echte und falsche hydrolate


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEchte Hydrolate und falsche Hydrolate. Mit dieser kleinen Provokation begann der hervorragende Vortrag des britisch-libanesischen Phytotherapeuten, Destillateurs und Osteopathen Joe Nasr auf der Konferenz Botanica2014 in Dublin Anfang September. Unter “falschen Hydrolaten” meint der Experte nicht nur die Apothekenzubereitungen ‘destilliertes Wasser mit ätherischem Öl’, sondern auch Hydrolate als Nebenprodukt der Ätherisch-Öl-Gewinnung. In denen also ein höchstmöglicher Anteil an ätherischem Öl abgeschöpft wurde, so dass die Haltbarkeit verringert und der Gewinn maximiert wird. Auch werden diese meistens in Edelstahldestillen produziert, welche im Gegensatz zu Kupferdestillen für eine reduzierte Haltbarkeit sorgen können. Joe provozierte weiter: “Welches Essen schmeckt besser? Bei deiner Mutter oder das Essen aus einer Großküche?” Er räumte ein, dass manche Mütter nicht gut kochen können, doch wollte er in dieser Analogie aufzeigen, dass echte Hydrolate, denen nichts weg genommen wird, die in Kupferapparaturen destilliert werden und die in Kleinbetrieben hergestellt werden, oft wesentlich mehr Heilkraft besitzen als Pflanzenwässer aus industrieller Produktion (bei denen auch viele unerwünschte Wildkräuter und evtl. Insekten mit destilliert werden). Für die perfekte Hydrolate-Destillation empfiehlt er Destillen, die nicht mehr als 200 Liter fassen, ideal zur Herstellung von echten Hydrolaten findet er 50-Liter-Destillen. Wenn möglich aus Kupfer, dieses Metall reduziert im Gegensatz zu Edelstahl stechende, schwefelige Noten (die zu frische Hydrolate manchmal stinken lassen), Kupfer leitet die Hitze besser und gleichmäßiger, ermöglicht feinere Düfte und mindert durch freie Kupferionen den Bakterienbefall. Auch meint Joe, dass Wasserdestillation, wie sie ohnehin bei fast allen Blüten wie Rose, Neroli, Ylang Ylang und Kamille durchgeführt wird, der Wasserdampfdestillation vorzuziehen ist. Frische Kräuter sind für ihn ein Muss, er versucht, getrocknete Kräuter (so genannte Drogen) zur Herstellung echter Hydrolate zu vermeiden. Aus einem Kilo Pflanzenmaterial gewinnt er in seinem kleinen Familienbetrieb Avicenna, der sich in Wales befindet, 200 bis 500 ml echtes Hydrolat. Wenn dieses aus seinen Destillen kommt, ist es nicht heiß, eher um 25 bis 30 Grad. Wie in meinem Buch über Hydrolate (klick!) betont, weist auch Joe auf die Milde von Hydrolaten hin, sie enthalten so gut wie keine ENE, also potenziell hautreizende (und oxidierende) Monoterpene, sondern verträgliche Mengen an ON und AL, also Ketone und Aldehyde. Und freilich hautfreundliche und antioxidativ wirksame Pflanzensäuren. Er empfiehlt die Einnahme von 10 bis 15 ml echter Hydrolate jeweils drei- bis viermal täglich. Besonders empfehlenswert sei das Mischen in Wasser, welches langsam, schluckweise getrunken wird. Leider verkauft Joe Nasr seine feinen Produkte, zu denen auch einige Tinkturen gehören, nur an Angehörige von Heilberufen (zu denen in Großbritannien auch AromatherapeutInnen gehören). Doch wer englisch lesen kann, findet sehr informative Artikel auf seiner Website (klick!). [© drei Fotos rechts: Joe Nasr] Wer mit dem Gedanken spielt, nächstes Jahr Autorin Eliane Zimmermann zu treffen, einen deutschsprachigen aromatischen Lern-Urlaub am Meer zu verbringen und die schönsten Abschnitte des Wild Atlantic Way in Südwest-Irland kennenzulernen (die längste Küstenstraße der Welt: 2.500 km), kann auf unten stehende Anzeige klicken. Die ersten Anmeldungen sind am Anrollen, die Flüge sind derzeit noch billiger als so manche Bahnreise, unser schönes neues Gästehaus mit Swimmingpool ‘Ballylickey House & Chalets’ kann hier (klick!) besichtigt werden. Begleitpersonen willkommen, deutschsprachige Kinderbetreuung möglich, hochwertiges und frisches Essen (teilweise bio) selbstverständlich. AiDA Aromatherapy Eliane Zimmermann Termine 2015

geruchssinn als indikator für ein langes oder kurzes rest-leben


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWer über einen intakten Geruchssinn verfügt, hat (ab Mitte 50) noch lange zu leben. So in etwa lautet das Fazit einer größeren Studie, die von Dr. Jayant Pinto von der Universität Chicago an über 3000 Menschen durchgeführt hat. Der erste Durchlauf der Untersuchung erfolgte in den Jahren 2005 bis 2006. 39 Prozent der 3005 Probanden zwischen 57 und 85 Jahren, die fünf Gerüche nicht identifizieren konnten, waren beim zweiten Durchlauf des Experiments – 2010-2011 – verstorben; demgegenüber starben “nur” 19 Prozent der StudienteilnehmerInnen, welche den Riechtest bestanden hatten, innerhalb dieser fünf Jahre.

Für den Riechtest mussten folgende Gerüche in dieser Schwierigkeitsreihenfolge identifiziert werden: Pfefferminze, Fisch, Orange, Rose und Leder. Das Umfrageteam arbeitete mit den Sniffin’ Sticks, die von NeurologInnen zur Identifizierung von ersten Symptomen von Morbus Alzeimer und Parkinson als Diagnosemittel verwendet werden. Dieses interessante Experiment zeigte dass:

  • Fast 78 Prozent der TeilnehmerInnen normal riechen konnten: 45,5 Prozent von ihnen konnten alle fünf der fünf Gerüche korrekt identifizieren, 29 Prozent aus dieser Gruppe konnte vier der fünf Riechstoffe benennen.
  • Fast 20 Prozent der Probanden wurden als “hyposmisch” eingestuft (“Schwachriecher”): Sie identifizierten zwei oder drei der fünf Gerüche.
  • Die restlichen TeilnehmerInnen, also 3,5 Prozent, waren Anosmiker: Sie konnten nur einen der fünf Gerüche erkennen (2,4 Prozent) oder gar keinen (1,1 Prozent). In dieser Gruppe befanden sich erwartungsgemäß die ältesten Probanden (25 Prozent der 85-jährigen) und in dieser Gruppe gab es die verhältnismäßig hohe Sterblichkeit von knapp 40 Prozent.

