öl des Ingwers, aber noch mehr liebe ich den Duft des CO2-Extrakts. Das Ingwer-Öl kommt bei mir als wärmendes Hand-oder Fußbad zum Einsatz, als Einreibung in einer Mischung beim Raynaud-Syndrom, bei Übelkeit durch den täglichen Medikamentencocktail und bei Schmerzen. Bei Ingweröl wird eine Verlangsamung der Thrombozytenaktivität vermutet. Da mein Immunsuppressivum zu einer Verringerung der Thrombozyten führen kann, setze ich Ingweröl nicht über längere Zeit ununterbrochen und nicht höher als 1% ein.

JasminblütenJasmin – Jasminum grandiflorum

Jasmin findet sich in beinahe jeder meiner Mischungen zum Wohlfühlen. Ich verwende Jasmin sambac ebenso wie Jasmin grandiflorum. Jasmin wirkt sehr intensiv bei psychischen Problemen, das Öl beeinflusst das Nervensystem, so auch Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung. Ich gebe Jasmin in Mischungen für Badepralinen, Körperbutter, Sheasahne und Riechstift (da aber nur Jasmin 4%).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKamille römisch – Chamaemelum nobile/Anthemis nobilis

Bei Nackenverspannungen gönne ich mir manchmal eine Mischung mit römischer Kamille, die so herrlich entspannend wirkt. Das eigentliche Einsatzgebiet ist aber der Riechstift und ein Roll-On mit einer angstmindernden Mischung, die römische Kamille enthält. Ab und zu gibt es auch Badepralinen mit Kamille römisch.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKanuka – Kunzea ericoides

Durch das Buch „Teebaumöle“ von Ruth von Braunschweig habe ich Kanuka kennen – und schätzen gelernt, aber nach einem Vortrag von Daniel Pénoël wurde Kanuka mein Lieblings – Cortisonersatz-Öl. Ich verwende es bei Schmerzen, bei einem Schub auch zum Baden. Es hilft gut bei Muskel- und Gelenkschmerzen und ganz nebenbei auch bei seelischen Schieflagen. Ich verwende Kanuka in Mischungen nur in Körperölen und in Badesalz, da auch schon mal in ausnahmsweise in einer 5% Dosierung

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Kardamom – Elettaria cardamomum

Eines meiner Ausweichöle beim Reizdarmsyndrom, wenn ich Anis und/oder Fenchel nicht nehmen möchte. Bei Aphten im Mund spüle ich mit 1 Tropfen Kardamomöl in 20ml Lavendelhydrolat.

LavendelLavendel – Lavandula angustifolia

Wieder ein Kindheits-Erinnerungs-Öl. Meine Großmutter liebte Lavendelparfum – nur das in der Flasche mit der Postkutsche. So war Lavendel schon ein ausgesprochen positiver Duft für mich, bevor ich während meiner Ausbildung etwas über die Wirkungen dieses Öl lernte. Eine Reise in die Haute Provence, einschließlich Abtauchens in üppig blühende Lavendelfelder, hat meine Duftliebe noch verstärkt. Lavendel kommt pur, in Riechstiften, im Dufttropfen, als Spray, in Roll-On‘s, in Badepralinen und Badesalz zum Einsatz. Es hilft mir bei Stress, zum Schlafen, zum Entspannen, zum Wohlfühlen, zum Träumen, bei Angst, bei Hautproblemen im Sommer, gegen Mückenstiche (die bei mir sofort anschwellen) oder einfach um in wunderschönen Erinnerungen zu versinken und Kraft zu tanken.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieLorbeer – Laurus nobilis

Bei einem Schub schwellen meine Lymphknoten im Halsbereich stark an – 1 Tropfen Lorbeeröl pur bringt fast augenblicklich Linderung (kann hautreizend sein). In Mischungen verwende ich Lorbeeröl bei Schmerzen im Gelenkbereich – ich komme gut mit ätherischen Ölen zur Schmerzlinderung zurecht und benötige so gut wie nie Schmerzmedikamente.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMajoran – Origanum majorana

Zusammen mit Lavendel absolut beruhigend und entspannend. Majoran zusammen mit Fenchelöl wirkt krampflösend bei Darmkoliken, mit Lorbeer und Wintergrün ergibt sich für mich eine unschlagbare Mischung bei Muskel – und Gelenkschmerzen.

