primavera akademie – lesend lernen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch bin ja derzeit mit einer lustigen Truppe von schnuppernden Menschen durch die grün-pinkfarbene Natur Südwest-Irlands unterwegs, in der Mittags-Pause erreichte mich ein Überraschungs-Päckchen: das dicke Buch “Primavera-Akademie – Fachbuch der Aromatherapie Band III, Ausgewählte Arbeiten von Primavera Aroma ExpertInnen”. Juhu, wie schön, welch spannende Themen, so eine Vielfalt von Duftanwendungen und Erfahrungen!

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieFür viele meiner Blog-LeserInnen dürften die ausführlich vorgestellten Gebiete “Aromapflege bei demenziell veränderten Menschen”, “Aromapflege in der Palliativmedizin” und “Aromapflege bei Menschen mit Behinderungen” besonders interessant sein. Selbst der Einsatz ätherischer Öle in der Logopädie wird thematisiert und eine Studie über den Einsatz von angstlindernden Ölen bei der gastroenterologischen Endoskopie wird vorgestellt.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieGlückwunsch an alle engagierte AutorInnen für dieses Kompendium voller Rezepturen, Ideen, innovativen Anwendungsbereichen! Und ein besonderer Dank geht an Anusati für ihre unermüdliche Duft-Arbeit!

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch kann es kaum erwarten, die vielen Beiträge in Ruhe zu studieren! Auch “alte Häsinnen” lernen nie aus. Zu bestellen ist das wertvolle Stück für 29 Euro im Online-Shop von Primavera (klick!) oder unter dieser E-Mail-Adresse (klick), es hat 172 A4-Seiten und ist in schwarzweiß gedruckt.

studien gibts nicht? na dann mal lesen!


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch bin nach einer Flugannullierung (wegen Mega-Sturm Mittwoch Abend) und einigen “Irrfahrten” nun in Uster in der Schweiz angekommen, um mein beliebtes “Tanzende Moleküle”-Seminar am Wochenende zu halten. Morgen wird auch eeeendlich die Neuauflage des Buches erscheinen, für das ich einen recht großen Beitrag über klinische Studien mit ätherischen Ölen zusammengestellt habe: Aromapflege-Handbuch von Evelyn Deutsch, Bärbl Buchmayr und Marlene Eberle.

Als ich den Auftrag bekam, “etwas über Studien” beizutragen, dachte ich, dass das schnell gemacht sein wird, denn ich habe zwar hunderte von Studien mit ätherischen Ölen und Mikroorganismen vorliegen, auch Tierstudien habe ich nicht wenige in meiner Datenbank. Doch spontan fielen mir circa 20 Studien mit und an Menschen ein, einige erfüllten noch nicht einmal das Kriterium, maximal 10 Jahre alt zu sein. Niemand war dann nach entsprechenden Recherchen mehr überrascht als ich: Plötzlich hatte ich 40, dann 50, dann 60 Studien vorliegen. Viele davon zwar nicht wirkliche Knüller in den Augen von strengen Wissenschaftlern, also oft entweder nicht doppelblind durchgeführt, oder nicht randomisiert oder mit ganz wenigen Teilnehmer/innen, doch einige sind wirklich hochkarätig. Mich packte dann ein Jagdfieber und wirkliche Faszination, ich dachte an all die verzweifelten Pflegenden, die für ihre Vorgesetzten “Beweise” für ihre Bemühungen, Aromapflege in ihren Kliniken und Pflegeheimen zu etablieren, liefern müssen (irgendwie auch verständlich). Irgendwann ergab meine Jagd 85 Studien und dann konnte ich nicht anders als die 100er-Zielgerade anzusteuern. Nachdem unsere Assistentin das fertige Manuskript Korrektur gelesen hatte, fragte sie sehr verwundert: “Warum erfährt eigentlich der Normalverbraucher nichts von dieser Art der Therapie, die ja doch ganz gut wissenschaftlich untersucht zu sein scheint?”

Wenn ich mich recht erinnere, habe ich nach Fertigstellung dieser Sammlung über 8000 Menschen gezählt, die an den diversen Studien mit ätherischen Ölen teilgenommen haben. Mir kam der Gedanke, dass wenn man jemanden diese Recherchen machen ließe, der/die für diese Arbeit monatelang bezahlt werden würde, würde man auf noch viel mehr und vielleicht sogar auf noch bessere Arbeiten stoßen. Denn jede Studie kostet Geld, für uns Nicht-Wissenschaftler zwischen 30 und 50 Dollar/Euro, manchmal auch mehr, gelegentlich sind sie kostenlos erhältlich (dann oft wegen methodischer oder anderer Fehler).

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

In diesem Buchbeitrag sind nun also gut 50 Seiten mit über 100 Studien an und mit Menschen zu finden, nach pflegerelevanten Indikationen und Daten tabellarisch geordnet:

  • Ätherische Öle zur Beeinflussung der seelischen Befindlichkeit
  • Ätherische Öle im klinischen Umfeld (Wundversorgung, Krebsbehandlung, Palliativpflege)
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Infektionen
  • Ätherische Öle bei demenziell veränderten Menschen
  • Ätherische Öle zur Beeinflussung von kognitiven Fähigkeiten
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Beschwerden und Untersuchungen im Verdauungstrakt
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Erkrankungen im HNO-Bereich
  • Ätherische Öle zur Beeinflussung und Behandlung von Schmerzen
  • Ätherische Öle zur Behandlung von spezifischen Problemen von Frauen
  • Ätherische Öle zur Behandlung von spezifischen Problemen von Kindern
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Hautkrankheiten

