neue studien mit ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch erwähnte im Zusammenhang mit meinem ausführlichen Buchbeitrag über die doch inzwischen reichlich vorhandenen klinischen Studien mit ätherischen Ölen bereits, dass diese zwar nicht schwer zu bekommen sind, jedoch meistens ab 35 Euro/Dollar kosten. Nun erhält man aber auch etliche Arbeiten kostenlos, sei es weil methodische Fehler vorliegen (beispielsweise Reihenfolge der Präsentation der Forschungsabschnitte, fehlende Themengebiete wie plausible Schlussfolgerung), weil sie viele Schreib- und Formulierungsfehler enthalten (‘Lavendula augustifolia’ ist noch einer der harmloseren Tippfehler), weil sie unsachlich vorgestellt werden (“das Wunderkraut…!”) oder weil sie schlichtweg nicht den heutigen Forderungen für wissenschaftliches Arbeiten entsprechen (doppelblind, randomisiert, durch Ethik-Kommission genehmigt etc). Dennoch können wir PraktikerInnen oft wichtige Schüsse und Erkenntnisse aus solchen Arbeiten ziehen. Hier nun drei kostenfreie Arbeiten für die relaxten Sommer-Sonnenstunden im Liegestuhl, sie sind – wie fast immer – in englischer Sprache verfasst:

In dieser zehnseitigen Studie (klick!) aus Südafrika (2013) wird die antimikrobielle Wirkung von Lavendelöl ausführlich durchleuchtet (in-vitro=nicht am Menschen). Spannend ist die Erkenntnis, dass die Kombination von Lavendelöl mit einem anderen Öl eine niedrigere Konzentration (MIC=minimum inhibitory concentration) erfordert, um die drei getesteten (weit verbreiteten) Krankheitskeime Candida albicans, Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa zu eliminieren. Selbst wenn das nicht interessiert, profitiert man von einer prima Liste mit den wichtigsten Inhaltsstoffen von vielen ätherischen Ölen, welche zum Vergleich herangezogen worden sind.

Bei dieser sehr innovativen Arbeit (klick!) (China/USA 2013) wird beleuchtet, wie die tägliche Inhalation von unterschiedlichen ätherischen Ölen (Lavandula angustifolia, Salvia sclarea, Santalum album und Citrus sinensis) sich auf 29 Parameter  im Urin von 52 freiwilligen StudienteilnehmerInnen auswirkt. Die Schlussfolgerung ist, dass es signifikante metabolische Veränderungen gibt, ohne dass die Hauptbestandteile der Öle noch im Urin nachweisbar waren. Gleichzeitig wurden positive Veränderungen der psychischen Befindlichkeit beobachtet, wie beispielsweise eine Reduktion von Ängstlichkeit.

Bei dieser ägyptischen klinischen Studie (klick!) (2013) mit knapp 100 freiwilligen Teilnehmerinnen (Krankenpflege-Studentinnen) wurde untersucht, wie sich eine tägliche 10-minütige Aromatherapie-Baucheinreibung (Zimt, Gewürznelke, Rose, Lavendel) auf Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe) auswirkt. Mit dieser Untersuchung konnten zwei ähnliche Studien widerlegt werden, die aufgezeigt hatten, dass vor allem die Massage für die schmerzlindernde Wirkung verantwortlich war und die nicht bewiesen konnten, dass die ätherischen Öle analgetische Wirkung hatten.

ätherische öle und kunststoff


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs geht doch nichts über praktisches Anschauungsmaterial! Da hört man immer wieder, dass ätherische Öle Kunststoff angreifen können. Doch wenn man einmal selbst einen Tropfen Mandarinen-, Orangen- oder Zitronenöl in so ein zum “emulgieren” gerne verwendetes Kaffeesahnetöpfchen gegeben hat, und dann beobachtet, in wie wenigen Minuten das Pöttchen zerfressen ist, geht man sicherlich nicht mehr leichtsinnig mit der Aufbewahrung von Ölemischungen um. Ich hatte vor anderthalb Jahren bereits einmal hier ausführlich über dieses Thema geschrieben und wollte heute mal wieder dran erinnern. Denn derzeit schnieft und hustet es überall und sicherlich wird auch mal zur Inhalationsmaschine gegriffen.

Da Billiginhalatoren vom Discounter oder Kaffeeröster sicherlich nicht der Qualität von viel teureren Maschinen aus der Apotheke oder dem Sanitätsfachhandel entsprechen, ist Vorsicht geboten. Man sollte also insbesondere keine Nadelöle und keine Zitrusöle in Geräte geben, wenn sie nicht für ätherische Öle geeignet oder zugelassen sind. Man riskiert einerseits die Zerstörung der Kunststoffteile oder des ganzen Maschinchens, andererseits können wir Laien nicht beurteilen, welche giftigen Anteile im Plastik durch diesen Auflösungsprozess freigesetzt werden und dann mit inhaliert werden.

Ich habe hervorragende Erfahrungen mit der Inhalation von Manukaöl, dieses enthält so gut wie keine Monoterpene (ohne funktionelle Gruppe) und scheint sehr pfleglich mit Kunststoff umzugehen. In unserem Pariboy Inhalator wird ein Tropfen Manukaöl mit circa 2 ml Rosenhydrolat verschüttelt und jeweils damit 3x täglich inhaliert (stark gegen Viren und Bakterien und entzündungshemmend-schmerzlindernd). Auch Kamillenöl ist für diesen Zweck geeignet, sowie alle Öle die weder klebrig sind (wie Benzoe) und die wenig(er als 10 Prozent) Monoterpene enthalten. Im oben abgebildeten “Experiment” vergleichen wir in Kursen unterschiedliche Zitrusöle. Das gezeigte Loch entstand in weniger als 10 Minuten mit Orangenöl. Bergamotteöl richtet kaum Schaden am Kaffeesahnetöpfchen an, auch Lavendelöl verursacht fast keine Auflösungserscheinung, allenfalls eine minimal klebrig-angegriffene Oberfläche (je nach Öl und Dauer). Pfefferminzeöl kann auch Kunststoffe angreifen. Im Zweifelsfalle testet man das ätherische Öl seiner Wahl an einer versteckten/unwichtigen Stelle seines Gefäßes oder Gerätes.

