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Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch recherchiere gerade für einen Artikel für eine japanische Fachzeitschrift, die Redaktion wünscht sich ganz viele Informationen über eines meiner Lieblingsöle. Der unscheinbare tropische Strauch mit den brennesselartigen Blättern stand Pate für mein Firmenlogo: Patchouli, Pogostemon cablin (Benth.). Dieser Name beinhaltet das griechischen Wörter pogos für Bart und stemon für Faden/Staublatt (welche leicht behaart wie viele Teile der Pflanze sind). Es gibt bis zu knapp 100 Arten in dieser Gattung der Lippenblütengewächse, sie wird auf englisch zu den „East Indian mints“ gezählt (Indische Minze). Der Name Patchouli kommt aus dem Tamil (Sprache u.a. in Sri Lanka) und bedeutet grün (pachchai) und Blatt (ilai).

Die gezahnten etwas behaarten Blätter werden getrocknet und fermentiert und zu einem dunkelbraunen, im Alter sehr zähflüssigen Öl destilliert. Aufgrund des recht deutlichen Duftes – manche empfinden ihn sogar als penetranten Gestank – findet dieses bestens haltbare und babymilde Öl leider nie den Weg in Pflegeeinrichtungen. In bester Qualität, gut gereift und verdünnt kann man jedoch viele Duftfacetten riechen: blumig, süß, balsamisch. Mit Lavendel (und Vanille) gemischt ist es ein hervorragendes und preiswertes Hautheilungsöl, das fast nie seine Wirkung verfehlt.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

In der Hippiezeit der 1968-Bewegung war dieser Duft (meistens in synthetischer Form) ein riechbarer Protest gegen das Establishment und das Spießertum. Das Thema Abgrenzung spiegelte sich in diesem „Abwehr-Parfüm“ wider, auch bei Hautkrankheiten schreit oft die Seele nach Abgrenzung. Das sanfte Patchouliöl kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein. Auch auf anderen Gebieten steht einem dieses gutmütige Öl erfolgreich zur Seite: In einer recht neuen japanischen Studie wurde die Empfindlichkeit diverser Grippeviren-Stämme auf einen methanolischen Extrakt von Patchouliblättern untersucht. Der Hauptinhaltsstoff (auch des ätherischen Öles), ein Sesquiterpenalkohol, hat 99,8% der H1N1-Viren den Garaus gemacht (in vitro= Labortests). [Kiyohara H, Ichino C, Kawamura Y, Nagai T, Sato N, Yamada H. Patchouli alcohol: in vitro direct anti-influenza virus sesquiterpene in Pogostemon cablin Benth. J Nat Med. 2012 Jan;66(1):55-61.] Dieses Öl sollte viel mehr eingesetzt werden!

Übrigens rochen vor gut 100 Jahren edle Kaschmir- und andere Wollerzeugnisse immer nach Patchouli, es ist eines der wirksamsten Mottenabschreckungsmittel. Irgendwann wurde dieser Duft dann mit „exotisch, edel und teuer“ assoziiert (und auch Billiges damit „aufgewertet“). Zur Abschreckung der gefräßigen Larven, die demnächst wieder auf Beutezug gehen werden, kann man die getrockneten Blätter einfach im Schrank verteilen oder Stoffsäckchen nähen und mit Lavendelblüten und Patchouliblättern füllen. Es gibt sie in guter Qualität beispielsweise von Berk als Räucherware zu kaufen. Die Pflanze gibt es auch im Blumentopf bei Rühlemanns zu bestellen, sie braucht ein sehr warmes Plätzchen im Haus und im Sommer sollte sie draußen stehen dürfen und muss oft gegossen werden. Hier noch eine aktuelle Anekdote: Demnächst erscheint eine He-Man-Figur namens Stinkor, das ist eine Spielzeugfigur des Spielzeugherstellers Mattel. Diese skunk-ähnliche Kreatur wird nach Patchouli riechen….