Dazu auf den insgesamt über 300 Seiten mit geballtem Aromapflege-Wissen:

  • Grundlagenwissen Aromapflege
  • die wichtigsten Anwendungsformen in Wort und Bild erklärt
  • Organisation der Aromapflege mit Vorlagen und Beispielen
  • gesetzliche Grundlagen für den Einsatz der Aromapflege im Stationsalltag
  • über 20 spannende Erfahrungsberichte aus dem Pflegealltag in Österreich und Deutschland
  • zahlreiche Fachbeiträge zu wichtigen Themen wie: Bakterizide/bakteriostatische Wirkung ätherischer Öle von Prof. Dr. Gerhard Buchbauer, Synthetische Duftstoffe versus natürliche Duftstoffe von Mag. Dr. Iris Stappen, Das Aromatogramm und der Reihenverdünnungstest von Dr. Gerda Dorfinger, Aromapflege und Evidence based Nursing von Mag. Dr. Dorothea Gross, u.v.m
  • Hautgesundheit und biologische Hautpflege
  • ausführliche Beschreibung pflegerelevanter ätherischer Öle, fetter Pflanzenöle und Hydrolate

Übrigens: Das Aromapflegehandbuch wurde nach den strengen Vorgaben des Österreichischen Umweltzeichens für schadstoffarme Druckprodukte (UZ 24) hergestellt. Diese Zertifizierung garantiert umweltfreundliche und ressourcenschonende Materialien und Produktionsweisen. Weiters wurden für das Aromapflegehandbuch nur Druckfarben auf Pflanzenölbasis ohne Mineralöle und für die Druckveredelung mittels Inline-Lackierung nur Ökolacke auf Wasserbasis ohne Lösungsmittel verwendet.

Hier (klick) kann man kostenlos online im Buch blättern, für 34,90 Euro ist es auf der Website von Evelyn Deutsch (klick) portofrei zu bestellen. Nächste Woche halte ich in ihrer Schule in Wien ein zweitägiges Seminar über Wissenschaftliche Studien mit ätherischen Ölen, es ist auch für nächstes Jahr eingeplant. Vielleicht sieht man sich.

taschenlexikon der aromatherapie


Schule für romatherapie Eliane ZimmermannDa sitze ich in meiner supersonnigen Veranda und sinniere, ob ich über Granatapfelsamenöl oder über meine neuen Erkenntnisse zu Insekten, die Geraniol und Vanillin als Lockstoff benutzen, schreiben soll. Dann kommt ein Päckchen mit einem kleinen aber dicken Wälzer. Es ist das neue Buch von Prof. Dr. Dietrich Wabner! 707 Seiten dick und frühlingsgrün: Taschenlexikon der Aromatherapie (verlag systemische medizin, 39,80 Euro).

Schule für romatherapie Eliane ZimmermannEs besteht hauptsächlich aus 180 Monografien von ätherischen Ölen, fetten Pflanzenölen und Hydrolaten – größtenteils mit Fotos, ist also ein Nachschlagewerk. Wie in seinem anderen Buch findet sich eine Fundgrube an Studien-Titeln (im Foto oben für Pfefferminze) nach fast jedem vorgestelltem Öl, so dass Pflegende bei Zweifeln und Nachfragen von Seiten ihrer Vorgesetzten auf eher zu viel Material ;-) zur evidenzbasierten Aromatherapie – und pflege hinweisen können.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieBevor jetzt die E-Mails mit der Frage kommen “Was ist denn der Unterschied zwischen seinen beiden Büchern?” antworte ich nur kurz und knapp: Dieses Buch ist wie ein extrem gestraffte, auf das Wesentliche konzentrierte Version – das Wesentliche sind die ätherischen und fetten Öle sowie einige Hydrolate und diese werden ausführlich besprochen! Das einzige was auch dieses Buch vermissen lässt, ist die Vorstellung/Zusammenfassung/Bewertung von exemplarischen Studien, stattdessen findet man eine große Anzahl von Indikationen aus der allgemeinen Literatur. Ich würde gerne einige dieser Anwendungsgebiete mit Studien belegt sehen bzw. wissen, welche der zahlreichen angegebenen Studien sich auf die angegebenen Beschwerden beziehen. Diese Verknüpfung würde den vielen fragenden Pflegenden enorm weiter helfen, insbesondere weil in diesem Bereich die Sprachbarriere oft sehr hinderlich ist, denn fast alle wissenschaftlichen Arbeiten sind in englischer Sprache verfasst.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieSehr positiv bewerte ich eine ausführliche Liste wirklich vieler Inhaltsstoffe, welche in ätherischen Ölen vorkommen können, sie sind der jeweiligen chemischen Gruppe zugeordnet (das hätte mir 1998 beim Sortieren der Inhaltsstoffe für mein Kursbuch sehr geholfen!!!). Dazu gibt es am Ende des Buches Listen mit Übersetzungen der wissenschaftlichen Namen, Zuordnungen zu Pflanzenfamilien, Bezugs-Adressen, Literaturverzeichnis und freilich ein Stichwortverzeichnis.