Studienleiter Prof. Pinto sagt dazu: “Der Geruchssinn ist der am meisten unterschätzte und am wenigsten geschätzte menschliche Sinn —bis er entschwunden ist.” Das Forschungsteam, das aus BiopsychologInnen, ÄrztInnen, SoziologInnen und StatistikerInnen besteht, hat dazu folgende Hypothese aufgestellt: Der Riechnerv ist der einzige Hirnnerv, der direkt der Umgebung/Umwelt ausgesetzt ist. Er könnte als Eingangspforte für Umweltverschmutzung, Toxine, Krankheitskeime oder andere Substanzen dienen, welchen das Zentrale Nervensystem ausgesetzt ist.
Die das Experiment verantwortliche Psychologin Prof. Martha K. McClintock, die sich in ihrer ganzen Karriere mit dem Geruchssinn und der Kommunikation durch Pheromone befasst hat, kommentiert die Ergebnisse folgendermaßen: “Die Geruchsorgane enthalten Stammzellen, die sich selbst regenerieren können. So könnte ein Verlust in der Fähigkeit zu riechen ein Indiz dafür sein, dass die Fähigkeit des Körpers, seine wichtigen Ressourcen zu regenerieren, am abnehmen ist. Somit könnte dieser Verfall ein Indikator für die Sterblichkeit sein. Der evolutionär gesehen uralte Geruchssinn könnte einen wesentlichen Mechanismus, der für Langlebigkeit verantwortlich ist, aufzeigen.”

Die gesamte Studie, die am 1. Oktober 2014 veröffentlicht wurde, kann hier nachgelesen werden. Interessante Infos zum Riechen und zu einem Riechstifte-Baukausten gibt es auf der Website von der Uni Dresden nachzulesen. Deren engagierter Riechforscher Prof. Dr. Thomas Hummel trug zur Studie bei.

PS zur Erläuterung: Etliche neurodegenenerative Erkrankungen wie Morbus Alzheimer oder Parkinson kündigen sich mit dem Schrumpfen des Hippocampus an, dem Teil des Limbischen Systems, der Riechen und Erinnerungen verarbeitet, beide Funktionen verschwinden nach und nach. Mit dem Eintritt einer solchen Erkrankung wäre eine verkürzte Rest-Lebenszeit eingeläutet. Menschen, die ihr Essen nicht mehr riechen können, essen Verdorbenes oder Unverträgliches oder essen zu wenig, da der Appetit fehlt, auch das könnte ein möglicher Faktor der Verkürzung des Rest-Lebens gegenüber riechenden Menschen sein. Menschen, die Gefahren wie Rauch, Feuer und Abgase nicht mehr riechen können, könnten eher einem Unfall zum Opfer fallen. Menschen, die nicht mehr riechen können, werden öfter depressiv als Riechende, sie verlieren öfter die Freude und das Interesse am Genuss und am Leben, auch das könnte ein Risikofaktor sein.

ätherische Öle als helfer bei demenz und vergesslichkeit


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Pharmakognostikerin* Nicolette Perry, die wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über ätherische Öle präsentierte, war einer der wichtigsten Gründe, warum ich trotz anderer Verpflichtungen noch kurz entschlossen zur Botanica2014-Konferenz nach Dublin fuhr. Sie ist die Hälfte eines engagierten Forscherinnen-Duos, deren Arbeiten ich hier und in meinen Büchern bereits öfters erwähnte. Als ich 2009 für meinen recht umfangreichen Beitrag für ‘Das Praktische Handbuch der Demenz‘ eine Woche in Klausur ging, um wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema zu studieren, kamen mit immer wieder die zwei Namen unter: Elaine und Nicolette Perry (witzigerweise ist mir beim Zitieren in meinem Fachbuch in irgendeiner Auflage ein Tippfehler untergekommen, ich hatte der Tochter den Nachnamen ‘Nicolette’ gegeben, so dass ich ich mal einem Abschreiber auf die Spur kam, der meine falsche Quellenangabe ungeprüft übernommen hatte).

Die Mutter Elaine Perry ist eine engagierte Neurowissenschaftlerin, die vor ihrem Ruhestand ausgiebig über Demenzen (Alzheimer, Lewy-Körper und gefäßbedingte Demenzformen) forschte, auch Morbus Parkinson, Schizophrenie, Depressionen, Autismus und das Älterwerden beschäftigten sie an der Universität Newcastle in Großbritannien. Insbesondere die Rolle des Acetylcholin, einem Botenstoff nicht nur in unserem Gehirn, war ein wichtiger Aspekt ihrer Forschungen. So kommt es, dass man viele Studien über diesen Themenbereich von ihr nachlesen kann. Unter den ätherischen Ölen findet man bei ihren viel versprechenden Erkenntnissen immer wieder den spanischen Lavendelsalbei (Salvia lavandulifolia) und den ganz normalen Gartensalbei (Salvia officinalis).

Logo_Nicolette_Perry_Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Die Tochter Nicolette Perry – ich war überrascht wie jung sie ist – befasst sich mit der Chemie der Heilpflanzen und insbesondere mit ihrer Wirkung auf das ZNS (Zentrale Nervensystem). Ihre Leidenschaft übt sie unter anderem in einer führenden Position in einem Botanischen Garten, dem Dilston Physic Garden aus. Sie brachte Material für mindestens drei Vorträge zur Konferenz mit und dementsprechend dicht gepackt war ihr lebendiger Vortrag. Man spürt ihre Liebe zur Natur – trotzdem oder gerade deswegen ist die Chemie ein wichtiger Teil von all diesen faszinierenden Prozessen in Pflanze und Mensch. Diese Verbindung drückt sich in einem originellen Logo aus, das auf der ersten Folie ihres Vortrags ihr Motto symbolisierte.

Sie klärte zunächst, warum Pflanzen überhaupt ätherische Öle bilden, dann zeigte sie auf, wo diese pflanzlichen Signalstoffe in unserem Nervensystem andocken und somit Effekte auslösen können. Sie nennt die Signal- und Duftstoffe ‘Botanic Brain Booster’ (BBB, Botanische Gehirnverstärker, ganz ähnlich wie ein Artikel von mir mal überschrieben war: Dünger für die grauen Zellen (klick!).

Nicolette Perry erläuterte in diesem Zusammenhang sehr viele Studien über Lavendel- und Kamille-blau-Öl, auch zeigte sie einige wichtige Neuro-Effekte auf, die an Menschen untersucht worden sind:

  • anxiolytisch (angstlösend): Linalool und Rosmarinsäure (in einigen Hydrolaten, nicht in ätherischen Ölen)
  • analgetisch (schmerzlösend): Citronellal, Linalool, Menthol
  • kognitiv verstärkend (konzentrationsfördernd): Menthol
  • antidepressiv: Rosmarinsäure
  • antikonvulsiv (Krämpfen entgegenwirkend, krampfmindernd): Borneol und 1,8-Cineol (Eucalyptol)
  • stimuliert die neurologischen “Autobahnen”: Menthol

Ziele der duftenden Signalstoffe aus “unseren” Duftpflanzen können menschliche Zellen sein, die folgende Stoffe produzieren, welche wiederum von folgenden Inhaltsstoffen von ätherischen Ölen “angeheizt” werden können:

