inhalierstifte für jung und alt


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieUnterwegs praktisch inhalieren? Düfte für ganz kleine Menschen oder für für Personen mit Einschränkungen? Nase verstopft, Konzentration futsch? Dafür sind Inhalierstifte aus Kunststoff sehr praktisch. Im englischsprachigen Bereich sind sie seit vielen Jahren insbesondere in der Pflege von Schwerstkranken und demenziell veränderten Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie heißen dort aroma stick. Man füllt einfach – je nach ätherischen Öl – drei bis zehn Tropfen auf das tamponähnliche Vlies, macht den Deckel fest zu und kann das praktische Teil überall hin mitnehmen. Zum Schnuppern wie beim Lippenstift die Schutzhülse abnehmen und tief einatmen (nicht in die Nase stecken!). Da ich ganz oft nach Bezugsadressen gefragt werde, hier eine Zusammenstellung:

In Österreich kenne ich eine Bezugsquelle:

Feeling (klick!), das Dreierset (weiße Stifte) kostet 4,80 Euro. Hier lohnt sich die Bestellung, wenn man die seltenen und so überaus wohlriechenden CO2-Extrakte diverser Duftpflanzen kennen lernen möchte (Flieder, Kaffee, Ingwer, Lindenblüte, Basilikum etc). Und auch sonst alles, was die Aromapflege und Aromatherapie schön macht.

In Deutschland kenne ich eine Bezugsquelle:

Sabine Nachbauer Inhalierstifte (klick!) bietet neun unterschiedliche Farben und Großpackungen (für Kliniken etc). Warum nicht die entspannenden Düfte in blau oder grün verpacken und anregende Nuancen in rot, lila, rosa oder gelb? Ein Stift kostet 1,50 Euro, der Zehnerpack 14 Euro (auch in gemischten Farben) Sabine wohnt zwar in Österreich, doch sie arbeitet jeden Tag in ihrem Duft-Studio (klick!) in Lindau und kann somit sowohl die deutsche Post als auch die österreichische Post mit entsprechenden Portogebühren bedienen.

In der Schweiz kenne ich auch zwei Bezugsadressen:

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIn ihrem Online-Shop Allerlei Praktisches (klick!) bietet Margarete Fieguth-Jacot (klick!) aus Biel (nicht nur) Inhalierstifte in sieben Farben an, das Stück kostet 1 Schweizer Franken. Margarete ist offizielle Vertreterin von Aroma-Zone in der Schweiz, so dass man auch viele andere Dinge dieser französischen Firma ohne Zoll-Dramen bei ihr bestellen kann. Aus bürokratisch-steuerlichen Gründen (durch Umwandlung in eine Schweizer GmbH) darf Margarete übrigens keine Kunden in der EU mehr beliefern.

Mit Florentia (klick!) hat sich die schon sehr lange als Aromafachfrau tätige Sibylle Broggi-Läubli (klick!) aus Bern bereits 1996 einen Namen für handverlesene ätherische Öle und Zubehör gemacht. Nun führt sie auch Inhalationsstifte für 1 chFR das Stück. Die Bestellung lohnt sich bei ihr, wenn man einige sehr “exotische” ätherische Öle kennen lernen möchte. Sie hat ein traumhaftes Neroliöl, das über Orangenblätter destilliert wurde (höherer Ester-Gehalt), sie hat das bronchien-erweiternde Bischofskraut (Ammi visnaga) und auch das mega-seltene Kaffirlimetten-Petit Grain-Öl (es duftet ähnlich wie Lemongras). Und sie hat – yeah – mein geliebtes Zitronenmyrtenöl (Backhousia). Auch die drei immer seltener erhältlichen Öle von Eucalyptus staigeriana, destillierter Magnolienblüte und der super-feinen roten Myrte sind bei ihr erhältlich.

Die britische Krankenschwester Jacqui Stringer stellte auf der Aromatherapie-Konferenz Botanica2012 eine kleine Studie zum Gebrauch von Inhalierstiften bei Krebspatienten vor, sie wurde in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht: Stringer J, Donald G. Aromasticks in cancer care: an innovation not to be sniffed at. Complement Ther Clin Pract. 2011 May;17(2):116-21

Wer kennt noch mehr Bezugsadressen für selbst zu befüllende Inhalierstifte? Jaaa, danke für die Info Martina und Dieter: die Rührwerkstatt (klick!) in der Nähe von Graz (Steiermark) liefert auch Inhalierstifte.

aromatherapie für die ärmsten der armen


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Julia und Jinpa bei der Arbeit in Haiti (© Fotos Julia Hoffman-Graves)

Aromatherapie-Einsatz in einem Krisengebiet. Mein achter Beitrag zu Vorträgen, die auf der inspirierenden Konferenz Aromatherapie-Botanica2014 zu hören waren, ist fast nicht in Worte zu fassen. Ähnlich wie bei den Worten und beim berührenden Video der südafrikanischen Krankenschwester Linda-Anne O’Flaherty, gab es auf dem Vortrag von Julia Hoffman Graves ‘standing ovations’. Die engagierte deutsche Phytotherapeutin und Buchautorin, die in Frankreich lebt, bekam aus erster Hand mit, wie es um die Gesundheit der ohnehin sehr, sehr armen Bevölkerung in Haiti stand, nachdem im Januar 2010 ein verheerendes Erdbeben über 300.000 Menschen getötet hatte. 300.000 Menschen wurden darüber hinaus teils schwer verletzt, eine Million Menschen wurden obdachlos, das Wasser war größtenteils verseucht.

Julia_Graves_Jinpa_Haiti

Julia, Jinpa und geduldig wartende Menschen auf Haiti

Sie überlegte quasi nur rasch, dass ätherische Öle und homöopathische Globuli besser in ihr Fluggepäck passen würden, als große Mengen der von ihr üblicherweise verwendeten getrockneten Heilkräuter und Tinkturen, Aromatherapie ist sozusagen eine sehr kompakte Version der traditionellen Phytotherapie. Sie fragte im Bekannten- und Freundeskreis nach überflüssigen, unbenutzten und ungeliebten ätherischen und fetten Ölen sowie Homöopathika, packte ihre Siebensachen und flog nach Haiti, um rasch und unbürokratisch Erste Hilfe zu leisten. Was sie bei ihrer ersten Anreise vorfand, war ein unvorstellbares Chaos aus Nichts, Schmutz und Leid. Selbst ein Tisch, um ihre Sprechstunde abzuhalten, stand zunächst nicht zur Verfügung.

Sie ließ uns in ihrem Vortrag an diesem Vakuum nach der grausamen Naturkatastrophe mit Hilfe einer Diashow teilhaben. Sie schilderte in wenigen Worten, wie sie mit wenigen Tropfen ätherischer Öle große Erfolge verzeichnen konnte. Seitdem hat sie zweimal im Jahr jeweils drei Wochen lang, tausende von Tütchen mit aromatischen Kräutern und Fläschchen mit Ätherisch-Öl-Mischungen ausgegeben.