Das war also die erste von drei Buchvorstellungen eines aromatischen Neuerscheinungs- und Neuauflage-Frühjahres, wir können weiterhin gespannt sein! Wer noch eine besonders wirksame Ölemischung günstig erstehen möchte: Bei Wadi, also der Firma von Prof. Wabner ist in diesem Monat “Ravensara & Calophyllum” zum Sonderpreis erhältlich. Diese Kombination ist in vielen Fällen von Gürtelrose (Herpes zoster) wirksamer als so manche chemische Maßnahme, um geschädigte und schmerzende Hautpartien zu pflegen. Auch das schöne Verwöhnpaket mit Rosenwasser, der tollen Happy-Mischung “Uplifting” (als Körperöl), dem Badeöl “Traumzeit” und dem straffenden Körperöl “Cleo” gibt es derzeit zu einem unschlagbar günstigen Preis, hier geht’s zur entsprechenden Seite (klick!).

ein fast vergessenes buch geschenktipp #7


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieEin Buch, das mich in den ersten Jahren meiner Aromatherapie-Erfahrungen stark beeindruckt hatte und dessen Nicht-mehr-neu-aufgelegt-werden mich sehr traurig machte, war Duftheilkunde – der Weg, Düften zu begegnen von Renato (René) Strassmann. Das sehr persönlich geschriebene Buch wurde ganz zu Beginn der deutschsprachigen Aromatherapie-Bewegung im Schweizer AT Verlag heraus gegeben, es ist ganz, ganz anders als alle Bücher, die es jemals über ätherische Öle gab. Es befand sich ganz oben auf der Liste der zu lesenden Bücher in meinen Ausbildungen (denn jeder musste ein Referat zu einem speziellen Werk schreiben). Besonders auffällig und wirklich einzigartig: Es werden nur drei Öle ausführlich beschrieben (jene sind in meiner Ur-Ausgabe in drei nicht zusammenhängenden Abschnitten auf türkisfarbenem Papier gedruckt). Es handelt sich nicht etwa um Lavendel, Orange und Pfefferminze oder andere sehr häufig gebräuchliche und beliebte Öle, sondern um Angelikawurzel, Muskatellersalbei und Iris. Der Autor aus einem kleinen Dorf in der Schweiz entwickelte sich schon früh von einem – zunächst eher etabliertem – Heilkräuterspezialisten (in der Schweiz: Drogist) zu einem Mann, dem eine tiefe Verbundenheit zur Natur innewohnt und ihren Lebewesen mit tiefem Respekt begegnet – heute lebt er in Österreich. Möglicherweise ist sein Ansatz ähnlich wie der von Wolf-Dieter Storl – wenn jemand einen Vergleich braucht. Auf seiner Facebook-Seite erzählt er davon. Ich war so glücklich zu entdecken, dass dieses Buch seit diesem Sommer wieder erhältlich ist und werde es mit viel Freude weiter empfehlen. Auf dem oben angegebenem Buchtitel-Link kann man sich ganz gut einlesen in die einzigartige Erzählweise dieses Buches.

Sein zweites nie verschwundenes (oder nur kurz nicht neu aufgelegtes) Buch war mir immer Wegweiser bei meinen eigenen Entdeckungen und Erkenntnissen in der Natur der eher großen Pflanzen: Baumheilkunde war eines der ersten umfassenden Bücher über die Heilwirkung von Bäumen – es ist sowas wie eine Bibel in unserem Haushalt geworden. Inzwischen haben sich in unseren Regalen sicherlich noch zwei Dutzend Baum-Bücher dazu gesellt, doch das meist konsultierte Werk ist und bleibt das von Renato Strassmann.Wir haben ja auf unserem Privatgrundstück Dutzende von Bäumen und unser neu dazu gekommenes Seminar- und Gästehaus ist sogar von einem der ältesten Arboreten (Arboretum=Baumsammlung/Baum-Museum) Irlands umgeben – gegründet 1800 von der Familie der ersten Botanikerin Irlands. Viele von euch haben die dortige Magie ja bereits kennen- und lieben gelernt.

Blätter_von_Bäumen_Fischer-RizziEin weiteres wundervolles Buch über die Heilkraft von Bäumen ist übrigens auch ein von mir innig geliebtes (Früh-)Werk von Susanne Fischer-Rizzi: Blätter von Bäumen. Ein wunderbarer Bildband von Thomas Pakenham Bäume – die 72 größten und ältesten Bäume der Welt, dem Begründer der Irish Tree Society, gibt es inzwischen auf deutsch nur noch antiquarisch, der adlige Sohn eines bekannten britischen Politikers ist begnadeter Bäume-Fotograf, Botanik-Spezialist und Historiker, eine prima Kombination, um so ein spannendes und ästhetisches Buch über die wichtigsten Sauerstoffspender für uns Erdenmenschen zusammen zu stellen. Sir Pakenham war übrigens vor einigen Jahren im erwähnten Baumpark rund um unser Seminar- und Gästehaus und hat attestiert, dass es hier den größten und schönsten Wald der Andenmyrte (Myrtus luma oder Luma apiculata) gibt.

duftküche, das rezeptebuch von der pionierin


Eliane Zimmermann AiDa AromatherapyStändig davon erzählt, lange erwartet und endlich gedruckt: Das neue Kochbuch von Aromaküche-ErfinderinPionierin Maria Kettenring hat das Licht der Welt erblickt: Duftküche (klick!) aus dem Kneipp Verlag (19,99 Euro). Ich besaß (vor allerlei Umzügen) das kleine erste Kochbüchlein von ihr, es war nicht viel größer als ein Vokabelheft. Natürlich standen auch ihre Küchen-Kreationen wie mein viel verwendetes ‘O sole mio’-Öl am Herd (dafür kaufte ich mir bei Primavera sogar ein extra passendes “Gewürzregal”). Dann wanderte ‘Paradies Aromaküche’ in mein Kochbücher-Regal, es hatte ein wunderschön illustriertes Titelbild, war innen jedoch eher trocken gestaltet (Abbildung unten rechts). Es gab dann eine etwas größere Version (‘Aromaküche’), wieder ein paar Jahre später erschien eine noch größere Ausgabe mit Poster, die irgendwie den Weg zu mir nicht fand (‘Aromaküche im Rhythmus der Jahreszeiten’). Und nun haben wir ein wunderschönes, sehr appetitlich-verlockend bebildertes Buch vor uns.

