ein fast vergessenes buch geschenktipp #7


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieEin Buch, das mich in den ersten Jahren meiner Aromatherapie-Erfahrungen stark beeindruckt hatte und dessen Nicht-mehr-neu-aufgelegt-werden mich sehr traurig machte, war Duftheilkunde – der Weg, Düften zu begegnen von Renato (René) Strassmann. Das sehr persönlich geschriebene Buch wurde ganz zu Beginn der deutschsprachigen Aromatherapie-Bewegung im Schweizer AT Verlag heraus gegeben, es ist ganz, ganz anders als alle Bücher, die es jemals über ätherische Öle gab. Es befand sich ganz oben auf der Liste der zu lesenden Bücher in meinen Ausbildungen (denn jeder musste ein Referat zu einem speziellen Werk schreiben). Besonders auffällig und wirklich einzigartig: Es werden nur drei Öle ausführlich beschrieben (jene sind in meiner Ur-Ausgabe in drei nicht zusammenhängenden Abschnitten auf türkisfarbenem Papier gedruckt). Es handelt sich nicht etwa um Lavendel, Orange und Pfefferminze oder andere sehr häufig gebräuchliche und beliebte Öle, sondern um Angelikawurzel, Muskatellersalbei und Iris. Der Autor aus einem kleinen Dorf in der Schweiz entwickelte sich schon früh von einem – zunächst eher etabliertem – Heilkräuterspezialisten (in der Schweiz: Drogist) zu einem Mann, dem eine tiefe Verbundenheit zur Natur innewohnt und ihren Lebewesen mit tiefem Respekt begegnet – heute lebt er in Österreich. Möglicherweise ist sein Ansatz ähnlich wie der von Wolf-Dieter Storl – wenn jemand einen Vergleich braucht. Auf seiner Facebook-Seite erzählt er davon. Ich war so glücklich zu entdecken, dass dieses Buch seit diesem Sommer wieder erhältlich ist und werde es mit viel Freude weiter empfehlen. Auf dem oben angegebenem Buchtitel-Link kann man sich ganz gut einlesen in die einzigartige Erzählweise dieses Buches.

Sein zweites nie verschwundenes (oder nur kurz nicht neu aufgelegtes) Buch war mir immer Wegweiser bei meinen eigenen Entdeckungen und Erkenntnissen in der Natur der eher großen Pflanzen: Baumheilkunde war eines der ersten umfassenden Bücher über die Heilwirkung von Bäumen – es ist sowas wie eine Bibel in unserem Haushalt geworden. Inzwischen haben sich in unseren Regalen sicherlich noch zwei Dutzend Baum-Bücher dazu gesellt, doch das meist konsultierte Werk ist und bleibt das von Renato Strassmann.Wir haben ja auf unserem Privatgrundstück Dutzende von Bäumen und unser neu dazu gekommenes Seminar- und Gästehaus ist sogar von einem der ältesten Arboreten (Arboretum=Baumsammlung/Baum-Museum) Irlands umgeben – gegründet 1800 von der Familie der ersten Botanikerin Irlands. Viele von euch haben die dortige Magie ja bereits kennen- und lieben gelernt.

Blätter_von_Bäumen_Fischer-RizziEin weiteres wundervolles Buch über die Heilkraft von Bäumen ist übrigens auch ein von mir innig geliebtes (Früh-)Werk von Susanne Fischer-Rizzi: Blätter von Bäumen. Ein wunderbarer Bildband von Thomas Pakenham Bäume – die 72 größten und ältesten Bäume der Welt, dem Begründer der Irish Tree Society, gibt es inzwischen auf deutsch nur noch antiquarisch, der adlige Sohn eines bekannten britischen Politikers ist begnadeter Bäume-Fotograf, Botanik-Spezialist und Historiker, eine prima Kombination, um so ein spannendes und ästhetisches Buch über die wichtigsten Sauerstoffspender für uns Erdenmenschen zusammen zu stellen. Sir Pakenham war übrigens vor einigen Jahren im erwähnten Baumpark rund um unser Seminar- und Gästehaus und hat attestiert, dass es hier den größten und schönsten Wald der Andenmyrte (Myrtus luma oder Luma apiculata) gibt.

iris im buch: geschenktipp #5


Eliane Zimmermann Aromatherapie-SchuleEin Geschenk, das immer gut ankommt, ist ein beduftetes Buch (tja, mal etwas das nicht mit dem Kindle geht ;-) ). Man tropft etwas ätherisches Öl auf ein paar Streifen Küchenpapier oder Papiertaschentuch und legt sie so zusammengefaltet an einige Stellen in ein passendes Buch, so dass keine Öleflecken auf dem Papier entstehen. In eine Plastiktüte gut einwickeln und mindestens eine Woche ziehen lassen. Lasst sich für’s kleine Budget auch prima mit Briefpapier machen oder – noch preiswerter und doch effektiv – mit einem Packen buntem Kopierpapier, eventuell in allen Farben des Regenbogens. Ich habe mit dem bedufteten Buch Iris, das ist ein wunderschönes spirituelles Märchen von Hermann Hesse, immer wieder erstaunte Komplimente bekommen. Die Original-Zeichnungen von Peter Dorn in der handgeschriebenen Ausgabe vom Silberschnur Verlag hatte ich vor fast 25 Jahren life gesehen, auf matten Packpapier pastellig gezeichnet sahen sie umwerfend aus, in der gedruckten Version geht natürlich etwas vom Zauber verloren. Doch es fragte schon mal jemand ungläubig: ich bilde mir ein, diese schöne Iriszeichnung duftet…. Das in Alkohol gelöste Irisöl von Primavera ist für diesen Zweck besonders geeignet: es ist erschwinglich, bereits verdünnt  und damit nicht färbend und fein-pudrig-holzig-veilchenartig duftend. Ein Tupfer Vanille würde auch noch zum Buch passen (Vorsicht, Papier gut einschlagen, sonst Fleckengefahr, aufpassen auch bei den preiswerteren und nicht so fein duftenden Iris-Absolues). Zitrus- und Nadelöle sind für beduftete Papiere nicht gut geeignet, da sie nach Oxidation, die in so feinen Öleschichten recht schnell erfolgt, unangenehm terpentinig riechen werden.

gesund leben mit lebkuchen geschenktipp #3


eliane zimmermann aromakücheEs ist nicht gesichert, woher das Wort Lebkuchen kommt, der Wortbestandteil LEBEN ist jedoch sicherlich ein wichtiger Hinweis auf den ursprünglichen Sinn der gehaltvollen Bäckerei. Leb hat auch etwas mit speziell hergestelltem Honig zu tun und auch mit ‘Leib’ im Sinne von ‘Brot’ und ‘Fladen’ (also flache, fladenartige Backware). In vielen Regionen war und ist Lebkuchen oder Honigkuchen kein Saison-Gebäck, sondern wichtige Wegzehrung – so eine Art Müsliriegel-Schnellimbiss. In Basel beispielsweise kann man Lebkuchen in Form von feinen Basler Leckerli das ganze Jahr über im Läckerli Huus kaufen (danke Regula!!!).