Bestimmte Kosmetikgefäße und auch viele Medizinprodukte sind aus anderem Kunststoff hergestellt, insbesondere typische aromapflegerische Verdünnungen von circa 1 bis 2 Prozent kann man problemlos darin aufbewahren. Gefährdet sind jedoch auch diese dünnen-faltbaren Getränkeflaschen, also niemals selbst gemachte Limonaden darin herstellen und aufbewahren.

(zwangs-)verdünnungen von ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapySeit einigen Jahren haben wir uns daran gewöhnt, dass auf den meisten Ätherische-Öle-Fläschchen das Gefahrensymbol Xn (Andreaskreuz) aufgedruckt ist. Wir kannten es bis zu dieser Vorschrift als Erkennungsmerkmal für giftige Chemikalien, etwa aus der Welt der Baumärkte (Lösungsmittel, Pinselreiniger, Kleber etc). Alle ätherischen Öle (und andere “Chemikalien”), welche über 10 Prozent Kohlenwasserstoffe enthalten, müssen entsprechend der Gefahrstoffverordnung mit diesem international gültigen Zeichen gekennzeichnet werden.
AromatherapieDa ein Großteil der ätherischen Öle mit einen hohen Anteil an Monoterpenen ausgestattet ist, gilt für sie die aufgedruckte (aufkleben nicht gestattet) Kennzeichnungspflicht mit dem Symbol (Größe und Farbe sind vorgeschrieben), verbunden mit einem ausgeschriebenen Gefahrenhinweis und dem aufgeklebten erhabenen Dreieck, das von sehbeeinträchtigten/blinden Menschen ertastet werden kann. Es ist schon irgendwie zynisch, dass ein Produkt, dass (bei korrekter Anwendung) die Gesundheit so wundervoll fördern kann (antibakteriell, kortisonartig-schmerzlindernd etc), als gesundheitschädigend gekennzeichnet werden muss. Ob demnächst auch Zwiebeln, Knoblauch, Meerretich & Co. den Aufdruck tragen müssen? Oder gar aus der Küche verschwinden müssen, denn sie können schwere Reizungen verursachen.
AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannNeben inhaltlichen Qualitätskontrollen, die für de Endverbraucher sicherstellen, dass er hochwertige und ehrliche Öle kauft, machen diese Vorschriften einen erheblichen Anteil am Preis des ätherischen Öles aus (öfters Etiketten neu und mit Zusatzfarbe drucken, sich ständig informieren, Anwälte bezahlen etc). Dazu kommen bei ‘Bio-Ölen’ die hohen Kosten für die zusätzlichen jährlichen Kontrollen und Siegel. Letztendlich ist das Billigste im Fläschchen das ätherische Öl. Davon erhalten diejenigen Personen, die auf dem Feld arbeiten, sich bücken und krummlegen beim Vermehren, Pflanzen, Jäten, Ernten und Destillieren nur einen verschwindend geringen Anteil.
Um die Symbole “ätzend” und “giftig” umgehen zu können, steht es den Lieferanten frei, bestimmte Inhaltsstoffe durch Verdünnen ihrer Öle, in den zulässigen, nicht mehr kennzeichnungspflichtigen Bereich zu bringen. Firmen, die eher gut geschulte Fachpersonen beliefern, verzichten unter Umständen lieber auf das Verdünnen, um den Therapeuten die Freiheit zu lassen, das pure Öl so zu verdünnen, wie sie es für die jeweiligen Patienten für erforderlich halten. Firmen, die den breiten Markt bedienen, möchten vermutlich nicht durch Totenkopf & Co. verschrecken und setzen die Vorschriften um, verdünnen also. Beim deutschen Marktführer Primavera sieht es derzeit so aus:

  • Anissamen (Pimpinella anisum): 24% in Weingeist/in ethanol (ethyl alcohol)
  • Eisenkraut Grasse (Aloysia triphylla): 10% in Cymbopogon citratus
  • Basilikum (Ocimum basilicum): 10% in Weingeist/in ethanol
  • Estragon (Artemisia dracunculus): 12% in Weingeist/in ethanol
  • Fenchel (Foeniculum vulgare): 19% in Weingeist/in ethanol
  • Frangipani (Plumeria alba): 20% in Weingeist/in ethanol
  • Ginster (Spartium junceum): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Iris (Iris pallida): 95%, 5% Champaca
  • Iris (Iris pallida): 1% in Weingeist/in ethanol
  • Lorbeer (Laurus nobilis): 30% in Weingeist/in ethanol
  • Magnolienblüte (Michelia alba): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Melisse: 30%, 70% in Lavandula
  • Mimose (Acacia dealbata): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Moschuskörner (Hibiscus abelmoschatus): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Neroli (Citrus aurantium flower): 10% in Weingeist/in ethanol
  • Osmanthus (Osmanthus fragrans): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Oud (Aquilaria malaccensis): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Rose (Rosa damascena from different countries) bulgarisch, indisch, persisch, türkisch, türkisch bio: 10% in Weingeist/in ethanol
  • Thymian Thymol (Thymus vulgaris): 19% in Weingeist/in ethanol
  • Tuberose (Polianthes tuberosa): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Veilchenblätter (Viola odorata leaves): 13% in Weingeist/in ethanol
  • Zimtblätter (Cinnamomum zeylanicum leaves): 6% in Weingeist/in ethanol
  • Zimtrinde (Cinnamomum zeylanicum bark): 60% in Weingeist/in ethanol