Julia_Graves_Botanica2014Mit Hilfe von lokalen Freiwilligen, die übersetzten, Wartenummern an Menschen in endlosen Warteschlangen verteilten, Öle nach Julias Anweisung mischten und abfüllten und die sie auch sonst tatkräftig unterstützten, konnte man circa 300 Menschen pro Tag behandeln. Ihre Initiative ‘Naturopathic Relief Clinic for Haitian Earth Quake Survivors’ konnte bis heute 18.000 verarmten und Not leidenden Menschen helfen. Sie schilderte das ganze Unternehmen als ‘zufällige Feldstudie’ und war selbst erstaunt, wie ätherische Öle, teilweise in kleinsten Mengen, Infektionen mit Mikroorganismen und Parasiten reduzieren konnten. Ja, dass sogar die Gesundheit der Bevölkerung stabilisiert werden konnte, vermutlich durch eine erfolgreiche Modulierung des Immunsystems der betroffenen Menschen.

Über 50 Prozent der Bevölkerung in Haiti sind Jugendliche und Kinder. Demzufolge zählten die Jüngsten (samt ihren Müttern) zu den häufigsten Besuchern der Heilpflanzen-Sprechstunde. Aber auch verwaiste Kinder kamen und mussten behandelt werden. Eine der schlimmsten Plagen speziell in dieser jungen Altersgruppe sind Würmer, so dass Tee aus Wermutblättern (Artemisia absinthum) verteilt wurde und der trotz des immens bitteren Geschmacks gut angenommen wurde, auch Gemeiner Beifuss (Artemisia vulgaris) und Einjähriger Beifuss (Artemisia annua) als Droge (getrocknetes Kraut) oder Tinktur kamen zum Einsatz. Bei Kindern, die vermutlich ihre Eltern verloren hatten, so dass keine konstante Gabe der Heilkräuter gewährleistet war, wurde das homöopathische Präparat Cina (Artemisia maritima) verabreicht. Die Zuckerkügelchen waren auch von Vorteil, wenn sauberes Wasser für die Zubereitungen nicht zur Verfügung stand – was oft der Fall war.

An ätherischen Ölen wählte Julia die Mittel aus, die möglichst breitgefächert wirken und preiswert zu bekommen waren: Lavendel, Teebaum, Eukalyptus und Zitrone. Sie wurden in lokal erhältlichem Baumwollsamenöl verdünnt (10 Tropfen auf 30 ml), in Fläschchen gegeben, an die Bevölkerung verteilt und für allerlei Beschwerden eingesetzt: Hautverletzungen, Geschwüre, Juckreiz (beispielsweise am After wegen der Würmer), vaginaler Ausfluss, Ohrenschmerzen und vereiterte Augen. Mit einem Tropfen der Mischung wurde auch die tägliche Flasche mit Trinkwasser “gereinigt”.

Bei der dritten und vierten Reise nach Haiti waren Julia und ihr Team mit einer kniffligen Situation konfrontiert, denn UNO-Soldaten aus Nepal hatten die Cholera ins geplagte Land importiert. Um Vorsorge gegen Ansteckungen zu betreiben, wurde das Trinken des lokalen Zitronensaftes empfohlen und ätherisches Zitronenöl verteilt. 2-3 Tropfen Zitronenöl entkeimten offenbar 6 Kubikmeter der heran gekarrten Wasserkanister, so dass es in der Region rund um Julias Sprechstunden keine Cholerausbrüche gab. Für diesen Bereich sowie bei Lungenbeschwerden verwendete das Team auch Thymiankraut, Thymianöl und Nelkenknospenöl. Sie schilderte einige regelrechte Wunderheilungen und wie dankbar die Bevölkerung auf die helfenden Menschen, auf die Kräuter und die Öle reagierte, man empfand das Team als von Gott gesendete Helfer.

Nach diesem bewegenden Vortrag war es zunächst mucksmäuschenstill im Saal, dann kam stehender tosender Applaus, hier und da flossen Tränen und jemand stand auf und rief in den Saal: Wir müssen helfen! Julia, mach’ eine Facebook-Seite auf! Worauf Julia erwiderte, dass sie ihre Zeit lieber mit dem Helfen von Not leidenden Menschen verbringt als im Internet. Sie will auch ein Einpersonen-Hilfsunternehmen (mit ein paar Helfern) bleiben, damit kein Cent an Hilfsgeldern durch Bürokratie verloren geht. In der folgenden Pause wurden dann hinter den Kulissen “Rädchen gedreht” und anschließend erfuhren wir im Publikum, dass alle ausstellenden Firmen im Foyer ihre Tester und restlichen Öle nach dem Ende der Dreitage-Konferenz für Julia zusammen packen würden. So dass sie wieder pflanzliche Heilmittel auf ihrer nächste Reise nach Haiti im Gepäck haben wird.

Graves_Julia_CoverVielleicht gibt es LeserInnen meines Blogs, die auch ätherische und fette Öle besitzen, die sie nicht so mögen oder von denen sie schlicht zu viel gekauft haben, Julia kann solche Spenden bestens gebrauchen. Also ab damit in ein Päckchen und zur Post! Sie und ihr Team haben derzeit ausreichend Zitronenöl, Teebaumöl, Eukalyptusöl und Lavendelöl. Sie schrieb mir, dass sie sehr gerne Nadelöle (Fichte, Tanne, Kiefer) mitnehmen würde und sie benötigt dringend kleine Fläschchen, so eine Art Probenfläschchen (gerne nur circa 1 cm hoch), diese möchte sie mit unverdünnten Ölen an die Bevölkerung ausgeben, wenn Trinkwasser zu dekontaminieren ist. Auch stehen einige Kunststoffflaschen (ätherisch-öl-beständig) auf ihrer Wunschliste, damit sie die Öle, die sie derzeit in größeren Aluflaschen (mit Explosivzeichen) hat, aufteilen kann und sicherer im Flugzeug transportieren kann. Geldspenden sind freilich auch sehr, sehr willkommen, der Paypal-Knopf (Stichwort Haiti-Hilfe) und sonstige Infos sind auf ihrer Haiti-Hilfs-Website (klick!) zu finden. Für Menschen, die ihr homöopatische Mittel zukommen lassen möchten, gibt es hier (klick!) eine Wunschliste an Mitteln, die auf Haiti am meisten benötigt werden. Die (hoffentlich zahlreichen!) Spendenpäckchen werden am besten nach New York geschickt an:
Michelle LaDue
c/o Bradley Grossmann
455 West 23rd Street, Suite 1E
New York, NY, 10011
USA

Julia hat übrigens ein wundervolles Buch geschrieben, auf englisch, über die Signatur der Pflanzen: The Language of Plants (klick!). Und hier ist die Adresse für Sachspenden, die man lieber innerhalb Europas verschicken möchte (statt an oben stehende Adresse in die USA):
Julia Graves
Peyrissaguet
19370 Chamberet
Frankreich