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyAls mir kürzlich beim Frühjahresputz zwei Kilo (getrocknete) Alantwurzel in die Hand fielen, dachte ich, dass der Winter eigentlich die ideale Zeit ist, um so genannte Drogen, also getrocknete Gewürze und auch Kräuter zu destillieren: Gewürznelken, Zimt, Piment, Muskatnüsse, Sternanis, Fenchel, Kümmel, Koriander  und auch Lavendelfrüchtchen sowie alle hochwertigen und schonend getrockneten Küchenkräuter. Ich muss demnächst meinen riesigen frisch-grünen Rosmarin tüchtig schneiden, auch der darf dann in den Kupferkessel wandern.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyHeilpraktikerin und Leserin Susanne M. stellte mir netterweise einige Fotos ihrer Küchendestillation in der ‘Leonardo’ zur Verfügung. Sie erhielt nicht nur ausreichend Lavendel- und Salbeihydrolat dabei, sondern eine erstaunliche Menge an ätherischem Öl. Das zu destillierende Gut muss erst sorgfältig zerkleinert werden, am besten mit einem sehr scharfen Messer. Getrocknete Drogen kann man gut mörsern, notfalls mit einer Kaffeemühle ganz kurz grobkörnig mahlen.

http://blog.aromapraxis.de/2011/12/20/hydrolat-piment

Bei den ersten Heim-Destillationen ist es wirklich unglaublich aufregend, wenn nach einiger Zeit der erste Tropfen Hydrolat ins Auffanggefäß tropft.

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Wenn dann am Ende der Prozedur auch noch ätherisches Öl auf dem Hydrolat schwimmt (hier Salbeiöl), kann man sein Glück kaum fassen! Die Sonne am Bodensee hat Susannes Salbeipflanze sichtlich gut getan! Vielen Dank für diese schönen Fotos! Ähnliche Kupfer-Destillen kann man übrigens bei Destillatio in der Nähe von Fulda bestellen, am besten auch bei der Protestaktion mitmachen, denn ungenehmigte Destillation von heimischen Kräutern und auch von Obst in größeren Destillen als 0,5 Liter wird in Deutschland (und vielen anderen Ländern) als kriminelle Tat geahndet. In der Schweiz darf man als Hobby-Destillateur immerhin Brennkessel bis zu 3 Litern einsetzen. Bücher zur Destillation: Ätherische Öle selbst herstellen von Bettina Malle und Helge Schmickl sowie   Destillatio von Kai Möller (letzteres behandelt auch das Herstellen von Schnäpsen und Alkohol für kosmetische Zwecke).

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch bekomme immer wieder Anfragen, ob man Dellwarzen (Molluscum contagiosum) mit ätherischen Ölen besiegen kann. Ich hatte auf meiner Website mal darüber geschrieben. Die mit Flüssigkeit gefüllten und sehr ansteckenden Pusteln (die streng genommen keine Warzen sind) werden von Viren ausgelöst, sie kommen oft bei Kindern vor, jedoch auch bei Erwachsenen im Intimbereich. Für die Anwendung im Nicht-Schleimhautbereich zeigte eine australische Studie mit Dellwarzen an Kinderhaut, dass das wundervoll duftende ätherische Öl der Zitronenmyrte (Backhousia citriodora) recht erfolgreich eingesetzt werden kann. Sie ist eine der wenigen Duftpflanzen mit von mir geliebten ätherischen Ölen, die ich noch nicht ‘life’ erleben konnte und somit auch noch nicht fotografiert habe. Da sie ein wichtiges Gewürz in der ost-australischen Küche ist, stellt der bekannte Gewürze-Experte Gernot Katzer sie in seinem Buch Picantissimo vor. Die frischen oder getrockneten Blätter werden wie Lorbeerblätter zum Würzen von süßen und deftigen Speisen verwendet.