Etliche Öle werden aus Kosteneinspargründen verdünnt, vor allem die blumigen Düfte (Champaca, Frangipani, Ginster, Iris, Magnolienblüte, Mimose, Neroli, Osmanthus, Tuberose, Veilchenblätter), auch Moschuskörner und Oud sowie “Eisenkraut” und Melisse wären pur unnötig teuer. Bei Anis, Fenchel, Basilikum, Estragon geht es um die angeblich lebertoxischen phenolischen Verbindungen, vor denen die VerbraucherInnen geschützt werden sollen, genau so in Lorbeer und Rose, deren “gefährlicher” Inhaltsstoff Methyleugenol angeblich die Konsumenten schädigen kann (ja, pures Rosenöl ist dem Gesetzgeber in naturkosmetischen Produkten zu gefährlich!). Zimtblätteröl enthält eine Spur Safrol, vor dieser phenolischen Verbindung muss geschützt werden. Bohnenkraut, Oregano und Thymian Thymol müssen aufgrund ihres Anteils an Thymol und Carvacrol verdünnt werden (oder erstere werden sogar ganz aus dem Programm genommen), ähnlich hautreizend wirkt Cinnamal (Zimtaldehyd) in Zimtrindenöl.
Für Kenner ist es interessant, dass potenziell hautreizende Öle wie Bay, Nelke und Tulsi (Heiliges Basilikum) nicht verdünnt angeboten werden müssen. Auch ein Öl, mit dem man bei grob übertriebener Einnahme (circa 5 ml) jemanden töten könnte, wird bislang nicht reguliert. Ein anderes, das abortiv wirkt, kann man gerade jetzt öfters auf Weihnachts(floh)märkten kaufen.

European (and worldwide) regulations are becoming stricter every year, so many essential oils have to carry symbols which appear frightening to the consumer who isn’t educated in aromatherapy. If companies choose to avoid the symbols for ‘irritant’ and ‘toxic’ they have to dilute the essential oils which contain thymole, carvacrole, safrole, methyleugenol (rose!) and methylchavicol. Most absolutes from flowers are diluted for price reasons as are the essential oils of agarwood and ambrette. Some of the most toxic oils though – one can kill after the ingestion of 5 ml, the other can be abortive – are still freely available without any warnings.

PS Monika Volkmann hat in ihrem Blog auf eine gute Sendung (auch per Internet) zum Thema MRSA – resistente ‘Klinikkeime’ – aufmerksam gemacht, damit sollte sich wirklich jeder beschäftigen, denn man weiß nie, ob bzw. wann man in eine Klinik kommen könnte. Und man sollte wissen, dass die Gefahr durch bestimmte ätherische Öle deutlich eingedämmt werden kann (siehe dazu in der rechten Spalte die Liste der Kategorien, ich habe bereits öfters darüber geschrieben). Die auf MRSA-Opfer spezialisierte Anwaltskanzlei informiert über die rechtlichen Aspekte auf ihrer Website.

styraxöl für die süße inhalation


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyInsbesondere Kinder, jedoch auch ältere Menschen mit angegriffenen Atemwegen, mögen oder vertragen Inhalationen und Brusteinreibungen mit den typischen eukalyptusriechenden Ölen nicht. Eine wohlduftende Alternative ist ein Tröpfchen des leicht marzipanartig duftenden Styraxöles, gewonnen aus dem großen Amerikanischen Amber-Baum Liquidambar stryraciflua (in meinem Kursbuch hat sich dieser Fehler, Liquidamber mit E zu schreiben, bis in die 5. Auflage durchgeschlichen). Ein kleinerer naher Verwandter aus der Türkei heißt Liquidambar orientalis. Beide gehören zur Familie der Hamamelisgewächse (wie auch die Zaubernuss). Die wunderschönen herbstbunten Blätter werden von Laien meistens für Ahornblätter gehalten – er ziert im mittleren Europa oft Parks und Gärten.

Auch wenn die zerriebenen Blätter fein duften können, das ätherische Öl wird aus dem Harz destilliert und enthält alpha-Pinen, Sabinen, Terpineol-4 (Hauptinhaltsstoff von Teebaumöl), dazu verschiedene aromatische Alkohole, Ester und Säuren. Spuren des aromatischen Aldehyds Vanillin untermalen das leicht süßliche Aroma, das deutlich, jedoch nicht unangenehm an ‘Maler und Lackierer’ oder Füllerpatronen erinnert. Das Öl wirkt antibakteriell, schleimlösend und krampflösend. Es ist ein wundervoller Inhaltsstoff für Hautsalben, wenn undefinierbare Entzündungen, Geschwüre und Schuppungen plagen und wenn Hämorrhoiden drücken. In Brustsalben 1%-ig eingearbeitet, lindert es Husten und Kurzatmigkeit bei Bronchtis. Auch Einreibungen neben der Nase zur Linderung von Nebenhöhlenbeschwerden damit können hilfreich sein. Zudem sorgen die vielen verschiedenen phenolischen Verbindungen für eine Aufhellung von trüber Stimmung.

Ich finde es eigenartig, dass ich in einschlägigen Datenbanken keine Hinweise auf wissenschaftliche Studien zu diesem Öl finde, seine Wirkungshinweise beruhen auf der traditionellen Erfahrungsmedizin. Wichtig ist es übrigens, auf destillierte Qualität zu achten, denn Extrakte (Resinoide, eher dunkel und extrem klebrig) können reizende Stoffe enthalten. Dennoch sollte Menschen mit ausgeprägter Neigung zu Allergien vorsichtig mit dem Öl sein.

PS. Eine der ‘Nordlicht-Aromafachfrauen’, Tina Böhm, wird sich ab sofort nicht nur politisch für die gesundheitsfördernde Arbeit mit ätherischen Ölen einsetzen, sie informiert auch im lokalen Radio Leinehertz 106,5 Hannover darüber, beispielsweise in der Sendung am kommenden Montag 28.11. von 17 bis 18 Uhr.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

American Sweet Gum essential oil distilled from Liquidambar styraciflua is an effective and sweetish (even slightly marzipan-like) smelling help in inhalations against bronchial complaints. It is a good alternative for very sensitive patients like small children and elderly people who don’t like pungent eucalyptus-like smells. It can be added to self made ointments against ulcers and different kinds of skin ailments. As it contains many aromatic (phenolic) molecules it also has a good uplifting action.