echte und falsche hydrolate


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEchte Hydrolate und falsche Hydrolate. Mit dieser kleinen Provokation begann der hervorragende Vortrag des britisch-libanesischen Phytotherapeuten, Destillateurs und Osteopathen Joe Nasr auf der Konferenz Botanica2014 in Dublin Anfang September. Unter “falschen Hydrolaten” meint der Experte nicht nur die Apothekenzubereitungen ‘destilliertes Wasser mit ätherischem Öl’, sondern auch Hydrolate als Nebenprodukt der Ätherisch-Öl-Gewinnung. In denen also ein höchstmöglicher Anteil an ätherischem Öl abgeschöpft wurde, so dass die Haltbarkeit verringert und der Gewinn maximiert wird. Auch werden diese meistens in Edelstahldestillen produziert, welche im Gegensatz zu Kupferdestillen für eine reduzierte Haltbarkeit sorgen können. Joe provozierte weiter: “Welches Essen schmeckt besser? Bei deiner Mutter oder das Essen aus einer Großküche?” Er räumte ein, dass manche Mütter nicht gut kochen können, doch wollte er in dieser Analogie aufzeigen, dass echte Hydrolate, denen nichts weg genommen wird, die in Kupferapparaturen destilliert werden und die in Kleinbetrieben hergestellt werden, oft wesentlich mehr Heilkraft besitzen als Pflanzenwässer aus industrieller Produktion (bei denen auch viele unerwünschte Wildkräuter und evtl. Insekten mit destilliert werden). Für die perfekte Hydrolate-Destillation empfiehlt er Destillen, die nicht mehr als 200 Liter fassen, ideal zur Herstellung von echten Hydrolaten findet er 50-Liter-Destillen. Wenn möglich aus Kupfer, dieses Metall reduziert im Gegensatz zu Edelstahl stechende, schwefelige Noten (die zu frische Hydrolate manchmal stinken lassen), Kupfer leitet die Hitze besser und gleichmäßiger, ermöglicht feinere Düfte und mindert durch freie Kupferionen den Bakterienbefall. Auch meint Joe, dass Wasserdestillation, wie sie ohnehin bei fast allen Blüten wie Rose, Neroli, Ylang Ylang und Kamille durchgeführt wird, der Wasserdampfdestillation vorzuziehen ist. Frische Kräuter sind für ihn ein Muss, er versucht, getrocknete Kräuter (so genannte Drogen) zur Herstellung echter Hydrolate zu vermeiden. Aus einem Kilo Pflanzenmaterial gewinnt er in seinem kleinen Familienbetrieb Avicenna, der sich in Wales befindet, 200 bis 500 ml echtes Hydrolat. Wenn dieses aus seinen Destillen kommt, ist es nicht heiß, eher um 25 bis 30 Grad. Wie in meinem Buch über Hydrolate (klick!) betont, weist auch Joe auf die Milde von Hydrolaten hin, sie enthalten so gut wie keine ENE, also potenziell hautreizende (und oxidierende) Monoterpene, sondern verträgliche Mengen an ON und AL, also Ketone und Aldehyde. Und freilich hautfreundliche und antioxidativ wirksame Pflanzensäuren. Er empfiehlt die Einnahme von 10 bis 15 ml echter Hydrolate jeweils drei- bis viermal täglich. Besonders empfehlenswert sei das Mischen in Wasser, welches langsam, schluckweise getrunken wird. Leider verkauft Joe Nasr seine feinen Produkte, zu denen auch einige Tinkturen gehören, nur an Angehörige von Heilberufen (zu denen in Großbritannien auch AromatherapeutInnen gehören). Doch wer englisch lesen kann, findet sehr informative Artikel auf seiner Website (klick!). [© drei Fotos rechts: Joe Nasr] Wer mit dem Gedanken spielt, nächstes Jahr Autorin Eliane Zimmermann zu treffen, einen deutschsprachigen aromatischen Lern-Urlaub am Meer zu verbringen und die schönsten Abschnitte des Wild Atlantic Way in Südwest-Irland kennenzulernen (die längste Küstenstraße der Welt: 2.500 km), kann auf unten stehende Anzeige klicken. Die ersten Anmeldungen sind am Anrollen, die Flüge sind derzeit noch billiger als so manche Bahnreise, unser schönes neues Gästehaus mit Swimmingpool ‘Ballylickey House & Chalets’ kann hier (klick!) besichtigt werden. Begleitpersonen willkommen, deutschsprachige Kinderbetreuung möglich, hochwertiges und frisches Essen (teilweise bio) selbstverständlich. AiDA Aromatherapy Eliane Zimmermann Termine 2015

geruchssinn als indikator für ein langes oder kurzes rest-leben


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWer über einen intakten Geruchssinn verfügt, hat (ab Mitte 50) noch lange zu leben. So in etwa lautet das Fazit einer größeren Studie, die von Dr. Jayant Pinto von der Universität Chicago an über 3000 Menschen durchgeführt hat. Der erste Durchlauf der Untersuchung erfolgte in den Jahren 2005 bis 2006. 39 Prozent der 3005 Probanden zwischen 57 und 85 Jahren, die fünf Gerüche nicht identifizieren konnten, waren beim zweiten Durchlauf des Experiments – 2010-2011 – verstorben; demgegenüber starben “nur” 19 Prozent der StudienteilnehmerInnen, welche den Riechtest bestanden hatten, innerhalb dieser fünf Jahre.

Für den Riechtest mussten folgende Gerüche in dieser Schwierigkeitsreihenfolge identifiziert werden: Pfefferminze, Fisch, Orange, Rose und Leder. Das Umfrageteam arbeitete mit den Sniffin’ Sticks, die von NeurologInnen zur Identifizierung von ersten Symptomen von Morbus Alzeimer und Parkinson als Diagnosemittel verwendet werden. Dieses interessante Experiment zeigte dass:

  • Fast 78 Prozent der TeilnehmerInnen normal riechen konnten: 45,5 Prozent von ihnen konnten alle fünf der fünf Gerüche korrekt identifizieren, 29 Prozent aus dieser Gruppe konnte vier der fünf Riechstoffe benennen.
  • Fast 20 Prozent der Probanden wurden als “hyposmisch” eingestuft (“Schwachriecher”): Sie identifizierten zwei oder drei der fünf Gerüche.
  • Die restlichen TeilnehmerInnen, also 3,5 Prozent, waren Anosmiker: Sie konnten nur einen der fünf Gerüche erkennen (2,4 Prozent) oder gar keinen (1,1 Prozent). In dieser Gruppe befanden sich erwartungsgemäß die ältesten Probanden (25 Prozent der 85-jährigen) und in dieser Gruppe gab es die verhältnismäßig hohe Sterblichkeit von knapp 40 Prozent.

Studienleiter Prof. Pinto sagt dazu: “Der Geruchssinn ist der am meisten unterschätzte und am wenigsten geschätzte menschliche Sinn —bis er entschwunden ist.” Das Forschungsteam, das aus BiopsychologInnen, ÄrztInnen, SoziologInnen und StatistikerInnen besteht, hat dazu folgende Hypothese aufgestellt: Der Riechnerv ist der einzige Hirnnerv, der direkt der Umgebung/Umwelt ausgesetzt ist. Er könnte als Eingangspforte für Umweltverschmutzung, Toxine, Krankheitskeime oder andere Substanzen dienen, welchen das Zentrale Nervensystem ausgesetzt ist.
Die das Experiment verantwortliche Psychologin Prof. Martha K. McClintock, die sich in ihrer ganzen Karriere mit dem Geruchssinn und der Kommunikation durch Pheromone befasst hat, kommentiert die Ergebnisse folgendermaßen: “Die Geruchsorgane enthalten Stammzellen, die sich selbst regenerieren können. So könnte ein Verlust in der Fähigkeit zu riechen ein Indiz dafür sein, dass die Fähigkeit des Körpers, seine wichtigen Ressourcen zu regenerieren, am abnehmen ist. Somit könnte dieser Verfall ein Indikator für die Sterblichkeit sein. Der evolutionär gesehen uralte Geruchssinn könnte einen wesentlichen Mechanismus, der für Langlebigkeit verantwortlich ist, aufzeigen.”