Allerdings wurde in der Studie das Öl an den 31 durchschnittlich 4,6 Jahre jungen PatientInnen 10%-ig verdünnt, das würde ich ohne fachliche Aufsicht nicht tun, also maximal 5% mit sehr frischem Zitronenmyrte-Öl in Aloe vera-Gel verdünnen und auch nur sehr lokal mit Wattestäbchen aufgetragen. Das Öl kann durch seinen hohen Citralgehalt schnell oxidieren und wenn es zu alt ist, die Haut stark reizen und zu Allergien führen. Eventuell 1:1 mit Lavendel mischen, also beispielsweise 3 Tr. Zitronenmyrte und 4 Tropfen Lavendel in 10 ml Aloe vera Gel. Das ist eine höhere als für Kinder übliche Dosierung, jedoch sind die auslösenden Viren auch hartnäckig.

Je nach Empfindlichkeit der kleinen Patienten eventuell nur die ersten drei bis fünf Behandlungen mit 5%-iger Verdünnung vornehmen, dann reduzieren. Beharrlichkeit ist sicherlich wichtiger als hohe Dosierung, also mindestens 10 Tage und bis zu drei oder vier Wochen anwenden. Eventuell zwischen diesen Anwendungen die betroffenen Stellen mit etwas Mandelöl „beruhigen“. In der Studie wurde diese 10%-ige Mischung (mit Olivenöl) an 16 Kindern 21 Tage lang angewendet, die Kontrollgruppe von 16 Kindern wurde mit reinem Olivenöl behandelt. Bei 9 der 16 Kinder der Zitronenmyrtengruppe waren mehr als 90% der Pusteln verschwunden, bei der Olivenölgruppe war keinerlei Erfolg zu verzeichnen. [Essential oil of Australian lemon myrtle (Backhousia citriodora) in the treatment of molluscum contagiosum in children. Burke BE, Baillie JE, Olson RD. Biomed Pharmacother. 2004 May;58(4):245-7.]

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyZum Irisöl-Text kam die Frage nach den Kosten der unterschiedlichen Irisöle auf. Wie auch bei Rosenölen ist das durch Lösungsmittel hergestellte „Öl“ (korrekt bezeichnet man es als Absolue oder englisch Absolute) preiswerter, da die Ausbeute wesentlich höher sein kann. Diese toxischen Lösungsmittel muss man sich ähnlich wie Nagellackentferner vorstellen, sie lösen nicht nur die Duftmoleküle aus der Pflanze, sondern auch Farbstoffe, Blütenwachse und andere größere Moleküle. Sie werden nach dem Extraktionsprozess abgedampft (da sie sehr flüchtig sind, geht das recht einfach), es können je nach Anbieter Rückstände davon im Öl sein. Das üblicherweise verwendete Mittel ist Hexan, mit dem auch Billig-Speiseöle gewonnen werden. Wenn man Hexanrückstände gänzlich aus seinem Leben verbannen wollte, dürfte man nicht mehr außerhäusig essen gehen, denn es kann nicht nur in Fritten enthalten sein, sondern auch in Salatsoßen und sonstigen Speisen, die mit „neutral schmeckenden“ Ölen zubereitet werden.

Für die destillierte Variante des Irisöles werden die knolligen „Wurzeln“ (korrekt: Rhizome; an denen hängen wiederum die feinen Wurzeln) zunächst per Hand supervorsichtig und fein geschält und anschließend mehrere Jahre lange getrocknet. Dabei fermentieren sie und erst so entwickelt sich der typisch-pudrige Duft. Während dieses mindestens drei Jahre währenden Umwandlungsprozesses (ähnlich wie bei Kraut, das zu Sauerkraut wird) kann immer auch ein Teil der Ernte kaputt gehen. In dieser Zeit verdient der Landwirt kein Geld mit seiner wertvollen Ware. Aus 100 Kilo der getrockneten Iriswurzeln können anschließend keine 100 g ätherisches Öl destilliert werden, da zunächst ein butterartiges Produkt gewonnen wird, dem durch Ausfrieren und durch Zugabe von Branntwein die Pflanzenwachse entzogen werden(Foto oben). Nach diesem langjährigen und aufwändigen Prozess darf man nicht verwundert sein, dass 1 Milliliter dieses in hoher Verdünnung wunderbar blumig-pudrig-holzig-süß duftende Öl mehr als 150 Euro kostet. Übrigens hat mein erstes Fläschchen vor Urzeiten genau 240 DM gekostet, das sind ‘nur’ 120 Euro! Nicht wundern, das pure Destillat duftet nicht besonders, es MUSS verdünnt werden, nicht nur um Geld zu sparen, sondern zur Entwicklung des feinen Duftes.