aromapflege-begleitung auch (und gerade) bei schweren krankheiten


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyMenschen, die ätherische Öle in der Pflege von Kranken anwenden, werden gerne belächelt. Verantwortliche Ärzte/innen und auch Pflegedienstleitungen lassen entsprechende Wünsche nach diesem Engagement gerne abblitzen, vor allem in nördlichen und östlichen Gebieten Deutschlands (kein Mensch weiß das sehr augenfällige Nord-Süd-Gefälle bei naturheilkundlichen Behandlungen zu erklären). Wie bereits öfters hier erläutert, können ätherische Öle zwar keine “hoffnungslosen” Krankheiten heilen, sie können dennoch kleine Wunder und vor allem neue Hoffnung geben. Denn der Verlauf von sehr belastenden Zuständen wird durch eine fachgerechte Aromapflege fast immer extrem positiv beeinflusst. Zudem vermag die BeHANDlung mit ätherischen Ölen auch schwerst erkrankten Patienten/innen ein Stück WÜRDE zurückgeben. Dieses Grundrecht des Menschen, in §1 des deutschen Grundgesetzes festgehalten, gerät zusehends in den Hintergrund. Kranke Menschen werden immer mehr verwaltet und dienen vor allem einem Zweck: der Aktiengesellschaft Krankenhaus zu noch besseren schwarzen Zahlen zu verhelfen und einer unanständig reichen Industrie zu noch mehr Gold zu verhelfen. Und das, obwohl das Recht auf Würde, gerade in kranken Zeiten, einklagbar wäre, Artikel 1, (1) sagt: “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.”

Nur Pflege die nicht zusätzlich schmerzt, vielmehr Pflege die sogar gut tut, Pflege, die Körper und Seele gleichermaßen betreut, entspricht dem Grundgesetz! Wenn grausame Krankheiten mit einfachen (und vergleichsweise preiswerten) Mitteln gelindert werden können, warum wird es dann nicht viel öfter getan? Einen engagierten Einsatz möchte ich hier zeigen, der zwar wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirken mag, aber für den betroffenen Patienten Großes bedeutet. Anja K. hat die Schritte fotografisch festgehalten (wer empfindlich ist, bitte ab jetzt weg schauen!), ich darf sie mit Einverständnis des Patienten, der am Charcot-Fuß leidet, zeigen. Fast immer ist diese Deformierung samt Knochenbrüchen eine Begleiterscheinung von schwerem Diabetes. Die Schmerzen dabei sind zum Glück nicht ausgeprägt, doch die Infektionsgefahr ist riesig und oft droht eine Amputation.

A patient with the neuropathic athropathy called Charcot foot (occurs mostly with patients who suffer from serious diabetes) was discharged from hospital with no further recommendations as to how take care of the horrendous condition of his foot. Nurse Anja, K. looked after him and treated him with the following two recipes of essential oils, each mixed in 500 g (about a pound) of sea salt and 30 ml apricot kernel and St. John’s worth respectively.

AiDA AromatherapyIn diesem Zustand stellte man Anja K. den Patienten vor: 2. Mai, Entlassung aus dem Krankenhaus, Zustand nach Rivanol-Behandlung. Es gab keinerlei Empfehlung zur weiteren Pflege. Nach einem Kernseifenbad zum Lösen extremster Verkrustungen (man sah kaum noch Haut) wurden diese Fotos gemacht. Das aromapflegerische Konzept sah ein regelmäßiges Fußbad vor, das gleichermaßen die Haut wieder aufbauen hilft und Keimen entgegenwirkt. Auf 500g Meersalz und 30 ml Aprikosenkernöl wurden folgende ätherische Öle gemischt:

  • 10 gtt Lavandula angustifolia (Lavendel fein), hautregenerierend, antiinfektiös
  • 6 gtt. Pelargonium graveolens (Rosengeranie), hautregenerierend, antiinfektiös
  • 6 gtt. Cymbopogon martinii (Palmarosa), hautregenerierend, antiinfektiös
  • 6 gtt. Melaleuca viridiflora (Niaouli), hautfreundlich, antiinfektiös
  • 6 gtt. Melaleuca alternifolia (Teebaum), hautfreundlich, sehr breitflächig antiinfektiös
  • 6 gtt. Thymus vulgaris Ct. Linaool (Thymian mild), hautfreundlich, sehr breitflächig antiinfektiös

Ein gestrichener Esslöffel von dieser Salzmischung wurde auf 5 Liter warmes Wasser gegeben und die Füße darin ein bis zweimal darin für circa fünf bis zehn Minuten gebadet. Damit die ohnehin schorfige Haut nicht zu sehr austrocknet (Salz hilft zwar, dass die Öle sich gut in Wasser auflösen, trocknet jedoch aus), sollte abwechselnd ein Bad ohne Salz gemacht werden, in diesem Falle wurden nur 3 Tropfen Lavendelöl in einem Esslöffel Honig aufgelöst und in die 5 Liter Wasser gegeben. Guter Honig verstärkt die antibakterielle Wirkung. Nach zwei Wochen sah der Fuß dann so aus (after two weeks of bathing in the above mixture  the foot looked like that):

AiDA AromatherapyDie Meersalzmischung war nach sieben Wochen aufgebraucht und Anja K. mischte eine neue Variante in 500 g Meersalz und 30 ml Johanniskrautöl:

  • 4 gtt. Lavandula angustifolia (Lavendel extra), hautregenerierend, antiinfektiös
  • 6 gtt. Pelargonium graveolens (Rosengeranie), hautregenerierend, antiinfektiös
  • 4 gtt. Achillea millefolium (Schafgarbe), auf chronische Prozesse regulierend wirksam, entzündungshemmend
  • 4 gtt. Melaleuca alternifolia (Teebaum), hautfreundlich, sehr breitflächig antiinfektiös
  • 5 gtt. Cymbopogon martinii (Palmarosa), hautregenerierend, antiinfektiös
  • 4 gtt. Thymus vulgaris Ct. Linaool (Thymian mild), hautfreundlich, sehr breitflächig antiinfektiös
  • 4 gtt. Daucus carota (Karottensamen), auf chronische Hautprobleme stark regulierend wirksam
  • 3 gtt. Matricaria recutita (Kamille blau), auf chronische Prozesse regulierend wirksam, entzündungshemmend