  • Serotonin, zuständig für gute Stimmung und Wohlbefinden
  • Dopamin, zuständig für Interesse, Aktivitat und Vergnügen: 1,8-Cineol und Terpinen
  • Acetylcholin/Cholinesterase, zuständig für Aufmerksamkeit und Lernen: 1,8-Cineol und Pinen
  • Noradrenalin, zuständig für Reaktion und Erregung
  • Enkephaline, zuständig für Schmerz und Loslassen/Wohlbefinden
  • Cannabinoide, zuständig für Wohlbefinden: Caryophyllen und Thujon
  • Gaba (gamma-Aminobuttersäure), zuständig für Entspannung und Beruhigung: Menthol, Pinen, Thujon
  • Oxytocin, zuständig für soziale Interaktion und Bindung

Linalool beeinflusst zudem die elektrischen Ströme an den Nervenzellen (bzw. deren Membranen). Und warum zeigen ätherische Öle so vielfältige Wirkungen? Klar, wie im Beitrag über den Vortrag von Marco Valussi über Vielstoffgemische (klick!) bereits erwähnt: Sie bestehen aus vielen – 40 bis zu 800 – Inhaltsstoffen. In Molekülen ausgedrückt nannte sie eine Zahl, die ich nicht so recht visualisieren kann: In einem Tropfen eines ätherischen Öles befinden sich 40.000 Millionen Millionen Millionen Moleküle. Egal, ziemlich viele! Und da in einem ätherischen Öl oft (fast) alle der oben genannten Inhaltsstoffe enthalten sein können, können sie uns in vielerlei Hinsicht unterstützen. Das ist bestes aromatisches Wohlbefinden mit wissenschaftlicher Bestätigung!  *laienhaft ausgedrückt ist sie eine Apothekerin ohne Apotheke, die also in der Forschung tätig ist.

jasminöl bei knötchen in der brust


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMogra (Jasminum sambac) ist ein exzellentes Absolue (durch Lösungsmittel extrahiertes “ätherisches Öl”) bei einer Neigung zu Knötchen in der Brust, berichtete auf der Aromatherapie-Konferenz Botanica2014 (klick!) die temperamentvolle Ayurveda-Fachfrau aus Australien Farida Irani. “Knötchen” in der Brust meint nicht bösartigen Brustkrebs, sondern kleine (gutartige jedoch oft schmerzhafte) Verhärtungen, Zysten, die so genannte Mastopathie, verursacht durch hormonelles Ungleichgewicht. Da ich vor einigen Tagen zwei Fotos meiner Jasmin sambac-Pflanze auf Facebook gepostet hatte und unglaublich viele “Likes” bekam (so viel mehr Zustimmung als hier auf meinem guten alten Blog ;-) ), würdige ich diese wundervoll duftende Pflanze auch hier. Frau Irani sprüht nur so vor Leben und man kam gar nicht dazu, alles aufzuschreiben, beispielsweise was sie bei den Defiziten von Vata empfiehlt (Kreuzkümmel, Davana, Tulsi/Heiliges Basilikum). Bei mangelndem Pitta müssen Blütendüfte her, vor allem das Absolue aus Kewda (Schraubenbaum, Pandanus odoratissimus, hier beim “Gewürzepapst Gernot Katzer (klick!) findet man klasse Infos über dieses Gewürz).  Bei einem Mangel an Kapha empfiehlt sich vor allem Gewürznelke, Cardamom und wieder Tulsi (eines der wichtigen indischen Alleskönner-Öle). Für Menschen, die keine ätherischen Öle vertragen, empfahl sie das Mazerat von Brahmi (Bacopa monnieri) in Sesamöl. Dieses fette Öl gibt sie auch allen Menschen mit, die sich einer Bestrahlungstherapie unterziehen müssen. Für Frauen, die unbedingt schwanger werden wollen, der Klapperstorch jedoch ausbleibt, empfiehlt sie Davanaöl (klick! Artemisia pallens, es duftet wunderbar fruchtig-süßlich und etwas nach Whiskey! und bestimmt den Duft der Granatapfelserie einer großen deutschen anthroposophischen Kosmetikfirma mit dem Anfangsbuchstaben W). Bei diversen Tumoren gibt sie Ashwagandha (klick!), ein ganz wichtiges Stärkungsmittel in der traditionellen indischen Medizin. Es hilft bei Schwächezuständen, bei seelischen Durchhängern und laut einigen Studien schützt es Nervenzellen vor noch mehr degenerativem Zerfall wie bei Morbus Alzheimer. Sie gibt es auch Menschen die an Fibromyalgie leiden (Weichteilrheumatismus mit psychischen Krisen). Auch Safran-Attar (in Sandelholzöl hinein destilliert) empfiehlt sie bei Krebs. Bei Angstzuständen empfiehlt Frau Irani das ätherische Öl von Curcuma longa, einem Verwandten der Gelbwurz, die das Currygewürz gelb färbt. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZurück zum Jasmin-Absolue, das seine rote Farbe vom Indol-Anteil erhält. Das ist der Fäkal-Riechstoff, der speziell weißen Blüten, welche Nachtinsekten anziehen, einen manchmal eher unangenehmen Unterton gibt. Im Gewächshaus hinter unserem Seminarhaus konnten das viele TeilnehmerInnen meiner Kurse bestätigen (dort blüht immer noch Jasminum officinalis). Als tausende von Blüten geöffnet waren, war der schwere Duft/Geruch rund ums Gewächshaus kaum auszuhalten. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDieser Riechstoff (Stinkstoff?) macht – in raffinierten Spuren eingesetzt – Parfüms für uns Menschen ziemlich unwiderstehlich. Kein Wunder, er ist ein Bestandteil unseres Gehirnstoffwechsels. Als ich diese Tatsache vor einigen Jahren in einem Fachbuch fand, war ich doch etwas erstaunt, dass sich dieses anrüchige Molekül sowohl “da unten” als auch in unserem Kopf befindet. Und dort für Wohlbefinden sorgt. So ist es kein Wunder dass Frau Irani Jasmin sambac-Absolue (klick!) bei depressiven Zuständen und Ängsten empfiehlt. Anscheinend reguliert es unseren aus der Balance geratenen “Happylizer”-Stoffwechsel (also die Botenstoffe, die für Wohlbefinden sorgen sollen). Sie empfiehlt, Ätherische-Öle-Mischungen für die Seele auch immer rund um den Bauchnabel einzureiben, dem Zentrum unserer Ausgeglichenheit und Balance. Sie rät zudem dazu, diesen schweren Duft auch als Deo einzusetzen, als kühlende Gesichtspflege und sogar bei Geschwüren. Sie schloss ihr unglaubliches Feuerwerk an Tipps und Rezepturen mit obigem Spruch von Paramahansa Yogananda und überreichte der Gastgeberin Rhiannon Harris (klick!) als Zeichen des Dankes und der Anerkennung einen großen Schal (eher eine Stola). Frau Irani hat es übrigens geschafft, in ihrer Heimat Australien eine staatliche Anerkennung für ihre Kurse in Ayurvedischer Aromatherapie zu erhalten. Dazu mehr auf ihrer Website Subtle Energies (klick!). Die gesammelten Vorträge dieser Konferenz kann man bis zum 30. September mit 25 Euro Ermäßigung hier (klick!) als Download-Datei erwerben (75 Euro statt 100 Euro).

duftpflaster für die kleine inhalation unterwegs


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEine ganz neue Art, sich mit ätherischen Ölen zu behandeln wurde mir auf der Botanica2014-Konferenz gezeigt: Pflaster mit kleinen Vliesen, die entweder bereits beduftet sind oder ganz ohne Duft, die man mit dem ätherischen Öl seiner Wahl imprägniert. Besonders gut finde ich diese Erfindung für Reisende in miefigen und “verseuchten” öffentlichen Verkehrsmitteln.

