gewerbliche/r aromapraktiker/in ist ein anerkannter beruf in österreich


Ich freue mich sehr, dass es in Kontinental-Europa nun endlich möglich geworden ist, diesen unseren Beruf als AromapraktikerInnen aus der fast illegalen Grauzone ins sommerliche Tageslicht zu rücken (in Großbritannien und hier in Irland werden wir viel besser behandelt!). Was ich 1992, als die berufliche Niederlassungsfreiheit für die EU entstand, für Deutschland erhoffte, ist nun in Österreich möglich geworden. Vielen Dank für die beharrlichen Anläufe und Mühen, die Ingrid Karner – einst Absolventin der AiDA-Ausbildung – und alle ihre Mitstreiterinnen unternommen haben! Dieser helfende Beruf ist viel zu wertvoll, um mit Hokuspokus, unseriöser Esoterik oder Waschmittelwerbung verwechselt zu werden. Nun dürfen wir hoffen, dass dieser dufte Funke den Weg von Süden nach Norden gehen wird und von Osten nach Westen, so dass Deutschland – und möglichst auch andere benachbarte Länder – davon profitieren werden. Zum Lesen des Zeitungsartikels Bild anklicken, die Pressemeldung der VaGA lautet folgendermaßen:

Ingrid_Karner“Seit der Gründung der Vereinigung für ärztlich geprüfte Aromapraktiker (VaGA) im Jahr 2006 setzte sich die Vorsitzende, Ingrid Karner, mit dem gesamten Vorstandsteam für die Etablierung eines gebundenen Gewerbes für Aromapraktiker/innen in Österreich ein. Ein gebundenes oder reglementiertes Gewerbe stellt eine Sicherstellung der Qualität und der Berechtigungen zur Ausübung eines Berufes dar. Gebundene oder reglementierte Gewerbe in Österreich sind beispielsweise: Drogisten, Kosmetikhersteller, Tischler, Augenoptiker, Baumeister, Lebens- und Sozialberater usw. Für die Erlangung dieses Gewerbes ist eine definierte Ausbildung zu absolvieren und eine Befähigungsprüfung (= Meisterprüfung) abzulegen. Erst dann darf man den Beruf mit allen damit verbundenen Berechtigungen ausüben. Bei der Gala zu Verleihung des 1. Awards “thescenteddrop” am 15.6.2013 in Graz-Umgebung wurde von Herrn KommR Dr. Veit Nitsche bekannt gegeben, dass dies nun umgesetzt werden kann. Das bedeutet, dass all jene, die eine von der VAGA-zertifizierte Ausbildung zur Aromapraktiker/in absolviert haben und eine Befähigungsprüfung (im Beisein von Herrn Dr. Nitsche) ablegen, das Teilgewerbe zur Erzeugung von kosmetischen Produkten (im chemischen Gewerbe) anmelden können. Details sind gerade in Arbeit. Anfang Juli werden auf der Website der VAGA alle wichtigen Informationen, die zur Erlangung des Gewerbs nötig sind (bzw. auch Übergangsregelungen für bereits zertifizierte VAGA-Mitglieder) veröffentlicht.”

Informationen über Hintergründe, Bedingungen und Kosten sind hier (klick!) zu finden.

duft-erlebniswoche für kurzentschlossene


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieLeider hat es eine potenzielle Duft-Reisende erwischt: Das Hochwasser hat reichlich Zerstörung bei ihr verursacht. Nun bittet eine ihrer Mitreisenden:

Wir waren 7 Kräuterfrauen, die seit Monaten eine Duftreise nach Irland geplant haben, mit einem Aromatherapie-Seminar mit der renommierten Aromatherapeutin Eliane Zimmermann – in einem Seminarhaus direkt am Meer (ganz im Südwesten): ‘Aromatherapie für Sie – Duftpflaster und Seelentröster: Die besten Öle zum Entspannen, Anregen und Heilen’.