Die oft nicht so pudrig duftenden Absolues (beispielsweise bei Feeling) sind deutlich preiswerter, deren Duft ist jedoch meistens nicht vergleichbar mit dem ätherischen Öl (Ausnahmen bestätigen die Regel! auch die richtige Verdünnung spielt eine Rolle bei der Duftentfaltung). Es gibt auch noch Extrakte, die durch Kohlendioxid hergestellt sind, sie sind ab 10 Euro erhältlich (eher flach duftend; bis 25 Euro, wenn die duftprägenden „Puder-Moleküle“ Irone in höherer Konzentration enthalten sind), beispielsweise bei Maienfelser und bei Ronald Reike. Irisöle sind übrigens ein typisches Fixativ für Naturparfums.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyGenau am Tag, als die erste Irisblüte im AiDA-Garten die Sonne anblinzelte, kam eine Anfrage bezüglich der verwirrenden Namensgebungen des ätherischen Öles der Iris (mal Iris germanica, mal Iris florentina, mal Iris germanica var. florentina, mal Iris pallida). Auch wollte meine Buchleserin wissen, ob die körperliche Wirkung jener des Rosenöles gleichzusetzen sei und warum in manchen Büchern das hochgiftige Naphtalin als Inhaltsstoff angegeben sei.

Eigentlich habe ich momentan gar keine Zeit, Fragen zu beantworten, doch da Iris mein Lieblings-Duft ist, habe ich mal in meinen Botanik-Büchern geforscht und herausgefunden, dass die Antwort nicht eindeutig ist. Es scheint so, dass Iris florentina eine Unterart der Iris germanica ist (Florentiner Schwertlilie), also korrekt Iris germanica var. florentina geschrieben wird. In meinem seriösesten Nachschlagewerk von der Royal Horticultural Society wird Iris florentina gar nicht aufgeführt. In Wikipedia wird sie als Synonym zu Iris pallida geführt.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie sehr geschätzte Apothekerin und Autorin des wundervollen Buches „Iris“ (Abbildung, gibt es leider nur noch antiquarisch) Christina Kiehs-Glos beschreibt sie allerdings mit Berufung auf Dr. Erny-Rodmann vom Botanischen Garten der Uni Basel als unterschiedliche Arten:

„Iris germanica, Iris florentina und Iris pallida zeichnen sich durch den rhizomartigen Wurzelstock aus, die Ausbildung des Bartes auf den Hängeblättern und den hohen Wuchs. Alle drei gehören daher zur Barbata-Elatior-Gruppe, den hohen Bartiris-Arten.“