Das Kochen mit ätherischen Ölen wurde fast als eine ‘Notlösung’ Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts geboren: Ein Ehepaar mit vegetarischem Restaurant im Allgäu wollte weiterhin schmackhaft und gesund würzen, obwohl viele Kräuter als Folge der Katastrophe in Tschernobyl radioaktiv verseucht waren. Maria und Thomas Kettenring  hatten bereits Erfahrungen mit ätherischen Ölen bei einer der ersten deutschen Ätherisch-Öl-Firmen gesammelt. Man entdeckte bald, dass Kräuter, selbst wenn sie radioaktiv belastet waren, nach der Destillation ein ‘sauberes’ ätherisches Öl ergaben. Es lag also nahe, damit zu experimentieren und zu kochen.Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Salate, Dips, Soßen, asiatische Gerichte, Frühstücksleckereien, Desserts, Tees, süße Brotaufstriche, Getränke – es gibt fast nichts, was man nicht mit ätherischen Ölen verfeinern könnte. Da es sich bei natürlichen ätherischen Ölen um konzentrierte Kräuter- und Gewürzeauszüge handelt, musste man sich allerdings zunächst an leckere Verdünnungen und Zubereitungen heran tasten, um den damit gewürzten Speisen raffinierten Geschmack und gesundheitlichen Wert gleichermaßen zu verleihen. Denn einfach einen Tropfen Gewürznelken,- Estragon- oder Pfefferöl ins Essen geben funktioniert nicht – so würden die meisten Speisen überwürzt schmecken oder gar ungenießbar werden. Versuch und Irrtum erbrachten viele wundervolle Rezepte und diese führten zu etlichen inspirierenden Büchern. Ich muss Maria Recht geben, dass es mir genau wie ihr inzwischen schwer fällt, Speisen ohne ätherische Öle zuzubereiten, es ist, als wäre kein Salz zum Würzen vorhanden.

In Anbetracht der 126 Studien mit ätherischen Ölen, welche antitumoral wirken, die ich derzeit in meiner stetig wachsenden Tabelle verwalte und verarbeite, stellt eine abwechslungsreiche Duftküche vermutlich sogar eine angenehme Form der Prophylaxe dar.

Wer über das andere Aromaküche-Buch von Sabine Hönig und Ursula Kutschera lesen möchte, findet hier (klick!) meine Buchbesprechung, wer Inspirationen zum Kochen oder ein Ätherisch-Öl-Set bestellen möchte, kann bei Feeling (klick!) nachschauen. Zur Zubereitung von Speisen sollten nur ätherische Öle aus zertifiziertem kontrolliert biologischem Anbau (kbA) verwendet werden oder CO2-Extrakte (welche ohnehin für die Lebensmittelbranche hergestellt werden). Wer Primavera-Mischungen kaufen möchte oder auch für Institutionen (Kantinen etc) kocht, kann als Lebensmittel zertifizierte ätherische Öle bei Vegaroma bestellen, dort befindet sich auch ein Rezepte-Austausch-Forum im Aufbau.

PS. Ich habe eben gesehen, dass man die kürzlich vorgestellten Cystus-Tabletten (die wunderbaren Anti-Viren Infektblocker, die nun anders heißen) auch bei Amazon bestellen, hier (klick!) geht’s zur entsprechenden Seite.

atmen und schnuppern bei der parkinson-krankheit


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEin wunderbares Buch zur Selbsthilfe von Parkinson-Patienten hat Heilpraktikerin und Qigong-Übungsleiterin Annette Köhler aus Kassel verfasst: Richtig atmen bei Parkinson (bei Interesse auf diesen und die nächsten gefetteten Links klicken!). Das Buch zeigt in vielen Schritten, wie sich Betroffene durch effektive Atemübungen länger mobil und “lebendig” halten können. Unglaublich viele Tipps und Hinweise die alltäglichen Beschwernisse dieser Menschen werden angesprochen und einfach umzusetzende Lösungen aufgezeigt. Dazu ist alles in verständlicher Sprache verfasst, fast jeder Schritt ist mit anschaulichen Fotos illustriert und der Preis unter 20 Euro kann sich auch sehen lassen.

Ein beigefügtes Heft hilft dem Leser und auch den Pflegenden der betroffenen Personen bewusst zu werden, was einem wichtig ist, was einem gut tut, was einen stresst, in welchen Situationen das Zittern gehäuft auftritt etc. Ein kleiner Abschnitt zeigt auch die Möglichkeit, die Atmung mit Eukalyptusöl zu stärken auf.