MandarineMandarine – Citrus reticulata

Dieses wundervoll duftende Zitrusöl ergibt zusammen mit Benzoe Siam, Neroli, Tonka oder Vanille eine entspannende, einhüllende Mischung. Ich mag Mandarine im Dufttropfen, auch pur zur Entspannung, im Riechstift am liebsten mit Neroli und Tonka zur Entspannung und Beruhigung.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMyrrhe – Commiphora molmol

Mit Rosenhydrolat verdünnt bei Aphten oder anderen Schleimhautdefekten im Mund. Da ich den Duft nicht so mag, nutze ich die vielen anderen Anwendungsmöglichkeiten dieses Öles nicht.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNelkenknospe – Syzygium aromaticum

Eines meiner schmerzlindernden Öle – 0,5% ig in einer Mischung zum Einreiben. Ich verwende das Öl der Gewürznelkenknospen 1,5% in einer Mischung zum Finger wärmen für unterwegs.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNeroli – Citrus aurantium ssp. aurantium flos

Mein “Notfall-Öl”. Zusammen mit Rosenöl meine Mischung für tiefdunkle Tage. Ich liebe Neroli in Mischungen bei Angst, Depression, Herzklopfen, Unruhe in Riechstiften, Körperbutter, Dufttropfen, Badepralinen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieOrange – Citrus sinensis

Steht auf meinem Schreibtisch auf der Arbeit, zum Wohlfühlen, beruhigen, entspannen und manchmal hilft der Duft auch unseren Ärzten. Zu Hause kommt die Orange nicht zum Einsatz, da nehme ich Mandarine.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyPatchouli – Pogostemon cablin

Ich liebe diesen Duft schon seit der „Blumenkinder-Zeit“ und verwende Patchouliöl sehr niedrig dosiert zur Hautpflege. Zusammen mit Rosenöl, Rosengeranie und Benzoe in Nachtkerzenöl hilft es bei meinem gelegentlich auftretenden Schmetterlingserythem im Gesicht.

Petit_GrainPetitgrain bigarade – Citrus aurantium ssp. amara fol.

Mein Öl bei Panikattacken, Schlafstörungen, Angst und beim Müdigkeits-/Erschöpfungs-syndrom. In Mischungen im Riechstift und als Körperbutter, manchmal auch als Badezusatz.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapiePfeffer Schwarz – Piper nigrum

Ein würzig-wärmendes ätherisches Öl, das ich zusammen mit Ingwer, Nelke und Zimt gegen kalte Finger und Füße beim Raynaudsyndrom, in Mischungen bei Muskelschmerzen einsetze.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieRavintsara – Cinnamomum camphora Ct. 1,8-Cineol

Durch die Immunsupressiva ist mein Immunsystem zusätzlich geschwächt und manchmal erwischt mich doch mal ein Erkältungsvirus. Zusammen mit einem Tropfen Thymian Thymol nehme ich einen Tropfen Ravintsara auf ein Stück Würfelzucker und lasse den Zucker im Mund zergehen. Hinterher trinke ich ein Glas heiße Zitrone (auch um den Geschmack los zu werden) und wiederhole das Ganze bei Bedarf nach 6 Stunden. Normalerweise reicht aber eine einmalige Anwendung. Diese Anwendung bitte nur als wirklich versierte, gut ausgebildete Aromapraktikerin/-therapeutin in Betracht ziehen und nie bei Kindern oder Jugendlichen anwenden.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieRose – Rosa damascena

DAS Haut – und Seelenpflegeöl – bei Schmetterlingserythem, bei Angst, Depressionen, Panik, Herzklopfen, in Badepralinen auch einfach nur zum Wohlfühlen. In Mischungen für Riechstifte, Dufttropfen (dann Rose 10%), Körperbutter und Badezusätze.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieRosengeranie – Pelargonium graveolens

Zur Hautpflege mit Patchouli beim Schmetterlingserythem. Pur aufgetragen nehme ich das Öl anstelle von Immortelle mit Cistrose und Lavendel gegen blaue Flecke, zu denen meine empfindliche Haut sehr neigt.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieRosmarin – Rosmarinus officinalis Ct. Cineol

Im Riechstift zusammen mit Basilikum, Bergamotte, Cedrat beim Müdigkeits-/Erschöpfungssyndrom und bei Konzentrationsproblemen.