Nicht nur ich werde ganz oft nach Flügen kränklich, vermutlich weil die Entkeimung der Klimaanlagen in Zeiten von Preisdruck nicht oberste Priorität hat. Der us-amerikanische Hersteller Bioesse Technologies (klick!) hat eine praktische Lösung gefunden. Die Haut kommt nicht in Kontakt mit dem ätherischen Öl (prima für AllergikerInnen), der Klebstoff (hypoallergenes Hydrogel) verursacht keinerlei Reizungen. Der Duft wird in zwei bis acht Stunden frei gesetzt. Ich habe jedenfalls nach wenigen Minuten nicht mehr bemerkt, dass da etwas unter meiner Perlenkette klebt. Die handlichen Hautpflaster gibt es in folgenden Ausführungen:

  • ohne Beduftung (blank)
  • Lavendel
  • Süsse Träume (Sweet Dreams)
  • Mandarine
  • Pfefferminze
  • Spearmint
  • Gesundheit (Healthy me, dieses Pflaster wurde mir für meine Flüge empfohlen, um das Immunsystem auf Trab zu halten)

Es gibt auch zwei beruhigende Duftpflaster für Hunde (für Silvester, für vor dem Tierarztbesuch), eines kostet 1,99 $ (1,53 €), man muss mindestens 10 Stück bestellen.

inhalations_duftpflaster2010 wurde übrigens ein Vanillepflaster (klick!) am St. George’s Hospital in London getestet, die Probanden einer kleinen Studie mit 200 TeilnehmerInnen verloren in 4 Wochen gut 2 kg ohne jede bewusste Veränderung ihrer Ernährungsgewohnheiten (Diät war während der Testphase nicht zugelassen, hier geht zu einem Artikel über die Pflaster, sie wirken nur bei Süßigkeits-Fanatikern). Eine 28-Tage-Packung kostet 22.95 £ (28,84 €). Es gibt auch einen ‘Energy-Patch’ für mehr Konzentration, Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen, diese Anwendung wäre bei müden und geschwächten Chemotherapie-PatientInnen denkbar, denn auch dieses Duftpflaster wirkt nicht transdermal, sondern nur durch die nasale Aufnahme des von der Haut erwärmten Duftes. So dass keine unerwünschten Wechselwirkungen mit Medikamenten entstehen können.

Es gibt von einer mir nicht bekannten Firma ein Duftpflaster, das mit den ätherischen Ölen von Weihrauch, römischer Kamille, Melisse, Petit Grain und Bitterorange imprägniert ist. Es soll helfen, akute Stress-Situationen besser bewältigen zu können, es heißt Controller Aromapatch (klick!) und kostet 8,50 €.

ätherische öle als sehr heilungskräftige vielstoffgemische


Die Vielfalt der unterschiedlichsten Inhaltsstoffe jedes einzelnen ätherischen Öles machen die oft so erstaunliche Heilkraft der Aromatherapie (und Aromapflege) aus. Monosubstanzen, also vom Menschen erschaffene Moleküle, haben oft nicht die gleiche Power wie natürliche Vielstoffgemische, auch wenn letztere immer wieder von Wissenschaftlern und ÄrztInnen verpönt werden (honi soit qui mal y pense – ein Schelm wer Böses dabei denkt). Ein Wissenschaftler, der immer wieder die Besonderheiten der Vielstoffgemische betont (und untersucht hat), ist Prof. Jürgen Reichling, der darüber auf der Botanica2012 sprach (ich schrieb hier (klick!) kurz über seine Erkenntnisse). Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAuf der diesjährigen Botanica-Konferenz sprach der italienische klinische Phytotherapeut Marco Valussi sehr schnell, sehr ausführlich und mega-eindrucksvoll über dieses spannende Thema. In den letzten Jahren gab es – unbemerkt von den meisten von uns Aroma-EnthusiastInnen – einiges an neuen Erkenntnissen über die Rolle von ätherischen Ölen in der Pflanzen- und Tierwelt. Da es der erste Vortrag am Sonntag war, hatte ich kurz überlegt zu schwänzen, doch ich bin so froh, dass ich mich rechtzeitig auf den Weg gemacht habe! Zunächst beschäftigte er sich mit der Frage, warum Pflanzen überhaupt flüchtige sekundäre Metaboliten, zu denen sowohl die duftenden Monoterpen-Verbindungen und auch die Phenole gehören, produzieren. Er stellte drei gängige Theorien vor und auch deren Schwachstellen.

  • Es kann sein, dass diese duftenden Moleküle rein zufällig entstanden sind.
  • Theorie 1: Im evolutionären Wettlauf mussten Pflanzen Waffen bilden, um sich gegen Fraßfeinde zu wehren (CAR-modell). Einzelne stark wirksame Moleküle werden dafür benötigt. Terpenoide werden von Pflanzen auch gebildet, weil sie den Ablauf der Photosynthese schützen müssen.
  • Theorie 2: Die ‘Screening Hypothesis’ (Filter-These) wurde erst 2003 aufgestellt, sie postuliert, dass die Evolution Organismen überleben lässt, welche ihre chemische Vielfalt mit möglichst niedrigem Aufwand produzieren und erhalten können. Möglichst viele – eher schwach wirksame – Moleküle werden von der Pflanze gebildet und ihre Synergie (ihr Zusammenspiel) helfen beim Überleben.
  • Theorie 3: Die dritte Theorie befasst sich mit den ‘Matrix metabolic pathways’, sie ist noch recht neu und scheint Elemente der beiden anderen Theorien zu beinhalten (als Nicht-Biologin war es wirklich schwierig, dieses Feuerwerk von faszinierenden Einblicken in die Molekular-Biologie zu sortieren!). Schwache und starke Moleküle können je nach Bedarf zusammen arbeiten.