Leider musste eine Teilnehmerin ganz kurzfristig wegen des Neckarhochwassers absagen. Hat jemand Zeit und Lust, ihren Platz einzunehmen (22. bis 29. Juni 2013)? Wer Interesse hat, sollte sich möglichst schnell melden bei: Angelika Weigand, e-mail: angelika.weigand@web.de

Ich wäre bereit, der einspringenden Person einen Rabatt zu gewähren, und ich habe eben mal nachgeschaut: Der Hin- und Rückflug von Frankfurt-Hahn nach Kerry würde bei heutiger Buchung inklusive aller Gebühren und 10 kg Handgepäck 70,03 Euro kosten (Link hier). Es erwartet dich eine Woche mit inspirierenden, ganz seltenen Duft-Pflanzen, reichlich Aroma-Lektüre, mit feinen selbst gemachten Duft-Produkten, anregenden Gesprächen, leckerer Feinschmeckerküche mit Köchin Sharon, ein entspannender Schaukelstuhl in der Atlantikbrise und vieles meer mehr…

neue studien mit ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch erwähnte im Zusammenhang mit meinem ausführlichen Buchbeitrag über die doch inzwischen reichlich vorhandenen klinischen Studien mit ätherischen Ölen bereits, dass diese zwar nicht schwer zu bekommen sind, jedoch meistens ab 35 Euro/Dollar kosten. Nun erhält man aber auch etliche Arbeiten kostenlos, sei es weil methodische Fehler vorliegen (beispielsweise Reihenfolge der Präsentation der Forschungsabschnitte, fehlende Themengebiete wie plausible Schlussfolgerung), weil sie viele Schreib- und Formulierungsfehler enthalten (‘Lavendula augustifolia’ ist noch einer der harmloseren Tippfehler), weil sie unsachlich vorgestellt werden (“das Wunderkraut…!”) oder weil sie schlichtweg nicht den heutigen Forderungen für wissenschaftliches Arbeiten entsprechen (doppelblind, randomisiert, durch Ethik-Kommission genehmigt etc). Dennoch können wir PraktikerInnen oft wichtige Schüsse und Erkenntnisse aus solchen Arbeiten ziehen. Hier nun drei kostenfreie Arbeiten für die relaxten Sommer-Sonnenstunden im Liegestuhl, sie sind – wie fast immer – in englischer Sprache verfasst:

In dieser zehnseitigen Studie (klick!) aus Südafrika (2013) wird die antimikrobielle Wirkung von Lavendelöl ausführlich durchleuchtet (in-vitro=nicht am Menschen). Spannend ist die Erkenntnis, dass die Kombination von Lavendelöl mit einem anderen Öl eine niedrigere Konzentration (MIC=minimum inhibitory concentration) erfordert, um die drei getesteten (weit verbreiteten) Krankheitskeime Candida albicans, Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa zu eliminieren. Selbst wenn das nicht interessiert, profitiert man von einer prima Liste mit den wichtigsten Inhaltsstoffen von vielen ätherischen Ölen, welche zum Vergleich herangezogen worden sind.

Bei dieser sehr innovativen Arbeit (klick!) (China/USA 2013) wird beleuchtet, wie die tägliche Inhalation von unterschiedlichen ätherischen Ölen (Lavandula angustifolia, Salvia sclarea, Santalum album und Citrus sinensis) sich auf 29 Parameter  im Urin von 52 freiwilligen StudienteilnehmerInnen auswirkt. Die Schlussfolgerung ist, dass es signifikante metabolische Veränderungen gibt, ohne dass die Hauptbestandteile der Öle noch im Urin nachweisbar waren. Gleichzeitig wurden positive Veränderungen der psychischen Befindlichkeit beobachtet, wie beispielsweise eine Reduktion von Ängstlichkeit.