Die gesamte Studie, die am 1. Oktober 2014 veröffentlicht wurde, kann hier nachgelesen werden. Interessante Infos zum Riechen und zu einem Riechstifte-Baukausten gibt es auf der Website von der Uni Dresden nachzulesen. Deren engagierter Riechforscher Prof. Dr. Thomas Hummel trug zur Studie bei.

PS zur Erläuterung: Etliche neurodegenenerative Erkrankungen wie Morbus Alzheimer oder Parkinson kündigen sich mit dem Schrumpfen des Hippocampus an, dem Teil des Limbischen Systems, der Riechen und Erinnerungen verarbeitet, beide Funktionen verschwinden nach und nach. Mit dem Eintritt einer solchen Erkrankung wäre eine verkürzte Rest-Lebenszeit eingeläutet. Menschen, die ihr Essen nicht mehr riechen können, essen Verdorbenes oder Unverträgliches oder essen zu wenig, da der Appetit fehlt, auch das könnte ein möglicher Faktor der Verkürzung des Rest-Lebens gegenüber riechenden Menschen sein. Menschen, die Gefahren wie Rauch, Feuer und Abgase nicht mehr riechen können, könnten eher einem Unfall zum Opfer fallen. Menschen, die nicht mehr riechen können, werden öfter depressiv als Riechende, sie verlieren öfter die Freude und das Interesse am Genuss und am Leben, auch das könnte ein Risikofaktor sein.

ätherische Öle als helfer bei demenz und vergesslichkeit


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Pharmakognostikerin* Nicolette Perry, die wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über ätherische Öle präsentierte, war einer der wichtigsten Gründe, warum ich trotz anderer Verpflichtungen noch kurz entschlossen zur Botanica2014-Konferenz nach Dublin fuhr. Sie ist die Hälfte eines engagierten Forscherinnen-Duos, deren Arbeiten ich hier und in meinen Büchern bereits öfters erwähnte. Als ich 2009 für meinen recht umfangreichen Beitrag für ‘Das Praktische Handbuch der Demenz‘ eine Woche in Klausur ging, um wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema zu studieren, kamen mit immer wieder die zwei Namen unter: Elaine und Nicolette Perry (witzigerweise ist mir beim Zitieren in meinem Fachbuch in irgendeiner Auflage ein Tippfehler untergekommen, ich hatte der Tochter den Nachnamen ‘Nicolette’ gegeben, so dass ich ich mal einem Abschreiber auf die Spur kam, der meine falsche Quellenangabe ungeprüft übernommen hatte).

Die Mutter Elaine Perry ist eine engagierte Neurowissenschaftlerin, die vor ihrem Ruhestand ausgiebig über Demenzen (Alzheimer, Lewy-Körper und gefäßbedingte Demenzformen) forschte, auch Morbus Parkinson, Schizophrenie, Depressionen, Autismus und das Älterwerden beschäftigten sie an der Universität Newcastle in Großbritannien. Insbesondere die Rolle des Acetylcholin, einem Botenstoff nicht nur in unserem Gehirn, war ein wichtiger Aspekt ihrer Forschungen. So kommt es, dass man viele Studien über diesen Themenbereich von ihr nachlesen kann. Unter den ätherischen Ölen findet man bei ihren viel versprechenden Erkenntnissen immer wieder den spanischen Lavendelsalbei (Salvia lavandulifolia) und den ganz normalen Gartensalbei (Salvia officinalis).

Logo_Nicolette_Perry_Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Die Tochter Nicolette Perry – ich war überrascht wie jung sie ist – befasst sich mit der Chemie der Heilpflanzen und insbesondere mit ihrer Wirkung auf das ZNS (Zentrale Nervensystem). Ihre Leidenschaft übt sie unter anderem in einer führenden Position in einem Botanischen Garten, dem Dilston Physic Garden aus. Sie brachte Material für mindestens drei Vorträge zur Konferenz mit und dementsprechend dicht gepackt war ihr lebendiger Vortrag. Man spürt ihre Liebe zur Natur – trotzdem oder gerade deswegen ist die Chemie ein wichtiger Teil von all diesen faszinierenden Prozessen in Pflanze und Mensch. Diese Verbindung drückt sich in einem originellen Logo aus, das auf der ersten Folie ihres Vortrags ihr Motto symbolisierte.

Sie klärte zunächst, warum Pflanzen überhaupt ätherische Öle bilden, dann zeigte sie auf, wo diese pflanzlichen Signalstoffe in unserem Nervensystem andocken und somit Effekte auslösen können. Sie nennt die Signal- und Duftstoffe ‘Botanic Brain Booster’ (BBB, Botanische Gehirnverstärker, ganz ähnlich wie ein Artikel von mir mal überschrieben war: Dünger für die grauen Zellen (klick!).

Nicolette Perry erläuterte in diesem Zusammenhang sehr viele Studien über Lavendel- und Kamille-blau-Öl, auch zeigte sie einige wichtige Neuro-Effekte auf, die an Menschen untersucht worden sind:

  • anxiolytisch (angstlösend): Linalool und Rosmarinsäure (in einigen Hydrolaten, nicht in ätherischen Ölen)
  • analgetisch (schmerzlösend): Citronellal, Linalool, Menthol
  • kognitiv verstärkend (konzentrationsfördernd): Menthol
  • antidepressiv: Rosmarinsäure
  • antikonvulsiv (Krämpfen entgegenwirkend, krampfmindernd): Borneol und 1,8-Cineol (Eucalyptol)
  • stimuliert die neurologischen “Autobahnen”: Menthol

Ziele der duftenden Signalstoffe aus “unseren” Duftpflanzen können menschliche Zellen sein, die folgende Stoffe produzieren, welche wiederum von folgenden Inhaltsstoffen von ätherischen Ölen “angeheizt” werden können:

  • Serotonin, zuständig für gute Stimmung und Wohlbefinden
  • Dopamin, zuständig für Interesse, Aktivitat und Vergnügen: 1,8-Cineol und Terpinen
  • Acetylcholin/Cholinesterase, zuständig für Aufmerksamkeit und Lernen: 1,8-Cineol und Pinen
  • Noradrenalin, zuständig für Reaktion und Erregung
  • Enkephaline, zuständig für Schmerz und Loslassen/Wohlbefinden
  • Cannabinoide, zuständig für Wohlbefinden: Caryophyllen und Thujon
  • Gaba (gamma-Aminobuttersäure), zuständig für Entspannung und Beruhigung: Menthol, Pinen, Thujon
  • Oxytocin, zuständig für soziale Interaktion und Bindung

Linalool beeinflusst zudem die elektrischen Ströme an den Nervenzellen (bzw. deren Membranen). Und warum zeigen ätherische Öle so vielfältige Wirkungen? Klar, wie im Beitrag über den Vortrag von Marco Valussi über Vielstoffgemische (klick!) bereits erwähnt: Sie bestehen aus vielen – 40 bis zu 800 – Inhaltsstoffen. In Molekülen ausgedrückt nannte sie eine Zahl, die ich nicht so recht visualisieren kann: In einem Tropfen eines ätherischen Öles befinden sich 40.000 Millionen Millionen Millionen Moleküle. Egal, ziemlich viele! Und da in einem ätherischen Öl oft (fast) alle der oben genannten Inhaltsstoffe enthalten sein können, können sie uns in vielerlei Hinsicht unterstützen. Das ist bestes aromatisches Wohlbefinden mit wissenschaftlicher Bestätigung!  *laienhaft ausgedrückt ist sie eine Apothekerin ohne Apotheke, die also in der Forschung tätig ist.