Ich finde es interessant, sich mal in Erinnerung zu rufen, dass in alten Zeiten reichhaltige LEBENSmittel hergestellt werden mussten, um als Mensch mit körperlicher Arbeit durch den Winter zu kommen. Man hatte kaum oder wenig Heizmöglichkeiten, man lief weite Wege, da es wenig Fahrzeuge gab, es gab kaum oder keine Haushaltsmaschinen, und Supermärkte sowieso nicht, man musste also raus, einen Großteil seiner Nahrung zubereiten (melken, Butter, Sahne und Käse herstellen etc) ernten (Rüben, Kohl, eingelagerte Möhren/Sellerie etc) und der dabei immer der Kälte trotzen. Das ist keine 100 Jahre her, ich spreche nicht von Neandertalern!

Eliane Zimmermann Aromatherapie

Ein hochwertiger Lebkuchen ist/war gefüllt mit mineralstoffreichem Trockenobst (kandiertem Obst), essenzielle Fettsäuren liefernden Mandeln und Nüssen, energielieferndem Honig und/oder Zucker und (früher mal) frisch gemahlenem mehr oder weniger vollkornigem Mehl, das wichtige B-Vitamine liefert(e). Nun kommen die überaus wichtigen Zitrusschalen und Gewürze ins Spiel: Diese sorgen – wenn sie frisch gemahlen oder gemörsert werden – mit ihren wertvollen ätherischen Ölen für ein funktionierendes Immunsystem, sie regen die Durchblutung zart an, rücken Krankheitskeimen auf den Leib und wirken nachweislich stimmungsaufhellend. Zimtduft im Haus kann einer Studie zufolge ein Gefühl von mehr Wärme als im Raum tatsächlich vorhanden ist, erzeugen. Also LEBENSkuchen im besten Sinne! Natürlich treffen die meisten dieser Überlebenskriterien nicht mehr auf den heutigen Menschen zu, so dass wir umso mehr auf hochwertige Advents- und Weihnachtsleckereien achten sollten und uns nicht mit minderwertigen und darum überzuckerten und künstlich aromatisierten Industrie-Naschwaren voll stopfen sollten.

Ich bin ja bekanntlich der spontane und ungeduldige Typ und stehe auf schnelle Rezepturen. So habe ich gestern fünf Bleche einer einfachen Version von Lebkuchen gebacken (die leider heute bereits weg geknuspert sind ;-) ). Das Rollen und Schneiden des Teiges macht auch Kleinkindern ganz viel Spaß und nervt Mütter nicht so sehr wie das Plätzchenausstechen (weil immer Stückchen hängen bleiben, grrrr).

  • 4 Eier
  • 300 g  brauner Bio-Zucker (hier in Irland gibt es eine feine Sorte, an der noch ganz viel Melasse klebt) oder 1:1 Zucker und Birkenzucker
  • 300 g möglichst frisch gemahlene Bio-Mandeln (ich habe sie mit der braunen Haut gemahlen, auch Haselnüsse können  genommen werden)
  • 450 g möglichst frisch gemahlenes Bio-Dinkelmehl
  • 2 Esslöffel Bio-Kakaopulver
  • 2 Esslöffel Weinsteinbackpulver
  • 1 Tropfen Zimtrindenöl (Cinnamomum zeylanicum) (wirklich nur 1 Tropfen, auf gute Qualität achten, Zimtöl wird ganz oft gefälscht)
  • 5 Tropfen Bio-Blutorangenöl
  • 5 Tropfen Bio-Vanilleextrakt
  • evtl 2 Tropfen Tonkaextrakt und je eine Prise Pimentpulver, Muskatblütenpulver und Ingwerpulver (und/oder ein kleines Stückchen fein gehackte Ingwerwurzel)

1. Eier und Zucker gut zusammenrühren, die anderen Zutaten außer den Mandeln nach und nach hinzufügen, wenn der Teig schön gleichmäßig ist, die Mandeln hinzufügen
2. Vier oder fünf Rollen (“Würste”) herstellen, mit scharfem Messer in viele Scheiben à circa 5 mm Dicke schneiden, circa 15 Minuten bei 20°C backen. Das Originalrezept aus Brasilien sieht es vor, die Rollen ganz zu backen (circa 30-45 Minuten) und dann – solange sie noch heiß sind – sofort in Scheiben zu schneiden.
3. Mit im noch warmen Ofen geschmolzener Couvertüre, die mit 1 Tropfen Bio-Blutorangenöl oder Fruchtschalenmix von Feeling oder Orangenzauber von Primavera angereichert werden kann, bestreichen oder betupfen. Wer es ganz edel möchte, kann – bevor die Schokolade fest ist, noch ein Paar bunte Tupfer der wundervollen Glücks-Gewürzblütenmischung von Sonnentor drauf geben. Rote Pünktchen in Form von Rosenblüten, Himbeer- und Erdbeerstückchen und rotem Pfeffer erhält man mit der Gewürzblütenmischung Alles Liebe von Sonnentor.Iburg_Geschenke_Küche

Diese Plätzchen heißen eigentlich Pumpernickelplätzchen: Sie haben einen etwas rustikalen Touch, sie sind nicht allzu süß und sind butter- und ölfrei. Aber sie sind ganz fix gemacht und lecker!

