duft-verdünnungen in der psychiatrie


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIm Park unseres Seminarhauses blüht der erste Magnolienbaum (Magnolia campbellii var. mollicomata), der Baum ist so alt und so hoch, dass man die wunderschönen schmetterlingsartigen Blüten selbst mit einem recht guten Teleobjektiv kaum ‘einfangen’ kann. Da es gestürmt hatte, liegen einige der fleischig-dicken Blütenblätter auch schon wieder am Boden und ich musste mal reinbeißen: Sie schmecken wie eine Kreuzung aus Kölnischwasser und Lavendelöl, eindeutig viel Linalool und Linalyacetat. Sehr ähnlich wie das wundervolle Magnolienblätteröl (aus Michelia alba), das ich seit Jahren von Primavera habe (nun ist ‘nur’ noch das kostbare, schwer blumig duftende Magnolienblütenöl (klick!) erhältlich, jedoch bekommt man das eher an Lavendel erinnernde Magnolienblätteröl bei Oshadhi, Maienfelser und bei Ronald Reike). In China zählen Magnolien übrigens zu den essbaren (Heil-)Pflanzen, irgendwo in Großbritannien wurden die Blütenblätter einst wie saure Gurken eingelegt und verspeist.

Jedenfalls führt mich der Duft der Magnolie wieder zum Thema Verdünnungen. Ich habe schon einige Naturparfüm-Kompositionen mit dem geliebten Magnolienduft fast verdorben: So wundervoll wie ich ihn finde, man muss ihn extrem fein dosieren, sonst stinkt das Endprodukt penetrant.In den letzten Wochen wird im aromapflegerischen Hintergrund intensiv und teilweise sehr aufgeregt diskutiert. Hier nochmals zum Klarstellen:

  • Sowohl in der Aromapflege (im institutionellen Bereich) wie auch in der Aroma-Gesundheitspraxis (in privaten Beratungs- und Behandlungspraxen) und im naturkosmetischen Bereich arbeiten wir mit Verdünnungen, die sich ganz grob am Vorkommen in der duftgebenden Pflanze orientieren: oft circa einprozentig, manchmal etwas höher, möglichst nie über 3 Prozent. Rosen-, Neroli- oder Melissenöl enthalten beispielsweise weit weniger als 0,5% ätherisches Öl, diese intensiven Öle werden schon allein aus Preisgründen stark verdünnt, Lavendel, Eukalyptus, Ingwer oder Atlaszedernholz enthalten zwischen 1 und 3 Prozent ätherisches Öl. Diese Verdünnungs-Empfehlungen gelten erst recht für medizinische Laien, die nach kurzen Schulungen Behandlungen durchführen.
  • Als Ärztin/Arzt oder Heilpraktiker/in mit entsprechender Schulung kann man genau wie im privaten Bereich selbstverständlich bei bestimmten Indikationen höher dosieren und ausnahmsweise auch einzelne Öle unverdünnt anwenden. Jahrelange Erfahrung mit Anwendungen am Menschen, ausreichend Wissen, genügend Schulung sowie beste (auch pharmazeutisch-chemische) Kenntnisse über alle eingesetzten Öle und ihre Inhaltsstoffe sind neben einer guten Berufshaftpflicht-Versicherung für diese Art der Anwendungen im Rahmen eines medizinisches Berufes ratsam.

Weniger ist oft eindeutig mehr: in der Parfümerie als auch in der Psychiatrie. Fachfrau Regula Rudolf von Rohr hat sich zum meinem letzten Blogeintrag Gedanken gemacht: Ihrer Erfahrung nach können bei einigen ihrer Schützlinge in einer psychiatrischen Einrichtung in Basel meine Dosierungs-Empfehlungen bereits zu hoch sein! Das ist bemerkenswert in Anbetracht der Kritik, die aus einer gewissen Ecke stammt, die meine und die Verdünnungsempfehlungen von vielen erfahrenen Kolleg/innen geradezu verachten. Jedoch lese ich derzeit im sehr, sehr anspruchsvollen Fachbuch ‘Olfaction and the Brain’ (als Kindle-Ausgabe und als Papierausgabe), dass viele psychiatrische und neurodegenerative Störungen mit Störungen des Geruchssinnes gewissermaßen Hand in Hand vorkommen, diese Verbindung ist also wissenschaftlich recht gut geklärt (auch wenn noch viele, viele Fragen offen sind, wie die Autoren immer wieder betonen). Aber lassen wir Regula zu Wort kommen:

Hier ein paar Gedanken zu einem Thema, das mich schon länger beschäftigt und nun eine ganz neue Aktualität hat: Die Dosierungen! Ganz grundsätzlich denke ich, dass Aromatherapie in der Psychiatrie einer anderen Definition Bedarf als die ‚herkömmliche‘ Aromatherapie. Das heisst, wir arbeiten nicht mit hohen Dosierungen gegen etwas, sondern zumeist mit tiefen bis sehr tiefen Dosierungen für etwas. Übergeordnet steht da immer die Selbstfürsorge. Mittel zum Zweck ist dabei den Patientinnen und Patienten den Rahmen zu bieten, indem sie Selbstwirksamkeit erfahren und bewusst wahrnehmen. Damit steigt die Motivation oder wird überhaupt erst mal erarbeitet, sich im Alltag selbstverantwortlich ‚Gutes‘ zu tun.
Ausnahmen gibt es ja immer, die bestätigen ja bekanntlich die Regeln. Einerseits geht es dabei um PatientInnen aus der Diagnosegruppe F60.3, also mit einer emotional instabilen Pesönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (F60.31) – Menschen, die sich selber schwerste Verletzungen zufügen, um Spannung abzubauen. Andererseits aber auch um Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung, die erfahrungsgemäss einen stärkeren Reiz brauchen, um sich überhaupt angesprochen zu fühlen (Minimum eine 3%-ige Mischung).
Ich glaube bei Menschen mit schweren Selbstverletzungen ist es vertretbar, auch mal höher zu dosieren – haben sie doch sonst in ihrem Skill-Köfferchen Ammoniak drin, das ihnen die Nase ‘wegätzt’.
Bei den Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen ist es etwas anderes, zum einen ist die Patientengruppe um ein vielfaches grösser, zum anderen sind die Selbstschädigungen meist in einem viel geringeren Ausmass.
Die höheren Dosierungen, 5% oder auch mal 10% sind immer beschränkt auf sehr kleinflächige Anwendungen, konkret auf den Roller (Roll-on), den wir als therapeutisches Parfüm bei unterschiedlichen Indikationen anwenden. Das Riechfläschli ist zwar auch eine tolle Anwendung, aber gerade bei Menschen mit einer ausgeprägten oder multiplen Abhängigkeitserkrankung immer heikel, da sich diese Leute nicht daran halten, nur zu riechen. Die halten den Finger ans Riechfläschli und streichen sich das an den Hals.
Deshalb ist das relativ hoch dosierte therapeutische Parfüm bei dieser Patientengruppe immer wieder eine Alternative um dem vorzubeugen oder Abhilfe zu schaffen.
Ich weiss von anderen die in diesem Bereich auch höher dosiert arbeiten, aber man/frau redet nicht öffentlich darüber. Und jetzt schon gar nicht mehr, nachdem das Thema Dosierungen so im Blickfeld steht.
Ich habe das Label von Eliane mit den 1-3% auch übernommen, das finde ich wirklich wichtig und gut, aber es bleibt ein ‚aber‘, mit dem ich nicht so recht weiss wie umgehen.
In der Klinik ist es für die AP klar geregelt: maximal 3%. Wenn die Leute zu mir in die Aromatherapie kommen, dann habe ich mir bisher die Freiheit genommen, im Einzelfall diese höheren Dosierungen anzuwenden.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Dunkelziffer für höhere Dosierungen bleibt oder steigt, wenn wir dieses Thema nicht auch für diese speziellen Einsatzbereiche diskutieren und angehen. Im psychischen Bereich handelt es sich ja meist um Themen bei vorwiegend gesunden Menschen, bzw. Menschen mit allerlei Erkrankungen aus dem somatischen Bereich oder in sogenannten Lebenskrisen, weniger um diagnostizierte psychiatrische Erkrankungen. Ich glaube da bedarf es auch einer Differenzierung, die bis heute kaum gemacht wird.

WIE GEHT IHR DAMIT UM? Mit welchen Dosierungen arbeitet ihr bei den beschriebenen Diagnosegruppen und mit welchen Erfahrungen?

Foto: Antje Wendel

verdünnung, haltbarkeit und verantwortung im umgang mit ätherischen ölen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDurch die unschönen Meldungen über einen bekannten Versandhandels-Riesen, der mir – dank eurer Unterstützung und Mini-Provisionen – ein regelmäßiges kleines Taschengeld für das Blogschreiben ermöglicht, bin ich in eine Zwickmühle geraten*. Mir ist spätestens vor einem Jahr, seitdem wir das geplante gigantische Käfig-Lachsprojekt in unserer Bucht zu bekämpfen versuchen, klar geworden, dass wir diesem weltumspannenden menschen- und tierverachtenden Moloch kaum noch entkommen können. Selbst ein bekanntes “Naturschutzsiegel” ist in diesen Korruptionssumpf eingebunden. Fast jedes Produkt in Supermärkten ist betroffen: Fleisch sowieso, Wasser und Getränke immer mehr, Fertiggerichte, Süßigkeiten, auch Kosmetika, Putzmittel und so vieles andere sind so gut wie nicht mehr aus ethisch korrekter Herkunft erhältlich. Noch nie gab es so viele Sklaven, also ausgebeutete und geschundene Menschen, wie heutzutage – weltweit und leider auch in mitten unter uns.** Seit einigen Jahren langt eine dieser geldgierigen expandierenden krakenartigen Riesenfirmen zunehmend auch in der deutschsprachigen Ätherische-Öle-Welt kräftig zu. (Nicht nur) mir kommt es so vor, dass sogar die Denkfähigkeit potenzieller Anwender/innen auf eine erschreckende Art vernebelt wird.

Auf mehr oder weniger großen Veranstaltungen sowie per direkte Ansprache durch Distributor/innen werden Unterstützer/innen für dieses System angeworben. Mal mehr und mal weniger penetrant, immer wieder mit Heilsversprechungen und Dosierungsempfehlungen, die langjährig geschulten und erfahrenen Personen die Haare zu Berge stehen lassen. Es wurde beispielsweise schon empfohlen, bei Kopfschmerzen einfach jeweils einen Tropfen des “besonders reinen” Pfefferminzeöles in jedes Auge zu geben, über den Sehnerv werde genau die Stelle des Kopfschmerzes erreicht und so werde der Schmerz dann behoben. Auch bemerkenswert fand ich die Schilderung einer Behandlung, in der man einem Kind mit Schienbein-Schmerzen einige Tropfen Zimtöl eingerieben habe, worauf es angeblich keinerlei Beschwerden mehr hatte. Derzeit sind anscheinend noch einige andere Öle im Trend, die gut seien, um sie IN die Augen zu geben.