jasminöl bei knötchen in der brust


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMogra (Jasminum sambac) ist ein exzellentes Absolue (durch Lösungsmittel extrahiertes “ätherisches Öl”) bei einer Neigung zu Knötchen in der Brust, berichtete auf der Aromatherapie-Konferenz Botanica2014 (klick!) die temperamentvolle Ayurveda-Fachfrau aus Australien Farida Irani. “Knötchen” in der Brust meint nicht bösartigen Brustkrebs, sondern kleine (gutartige jedoch oft schmerzhafte) Verhärtungen, Zysten, die so genannte Mastopathie, verursacht durch hormonelles Ungleichgewicht. Da ich vor einigen Tagen zwei Fotos meiner Jasmin sambac-Pflanze auf Facebook gepostet hatte und unglaublich viele “Likes” bekam (so viel mehr Zustimmung als hier auf meinem guten alten Blog ;-) ), würdige ich diese wundervoll duftende Pflanze auch hier. Frau Irani sprüht nur so vor Leben und man kam gar nicht dazu, alles aufzuschreiben, beispielsweise was sie bei den Defiziten von Vata empfiehlt (Kreuzkümmel, Davana, Tulsi/Heiliges Basilikum). Bei mangelndem Pitta müssen Blütendüfte her, vor allem das Absolue aus Kewda (Schraubenbaum, Pandanus odoratissimus, hier beim “Gewürzepapst Gernot Katzer (klick!) findet man klasse Infos über dieses Gewürz).  Bei einem Mangel an Kapha empfiehlt sich vor allem Gewürznelke, Cardamom und wieder Tulsi (eines der wichtigen indischen Alleskönner-Öle). Für Menschen, die keine ätherischen Öle vertragen, empfahl sie das Mazerat von Brahmi (Bacopa monnieri) in Sesamöl. Dieses fette Öl gibt sie auch allen Menschen mit, die sich einer Bestrahlungstherapie unterziehen müssen. Für Frauen, die unbedingt schwanger werden wollen, der Klapperstorch jedoch ausbleibt, empfiehlt sie Davanaöl (klick! Artemisia pallens, es duftet wunderbar fruchtig-süßlich und etwas nach Whiskey! und bestimmt den Duft der Granatapfelserie einer großen deutschen anthroposophischen Kosmetikfirma mit dem Anfangsbuchstaben W). Bei diversen Tumoren gibt sie Ashwagandha (klick!), ein ganz wichtiges Stärkungsmittel in der traditionellen indischen Medizin. Es hilft bei Schwächezuständen, bei seelischen Durchhängern und laut einigen Studien schützt es Nervenzellen vor noch mehr degenerativem Zerfall wie bei Morbus Alzheimer. Sie gibt es auch Menschen die an Fibromyalgie leiden (Weichteilrheumatismus mit psychischen Krisen). Auch Safran-Attar (in Sandelholzöl hinein destilliert) empfiehlt sie bei Krebs. Bei Angstzuständen empfiehlt Frau Irani das ätherische Öl von Curcuma longa, einem Verwandten der Gelbwurz, die das Currygewürz gelb färbt. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZurück zum Jasmin-Absolue, das seine rote Farbe vom Indol-Anteil erhält. Das ist der Fäkal-Riechstoff, der speziell weißen Blüten, welche Nachtinsekten anziehen, einen manchmal eher unangenehmen Unterton gibt. Im Gewächshaus hinter unserem Seminarhaus konnten das viele TeilnehmerInnen meiner Kurse bestätigen (dort blüht immer noch Jasminum officinalis). Als tausende von Blüten geöffnet waren, war der schwere Duft/Geruch rund ums Gewächshaus kaum auszuhalten. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDieser Riechstoff (Stinkstoff?) macht – in raffinierten Spuren eingesetzt – Parfüms für uns Menschen ziemlich unwiderstehlich. Kein Wunder, er ist ein Bestandteil unseres Gehirnstoffwechsels. Als ich diese Tatsache vor einigen Jahren in einem Fachbuch fand, war ich doch etwas erstaunt, dass sich dieses anrüchige Molekül sowohl “da unten” als auch in unserem Kopf befindet. Und dort für Wohlbefinden sorgt. So ist es kein Wunder dass Frau Irani Jasmin sambac-Absolue (klick!) bei depressiven Zuständen und Ängsten empfiehlt. Anscheinend reguliert es unseren aus der Balance geratenen “Happylizer”-Stoffwechsel (also die Botenstoffe, die für Wohlbefinden sorgen sollen). Sie empfiehlt, Ätherische-Öle-Mischungen für die Seele auch immer rund um den Bauchnabel einzureiben, dem Zentrum unserer Ausgeglichenheit und Balance. Sie rät zudem dazu, diesen schweren Duft auch als Deo einzusetzen, als kühlende Gesichtspflege und sogar bei Geschwüren. Sie schloss ihr unglaubliches Feuerwerk an Tipps und Rezepturen mit obigem Spruch von Paramahansa Yogananda und überreichte der Gastgeberin Rhiannon Harris (klick!) als Zeichen des Dankes und der Anerkennung einen großen Schal (eher eine Stola). Frau Irani hat es übrigens geschafft, in ihrer Heimat Australien eine staatliche Anerkennung für ihre Kurse in Ayurvedischer Aromatherapie zu erhalten. Dazu mehr auf ihrer Website Subtle Energies (klick!). Die gesammelten Vorträge dieser Konferenz kann man bis zum 30. September mit 25 Euro Ermäßigung hier (klick!) als Download-Datei erwerben (75 Euro statt 100 Euro).

duftpflaster für die kleine inhalation unterwegs


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEine ganz neue Art, sich mit ätherischen Ölen zu behandeln wurde mir auf der Botanica2014-Konferenz gezeigt: Pflaster mit kleinen Vliesen, die entweder bereits beduftet sind oder ganz ohne Duft, die man mit dem ätherischen Öl seiner Wahl imprägniert. Besonders gut finde ich diese Erfindung für Reisende in miefigen und “verseuchten” öffentlichen Verkehrsmitteln.