Marco Valussi betonte, dass die so genannte ‘network pharmacology’, also die vernetzten und gemeinsam agierenden unterschiedlichen Moleküle sehr gut von uns Menschen verarbeitet und genutzt werden können. Also eher schwach wirksame Pflanzenmoleküle können stärker wirksame Moleküle aktivieren. Darum können Vielstoffgemische effektiver wirken als Monosubstanzen, auch weil sie unterschiedliche ‘targets’, also Wirkstoff-Ziele, in der Zelle ansteuern. Marco Valussi illustrierte dieses Thema anhand der verschiedenen Inhaltsstoffe von Thymianöl: p-Cymen (ein Monoterpen, es ist oft nur in geringen Spuren in ätherischen Ölen enthalten) kann die Zellemembranen von beispielsweise Bakterien sozusagen aufblasen, sie werden weniger stabil, durchlässiger. Dann kommt Carvacrol (ein phenolisches Monoterpen, das als pflanzliches Antibiotikum gilt) zum Zug: Es kann nun leicht in die unstabile Zellmembran eindringen und seine “Killerwirkung” leicht und effizient ausführen. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGeraniol (ein Monoterpenol, der in etlichen ätherischen Ölen vorkommt, auch in kleinen Mengen in Thymianölen), stört Pumpmechanismen in Zellmembranen und kann auch zur Störung oder Zerstörung der Bakterien beitragen – in Zusammenarbeit mit stärkeren Molekülen (auch in Zusammenarbeit mit Antibiotika; übrigens ein schöner Beleg für die inzwischen 12 Jahre alte Arbeit der (damals) Jugend-forscht-Schülerin Ute Runkel, klick!). Marco Valussi fasste zusammen, dass die ganz stark antibiotischen Inhaltsstoffe in ätherischen Ölen aufgrund ihres Molekülaufbaus die (feindliche) Zellmembran nicht sehr gut durch durchdringen können. Dagegen können die nicht so stark antibiotisch wirksamen Inhaltsstoffe in ätherischen Ölen aufgrund ihres ganz anderen Molekülaufbaus die [feindliche] Zellmembran viel leichter durchdringen und den “starken Kollegen” sozusagen den Weg ebnen. Die phenolischen Verbindungen (in Thymian, Oregano, Bohnenkraut, Zimtrinde, Zimtblätter, Tulsi, Gewürznelke etc) brauchen also ihre “schwächeren Mitspieler” wie Linalool, Geraniol und p-Cymen, um wirklich aktiv sein zu können und unsere Gesundheit wirksam schützen zu können. (Es gab wundervolle Grafiken zu diesen Mechanismen, doch die möchte ich aus Copyright-Gründen hier nicht zeigen, ich habe oben stehende Grafik anhand meiner Skizzen angefertigt.) Diese Theorie der Netzwerk-Pharmakologie ist laut Marco Valussi sehr stark, auch wenn sie immer noch mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. Er schloss seinen immens dichten Vortrag mit der Anmerkung, dass das Reduzieren der Aktivität einer Pflanze auf ein einziges Molekül schlechte Wissenschaft sei (beispielsweise “Pfefferminzeöl wirkt gegen Kopfschmerzen, weil [nur] Menthol kühlend und schmerzlindernd wirkt”, “Eukalyptusöl wirkt bei Erkältungen, weil [nur] Eucalyptol schleimlösend und entzündungshemmend wirkt”, “Kamillenöl wirkt [nur] entzündungshemmend, weil Azulen enthalten ist” – das ist von mir etwas übertrieben formuliert, doch so ähnlich möchte die derzeitige Wissenschaft ihre Studienergebnisse begründet wissen. Darum haben es die Vielstoff-Substanzen-Forscher nicht immer leicht.)

aromatherapie bei phantomschmerzen


Linda_Anne_O_Flaherty_burnsWenn ein Körperteil amputiert wurde und es dennoch höllische Schmerzen verursacht, können sanfte Aroma-Massagen sehr hilfreich sein. Das zeigte die engagierte Aromatherapeutin Linda-Anne O’Flaherty in einem Video, das bei vielen ZuhörerInnen der Botanica2014-Konferenz rote Augen oder gar Tränen verursachte. Linda-Anne arbeitet am The Red Cross War Memorial Children’s Hospital in Cape Town in Südafrika, es ist das größte spezialisierte Kinder-Krankenhaus im südlichen Afrika.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIhr kleiner Patient klagte ganz fürchterlich über höllische Schmerzen im rechten Arm, der leider aufgrund seiner durch einen heftigen Stromschlag erfolgten Verbrennungen amputiert werden musste (auf dem Foto oben existiert der Arm noch). Linda-Anne arbeitet bei all ihren kleinen VerbrennungspatientInnen mit der sehr sanften “Massage” namens M-Technique (klick!), die von der großen britischen Aromatherapeutin und Pflegewissenschaftlerin Dr. Jane Buckle entwickelt wurde (Foto rechts, sie war als Gast auf der Konferenz anwesend). Die M-Technique ist inzwischen in englischsprachigen Ländern sehr gut bekannt und beliebt, sie wird manchmal “Physikalische Hypnotherapie” genannt. Im großen Krankenhaus/Hospiz, in dem Linda-Anne beschäftigt ist, kann meistens nicht mit individuellen Mischungen gearbeitet werden. So wurde der nicht mehr vorhandene Arm, der laut ihrem kleinen Patienten aufgrund der sehr verkrampften, zur Faust geballten Phantom-Hand so extrem schmerzte, mit folgender Standardmischung [1% ätherische Öle in Traubenkernöl (Vitis vinifera)] behandelt:

  • Kamille deutsch (Matricaria recutita, vor allem gegen den beim Verheilen von Verbrennungen entstehenden starken Juckreiz)
  • Lavendel (Lavandula angustifolia, schmerzlindernd, beruhigend, sanft antiseptisch)
  • Neroli (Citrus aurantium var. amara, beruhigend/anti-traumatisch, schmerzlindernd, sanft antiseptisch)

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieÜbrigens wird nur intakte oder zumindest gut verheilte Haut mit ätherischen Ölen und Streichungen behandelt, niemals verbrannte Haut. Wenn sehr kleine Kinder sich zu stark gegen diese Anwendungen wehren (strampeln, schreien, unaufhörlich weinen), werden sie nicht weiter behandelt. Auf dem Video sah man, wie Linda-Anne genaue Instruktionen des Jungen erhielt, wo genau der (nicht vorhandene) Arm sich befand, wo die Faust, wo die einzelnen Finger. Sie “massierte” ganz so, als läge der kindliche Arm in ihrer Hand, wie ein Pantomime. Die erfahrene Aromatherapeutin schaute sich ständig seinen Gesichtsausdruck an, sie fragte zwischendrin ganz zart, ob ihre Streichungen so richtig seien. Sie muss seine Schmerzen hervorragend erfasst haben, der Junge wirkte sehr konzentriert, etwas überrascht, vielleicht sogar leicht ungläubig. Sie widmete sich insbesondere seiner “Faust” und berichtete uns, dass der Junge bei und nach der ersten Behandlung regelrecht in seinem Rollstuhl zusammensackte, vermutlich war seine schmerzangefüllte sehr hohe Grundspannung gewichen. Das Video, das wir uns anschauten, entstand erst bei einer späteren Behandlung, war dennoch sehr bewegend. Ich erinnere mich nicht genau, ich glaube, sie sagte, dass der Junge nach der siebten Behandlung mit der M-Technique ganz beglückt war, dass die “Faust” sich geöffnet hatte und der schlimme Schmerz vergangen war.