Rosmarin – Rosmarinus officinalis ct. Verbenon

Dieses Öl nutze ich für einen feucht-warmen Leberwickel, um die Lebertätigkeit anzuregen und die Nebenwirkungen der Medikamente auf die Leber möglichst zu vermeiden. Den richtigen Zeitpunkt habe ich in der Zwischenzeit im Gefühl.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieThymian – Thymus vulgaris Ct. Thymol

Zusammen mit Ravintsara auf Würfelzucker bei einer beginnenden Erkältung. Anwendung und Warnhinweise siehe unter Ravintsara.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieTonka – Dipteryx odorata

Dieses wundervolle Öl verwende ich bei Schmerzen, zur Entspannung und Beruhigung, bei Angst und Schlafproblemen. In Körperöl, in Badepralinen und im Riechstift sind meine liebsten Anwendungsarten.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieTuberose – Polianthes tuberosa

Bei Panikattacken oder Angstzuständen verreibe ich 1 Tropfen 5% Tuberose Absolue auf meinen Handinnenflächen und atme tief ein (nach Ruth von Braunschweig/Monika Werner). Wenn es ganz schnell gehen muss, rieche ich einfach kurz am geöffneten Fläschchen.

Vanille_BlüteVanille – Vanilla planifolia

Noch ein positiver Kindheitserinnerungsduft. In Mischungen bei Angst, Depression, Stress, Schlafstörungen. Ich verwende Vanille am liebsten in Körperbutter oder Badepralinen, manchmal gebe ich das Öl aber auch in Mischungen für den Riechstift.

Vetiveria_zizanioides_Collage_xsVetiver – Vetiveria zizanioides

Mein „Erdungs-Öl“, wenn gar nichts mehr geht. Während eines Krankheitsschubs bin ich oft einfach nur genervt, empfinde Schmerzen stärker als sonst und komme mit krankheitsbedingten Bewegungs- und Belastungseinschränkungen schwerer zu recht. Katharina Zeh, eine meiner Prüferinnen, hat ein wundervolles Rezept für ein Honigbad mit Vetiver: auf 100 ml Honig etwa 5 Tropfen oder 3 Spatel Vetiver geben, vermischen und ruhen lassen. Für 1 Vollbad reichen etwa 25 ml dieser Mischung. Ich gebe noch 4 Tropfen Lavendel und 2 Tropfen Tonka in den Honig und bade am Abend direkt vor dem Schlafen gehen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWintergrün – Gaultheria fragrantissima

Wintergrün findet sich in all meinen schmerzstillenden Mischungen, je nach Begleitölen auch schon mal, für kurzfristige Anwendung, in 3% Dosierung. In Bademischungen verwende ich das ätherische Öl höchstens in einer 1% Dosierung.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieYlang-Ylang – Cananga odorata

Ylang-Ylang komplett gehört zu den entspannenden, angstlösenden, beruhigenden Ölen in meiner „Apotheke“, wird in einer Dosierung von höchstens 0,5% in Körperbutter oder Badezusätzen verwendet und gehört in meine Panikmischung á la Prinz Valium.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAtlaszeder – Cedrus atlantica

Das ätherische Öl der Atlaszeder gehört in meine Panikmischung, hilft mir, die Bodenhaftung nicht zu verlieren und Kraft zu tanken. Anwendung im Riechstift, Körperbutter, Badepralinen und im Dufttropfen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZimtrinde – Cinnamomum zeylanicum cort.

Dieses ätherische Öl verwende ich nur, um meine kalten Hände und Füße zu wärmen und die Durchblutung anzuregen. In einer Mischung mit Ingwer/Nelke als Einreibung oder als Fuß- bzw. Handbad. Meine Höchstdosierung ist 1%ig.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZitrone – Citrus limon

Ich liebe den Duft der Ur-Zitrone (auch Zedrat und Cedrat genannt, Citrus medica) und verwende möglichst dieses ätherische Öl. Am liebsten habe ich Zitrone in aufmunternden, konzentrationsfördernden Mischungen.

 Hydrolate 

Lavendelhydrolat – Lavandula angustifolia (hier erhältlich)

Ich verwende Lavendelhydrolat fast nur im Sommer. Als kühlendes Spray, wenn sich trotz langer Ärmel und Sonnenhut, leichte Hautrötungen einstellen, z. B. auf dem Nasenrücken. Meistens gebe ich auf 100 ml Hydrolat noch 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl, weil ich den Duft so angenehmer finde und die Wirkung stärker ist. Nach Insektenstichen, zur Vorbeugung von Entzündungen, wirkt diese Mischung bei mir wahre Wunder – nichts juckt und Rötung und Schwellung sind schnell verschwunden.