In einer neuen Auflage dieses Buches würde ich mir noch ein paar mehr Hinweise auf ätherische Öle wünschen, welche die Verkrampfung und die vielfältigen Beschwernisse lindern können, so wie weiter unten beschrieben.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Man weiß heute, dass die Ätherisch-Öl-Pflanze Agnus castus (Keuschlamm) und auch das Öl aus Syzygium aromaticum (Gewürznelke) eine dopaminartige Wirkung aufweisen. Wenn man sich die Formeln anschaut, kann sogar der chemische Laie eine gewisse Verwandtschaft zwischen dem Hauptinhaltsstoff der Gewürznelke namens Eugenol und dem bei dieser Erkrankung defekten Stoffwechsel von Dopamin erkennen. Da dieser Inhaltsstoff auch in anderen ätherischen Ölen enthalten ist, hat man als aromapflegende Person vielfältige Möglichkeiten zur Hilfe.

Morbus Parkinson zählt zu den fortschreitenden neurodegenerativen Erkrankungen, sie wurde früher Schüttellähmung genannt. Durch ein Absterben entsprechender  Nervenzellen steht nicht mehr genug des Botenstoffes Dopamin zur Verfügung und die Bewegungen des erkrankten Menschen werden immer zittriger, wackliger und starrer. In der Frühdiagnose stellt der Neurologe meistens eine (erhebliche) Störung des Geruchssinnes fest (ich habe hier darüber berichtet).

Shirley Price hat 1996 eine kleine Studie mit 60 Aromatherapeutinnen und 60 Parkinson-Patienten durchgeführt, in der diese MenschenEliane Zimmermann AiDA Aromatherapy regelmäßig über einen Zeitraum von neuen Monaten mit Aromamassagen behandelt worden sind, zunächst einmal wöchentlich (3 Monate) dann einmal monatlich (6 Monate). Es wurden vor allem ester-reiche Öle zwecks körperlicher und seelischer Entkrampfung eingesetzt:

  • Salvia sclarea, Muskatellersalbei
  • Origanum majorana, Echter Majoran
  • Lavandula angustifolia, Echter Lavendel

Auch wenn es sich nicht um eine Studie nach streng wissenschaftliche Kriterien handelte, geben die Verbesserungen bei etlichen Beschwerden doch Anlass zur Nachahmung bei der Pflege von betroffenen Menschen. Es gab drei Gruppen à 20 Personen, in der einen wurde wie oben beschrieben behandelt, in der zweiten gab es entsprechende Produkte zum Anwenden zu Hause (im Bad und als Körperlotion) und die 20 Patienten der dritten Gruppe wurden ohne ätherische Öle massiert. Bei der zweiten Gruppe wurden folgende Verbesserungen fest gehalten:

  • 83% Verbesserung bei Obstipation (Verstopfung)
  • 75% Verbesserung bei depressiver Stimmung
  • 85% Verbesserung bei Schlaflosigkeit
  • 50% Verbesserung bei Steifheit der Körperglieder
  • 28% Verbesserung bei schleppender Sprache
  • 33% Verbesserung bei Zittern
  • 62% Verbesserung bei kraftlosen Körpergliedern

Den Bericht in englischer Sprache kann man hier nachlesen. Zwei wissenschaftliche Tierstudien konnten belegen, dass Ashwagandha-Extrakt (Withania somnifera, Schlafbeere oder Winterkirsche, eine wichtige Heilpflanze im Ayurveda bei vielen Formen von “Altersgebrechen” sowie Schlaflosigkeit und Impotenz) bei an Parkinsonismus leidenden Ratten und Mäusen die Symptome zu verbessern vermag. [Ahmad M, Saleem S, Ahmad AS, Ansari MA, Yousuf S, Hoda MN, Islam F. Neuroprotective effects of Withania somnifera on 6-hydroxydopamine induced Parkinsonism in rats. Hum Exp Toxicol. 2005 Mar;24(3):137-47] und [RajaSankar S, Manivasagam T, Sankar V, Prakash S, Muthusamy R, Krishnamurti A, Surendran S. Withania somnifera root extract improves catecholamines and physiological abnormalities seen in a Parkinson's disease model mouse. J Ethnopharmacol. 2009 Sep 25;125(3):369-73]. Leider gibt es wohl keine Belege, dass man diese Erkenntnisse auf den Menschen übertragen kann.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Ich bekomme immer wieder Anfragen, ob man mit ätherischen Ölen etwas GEGEN die zunehmende Beeinträchtigung der täglichen Verrichtungen der betroffenen Menschen tun kann. Mir gefällt die Formulierung “ich tue etwas FÜR” den Patientin/die Patientin besser. In diesem konkreten Fall habe ich einige Hinweise hier aufgeschrieben, ergänzt um einen wertvollen Hinweis eines Arztes. Wer die Autorin und Heilpraktikerin Annette Köhler kontaktieren möchte, kann das über ihre Website tun.

die vielfalt der aromatischen hydrolate


AiDA Aromatherapy InternationalMeine treuen Blog-LeserInnen erinnern sich sicher, dass ich vergangenen Dezember eine Adventskalender-Serie über 24 Hydrolate geschrieben habe und dass ich ein E-Book zum Thema angekündigt habe. In diesem Zusammenhang möchte ich mich zunächst bei den 9 SpenderInnen (bis Mitte März) bedanken, die dem gemeinnützigen Verein KEKS zusammen 580 Euro zukommen ließen, so kann wieder einigen Kindern, die ohne Speiseröhre auf die Welt gekommen sind, geholfen werden, jeder Euro ist für deren größtenteils ehrenamtliche Arbeit wertvoll.

