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Eliane Zimmermann Eliane ZimmermannSowohl in großen Teilen der asiatischen als auch der mexikanischen Küche ist das Kraut des Koriander eine wichtige geschmackliche und dekorative Ergänzung zahlreicher Speisen. Es heißt auch Arabische Petersilie oder Cilantro (nicht wirklich korrekt jedoch weltweit gebräuchlich) und wie bei dem gebräuchlicheren Gewürzkraut können auch die Wurzeln und Samen eingesetzt werden. Der eher abschätzige Name “Wanzenkraut” bezieht sich auf den oft als eigenartig bis ekelerregend-abstoßend empfundenen Duft der Blätter, koris im wissenschaftlichen Namen heißt sogar ‘Wanze’. Die Tierchen riechen anscheinend wie das Kraut und umgekehrt (unter den heute herrschenden Bedingungen hat kaum noch jemand Kontakt mit (Bett-)Wanzen….). Möglicherweise besitzen wir Menschen einen (genetisch verankerten) Abwehrmechanismus auf diesen Insektengeruch, so dass uns die ähnlich gestalteten Duftmoleküle im Korianderkraut in eine Art Alarmzustand versetzen.

In der Aromatherapie haben wir zwei sehr unterschiedliche Düfte zur Verfügung: Einerseits das sehr stechend riechende Öl aus den Blättern dieses Krautes aus der Familie der Apiaceae (Doldenblütengewächse), es enthält vorwiegend aromatische (‘phenolische’) Aldehyde und kann somit hautreizend wirken. Andererseits das ätherische Öl aus den kleinen kugeligen Samen (korrekt: Früchte), es erinnert im Duft eher an Lavendel, da es sogar mehr als jenes reichlich Linalool (75%) enthält. Es wird noch viel zu wenig in der Aromapflege eingesetzt, ja es wird richtig gehend unterschätzt. Dabei ist es relativ preiswert, die Gewinnung zerstört keine wertvollen pflanzlichen Ressourcen, denn das wärmeliebende Heil- und Küchenkraut wächst reichlich und dankbar und es gibt sogar etliche wissenschaftliche Studien zu Wirkungen jenseits der hauptsächlich bekannten carminativen Wirkungen (blähungswidrig).

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEine vor einem Jahr veröffentliche In vitro-Studie aus Portugal konnte zeigen, dass das ätherische Öl aus Coriandrum sativum gegen etliche gram-negative und gram-positive Bakterien einsetzbar ist. Insbesondere dem gefürchteten MRSA kann das Öl zusetzen, aber auch Bakterien, die durch Lebensmittel zu Vergiftungen führen können. Es wirkte lediglich nicht gegen Bacillus cereus und Enterococcus faecalis. Interessant für die ganzheitlich denkenden und pflegenden Menschen ist die Erkenntnis, dass das komplette Öl besser wirkte als der Haupt-Inhaltsstoff Linalool (der im Labor meistens in synthetischer Form vorliegt).

Die per Durchflusszytometrie mit Propidiumiodid vorgenommene Untersuchung der betroffenen bakteriellen Zellmembranen zeigte, dass diese unter Einfluss des ätherischen Öles ihre Zellatmung einstellten. Die elektrische Spannung der Membran (das so genannte Potenzial) war genauso gestört wie die Transporterfunktionen. Domingues F & al: Coriander (Coriandrum sativum L.) essential oil: its antibacterial activity and mode of action evaluated by flow cytometry. The Journal of Medical Microbiology

In einer im März 2011 veröffentlichten brasilianischen In vitro-Studie konnte gezeigt werden, dass Korianderöl eine deutliche Wirkung gegen Candida albicans-Befall in der Mundhöhle aufweist. Es zeigte die beste Wirkung im Vergleich zu den ätherischen Ölen von Allium tuberosum (Knoblauch), Cymbopogon martini (Palmarosa), Cymbopogon winterianus (Java-Citronella) und Santolina chamaecyparissus (Heiligenkraut). Furletti VF & al. Action of Coriandrum sativum L. Essential Oil upon Oral Candida albicans Biofilm Formation. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. Vol 2011