Myrtenhydrolat – Myrtus communis (hier erhältlich)

Bei diesem Hydrolat achte ich darauf, dass es keinen Alkohol enthält, denn ich verwende es für Augenkompressen bei meinen trockenen, juckenden Augen. Ich tränke Wattepads mit Myrtenhydrolat und lege sie für ca. 10 Minuten auf meine Augen – bei mir wirkt das besser als Rosenhydrolat.

Orangenblütenhydrolat – Citrus aurantium ssp. aurantium (hier erhältlich)

Zum Verdünnen von Mischungen, als Gesichtswasser jeden Morgen, zwischendurch auf meine, während der Arbeit, oft sehr gerötete Gesichtshaut. Ich genieße dieses Hydrolat bei allen psychischen Problemen durch den Lupus und verwende es bei Hautproblemen im Wechsel mit Rosenhydrolat.

Rosenhydrolat – Rosa damascena (hier erhältlich)

Am Abend als Gesichtswasser, zum Verdünnen von Mischungen, im Wechsel mit Lavendelhydrolat bei Hautrötungen (Sonnenbrand) vor allem auf dem Nasenrücken und Dekolleté. Bei allen anderen Hautproblemen im Wechsel mit Orangenblütenhydrolat.

Pflanzenöle

 Aloe – Vera – Öl – Aloe barbadensis (hier erhältlich)

Aloe vera-Blätter werden in Canolaöl (Rapsöl) ausgezogen: Mein Lieblingsöl im Sommer, mit Lavendelöl bei Sonnenhaut

Johannisbeersamenöl – Ribes nigrum (hier erhältlich)

Dieses Öl hat entzündungshemmende Eigenschaften und stärkt das Immunsystem. 2 x im Jahr gönne ich mir eine vierwöchige Kur zusammen mit der Kurkuma-Gewürzmischung nach Ruth von Braunschweig.

Leinöl – Linum usitatissimum (hier erhältlich)

Ich habe eine Quelle für ein gut schmeckendes Leinöl und so fällt es mir nicht schwer ab und zu Leinöl in meinen Speiseplan einzubauen. Während eines Schubs mit verstärkten Schmerzen verwende ich Leinöl täglich, dann oft mit der Kurkuma-Gewürzmischung von Ruth von Braunschweig in einem morgendlichen Trank.

Sanddornfruchtfleischöl – Hippophae rhamnoides (hier erhältlich)

Ich verwende Sanddornöl, um mein Immunsystem zu unterstützen und meine Sonnenlichtempfindlichkeit ein wenig erträglicher zu machen. Wenn die Aphten (Bläschen) im Mund gar nicht weichen wollen, betupfe ich die Stellen mit purem Sanddornfruchtfleischöl. Ich liebe dieses Öl in Joghurt oder in Quark, es schmeckt mir aber auch pur. Außerdem gebe ich das Öl in Körperbutter und Sheasahne.

Gewürzmischung mit Kurkuma nach Ruth von Braunschweig

3 Teelöffel      Koriander

1 Teelöffel      Kurkuma

1 Teelöffel      Kardamom

1 Teelöffel      Kreuzkümmel

1 Teelöffel      Ceylonzimt (kumarinfrei)

alles in eine Dose geben, schütteln und für den folgenden Trank ½ Teelöffel der Mischung verwenden.

Trank nach Ruth von Braunschweig

200 ml  Möhren-Sanddornsaft

1 TL      Honig (Heidehonig)

2 TL      Johannisbeersamen – oder Leinöl

½ TL   Gewürzmischung

Ich gebe noch 2 EL Haferkleieflocken dazu, wegen der besseren Verträglichkeit 

Fertig gemischte Lieblingsprodukte

Oft fehlen mir Kraft und Lust, um mir selbst etwas zu mischen. Ich habe einige, für mich unverzichtbare, fertige Mischungen aufgezählt.