Man kann auf der Blog-Seite des International Journal of Professional Holistic Aromatherapy (klick!) mehr über Linda-Annes Arbeit nachlesen. Ihre Studie an 71 ganz jungen VerbrennungspatientInnen (Durchschnitts-Alter 3 Jahre) ist 2012 in der renommierten internationalen Fachzeitschrift Burns veröffentlicht worden, sie kann für 31,50$ hier (klick!) gekauft werden. Die DVD mit den Schritten der M-Technique kann man bei Jane Buckle für gut 30 Euro hier (klick!) bestellen. [Foto ganz oben: Linda-Anne O'Flaherty]

botanica2014 – ein rückblick


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieViele Hydrolate, viele Destillateure, viele Ölefirmen, viele Heilkräuter, ganz viele hochkarätige Vorträge und Menschen aus 39 verschiedenen Ländern. Das ist die Bilanz der zweiten Botanica-Aromatherapie-Konferenz mitten in Dublin. Ich hatte eigentlich gar keine Zeit hinzufahren und versäumte darum auch den ersten der zweieinhalb Tage im altehrwürdigen Trinity College. Doch jede Minute hat sich gelohnt, es waren wirklich ausgezeichnete Möglichkeiten, Neues zu lernen dabei. Netterweise hat sich meine liebe Kollegin Margarete Fieguth (klick!) aus der Schweiz bereit erklärt, eine Zusammenfassung des ersten Tages zu schreiben. Sie war neben der Vortragenden Julia Graves, dem Teilnehmer Fred Wollner von Primavera und mir die einzige Deutschsprachige im Publikum, das aus circa 250 Menschen aus aller Welt bestand. Im Folgenden beschreibt Margarete also die ersten Vorträge, die am Freitag statt fanden. Ich werde dann demnächst nach und nach zu den oben abgebildeten Produkten, zu neuen Erkenntnissen und über den einen oder anderen Kollegen/Kollegin erzählen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie“Eliane hat mich gebeten, ein paar Zeilen über den Beginn der Botanica2014-Konferenz, zu schreiben. Gerne mache ich das. Rhiannon Lewis (klick! Foto unten links) – sie hatte bereits die erste Botanica-Konferenz im September 2012 organisiert – begrüsste uns herzlich und offen. Die Freude über so viele TeilnehmerInnen (gut 85 Prozent der Gäste waren weiblich) aus insgesamt 39 Ländern war gross. Sie wollte die Pflanzen und die Pflanzenheilkunde zelebrieren/feiern – und das taten wir. Um keine Unterschiede zwischen akademischen Graden und Nichtakademikern zu machen, wurden bewusst sämtliche Titel und Firmen auf den Namensschildern weggelassen. Und das hat auch für mich den Kontakt zu anderen absolut vereinfacht.

Dilis Clare (klick!) machte den Anfang. Der Wunsch der irischen Ärztin, die sich auf Kräuterheilkunde spezialisiert hat, ist es, dass jeder Mensch auf dieser Welt frei entscheiden kann, welche Art der Therapie er erhält. Sei es die schulmedizinische, die traditionelle oder wie auch immer. Um die Pflanzenheilkunde zu unterstützen und zu festigen, werden jedoch mehr Fallstudien benötigt und sie bat uns, diese unter http://www.care-statement.org zu erfassen. Ihre 40 Minuten vergingen wie im Fluge und es blieb keine Zeit mehr für Fragen.

Rosari Kingston (klick!) ist ein wandelndes Nachschlagewerk in irischer und keltischer Pflanzenheilkunde. Es war unglaublich, was sie wie erklären konnte und mit welchem Herzblut sie dabei ist. Die nächste Referentin Stella Byrne ist halb Irisch, halb Walisisch und verbindet beide Schulen der Pflanzenheilkunde. Für mich persönlich war es nach Rosari, die mir den Kopf heftig gefüllt hatte, schwierig, zu folgen. Leider sind meine Notizen spärlich. Zum Glück war nun Pause mit Tee, Kaffee und (recht trockenen ;-) ) Keksen. Wir hatten die Möglichkeit, nun uns ein bisschen die Verkaufs-/Messestände im etwas dunklen und düsteren Vorraum des Lehrsaals anzusehen. In den Pausen war es aber immer zu voll, um alles in Ruhe anzusehen und Fragen zu stellen (schwänzen war also angesagt…).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAndrea Butje (klick! Foto rechts) war die erste “ausländische” Rednerin. Sie ist eine us-amerikanische Powerfrau, die mit Liebe und Freude über ihre Arbeit sprach. Nachdem sie früher sowohl ätherische Öle verkauft hat, als auch unterrichtete, hat sie sich vor ein paar Jahren nur noch für’s Unterrichten entschieden und entwickelt Online-Kurse und Hilfsmittel. Auch reist sie durch die Welt und besichtigt kleine Destillations-Betriebe. Und über diese Besuche ging es in ihrem Vortrag. Wir sahen herrliche Bilder über Bulgarien und hörten kleine Anekdoten dazu, ebenso über Süditalien und Nepal. Sie stimmte uns bereits auf die kommenden drei Sprecher ein, die sie alle persönlich besucht hatte und gerne unterstützt. Atanas Krachmarov (klick!) war der nächste Vortragende. Ein junger Mann, der etwas leise und schüchtern sprach und für mich schwer zu verstehen war. Er produziert nicht nur biologische ätherische Öle und Hydrolate, sondern auch wunderbare CO2-Extrakte. Auf dieses Thema kam am Samstag auch Madeleine Knapp Hayes-Wellhuner (klick!) zu sprechen. Ein Produkt, das in der Aromatherapie mehr Achtung, dazu auch mehr Ahnung verdient. Ich bin mir sicher, dass Eliane dazu noch mehr sagen kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDann kam für mich ein unterhalterisches Highlight: Kailash Dixit (klick!) aus Nepal. Ein quirliger Mann, der ursprünglich aus der Schnapsdestillation kommt. Nachdem der Genuss zu viel wurde, hat er sich ein Sabbatical gegönnt und ist durch Nepal gereist – und wurde “erleuchtet”. Dem Alkohol hat er abgeschworen, aber nicht der Destillation. Zuerst wollte er alles alleine machen und musste feststellen, dass das nicht geht. So wurde mit den umliegenden Bauern eine Kooperative gegründet, an der 34 Familien beteiligt sind. Sie bestellen ihre Felder biologisch und bauen einheimische Duftpflanzen an. Ebenso achten sie bei der Destillation auf höchste Sorgfalt. Es macht ihn traurig, dass so viele junge Männer auswandern, weil sie keine Perspektive im Land sehen und er möchte gerne etwas dafür machen. Andrea Butje hat all seine ätherischen Öle im Labor untersuchen lassen und war von der Qualität begeistert. Was für ihn finanziell nicht möglich war. Natürlich hat ihn das Ergebnis glücklich gemacht und es hilft ihm beim Verkauf seiner Produkte. Er muss leider die Hydrolate entsorgen, da in Nepal deren Verwendung unbekannt ist und Nepal auch über keinen Hafen verfügt. Er wäre über jeden froh, der diese exportieren und vertreiben würde. Zum Schluss kam er mit einer Frage, die mich schon lange beschäftigt und die Reaktion darauf war überwältigend (und absolut in meinem Sinn!!): Sind ISO-Zertifikate und Bio-Labels nötig? Er verkauft seine nicht zertifizierten Bioprodukte an zertifizierte Händler und diese kleben dann einfach das Label drauf … Das Publikum stand kurz vor den Standing Ovations.