Die Zeitschrift für Phytotherapie widmete den Schwerpunkt ihrer ersten Ausgabe 2012 dieser vernachlässigten Heilpflanze, darin wird unter anderem berichtet über die Wirkungen von Koriandersamen gegen

  • MRSA (methycillinresistenter Staphylococcus aureus)
  • Pseudomonas aeruginosa
  • Bacillus subtilis
  • Salmonella typhosa
  • Campylobacter jejuni
  • Mycobacterium avium
  • β-hämolysierende Streptokokken
  • Staphylococcus aureus

Korianderöl kann auch gegen pathogene (krankmachende) Pilze eingesetzt werden, im Fall von Candida albicans “hemmte das Öl die Biofilm-Bildung durch den fakultativ pathogenen Hefepilz genauso wirksam wie Nystatin und Fluconazol.” Weitere Pilze, welche das Öl gar nicht leiden können sind beispielsweise

  • Aspergillus aegypticus
  • Penicillium cyclopium
  • Penicillium interdigitatum
  • Trichoderma viride
  • Epidermophyton interdigitale
  • Microsporum canis

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIn der aktuellen (Sonder-)Ausgabe der Zeitschrift für Phytotherapie wird von einer Studie berichtet, in welcher es bei 1200 Personen mit Kontaktallergien eine 5%-ige Mischung des ätherischen Öles mit Vaseline (!!!)  zu keiner allergischen Reaktion kam, was aufgrund der 75% Linalool im Öl hätte erwartet werden können, wenn man der aktuellen vorgeschriebenen Deklaration auf Kosmetika glauben würde. (Es wird für Kosmetika die Linalool enthalten gefordert, dass Linalool als Allergen aufgelistet wird.) Bei 40 Probanden wurde 1%-iges Korianderöl im okklusiven Patchtest untersucht und es kam auch nicht zu Unverträglichkeitsreaktionen. Das süßlich-holzig duftende und äußerst verträgliche Öl wird also für Anwendungen bei folgenden Indikationen empfohlen:

Casetti F, Wölfle U, Augustin M, Frank U, Schempp C: Einsatz von Korianderöl in der Dermatologie. Zeitschrift für Phytotherapie 2012; 33 (Suppl. 1). Eine weitere neue Studie aus der Universitäts-Hautklinik Freiburg befasst sich der antimikrobiellen Wirkung von Korianderöl: Casetti F, Bartelke S, Biehler K, Augustin M, Schempp CM, Frank U (2011) Antimicrobial activity against bacteria with dermatological relevance and skin tolerance of the essential oil from Coriandrum sativum L. fruits. Phytother Res 25: 2011 Aug 4., auch ein Artikel der Forscher um Professor Dr. Christoph Schempp vom letzten Jahr zeigt die Heilmöglichkeiten mit diesem Öl auf: Schempp CM, Wölfle U, Rispens JA, Schaette R (2011) Koriander (Coriandrum sativum L.) – ein heilkräftiger und antimikrobiell wirksamer mediterraner Doldenblütler. Der Merkurstab 64 (4):339-345.

Besonders fein duftend finde ich eine Rarität, die durch CO2-Extraktion gewonnen wird, manchmal wird sie bei Feeling angeboten, derzeit befindet sich “nur” das destillierte Korianderöl (Klick auf gefettetes Wort!) im Web-Shop, nachfragen lohnt sich jedoch, da es auch als feines, antioxidativ wirksames Gewürz in der Aromaküche eingesetzt werden kann. Bei der nächsten Amazonbestellung kann auch das feine Korianderöl von Taoasis mitbestellt werden (danke für die kleinen Provisionen an all die engagierten BestellerInnen der letzten Wochen!!! :-) )

Es ist also an der Zeit, diesem wohltätigen “Lavendel auf der Familie der Sellerie-Fenchel-Kümmelgewächsefamilie” mehr Beachtung zu schenken!