Für Menschen, die gerne gut und bequem backen und kochen, ist das Öleset mit dem Buch Aromaküche von Ursula Kutschera und Sabine Hönig ”Aromaküche sweet” ein schönes Geschenk, Freunde der herzhaften Küche werden mehr  das Set mit sehr aromatischen CO2-Extrakten “Aromaküche spicy” schätzen. Auch das Buch Duftküche von Maria Kettenring ist eine schöne Idee für häusliche GourmetköchInnen, darin befinden sich auch einige Gebäckrezepte und eine feine Mischung für Lebkuchen-Honigsirup. Wunderschöne Inspirationen für klasse verpackte Geschenke aus der Küche kann man sich aus den Büchern von Anne Iburg holen wie beispielsweise in “Süße Geschenke zu Weihnachten“. Wer seine Speisen gerne mit bunten und gesunden Tupfern dekoriert, wird sich über das 10er-Testset Gewürzblüten-Probier-Mal von Sonnentor freuen.

buch über palo santo – nur heute kostenlos


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieWer mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich ein Fan des digitalen Lesens werden würde, den hätte ich für völlig ‘spinnert’ gehalten ;-) . Niiiie, ich liiiiebe meine Kilometer von Regalreihen voller Bücher… (aber nicht das Abstauben und auch nicht die Holzverschwendung). Doch es ist anders gekommen, ich bin ein Fan des Kindle (klick!) geworden, den ich mir vom Weihnachtsgeld 2011 meiner lieben Schwiegereltern geleistet habe. Was ich genial finde, ist dass man soviele Bücher völlig kostenlos bekommen kann. Neulich war ich im Kafka-Museum in Prag und habe mir abends im Hotel gleich zehn seiner Bücher gratis runtergeladen, eine ideale Reiselektüre (vor allem weil die Batterie bei täglichem Lesen circa einen Monat hält). Denn ich habe die gesammelten Werke zwar aus Papier zu Hause stehen, doch würde ich sowas niemals mit auf Reisen nehmen (ich habe mich im Grafik-Studium intensiv mit Kafka beschäftigt). Und ich, die das I-Phone zurückgeben müsste wegen absoluter Unfähigkeit und Ungeduld habe meinen Kindle gaaaaanz alleine zum Laufen gebracht!!!

KindleFast alle Bücher von Goethe, Schiller, Novalis, Arthur Schnitzler, Oscar Wilde, Virginia Woolf etc bekommt man kostenlos, ich habe mir eine umfangreiche Klassiker-Bibliothek anlegen können (mal auf deutsch, auch auf englisch, spanisch und französisch, man bekommt ganz vieles von Autoren, die seit 70 Jahren und mehr tot sind). Das Lesen auf dem Kindle ist papierartig, also ohne Hinterleuchtung, so dass die Augen geschont werden, wirklich wie bei Papier – und man kann bei Müdigkeit mit einem Klick die Schrift vergrößern, man könnte seine Bücher sogar noch Fast-Blind lesen!

Da wir hier am Ende der Welt leben, ist mein größter Nutzen jedoch die Möglichkeit, dass ich “eben mal so” ein Buch kaufen kann – sogar bei unserer lahmer Leitung. In circa 10 Sekunden kann ich anfangen zu lesen. Und da ich ja nicht jünger werde (und meine Arme immer “kürzer”), finde ich es mittlerweile richtig doof, ein dickes “echtes” Buch zu halten, das auch noch dauernd zuklappen will, wenn es schlecht gebunden ist – auf dem Kindle sind es leichte 140 Gramm, die mit einem Fingerchen zu blättern sind – egal wie dick oder dünn das Buch ist! Hach, schwärm, sorry. Sagte ich schon, dass JEDE(R) kostenlos eine Lese-Software für den Kindle auf seinen Computer oder sein Tablett laden kann? So kann jeder alle Kindle-Bücher lesen, ob gratis oder gekauft.

David_CrowDavid_Crow_Palo_SantoDoch nun zum heutigen Geschenk: Der bekannte us-amerikanische Aromaspezialist und Autor David Crow hat ein neues Buch herausgegeben “Sacred Smoke – The Magic und Medicine of Palo Santo”. Heute – und nur heute – ist es kostenlos erhältlich, zumindest beim amerikanischen Amazon hier, wo ich meine – auch deutschen – Bücher kaufen muss (die Copyrightvorschriften sind undurchschaubar, ich kann meine Kindle-Bücher weder beim deutschen noch beim britischen Amazon erwerben – nehme dazu gerne Rückmeldungen entgegen, ob es bei euch in Mitteleuropa klappt – wenn ja bis Mitternacht in den USA). Das Buch handelt also von dem sehr selten erhältlichen und sehr kostbaren Öl Palo Santo aus Ecuador bzw. den Galapagos Inseln (Heiliges Holz). Ich schrieb bereits hier darüber, weil es mir so wunderbar bei Schwellungen und Schmerzen im Ringfinger half.

eine etwas andere bohne: tonka


Aromatherapie-Kurse Eliane ZimmermannIch verwende Tonkaabsolue (Dipteryx odorata, bei meinen Lieblingsfirmen extrahiert mit Trinkalkohol=Ethanol) das ganze Jahr über, doch in der Adventszeit kommt man nicht drumherum, über diesen traumhaft vanillig-karamelligen Duft zu schreiben. Nachdem dieses fast verbotene Gewürz (der wichtigste Inhaltsstoff verursacht bei Ratten bereits in kleinen Mengen extreme Blutgerinnungsstörungen, jedoch NICHT beim Menschen, wie man inzwischen weiß) wieder in Leckereien verarbeitet wird (ich schrieb hier darüber), kann man mit besserem Gewissen die Anwendung in selbst gemachtem Weihnachtsgebäck empfehlen. Mit viel Freude las ich kürzlich im wunder-wunder-wunderschönen Backbuch Die wunderbare Welt von Fräulein Klein einer inspierenden Bloggerin, dass auch die junge Generation von dieser zauberhaften und stimmungsaufhellenden Zutat weiß.Fräulein_Klein