Der Fuß sah inzwischen so aus (after seven weeks the first recipe was replaced by the mixture above and the foot looked like that):

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The Ehefrau des Patienten kümmert sich nun um die Fußbäder ihres Mannes, welche mindestens zweimal wöchentlich durchgeführt werden müssen, da die Haut schnell rückfällig wird. Nicht nur die beiden sind vom Erfolg begeistert, sondern auch deren Hausarzt. Und hier sind wir wieder beim Thema Würde: Diese Behandlung tut nicht nur nicht weh oder ist sonst irgendwie unangenehm, nein, sie duftet ja ganz fein und hat dadurch sogar einen Spaßfaktor. Die Compliance, also das selbstverantwortliche Mitmachen, fällt somit (relativ) leicht. Der Mensch bekommt ein “Werkzeug”, seine Gesundheit (in bestimmten Maßen) selbst in die Hand zu nehmen. Nach bislang vier Monaten ist die Lage immer noch recht stabil (The pics below show the foot after 4 months. The patient’s wife takes care that he bathes his foot at least two times per week as the condition tends to reoccur quite fast. Above I discussed the role of dignity in a patient’s care – aromatherapy is a relatively cheap treatment with great effects and even ‘happylizing’ side-effects – and a regime is quite easy to follow as the fragrance is nice so the patient’s compliance is easier to achieve as with ‘bitter medicines’ which might even hurt). 

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letzte chance bei mrsa: ätherische öle


AiDA AromatherapyManchmal bin ich mir nicht sicher, ob es nicht vielleicht ganz gut ist, dass Laien keine Ahnung haben, was in vielen Kliniken bezüglich untherapiebarer Infektionen, beispielsweise mit MRSA, abgeht. Als Halb-Laie bekommt man bereits einiges mit, das sehr erschreckend ist. Als Insider, also als Angehörige(r) eines Pflegeberufes in Klinik oder Pflegeheim, wird das Leben zunehmend schwieriger und auch gefährlicher.

Unter der Überschrift “Resistente Bakterien: Mediziner verlieren den Kampf gegen Killer-Keime” hat sich Spiegel Online vor einigen Tagen dieses Themas angenommen. Man erfährt, dass inzwischen jährlich allein in der EU 25.000 Menschen durch Infektionen mit antibiotikaresistenten Mikroben sterben müssen. 400.000 Menschen pro Jahr infizieren sich mit resistenten Keimen. Meistens erfolgt die Ansteckung in Pflegeinstitutionen, oft als “Nebenwirkung” während der Behandlung von ‘harmlosen Beschwerden’ wie Knochenbrüchen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt bereits vor dem “post-antibiotischem Zeitalter”. Alltägliche Erkrankungen wie Mandelentzündungen oder Nasennebenhöhlenentzündungen enden immer öfter tödlich. Das will momentan keiner wahrhaben, selbst viele niedergelassene Ärzte wollen das nicht so recht zur Kenntnis nehmen.

AiDA AromatherapyDurch die Omnipräsenz von Antibiotika (in Fleisch, Reinigungsmitteln, Kosmetik etc) und  durch den falschen Umgang mit diesen einst revolutionären Medikamenten haben die ‘Biester’ reichlich Gelegenheit, immunisierende Enzyme gegen diese viel zu oft eingesetzten Monopräparate zu bilden. Mit den potenziellen Todeskeimen infizierte  PatientInnen werden isoliert und vereinsamen noch mehr als bei normalen Aufenthalten in Kliniken und Heimen. Viele durchlaufen jahrelange Torturen mit unterschiedlichen Medikamenten, endlosen Schmerzen, Arbeitsunfähigkeit und vielem Leid mehr. Kliniken müssen Menschen mit diesem Keimbefall jedoch identifizieren, um die Verbreitung einzudämmen und nicht noch mehr immungeschwächte und/oder ältere PatientInnen zu gefährden. Inzwischen sterben auch immer wieder junge Menschen an Killerkeimen. Aufwändige fünffache Abstriche werden bereits bei Einlieferung ins Krankenhaus vorgenommen, um sicher zu stellen, dass diese moderne ‘Pest’ nicht in die jeweilige Institution eingeschleppt wird.

Auf der anderen Seite gibt es ätherische Öle, die seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ausreichendst auf ihre antibiotischen Wirkweisen durchuntersucht worden sind. Es existieren tausende von Aromatogrammen (Foto oben und links [auf Foto klicken zum Vergrößern]), vor allem in der französischen Literatur. In Deutschland und Österreich gibt es auch Labore, die diese reproduzierbaren Tests vornehmen, besonders engagiert ist diesbezüglich die Karlsruher Apothekerin Dorothea Hamm.

Allen voran sind es die Öle, die reich an den Monoterpenphenolen Thymol, Carvacrol und Eugenol sind:AiDA Aromatherapy

Auch Leptospermum scoparium (Manuka) und Melaleuca alternifolia (Teebaum) können mit erfolgreichen Aromatogrammen aufwarten. Lavendelöl, alleine eingesetzt nicht besonders keimtötend, kann erfolglose Antibiotikagaben  auf unerklärbare Weise ‘aktivieren’. Diese und auch noch andere ätherische Öle werden seit vielen Jahren in aufgeschlossenen Kliniken und Pflegeinstitutionen erfolgreich gegen MRSA eingesetzt – manchmal durch Anfrage von Ärzten, die mit ihrem Latein am Ende sind. Fast immer beenden sie die Leidenskarriere der Betroffenen. Wenn diese Öle in hochwertiger, genuiner (ungepantschter) und möglichst pestizidfreier Qualität eingesetzt werden, sind Resistenzen so gut wie ausgeschlossen, weilAiDA Aromatherapy

  • natürliche ätherische Öle sind Vielstoffgemische (Abbildung rechts) aus bis zu 350 unterschiedlichen Molekülen, die Mikroben haben es damit mehr als schwer, sich auf all diese Inhaltsstoffe einzustellen.
  • natürliche ätherische Öle sind ‘lebendige’ Substanzen, sie reagieren sogar sehr empfindlich auf Licht, Sauerstoff und Wärme, so dass sie sich ständig in der Zusammensetzung  verändern, auch das führt die Keime sozusagen an der Nase herum.