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyHeute mal ein kurzes Auftauchen aus der Botanikkurse-Hochsaison. Wir rühren selbst gemachte Hausapotheken-Mittel, wir schnuppern uns von Strauch zu Strauch, wir schlemmen ur-gesunde aromatische Köstlichkeiten.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Wir hören über Studien und Erfahrungen mit den unterschiedlichsten ätherischen Ölen, wir wandern durch die lieblich-subtropischen Gebiete Südwest-Irlands und bestaunen Palmen, Orchideen und fleischfressende Pflanzen (Droseras und Pinguiculas).

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyWir überlegen, was in das AiDA-Schnelle-Hilfe-Öleset (“Schnö”) gehört: Lavendel, Pfefferminze und Ravintsara? Lavendel, Neroli und Cajeput? Teebaum, Rose und Immortelle? Cistrose, Lavendel und Melisse? Wer will welche Notlagen damit abdecken? Schocks, blaue Flecken und Kopfschmerzen? Schnittwunden, Lippenherpesanfälle und Erkältungsattacken? Welche drei Öle würdet ihr auf die sprichwörtliche einsame Insel mitnehmen?

Die KursteilnehmerInnen meiner Botanikwochen bekommen alle je zwei Mischungen für ihre allergenfrei-pflanzengegerbten in Deutschland hergestellten Schlüsselanhängersets mit nach Hause:

  • Seelentröster mit Grapefruit, Mandarine, Tonkaextrakt, Vanilleextrakt, Petit Grain Citronnier und Zitronenmyrte
  • Duftpflaster enthält Lavendel, Immortelle, Cistrose und Tonkabohne, dann darf jeder(r) wählen zwischen
  • Dufte Abwehr, das Ravintsara, Manuka, Eukalyptus globulus, (thujonarmer) Salbei, Weisstanne und Lemongrass enthält oder
  • Physio’s Freund mit Lorbeer, Wintergrün, Majoran, Lavendel und  Pfefferminze, das ein starker Helfer bei Muskel- und Gelenkschmerzen ist.

Die Termine der zwei Botanikwochen für nächstes Jahr stehen nun endlich, so dass alle Frühplaner schon mal in ihren Kalender schauen können:

  • 25. Mai bis 1. Juni 2013, Schwerpunkt (wieder wegen großer Nachfrage): ”Glücklich durch Düfte – Ätherische Öle als Verstärker unserer Neurotransmitter, die Nase als Wegweiser zum Wohlbefinden”
  • 22. bis 29. Juni 2013, Schwerpunkt ”Aromatherapie für Sie – Ideen und Rühr-Workshop zur Herstellung einer wirklich effektiven aromatischen Hausapotheke, natürlich mit Erläuterungen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen der jeweiligen therapeutischen Wirkweisen”

Dazu kommt eine besondere Gärten-im-Blütenenrausch-Woche vom 4. bis 11. Mai 2013, in der kaum Theorie durchgenommen werden wird, sondern die vielen bezaubernden alten Gärten Südwest-Irlands besucht werden (etliche davon in einer Dokumentation des Saarländischen Rundfunks “Reisewege” vorgestellt). Sie befinden sich zu dieser Zeit im Höhepunkt der Rhododendron-Blüte und bieten auch noch genügend blühende riesige Kamelienbäume. Wir erleben Duft- und Heilpflanzen, für die man sonst in ferne Länder reisen müsste, welche in dieser vom Golfstrom begünstigten Lage sogar manchmal besser gedeihen als an ihren heimatlichen Standorten. Wir besuchen Orte, die (nicht nur deutsche) Fernsehregisseure für ihre idyllischen Szenen ausgesucht haben, wir schmecken sogar ungewöhnliche oder vergessene Küchen-Aromen wie den Gagelstrauch, den Gewürzrindenbaum oder den Bergpfeffer. Seltene ätherische Öle wie aus den duftenden Zweigen der faszinierenden Japanischen Sicheltanne (Cryptomeria japonica, Foto unten) können bestaunt werden, wenige Schritte vom Seminarhaus wächst das größte Exemplar Irlands (oder gar Europas?), das wirklich alle Besucher in maßloses Staunen versetzt. Auch zwei stattliche Dacrydium-Bäume (Harzeiben) wachsen dort, aus dem Holz dieser anmutigenTasmanier wird ein feines Holzöl gewonnen.