Feststeht, dass es unzählige Iris germanica-Hybriden und -Züchtungen gibt, dann also immer ein dritter Name dazugeschrieben wird. Iris pallida könnte laut Christina Kiehs-Glos die „Ur-Mutter“ dieser Iris-Gruppe sein. Ihre unscheinbaren Rhizome (Abbildung unten) duften alle, vor allem nach Fermentation. Irisöl wird zwar als ‘Blütenduft’ bezeichnet, ist jedoch ein aus dem knolligen Rhizom gewonnener Duft. Man kann dieses erdige Element neben dem pudrig-blumigen Anteil auch gut riechen. Der Duftstoff Ionon (oder Jonon) wird auch Veilchenduft genannt, auf ihn reagieren Prostatakrebszellen mit Rückzug (zumindest im Laborversuch) – ich habe es an anderer Stelle hier beschrieben. Geraniol in Rosenöl hat jedoch auch antitumorale Eigenschaften.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie körperliche Wirkung von (destilliertem) Irisöl ist anders als die Wirkung von Rosenöl. Während Rosenöl vor allem aus Monoterpenalkoholen und dem duftprägenden Phenylethanol besteht, ist Irisöl fast nur aus Sesquiterpen-Verbindungen zusammengesetzt. Rose wirkt stark schmerzlindernd (vor allem wenn man das Absolue einsetzt), ausgleichend bis leicht belebend und antibakteriell, Iris wirkt eher auf chronische Probleme, leicht entzündungswidrig, erdend-beruhigend, schleimlösend. Auf der seelischen Ebene sind sie möglicherweise vergleichbar einzusetzen, beide gelten als stark spirituell einzustimmende Düfte und werden darum gerne in der Sterbebegleitung angeboten.

Botanische Namen werden oft nicht korrekt aufgeschrieben, meine Bücher sind da keine Ausnahme. Es gibt ständig Änderungen (alle 5 Jahre), es gibt viele Synonyme, weder wir Autoren noch bei den Ölefirmen kann man immer auf dem Laufenden sein. Es müsste beispielsweise immer Mentha x piperita für Pfefferminze heißen und Rosa x damascena für Rose, das ist jedoch für uns botanische Laien zu umständlich. Auch Lavandula hybrida ist übrigens nicht korrekt.

Zu guter Letzt: Ich habe noch nie gelesen, dass Irisöl Naphtalin enthalten soll (hat jemand bereits davon gelesen? wenn ja, wo?) Jedenfalls sicherlich nicht in einem seriösen Buch. Aromatherapeuten und -Pflegende im deutschsprachigen Raum setzen nur das (extrem teure) Destillat der Iriswurzel ein. Vielleicht enthält das nicht besonders fein riechende, jedoch viel preisgünstigere Absolue bei Billigfirmen diesen mottenabwehrenden Giftstoff als Lösungsmittel???? Kann ich mir jedoch nicht vorstellen. Man sollte und kann das destillierte Irisöl circa 1%-ig dosieren, dann duftet es unglaublich fein-pudrig nach Veilchen. Manche Firmen (Farfalla, Neumond, Primavera) verkaufen es in dieser Verdünnung mit Alkohol, das ist dann bezahlbar. Ansonsten kostet 1 ml (circa 22 Tropfen) beim Marktführer fast 170 Euro!

Sabrina hat in ihrem neuen Vivere-Shop eine wundervolle Mischung aus einem besonderen Lavendel, Mandarine, Vanille und einer Prise Irisöl, das ist derzeit mein Lieblings-Abendöl zum Einschlummern. Ich benütze selten kommerzielle Parfums, doch ein sehr ungewöhnlicher Herrenduft hat es mir vor einigen Jahren angetan, er duftet zunächst interessant holzig und nach Atlaszeder, dann entwickelt sich eine wunderbar pudrige Note nach Iris- und Vanille/Ambratönen: Es ist Dior Homme, meiner Meinung nach eines der Parfüms, die wirklich den Namen verdienen und aus dem Einheitsbrei von „Männerdüften“ heraus leuchten, eben mit der ‘Göttin des Regenbogens’, der Iris.

PS Die erste Abbildung aus meinem Garten zeigt eine Iris reticulata; die Bartiris blüht auch im frühlingsmilden Irland erst im Mai und Juni! Übrigens habe ich eben drei antiquarische Exemplare vom wunderschön samtig illustrierten Buch Iris von Hermann Hesse entdeckt, wahre Bücherfreaks, die ein poetisch-spirituelles Märchen schätzen, sollten es sich zulegen! Ich habe seinerzeit, als ich in einem Buchladen arbeitete, einige Original-Zeichnungen von Peter Dorn anschauen dürfen, einfach wundervoll!