Bei dieser ägyptischen klinischen Studie (klick!) (2013) mit knapp 100 freiwilligen Teilnehmerinnen (Krankenpflege-Studentinnen) wurde untersucht, wie sich eine tägliche 10-minütige Aromatherapie-Baucheinreibung (Zimt, Gewürznelke, Rose, Lavendel) auf Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe) auswirkt. Mit dieser Untersuchung konnten zwei ähnliche Studien widerlegt werden, die aufgezeigt hatten, dass vor allem die Massage für die schmerzlindernde Wirkung verantwortlich war und die nicht bewiesen konnten, dass die ätherischen Öle analgetische Wirkung hatten.

aromatherapie bei schwindel


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyKürzlich schrieb ich ja über eine aromatische Kur für Frau W., die seit ewigen Zeiten an Schwindel leidet (zu den verwendeten Ölen und Anwendungsarten geht es hier - klick!). Viele kleine Situationen ihres Lebens waren durch das oft auftretende Karussell im Kopf ziemlich beeinträchtigt. Nach zwei weiteren Anfragen von Personen, die auch sehr unter diesem Thema leiden, kam wieder ein wunderbares Feedback von Frau W.:

Und nun etwas Kurioses. Wie Du weißt, mache ich ja dienstags immer meinen Sport mit Dehnen, Strecken, Liegen, Aufstehen usw. Und nun gestern: Ich liege auf der dünnen Matte, nichts dreht sich, ich steh auf, kein Schwindel, ich leg mich wieder hin, immer noch nix. Können die Tropfen, die Creme und das ganze Zeugs so schnell wirken? Ich trau mich gar nicht, was zu sagen, denn die haben gestern schon geguckt, weil ich vom Liegen zum senkrecht Stehen nicht schwankte. Also, wenn die schönen Düfte solch Wirkung haben und die dann evtl. noch eine Weile anhält, dann alle Achtung. Ich sag nie wieder was Schlechtes von so was.

Leider kann man bei Maßnahmen, die mehrere ätherische Öle und Zubereitungen umfassen, nie genau sagen, ob ein bestimmtes Öl für die überzeugende Wirkung verantwortlich ist, sicherlich hat das fein duftende Öl aus Myrtenzweigen (Foto) neben dem ausgleichend wirkenden Rosengeranienöl seinen Beitrag geleistet. Ich habe mich für die milde Myrten-Variante – Chemotyp Myrtenylacetat (klick!) entschieden, dieses preisgünstige ätherische Öl ist auch für Erkältungskrankheiten von Kindern und leicht angeschlagenen Senioren optimal, es wirkt zudem leicht beruhigend und einschlaffördernd. Es eignet sich wunderbar für Dampfbäder sowohl bei Husten als auch bei zu Unreinheiten neigender Haut, außerdem ist es klasse für die Duftlampe – besonders, wenn eine Sommererkältung vorliegt. Myrtenhydrolat ist leider schwer erhältlich, es wirkt ähnlich heilend bei Bindehautentzündungen des Auges wie Rosenhydrolat (auf alkoholfreie Qualität achten und nicht länger als 3 Monate nach Öffnung verwenden!).

wenn ein arzt, ein apotheker und ein pharmakologe sich zusammentun…


Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie…entsteht ein ‘Schinken’ von einem Mega-Fachbuch! Mein Exemplar schleicht zwar derzeit noch zu mir in Richtung supersonnige Grüne Insel, doch wer die knapp 95 Euro für fast 900 Seiten bereits jetzt investieren möchte, kann Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis (klick! zur portofreien Bestellung) nun ordern oder sich auch erst einmal ein Bild mit dieser kostenlosen Leseprobe (klick!) machen. Die Herausgeber sind Dr. Wolfgang Steflitsch (Facharzt für Lungenheilkunde in Wien), Dietmar Wolz (Bahnhof Apotheke Kempten) und Prof. Dr. Gerhard Buchbauer (Pharmakologe Uni Wien im Ruhestand), dazu kommen noch viele andere AutorInnen. Ich bin sehr gespannt und werde euch nach Ankunft des dicken Wälzers eine detaillierte Beschreibung liefern. Dem Stadelmann Verlag herzlichen Glückwunsch zur langen Schwangerschaft und Geburt dieses Riesen-Babys! Die Aromatherapie-Szene hat inzwischen eine grandiose Auswahl an hochkarätigen Büchern – wenn ich an meine breite und doch magere Bibliothek vor 25 Jahren denke, kommt mir der Gedanke, dass unser dufter Beruf nun dabei ist, erwachsen zu werden und immer mehr den Erfordernissen einer evidenzbasierten Therapie nachkommen kann. Derweil bastele ich an einer totalen Renovierung für mein eigenes Fachbuch (6. Auflage 2014) sowie an drei anderen Veröffentlichungen, die meine Multitasking-Fähigkeiten fordern…