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Gelernt und gewohnt wird im Ardnagashel House mit dem umgebenden Park am Meer, der einst von der Familie der ersten weiblichen Botanikerin Irlands Ellen Hutchins angelegt wurde. Ob das blau eingerichtete Lavendelzimmer mit Blick auf den Atlantik oder das rosa-hellgrüne Osmanthuszimmer mit den Klängen des nahen kleinen Wasserfalles – Sie können sich an allen drei Veranstaltungen eine an vielfältigen Sinneseindrücken reiche Auszeit nehmen. Die Informationen zu Details werden im Hochsommer aktualisiert, einen grundsätzlichen Überblick gibt die Broschüre für 2012, die hier kostenlos runter geladen werden kann, der Preis für beide Botanikwochen beträgt ab 660 Euro  (je nach Verpflegungs- und Zimmerwunsch sowie Buchungs- und Bezahlungszeitpunkt). Begleitpersonen sind wie immer willkommen (ab 460 Euro), deutschsprachige Kinderbetreuung kann nach Absprache organisiert werden.


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyHier in Irland ist es gelungen, ein Genehmigungsverfahren für die Samen einer mittelamerikanischen Salbeiart für Nahrungszwecke durchzuboxen (Infos auf deutsch bei  Topfruits, auf englisch hier, auf den gefetteten Link klicken!). Salvia hispanica, eine Verwandte von unserem Salbei und auch von Lavendel, Minze und Melisse, wird Chia oder Chian (=ölig) genannt, sie versorgt seit Urzeiten die lokale Bevölkerung mit hochwertigen Fettsäuren, lebenswichtigen Aminosäuren und antioxidativ wirksamen Mikronährstoffen. Zudem können die winzigen Samen ein Vielfaches ihres Eigengewichtes an Flüssigkeit/Wasser binden und so ein Polysaccharid-Gel aus Faser- und Ballaststoffen bilden, das eine zu schnelle Verdauung von Kohlehydraten im Magen verhindert und die Verdauung sanft fördert (ohne die piksigen Spitzen und Kanten des Leinsamens, ist also für empfindliche Därme bekömmlicher). Der Blutzuckerspiegel fährt nicht mehr Achterbahn, Heißhungerattacken werden reguliert und der Körper kann lang anhaltend mit Energie versorgt werden. Zusammen mit einer leckeren Tasse kalten oder heißen (ungeräucherten) Matetees, der das Hungergefühl sehr deutlich dämpft, kann man sich mit dieser Kombination einen halben Tag lang satt fühlen und eventuell der Bikinifigur näher kommen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie Samen aus den Blüten der circa ein Meter hohen, krautigen Salbeiart enthalten knapp 40 Prozent eines fetten Öles, das ein hervorragendes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren enthält. Es eignet sich hervorragend für luxuriöse Nachtpflege-Produkte. Chiasamenöl ist zwar noch eine Rarität in Deutschland, wird jedoch immer öfter als Alternative zu den zweifelhaften Fischölkapseln (vergiftete Lachse aus Farmen, extreme lokale und globale Meeresverschmutzung, unnachhaltige und tierquälerische Aquakulturen etc, ausführlicher Artikel von Marta auf ihrem Blog Aromaoase) angeboten. Leider ist das Öl, wie auch Leinsamenöl, nur sehr kurz haltbar (je nach Hersteller und Abfüllungsart wenige Wochen bis ein halbes Jahr) und sollte darum in Kapseln erworben werden (im Reformhaus). Es schmeckt und riecht dann äußerst unangenehm tranig.