Geborgenheit – Duftmischung von Farfalla (hier erhältlich)

zum Entspannen und Wohlfühlen, enthält unter anderem Benzoe Siam, Copaibabalsam, Sandelholz, Tonkabohne

Kuschelduft – Duftmischung von Farfalla (hier erhältlich)

zurzeit meine Lieblingsduftmischung – ich habe sie im Riechstift überall dabei, enthält unter anderem Mandarine, Mimose, Rose, Sandelholz, Tonka, Vanille

Land des Lächelns – Schaumbad von Farfalla (hier erhältlich)

einfach abtauchen und wegträumen, enthält unter anderem Champaca, Frangipani, Grapefruit, Kakao, Sandelholz

Intense Frangipani Bodybutter von Farfalla (hier erhältlich)

für meine empfindliche, trockene Haut – duftet nach Sommer, Sonne, Südsee

mit Champaca, Frangipani, Tuberose 

Sich Ruhe gönnen – Duftmischung von Feeling (hier erhältlich)

zum Entspannen, enthält unter anderem Ho-Holz, Jasmin, Mandarine und Ylang-Ylang

Erste Hilfe Balsam von Feeling (hier erhältlich)

bei allen Hautproblemchen und kleineren Wunden, mit Nachtkerzenöl, Sanddornöl, Wildrosenöl Nativ, Lavendel extra, Kamillenblüten, Cistrose und Manuka

Schlaf Wohl Kissenspray von Primavera (hier erhältlich)

hilft mir beim Einschlafen und Kopfkino ausschalten, enthält Lavendel, Honig und Neroli

Glück teilen – Duftmischung von Primavera (hier erhältlich)

enthält Mandarine, Rose, Sandelholz

Tutto Bene – Duftmischung von Primavera (hier erhältlich)

enthält Grapefruit, Jasmin, Zitrone 

S.O.S. Muskel- und Gelenkfluid von Wadi (hier erhältlich)

enthält Cajeput, Rosmarin, Wacholder, Wintergrün und Zitrone, hilft schnell bei Schmerzen

Tigeroil – Körperöl von Wadi (hier erhältlich)

enthält Cajeput, Cassia, Kampher, Menthol, Nelkenknospen und Pfefferminze, ich nehme das Öl zum Finger wärmen

Bella Luna Duftmischung von Wadi (hier erhältlich)

eine wundervolle Mischung aus Blutorange, Grapefruit, Limette, Sandelholz, Vanille, Weißtanne und Zitrone, einfach ein Duft zum rundum wohlfühlen

Mandragor Duftmischung von Wadi (hier erhältlich)

Bergamotte, Benzoe, Lavendel, Mandarine, Neroli, Vanille und Zimtrinde, ein Traumduft bei Depression und miesen Tagen

Hindukusch Körperöl von Wadi (hier erhältlich)

enthält Bergamotte, Jasmin, Lavendel extra, Neroli, Patchouli, Petitgrain, Rose, Rosmarin, Vetiver, Zeder, einfach ein Traumduft

Die Duftmischungen kommen in Riechstifte, in den Dufttropfen oder in Körperbutter, Sheasahne, Badepralinen oder Massageöle

Literaturnachweis:

  • Dietrich Wabner: Taschenlexikon der Aromatherapie. Verlag Systemische Medizin (hier erhältlich)
  • Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle. Stadelmann Verlag (hier erhältlich)
  • Katharina Zeh: Handbuch ätherische Öle. Joy Verlag (hier erhältlich)

Alles Fotos © Eliane Zimmermann außer Foto Kanuka: Karora Wikipedia Commons und Foto Ylang Ylang: Patricia Botelho

Gabriele Sievers ist Krankenpflegende, Aromafachfrau und ausgebildete Hunde-Aromatherapeutin, sie wohnt in Nord-Deutschland und arbeitet dort in einem Krankenhaus. Ihre Blog-Adresse mit hoch interessanten Berichten aus der duften Welt der Fellnasen: Duftgefährten (klick!)

jasminduft reduziert schokoladen-heißhunger


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDas Schnuppern am blumig-schweren Duft des Jasmins kann beim Abnehmen helfen: In einer australischen Verhaltensstudie wurden 67 Studentinnen appetitanregende Farbfotos präsentiert, sie schnupperten dazu an drei Gerüchen: Grüner Apfel, Jasmin und (zur Kontrolle) Wasser. Jasminduft reduzierte signifikant Gelüste auf Schokolade. Die Autorinnen schließen daraus, dass kalorienfreie Riechimpulse aus Nicht-Lebensmitteln unerwünschte Appetitattacken drosseln können [Kemps E, Tiggemann M, Bettany S: Non-food odorants reduce chocolate cravings. Appetite. 2012 Jun;58(3):1087-90]. Das ist eine kleine Kostprobe aus meinen immer noch anhaltenden Recherchearbeiten für die stark erweiterte 6. Neuauflage meines Fachbuches Aromatherapie für Pflege und Heilberufe, die nächstes Jahr erscheinen wird.