aromapflege als komplementäres konzept


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDie ganze vergangene Woche war ich damit beschäftigt, viele viele Fragen von wissenshungrigen TeilnehmerInnen der Duft-Erlebnis-Woche in meinem Seminarhaus am Meer zu beantworten. Petrus war uns mehr als wohl gesonnen, so dass es supersonnige Pausen an der Brandung und im rhodendronblühenden Dschungel rund ums Haus gab. Ich versuche in meinen Fortbildungen immer wieder klar zu machen, dass wir Aroma-Leute FÜR einen Menschen arbeiten und nicht allzu sehr GEGEN seine Symptome, welchen kompliziert klingenden Namens auch immer, ankämpfen sollten. In dieser Woche erreichte mich ein Anruf, der dieses Thema auf rührende Art illustrierte.

Es galt ein Konzept für eine Rentnerin zusammen zu stellen, sie leidet unter lästigen Schwindelanfällen, gegen die die Schulmedizin nichts ausrichten kann, homöopathische Mittel wirkten bislang “nur einigermaßen”. Schwindel kann insbesondere bei älteren Menschen unnötige Stürze verursachen, die dann wieder eine Kette von leichten oder gar lebensbedrohlichen Zuständen nach sich ziehen können (beispielsweise Operationen mit anschließendem MRSA-Befall). Diese Bekannte hatte vor Jahrzehnten einen Unfall, der ihre Halswirbelsäule geschädigt hatte, vermutlich kommen ihre Symptome daher. Ein (inzwischen bestens überstandener) recht schwerer Schlaganfall vor einigen Jahren tat sein Übriges.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch muss dazu sagen, dass ich mich bislang noch nie mit diesem Thema beschäftigt hatte. Ich lehre jedoch stets, auf die Sprache der KlientInnen zu achten. Wenn beispielsweise öfters das Wort “zu” fällt (im Sinne von zu hoch, zu dick, zu rot, zu angespannt), stammt der Symptomen-Komplex vermutlich aus einer Dysbalance: Irgendetwas ist gründlich aus dem Lot geraten. Auch die Körpersprache kann dieses Nicht-in-seiner-Mitte-ruhen andeuten. In diesem Falle greife ich gerne zu Rosengeranienöl (Pelargonium asperum oder P. graveolens) und Basilikumöl (Ocimum basilicum Ct. Linalool). So schnürte ich also ein Paket aus harmonisierenden, entkrampfenden und auch sanft durchblutungsfördernden Düften. Eine der Mischungen soll als Salbe rund um die Ohren und im Bereich der  Halsschlagadern geschmiert werden (Gleichgewichtssinn regulieren und bessere Versorgung der lokalen Durchblutung), darin ist anregendes Rosmarinöl und auch Balsamtannenöl enthalten. Eine Rezeptur kann als Körperöl wie eine Bodylotion verwendet werden oder nur auf Arme oder Füße (oder wie es beliebt) eingerieben werden, ich habe das inzwischen leider seltene nordafrikanische Myrtenöl rein gegegeben, Myrte (Myrtus communis) gilt in der englischsprachigen Welt als DAS Öl bei Schwindel. Die dritte Kombination von Ölen habe ich als erfrischendes und doch entspannend wirksames Decolletéspray zubereitet, damit kann die aktive Rentnerin immer etwas in ihrer Nähe versprühen und gleichzeitig davon einatmen (im Winter könnte es auch eine Heizungsauflage-Mischung sein).