Besser ist, man genießt die anderen Vorteile der Pflanze und streut die viel länger haltbaren und völlig unaufdringlich schmeckenden und prima zu schluckenden Mini-Samen (circa 1mm) ins Müsli, in den Joghurt, in selbst gebackenes Brot etc. Zwei Esslöffel versorgen uns neben anderen wertvollen Stoffen (beispielsweise mit 205 mg Kalzium) mit circa 5.2 g Omega-3-Fettsäuren und mit 1.7 g Omega-6-Fettsäuren, also ideal für Menschen mit Konzentrationsstörungen und Hyperaktivität, Immunproblemen, Fertilitätsstörungen und vor allem mit undefinierbaren Hautproblemen. Auch Menschen mit rheumatischen Schmerzen können von regelmäßigen Omega-3-Kuren profitieren. Chiasaat ist bei Topfruits in mehreren Packungsgrößen erhältlich (auf den gefetteten Link klicken!)

PS Am kommenden Wochenende findet in Baden bei Wien der Aromapflege-Kongress von der VaGA statt!

danke…


Eliane Zimmermann_AiDA Aromatherapy…für das zahlreiche Feedback zu meinem Hydrolate-Text. Ich werde das Ding nun “Abhandlung über Hydrolate – 112 layoutete Seiten stark;-) nennen, da der Begriff “Buch” oder gar E-Book in unserer Branche doch auf starke Ablehnung oder auf Befremden stößt. Ich finde, für  ein neues und junges Gebiet wie die ‘Welt der Hydrolate’ ist diese moderne Version des Lesens sehr praktisch, weil man per Suchfunktion immer exakt an die Stellen hüpfen kann, wo man gerade möchte, man muss nicht umständlich etliche Seiten durchforsten, nach mehrfach im Register aufgelisteten Stichwörtern (die oft sehr lückenhaft von Lektoren oder Autoren aufgeführt werden).

Ich finde zudem, dass auf diese Weise regelmäßig aktualisierte Neuauflagen getätigt werden können, im Fall vom demnächst aus dem Manuskript hergestellten Kindle-Book völlig kostenlos für die LeserInnen, die einmal bestellt haben. Ich lese derzeit das neue Buch von Kurt Schnaubelt The Healing Intelligence of Essential Oils auf dem Kindle und ich bin wirklich begeistert, weil man alle markierten Stellen in einem Ordner vorfindet, so dass man später in seiner personalisierte Kurzversion des Buches nachlesen kann. Gewöhnungsbedürftig war es für mich als studierte Grafikerin und Typografin schon, doch ich schätze nun die enormen Vorteile. Und nach vier Büchern in konventionellen Verlagen wollte ich mal nicht 90 (und mehr) Prozent meines Honorars abgeben!

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyMomentan läuft die erste Botanikwoche, wir sind alle im Blüten- und Psycho-Aromatherapie-Rausch! Und genießen diese Abendmomente aus den Fenstern des Seminarhauses. Und natürlich auch bezaubernde Tageslichter und Wolkenspiele, das Wetter ist noch herrlich aprilmäßig drauf. Wer die 112-seiten dicke Datei mit der Übersicht über die Hydrolate-Pflege- und Therapie noch bestellen möchte, kann das hier machen.


AiDA Aromatherapy InternationalMeine treuen Blog-LeserInnen erinnern sich sicher, dass ich vergangenen Dezember eine Adventskalender-Serie über 24 Hydrolate geschrieben habe und dass ich ein E-Book zum Thema angekündigt habe. In diesem Zusammenhang möchte ich mich zunächst bei den 9 SpenderInnen (bis Mitte März) bedanken, die dem gemeinnützigen Verein KEKS zusammen 580 Euro zukommen ließen, so kann wieder einigen Kindern, die ohne Speiseröhre auf die Welt gekommen sind, geholfen werden, jeder Euro ist für deren größtenteils ehrenamtliche Arbeit wertvoll.