Noch vor dem zweiten Weltkrieg gehörte die Tonkabohne in die (weihnachtliche) Küche – genau wie die Muskatnuss. Ein Stollen ohne dieses waldmeisterartig schmeckende Gewürz war wie Glühwein ohne Zimt und Nelke. Eine Prise der schrumpeligen südamerikanischen Samen sorgt für tolle vanilleähnliche Würze und wirkt gegen den Dezember-Blues. Tabak wird seit uralten Zeiten damit aromatisiert, der berühmte deutsche Entdecker und Naturforscher Alexander von Humboldt (1769 -1859) berichtete, dass man in Caracas (Venezuela) die Wäsche damit beduftete. Der bis zu 25 Meter hohe, robinienartige Tonkabaum [Dipteryx odorata (Aubl.) Willd.] wächst im feuchtwarmen, gemäßigten Klima des nördlichen Amazonas in Brasilien, Guayana und Venezuela. Er kommt auch in Nigeria vor und ist ein Verwandter von Erbse und Bohne, gehört also in die Familie der Fabaceae (Hülsenfruchtgewächse).
Wenn die Früchte reif sind, werden sie 24 Stunden in Alkohol (z.B. Rum) eingelegt und anschließend getrocknet. Ich wollte mal von einer deutsch-brasilianischen Freundin einige der sehr keimwilligen Samen per Post geschickt bekommen, um sie in meinem durchaus mild temperierten Duftgarten (oder im Gewächshaus) zu ziehen, doch sie ließ mich wissen, dass es sehr streng verboten sei, keimfähige Ware außer Landes zu bringen!
Nach dem alkoholischen Vollbad werden die braunen Samen fermentiert und werden schwarz, dann steigt der Cumaringehalt auf circa 10 Prozent. Dieser Stoff liegt als 2-O-(β-D-Glucosyl)cumarsäure in der Pflanze gylcosidisch gebunden vor, also sozusagen an ein Zuckermolekül gekettet. Dieses Glykosid wird während des Trockungs-und Welkprozesses unter dem Einfluss einer Glukosidase gespalten und die freie Cumarsäure zyklisiert anschließend zum Lactonring des Cumarins. Cumarin (2H-1-Benzopyran-2-on) ist ein zyklisches Lacton und wurde bereits 1822 aus den Tonkabohnen isoliert. Es ist in kleinen Spuren in diversen Lebensmitteln (Aprikosen/Marillen, Brombeeren, Erdbeeren, Datteln, Kirschen) und heimischen Kräutern (Salbei, Dill, Kamille) und auch im Lavendel (-Absolue) enthalten [Loew D, Koch E: Cumarine – Differenzierte Risikobetrachtung mit dem Beispiel eines pflanzlichen Arzneimittels. Zeitschrift für Phytotherapie 2008; 29: 28–36].

Eliane Zimmermann AromatherapieWährend der Fermentation entwickelt sich also der köstliche Cumarinduft nach Waldmeister und gemähten Almwiesen. Wer Tonkabohnen besitzt, kann das weißliche auskristallisierte Cumarin in den “Falten” erkennen. Doch dieser Stoff, ein Phenolabkömmling, welcher vom portugiesischen volkstümlichen Namen der Bohne ‘Cumarú’ abgeleitet wurde, war den Gesetzgebern schon sehr früh ein Dorn im Auge und wurde lange Zeit in Lebensmitteln verboten. Er kann – zumindest im Tierexperiment und sicherlich bei Überdosierung in synthetisch-isolierter Form, bei kontinuierlicher Anwendung Leberschäden bis hin zu Leberkrebs verursachen. Ein ähnliches Problem wie die derzeit immer wieder angeprangerten Zimtsterne mit chinesischem Zimt, der auch Cumarin enthält (dazu gibt es seit September eine aktualisierte Stellungnahme vom BfR).
Das witterungsbeständige rotbraune Holz wird übrigens als Cumaru gehandelt und im Schiff- und Terrassenbau eingesetzt. In Brasilien wird die gemahlene Bohne als Hausmedizin bei Darmkoliken und Menstruationsschmerzen eingesetzt, Indianer aus der Region der Tonkabäume verwenden den alkoholischen Extrakt bei Migräne undMagenschmerzen. In der deutschen Aromatherapie werden schmerz- und krampflindernde Mischungen mit etwas Tonkaextrakt angereichert, insbesondere bei der Behandlung von “aussichtslosen” Krankheiten, um gleichzeitig die Stimmung der Betroffenen etwas aufzuheitern.
Doch zurück zum Weihnachtsgebäck: eine Prise Tonkabohne (sie wird wie eine Muskatnuss auf feiner Reibe gerieben) oder drei bis fünf Tropfen alkoholischer Tonkaextrakt pro 2,5-kg-Stollen darf man getrost als ungefährlich betrachten. Wenn man zu hoch dosiert, schmeckt’s bitter, die Pflanze sagt uns also selbst, wie hoch man gehen darf. Alle Rezepte, in denen (künstliches) Bittermandelaroma vorkommt, können von Tonkaextrakt profitieren, Mohn-, Kokos- und Nusszubereitungen auch. Wer noch das (vergriffene) schöne Buch von Monika Werner “Ätherische Öle” aus dem G&U-Verlag hat, findet ein Stollenrezept auf Seite 168 und 169. Sie beschreibt darin so nett, wie sie jedes Jahr bei Herrn Trautner, einem Konditor in München, ihren ganz besonderen Weihnachtsstollen kaufte, bis er sein Geschäft altersbedingt aufgab und ihr, nachdem sie all ihren Charme spielen ließ, das Rezept übergab. TonkagewürzSie bekam dazu ein mit einem Pulver gefülltes Glas, welches das Geheimnis seines besonderen Stollens enthielt: geriebene Tonkabohne. Das vergessene Gewürz, das auch zum Aromatisieren von feinen Tomatensoßen geeignet ist, war damals so gut wie nicht erhältlich. Heute bekommt man oft preiswerte Tonkabohnen zum Räuchern, diese sind aber nicht unbedingt zum Verzehr geeignet (jedoch als Talisman im Geldbeutel, sie sollen nach brasilianischem Volkglauben dafür sorgen, dass das Geld nie ausgeht). Besser, man kauft sie bei einem Gewürzhändler oder bestellt sie hier. Tonkaextrakt ist in den letzten Jahren sehr teuer geworden, man kann ihn auch kinderleicht selbst herstellen (noch ist Zeit, um so ein Geschenk herzustellen):

  • 50 ml hochprozentiger Alkohol (Rum, Wodka oder ganz geschmacksneutral: Bio-Ethanol)
  • 4-5 Tonkabohnen, evtl leicht angestoßen

in ein Braunglas (Apotheke) geben und drei bis vier Wochen ziehen lassen, danach durch Kaffeefilter seihen, pronto.

PS Hier noch eine wichtige Erläuterung zur häufig gestellten Frage nach Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Medikamenten von Dr. Erwin Häringer, Arzt für Naturheilkunde in München: Das 7 Dihydroxy-cumarin hat keine Interaktion mit anderen gerinnungshindernden Medikamenten (Marcumar, Warfarin etc.); beim Nagetier und Hund entstehen unter epoxidbildung reaktive Aldehyde, die bei diesen Tieren und nur bei ihnen! leberschädigend wirken. Abbildungen dazu im guten Artikel von Loew in der Zeitschrift für Phytotherapie (siehe Link oben). Danke!