Einmal fragte eine meiner Kursteilnehmerinnen den Arzt, der in meinem Kurs dieses Thema im obigen Sinne erläuterte, WARUM dann ätherische Öle nicht flächendeckend zum Wohl ALLER PatientInnen eingesetzt werden und er berichtete, dass das meistens an der Überheblichkeit vieler seiner KollegInnen scheitert. Was nicht sein kann, darf nicht sein, ätherische Öle werden noch zu oft mit Weichspüler, Duftkerze und esoterischen Ritualen assoziiert.

Jedoch gibt es bereits viele MedizinerInnen, die sich schlicht haben überzeugen lassen, sie konnten in vielen Fällen zuschauen, wie sich der Zustand der infizierten PatientInnen besserte. Offenbar gibt es bei dieser Erfolgsgeschichte der Aromapflege ein erhebliches Nord-Süd-Gefälle, aus unerklärlichen Gründen sind ÄrztInnen in Österreich, der Schweiz und im südlichen Deutschland wesentlich bereiter, ätherische Öle einzusetzen als in nördlicheren Gefilden. Nicht nur die PatientInnen direkt können mit gezielten Ätherisch-Öl-Mischungen gesund gepflegt werden. Es wurde von vielen Pflegenden beobachtet, dass sogar der unspezifische Einsatz von ätherischen Ölen, beispielsweise für Waschungen, zur Raumluftverbesserung, zum Schnuppern auf Tüchern etc, das Vorkommen von resistenten Keimen in den jeweiligen Insitutionen reduzierte oder dass der Keim einfach aus dem Haus verschwand.AiDA Aromatherapy

Ich wage zu behaupten: Mit dem gezielten (oder gar unspezifischen) Einsatz von genuinen, nicht standardisierten und nicht mit künstlichen Substanzen vermischten ätherischen Ölen könnte man die Todesrate bei Killerkeim-Opfern stark reduzieren, möglicherweise auf weniger als die Hälfte Todesfälle. Jedes Individuum, das nicht unnötig an MRSA oder anderen Monstermikroben leider und sterben muss, wäre sicherlich für diese Information und für eine gekonnte Aromapflege in diese Richtung dankbar. Wie schon die engagierte britische Aromatherapeutin, Gesundheitswissenschaftlerin und Krankenschwester Dr. Jane Buckle vor Jahren sagte: Ätherische Öle könnten die Antibiotika der Zukunft werden. Wenn man sich die ähnlichen chemischen Strukturen von einigen Antibiotika und von einigen Inhaltsstoffen von ätherischen Ölen anschaut, wird diese Behauptung auch leicht erklärbar und braucht keinen esoterischen Zauber zu befürchten. Ätherische Öle enthalten mächtige Inhaltsstoffe.

PS. Die um die Gesundheit der EU-Bürger ‘besorgten’ Eurokraten haben das bereits erkannt und haben den Verkauf von unverdünntem Thymian Ct. Thymol-, Oregano- und Zimtblätteröl bereits stark reglementiert, die Links oben führen zur Firma Feeling, wo man die jeweiligen Öle (noch) unverdünnt erwerben kann (es gibt selbstverständlich einige andere gute Ölefirmen, die diese Öle noch unverdünnt anbieten, aber ich weiß nicht, wie lange noch).

manuka-honig: natürliches antibiotikum


AiDA_AromatherapyAuf meinen letzten Reisen sah ich immer wieder Manukahonig, der als recht preiswerter Brotaufstrich auch bei Discountern angeboten wurde. Gleichzeitig bekomme ich regelmäßig Anfragen, wo man denn den wirklich keimtötenden neuseeländischen Honig erwerben kann. Die unglaubliche Wirkung habe ich bereits einmal hier beschrieben, unterschiedliche Blüten zeigte ich hier. Das entsprechende Video ist zwar auf englisch, jedoch gut verständlich und mit deutschsprachigen Ausschnitten des deutschen Forschers Prof. Dr. Thomas Henle (TU Dresden), der sich mit der Wirkweise des besonderen Inhaltsstoffes MGO beschäftigt hat.

Hochwertiger Manuka-Honig trägt die Bezeichnung UMF mit Zahlen von 10 bis 16 (Unique Manuka Faktor, geschütztes Markenzeichen von der Firma Comvita) oder MGO mit Zahlen von 30+ bis 550+ (Methylglyoxal, geschütztes Markenzeichen von der Firma Manuka Health). Nicht jeder Manukahonig wirkt antibiotisch, darum haben diese beiden Mitbewerber diese kostspieligen Siegel eingeführt, so dass der Kunde sich die benötigte Qualität sicher aussuchen kann. Je höher die Zahl, desto teurer das Produkt (50 Euro und mehr pro Kunststoff”glas”). Wir Europäer zahlen 17,3 Prozent Zoll auf den Originalpreis und zusammen mit der deutschen Mehrwertsteuer circa 25 Prozent mehr als im Ursprungsland. Kein UMF-Siegel auf dem Glas bzw. in Deutschland abgefüllter Honig ist vermutlich ganz normaler hochwertiger Speisehonig. Infos zum Hintergrund der zwei Siegel findet man auf Wikipedia.

ein hoch wirksames natur-antibiotikum

Je höher der Gehalt an Methylglyoxal ist, desto effektiver die antibakterielle und wundheilende Wirkung und desto teurer. Ich “verstecke” unseren hochwertigen Honighonig vor Süßmäulern, damit er nicht auf dem Butterbrot landet, sondern nur bei Halsschmerzen oder sonstigen Infekten zum Einsatz kommt, er hält – sauber gehandhabt sowie dunkel und kühl gelagert – jahrelang. Er darf auch nicht in heißen Tee gerührt werden, damit er seine Heilkraft nicht einbüßt. Am besten man lässt ihn bei den ersten Symptomen beispielsweise einer Erkältung einfach langsam im Mund zergehen, er schmeckt übrigens kein bisschen nach dem herb-medizinischen ätherischen Öl des Manukastrauches – einfach ganz normal nach Honig. Man kann das wertvolle Heilmittel inzwischen in vielen deutschen Reformhäusern kaufen, es ist in diversen Internetshops erhältlich, so auch bei Topfruits, wo ich auch mein fast geschmacksneutrales, hochwertiges Bio-Leinöl, Nüsse und feinste Trockenfrüchte bestelle, weil ich den Eigentümer kenne und schätze. Die erwiesen antibiotisch wirksame Manukahonig-MGO-400-Version kostet fast 40 Euro für 250 g, das ist etwas preiswerter als in einigen Reformhäusern. Die Kosmetikfirma Living Nature, die auch in Deutschland vertreten ist, bietet auch Honig (mit UMF) an.