Die fachliche Kompetenz der vortragenden und beratenden Personen lässt immer wieder zu wünschen übrig: Es war beispielsweise zu hören, dass ein bestimmtes Öl die Photosynthese der Haut fördere (Photosynthese ist nur Pflanzen aufgrund ihres Gehaltes an Chlorophyll möglich). Manche lernwillige Menschen sind vielleicht auch beeindruckt von der eindrucksvoll klingenden Behauptung, Monoterpene und Sesquiterpene in ätherischen Ölen könnten falsch geschriebene Informationen in der zellulären Erinnerung (DNA) umprogrammieren. Die geäußerte Überzeugung, bis auf Zitrusöle seien alle ätherischen Öle extrem lange oder gar unbegrenzt haltbar, ist nicht nur falsch, sie kann sogar zu schweren Hautreizungen führen, sollten oxidierte Öle auf der Haut von Kund/innen angewendet werden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieKein Wunder also, dass sich sehr regelmäßig verunsicherte Menschen an mich wenden (und auch an Kolleg/innen). Sie möchten wissen, was es mit den Vergleichen auf sich hat, welche gerne im Zusammenhang mit Verkaufsveranstaltungen geäußert werden: Die beworbenen ätherischen Öle seien reiner als die Öle der Firma XY (es werden dann konkrete Firmennamen genannt). Irritierte Menschen erkundigen sich, wie die fast immer angepriesene “besondere” Destillationsmethode aussehen mag, sie soll für die extreme Reinheit sorgen. Warum diese hochgelobten Öle in therapeutischer Qualität angeboten werden und andere ätherische Öle deutschsprachiger Firmen nicht [diese Aussage ist nach deutscher Rechtsprechung ohnehin nicht rechtens]. Warum auf den Ölen anderer Firmen diese gefährlich anmutenden Gefahrenzeichen aufgedruckt seien, auf den beworbenen Flaschen jedoch nicht (die “braven” deutschsprachigen Firmen richten sich nach den aktuell geltenden Gesetzen). Auch ob es wahr sei, dass die etablierten und renommierten Ölefirmen minderwertige Waren anbieten würden, welche für die Behandlung nicht geeignet seien, will so mancher Öle-Interessent wissen. Der Slogan, Geld zu verdienen und gleichzeitig Gutes zu tun, erscheint diesen fragenden Menschen reizvoll, doch verursacht er bei ihnen gleichzeitig ein mehr oder weniger ausgeprägtes Magengrummeln. Und so wenden sie sich regelmäßig und immer häufiger an uns “alte Hasen”. Ich erwidere gerne, dass schon alleine die Tatsache, dass man sich die Mühe macht, uns anzuschreiben, ein Hinweis sei, dass das Thema STINKT. Dass das verspürte Unbehagen durchaus seinen Grund hat (sonst würde man sich nicht die Mühe machen).

Unsere Branche hat es in gut 25 Jahren leider versäumt, viele der engagierten, hilfsbereiten und ehrlichen Menschen, die gerne mit den duften Helferchen arbeiten und Geld verdienen möchten, zu ernähren. Kaum jemand kann sich in Deutschland und Österreich als Aromaexpert/in oder als Aromapraktiker/in hauptberuflich selbstständig machen. In der Schweiz ist es auch nicht viel leichter. Niemand kann mehr selbst hergestellte Naturdüfte-Kosmetik verkaufen, Menschen auf dem Weg zur Genesung von Krankheiten aromatisch zu begleiten ist zu einer juristischen Gratwanderung geworden. Selbst unter uns Dozent/innen gibt es ganz wenige, die unabhängig, also ganz ohne kontinuierliche Unterstützung von Ölefirmen, sich und ihre Familie ernähren können/konnten. Veraltete Gesetze für die Praxis und immer mehr Restriktionen rund um die Beratung sowie den Verkauf von natürlichen ätherischen Ölen erlauben in vielen Fällen nur nebenberufliches “Aromatisieren”. Eher muss ein Auftreten unter dem “Deckmantel” der Kosmetikerin und des Wellness-Masseurs in Betracht gezogen werden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIn diese Lücke tritt nun seit einigen Jahren besagte welteroberungsfreudige Großfirma (inzwischen ergänzt durch eine abgespaltene Konkurrenzfirma) mit einer fast bewundernswerten Dreistheit. Da wird fleißig vom Heilen auch schlimmster Krankheiten gesprochen, da werden Mengen für die Behandlung empfohlen, die uns “altmodischen” Aromamenschen eine Gästehaut allein bei der Vorstellung verursacht. Es werden Assoziationen zu christlichen Schriften und Wunderheilungen hergestellt: Jedem sei ja bekannt, dass bereits Jesus kranke Menschen salbte und mit duftenden Ölen heilte. Die ganz speziellen Öle dieser Firmen seien etwas ganz Besonderes, darum sei der Preis über einem Mehrfachen der bekannten deutschsprachigen Firmen absolut gerechtfertigt. Ein Marketingexperte kann zu dieser gelungenen Maßnahme nur gratulieren: Höchste Qualität durch marktunübliche, ja extrem hohe Preise zu suggerieren ist ein genialer Schachzug. Und wenn dann 5 ml (100 Tropfen und mehr) unverdünntes Öl (Oregano, Pfefferminze, Thymian Ct. Thymol, Wintergrün, also keine babyzarten Öle) pro Behandlung auf die Haut der Klienten gegeben werden, kann man zumindest der Gründer der Firma reich werden. Hautreaktionen wie Rötungen und Blasen werden als Erfolg umgedeutet, als eine Art Reinigungseffekt, der helfen solle, Altlasten loszuwerden.***