PPS Sabrina hat auch über Tonka & Co geschrieben, vor allem über ihre Kuschelzucker-Rezeptur, hmmmm, hier geht’s zum Artikel.

das traurige ABC – aluminium, brust und carzinome


Eliane Zimmermann Rezepte für selbst gemachte DeosIn der englischen Universität Reading (aus der auch etliche Ätherische-Öle-Studien stammen) forscht eine Frau, die der Kosmetikindustrie sicherlich ein Dorn im Auge ist. Insbesondere der Deodorant-Industrie. Philippa Darbre untersucht hormonähnliche Moleküle, die sich in unzähligen Alltagsgegenständen befinden – von Babyfläschchen bis zu Käseverpackungen – und deren Wirkungen auf die Entstehung und das Wachstum von Tumoren. Sie bemerkte per einfacher Beobachtung, die auch jeder Laie, jede Frau, machen kann, dass Brustkrebs überproportional oft in den achselnahen Regionen (‘Quadranten’) entsteht. Statistisch gesehen müssten diese Tumore fröhlich rundum in der Brust mit ihrem fetthaltigen Gewebe sprießen, tun sie aber nicht. Die wissenschaftliche Begründung, dass sich diese achselnahen, äußeren Quadranten durch besonders dichtes Gewebe, das reich an Lymphbahnen und Milchdrüsen ist, auszeichnen, genügte der Wissenschaftlerin nicht. Insbesondere als sie herausfand, dass in der 30er Jahren Krebs an diesen Stellen eine Häufigkeit von 30 Prozent aufwies und heutzutage bis zu 60 Prozent. Ob dieses nahezu verdoppelte Aufkommen der schrecklichen Krankheit an der Zusammensetzung von Kosmetika liegt und somit vermeidbar wäre? Vermeidung von angeblich sozial unverträglicher Geruchsbildung durch Opferung der Gesundheit? Und das in ‘westlichen’ Ländern, wo es ÜBERALL Waschbecken, Seife und sogar Handtücher gibt – kostenlos!

Philippa Darbre hat Deodorants, insbesondere Antitranspirants (Antiperspirants) im Verdacht. Und jeder Mensch (leider bekommen inzwischen auch Männer Brustkrebs) kann sich selbst seine/ihre Gedanken zu diesem Thema machen und einfach den gesunden Menschenverstand bemühen: Was macht ein Antiperspirant mit 24-, 36- oder gar 72-Stunden-Wirkung an meinem Körper? Ein für viele kleine Moleküle gut aufnahmebereites Gewebe (reichlich Poren und Öffnungen der Schweißdrüsen und Haare/Haarkanäle, die den Weg nach innen ebnen, egal ob sie vorhanden sind ob abrasiert werden) wird tagtäglich mit künstlichen Duftstoffen, Konservierungsstoffen und anderen schillernden Molekülen aus den Laboren dieser Welt traktiert. Viele dieser Substanzen, beispielsweise die teilweise verbotenen Moschusketone, reichern sich dann fleißig im Brustgewebe an (und sind nicht zu knapp in der Muttermilch nachweisbar). Zudem verschließen die typischen Deowirkstoffe wie diverse Aluminiumsalze diesen Weg nach außen, sie unterbinden also ein wichtiges Entgiftungsprinzip des Körpers. Hier bitte mal nachdenken: An diesen Körperstellen soll und muss etwas raus, wird jedoch daran gehindert. Dazu wird ein Cocktail an Chemikalien tagtäglich nachgeliefert, die wirklich nicht dort reingehören (ich schrieb in meinem zweimeist besuchten Blogeintrag [klick!] bereits darüber und biete darin Alternativen).

Die engagierte Wissenschaftlerin konzentrierte sich in ihren Studien auf den circa 25%-ig in den allermeisten Deos enthaltenen Stoff Aluminiumhydroxychlorid (Aluminium Chlorohydrat). Beim Auftragen des Deo reagiert der Wirkstoff mit den Hautzellen, er denaturiert darin enthaltene Eiweiße: Das Aluminium bindet an die Hautzellen und verändert diese dahingehend, dass die Schweißdrüsen dicht machen. Juhu, Ende mit dem lästigen Schwitzen! Dummerweise kann Aluminium ganz ungehindert die Haut durchdringen und ziemlich schnell in Blutbahnen und zu Organen unterwegs sein. Andres beim Essen oder Trinken: Wenn Aluminium über belastete Nahrungsmittel aufgenommen wird, bleibt nur relativ wenig davon im Organismus, weil der Magen-Darm-Trakt recht gut unbrauchbare Fremdkörper erkennen und dann durchzuschleusen kann. Frau Darbre zeigte dies mit einem Dauer-Bad (entsprechend einem monatelangen Gebrauch eines Deos) von gesunden Brustzellen einerseits in Wasser und andererseits in einer Nährlösung mit Aluminiumhydroxychlorid. Diese zweite Gruppe von Zellen verändert sich erschreckend. Und schlimmer noch: Es ist hoch wahrscheinlich dass Aluminiumverbindungen die Tumorzellen zum Wandern anregen, sprich die Metastasenbildung fördern. All das hat der Medizinjournalist Bert Ehgartner im Labor von Philippa Darbre beobachten dürfen und in seinem hervorragenden Blog-Eintrag (klick!) beschrieben – ein Auszug aus seinem neuen Buch Dirty Little Secret – Die Akte Aluminium (klick!). Kürzlich gab es übrigens von Frau Darbres Team eine Aktualisierung zur viel kritisierten Studie zum Parabengehalt von Brustkrebszellen, insbesondere der Konservierungstoff N-Propylparaben wurde überproportional oft in Tumorzellen aus der Nähe der Achselhöhlen identifiziert. Die Kosmetikindustrie wird nun wieder eine Weile damit beschäftigt sein, diese Erkenntnisse als Blödsinn abzustempeln.

Was lernen wir daraus?