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch verstehe ja einige Sprachen, doch des Niederländischen bin ich nicht mächtig. Sonst könnte ich sicherlich ganz viel über das wunderbare Buch Uitwendige Therapie in de oncologische Zorg (Äußerliche Therapie in der onkologischen Pflege) erzählen, das vor einigen Tagen als zweites Überraschungspäckchen hier ankam.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs wurde von der sehr engagierten Pflegefachfrau Toke Bezuijen verfasst, die ich vergangenes Jahr auf einer meiner Aroma-Botanikwochen kennenlernen durfte (auf dem Foto rechts, im Rahmen der Botanik-Wochen besuchen wir meistens das herrlich gelegene Buddhistische Retreat und Hospiz Dzogchen Beara).

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy Toke ist eine anerkannte niederländische Wickelfachfrau mit eigenem Wickel-Webshop und sie war mutig genug, das hübsche und übersichtliche Werk im Eigenverlag herauszugeben, sogar an ein praktisches Lesebändchen hat sie gedacht. Der allgemeine Text befindet sich auf den Seiten 9 bis 33, es folgen wunderbare zum Nachschlagen geeignete Tabellen bis Seite 86, gefolgt von einem sechsseitigem Anhang mit nützlichen Informationen. Die Tabellen machen die Übersetzungsarbeit wirklich leicht, man kann sich genau den Bereich heraussuchen, der einen interessiert und muss sich nicht mit Grammatik und Prosa herum schlagen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch habe mich mit Hilfe eines Internet-Übersetzungsprogrammes durch einige Passagen gearbeitet, kostet zwar etwas Zeit aber es geht, denn ein Teil der Wörter sind der deutschen Sprache sehr ähnlich, vor allem wenn man sich etwas eingelesen hat. Da vor allem Dr. Hauschka und Weleda als Heil- und Pflegemittel aufgelistet sind, kommen bei vielen Anwendungen ätherische Öle in diesem onkologischen Pflegekonzept vor. Zudem hören sich Wörter wie ‘Lavendelbloempjes‘ einfach entzückend an!

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyToke spricht übrigens hervorragend deutsch: Sie wird Ende April auf dem 7. Internationalen Pflegekongress im Goetheanum in Dornach (Schweiz) „Spiritualität in der Pflege - Wunden und Heilung“ eine Arbeitsgruppe zum Thema „Pflege und Begleitung von Patientinnen mit Mamma-Carcinom“ leiten.

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Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie Weihnachtszeit brachte zwei Bücher-Überraschungen zu mir.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapySusanne Fischer-Rizzi, DIE Pionierin der deutschsprachigen Aromatherapie, schickte mir die 25ste Auflage (!) ihrer wundervollen Himmlischen Düfte, weil ich noch das Cover einer älteren Auflage hier auf dem Blog zeigte. Nun bin ich aber bei manchen Büchern erzkonservativ: Mein erstes Exemplar (1. Auflage von 1989) von Himmlische Düfte war eines meiner ersten Duftbücher und ich habe es fast totgeliebt wie einen alten Teddybären. Es hat einen (zu) weichen Einband und ist auf relativ rauem Papier gedruckt, die Farben sind dezent, es hatte bereits damals ein sehr besonderes, individuelles und künstlerisches Aussehen.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyErkennen die Jüngeren unter euch (oder die Aroma-Beginnerinnen) den Zusammenhang? ;-) Dieses Fresko aus der Villa der Arianna in Stabiae bei Pompeji (1. Jh. v. / 1. Jh. n. Chr., Museo Archeologico Nazionale in Neapel) haben die beiden Firmen-Gründerinnen seinerzeit als Signet ausgewählt (zum Vergrößern auf das Bild klicken). Es zeigt die Göttin oder Muse Primavera (der Frühling) wie sie an einer Pflanze mit weißen Blüten zupft, die sie offenbar in ihr Füllhorn verfrachtet. Der grüne Mauernhintergrund zierte früher das ganze Etikett der Fläschchen.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Jasmin in meinem alten Buch.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Jasmin im neuen Buch.