Ende Januar war die Version für den Kindle-Reader (von Amazon) fertig, doch ich brachte es nicht fertig, ein praktisch zu lesendes aber farbloses Werk über diese duftende Materie zu veröffentlichen (die preiswerten Reader sind noch schwarzweiß). So machte ich mich ans Layout der 112 hübsch illustrierten und farbigen recht großen Seiten, es war Ende Februar fast fertig. Dann kamen diverse Korrekturgänge, Ergänzungen und Computerabstürze sowie meine zwei Seminaretourneen und die Gästehausrenovierung dazwischen. So heißt es erst heute: Alles neu macht der Mai, die Hydrolate schlagen aus!

AiDA Eliane Zimmermann

Wer mal reinschnuppern möchte, kann hier eine kostenlose Leserprobe runterladen, wer die auf jedem Computer lesbare PDF-Datei kaufen möchte, kann das auf Sabrinas Vivere-Shop über diesen Direktlink (drauf klicken!) schnell und sicher machen. Nach Download der circa 7 MB und Bezahlung (sicher über Paypal) von 14 Euro bekommt man das Passwort zum Öffnen der Datei zugeschickt (sie ist übrigens nicht ausdruckbar).

AiDA Aromatherapy International


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEben kam der Briefträger und brachte mir ein Buch. Nicht irgendein Buch. Sondern eines für das ich das Geleitwort geschrieben habe: Aromaküche – Gaumenfreuden mit ätherischen Ölen (für nähere Infos und Bestellmöglichkeit anklicken, ich danke für die kleine Provision!). Welch eine Freude, welch ein Trost! Denn momentan bin ich nicht der Glückspilz, als den ich mich darin beschrieb: Mein Grafikprogramm hat mir vorhin eine große fast fertige Datei mit 112 Seiten zerlegt. So kam diese kleine Ablwnkung mehr als gelegen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapySabine Hönig und Ursula Kutschera haben eine Lücke gefüllt, welche das zeitweilige Verschwinden von Maria Kettenrings Aroma-Küche-Buch hinterließ (es wird derzeit für über 80 Euro gehandelt, das Werk der Aromaküche-Pionierin wird jedoch bald neu aufgelegt). Die österreichischen Autorinnen kommen nicht aus der Gastronomie-Branche sondern kochen für einen abwechslungsreichen und gesunden Alltag.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyUrsula war hier in Irland auf einer Botanikwoche zu Besuch und rund um die gemeinsamen und reichhaltigen Mahlzeiten dachte ich damals laut vor mich hin: Man müsste endlich wieder ein Aromakochbuch schreiben. Vielleicht habe ich einen Samen gesät… Hier eine Kostprobe aus meinem Vorwort:

Ich bin ein Glückspilz, mir werden immer wieder Herzenswünsche erfüllt. Doch einer widersetzte sich für lange Zeit: der Ruf nach einem Kochbuch mit schnell umsetzbaren duften Rezepten, gezaubert mit gesunden ätherischen Ölen. In vielen Kursen und Vorträgen forderte ich immer wieder TeilnehmerInnen dazu auf, bewährte Anleitungen für leckere Gerichte zusammen zu stellen. Kleinere Heftchen und unsortierte Ordner entstanden. Ich fing sogar selbst mehrfach an, eine Aromaküche-Sammung mit appetitlichen Fotos anzulegen (denn Kochen ohne ätherische Öle ist für mich wie eine Küche ohne Salz). Nichts von all den Vorhaben jedoch hat den Weg in die Küchen von Fans der abwechslungsreichen Gesundkost angetreten. Bis jetzt.