Diese Woche also kam das erste Feedback: Die sehr unternehmungslustige Frau war auf einer Gartenausstellung und konnte ihre Freude kaum fassen, als sie bemerkte, dass sie nun wieder hoch hinauf in Bäume hinein schauen kann ohne dass eine unfreiwillige Karusselfahrt droht. Klar, diesem Hobby nachzugehen und die damit verbundene Freude mögen für einen Schulmediziner eher lächerlich erscheinen, doch für diesen speziellen Menschen ist durch die sehr disziplinierte Anwendung der Naturdüfte wieder ein wichtiges Stück Lebensqualität zurück gekehrt. Und sie bemerkte noch: Ich rieche nun soooo gut! Was will man mehr: Aromapflege als wundervolle Ergänzung zur medizinischen Betreuung (“komplementär” und nicht “alternativ” stattdessen) .

aromapflege und palliativ care


Schule für Aromatherapie Eliane ZimmermannIm britischen Palliave Care-Bereich ist es unvorstellbar, Menschen ohne ätherische Öle zu begleiten. Es ist vielleicht eines der wichtigsten, dankbarsten und effektivsten Gebiete der Aromatherapie. Nicht nur kann man mit schönen Naturdüften die meistens angsterfüllten und belastenden Momente von Menschen mit der schrecklichen Diagnose “unheilbar!” lindern. Letztendlich wird damit ein Todesurteil von Seiten der Ärzte ausgesprochen, oft mit genauen Zeitangaben. Tatsächlich können ätherische Öle diese Zeitangaben verändern, also verlängern, wie in einigen Beobachtungsstudien beschrieben wurde. Auch Pflegende können berichten, dass es immer wieder vorkommt, das Menschen aus dem Hospiz entlassen werden müssen, weil der Tod doch nicht bevor steht, wie ursprünglich vorgesehen angenommen, sie konnten sich mit Hilfe einer gut eingesetzten ganzheitlichen Pflege erholen und wieder heim gehen.

Dieser tage wurde ich von jemanden gefragt, welche Öle ich im Palliative Care-Bereich einsetzen würde, hätte ich nur 10 Fläschchen zur Auswahl. Sie hat das eher seltene “Problem”, dass sie “zu viele” Freiheiten bei der von ihr eingesetzten Aromapflege hat und dazu neigt, zu viele Öle zu bestellen. Ich schlug folgende Öle vor, auch wenn ich nicht weiß, welche speziellen Betreuungssituationen in ihrem konkreten Fall zu berücksichtigen sind. Ihr Anliegen ist, insbesondere bei Unruhe, Ängsten und Schmerzen effektiv helfen zu können.

  1. Lavendel fein (Lavandula angustifolia) bei Unruhe, Angst und Schmerzen
  2. Mandarine (Citrus reticulata) bei Unruhe, Angst, Aggression, Wut
  3. Petit Grain [evtl. mit Neroli] (Citrus aurantium) bei Angst, Alpträumen, Unruhe, Konzentrationsproblemen, Infektionen der Atemwege (bei bereits sehr geschwächten Menschen), Infektionen der Haut
  4. Kamille römisch (Chamaemelum nobile/Anthemis nobilis) bei tief sitzenden Ängsten, bei heftigen psychischen Reaktionen auf die Diagnose, Alpträumen, Verlust-Ängsten, Gefühl der Verlorenheit und des Ausgeliefertseins, zum Loslassen bei starken Schmerzen
  5. Lorbeer (Laurus nobilis) bei starken Schmerzen, bei Infektionen, bei Verwirrtheit, zur seelischen Stabilisierung
  6. Cajeput (Melaleuca leucadendron) bei Schmerzen und Infektionen/Verschleimung der Atemwege
  7. Rose (Rosa damascena) bei Schmerzen, Entzündungen (insbesondere der Schleimhäute), Angst, Unruhe, spirituellen/religiösen Krisen, zur Sterbebegleitung
  8. Weihrauch (Boswellia sacra/carterii) bei Schmerzen, Entzündungen, Angst, Unruhe, spirituellen/religiösen Krisen, zur Sterbebegleitung
  9. Manuka (Leptospermum scoparium) und/oder Teebaum (Melaleuca alternifolia) bei allen infektiösen Prozessen, bei MRSA, bei Schwellungen der Schleimhäute, zur Vorsorge und lindernd bei Radiotherapie-Schäden, gleichzeitig psychisch stabiliserend und erdend)
  10. Pfefferminze (Mentha piperita) bei Übelkeit, Schluckstörungen, Gewichtsabnahme, Kopfschmerzen, Verschleimung der Atemwege (bei noch nicht extrem geschwächten Menschen), Konzentrationsstörungen, Schwäche/Müdigkeit, auch zur Vorsorge bei Radiotherapie-Schäden