Meiner Erfahrung nach kann Bio-Vanille-Extrakt (klick!) und Grapefruitöl (klick! abwechselnd oder dazu) diese appetitregulierende Wirkung verstärken. Übrigens kann Grapefruitduft, am Körper getragen, laut einer Studie aus dem Jahr 2005 eine jüngere Anmutung “zaubern”, also zumindest in der Einbildung. Dr. Alan Hirsch ließ im Jahr 2005 Frauen mit den Düften von Brokkoli, Banane, Spearmintblättern, Lavendel und Grapefruitschale parfümieren und Männer sollten jeweils ihr Alter einschätzen. Die grapefruitduftenden Frauen wurden durchweg wesentlich jünger eingeschätzt als sie tatsächlich waren. In einer ähnlichen Studie zeigte sich, dass Damen, die ein blumiges Parfüm trugen, schlanker als sie tatsächlich waren, eingeschätzt wurden. Riech-Experte Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt nannte den Blütenduft scherzhaft: das Äquivalent zu längsgestreifter Kleidung – macht schlank….

In Jojoba verdünntes Jasminum sambac-Öl kann bei Feeling (klick!) bestellt werden, es duftet etwas süßer und ist minimal preiswerter als das ebenfalls verdünnte Jasminum grandiflorum-Öl (klick!). Man kann beide schweren Düfte so verwenden, als wären sie ein unverdünntes “normales” Öl, also 1-3 Tropfen in eine 10-ml-Massageölmischung geben oder einen Tropfen auf einen Klecks einer unbedufteten Bodylotion oder eines Körperöles, um sich gleich damit einzureiben.

wir und unsere wahlheimat im WDR


Markus Bäuchle und Eliane ZimmermannDie wunderschönen Exkursionen, die wir unseren Aromatherapie- und Wanderwochen-Gästen jedes Jahr anbieten, sind heute zum zweiten Mal um 20:15 im WDR in der Reise-Sendung WUNDERSCHÖN zu sehen. Im Juni 2013 filmte eine sympathische Crew vom WDR meinen Mann, wie er Moderatorin Andrea Griessmann zu unseren Lieblingsorten führt.

An der Brücke auf dem Foto links oben hört man mich quieken, da ich auf den Stromschnellen pitschnass geworden bin! Auf Garinish Island (Foto rechts unten) blühen demnächst die betörend duftenden Rhododendren namens Lady Alice Fitzwilliam, erste Blüten an den Manukabäumen wurden bereits gesichtet, die Skimmiasträucher verströmen derzeit ihren unglaublichen Maiglöckchenduft. Deren ätherisches Öl wird allerdings aus den Blättern dieser Zitrus-Verwandten destilliert, es enthält ähnlich wie Lavendelöl gut 30% Linalylacetat und etwas weniger Linalool (25%). Es wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und antibakteriell – und duftet leicht zitrusartig-balsamisch.

Unsere Duftreise im August ist zwar ausgebucht, doch für die drei anderen Termine sind jeweils noch ganz wenige Plätze frei, Infos hier (klick!). Unser neues traumhaftes Gästehaus wurde inzwischen von drei Gruppen bewohnt und für prima befunden, wer sich im Haus und im weitläufigen Garten umschauen möchte, kann hier klicken.

aromapflege bei mrsa


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDass ätherische Öle die Wirkung von (eventuell nicht mehr aktiven) Antibiotika verstärken können, ist für uns in Aromapflege geschulte Menschen schon länger kein Geheimnis mehr. Wer den chemischen Aufbau und die biologische Wirkweise der duften Moleküle begriffen hat, findet diese “Kooperation” auch nicht mehr geheimnisvoll. Ätherische Öle sind winzige und flüchtige Bausteinchen mit einem Molekulargewicht unter 300, die zudem lipophil sind (fettliebend, fettlöslich). Viele ihrer Bestandteile dringen recht leicht in unsere Haut ein und können sich an unsere und auch an bakterielle Zellmembranen (aus Fetten bestehend) anlagern, insbesondere an Rezeptoren und “Tunnels” in den Zellhüllen.