Nicht nur ich werde ganz oft nach Flügen kränklich, vermutlich weil die Entkeimung der Klimaanlagen in Zeiten von Preisdruck nicht oberste Priorität hat. Der us-amerikanische Hersteller Bioesse Technologies (klick!) hat eine praktische Lösung gefunden. Die Haut kommt nicht in Kontakt mit dem ätherischen Öl (prima für AllergikerInnen), der Klebstoff (hypoallergenes Hydrogel) verursacht keinerlei Reizungen. Der Duft wird in zwei bis acht Stunden frei gesetzt. Ich habe jedenfalls nach wenigen Minuten nicht mehr bemerkt, dass da etwas unter meiner Perlenkette klebt. Die handlichen Hautpflaster gibt es in folgenden Ausführungen:

  • ohne Beduftung (blank)
  • Lavendel
  • Süsse Träume (Sweet Dreams)
  • Mandarine
  • Pfefferminze
  • Spearmint
  • Gesundheit (Healthy me, dieses Pflaster wurde mir für meine Flüge empfohlen, um das Immunsystem auf Trab zu halten)

Es gibt auch zwei beruhigende Duftpflaster für Hunde (für Silvester, für vor dem Tierarztbesuch), eines kostet 1,99 $ (1,53 €), man muss mindestens 10 Stück bestellen.

inhalations_duftpflaster2010 wurde übrigens ein Vanillepflaster (klick!) am St. George’s Hospital in London getestet, die Probanden einer kleinen Studie mit 200 TeilnehmerInnen verloren in 4 Wochen gut 2 kg ohne jede bewusste Veränderung ihrer Ernährungsgewohnheiten (Diät war während der Testphase nicht zugelassen, hier geht zu einem Artikel über die Pflaster, sie wirken nur bei Süßigkeits-Fanatikern). Eine 28-Tage-Packung kostet 22.95 £ (28,84 €). Es gibt auch einen ‘Energy-Patch’ für mehr Konzentration, Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen, diese Anwendung wäre bei müden und geschwächten Chemotherapie-PatientInnen denkbar, denn auch dieses Duftpflaster wirkt nicht transdermal, sondern nur durch die nasale Aufnahme des von der Haut erwärmten Duftes. So dass keine unerwünschten Wechselwirkungen mit Medikamenten entstehen können.

Es gibt von einer mir nicht bekannten Firma ein Duftpflaster, das mit den ätherischen Ölen von Weihrauch, römischer Kamille, Melisse, Petit Grain und Bitterorange imprägniert ist. Es soll helfen, akute Stress-Situationen besser bewältigen zu können, es heißt Controller Aromapatch (klick!) und kostet 8,50 €.

ätherische öle als sehr heilungskräftige vielstoffgemische


Die Vielfalt der unterschiedlichsten Inhaltsstoffe jedes einzelnen ätherischen Öles machen die oft so erstaunliche Heilkraft der Aromatherapie (und Aromapflege) aus. Monosubstanzen, also vom Menschen erschaffene Moleküle, haben oft nicht die gleiche Power wie natürliche Vielstoffgemische, auch wenn letztere immer wieder von Wissenschaftlern und ÄrztInnen verpönt werden (honi soit qui mal y pense – ein Schelm wer Böses dabei denkt). Ein Wissenschaftler, der immer wieder die Besonderheiten der Vielstoffgemische betont (und untersucht hat), ist Prof. Jürgen Reichling, der darüber auf der Botanica2012 sprach (ich schrieb hier (klick!) kurz über seine Erkenntnisse). Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAuf der diesjährigen Botanica-Konferenz sprach der italienische klinische Phytotherapeut Marco Valussi sehr schnell, sehr ausführlich und mega-eindrucksvoll über dieses spannende Thema. In den letzten Jahren gab es – unbemerkt von den meisten von uns Aroma-EnthusiastInnen – einiges an neuen Erkenntnissen über die Rolle von ätherischen Ölen in der Pflanzen- und Tierwelt. Da es der erste Vortrag am Sonntag war, hatte ich kurz überlegt zu schwänzen, doch ich bin so froh, dass ich mich rechtzeitig auf den Weg gemacht habe! Zunächst beschäftigte er sich mit der Frage, warum Pflanzen überhaupt flüchtige sekundäre Metaboliten, zu denen sowohl die duftenden Monoterpen-Verbindungen und auch die Phenole gehören, produzieren. Er stellte drei gängige Theorien vor und auch deren Schwachstellen.

  • Es kann sein, dass diese duftenden Moleküle rein zufällig entstanden sind.
  • Theorie 1: Im evolutionären Wettlauf mussten Pflanzen Waffen bilden, um sich gegen Fraßfeinde zu wehren (CAR-modell). Einzelne stark wirksame Moleküle werden dafür benötigt. Terpenoide werden von Pflanzen auch gebildet, weil sie den Ablauf der Photosynthese schützen müssen.
  • Theorie 2: Die ‘Screening Hypothesis’ (Filter-These) wurde erst 2003 aufgestellt, sie postuliert, dass die Evolution Organismen überleben lässt, welche ihre chemische Vielfalt mit möglichst niedrigem Aufwand produzieren und erhalten können. Möglichst viele – eher schwach wirksame – Moleküle werden von der Pflanze gebildet und ihre Synergie (ihr Zusammenspiel) helfen beim Überleben.
  • Theorie 3: Die dritte Theorie befasst sich mit den ‘Matrix metabolic pathways’, sie ist noch recht neu und scheint Elemente der beiden anderen Theorien zu beinhalten (als Nicht-Biologin war es wirklich schwierig, dieses Feuerwerk von faszinierenden Einblicken in die Molekular-Biologie zu sortieren!). Schwache und starke Moleküle können je nach Bedarf zusammen arbeiten.

Marco Valussi betonte, dass die so genannte ‘network pharmacology’, also die vernetzten und gemeinsam agierenden unterschiedlichen Moleküle sehr gut von uns Menschen verarbeitet und genutzt werden können. Also eher schwach wirksame Pflanzenmoleküle können stärker wirksame Moleküle aktivieren. Darum können Vielstoffgemische effektiver wirken als Monosubstanzen, auch weil sie unterschiedliche ‘targets’, also Wirkstoff-Ziele, in der Zelle ansteuern. Marco Valussi illustrierte dieses Thema anhand der verschiedenen Inhaltsstoffe von Thymianöl: p-Cymen (ein Monoterpen, es ist oft nur in geringen Spuren in ätherischen Ölen enthalten) kann die Zellemembranen von beispielsweise Bakterien sozusagen aufblasen, sie werden weniger stabil, durchlässiger. Dann kommt Carvacrol (ein phenolisches Monoterpen, das als pflanzliches Antibiotikum gilt) zum Zug: Es kann nun leicht in die unstabile Zellmembran eindringen und seine “Killerwirkung” leicht und effizient ausführen. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGeraniol (ein Monoterpenol, der in etlichen ätherischen Ölen vorkommt, auch in kleinen Mengen in Thymianölen), stört Pumpmechanismen in Zellmembranen und kann auch zur Störung oder Zerstörung der Bakterien beitragen – in Zusammenarbeit mit stärkeren Molekülen (auch in Zusammenarbeit mit Antibiotika; übrigens ein schöner Beleg für die inzwischen 12 Jahre alte Arbeit der (damals) Jugend-forscht-Schülerin Ute Runkel, klick!). Marco Valussi fasste zusammen, dass die ganz stark antibiotischen Inhaltsstoffe in ätherischen Ölen aufgrund ihres Molekülaufbaus die (feindliche) Zellmembran nicht sehr gut durch durchdringen können. Dagegen können die nicht so stark antibiotisch wirksamen Inhaltsstoffe in ätherischen Ölen aufgrund ihres ganz anderen Molekülaufbaus die [feindliche] Zellmembran viel leichter durchdringen und den “starken Kollegen” sozusagen den Weg ebnen. Die phenolischen Verbindungen (in Thymian, Oregano, Bohnenkraut, Zimtrinde, Zimtblätter, Tulsi, Gewürznelke etc) brauchen also ihre “schwächeren Mitspieler” wie Linalool, Geraniol und p-Cymen, um wirklich aktiv sein zu können und unsere Gesundheit wirksam schützen zu können. (Es gab wundervolle Grafiken zu diesen Mechanismen, doch die möchte ich aus Copyright-Gründen hier nicht zeigen, ich habe oben stehende Grafik anhand meiner Skizzen angefertigt.) Diese Theorie der Netzwerk-Pharmakologie ist laut Marco Valussi sehr stark, auch wenn sie immer noch mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. Er schloss seinen immens dichten Vortrag mit der Anmerkung, dass das Reduzieren der Aktivität einer Pflanze auf ein einziges Molekül schlechte Wissenschaft sei (beispielsweise “Pfefferminzeöl wirkt gegen Kopfschmerzen, weil [nur] Menthol kühlend und schmerzlindernd wirkt”, “Eukalyptusöl wirkt bei Erkältungen, weil [nur] Eucalyptol schleimlösend und entzündungshemmend wirkt”, “Kamillenöl wirkt [nur] entzündungshemmend, weil Azulen enthalten ist” – das ist von mir etwas übertrieben formuliert, doch so ähnlich möchte die derzeitige Wissenschaft ihre Studienergebnisse begründet wissen. Darum haben es die Vielstoff-Substanzen-Forscher nicht immer leicht.)