PS Meine drei Manukasträucher, die neun Winter lang im Freien wuchsen, sind im brutalen Winter 2009/2010 erfroren bzw. vermutlich eher vertrocknet, das kleine Ersatzsträuchlein von 2010 hat den noch schlimmeren vergangenen Winter auch nicht überlebt.

PPS. In der aktuellen ‘Bild der Frau’ 12/2011 befindet sich auf de Seite 54/55 ein Beitrag mit meinen Tipps zur Frühjahres-Entschlackung (für absolute Laien).

blasenentzündung naturheilkundlich behandeln


Orthosiphon, zu deutsch Katzenbart, eine Verwandte von Minze und Patchouli, wird hochwertigen Blasentees beigemischt.

Mit Blasenentzündungen ist nicht zu spaßen, umso schlimmer, weil manche Frauen ‚ständig’ darunter leiden. Besonders in der kühlen Jahreszeit, aber auch nach Schwimmbadbesuchen im Sommer. Die auslösenden Keime können zu den Fortpflanzungsorganen wandern und dort schlimme Narben und Verklebungen hinterlassen, im schlimmsten Falle zu Unfruchtbarkeit führen. Auch schwerste Nierenschäden gehören zu den gefürchteten Komplikationen. Darum wird eine Blasenentzündung meistens antibiotisch behandelt, was bei öfters wiederkehrenden Infekten und Antibiosen zu Darmproblemen und zu noch öfteren Besuchen der verursachenden Bakterien führen kann.

Wichtig ist, bei den ersten Signalen einer Blasenentzündung so schnell wie möglich drei- bis maximal viermal täglich ein Glas Wasser mit jeweils einem Teelöffel Speisenatron (Natriumhydrogencarbonat, im Backregal jedes Supermarktes als Backpulver zu kaufen – es ist ein Bestandteil von Tütchen-Backpulver) zu trinken. Schmeckt grauslich nach Seifenwasser, wirkt aber Wunder, manchmal sind die Beschwerden nach wenigen Stunden deutlich besser. Der Urin wird entsäuert und entzieht so den Bakterien ihre Lebensgrundlage. Ein Gynäkologe schilderte mir das mit einer ruckartig ausladenden Handbewegung ganz plastisch: Die Bakterien platzen in diesem alkalischen Mileu. Jedoch nicht zeitnah zum Essen trinken, sonst kann die Magensäure ihre Arbeit nicht ordentlich erledigen.

Ergänzend Blasentee aus oder zumindest mit der indischen Ätherisch-Öl-Droge Katzenbart (Orthosiphon stamineus, in  Apotheken als Indischer Blasentee erhältlich) zubereiten und zwei Liter pro Tag schön warm trinken. Dieses Heilkraut fördert die Durchspülung und löst die krampfartigen Schmerzen beim Wasserlassen.Dazu  Cranberrysaft und –Extrakte trinken, sie schmecken lecker und wirken antibakteriell, dazu stabilisieren sie die angegriffene Blaseninnenwand. Nicht mit der europäischen Preiselbeere verwechseln, diese hat nicht die ausgeprägte Wirkung auf die Blase! Eine wärmende Ölemischung auf dem Unterbauch unterstützt die innerlichen Maßnahmen:

  • 20 ml Johanniskrautöl
  • 3 Tropfen Teebaum (Melaleuca alternifolia, auf frische Ware von verlässlicher Qualität achten)
  • 2 Tropfen Bergamotte (Citrus bergamia)
  • 1 Tropfen Thymus vulgaris Ct. Thymol (Thymian)
  • 1 Tropfen Santalum austrocaledonicum (Neukaledonisches Sandelholz)

Ein Sitzbad ist auch sehr zu empfehlen, dafür sind schüsselartige Einsätze für die Toilette sehr praktisch, sie zaubern im Nu ein Bidet. Dafür vermischen:

  • 2 Esslöffel gutes Meersalz
  • 2 Tropfen Teebaum (Melaleuca alternifolia)
  • 1 Tropfen Santalum austrocaledonicum (Neukaledonisches Sandelholz)

Gut vermischen und in die Schüssel mit sehr warmem Wasser (circa 5 Liter) geben und einige Minuten darin verweilen.

Das ist ein Auszug aus dem Buchmanuskript, an dem ich gerade arbeite bzw. am Endspurt feile. Es wird voraussichtlich im Herbst erscheinen.

PS Sorry an die Abonnentinnen, das Internet war mitten im Schreiben ausgefallen, ich war nicht mehr angemeldet, es wurde nicht mehr gespeichert, nach Wiederherstellung drückte ich auf die Schnelle auf ‘publizieren’ statt auf ‘speichern’!!! Und war noch gar nicht fertig.

teebaum – ein ‘altes’ und bewährtes medikament



Ich habe meinen circa 1,60 hohen Teebaum zum Glück ins Haus evakuiert. Er kann in normalen irischen Wintern mit nur stundenweisem Frost durchaus draußen bleiben, dieses Jahr wäre er jedoch sicherlich eingegangen. Nun steht er zwar in einem kühlen, hellen Raum, ‘nadelt’ jedoch ganz fürchterlich. Wenn man mal ein oder zwei Tage vergisst ihn zu gießen, bestraft er den Gärtner.