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Neroli in meinem alten Buch.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Neroli im neuen Buch.

Über die zweite Buchüberraschung, eine wahre Besonderheit, werde ich nächstes Mal berichten. Vielen Dank übrigens für den guten Zuspruch für mein ‘rosa Buch’. Ich hoffe, die zuständigen Menschen bei Irisiana lassen sich überzeugen, schließlich ist es das Nachfolge-Buch von den ‘Himmlischen Düften’ im Verlag, denn Susanne Fischer-Rizzi ist mit ihrem Werk schon vor langer Zeit zum AT-Verlag gegangen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyNach einer rasend schnell vergangenen sehr frühlingshaften Woche mit bis zu 15 Grad ist es Zeit für einen Rückblick und Leseempfehlungen für die verbleibenden Feier- und Ferientage. Ich habe mal einen Blick in die Statistiken meines Blog geworfen und obwohl mir solche Säulen, Zacken und Zahlenkolonnen nicht sonderlich liegen, stelle ich interessante Tendenzen fest.

  • Der Allzeit-Aufrufe-Tagesrekord dieser Seiten fand am 23. November 2010 mit 1157 Seitenaufrufen statt (Themen: siehe Grafik rechts).
  • Im Jahr 2011 gab es im Durchschnitt pro Tag 679 Seitenaufrufe im Februar und 653 Seitenaufrufe im Dezember
  • Dazwischen ging es erst etwas bergrunter und dann langsam wieder bergaufwärts mit dem Leseverhalten (Grafik oben). Jeder in unserer Ätherisch-Öl-Branche weiß: In den kalten Monaten werden die Öle lieber gekauft und eingesetzt als in den warmen Jahreszeiten, es besteht ja krankheitsbedingt auch mehr Bedarf an diesen wertvollen und angenehm anzuwendenden Gesundmachern. Auch das Lese- und Informationssuche-Verhalten passt dazu.
  • Insgesamt gab es im Jahr 2011 satte 191.248 Aufrufe!Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy
  • Im Jahr 2010 waren es ‘nur’ 124.155 Aufrufe.
  • In diesem nun fast vergangenen Jahr 2011 gab es den Aufrufe-Rekord (929 Aufrufe) am Tag des Artikels zum Hydrolat der Zirbelkiefer (6. Dezember 2011)
  • Nicht nur ich schreibe Zahlen, dieses Blog lebt auch von den – teilweise wirklich wertvollen – Beiträgen der LeserInnen: Top-Kommentatorin ist bislang ist Ursula, ganz dicht gefolgt von Sabine. Anna, Marta, Heidi, Earthwitch und Kordula rennen eng beisammen um die Bronze-Medaille. Ich erwarte übrigens keine Kommentare mit Neuigkeitswert oder wissenschaftlichem Anspruch (immer wieder kommt die Anmerkung ‘Ich habe doch nichts dazu beizutragen’). Nein, es kann eine kleine Erfahrung, ein Aha-Moment, eine Duft-Erkenntnis, ein bescheidener Heilungserfolg sein – davon profitieren doch alle! Ich kenne längst nicht alle Öle und Hydrolate, ich bin nicht in der täglichen Krankenpflege tätig, ich vertrage den einen oder andern Duft nicht, ich vergesse Infos – es darf also gerne ‘mitgemischt’ und ergänzt werden (guter Vorsatz für 2012)!