Anschliessend trat die Französin Evelyn Boyer (klick!) ans Pult. Sie spricht kein Englisch und wurde von Rhiannon übersetzt. Sie und ihr Mann Jacky sind seit 8 Jahren in einem fast verlassenen Dorf im Verdon und bauen dort ihre Pflanzen an, bzw. sammeln wild wachsende Heilpflanzen. Die Mairose und die Damaszener Rose sind dabei ihr Steckenpferd und sie haben inzwischen gut 7000 Pflanzen. Liebevoll gewinnen sie in Schwerstarbeit ätherische Öle und Hydrolate (auch eine interessante Mischungen aus Kornblume und Holunderblüte). Sie verfügen über ein Labor, in dem sie hochwertige Naturkosmetik herstellen. Man merkt ihnen die schwere Arbeit, aber auch die immense Freude daran an. In ihrem Shop (klick!) kann man einige wundervolle Hydrolate (dazu ätherische Öle und Cremes) bestellen. Zum Abschluss des ersten Tages wurde uns im Vorraum ein kleiner Apéro offeriert.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMargaretes Website mit Shop kann hier (klick!) besucht werden, sie ist übrigens Distributorin der französischen Kosmetik-Rohstoffe- und Ätherische-Öle-Firma Aroma-Zone. Ich werde demnächst über einige der weiteren Highlights und Produkte berichten. Nach einem Super-Sommer hat sich übrigens Dublin mit einem wunderschönen und sehr warmen Indian Summer präsentiert. Im Botanischen Garten in Dublin konnte ich traumhaft blühende Rhododendren besichtigen. Das gute Wetter hält nach wie vor an, auch im Südwesten Irlands: Unsere Gäste der drei letzten Veranstaltungen für dieses Jahr genießen Sonnenschein pur. Wer nächstes Jahr kommen möchte, kann sich Termine und Themen hier (klick!) bereits anschauen. Ich bastele seit zwei Wochen und auch dieser Tage an einem aktualisierten Anmeldeformular, an Anzeigen, Preislisten, neuen Touren, Website-Aktualisierungen und vielem anderen Bürokram.

hochkarätige fortbildungs-möglichkeiten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Tage werden kürzer, die Nächte werden kühler, viele Bäume schimmern gelb, die Straßenränder sind noch voll der wunderbaren Ätherisch-Öl-Pflanze Wilde Möhre (Daucus carota, perfekt bei Hautausschlägen/Ekzemen, Infos & Rezepte hier – klick!) – kurz: es beginnt die Hoch-Zeit für Düfte. Wir beduften gerne unser Haus, da die Sommerlüftchen fehlen, wir straffen unser Immunsystem, damit es fit durch den Winter kommt, wir lernen, in welchen Lebenslagen naturreine ätherische Öle uns unterstützen können. 

Eine Super-Gelegenheit bieten jeden Herbst die unglaublich vielfältigen Primavera-Fortbildungen: Ein Tag mit tollen Vorträgen, feinsten Düften, schönster Deko, netten Menschen, Inspiration pur! Bald ist es soweit, am 18. Oktober öffnet diese Firma, deren ätherische Öle mich seit Mitte der achtziger Jahre (des vergangenen Jahrhunderts!) begleiten, ihre Pforten. Ich freue mich insbesondere, dass auch lieb gewonnene KollegInnen und eine ehemalige Kursbesucherin von mir unter den ReferentInnen sind. Das Rahmen-Thema 2014 lautet: “Ätherische Öle – wertvolle Begleiter bis ins hohe Alter”.

• Riechvermögen im Alter, Riechstörungen und Prävention
Dr. med. Erwin Häringer, Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren
• Seniorenwellness – sinnvolle und sinnliche Rituale bei Isolation, Trauer und Einsamkeit
Dipl. med. Heike Gerlach, Allgemeinärztin und Fachärztin
Pysikalische & Rehabilitative Medizin, Aromatherapie Master-Coach
• Aromapflege für ein starkes Haut-Immunsystem im fortgeschrittenen Alter
Ruth von Braunschweig, Biologin, Heilpraktikerin, Kosmetikerin und Autorin
• Die Rose als Begleiterin in schwierigen Lebenssituationen
Maria-Theresia Riedl, Heilpraktikerin
• „Locker vom Hocker“ – Kraft- und Balancetraining in der Sturzprävention
Traudl Matthis, Sporttherapeutin, PRIMAVERA Aromaexpertin
• Geborgenheit in einer „ver-rückten“ Welt – Aromapflege Demenzkranker in der „Sinneswelt“
Petra Retterath, pädagogische Fachkraft, PRIMAVERA Aromaexpertin
• Ätherische Öle während der Wandlungsphasen im Sterbeprozess
Martina Richau, Krankenschwester, PRIMAVERA Aromaexpertin
• Auf dem Weg zur duftenden Altenpflege
Andrea Kolditz, Pflegedienstleitung des Martineum Essen, GesundheitspraktikerinBfG, PRIMAVERA Aromaexpertin
• Gedächtnistraining mit Zitronenglücksschweinen, Minzzucker und Johanniskrautöl-Massage
Susann Bille-Pietsch, Ergotherapeutin, PRIMAVERA Aromaexpertin

Wo bekommt man sonst für knapp 130 Euro so viel hochwertige Information geboten? Details sind auf der Website von Primavera nachzulesen. Wer dieses Jahr keine Zeit findet, in den schönen Allgäu zu reisen, kann die 8. Primavera Fachakademie gleich für nächstes Jahr einplanen: 17. Oktober 2015.

Ich freue mich derweil auf die große internationale Aromatherapie-Konferenz Botanica2014 (klick!) in Dublin, die am Freitag im altehrwürdigen Trinity College wieder ihre Pforten öffnen wird (ich war vor zwei Jahren Vortragende, hier (klick!) kann eine kleine Zusammenfassung gelesen werden). Ganz besonders freue ich mich, wieder die Hydrolate-“Päpstin” Ann Harman zu treffen, ich hatte sie hier (klick!) gezeigt, wie sie durch ihr Computertablet mein Hydrolatebuch studiert. Sehr gespannt bin ich auch auf Nicolette Perry, die naturliebende Forscherin (sie ist Kuratorin von Dilston Physic Garden), die unter anderem Lavendelsalbei (Salvia lavandulifolia) und seine außerordentliche Wirkung bei Gedächtnismüdigkeit bis zu demenziellen Veränderungen untersucht hat. Auch über den diesjährigen Vortragenden Marc Moss habe ich in diesem Blog bereits berichtet, er hat Rosmarin als “Gedächtnisdünger” (klick!) untersucht. Über die Vortragenden kann man hier (klick!) lesen. Wen werde ich (außer Margarete) in Dublin treffen? [Noch kann man sich anmelden und für circa 50 Euro pro Nacht in dieser sympathischen kleinen Großstadt übernachten.]

aromatherapie bei (kreisrundem) haarausfall (alopezie)


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHaarausfall, kann ich mit ätherischen Ölen etwas dagegen tun? Das ist eine der häufigen Fragen, die an mich gestellt werden. Ich muss mit ja und nein antworten, denn Haarwurzeln sind extrem empfindliche Gesellen, sie reagieren auf kleinste hormonelle Schwankungen, auf Übersäuerung, auf die ersten Attacken vieler Chemotherapien. Viele Jahre lang habe ich Indian Head Massage unterrichtet und gespürt, dass Verspannungen, welche durch die vielen Anforderungen unseres modernen Lebens entstehen, insbesondere die Kopfhaut verhärten. Nur ist sich kaum jemand dessen bewusst.