Was angesichts der hochgelobten angeblichen Super-Qualität und Reinheit jedoch nicht erwähnt wird, ist dass mit dem Anbau dieser Ätherische-Öle-Pflanzen keine (kleinen) Familienbetriebe unterstützt werden, wie es viele der deutschsprachigen Firmen mit viel Hingabe praktizieren. Viel mehr Öle als nötig haben zudem unnötig lange Transportwege hinter sich, sie kommen oft von jenseits des Ozeans. Doch wir haben in Mittel- und Süd-Europa großartige Zitrus-Nadel- und Kräuteröle zur Verfügung, meistens aus behutsam praktiziertem und unabhängig zertifiziertem biologischem Anbau (kbA). Seriöse deutschsprachige Firmen haben zudem sehr hohe Standards bei ihren Qualitätskontrollen, diese Selbstverständlichkeit hängt nur niemand an die große Glocke. Bei der Vermarktung von Anwendungen mit Mengen wie beispielsweise 5 ml unverdünnter ätherischer Öle auf der Haut von ahnungslosen Kund/innen, müssen freilich riesige Plantagen im Spiel sein, auch um den Expansionsdrang der Firma zu befriedigen. Wer schon einmal destilliert hat, weiß welche riesigen Mengen an Pflanzenmaterial in wenigen Tropfen ätherischen Öles stecken. Ein verschwenderischer Umgang mit den kostbaren Pflanzendüften zeichnet meiner Meinung nach eine Haltung aus, die nicht zur Naturheilkunde passt und schon gar nicht zur ganzheitlichen und ehrlichen Arbeit mit (Hilfe suchenden) Menschen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieÜbrigens sind auch die besten ätherischen Öle dieser Welt nicht vor Oxidationsschäden sicher und bergen somit – bei unsachgemäßer Anwendung – ein hautreizendes Potenzial. Egal wie sorgfältig die entsprechenden Duftpflanzen angebaut wurden oder mit welchen WunderDestillen sie gewonnen wurden. Die angebliche ungewöhnliche Haltbarkeit wird jedoch gerne angeführt, um die hohen Preise dieser Öle zu begründen (der Transport aus Übersee mit Zwischenstop in einem europäischen “Lager” sowie die Zollgebühren werden nicht erwähnt). Bei ätherischen Ölen gilt jedoch nach wie vor: Teebaum (Melaleuca alternifolia) ist nur 6-9 Monate nach dem Öffnen “haltbar”. “Haltbarkeit” ist bei ätherischen Ölen eine sehr relative Angabe, damit ist meistens die Verträglichkeit auf empfindlicher Haut und in vernünftiger Verdünnung umschrieben. Beispielsweise verändert der wunderbare antibakteriell wirksame Hauptinhaltsstoff Terpinen-4-ol seine Molekülkonfiguration unter Einfluss von Sauerstoff und bestimmten Wellenlängen des Lichtes und kann dann im ungünstigen Fall zu sehr hautreizenden Peroxiden wie Ascaridol “mutieren”. Selbst mit Lavendelöl muss man umsichtig umgehen, dieses Öl kann leider auch schnell oxidieren und nach einem guten Jahr empfindliche Haut reizen. Nadelöle oxidieren auch mit Vorliebe, wenn sie unter Einfluss von Sauerstoff kommen, genau so Eukalyptusöle, beide Duftgruppen sind auch nur circa anderthalb Jahre  auf der Haut benutzbar. Lemongrass und ähnlich duftende Öle wie Litsea, Zitronenmyrte und Zitronenverbene verwende ich ein Jahr nach Öffnen nicht mehr auf der Haut von Kund/innen, ich verwende sie dann lieber nur noch zur Raumbeduftung. Das enthaltene Citral kann bei empfindlicher und zu Allergien neigender Haut ernsthafte Probleme verursachen. DasThema ‘Haltbarkeit’ hat also wirklich NICHTS mit der angeblichen Reinheit oder einer exorbitant guten und schier unbezahlbaren Qualität zu tun, sondern hängt mit der Reaktion einiger Inhaltsstoffe der Öle mit Sauerstoff und Licht zusammen. Wenn man die Öle benutzt, kommt nunmal Sauerstoff in die Fläschchen, egal wie rein der Inhalt ist. Im Gegenteil, je reiner und naturbelassener, desto empfindlicher können sie sein. Nicht umsonst wird oft der Vergleich mit teuren Weinen gezogen: Diese würde man auch nicht unbegrenzt aufbewahren, nachdem sie einmal geöffnet worden sind. Naturreine und hochwertige Produkte zeichnen sich – anders als Industrie-Massenware – im Allgemeinen durch eine begrenzte Lebensdauer aus.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich sehe mal wieder dunkle Wolken am Naturdüfte-Horizont und es macht mich unglaublich traurig, dass nun durch die oben genannten Behauptungen und Praktiken Gefahren für die Gesundheit von gutgläubigen kranken Menschen lauern. Zwei Jahrzehnte lang haben wir Dozent/innen und Autor/innen den Menschen versucht klar zu machen, dass selbst eine dreiprozentige Verdünnung für manche Patient/innen zu hoch sein kann. Wir haben vielmehr in den letzten Jahren mit 2- und 1-prozentigen Verdünnungen erfreuliche Erfahrungen gemacht (denn diese entsprechen mehr dem Vorkommen der ätherischen Öle in den Pflanzen, also bereits haut- und magenfreundlich “verpackt”). Mir graut vor der Vorstellung, dass solche brachialen Anwendungen durch medizinische Laien und minimal geschulte “Expert/innen” gar einen Todesfall verursachen könnten, beispielsweise durch einen anaphylaktischen Schock  (ich weiß, dieser kann selbstverständlich auch bei zarten Behandlungen durch gut geschulte Personen auftreten, genau so wie bei der Anwendung von Kosmetika oder bei Verzehr von bestimmten Speisen). Zudem drohen “im Falle eines Ernstfalles” noch mehr Restriktionen von Seiten der Gesetzgeber, schnell kann dann der freie Verkauf von unseren duften Naturhelfern der Vergangenheit angehören. Und die engagierte Arbeit von unzähligen Pflegenden wäre in ernsthafter Gefahr.

Ich würde hier nicht darüber schreiben, wenn sich die Anfragen in letzter Zeit nicht gehäuft hätten (auch bei einigen Kolleg/innen, die wir uns das nahende aromatische Unwetter mit großer Sorge anschauen). Ich habe lange gezögert, dies zu tun. Doch die geköderten und verunsicherten Menschen sollten eine Möglichkeit bekommen, sich über eine sichere Form der Anwendung und über transparente und ethisch handelnde Firmen informieren zu können. Ich habe hier allerdings ganz bewusst keine Namen genannt und werde sie auch NICHT nennen (“alte Hasen” der Aromabranche wissen warum). Wer sich über eine sichere und menschen- sowie pflanzenfreundliche Anwendung von ätherischen Ölen informieren möchte, kann dies auf dieser Seite des österreichischen Vereines ÖGwA (klick!) tun. Zudem sollte bei der Arbeit mit anderen Menschen immer der gesunde Menschenverstand beteiligt sein: Eine Körpereinreibung mit dem Inhalt vieler großer Körbe gefüllt mit Kräutern (das entspricht der Anwendung von mehreren Millilitern unverdünnter ätherischer Öle) kann nicht gesundheitsförderlich sein! Mal abgesehen von den Behandler/innen, die bei einer erfolgreichen Praxis dieser Art ständig mit unverantwortlichen Mengen an ätherischen Ölen konfrontiert sind.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie* Für alle, die meine Arbeit weiterhin ohne den ‘Versandhausriesen’ unterstützen möchten: Bücher können – seit Jahren – selbstverständlich auch über die beiden anderen Bücher-Links hier in der rechten Spalte bestellt werden, und mir wird eine kleine Provision gutgeschrieben; hochwertige Naturkosmetika, Naturtextilien-Mode, Öko-Putzmittel, gesunde Haushaltstextilien und andere umweltfreundliche Produkte können bei Waschbär und Hess Natur bezogen werden, deren Logos sich auch seit Langem in der rechten Spalte befinden. Einfach drauf klicken, bestellen, die Software weiß, von wo der Auftrag kommt und ich bekomme meine “Miniprovision”. ;-) Bei aller Kritik sollte jedoch auch berücksichtigt werden, dass Amazon sehr vielen ‘kleinen’ Händler/innen, die beispielsweise mit ätherischen Ölen und Naturkosmetik handeln, wie beispielsweise Alles Natur Pur, ein gewerbliches ‘Zuhause’ bietet. Zudem hat die Firma bereits erste Schritte zur Besserung eingeleitet.