  • Öfters mal waschen anstatt dauernd zu sprühen und zu rollen.
  • Öfters mal kein oder ein selbstgemachtes Deo verwenden.
  • Deos von seriösen Naturkosmetikherstellern verwenden.
  • Deos eher auf die Kleidung als auf die Haut sprühen.
  • Lieber Naturkleidung als Synthetikfasern direkt and er Haut tragen. Wollunterwäsche nimmt nur sehr langsam Gerüche an und kann sogar durch Lüften entmüffelt werden.
  • Auf Deopackungen nach dem Wort ‘Aluminium-xxx’ fahnden und diese links liegen lassen.
  • Nur an heißen ‘Kampftagen’ solche Deos einsetzen und dann die Haut wieder erholen lassen.
  • Lernen dazu zu stehen, dass Gesundheit vorgeht und dass ein kleiner Schweißgeruch-Unfall nichts Schlimmes ist (solange man sich regelmäßig wäscht…)

Hier mal wieder ein Rezept für ein schnell gemachtes Sprühdeo (muss geschüttelt werden und kurz angetrocknet werden, bevor man sich anzieht, also bitte eine Extraminute bei der Morgentoilette einplanen!) In eine 50-ml-Sprühflasche geben wir:

  • 25 ml Rosenhydrolat (enthält – wenn es ein natürliches Produkt aus der Rosendestillation ist – unter anderem gut verträglichen und bakterienvermindernden Phenylethanol, dazu Citronellol, Geraniol und Nerol, welche nachgewiesenermaßen präventiv und antitumoral wirken)
  • oder ein anderes Hydrolat wie Salbei-, Zypresse- oder Nerolihydrolat
  • 25 ml Wodka (40% Alkohol; wird auch bakterienhemmend und hilft beim Verdunsten nach dem Auftragen)
  • 1-2 Messerspitzen Natron (=Natriumhydrogencarbonat; für ein paar Cents aus dem Backregal im Supermarkt erhältlich, sprudelt zunächst etwas bei Kontakt mit Wasser/Hydrolat)
  • 15 Tropfen Limetten-, Bergamotte- oder Zitronenöl oder anderer Zitrusöle, diese sind reich an Limonen, welches nachgewiesenermaßen präventiv und antitumoral wirkt (jedoch nicht im Solarium benutzen)
  • je 2 Tropfen natürliches Lavendel-, Rosengeranien- und Bergamotteminzeöl, möglichst aus zertifiziertem k.b. Anbau; oder andere ätherische Öle, die reich an Monoterpenolen wie Linalool, Geraniol, Terpineol etc sind (Rose, Petit Grain, Neroli, Palmarosa etc), diese wirken laut etlichen Studien antitumoral
  • 2-3 Tropfen Salbei- oder Zypressenöl, wirken schweißregulierend
  • nach Wunsch noch 5 Tropfen Vanille- und/oder Tonka-Alkoholextrakt, duften lecker und wirken appetitregulierend und stimmungsaufhellend
  • bei sehr trockener oder empfindlicher Haut können einige Tropfen Bio-Jojobaöl zugefügt werden

Eliane Zimmermann Naturdeo-RezepteVon den unzähligen Natur-Deos die ich bereits ausprobiert habe, hat mich bislang ‘Daily Pleasure’ von Farfalla am meisten überzeugt – im fein-frischen Duft und in der Wirkung. Es hält etwas länger frisch als die bei vielen Naturdeos üblichen drei bis vier Stunden – und nach dieser Zeit garantiere ich für einen Wasserhahn, der Ihnen hundertprozentig irgendwo über den Weg läuft! Von den knapp 12 Euros, die dieses Produkt kostet, darf man sich übrigens nicht irritieren lassen, die Flasche ist nicht – wie fast alle anderen Deoflaschen – größtenteils mit Treibgas gefüllt, sondern bis zum Schluss ist der gesamte kostbare Inhalt benutzbar. Und man kann sie anschließend wunderbar für eigene Raum- und Körpersprays recyclen.

PS. Bei Wadi – Professor Dietrich Wabner – gibt es in der Weihnachtsaktion (bis Ende Dezember) das alkoholfreie Bio-Rosenhydrolat aus Bulgarien zu einem unschlagbar günstigen Preis (zB 1 Liter 24 Euro)

tipps zum hingehen, nachdenken und lernen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieVielen Dank an alle Mitmacherinnen des Makrofoto-Rätsels, es hat mir viel Spaß gemacht, eure Assoziationen und Vermutungen zu lesen. Wer das Büchlein (knapp 60 Seiten und wie eine Zeitschrift gebunden) von Katerina Svoboda mit diesen wie aus einer anderen Welt anmutenden Makrofotos von Duftpflanzen-Organen bestellen möchte: Ich habe endlich die Adresse der tschechischen Verlegerin bekommen, welche die Restbestände des Buches (circa 40 Euro) vertreibt:  Marie Noe von One Woman Publishing kann perfekt englisch, ihre E-Mail-Adresse lautet owp at owp.cz (bitte die Leerzeichen rausnehmen und das at durch @ ersetzen, das ist Spamschutz).

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieAn alle Österreicher und Süddeutschen, die es noch nicht mitbekommen haben: Am kommenden Samstag 24. November findet wieder der inzwischen traditionelle (6.) Tag des ätherischen Öles statt – veranstaltet vom  aromaFORUM Österreich - gemeinnütziger, firmenunabhängiger Verein in Linz. Viele tolle ReferentInnen und Düfte, Düfte, Düfte (von den unterschiedlichsten Firmen) zum Kennenlernen, Vergleichen, Ausprobieren, Kaufen sowie viele Möglichkeiten zum Austausch mit Gleichgesinnten. Und zum Ausprobieren von leckeren Köstlichkeiten, die mit ätherischen Ölen zubereitet wurden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDie Verwendung von ätherischen Ölen in Kosmetik soll noch mehr eingeschränkt werden, über 100 Öle bzw. ihre Bestandteile sollen deklariert werden (zurück zum Umkarton mit ellenlangem Beipackzettel?). Um AllergikerInnen zu schützen, sollen bestimmte Naturdüfte nur noch in 0,01-prozentig zur Beduftung eingesetzt werden (also eigentlich gar nicht ;-( ). Nachzulesen hier (klick!), danke Volkmar von Duftleben für diese Info. Allen Nicht-AllergikerInnen – das ist immer noch der größere Teil der allgemeinen Bevölkerung – soll dann im Umkehrschluss die Verwendung der antioxidativen, antientzündlichen und vermutlich gar antitumoralen Eigenschaften vieler ätherischer Öle verwehrt sein. Das nenne ich kosmetisch-naturheilkundlichen Totalitarismus. Und man kann als Bürger nichts dagegen tun, traurig. Aber immerhin kann man gemäß der immer wichtigeren Devise etwas tun: selber machen! Manche Produkte können wirklich im Handumdrehen und ohne viele Zutaten hergestellt werden, wie die Schüttelsalbe (oder auch Schüttelcreme und wie auch Deodorants. Wer es perfekt und so samtig-luftig-zart wie von den edelsten Herstellern mag, kann sich bei Heike Käser und ihrer Rührküche inspirieren lassen und nach wundervollen Rezepturen umschauen. Ihr Buch Naturkosmetik selbermachen ist eine wundervolle Fundgrube! Einfacher aber mit wundervollen Verpackungsideen zum Basteln ist Schönheit aus der Natur, auch wie man Feine Seifen und Badeöle macht, ist nicht schwer zu lernen und macht zudem noch viel Spaß, kann geradezu süchtig machen. Bei Deos und Badeölen hat man auch nicht das Problem, dass die Haltbarkeit so kurz ist wie bei Cremes und Körperlotionen (wegen des mehr oder weniger ausgeprägten Anteils an Wasser, das die Keime anzieht).