Ende Januar war die Version für den Kindle-Reader (von Amazon) fertig, doch ich brachte es nicht fertig, ein praktisch zu lesendes aber farbloses Werk über diese duftende Materie zu veröffentlichen (die preiswerten Reader sind noch schwarzweiß). So machte ich mich ans Layout der 112 hübsch illustrierten und farbigen recht großen Seiten, es war Ende Februar fast fertig. Dann kamen diverse Korrekturgänge, Ergänzungen und Computerabstürze sowie meine zwei Seminaretourneen und die Gästehausrenovierung dazwischen. So heißt es erst heute: Alles neu macht der Mai, die Hydrolate schlagen aus!

AiDA Eliane Zimmermann

Wer mal reinschnuppern möchte, kann hier eine kostenlose Leserprobe runterladen, wer die auf jedem Computer lesbare PDF-Datei kaufen möchte, kann das auf Sabrinas Vivere-Shop über diesen Direktlink (drauf klicken!) schnell und sicher machen. Nach Download der circa 7 MB und Bezahlung (sicher über Paypal) von 14 Euro bekommt man das Passwort zum Öffnen der Datei zugeschickt (sie ist übrigens nicht ausdruckbar).

AiDA Aromatherapy International

aromaküche für jederfrau und jedermann


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEben kam der Briefträger und brachte mir ein Buch. Nicht irgendein Buch. Sondern eines für das ich das Geleitwort geschrieben habe: Aromaküche – Gaumenfreuden mit ätherischen Ölen (für nähere Infos und Bestellmöglichkeit anklicken, ich danke für die kleine Provision!). Welch eine Freude, welch ein Trost! Denn momentan bin ich nicht der Glückspilz, als den ich mich darin beschrieb: Mein Grafikprogramm hat mir vorhin eine große fast fertige Datei mit 112 Seiten zerlegt. So kam diese kleine Ablwnkung mehr als gelegen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapySabine Hönig und Ursula Kutschera haben eine Lücke gefüllt, welche das zeitweilige Verschwinden von Maria Kettenrings Aroma-Küche-Buch hinterließ (es wird derzeit für über 80 Euro gehandelt, das Werk der Aromaküche-Pionierin wird jedoch bald neu aufgelegt). Die österreichischen Autorinnen kommen nicht aus der Gastronomie-Branche sondern kochen für einen abwechslungsreichen und gesunden Alltag.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyUrsula war hier in Irland auf einer Botanikwoche zu Besuch und rund um die gemeinsamen und reichhaltigen Mahlzeiten dachte ich damals laut vor mich hin: Man müsste endlich wieder ein Aromakochbuch schreiben. Vielleicht habe ich einen Samen gesät… Hier eine Kostprobe aus meinem Vorwort:

Ich bin ein Glückspilz, mir werden immer wieder Herzenswünsche erfüllt. Doch einer widersetzte sich für lange Zeit: der Ruf nach einem Kochbuch mit schnell umsetzbaren duften Rezepten, gezaubert mit gesunden ätherischen Ölen. In vielen Kursen und Vorträgen forderte ich immer wieder TeilnehmerInnen dazu auf, bewährte Anleitungen für leckere Gerichte zusammen zu stellen. Kleinere Heftchen und unsortierte Ordner entstanden. Ich fing sogar selbst mehrfach an, eine Aromaküche-Sammung mit appetitlichen Fotos anzulegen (denn Kochen ohne ätherische Öle ist für mich wie eine Küche ohne Salz). Nichts von all den Vorhaben jedoch hat den Weg in die Küchen von Fans der abwechslungsreichen Gesundkost angetreten. Bis jetzt.

Es war ein langer Weg, seit das Kochen mit ätherischen Ölen Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts das Licht der Küche erblickte. Es passierte, als ein Ehepaar in München etwas gegen die Folgen der Katastrophe in Tschernobyl tun musste: In ihrem vegetarischen Restaurant konnten Maria und Thomas Kettenring ihre Speisen nicht mehr mit frischen Würzkräutern zubereiten, die radioaktive Strahlung vieler Zutaten war zu hoch. Gleichzeitig suchten die beiden leidenschaftlichen Koch- und Ernährungsprofis Alternativen zur immer penetranter werdenden synthetischen Aromatisierung von Lebensmitteln. Nicht umsonst hatten sie sich bereits bei einer der ersten deutschen Ätherisch-Öl-Firmen engagiert. Dort entdeckte man bald, dass Kräuter, selbst wenn sie nach der Ernte radioaktiv belastet waren, nach der Wasserdampfdestillation ein ‘sauberes’ ätherisches Öl ergaben. Was lag näher, als damit zu kochen?! Da es sich bei natürlichen ätherischen Ölen um hochkonzentrierte Kräuter- und Gewürzeauszüge handelt, musste allerdings viel experimentiert werden, um herauszufinden, wie man den damit gewürzten Speisen raffinierten Geschmack und gesundheitlichen Wert gleichermaßen verleiht. Das erste deutschsprachige Aroma-Kochbuch entstand und erschien in mehreren erweiterten Auflagen, auch bekannte Köche widmen sich inzwischen dieser ‘aromatischen Kunst’.