Insofern können tägliche kleine Massagegriffe mit entspannend wirksamen ätherischen Ölen durchaus eine Wirkung zeigen, indem das “Übel” buchstäblich an der Wurzel gepackt wird. Welche Öle dabei ausgewählt werden, entscheidet der spezifische Zustand der jeweiligen Person, ihre Nase sollte wohltuende Düfte auswählen und zusammenstellen. Wichtig wäre das eine oder andere ätherische Öl, das aufgrund seines Estergehaltes entkrampfend und lösend wirkt, beispielsweise

  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Petit Grain (Citrus aurantium foliae)
  • Kamille römisch (Chamaemelum nobile)
  • Bergamottminze (Mentha citrata)
  • Ylang Ylang (Cananga odorata)
  • Rosengeranie (Pelargonium graveolens, P. asperum)
  • Bergamotte (Citrus bergamia, nur abends)
  • Muskatellersalbei (Salvia sclarea)

Entspannung alleine reicht jedoch nicht unbedingt, obwohl sich eine Kopfmassage sofort auf den ganzen Körper wohltuend auswirkt. Es muss zusätzlich ein ätherisches Öl gewählt werden, das die Durchblutung anregt, damit “Schlacken” abtransportiert werden können und damit (vor allem im Falle von Immunreaktionen) körpereigene Verteidigungsstoffe herbei geschafft werden. Der Klassiker ist 

  • Rosmarin Ct. Campher oder Ct. Cineol (Rosmarinus officinalis)

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannPfefferminze (Mentha piperita) wäre auch denkbar. Für den Fall, dass Mikroorganismen (Pilze, Bakterien oder Hautflechten) am Haarausfall beteiligt sind, nimmt man einen geringen Anteil an Ölen, die “antibiotische” Phenole enthalten zur Mischung, sie fördern auch gleichzeitig die Durchblutung und helfen dem Immunsysten wieder auf die Sprünge (hinter Alopezie steckt eine Autoimmun-Reaktion). Der Klassiker ist Pimentöl (Pimenta dioica), es gibt sogar eine Patentanmeldung (klick!) auf ein Haarwasser mit Piment. Im traditionellen Haar- und Pflegewasser aus Jamaika Trumper’s Bay Rum (klick!), das auch Gentlemen in Europa schätzen, ist dieses nach Gewürznelken duftende Gewürz enthalten. Das ätherische Öl ist leider nicht überall erhältlich. 

  • Piment (Pimenta dioica, Foto, hier erhältlich)
  • Bay (Pimenta racemosa, hier erhältlich)
  • Thymian Ct Thymol (Thymus vulgaris Ct Thymol)
  • Nelkenblätter oder etwas milder Nelkenknospe (Syzygium aromaticum)
  • Tulsi/Heiliges Basilikum (Ocimum sanctum)

Last not least muss man dem Körper helfen, diesen chronisch-entzündliche Prozesse (evtl sogar Abstossungsprozesse) zu regulieren, dabei helfen ihm insbesondere Sesquiterpenverbindungen, besonders bewährt hat sich Zedernöl:

  • Atlaszeder (Cedrus atlantica)
  • Himalajazeder (Cedrus deodara, hier erhältlich)

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

INCI eines bekannten deutschen Haarwassers

Aus diesen vier Komponenten wird nun ein Haaröl oder ein Haarwasser gemischt und es wird somit wesentlich wirkungsintensiver als die meisten Haarwässer, die man in Drogeriemärkten findet. Diese bestehen hauptsächlich aus Wasser (billig), sehr viel Alkohol (durchblutungsanregend, antiseptisch und billig) und manchmal einem Antischuppen-Wirkstoff (Pirocton-Olamin).

Ein Beispiel für ein selbst gemachtes Haarwasser könnte sein:

  • 25 ml Wodka 40%-ig mit
  • 6 Tropfen Rosmarin
  • 5 Tropfen Atlaszeder
  • 4 Tropfen Ylang Ylang
  • 3 Tropfen Piment (oder Thymian Ct. Thymol) gut verschütteln, mit
  • 25 ml Rosmarinhydrolat mischen (hier erhältlich)

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieJeden Morgen mit kreisenden Massagegriffen auftragen, für eine Abendmischung den Rosmarin weg lassen. Nach dem Auftragen mit einem Handtuch abdecken, dann verflüchtigen sich die ätherischen Öle nicht so schnell. Wer besser mit Öl zurecht kommt (oder als nächtliche Haarkur), mischt diese ätherischen Öle in 50 ml eines guten nativen fetten Pflanzenöles wie beispielsweise Olivenöl, Mandelöl oder Johanniskrautmazerat.

Professor Dr. Wabner hat vor vielen Jahren auf eine schottische wissenschaftliche Arbeit mit 86 PatientInnen hingewiesen. In der randomisierten Doppelblindstudie wurden 86 PatientInnen mit Alopecia areata (kreisrundem Haarausfall) sieben Monate lang entweder mit ätherischen Ölen in Traubenkernöl und Jojobaöl und einer 2-minütigen Kopfhautmassage sieben Monate lang behandelt

  • Thymus vulgaris (Thymian, Chemotyp nicht angegeben, 2 Tropfen, 88 mg)
  • Lavandula angustifolia (3 Tropfen, 108 mg)
  • Rosmarinus officinalis (Chemotyp nicht angegeben, 3 Tropfen, 114 mg)
  • Cedrus atlantica (2 Tropfen, 94 mg)
  • 20 ml Traubenkernöl
  • 3 ml Jojobaöl

oder nur mit dem Traubenkernöl-Jojobaöl-Mix. In der Aromatherapie-Gruppe zeigten sich signifikante Verbesserungen im Vergleich zur Fette-Öle-Gruppe [Hay IC, Jamieson M, Ormerod AD. Randomized trial of aromatherapy. Successful treatment for alopecia areata. Arch Dermatol. 1998 Nov;134(11):1349-52]. Die fertige Mischung ist bei WADI (klick!) erhältlich. 

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFrüher hat man Klettenwurzelöl in die Kopfhaut einmassiert, es ist wirksam bei Haarausfall und bei juckenden Hautekzemen. Heute ist es kaum noch in guter Qualität erhältlich (hier geht es zu einem Klettenwurzelöl, klick!), besser man stellt es demnächst her, indem man getrocknete und klein geschnittene Wurzelstückchen drei Wochen lang in einem guten Olivenöl einlegt und dann abseiht. Die große Klette, Arctium lappa, wird heute ohnehin als Unkraut betrachtet, dabei ist ihre lange Wurzel sehr heilkräftig (sie ist auch im “Anti-Krebs”-Produkt Essiac enthalten).

Unterstützend sollte auf eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten geachtet werden, damit die Übersäuerung des Körpers und damit der Kopfhaut reguliert werden kann, so dass die Haarwurzeln sich in einem gesünderen Umfeld neu entfalten können. Eventuell sollte ein Hormonspiegel vorgenommen werden und es sollte unbedingt auf eine Reduktion von stressauslösenden Situationen geachtet werden.