Eliane Zimmermann Informationen über angstlösende Wirkung von LavendelölMeine engagierte Leserin Bastelfee hat dieser Tage eine teilweise ärgerliche Fernsehsendung im WDR gesehen, in der über die Lavendelölkapseln Lasea hergezogen wurde (hier geht’s zur Zusammenfassung). Ich stimme den Kritikern zu, dass die derzeit in vielen Publikationen geschaltete Werbung für Lasea, die quasi impliziert, dass die lila Kapseln die Angst vor Arbeitslosigkeit nehmen, ziemlich missraten ist. Insbesondere in Gelsenkirchen und im Ruhrgebiet allgemein, wo die Arbeitslosigkeit besonders hoch ist, regt man sich über eine solche fast zynische Reklame auf. Doch deswegen die Wirksamkeit des recht gut wissenschaftlich untersuchten Medikamentes (mehrere Doppelblindstudien) schlecht zu reden, halte ich für sehr fragwürdig. Über die Studie, die dieses Jahr veröffentlicht wurde, habe ich hier (klick!) geschrieben.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieWer eine wirklich unermüdlich engagierte und erfahrene Pflegefachfrau zum Thema ätherische Öle in der Krankenpflege erleben möchte, wer von ihr lernen möchte, wie man onkologischen PatientInnen, insbesondere Kindern mit Krebserkrankungen, mit ätherischen Ölen das Leben leichter machen kann, wer hören möchte, wie jemand Honig (Medihoney) und frische Aloe vera-Blätter im klinischen Bereich einsetzt, sollte unbedingt bei der Pionierin Gisela Blaser in die Schule gehen. Sie war es, die Frauen mit Brustkrebs und den bestrahlungsbedingten Verbrennungen, Narben und entsprechenden Verstümmelungen die erfolgreiche Vor- und Nachsorge mit Niaouli- und Sanddornöl ermöglicht (und bekannt gemacht) hat. Eine einmalige Gelegenheit dazu bietet sich bei dieser ihrer Kooperation mit Sabrina Herber bzw. ihrer Schule Vivere ab Ende Januar 2013.

die neuauflage des “rosa buches” ist erschienen


Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Nun bin ich fast auf dem Weg nach Dublin, auf dem Weg zur Botanica2012, der größten Aromatherapie-Konferenz der letzten Jahre in Europa (in Japan fand eine große Konferenz am vergangenen Wochenende statt). Der “Einmarsch” der Aromatherapeuten in diese wunderbare Stadt (“Mini-London”) steht unmittelbar bevor,  es kommen sogar Referentinnen und TeilnehmerInnen auf Australien und Neuseeland. Von dieser Gruppe werde ich hoffentlich neue Erkenntnisse über weitere aromatische Behandlungsempfehlungen zur Begleitung von Bestrahlungstherapien mitbringen (und ggfs. darüber berichten). Auch freue ich mich auf eine geführte Tour durch den frühherbstlichen Botanischen Garten, der wirklich einer der ganz besonders schönen Gärten ist – nicht nur wegen der viktorianischen Gewächshäuser (Foto links oben und rechts unten), sondern auch wegen vieler alter exotischer Gewächse, die im milden Klima Irlands in freier Natur wachsen und darum interessante Größen erreichen. Mein Vortrag über Lavendelöl bei Angststörungen ist freilich fertig, die Powerpoint-Folien sind verschickt und ich bin gespannt, ob ich zitternd in den “heiligen Hallen” des Ehrfurcht einflößenden Trinity College antreten werde ;-) (Foto links unten). Natürlich wird auch die aktuelle Studie über Lasea mit einfließen.

Wer mehr zur anxiolytischen (angstlösenden) Wirkung von Lavendelöl, Linalool und Linalylacetat sowie vieler anderer ätherischer Öle lernen möchte, und nicht nach Dublin kommen kann, schafft es demnächst vielleicht nach Basel oder Bern, wo ich zwischen Ende September und Anfang Oktober einige Vorträge und Kurse halten werde. In Basel – im Rahmen des zweiten Aromatherapie-Kongresses am 29. September in den Universitären Psychiatrischen Kliniken - geht es um die neurotransmitter-ähnliche Wirkung der Naturdüfte (und wie wir unsere Psyche damit beglücken können). Drei Tage vorher davor halte ich ein Zweitage-Seminar in Bern über evidenzbasierte Aromapflege bei schweren, chronischen Erkrankungen (Schmerzen, Tumore, demenzielle Veränderungen, depressive Verstimmungen etc und viele Doppelblind-Studien zu dem jeweiligen Gebiet), Infos dazu bei Sibylle Broggi-Läubli, Leiterin der Sela-Schule.

Dort werden wir am 10. und und 11. Oktober auch wieder die Moleküle tanzen lassen, also erklären, warum ätherische Öle überhaupt duften und gleichzeitig pharmakologische und selbstverständlich nachweisbare Wirkungen ausüben, welche Beschwerden und Krankheiten besonders gut mit welchen Molekülen behandelt werden können, wir werden viele Studien über Monoterpene und Monoterpenole bei den unterschiedlichsten Tumoren kennen lernen. Auch wird es darum gehen, selbst beurteilen zu lernen, welche Öle man nicht mit Kunststoffen in Verbindung bringen darf (Inhalationsgeräte, Beatmungsschläuche, Wundnähte, Trinkflaschen etc), sowie die Haltbarkeit von ätherischen Ölen selbst abschätzen zu können. Dieses ist mein best besuchtes und seit vielen Jahren regelmäßig gehaltenes Seminar, in dem spielerisch und humorvoll scheinbar komplizierte Zusammenhänge auf unterhaltsame und interaktive Weise präsentiert werden. Ein Muss für Menschen in der Pflege, vor allem wenn sie sich vor Vorgesetzten rechtfertigen müssen und “Beweise” über die Wirkung und Unschädlichkeit der Aromapflege liefern müssen. Infos dazu bei Sibylle Broggi-Läubli, Leiterin der Sela-Schule