Während die industriell parfümierte Nahrung nach wie vor auf dem Vormarsch ist und von gesetzlicher Seite nicht sonderlich in die Schranken gewiesen wird, sehen sich Anwender und Hersteller von natürlichen ätherischen Ölen mit immer mehr Regulierungen und Einschränkungen konfrontiert. Dabei ist das Würzen mit Pflanzen, die reich an Naturaromen sind, sicherlich so alt wie die Menschheit. Zu Zeiten, als menschenartige Geschöpfe noch auf allen Vieren gingen, lockten flüchtige, fein duftende Moleküle den Weg zur gesunden und bekömmlichen Nahrung. Auch alle Kreaturen mit aufrechtem Gang wissen intuitiv durch den Gebrauch der Nase, wann ein Lebensmittel verdorben ist. Doch nach und nach ersetzen nicht nur maskierende Geruchstoffe, sondern auch bunte Verpackungen und penetrante Werbung die Arbeit dieser wertvollen ‘Antenne’ mitten im Gesicht. Der Homo sapiens ist inzwischen dabei, die Fähigkeit, Gesundes von Verdorbenem zu unterscheiden. Wertlose Füll- und Quellstoffe, allergisierende Geliermasssen, hyperaktivierende hormonartige Gebilde, alzheimerfördernde Süßpulver und aquarellkastenbunte Farbsubstanzen führen zum Verlernen von Riech- und Geschmackrezeptoren. Vielleicht trägt diese olfaktorische Faulheit sogar zur Entstehung von Demenzen bei, denn in einem sehr frühen Krankheitsstadium verkümmert das winzige Organ im Gehirn, das gleichermaßen Erinnerungsvermögen und Geruchsinn verarbeitet, der Hippocampus.

Es ist also wieder höchste Zeit für ein Rezeptbuch, in dem aufgezeigt wird, wie einfach es sein kann, sich gesund, lecker und raffiniert gewürzt zu ernähren. Keine mühsame Haute Cuisine, sondern alltagstaugliche Leckereien, die im Handumdrehen gezaubert werden können. Vom Salatdressing bis zum peppigen Getränk gibt es im Reich der AromaköchInnen nichts, was nicht durch natürliche ätherische Öle aufgewertet werden könnte, zur Förderung der Gesundheit und zur Freude des wählerischen Gaumens. Ich wünsche mir für dieses Buch nun eine rege Verbreitung!

Als Vegetarierin freue ich mich insbesondere über fleischlose und sogar vegane Kochideen. In den nächsten Tagen werde ich über ein ganz anderes Buch berichten, das kürzlich ganz überraschend den Weg zur Grünen Insel und zu unserem Briefkasten fand.

frauen und ihre besonderen heilpflanzen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEliane Zimmermann AiDA AromatherapyVor genau einem Jahr durfte ich die engagierte Heilpraktikerin Natascha von Ganski kennenlernen. Sie hatte einen Heilpflanzenkongress in ihrer Heimatstadt Berlin organisiert und ich sprach dort über die antitumorale Wirkung von ätherischen Ölen. Nun kam ein Bücherpäckchen von ihr und ich war sehr überrascht, dass sie in den vergangenen 12 Monaten ein tolles Buch geschrieben hat: Die neue Pflanzenheilkunde für Frauen. Zusammen mit der in der Naturheilkunde sehr aktiven Ärztin Prof. Dr. Ingrid Gerhard, die das Netzwerk Frauengesundheit betreibt.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Da Frauen aufgrund ihres sehr fein und kompliziert aufeinander abgestimmten Hormonhaushaltes oft anders auf herkömmliche Medikamente reagieren als Männer (beispielsweise bei Schmerzmitteln), entsinnt man sich in den letzten Jahren, dass bestimmte Pharmazeutika anders verabreicht und dosiert werden müssen. Viele Heilkräuter werden seit Jahrhunderten – wenn nicht gar Jahrtausenden – vorwiegend von Frauen eingenommen, sie passen besonders gut zu typisch weiblichen Wehwehchen und Beschwerden.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie Autorinnen stellen im ersten Teil in liebevoll illustrierten und gut verständlichen Porträts 46 Heilpflanzen vor. In der sehr ausführlichen zweiten Buchhälfte werden Beschwerden und Krankheiten aller Organsysteme von A bis Z durchgenommen und die jeweils besten Tees (Mischungen) und Kräuter aufgelistet, dazu bewährte Behandlungsstrategien, Hinweise zu Wissenschaft und Tradition und sogar Empfehlungen zu natürlichen Fertigarzneien aus der Apotheke ausgesprochen. Denn viele Frauen würden ja gerne zu Naturmitteln greifen, doch Tees brauen und Sälbchen-Mischen ist nicht ihr Ding, oft gibt es die bequeme Lösung auch in den Läden mit dem großen A. Unglaublich viele Beschwerden können bestens mit Heilkräutern in den Griff bekommen werden, wenn das richtige Mittel zum Einsatz kommt und wenn Geduld aufgebracht wird. An letzterer mangelt es heutzutage oft und frau will beispielsweise mit Hormonen am liebsten vorgestern eine Besserung ihrer Probleme erreichen. Wenn pflanzliche Mittel eine bestimmte Zeit eingenommen werden und es zu einer Besserung oder Heilung kommt, ist diese erfahrungsgemäß länger anhaltend, als wenn mit Geschlechtshormonen, Antibiotika und Kortison der schnelle Effekt und eine Besserung vorgegaukelt wird. Diese Erkenntnisse werden leicht verständlich erläutert, auch die Geschichte der kräuterheilkundigen Frauen von Königin Hatschepsut  bis zur Anti-Krebs-Kämpferin Johanna Budwig wird kurz vorgestellt. Man spürt auf jeder der knapp 250 Seiten, dass hier zwei erfahrene Naturheilkundlerinnen uns ihre Schatztruhe öffnen. Die knapp 20 Euro sind auch gut investiert, wenn man beispielsweise für eine liebe Freundin, die von irgendetwas geplagt wird, ein wertvolles und informatives Geschenk sucht (vielleicht mit einem Tütchen Kräutertee dazu).