** Wer erfahren möchte, wie viele Sklaven – also reale Menschen wie du und ich, jedoch wegen unseres Konsumverhaltens geknechtet – man durch sein Konsumverhalten beschäftigt, kann dies mit Hilfe der Website Slaveryfootprint ausrechnen lassen. Aber Achtung, das Ergebnis kann auch bei sehr bewusstem Konsumverhalten schockierend ausfallen und unglücklich machen.

*** Ich kenne und schätze selbstverständlich das (gewünschte) Phänomen der Erstverschlimmerung, auch habe ich in meiner Heilpraktikerausbildung gelernt, dass in der Naturheilkunde manchmal “verletzt” werden muss, um die Selbstheilungskräfte anzuregen (beispielsweise beim Quaddeln). Ich weiß auch, dass man manche ätherische Öle (in bestimmten Situationen) durchaus in höherer Dosierung als üblicherweise empfohlen, einsetzen kann. Doch was ich im privaten Umfeld und mit meiner Familie mache und machen darf, entspricht nicht dem ethischen Verhaltenskodex der gewerblich ausgeübten Arbeit mit ätherischen Ölen. Entsprechend geschulte Ärzte und Ärztinnen setzen ätherische Öle in hohen Dosierungen ein (hauptsächlich in Frankreich), jedoch verfügen sie über entsprechende Erfahrungen und wissen um Gegenmaßnahmen, sollte eine unerwünschte Reaktion vorkommen, zudem sind sie haftpflichtversichert (wie übrigens auch die seriösen Aromatherapeut/innen in Großbritannien, die sich verpflichten, mit einer Verdünnung von maximal 3 Prozent zu behandeln. Und um es abschließend klarzustellen: Ich spreche mich in keinster Weise gegen die Qualität der betreffenden ätherischen Öle aus!

die oscarverleihung der naturdüfte-branche


Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

In der Filmbranche gibt es die Oscar-Verleihung.

In der Musikbranche wird der Grammy verliehen.

…und in der Kräuter- bzw. Aromabranche wird ab 2013 der Award „thescentedddrop“ verliehen! Dazu schreibt Ingrid Karner:

Die kreativsten, die geistreichsten, die geschmackvollsten Ideen in Form von eingereichten Projekten in den unten genannten Kategorien zur Duftpflanze des Jahres [2013: Thymian] werden am 15. Juni 2013 im Rahmen einer unvergesslichen und alle Sinne ansprechenden Abendgala mit dem Award „thescenteddrop“ ausgezeichnet. Teilnehmen kann jede/r. Alle Wettbewerbsteilnehmer/innen werden auf der Website in der eingereichten Kategorie erfasst und bleiben auch über die Veranstaltung hinausgehend auf dieser Vernetzungsplattform zur weiteren Kontaktaufnahme veröffentlicht. Diese Plattform wächst von Jahr zu Jahr und soll somit die Basis für eine interdisziplinäre und überregionale Vernetzung von Menschen und Institutionen darstellen, die mit heimischen Kräutern bzw. Duftpflanzen arbeiten.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieAll jene, die also eine gute Idee zum diesjährigen Thema “Thymian” haben und im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt werden möchten, lade ich ein, beim Wettbewerb “the scented drop” mitzumachen. Die Kategorien sind:

  • Kochrezept
  • Bild
  • Musikstück
  • wissenschaftliches Ergebnis
  • Schmuckstück
  • Modekreation
  • Gartenbeetkonzept etc

Über den Award wird in über 20 deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften sowie im Radio und TV berichtet. Also: Eine tolle und vor allem extrem preisgünstige Möglichkeit (Teilnahmegebühr € 180,- inkl. Eintritt zur Gala inkl. Essen und Getränke), um bekannter zu werden. Übrigens: die Jury setzt sich zusammen aus Universitätsprofessoren, Vertretern aus Wirtschaft, Fernsehen und Rundfunk, Politik und Haubenküche!

Achtung: Einsendeschluss ist der 31. März 2013; die Award-Verleihung findet am 15. Juni 2013 in Graz-Umgebung statt, eine gute Möglichkeit ein paar Tage Entspannung in der schönen Steiermark einzuplanen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website thescenteddrop. Seien Sie dabei und gestalten Sie SICHTBAR europäische Aromakultur durch Ihre dufte Projekteinreichung mit!                   Ingrid Karner www.aromainfo.at

tipps zum hingehen, nachdenken und lernen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieVielen Dank an alle Mitmacherinnen des Makrofoto-Rätsels, es hat mir viel Spaß gemacht, eure Assoziationen und Vermutungen zu lesen. Wer das Büchlein (knapp 60 Seiten und wie eine Zeitschrift gebunden) von Katerina Svoboda mit diesen wie aus einer anderen Welt anmutenden Makrofotos von Duftpflanzen-Organen bestellen möchte: Ich habe endlich die Adresse der tschechischen Verlegerin bekommen, welche die Restbestände des Buches (circa 40 Euro) vertreibt:  Marie Noe von One Woman Publishing kann perfekt englisch, ihre E-Mail-Adresse lautet owp at owp.cz (bitte die Leerzeichen rausnehmen und das at durch @ ersetzen, das ist Spamschutz).