Und nun zu einigen Artikeln, die vielleicht nochmals lesenswert sind. Einsamer Rekordhalter seit Bestehen meines Blogs mit 55.099 Aufrufen (kein Tippfehler!) ist einer der mehreren Beiträge über die angstlindernde Wirkung von Lavendelöl in Lasea. Ich habe ihn mehrmals korrigiert und aktualisiert, auch Dr. Weber vom Hersteller Spitzner hat fleißig mitgemacht. Nach den gut besuchten AiDA-Seiten (jeweils zwischen 8.000 und 3.000 Aufrufe) steht noch der Artikel über synthetischen Jasminduft für verbesserten Schlaf in der Gunst meiner LeserInnen mit 2.832 Aufrufen. Beide Spitzenkandidaten haben mit Hilferufen der Seele zu tun, mit dem Thema ‘Wie können mir ätherische Öle dabei helfen, psychische Schieflagen besser zu bewältigen’. Diese abstrakten Zahlen decken sich auch mit der Anmeldelage zu meinen kommenden drei Botanikwochen am Meer hier in Irland: Die Woche mit dem Schwerpunkt Glücklich durch Düfte – Ätherische Öle als Verstärker unserer Neurotransmitter, die Nase als Wegweiser zum Wohlbefinden ist bereits fast ausgebucht.
Ein weiteres gut gefragtes Feld ist das Selbst-in-die-Hand-nehmen von verträglicherer Kosmetik: Dufte Kosmetik selber machen und verkaufen wurde 2.264 Male aufgerufen, selbst hergestellte Deos ohne verdächtige Parabene und schädliches Aluminium wurde 1.916 Male aufgerufen. Es folgten Artikel über die überzogene Allergiehysterie am Beispiel von Linalool (1.577 Aufrufe), Ätherische Öle bei MRSA (1.513 Aufrufe) und Ätherische Öle gegen Tumore (1.324 Aufrufe).
Ein Thema das mir sehr wichtig ist – es geht um den Schutz unseres Planeten und damit auch unserer Gesundheit – befindet sich ganz unten in der Gunst meiner LeserInnen:  Bio: Sehr viel mehr als gesund essen (6 Aufrufe). Ein Artikel, der mir besonders gut gefallen hat Wissenschaftliche Analysen stieß auf wenig Interesse, nur 14 Aufrufe. Noch ein Thema, das mir am Herzen liegt, fand bislang eher wenig Beachtung: Wir Aroma-Menschen arbeiten FÜR den Menschen (nicht gegen eine Krankheit), es fand gerade mal 18 Aufrufe. Im guten Mittelfeld liegt die Dufte Schule für humaneres Lernen‘ mit 395 Aufrufen, Ätherische Öle in der Schwangerschaft mit 502 Aufrufen und die Dosierung von ätherischen Ölen mit 669 Aufrufen.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz, ganz herzlich für’s Lesen und Mitmachen bei Euch und Ihnen bedanken, insbesondere bei denen, die mir durch regelmäßiges Anklicken der Links und Sponsorenfenster

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy(in der rechten Spalte) und anschließender Bestellung ein kleines Taschen(buch)geld zukommen lassen und bei denen, die meine Bücher gekauft haben. Durch ein reduziertes Reise- und Lehrveranstaltungsaufkommen werde ich in Zukunft zunehmend auf diese Verdienstquelle angewiesen sein. Ich recherchiere und schreibe gerne zu unserem duften Thema und freue mich, wenn es so gut angenommen wird. Alles Gute für das Jahr der Umwälzungen, es wird das Jahr des Drachen (das streng genommen erst am 23. Januar 2012 beginnt)!

PS Wer hat den Nerv, der zuständigen Programmplanerin von Irisiana eine freundliche ‘Protest-Mail’ zu schreiben: Mein ‘rosa Buch‘ gibt es nicht mehr und soll wahrscheinlich auch nicht mehr nachgedruckt werden (kein Mega-Bestseller, in drei Jahren ‘nur’ circa 4000 Exemplare verkauft). Was ich super-schade finden würde. Ich beziehe mit den durchaus üblichen 7% des Einkaufspreises zwar kein nennenswertes Einkommen, aber ich weiß, dass dieses Werk sehr geschätzt wird. Die Mailadresse der Programmplanerin würde ich euch auf Anfrage mailen, einfach im Kommentarefeld Interesse bekunden!

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