Immer wieder werde ich nach Hausapotheken und Notfallausstattungen gefragt. Und immer wieder fallen die Antworten leicht unterschiedlich aus, denn Aromatherapie versteht sich als eine ganzheitliche und regulative naturheilkundliche Behandlungsform, die auf den jeweiligen Menschen zugeschnitten sein sollte. Insbesondere auf seine momentane Befindlichkeit. Wir versuchen etwas FÜR den Menschen zu tun und weniger etwas GEGEN die Beschwerde oder Krankheit.
Unser Großer fährt nach einem Wochenende zu Hause heute auf die einsame Insel wieder zur Uni. Er wurde letzte Woche – nach Ewigkeiten mit strotzender Gesundheit – von einem heftigen Erkältungsbazillus überfallen. Da er als Kleinkind zu schlimmsten Ohrenentzündungen mit Bergen von Antibiotika in Folge neigte, habe ich mich geärgert, dass ich ihm zum Semesterbeginn keine Notfallsammlung an Ölen mit gegeben hatte. Kein Wunder, das kostbare Lavendelöl des vergangenen Semesters diente mehr der Beduftung eines versauten Teppichbodens als der Gesundheit. Nun habe ich mich aber hingesetzt, und ihm ein Carepakettütchen zusammengestellt.
Um im zarten Alter von knapp 5 Jahren von einer fast Antibiotika-Sucht entwöhnt zu werden, half ihm das innerlich einzunehmende Wundermittel homöopathische Produkt Otovowen, das uns eine gar nicht so “alternativ” orientierte Kinderärztin empfahl und das sich als absoluter Volltreffer erwies. Wäre ich Bundeskanzlerin, würde ich es allen Eltern kostenlos zur Verfügung stellen (oder zumindest von der Steuer absetzbar machen), damit ihre Kleinen nicht wegen jedem Ohrenweh Mittelohrentzündungen entwickeln und dann zu Antibiotika verdonnert werden. Trotz zahlreicher Ohrenschmerzanfälle hat Sohnemann seit dem 5. Lebensjahr nie wieder Antibiotika benötigt. Toi toi toi, immerhin hat er mehr konsumieren müssen, als andere im Laufe eines ganzen Lebens. Man muss jedoch sehr schnell zur Stelle sein und bei den ersten Anzeichen die Tropfen verabreichen. Kleine Kinder kann man ab Ende des zweiten Lebensjahren aufklären und sie bitten, sobald die Ohren summen, pfeifen, kneifen, pochen oder brennen gleich Bescheid zu sagen. Sollten diese Tropfen, die übrigens nicht bitter sind, vielmehr keinen Geschmack haben, nicht nach drei oder vier Einnahmen anschlagen, halfen dem Studiosus früher immer Apis Levisticum-Kügelchen von Wala (insbesondere, wenn er bei Schnupfen schlecht hörte, was er sich nun im Musikstudium gar nicht mehr leisten könnte).
Bevor es richtig schlimm wird, haben wir bei einer dieser Vogel-Schweine-Tauben-Löwen-Grippe-Epidemien mehrere Packungen bestellt und nun immer unsere Wunder-Abwehr im Familiengepäck: die rotbraunen Cistus-Tabletten von Dr. Pandalis (aus einer Verwandten der Cistrose: Cistus incanus**). Eine bessere Anti-Grippe-”Impfung” gibt es in unserer Familie nicht, auch die fast 80-jährigen Senioren schwören nach einer fast tödlich verlaufenen echten Grippe auf die eigenartig schmeckenden und die Zunge bräunlich färbenden Infektblocker. Ich nehme bereits meistens eine davon, wenn mich jemand in Bahn und Bus anhustet oder anniest. Und nun zu den vier ätherischen Ölen im silbernen Stofftütchen:
- 10%-ige Mentha piperita-Lösung (kbA, also in Bio-Qualität), 20 Tr. in 10 ml Wodka im Glas-Roll-on gegen Kopfschmerzen, auch ideal bei Übelkeit
nach Kantinenessenbeim Busfahren und Konzentrationsschwäche beim Studieren (immer gut durchschütteln vor der Anwendung, im Foto sieht man, dass das ätherische Öl oben schwimmt); diese hochpraktischen und vielseitigen Roll-ons kann man beispielsweise online bestellen bei Feeling, bei Evelyn Deutsch und bei Drogerie Dreiangel in der Schweiz) und mehrfach nach Reinigung mit Alkohol wieder verwenden. - Lavendel pur, eine prima Sorte mit AOC -Siegel**, dieses kann er auf seinem Kopfkissen zum besseren Abschalten und Einschlafen verwenden oder um das kleine Studi-Zimmer zu beduften, er kann es zudem bei Insektenstichen, Verbrennungen und kleinen Verletzungen zur Desinfektion einsetzen.