aromatherapie bei phantomschmerzen


Linda_Anne_O_Flaherty_burnsWenn ein Körperteil amputiert wurde und es dennoch höllische Schmerzen verursacht, können sanfte Aroma-Massagen sehr hilfreich sein. Das zeigte die engagierte Aromatherapeutin Linda-Anne O’Flaherty in einem Video, das bei vielen ZuhörerInnen der Botanica2014-Konferenz rote Augen oder gar Tränen verursachte. Linda-Anne arbeitet am The Red Cross War Memorial Children’s Hospital in Cape Town in Südafrika, es ist das größte spezialisierte Kinder-Krankenhaus im südlichen Afrika.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIhr kleiner Patient klagte ganz fürchterlich über höllische Schmerzen im rechten Arm, der leider aufgrund seiner durch einen heftigen Stromschlag erfolgten Verbrennungen amputiert werden musste (auf dem Foto oben existiert der Arm noch). Linda-Anne arbeitet bei all ihren kleinen VerbrennungspatientInnen mit der sehr sanften “Massage” namens M-Technique (klick!), die von der großen britischen Aromatherapeutin und Pflegewissenschaftlerin Dr. Jane Buckle entwickelt wurde (Foto rechts, sie war als Gast auf der Konferenz anwesend). Die M-Technique ist inzwischen in englischsprachigen Ländern sehr gut bekannt und beliebt, sie wird manchmal “Physikalische Hypnotherapie” genannt. Im großen Krankenhaus/Hospiz, in dem Linda-Anne beschäftigt ist, kann meistens nicht mit individuellen Mischungen gearbeitet werden. So wurde der nicht mehr vorhandene Arm, der laut ihrem kleinen Patienten aufgrund der sehr verkrampften, zur Faust geballten Phantom-Hand so extrem schmerzte, mit folgender Standardmischung [1% ätherische Öle in Traubenkernöl (Vitis vinifera)] behandelt:

  • Kamille deutsch (Matricaria recutita, vor allem gegen den beim Verheilen von Verbrennungen entstehenden starken Juckreiz)
  • Lavendel (Lavandula angustifolia, schmerzlindernd, beruhigend, sanft antiseptisch)
  • Neroli (Citrus aurantium var. amara, beruhigend/anti-traumatisch, schmerzlindernd, sanft antiseptisch)

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieÜbrigens wird nur intakte oder zumindest gut verheilte Haut mit ätherischen Ölen und Streichungen behandelt, niemals verbrannte Haut. Wenn sehr kleine Kinder sich zu stark gegen diese Anwendungen wehren (strampeln, schreien, unaufhörlich weinen), werden sie nicht weiter behandelt. Auf dem Video sah man, wie Linda-Anne genaue Instruktionen des Jungen erhielt, wo genau der (nicht vorhandene) Arm sich befand, wo die Faust, wo die einzelnen Finger. Sie “massierte” ganz so, als läge der kindliche Arm in ihrer Hand, wie ein Pantomime. Die erfahrene Aromatherapeutin schaute sich ständig seinen Gesichtsausdruck an, sie fragte zwischendrin ganz zart, ob ihre Streichungen so richtig seien. Sie muss seine Schmerzen hervorragend erfasst haben, der Junge wirkte sehr konzentriert, etwas überrascht, vielleicht sogar leicht ungläubig. Sie widmete sich insbesondere seiner “Faust” und berichtete uns, dass der Junge bei und nach der ersten Behandlung regelrecht in seinem Rollstuhl zusammensackte, vermutlich war seine schmerzangefüllte sehr hohe Grundspannung gewichen. Das Video, das wir uns anschauten, entstand erst bei einer späteren Behandlung, war dennoch sehr bewegend. Ich erinnere mich nicht genau, ich glaube, sie sagte, dass der Junge nach der siebten Behandlung mit der M-Technique ganz beglückt war, dass die “Faust” sich geöffnet hatte und der schlimme Schmerz vergangen war.

Man kann auf der Blog-Seite des International Journal of Professional Holistic Aromatherapy (klick!) mehr über Linda-Annes Arbeit nachlesen. Ihre Studie an 71 ganz jungen VerbrennungspatientInnen (Durchschnitts-Alter 3 Jahre) ist 2012 in der renommierten internationalen Fachzeitschrift Burns veröffentlicht worden, sie kann für 31,50$ hier (klick!) gekauft werden. Die DVD mit den Schritten der M-Technique kann man bei Jane Buckle für gut 30 Euro hier (klick!) bestellen. [Foto ganz oben: Linda-Anne O'Flaherty]

botanica2014 – ein rückblick


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieViele Hydrolate, viele Destillateure, viele Ölefirmen, viele Heilkräuter, ganz viele hochkarätige Vorträge und Menschen aus 39 verschiedenen Ländern. Das ist die Bilanz der zweiten Botanica-Aromatherapie-Konferenz mitten in Dublin. Ich hatte eigentlich gar keine Zeit hinzufahren und versäumte darum auch den ersten der zweieinhalb Tage im altehrwürdigen Trinity College. Doch jede Minute hat sich gelohnt, es waren wirklich ausgezeichnete Möglichkeiten, Neues zu lernen dabei. Netterweise hat sich meine liebe Kollegin Margarete Fieguth (klick!) aus der Schweiz bereit erklärt, eine Zusammenfassung des ersten Tages zu schreiben. Sie war neben der Vortragenden Julia Graves, dem Teilnehmer Fred Wollner von Primavera und mir die einzige Deutschsprachige im Publikum, das aus circa 250 Menschen aus aller Welt bestand. Im Folgenden beschreibt Margarete also die ersten Vorträge, die am Freitag statt fanden. Ich werde dann demnächst nach und nach zu den oben abgebildeten Produkten, zu neuen Erkenntnissen und über den einen oder anderen Kollegen/Kollegin erzählen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie“Eliane hat mich gebeten, ein paar Zeilen über den Beginn der Botanica2014-Konferenz, zu schreiben. Gerne mache ich das. Rhiannon Lewis (klick! Foto unten links) – sie hatte bereits die erste Botanica-Konferenz im September 2012 organisiert – begrüsste uns herzlich und offen. Die Freude über so viele TeilnehmerInnen (gut 85 Prozent der Gäste waren weiblich) aus insgesamt 39 Ländern war gross. Sie wollte die Pflanzen und die Pflanzenheilkunde zelebrieren/feiern – und das taten wir. Um keine Unterschiede zwischen akademischen Graden und Nichtakademikern zu machen, wurden bewusst sämtliche Titel und Firmen auf den Namensschildern weggelassen. Und das hat auch für mich den Kontakt zu anderen absolut vereinfacht.