Sie öffnen somit den Weg für Antibiotika, gegen die die Keime Resistenzen entwickelt haben. Somit grenzt es aus meiner Sicht an unterlassene Hilfeleistung, wenn bei lebensbedrohlichen Infektionen nicht wenigstens versucht wird, ätherische Öle als “Schützenhilfe” hinzu zu ziehen. Jemand der das bereits vor über 10 Jahren erfolgreich ausprobiert hat ist Prof. Dr. Warnke von der Schmerzklinik Kiel bzw. inzwischen (soweit ich weiß) ganz in Australien ansässig, und sein Team um Dr. Sherry. In einem Fall von einer Infektion des Knochenmarks nach einem komplizierten Schienbeinbruch mit “ewiger” vergebliche Antibiose setzen sie ein Gemisch aus ätherischen Ölen ein, Polytoxinol genannt (ich hatte bereits in der Frühzeit meines Blog im November 2008 hier [klick!] darüber kurz berichtet). Mit der Ölmischung imprägnierte Kalziumsulphat-Pellets (Osteoset™) wurden in den infizierten und amputationsbedrohte Knochen appliziert. Nachzulesen in dem Einzelfallbericht, er ist kostenlos hier (klick!) runterzuladen.

Naturbelassenes ätherisches Öl aus Melaleuca alternifolia (=Teebaum, und nicht billige Varianten aus anderen Melaleucas und schon gar nicht dubiose standardisierte Teebaumöle) hat bislang übrigens noch keine Resistenzen auslösen können, wie die renommierte Teebaum- und MRSA-Forscherin Dr. Christine Carson auf der Website des Tisserand Institutes (klick!) schreibt.

mukositis während chemotherapie mit xylitol und glutamin verhindern


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEine engagierte Pflegefachfrau berichtete mir kürzlich von einer schier unerträglichen Gleichgültigkeit und Ignoranz bezüglich der zerstörerischen Nebenwirkung einer Krebs”therapie” – und von einer ungewöhnlichen Hilfe. Bei Mukositis, wenn die Mundschleimhaut nach und nach zerfällt und schmerzt, das Essen unmöglich wird, Gewichtsabnahme und Schwäche folgen, gibt es keine überzeugende chemie-medizinische Vorsorge oder Therapie. Auch penible mega-sanfte Mundpflege wirkt selten wirklich überzeugend. Die Zerstörung vor allem des Dünndarmbereiches folgt. Anne Gruninger, die mit der jungen Patientin und ihrer Familie eine bislang nicht weit verbreitete Lösung fand, wünscht sich, dass JEDER diese einfache und relativ preiswerte Schutzmaßnahme kennen sollte, falls eine Chemo durchzumachen ist. Ich lasse sie berichten:

“Es geht um eine junge Patientin, die an einem Sarkom leidet, einem bösartigen Knochentumor am Bein. Sie hatte eine Odyssee durch verschiedene Krankenhäuser hinter sich, wurde mit Chemotherapie behandelt – leider ohne Erfolg. Als sie zu uns kam, war sie traumatisiert und total entkräftet, wog noch 32 kg bei 1,76m Größe. Ihr Bein war nicht zu retten, aber nach der Amputation begannen wir mit allen verfügbaren Mitteln, ihre  Kraft und ihren Lebensmut zu unterstützen – mit Erfolg. Aktuell ist sie in einer Rehabilitationsklinik und lernt das Laufen mit ihrer Prothese.

Eine Erfahrung, die die junge Frau in einer süddeutschen Uni-Klinik machte, möchte ich gerne weitergeben: Während der ersten Chemotherapie litt sie unter extrem ausgeprägter Mukositis, einer sehr schmerzhaften Entzündung der Schleimhäute im Mund, die ihr das Essen völlig unmöglich machte. Die Ärzte teilten ihr mit, dass sie nur dann eine Chance hätte, ihre Tumorkrankheit zu bewältigen, wenn sie noch eine weitere, noch stärkere Chemotherapie bekäme. Allerdings sei es bei dieser Chemo eine erneute Mukositis in noch heftigerer Ausprägung absolut unumgänglich – man bot ihr lediglich Chlorhexidinlösung (Mund-Desinfektionsmittel wie Hexal und Meridol, sehr umstritten bei angegriffener Schleimhaut) zur Vorbeugung an!