- Cajeput und Ravintsara, 1:1 gemischt, kann er sich bei der nächsten Virenattacke tröpfchenweise pur auf die Lymphknoten am seitlichen Hals schmieren, er könnte die Mischung mit etwas Salz vermischen und zum Gurgeln einsetzen, er könnte bei Ohrenschmerzen etwas davon rund um die Ohren schmieren und er könnte damit inhalieren.
- Immortelle und Cistrose in Jojobaöl ist bei stark blutenden Wunden und stumpfen Prellungen gleichermaßen einsetzbar, am besten mit etwas Lavendelöl gemischt.
Mehr sollte es auch nicht sein, so ein Studentenköpfchen hat andere Dinge im Fokus als Gesundheitsprodukte! Das Foto ganz oben zeigt übrigens mein Handgepäck-Etui, das morgen mit zu meiner dreiwöchigen Schweiz-Seminaretournee auf Reisen gehen wird. Auch ich werde Lavendel pur dabei haben, Pfefferminze pur befindet sich im zweiten Röhrchen (für und gegen alles, vor allem gegen Übelkeit auf der Busfahrt nach Dublin und gegen Stirnhöhlenprobleme auf dem Flug nach Zürich). Eine Psychomischung ist im dritten Röhrchen: je knapp 1/3 Blutorange, Bergamotte und Grapefruit, dazu 3 Tropfen des wundervoll vanillig-karamellig duftenden psychokrampf-lösenden Tonkaextrakts (in Alkohol) und 2 Tropfen Narde (zum Erden und Abschalten).
* Ich habe beim Schreiben dieses Artikels mit Schrecken fest gestellt, dass erstens unsere letzte Packung mit Cistus-Tabletten zur Neigung geht und dass zweitens der Verkauf in Deutschland mit einem perfiden juristischen Trick unterbunden worden ist (in Österreich und in die Schweiz sind sie wohl noch erhältlich). Sie sind vom frei verkäuflichen “Medizinprodukt” zum “Arzneimittel” umdeklariert worden, klar, sie sind ja hoch wirksam. Sie müssen nun jedoch als Arzneimittel kaum finanzierbare Studien zwecks Wirkung und Nebenwirkungsfreiheit durchlaufen. Hier kann man über diese üble Zwickmühle lesen (wo kämen wir denn hin, wenn jeder von diesen Tabletten wüsste und nicht mehr zur Grippeimpfung ginge…).
** A.O.C ist die Abkürzung von “L’ appellation d’origine controlée”, sie ist ein Gütesiegel, das vom “Institut National des Appelations d’Origine” kreiert wurde und ausschließlich an Öle aus einem bestimmten Gebiet Frankreichs (Haute-Provence, Hautes Alpes, Drôme und Vaucluse) vergeben wird. Diese Lavendelpflanzen müssen in einer Höhe von mindestens 800 Meter wachsen und geerntet worden sein und die jeweiligen ätherischen Öle müssen diverse Tests bestehen, um der geforderten Qualität zu entsprechen.
PS Ich meine, dass die “Infektblocker” von Dr. Pandalis zwar auf deren Seite beschrieben werden, jedoch nicht mehr bestellbar sind. Ich werde mich nächste Woche in einer deutschen Apotheke erkundigen, denn ich habe mich auch über die freie Verfügbarkeit des ähnlichen Produktes des Mitbewerbers gewundert. Aber oft macht die Deklaration auf der Packung/dem Beipackzettel den juristischen Unterschied, ein und das dasselbe Produkt kann je nach Namensgebung von unterschiedlichen Paragraphen erfasst (und reguliert) werden.
PPS. Wir sind ein internationales Team, Thomas in Hessen, die liebe Bastelfee in Spanien und ich derzeit in Bern: die offizielle Stellungnahme der Herstellerfirma Dr. Pandalis lautet: Leider ist der Cystus 052 Infektblocker® zur Zeit nicht lieferbar . Alternativ können wir Ihnen Cystus 052® Bio Halspastillen mit identischer Rezeptur liefern.
Auf gut deutsch: die “Wunderpastillen” sind noch in D erhältlich, mussten jedoch eine Namensänderung durchmachen.














Ich habe meinen circa 1,60 hohen Teebaum zum Glück ins Haus evakuiert. Er kann in normalen irischen Wintern mit nur stundenweisem Frost durchaus draußen bleiben, dieses Jahr wäre er jedoch sicherlich eingegangen. Nun steht er zwar in einem kühlen, hellen Raum, ‘nadelt’ jedoch ganz fürchterlich. Wenn man mal ein oder zwei Tage vergisst ihn zu gießen, bestraft er den Gärtner.