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Es hat zwar länger gedauert, doch nun ist es wieder erhältlich: Mein “rosa Buch”, Aromatherapie – die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle ,das nun nicht mehr rosa ist.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyFür die zweite Auflage mussten die zarten Rosenblütenblätter weichen und wurden durch eine Frangipaniblüte in einer dunklen Schale ersetzt. Der zweite kleine Unterschied zur ersten Auflage besteht  darin, dass die fehlenden Zeilen (die hier auf dieser Seite in der rechten Spalte unten stehen) wieder eingefügt worden sind und dass ich einige Adressen hinten im Anhang aktualisiert habe. Ein paar winzige Tippfehler wurden zudem ausgemerzt. Noch habe ich kein Exemplar bekommen, ich bin sehr gespannt auf den neuen Einband “in echt”.

komplementäre sterbebegleitung


Vor drei Jahren hatte ich einen Buchbeitrag zum Thema aromatische Palliativpflege verfasst, doch umfasst das gesamte Buch zig andere Bereiche und ist zudem sehr kostenaufwändig. Ich werde jedoch sehr häufig nach Literatur zu diesem wichtigen Thema gefragt. So werde ich in naher Zukunft diesen Buchbeitrag überarbeiten und, um aktuelle Studien ergänzt, als E-Book herausgeben, empfehle jedoch einstweilen ein wunderbares Buch, das sich an Fachkräfte wendet.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyKomplementäre Sterbebegleitung (für Infos und Bestellung klicken) wurde von einem überaus kompetenten AutorInnen-Team zusammengestellt (unter anderem Ursel Bühring), die Herausgeberinnen sind Gudrun Huber und Christina Casagrande. Gudrun Huber ist Gründerin und Leiterin der Akademie Panta Rhei (am Ammersee nahe München), in der Fortbildungen zu diesem Themenbereich angeboten werden. Heilpraktikerin Christina Casagrande ist vielleicht “alten Hasen und Häsinnen” unter euch bekannt als Mitbegründerin von Forum Essenzia. Sie hat bereits seit 1986 Erfahrungen mit ätherischen Ölen, da sie bei Susanne Fischer-Rizzi lernte und mit den Anstoß gab, die inzwischen marktführende Ölefirma Primavera zu gründen.

In diesem Standardwerk werden unterschiedliche Behandlungskonzepte aus bewährten Bereichen der interdisziplinären Sterbe- und Trauerbegleitung jeweils auf einigen Seiten erläutert: Anthroposophische Medizin, Aromatherapie, Atemübungen aus dem Yoga, Bachblütentherapie, Basale Stimulation, Homöopathie (insbesondere mit den wunderbaren Ceres-Urtinkturen), Musiktherapie, Phytotherapie, Spagyrik und einige andere mehr. Zuvor werden auf 40 Seiten alte und neue Erkenntnisse über der Prozess des Sterbens erläutert, die Bedürfnisse von Sterbenden werden beleuchtet und die Rolle der unterstützenden Begleiter untersucht.

Es folgen 70 Seiten über alle möglichen körperlichen und seelischen Symptome und dazu passende vielfältige Einsatzmöglichkeiten der oben erwähnten Ansätze. Von dermatologischen Symptomen wie Dekubitus und Juckreiz über Schmerzen, neurologischen Symptomen wie Krampfanfällen und Schlaflosigkeit bis zu Infektionen, Mundtrockenheit und Aggressionen wird kein wesentliches Thema ausgelassen. Für jeden Bereich werden unterschiedliche komplementäre Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt, denn nicht jeder Ansatz ist für jeden Patienten und jede Patientin zu jeder Zeit “richtig”.

Auch der Trauerbegleitung von Angehörigen wird auf fast 50 Seiten Aufmerksamkeit geschenkt. Hilfreiche Adressen runden dieses über 200 Seite starke Werk ab, mit dem sowohl Familienangehörige als auch alle Angehörigen von pflegenden Berufen ein ausführliches, dichtes und vielfältiges Schatzkästlein zur Verfügungen haben. Ein Grundlagenwerk eben.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyUnd da ich seit vielen Jahren ein großer Fan der Spagyrik und der Solunate bin – zudem kamen beide Bücher im selben Paket – erwähne ich hier noch ein wertvolles Fachbuch, auch von Christina Casagrande: Praxis Spagyrik nach Alexander von Bernus (für Infos und Bestellung klicken) wendet sich zwar an HeilpraktikerInnen und ÄrztInnen, doch als InteressentIn der traditionellen und doch hochmodernen Behandlungsmethoden mit Kräuter- und Metallelixieren werden auch einigermaßen informierte Laien ihre Freude an diesem ausführlichen Kompendium haben. Immerhin kann die Spagyrik als Vorgängermethode der Aromatherapie betrachtet werden, werden doch viele Heil- und Duftpflanzen für die Mittel destilliert. Auch die Homöopathie hat ihre Wurzeln in diesem Bereich.

Christina Casagrande hat kaum einen Bereich ausgelassen, es kann so vieles mit Solunaten reguliert und geheilt werden: Allergie, Autoaggression, Multiple Sklerose, Bulimie, Trigeminusneuralgie findet man unter anderem bei “Organübergreifenden Therapieansätzen” (fast 50 Seiten), bei “Organspezifischen Therapieansätzen”  findet man auf über 70 Seiten vielfältige Lösungsvorschläge von Asthma bronchiale und Anämie über Bandscheibenvorfall, Endometriose, Impotenz, Reizblase bis zu Vaginalen Pilzinfektionen, Zoster (Gürtelrose) sowie Zystitis (Blasenentzündung). Es folgen noch 20 Seiten mit Zusatztherapien, unter anderem mit Aromatherapie. Dieses Buch ist also ein Füllhorn an Informationen, will man sich unabhängiger von der “Schulmedizin” machen, möchte man eigenverantwortlich etwas FÜR seine Gesundheit tun, wünscht man ausführliche Informationen zu den wunderbaren Soluna-Flaschen (welche die Herstellerfima nicht auf ihrer Website geben darf).

PS Ich freue mich über Kommentare und Ergänzungen, in diesem neuen Design klickt man dafür auf das graue Sprechblasenkästchen rechts von der Überschrift!