Die Mutter der Patientin hatte sich schon lange mit den Möglichkeiten der Naturheilkunde beschäftigt. Gute Erfahrungen gab es in der Familie zum einen mit Sandornfruchtfleischöl und mit Xylit/Birkenzucker für die Mundpflege. Die Patientin machte sich in der Zeit der Chemotherapie täglich eine sehr stark konzentrierte Birkenzuckerlösung in Tee oder Wasser und spülte zu Beginn 1/2-stündlich später 1-2-stündlich den Mund aus.

Sie bekam nicht die kleinste Blase im Mund und überstand die Therapie ohne die vorhergesagte Mundentzündung! Jeder Versuch, die Ärzte über diese hilfreiche Erfahrung zu informieren, scheiterte. Man schaute ihr nicht einmal in den Mund! Welch eine vertane Chance, prophylaktisch und therapeutisch bei weiteren Patienten zu helfen….  Vielleicht kann auf diesem Weg – über Deinen Blog – dieses Wissen weitergegeben werden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieAuch persönlich habe ich den Birkenzucker schon vielfach genutzt – es gibt einige Firmen, die Xylit aus nachhaltiger Forstwirtschaft vertreiben – ich nehme immer den wiezucker (klick!) aus Finnland – den kann ich wirklich empfehlen.”

Anmerkung der Blog-Betreiberin: Nicht nur heftigste Schmerzen gehören zu dieser Schädigung des Mundes, sondern es besteht eine große Gefahr, einige Zeit nach der Chemo die Zähne zu verlieren, darum ist diese Pflege gleichzeitig eine wichtige Vorsorge. Da der tumor- und chemo-bedingte Verlust der Aminosäure L-Glutamin diese heftigen Schleimhautschädigungen mit verursacht, ist es zudem erforderlich, dass dieser Eiweiß-Baustein rechtzeitig substituiert wird: Er ist reichlich in Quark enthalten, als Sportlerpulver erhältlich und als freiverkäufliches Medikament namens Glutamin Verla (klick!) zu kaufen. Menge und Einnahmemodus sollte mit einem/r Orthomolekular-Mediziner/in besprochen werden. Eine wissenschaftliche Arbeit zu Glutamin in der Onkologie: Kuhn KS, Muscaritoli M, Wischmeyer P, Stehle P. Glutamine as indispensable nutrient in oncology: experimental and clinical evidence. Eur J Nutr. 2010 Jun;49(4):197-210.

Birkenzucker oder Xylitol ist fast so süß wie Zucker, wirkt etwas kühlend auf der Mundschleimhaut, zerstört laut einigen Studien Kariesbakterien und hat nicht den Suchteffekt wie Rüben- oder Zuckerrohrzucker, da er die Insulin-Ausschüttung in Ruhe lässt. Er könnte auch lutschenderweise als Bonbon zur Linderung und Kühlung der Mundschleimhautschäden eingesetzt werden, beispielsweise mit diesen (klick!) Drops. Wer beides, Sanddornfruchtfleischöl und Xylitol bestellen möchte, und detaillierte Infos über diesen “Wundersüßer” nachlesen möchte, bekommt beide Produkte bei Feeling: Sanddornfruchtfleischöl (klick!) und Birkenzucker aus Finnland (klick!) Den Birkenzucker erhält man dort auch in praktischen Sticks für unterwegs. Ich nehme übrigens das orange-farbene Öl seit fast drei Wochen dreimal täglich, da ich mehr oder weniger nonstop Seminare gehalten habe. Bei der momentan extrem trockenen Luft in den Seminarräumen ein Muss, damit die Stimme durch halten kann.

PS Meine auf Palliativpflege spezialisierte niederländische Kollegin Madeleine Knapp Hayes von Levensboom ergänzt: “Ich habe die gleichen guten Erfahrungen mit Sanddornfruchtfleischöl. Dieses Öl enthält eine Omega-7-Fettäure, welche hilft, die Schleimhäute wieder zu regenerieren. Ich kombiniere es mit Aloe vera-Gel. Beide zusammen bilden eine Mikroschicht, die für einige Zeit den Mundinnenraum schützt. Je nach Beschwerde ergänze ich mit einer kleinen Spur von ätherischen Ölen: Pfefferminze für etwas kühlende Frische, Schmerzlinderung und Vorsorge vor mikrobiellem Befall, oder Immortelle, um Schwellungen zu reduzieren, es wirkt wie ein Kortisonpräparat. Deutsche Kamille hat sich für beide Fälle bewährt und ist wissenschaftlich belegt für Mukositis. Manukaöl  verwende ich, wenn es Pilzbefall im Mundbereich gibt.”