Wer in Berlin wohnt, kann sich wundervolles Kräuterwissen auf Vorträgen und Fortbildungen bei Nataschas Heilpflanzenschule Alcimia aneignen, die anderen können sich einfach an den schönen und nachdenkenswerten Texten auf Nataschas Blog erfreuen. (Die obigen Abbildungen können durch Anklicken etwas vergrößert werden.)

dr. wabner & dr. beier: die aromatherapie-neuauflage


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs ist schon ein Weilchen her, dass diese sehnlichst erwartete überarbeitete Neuauflage von “Aromatherapie – Grundlagen • Wirkprinzipien • Praxis“, herausgegeben von Prof. Dr. Wabner und Dr. Christiane Beier erschien (Oktober 2011). Ich habe mir die Unterschiede genau angeschaut, denn es wurde schon vermutet, dass tüchtig gestrichen wurde: Aus 582 Seiten wurden 542 Seiten, obwohl nun viele Fotos für eine freundlichere Erscheinung dazu kamen.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Als studierte Typographin war mir jedoch klar, dass diese vermeintliche Schrumpfung vor allem an der lesefreundlicheren Zweispaltigkeit liegt, denn viele große Tabelllen hatten ungemein viel Platz gefressen (für drei kurze bzw. Zahlenspalten benötigt man nunmal nicht eine ganze Buchseitenbreite). In meinem Grafik-Design-Studium wurde uns eingebläut, dass Spalten mit weit über 35 Anschlägen zu Ermüdungs- und Langeweile-Erscheinungen führen, insbesondere bei Fachbüchern muss diese Erkenntnis beachtet werden. Also muss entweder die Schrift entsprechend groß sein oder die Spalte entsprechend schmal. Dieses neue Layout trägt zu wesentlich mehr Übersichtlichkeit bei. Hier die ersten sieben Seiten im Vorher-Nachher-Modus. Die neue Leitfarbe passt besser zur smaragdgrünen Erkennungsfarbe des bekannten medizinischen Fachverlages Urban & Fischer bei Elsevier.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Kästen in unterschiedlichen Farben strukturieren das umfangreiche Werk nun besser. Es sind bei vielen Abschnitten weeeesentlich mehr Studien hinzu gekommen, insbesondere der Abschnitt ‘Aromatherapie in der Onkologie’ lag Dr. Wabner sehr am Herzen. Knapp sieben Spalten sind mit entsprechenden Referenzen versehen, die es Fans – jedoch insbesondere Feinden – der klinischen Arbeit mit ätherischen Ölen ermöglichen werden, wissenschaftliche Erkenntnisse in der Tumoreindämmung nachzulesen. Wenn ich richtig gezählt habe, sind es 98 Möglichkeiten, sich selbst davon zu überzeugen, dass Pflanzen uns mit ätherischen Ölen OFFEN-SICHTLICH eine Waffe zur Verlangsamung des Tumorwachstums und vor allem zur Prävention zur Verfügung stellen. (Eigentlich müsste jeder hochnäsige Kritiker, welcher der seriösen Aromatherapie Esoterik, Placebowirkung und Unwirksamkeit unterstellt, für zwei Wochen in eine einsame Berghütte ein schickes Hotelzimmer gesperrt eingeladen werden, vollgestopft mit diesen und mehr kompletten Studienpapieren, um sich von den vielen Erkenntnissen, an denen weltweit viele Wissenschaftler forschen, zu überzeugen.)

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Dr. Wabner und sein Team haben ein unglaublich komplexes Kompendium zusammengestellt, in dem sowohl ausführliche Pflanzenprofile als auch erprobte Rezepturen,vorgestellt werden. Es werden nicht nur bewährte Lösungen bei unzähligen häufigen Erkrankungen und Beschwerden aufgeführt, sondern auch Vorschläge für seltenere medizinische Probleme aufgelistet.

Eine der Aroma-Frauen der ersten Stunde, die überaus engagierte Heilpraktikerin Margret Demleitner, ist vor allem für diesen Bereich verantwortlich. Die sympathische Gynäkologin Dr. Dorothee Struck hat sich um den kleinen Abschnitt “Aromatherapie in der Geburtshilfe” gekümmert (sie hat bereits vor gut sieben Jahren einen ‘aromatischen’ Beitrag zum hochkarätigen Fachbuch Geburtshilfe integrativ [im gleichen Verlag] geschrieben). Neben den 135 beschriebenen ätherischen Ölen finden wir übrigens auch die Vorstellung von 34 fetten Ölen sowie von 10 Hydrolaten.

Wenn in einer zukünftigen Auflage bei den jeweiligen Porträts der Öle jeweils zwei oder drei oder vier wissenschaftliche Studien übersetzt und erläutert werden würden (und nicht nur Autoren, Titel, Publikation aufgelistet würden), wäre das Buch perfekt für Aroma-Pflegende, die sich nur zu oft mit dem Ruf nach Studien gegenüber ihren Vorgesetzten durchsetzen müssen (“bringen Sie erstmal Studien zur Unbedenklichkeit und zur Wirksamkeit bei!“). Wissenschaftliche Texte auf Englisch sind eben nicht jedermanns Sache. Auch würde ich mir das Vorwort ohne Telegramm-Stil wünschen (ja, ich lese fast immer die Vorwörter!). Aber fast-perfekt ist ist auch prima!