Es war ein langer Weg, seit das Kochen mit ätherischen Ölen Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts das Licht der Küche erblickte. Es passierte, als ein Ehepaar in München etwas gegen die Folgen der Katastrophe in Tschernobyl tun musste: In ihrem vegetarischen Restaurant konnten Maria und Thomas Kettenring ihre Speisen nicht mehr mit frischen Würzkräutern zubereiten, die radioaktive Strahlung vieler Zutaten war zu hoch. Gleichzeitig suchten die beiden leidenschaftlichen Koch- und Ernährungsprofis Alternativen zur immer penetranter werdenden synthetischen Aromatisierung von Lebensmitteln. Nicht umsonst hatten sie sich bereits bei einer der ersten deutschen Ätherisch-Öl-Firmen engagiert. Dort entdeckte man bald, dass Kräuter, selbst wenn sie nach der Ernte radioaktiv belastet waren, nach der Wasserdampfdestillation ein ‘sauberes’ ätherisches Öl ergaben. Was lag näher, als damit zu kochen?! Da es sich bei natürlichen ätherischen Ölen um hochkonzentrierte Kräuter- und Gewürzeauszüge handelt, musste allerdings viel experimentiert werden, um herauszufinden, wie man den damit gewürzten Speisen raffinierten Geschmack und gesundheitlichen Wert gleichermaßen verleiht. Das erste deutschsprachige Aroma-Kochbuch entstand und erschien in mehreren erweiterten Auflagen, auch bekannte Köche widmen sich inzwischen dieser ‘aromatischen Kunst’.

Während die industriell parfümierte Nahrung nach wie vor auf dem Vormarsch ist und von gesetzlicher Seite nicht sonderlich in die Schranken gewiesen wird, sehen sich Anwender und Hersteller von natürlichen ätherischen Ölen mit immer mehr Regulierungen und Einschränkungen konfrontiert. Dabei ist das Würzen mit Pflanzen, die reich an Naturaromen sind, sicherlich so alt wie die Menschheit. Zu Zeiten, als menschenartige Geschöpfe noch auf allen Vieren gingen, lockten flüchtige, fein duftende Moleküle den Weg zur gesunden und bekömmlichen Nahrung. Auch alle Kreaturen mit aufrechtem Gang wissen intuitiv durch den Gebrauch der Nase, wann ein Lebensmittel verdorben ist. Doch nach und nach ersetzen nicht nur maskierende Geruchstoffe, sondern auch bunte Verpackungen und penetrante Werbung die Arbeit dieser wertvollen ‘Antenne’ mitten im Gesicht. Der Homo sapiens ist inzwischen dabei, die Fähigkeit, Gesundes von Verdorbenem zu unterscheiden. Wertlose Füll- und Quellstoffe, allergisierende Geliermasssen, hyperaktivierende hormonartige Gebilde, alzheimerfördernde Süßpulver und aquarellkastenbunte Farbsubstanzen führen zum Verlernen von Riech- und Geschmackrezeptoren. Vielleicht trägt diese olfaktorische Faulheit sogar zur Entstehung von Demenzen bei, denn in einem sehr frühen Krankheitsstadium verkümmert das winzige Organ im Gehirn, das gleichermaßen Erinnerungsvermögen und Geruchsinn verarbeitet, der Hippocampus.

Es ist also wieder höchste Zeit für ein Rezeptbuch, in dem aufgezeigt wird, wie einfach es sein kann, sich gesund, lecker und raffiniert gewürzt zu ernähren. Keine mühsame Haute Cuisine, sondern alltagstaugliche Leckereien, die im Handumdrehen gezaubert werden können. Vom Salatdressing bis zum peppigen Getränk gibt es im Reich der AromaköchInnen nichts, was nicht durch natürliche ätherische Öle aufgewertet werden könnte, zur Förderung der Gesundheit und zur Freude des wählerischen Gaumens. Ich wünsche mir für dieses Buch nun eine rege Verbreitung!

Als Vegetarierin freue ich mich insbesondere über fleischlose und sogar vegane Kochideen. In den nächsten Tagen werde ich über ein ganz anderes Buch berichten, das kürzlich ganz überraschend den Weg zur Grünen Insel und zu unserem Briefkasten fand.


Christine LamontainUnbedingt lesen und schauen und staunen, wie Christine mit einem natürlichen ätherischen Öl und einem Billigöl-Tropfen experimentiert hat: Das-Olfaktorische-Duft-Gespräch.

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