Ohne also die genauen Umstände zu kennen, wären diese ätherische Öle meine erste Wahl, um Menschen im Palliativ Care-Bereich zu begleiten und versorgen. Freilich gehören noch Rosen- und Melissenhydrolat dazu, auch Sanddornfruchtfleischöl und Calophyllumöl sowie ein gutes Aloe vera-Produkt sind meiner Ansicht nach unentbehrlich. Viele andere Öle könnten freilich auch zum individuellen Einsatz kommen. In meinem umfangreichen Beitrag zum Aromapflege-Handbuch (klick!) habe ich viele Studien zu diesem Themenbereich aufgelistet. Wer das Buch Heilpflanzen in der Pflege (klick!) von Ursel Bühring und Annegret Sonn noch nicht kennt, kann auch daraus wertvolle Informationen ziehen, es ist letzten Monat in der 2. Auflage erschienen. Schade, dass Annegret diese Frucht ihrer unermüdlichen Kräuterarbeit nicht mehr erleben (klick!) darf.

primavera akademie – lesend lernen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch bin ja derzeit mit einer lustigen Truppe von schnuppernden Menschen durch die grün-pinkfarbene Natur Südwest-Irlands unterwegs, in der Mittags-Pause erreichte mich ein Überraschungs-Päckchen: das dicke Buch “Primavera-Akademie – Fachbuch der Aromatherapie Band III, Ausgewählte Arbeiten von Primavera Aroma ExpertInnen”. Juhu, wie schön, welch spannende Themen, so eine Vielfalt von Duftanwendungen und Erfahrungen!

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieFür viele meiner Blog-LeserInnen dürften die ausführlich vorgestellten Gebiete “Aromapflege bei demenziell veränderten Menschen”, “Aromapflege in der Palliativmedizin” und “Aromapflege bei Menschen mit Behinderungen” besonders interessant sein. Selbst der Einsatz ätherischer Öle in der Logopädie wird thematisiert und eine Studie über den Einsatz von angstlindernden Ölen bei der gastroenterologischen Endoskopie wird vorgestellt.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieGlückwunsch an alle engagierte AutorInnen für dieses Kompendium voller Rezepturen, Ideen, innovativen Anwendungsbereichen! Und ein besonderer Dank geht an Anusati für ihre unermüdliche Duft-Arbeit!

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch kann es kaum erwarten, die vielen Beiträge in Ruhe zu studieren! Auch “alte Häsinnen” lernen nie aus. Zu bestellen ist das wertvolle Stück für 29 Euro im Online-Shop von Primavera (klick!) oder unter dieser E-Mail-Adresse (klick), es hat 172 A4-Seiten und ist in schwarzweiß gedruckt.

frage an die pflegenden unter euch


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch weiß, ich bin derzeit kaum zu lesen. Zuerst Vorbereitungen, dann lange Reisen mit Seminaren, dann Nachbereitungen und ab morgen Saison-Start hier am Meer, die ersten Gäste für die Mai-Dufterlebnis-Woche sind bereits angereist. Sechs Tage voller Gartenbesuche und Blütenfeuerwerke sowie eine Whiskey-Destillation (‘das Wasser des Lebens’) erwarten uns. Zum Abschluss darf jede Teilnehmerin ein Naturparfum mit ihren olfaktorischen Eindrücken kreieren. Ich bin soooo gespannt! Morgen früh aber darf ich erst einmal eine Truppe englisch sprechender Kreuzfahrt-Passagiere über die schöne Garteninsel Garinish Island führen, wo nun gaaaanz besondere Rhododendren blühen. Hoffentlich auch noch die wunderschöne weiße Duftmagnolie Magnolia doltsopa, hier oben im Header zu sehen. Darum heute “nur” eine dringende Frage von Christine Lamontain (klick!), es wäre klasse, wenn ihr jemand weiter helfen könnte:

Wer kann mir bitte bei der Beantwortung folgenden Fragen helfen bzw. Infos geben? Jeder noch so kleine Hinweis oder Gedanke ist sehr willkommen auch eigene Erfahrungen.

Darum geht es:
Aromapflege ist grundsätzlich “patienten- bzw. bewohnerzentriert, d.h., dass Wohl dieser Personengruppen ist das Ziel der Aromapflege.
Im Kontext der betrieblichen Gesundheitsförderung ist das Zusammenspiel von Aromapflege und Pflegepersonen ebenfalls von relevanter Bedeutung.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieFragen:
1. Wer kennt bzw. praktiziert “personen-zentrierte” Aromapflege, d.h., wo werden bewußt und gezielt die Pflegepersonen miteinbezogen, also Anwendung der Aromapflege zum Wohl der Pflegenden und der Pflegeempfangenden?
2. Wie ist die Berücksichtigung von olfaktorischen “Stressölen” bei Pflegepersonen, obwohl sie für die Patienten/Bewohner nach der Aroma-Anamnese optimal sind?
3. Spielt der Faktor Wohlgeruch (angenehm für die Pflegeperson) eine ausschlaggebende Rolle bei der Auswahl der angewendeten ÄÖ/Mischungen?
4. Wie wird in der Praxis damit umgegangen, wenn z. B.; Lavendel oder Rosengeranie von den Pflegenden abgelehnt wird?

Über Eure Unterstützung würde ich mich sehr freuen. (Geht auch über Chat.) Herzlichen DANK! :-) Christine

studien gibts nicht? na dann mal lesen!


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch bin nach einer Flugannullierung (wegen Mega-Sturm Mittwoch Abend) und einigen “Irrfahrten” nun in Uster in der Schweiz angekommen, um mein beliebtes “Tanzende Moleküle”-Seminar am Wochenende zu halten. Morgen wird auch eeeendlich die Neuauflage des Buches erscheinen, für das ich einen recht großen Beitrag über klinische Studien mit ätherischen Ölen zusammengestellt habe: Aromapflege-Handbuch von Evelyn Deutsch, Bärbl Buchmayr und Marlene Eberle.

Als ich den Auftrag bekam, “etwas über Studien” beizutragen, dachte ich, dass das schnell gemacht sein wird, denn ich habe zwar hunderte von Studien mit ätherischen Ölen und Mikroorganismen vorliegen, auch Tierstudien habe ich nicht wenige in meiner Datenbank. Doch spontan fielen mir circa 20 Studien mit und an Menschen ein, einige erfüllten noch nicht einmal das Kriterium, maximal 10 Jahre alt zu sein. Niemand war dann nach entsprechenden Recherchen mehr überrascht als ich: Plötzlich hatte ich 40, dann 50, dann 60 Studien vorliegen. Viele davon zwar nicht wirkliche Knüller in den Augen von strengen Wissenschaftlern, also oft entweder nicht doppelblind durchgeführt, oder nicht randomisiert oder mit ganz wenigen Teilnehmer/innen, doch einige sind wirklich hochkarätig. Mich packte dann ein Jagdfieber und wirkliche Faszination, ich dachte an all die verzweifelten Pflegenden, die für ihre Vorgesetzten “Beweise” für ihre Bemühungen, Aromapflege in ihren Kliniken und Pflegeheimen zu etablieren, liefern müssen (irgendwie auch verständlich). Irgendwann ergab meine Jagd 85 Studien und dann konnte ich nicht anders als die 100er-Zielgerade anzusteuern. Nachdem unsere Assistentin das fertige Manuskript Korrektur gelesen hatte, fragte sie sehr verwundert: “Warum erfährt eigentlich der Normalverbraucher nichts von dieser Art der Therapie, die ja doch ganz gut wissenschaftlich untersucht zu sein scheint?”