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieAn alle Österreicher und Süddeutschen, die es noch nicht mitbekommen haben: Am kommenden Samstag 24. November findet wieder der inzwischen traditionelle (6.) Tag des ätherischen Öles statt – veranstaltet vom  aromaFORUM Österreich - gemeinnütziger, firmenunabhängiger Verein in Linz. Viele tolle ReferentInnen und Düfte, Düfte, Düfte (von den unterschiedlichsten Firmen) zum Kennenlernen, Vergleichen, Ausprobieren, Kaufen sowie viele Möglichkeiten zum Austausch mit Gleichgesinnten. Und zum Ausprobieren von leckeren Köstlichkeiten, die mit ätherischen Ölen zubereitet wurden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDie Verwendung von ätherischen Ölen in Kosmetik soll noch mehr eingeschränkt werden, über 100 Öle bzw. ihre Bestandteile sollen deklariert werden (zurück zum Umkarton mit ellenlangem Beipackzettel?). Um AllergikerInnen zu schützen, sollen bestimmte Naturdüfte nur noch in 0,01-prozentig zur Beduftung eingesetzt werden (also eigentlich gar nicht ;-( ). Nachzulesen hier (klick!), danke Volkmar von Duftleben für diese Info. Allen Nicht-AllergikerInnen – das ist immer noch der größere Teil der allgemeinen Bevölkerung – soll dann im Umkehrschluss die Verwendung der antioxidativen, antientzündlichen und vermutlich gar antitumoralen Eigenschaften vieler ätherischer Öle verwehrt sein. Das nenne ich kosmetisch-naturheilkundlichen Totalitarismus. Und man kann als Bürger nichts dagegen tun, traurig. Aber immerhin kann man gemäß der immer wichtigeren Devise etwas tun: selber machen! Manche Produkte können wirklich im Handumdrehen und ohne viele Zutaten hergestellt werden, wie die Schüttelsalbe (oder auch Schüttelcreme und wie auch Deodorants. Wer es perfekt und so samtig-luftig-zart wie von den edelsten Herstellern mag, kann sich bei Heike Käser und ihrer Rührküche inspirieren lassen und nach wundervollen Rezepturen umschauen. Ihr Buch Naturkosmetik selbermachen ist eine wundervolle Fundgrube! Einfacher aber mit wundervollen Verpackungsideen zum Basteln ist Schönheit aus der Natur, auch wie man Feine Seifen und Badeöle macht, ist nicht schwer zu lernen und macht zudem noch viel Spaß, kann geradezu süchtig machen. Bei Deos und Badeölen hat man auch nicht das Problem, dass die Haltbarkeit so kurz ist wie bei Cremes und Körperlotionen (wegen des mehr oder weniger ausgeprägten Anteils an Wasser, das die Keime anzieht).

Eliane Zimmermann Informationen über angstlösende Wirkung von LavendelölMeine engagierte Leserin Bastelfee hat dieser Tage eine teilweise ärgerliche Fernsehsendung im WDR gesehen, in der über die Lavendelölkapseln Lasea hergezogen wurde (hier geht’s zur Zusammenfassung). Ich stimme den Kritikern zu, dass die derzeit in vielen Publikationen geschaltete Werbung für Lasea, die quasi impliziert, dass die lila Kapseln die Angst vor Arbeitslosigkeit nehmen, ziemlich missraten ist. Insbesondere in Gelsenkirchen und im Ruhrgebiet allgemein, wo die Arbeitslosigkeit besonders hoch ist, regt man sich über eine solche fast zynische Reklame auf. Doch deswegen die Wirksamkeit des recht gut wissenschaftlich untersuchten Medikamentes (mehrere Doppelblindstudien) schlecht zu reden, halte ich für sehr fragwürdig. Über die Studie, die dieses Jahr veröffentlicht wurde, habe ich hier (klick!) geschrieben.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieWer eine wirklich unermüdlich engagierte und erfahrene Pflegefachfrau zum Thema ätherische Öle in der Krankenpflege erleben möchte, wer von ihr lernen möchte, wie man onkologischen PatientInnen, insbesondere Kindern mit Krebserkrankungen, mit ätherischen Ölen das Leben leichter machen kann, wer hören möchte, wie jemand Honig (Medihoney) und frische Aloe vera-Blätter im klinischen Bereich einsetzt, sollte unbedingt bei der Pionierin Gisela Blaser in die Schule gehen. Sie war es, die Frauen mit Brustkrebs und den bestrahlungsbedingten Verbrennungen, Narben und entsprechenden Verstümmelungen die erfolgreiche Vor- und Nachsorge mit Niaouli- und Sanddornöl ermöglicht (und bekannt gemacht) hat. Eine einmalige Gelegenheit dazu bietet sich bei dieser ihrer Kooperation mit Sabrina Herber bzw. ihrer Schule Vivere ab Ende Januar 2013.

das berufsbild der aromapraktiker/in


Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Jeder darf in Irland und Großbritannien therapieren und eine Klinik eröffnen, solange er/sie niemandem schadet und das Einverständnis der betreffenden Person hat.

Als ich vor 22 Jahren mein (britisches) Diplom* vom Shirley Price College erhielt, hoffte ich, dass 1992 mit der Niederlassungsfreiheit (und anderen Vereinheitlichungs-Regelungen) in der EU ein wundervoller Beruf auch in den deutschsprachigen Ländern etabliert werden könnte. Doch davon sind wir immer noch weit entfernt, auch wenn hier und da zaghafte Bemühungen stattfinden, sich vom Heilpraktiker-Wesen abzugrenzen.

Wir AromapraktikerInnen wollen weder therapieren, noch heilen, noch (an der Haut) herumschneiden, noch Blut abnehmen, noch Spritzen geben etc). Wir möchten Menschen vielmehr begleiten, wenn sie sich nicht (mehr) wohlfühlen in ihrer Haut, wenn sie das Gefühl haben, etwas sei nicht in Ordnung, wenn ein Arzt oder eine Heilpraktikerin ihnen mitteilt, dass sie austherapiert seien, wenn sie sich krank und ausgebrannt fühlen, obwohl sie aus “schulmedizinischer” Sicht gesund sein sollen. Wir möchten insbesondere helfen, dass es gar nicht zu solchen Problemen kommt, wir möchten unterstützen und beraten, dass Menschen sich selbst helfen lernen und dies dann auch selbstverantwortlich und ohne Gefahr tun können. Unser Ziel ist energetische Balance, ganzheitliches Wohlfühlen, holistische Ausgeglichenheit. Hinter diesen Wortungetümen müssen wir uns verbergen, um Menschen bei ihrem Wunsch, gesund und stabil zu sein und bleiben, zu helfen und beratend zur Seite zu stehen.