Den meisten jungen AromaexpertInnen ist sicherlich nicht bewusst, dass Teebaumöl bereits ganz früh im 20sten Jahrhundert ein bewährtes Antiseptikum war – in seiner Heimat Australien. Dort wiederum fast nur im südöstlich gelegenen New South Wales. Pioniere der mehr international orientierten therapeutisch orientierten Vermarktung war die Thursday Plantation, die an einem Donnerstag im Jahr 1976 in Bundawalbyn von Eric White gegründet wurde. Bereits 1923 hatte der australische Chemiker Arthur Penfold  die enormen antibakteriellen Eigenschaften des herb duftenden Öles entdeckt und bekannt gemacht, es wurde bereits in der Region um Bundawalbyn in kleineren Mengen hergestellt. Es wurde zur Standardmedikation, sowohl oral als auch perkutan angewendet. Im zweiten Weltkrieg erließ die australische Regierung den Befehl, dass alles verfügbare Teebaumöl ausschließlich für militärische Zwecke eingesetzt werden durfte. Dann ist dieses ‘Wunder-Medikament’ eher in Vergessenheit geraten oder galt als sehr altmodisch, weil die modernen Antibiotika ihren Siegeszug antraten.

Die Thursday Plantation war auch ein Pionier in vielerlei Hinsicht, denn sie waren die ersten, die den damals sehr schwierigen kommerziellen Anbau von Teebäumen wissenschaftlich untersuchten. Der Baum widersetzte sich zunächst dem ‘Leben in Gefangenschaft’, war also nicht sehr gut in Plantagen zu bändigen. Die Pioniere setzten sich, da sie bald viele Mitbewerber bekamen, die nicht zimperlich mit der Umwelt umgingen, als erste für pestizidfreies Teebaumöl und für nachhaltigen Anbau ein. Sie legten Standards für die Inhaltsstoffe an, so dass das Öl wirklich therapeutisch einsetzbar ist (ganz wenig 1,8-Cineol und p-Cymen, über 30 Prozent Terpineol-4). Sie waren dann auch die ersten, die in Australien ein amtlich registriertes “therapeutisches Teebaumöl” anbieten konnten.

Inzwischen ist die Firma an den neuseeländischen Marktführer für naturheilkundliche Produkte Thompson verkauft, der unter der Dachmarke Integria auch andere Gesundheitsprodukte anbietet. Ich hatte vor etlicher Zeit bereits über die genialen Teebaum-Desinfektionstäbchen von den Thursday Plantation berichtet.

zitronen-teebaum, ein besonderes ätherisches öl


Gestern stattete ich der relativ neuen Dorf-Apotheke meinen ersten Besuch ab. Sie ist sozusagen ein winziger Tante-Emma-Laden für Gesundheit und Schönheit – das Dorf hat maximal 600 Einwohner (im Winter eher weniger). Womit ich so ganz und gar nicht gerechnet hatte: Es gibt dort ein nicht schlechtes Sortiment an ätherischen Ölen der (in der englischsprachigen Welt) sehr bekannten Marke Tisserand (gegründet von Robert Tisserand). Ich kaufte ein Öl, das bislang in meiner umfangreichen Sammlung fehlte: Zitronen-Teebaum (lemon tea-tree, Leptospermum petersonii F.M. Bail., früher Leptospermum citratum). Das Öl stammt aus den Blättern eines circa 4 Meter hohen und 3 Meter breiten Groß-Strauches, der in warmen Klimazonen gerne als kleiner Straßenbaum kultiviert wird. Der Duft liegt irgendwo zwischen Melisse und Citronella, eine Ahnung Rosengeranie schimmert auch noch durch. Also wunderbar zum Insekten verscheuchen, den. der Hauptinhaltsstoff ist in diesem Chemotyp laut meiner Nase Citronellal. Andere Chemotypen enthalten mehr Geranial [bis 30 Prozent] und Neral [bis 37 Prozent] (zusammen Citral genannt). Bereits 1942 wurde dieses Öl vom australischen Wissenschaftler Penfold als antibakteriell eingestuft. Inzwischen wird die Pflanze nicht nur dort sondern auch im Süden Afrikas und in Guatemala angebaut.

Aber was kann dieser enge Verwandte des Manukabaumes noch? Natürlich, wie alle aldehydreichen Öle in starker Verdünnung wirkt es beruhigend und entzündungshemmend. Insbesondere virale Erkrankungen vom Schnupfen über die Grippe und viele Kinderkrankheiten können damit begleitet werden. Herpesviren, insbesondere in Warzen, dürften das Öl gar nicht schätzen. In Australien wird es gerne in Ergänzung zu Teebaum verwendet, um die Wirkung zu verstärken und um den eher ‘medizinischen’ Duft abzurunden. Wer mehr wissen möchte und englisch kann, sollte bei Bush Sense und auf der wundervoll informativen Seite von Christopher MacMahon nachlesen (bei dem man auch seltene Blütendüfte in bester Qualität bestellen kann, er importiert nach seinen zahlreichen Indien-Besuchen selbst).

In einer Studie von 2009 kann man nachlesen, dass dieses Öl ein spannendes Gebiet für Aspergillosen der Lunge sein könnte, insbesondere Menschen, die mit Cystischer Fibrose (Mukoviszidose) zu kämpfen haben, werden oft von diesem tückischen Pilz angegriffen. Das Öl wurde in vitro und in Tierexpirimenten (Inhalation) untersucht und für hervorragend wirksam befunden – besser als handelsübliche Medikamente, die derzeit eingesetzt werden –  zudem wirkt es nicht toxisch. [Hood JR, Burton D, WilkinsonJM, Cavanagh HMA. Antifungal activity of Leptospermum petersonii oil volatiles against Aspergillus spp. in vitro and in vivo. Oxford JournalsMedicineJournal of Antimicrobial Chemotherapy Volume6, Issue2;285-288]

PS. Für die Aroma-Anfängerinnen unter Ihnen gibt es einen sehr ausführlichen Übersichts-Artikel der bekannten Autorin und Hebamme Ingeborg Stadelmann hier zu lesen. Danke Marta für den Tipp!