Wenn ich mich recht erinnere, habe ich nach Fertigstellung dieser Sammlung über 8000 Menschen gezählt, die an den diversen Studien mit ätherischen Ölen teilgenommen haben. Mir kam der Gedanke, dass wenn man jemanden diese Recherchen machen ließe, der/die für diese Arbeit monatelang bezahlt werden würde, würde man auf noch viel mehr und vielleicht sogar auf noch bessere Arbeiten stoßen. Denn jede Studie kostet Geld, für uns Nicht-Wissenschaftler zwischen 30 und 50 Dollar/Euro, manchmal auch mehr, gelegentlich sind sie kostenlos erhältlich (dann oft wegen methodischer oder anderer Fehler).

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

In diesem Buchbeitrag sind nun also gut 50 Seiten mit über 100 Studien an und mit Menschen zu finden, nach pflegerelevanten Indikationen und Daten tabellarisch geordnet:

  • Ätherische Öle zur Beeinflussung der seelischen Befindlichkeit
  • Ätherische Öle im klinischen Umfeld (Wundversorgung, Krebsbehandlung, Palliativpflege)
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Infektionen
  • Ätherische Öle bei demenziell veränderten Menschen
  • Ätherische Öle zur Beeinflussung von kognitiven Fähigkeiten
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Beschwerden und Untersuchungen im Verdauungstrakt
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Erkrankungen im HNO-Bereich
  • Ätherische Öle zur Beeinflussung und Behandlung von Schmerzen
  • Ätherische Öle zur Behandlung von spezifischen Problemen von Frauen
  • Ätherische Öle zur Behandlung von spezifischen Problemen von Kindern
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Hautkrankheiten

Dazu auf den insgesamt über 300 Seiten mit geballtem Aromapflege-Wissen:

  • Grundlagenwissen Aromapflege
  • die wichtigsten Anwendungsformen in Wort und Bild erklärt
  • Organisation der Aromapflege mit Vorlagen und Beispielen
  • gesetzliche Grundlagen für den Einsatz der Aromapflege im Stationsalltag
  • über 20 spannende Erfahrungsberichte aus dem Pflegealltag in Österreich und Deutschland
  • zahlreiche Fachbeiträge zu wichtigen Themen wie: Bakterizide/bakteriostatische Wirkung ätherischer Öle von Prof. Dr. Gerhard Buchbauer, Synthetische Duftstoffe versus natürliche Duftstoffe von Mag. Dr. Iris Stappen, Das Aromatogramm und der Reihenverdünnungstest von Dr. Gerda Dorfinger, Aromapflege und Evidence based Nursing von Mag. Dr. Dorothea Gross, u.v.m
  • Hautgesundheit und biologische Hautpflege
  • ausführliche Beschreibung pflegerelevanter ätherischer Öle, fetter Pflanzenöle und Hydrolate

Übrigens: Das Aromapflegehandbuch wurde nach den strengen Vorgaben des Österreichischen Umweltzeichens für schadstoffarme Druckprodukte (UZ 24) hergestellt. Diese Zertifizierung garantiert umweltfreundliche und ressourcenschonende Materialien und Produktionsweisen. Weiters wurden für das Aromapflegehandbuch nur Druckfarben auf Pflanzenölbasis ohne Mineralöle und für die Druckveredelung mittels Inline-Lackierung nur Ökolacke auf Wasserbasis ohne Lösungsmittel verwendet.

Hier (klick) kann man kostenlos online im Buch blättern, für 34,90 Euro ist es auf der Website von Evelyn Deutsch (klick) portofrei zu bestellen. Nächste Woche halte ich in ihrer Schule in Wien ein zweitägiges Seminar über Wissenschaftliche Studien mit ätherischen Ölen, es ist auch für nächstes Jahr eingeplant. Vielleicht sieht man sich.