Wir haben überhaupt nicht den Anspruch, Diagnosen zu stellen, Medikamente zu verordnen, Therapien einzuleiten. Wir nehmen keinem Heilpraktiker/in die Arbeit weg und stehlen schon gar einem Arzt/Ärztin die Butter vom Brot. Wir arbeiten nicht gegen Beschwerden und Krankheiten, sondern unterstützen die Selbstheilungsmechanismen unserer KlientInnen. Wir geben ihnen etwas, das sie in ihrer momentanen und individuellen Befindlichkeit stärkt. Wir arbeiten FÜR diese Person (nicht gegen ihre Wehwehchen). Doch anders als in Großbritannien und Irland, wo jeder (in gewissem, durchaus großzügigem Rahmen) heilen und therapieren darf und sich ‘healer’ und ‘therapist’ nennen darf, wird in den deutschsprachigen Ländern der Beruf der Aromapraktikerin oder des Aromatherapeuten strengstens reglementiert. Darf man in Deutschland immerhin noch massieren, auch komplett ohne Ausbildung, ist es in Österreich verboten, Menschen ‘massierend’ anzufassen, wenn man nicht eine Ausbildung in heilender/therapeutischer Massage absolviert hat. Streng genommen darf man niemanden mit auch noch so leichter therapieartiger Intention berühren, ‘energetische Streichungen’ sind je nach Auslegung möglich. In der Schweiz sind die Regulationen von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich, man bastelt derzeit an einer Vereinheitlichung.

Der Beruf des Aromapraktikers und der Aromapraktikerin – dieser Begriff wurde in den frühen neunziger Jahren von mir erfunden, umfasst also eine ganzheitliche GesundheitsPFLEGE. Man (und frau) zeigt seinen KlientInnen, wie sich das behüten, pflegen und bewahren können, das ihnen kostbar ist: ihre Gesundheit. Man lernt, nicht ständig die Verantwortung nach außen abzugeben, in sich hineinzuhorchen (und zu -riechen), die Mittel und Stoffe zu finden, die einem gut tun. Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy“Gut tun” fördert die Arbeit des Immunssystems und führt so zu (hoffentlich) lang anhaltendem Gesundbleiben. Bei kleinen Wehwehchen und alltäglichen (banalen) Infekten weiß man genau, zu welcher Pflanze zu greifen, welchen Duft zu wählen.

Um Kunden/Klienten umfassend und verantwortungsvoll beraten zu können, MUSS man als Aromapraktiker und Aromapraktikerin allerdings ausreichend geschult sein. Das bedeutet, mindestens 200 Stunden lang (oder 250 ‘Schulstunden’ à 45 Minuten) die Schulbank zu drücken und nochmals mindestens diese Zeit im Selbststudium zu verbringen. Das bedeutet auch, mindestens dreißig oder besser vierzig ätherische Öle gut kennen zu lernen, wichtige Chemotypen per Riechen unterscheiden zu können und entweder selbst mit duftenden Heilpflanzen zu arbeiten oder zumindest einer Destillation beizuwohnen. Das bedeutet dann zudem, dass man selbst SPÜRT und be-GREIFT, wie aufwändig die Gewinnung von ätherischen Ölen ist, wie viel Pflanzenmaterial in einem einzigen Tropfen steckt (vielleicht ein Wäschekorb voll Salbeiblättern in einem Tropfen Salbeiöl, vielleicht eine große Regentonne voll Melissenkraut in einem Tropfen Melissenöl, vielleicht dreißig kostbare Duftrosen in einem Tropfen Rosenöl etc).

Man muss desweiteren Grundlagen der Anatomie und der Physiologie studieren, also sowohl das Skelett in groben Zügen verstehen, den Zustand der Muskulatur und der Haut bewerten lernen und natürlich die Details des Geruchssinnes kennen lernen. Und hoffentlich ein Gefühl dafür entwickeln, wie wichtig dieser noch für uns Menschen ist und wie unentbehrlich natürliche Pflanzendüfte für unseren Körper und für unsere Psyche sein können. Man muss auch verstehen lernen, dass man die Finger von bestimmten Krankheiten und Erscheinungen zu lassen hat, dazu muss man vielfältige Anwendungsmethoden selbst erfahren haben (Bad, Inhalation, Einreibung, Kompresse, Einnahme [von nur einigen wenigen Ölen] etc). Und nicht zuletzt muss man mit Mengen arbeiten lernen, die sowohl der Haut seiner KlientInnen gut bekommen und die einen Bezug zur jeweiligen Duftpflanze haben:  Wenn in der lebenden Pflanze die Duftmoleküle beispielsweise nur ein Prozent des Gesamtgewichtes ausmachen, werde ich nicht fünf, nicht zehn und schon gar nicht hundert Prozent des ätherischen Öles auf die Haut auftragen. Das ist doch irgendwie logisch, oder? Ätherische Öle sind nun mal konzentrierte, pharmakologisch aktive (und oft hoch aktive) Mittel. Der gesunde Menschenverstand gebietet, diese sachkundig zu verdünnen.

Wer wie ich Probleme mit dem Prozentrechnen hat, kann auf meiner Website kostenlos eine kleine Dosierungstabelle runterladen (vielleicht laminieren und immer dabei haben). Wer einen kleinen Audioclip der österreichischen ärztlich geprüften Aromapraktikerin Ingrid Karner zum Thema Berufsbild der ärztlich geprüften Aromapraktiker anhören möchte, kann hier klicken. Wer sich einem länderübergreifenden deutschsprachigen Netzwerk anschließen möchte und dazu jemandem, der im Bereich der duftenden Heilpflanzen tätig ist, für den jährlich zu vergebenden Award vorschlagen möchte, sollte einmal bei The Scented Drop vorbei schauen.