Dilis Clare (klick!) machte den Anfang. Der Wunsch der irischen Ärztin, die sich auf Kräuterheilkunde spezialisiert hat, ist es, dass jeder Mensch auf dieser Welt frei entscheiden kann, welche Art der Therapie er erhält. Sei es die schulmedizinische, die traditionelle oder wie auch immer. Um die Pflanzenheilkunde zu unterstützen und zu festigen, werden jedoch mehr Fallstudien benötigt und sie bat uns, diese unter http://www.care-statement.org zu erfassen. Ihre 40 Minuten vergingen wie im Fluge und es blieb keine Zeit mehr für Fragen.

Rosari Kingston (klick!) ist ein wandelndes Nachschlagewerk in irischer und keltischer Pflanzenheilkunde. Es war unglaublich, was sie wie erklären konnte und mit welchem Herzblut sie dabei ist. Die nächste Referentin Stella Byrne ist halb Irisch, halb Walisisch und verbindet beide Schulen der Pflanzenheilkunde. Für mich persönlich war es nach Rosari, die mir den Kopf heftig gefüllt hatte, schwierig, zu folgen. Leider sind meine Notizen spärlich. Zum Glück war nun Pause mit Tee, Kaffee und (recht trockenen ;-) ) Keksen. Wir hatten die Möglichkeit, nun uns ein bisschen die Verkaufs-/Messestände im etwas dunklen und düsteren Vorraum des Lehrsaals anzusehen. In den Pausen war es aber immer zu voll, um alles in Ruhe anzusehen und Fragen zu stellen (schwänzen war also angesagt…).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAndrea Butje (klick! Foto rechts) war die erste “ausländische” Rednerin. Sie ist eine us-amerikanische Powerfrau, die mit Liebe und Freude über ihre Arbeit sprach. Nachdem sie früher sowohl ätherische Öle verkauft hat, als auch unterrichtete, hat sie sich vor ein paar Jahren nur noch für’s Unterrichten entschieden und entwickelt Online-Kurse und Hilfsmittel. Auch reist sie durch die Welt und besichtigt kleine Destillations-Betriebe. Und über diese Besuche ging es in ihrem Vortrag. Wir sahen herrliche Bilder über Bulgarien und hörten kleine Anekdoten dazu, ebenso über Süditalien und Nepal. Sie stimmte uns bereits auf die kommenden drei Sprecher ein, die sie alle persönlich besucht hatte und gerne unterstützt. Atanas Krachmarov (klick!) war der nächste Vortragende. Ein junger Mann, der etwas leise und schüchtern sprach und für mich schwer zu verstehen war. Er produziert nicht nur biologische ätherische Öle und Hydrolate, sondern auch wunderbare CO2-Extrakte. Auf dieses Thema kam am Samstag auch Madeleine Knapp Hayes-Wellhuner (klick!) zu sprechen. Ein Produkt, das in der Aromatherapie mehr Achtung, dazu auch mehr Ahnung verdient. Ich bin mir sicher, dass Eliane dazu noch mehr sagen kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDann kam für mich ein unterhalterisches Highlight: Kailash Dixit (klick!) aus Nepal. Ein quirliger Mann, der ursprünglich aus der Schnapsdestillation kommt. Nachdem der Genuss zu viel wurde, hat er sich ein Sabbatical gegönnt und ist durch Nepal gereist – und wurde “erleuchtet”. Dem Alkohol hat er abgeschworen, aber nicht der Destillation. Zuerst wollte er alles alleine machen und musste feststellen, dass das nicht geht. So wurde mit den umliegenden Bauern eine Kooperative gegründet, an der 34 Familien beteiligt sind. Sie bestellen ihre Felder biologisch und bauen einheimische Duftpflanzen an. Ebenso achten sie bei der Destillation auf höchste Sorgfalt. Es macht ihn traurig, dass so viele junge Männer auswandern, weil sie keine Perspektive im Land sehen und er möchte gerne etwas dafür machen. Andrea Butje hat all seine ätherischen Öle im Labor untersuchen lassen und war von der Qualität begeistert. Was für ihn finanziell nicht möglich war. Natürlich hat ihn das Ergebnis glücklich gemacht und es hilft ihm beim Verkauf seiner Produkte. Er muss leider die Hydrolate entsorgen, da in Nepal deren Verwendung unbekannt ist und Nepal auch über keinen Hafen verfügt. Er wäre über jeden froh, der diese exportieren und vertreiben würde. Zum Schluss kam er mit einer Frage, die mich schon lange beschäftigt und die Reaktion darauf war überwältigend (und absolut in meinem Sinn!!): Sind ISO-Zertifikate und Bio-Labels nötig? Er verkauft seine nicht zertifizierten Bioprodukte an zertifizierte Händler und diese kleben dann einfach das Label drauf … Das Publikum stand kurz vor den Standing Ovations.

Anschliessend trat die Französin Evelyn Boyer (klick!) ans Pult. Sie spricht kein Englisch und wurde von Rhiannon übersetzt. Sie und ihr Mann Jacky sind seit 8 Jahren in einem fast verlassenen Dorf im Verdon und bauen dort ihre Pflanzen an, bzw. sammeln wild wachsende Heilpflanzen. Die Mairose und die Damaszener Rose sind dabei ihr Steckenpferd und sie haben inzwischen gut 7000 Pflanzen. Liebevoll gewinnen sie in Schwerstarbeit ätherische Öle und Hydrolate (auch eine interessante Mischungen aus Kornblume und Holunderblüte). Sie verfügen über ein Labor, in dem sie hochwertige Naturkosmetik herstellen. Man merkt ihnen die schwere Arbeit, aber auch die immense Freude daran an. In ihrem Shop (klick!) kann man einige wundervolle Hydrolate (dazu ätherische Öle und Cremes) bestellen. Zum Abschluss des ersten Tages wurde uns im Vorraum ein kleiner Apéro offeriert.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMargaretes Website mit Shop kann hier (klick!) besucht werden, sie ist übrigens Distributorin der französischen Kosmetik-Rohstoffe- und Ätherische-Öle-Firma Aroma-Zone. Ich werde demnächst über einige der weiteren Highlights und Produkte berichten. Nach einem Super-Sommer hat sich übrigens Dublin mit einem wunderschönen und sehr warmen Indian Summer präsentiert. Im Botanischen Garten in Dublin konnte ich traumhaft blühende Rhododendren besichtigen. Das gute Wetter hält nach wie vor an, auch im Südwesten Irlands: Unsere Gäste der drei letzten Veranstaltungen für dieses Jahr genießen Sonnenschein pur. Wer nächstes Jahr kommen möchte, kann sich Termine und Themen hier (klick!) bereits anschauen. Ich bastele seit zwei Wochen und auch dieser Tage an einem aktualisierten Anmeldeformular, an Anzeigen, Preislisten, neuen Touren, Website-Aktualisierungen und vielem anderen Bürokram.