* mein akademisches (deutsches) Diplom erhielt ich nach vier Jahren Studium in “Visueller Kommunikation” (Grafik-Design, Psychologie, Marketing) an der FH Mainz

die moleküle, die angst und der nobelpreis


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyWie schon vielfach erlebt (und darüber gelächelt und immer wieder geschätzt), konnten die KursteilnehmerInnen der vergangenen zwei Tage meine Faszination über die duften Moleküle gegen Ende der Veranstaltung nachvollziehen. Sie waren überrascht, dass einige davon, die man fast “pflanzliches Serotonin” nennen könnte, uns glücklich stimmen können (beispielsweise Methyl-N-Methylanthranilat und 4-Hydroxy-3-methoxybenzaldehyd, Abbildung). Wie andere dufte Moleküle Schmerzen lindern können (beispielsweise p-Cymen und Myrcen), Krebszellen zum Schrumpfen bringen können (beispielsweise Limonen und Ionon) und Viren schachmatt setzen können (beispielsweise Citronellal). Wie die wunderbar duftenden Gemische daraus uns Menschen in so vielen Bereichen helfen können. Gerade weil sie  Vielstoffgemische sind (von der modernen Pharmazie gerne beschimpft) und somit immer unterschiedliche Ziele (targets) im Körper gleichzeitig ansteuern können.

Und während ich das große Orchester der natürlichen Duftstoffe präsentierte und die KursteilnehmerInnen Ketten malten, Moleküle bauten und in Aufstellungen visualisierten (“Chemie-Gymnastik”), ging der Telefonanruf des Nobelpreis-Kommitees in die USA, zu zwei Forschern, die bestimmte Moleküle in unserem Körper erforscht und entschlüsselt haben, welche es uns überhaupt erst ermöglichen, Düfte und Geschmäcker (und viele andere Sinneswahrnehmungen) wahrzunehmen.

Die Angst vor dem Wort “Chemie” und “Molekül” ist riesig, wie ich immer wieder vor meinen Kursen “Tanzende Moleküle” (auch “Freundliche Moleküle”) feststelle. Chemielehrer sind wohl weltweit darauf spezialisiert, Kindern die Faszination über viele Wunder der Natur auszutreiben. Oder sie sind einfach nicht in der Lage, dieses Thema lebensnah und verständlich rüber zu bringen. Wie damals mein wirklich lieber Chemielehrer, der mir regelmäßig zu einer glatten 5 (in Deutschland die zweitschlechteste Note) verhalf. Ich bin so froh, dass ich mit Hilfe der ätherischen Öle, meiner Nähe zu den Duftpflanzen in unserem Garten und in meiner paradiesischen Umgebung in Irland, dennoch den Zugang zu dieser vielschichtigen Materie fand.

Aufgrund meiner anfänglichen Schwierigkeiten damit, scheine ich nun in der Lage zu sein, mit vielen Bildern, Bastelübungen, Eselsbrücken und sogar dem gereimten Aroma-Rap, diese faszinierende Materie allgemein verständlich weiterzugeben. Denn wir Menschen sind auch ein kompliziertes Chemie-Labor, in dem jede Sekunde wundersame Umwandlungen stattfinden. Moleküle machen es erst möglich, dass wir denken, fühlen, atmen, beten und riechen können. Und mit Pflanzen und ihren zu uns passenden “Pflanzenhormonen” interagieren können, sie uns zunutze machen können. Das alles ist Chemie (und noch viel mehr – welches mit Messungen nicht erfassbar ist).

Ein deutschsprachiger Artikel über die komplizierte Arbeit der beiden Chemie-Nobelpreisträger Robert Lefkowitz und Brian Kobilka mit GPRC (G-Protein gekoppelte Rezeptoren) ist hier nachzulesen (man erfährt, dass Kobilka verbissen weiter forschte, obwohl ihm vor einigen Jahren die Forschungsgelder gestrichen worden waren).

2013-Termine für meine Kurse, welche unter anderem von den faszinierenden “Freundlichen Molekülen” in Duftpflanzen handeln:

  • 20. und 21. April 2013, bei Zürich
  • 5. Juli 2013, bei München
  • 6. und 7. Juli 2013, bei Zürich
  • 13. bis 20. Juli 2013, in Glengarriff, Südwest-Irland
  • 27. und 28. August 2013, in Bern
  • 27. bis 29. September 2013, in Konstanz
  • 5. und 6. Oktober 2013, bei Zürich

Nähere Infos hier auf der Termine-Seite. Vielen Dank an Dr. Häringer für die Info zum Nobelpreis!

das füllhorn von der botanica2012


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch bin gestern Abend aus Dublin zurück gekommen. Was soll ich sagen, dieser Aromatherapie- und Phytotherapie-Kongress im altehrwürdigen Trinity College (der ganze grüne Bereich – er ist ummauert und nachts nur am Portier vorbei zu besuchen – mit allen angrenzenden Gebäuden im abfotografierten Poster) war überwältigend und unglaublich reich an Eindrücken, Begegnungen und Neuigkeiten. Leider dauert die Reparatur des kaputten Trackpads meines MacBooks länger als erwartet und ich stelle mich saublöd an, an einem anderen Umfeld zu arbeiten, so dass ich mich heute eher kurz fassen muss (sorry an alle die auf Mails etc warten).

Jedoch wegen der lieben Nachfragen und des Daumendrückens gleich vorab: Mein Vortrag ist wohl  – trotz Nervosität ob der richtigen Aussprache von Fachtermini wie ‘benzodiacepines’ (die darf man im Englischen auch abkürzen in ‘benzos’) und ‘linalyl acetate’ – gut angekommen und war trotz dritten Tages gut besucht. Anusati (meine liebe “Uralt-Kollegin” von Primavera) hörte sogar, dass manche nicht so gut des Englischen mächtigen Besucherinnen froh waren, endlich mal einen langsam und recht deutlich gesprochenen Vortrag genießen konnten. Denn manche Präsentationen waren ein rasend schnelles Feuerwerk von super-dichten, teilweise sehr neuen Infos und es fiel sogar mir manchmal schwer, zu folgen (manche in kuriosen englischen Dialekten).

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs waren 250 BesucherInnen (weitestgehend Frauen) aus 32 Ländern da!!!! Insbesondere Asien war sehr auffällig gut vertreten. (Im Bild die schon etwas leer gewordene Abschlussveranstaltung). Und die Präsentationen liefen – wie beim Brezelbacken – Schlag auf Schlag mit im Nu verfliegenden Pausen, voller Gespräche und Schnupper-Delikatessen. Deutschsprechend habe ich nur wenige Menschen getroffen, aus Deutschland selbst nur Anusati und Fred Wollner. Das fand ich sehr schade, denn wer weiß, wann man wieder ein so hochkarätiges Zusammentreffen von ExpertInnen aus fast aller Welt  in so gut erreichbarer Nähe treffen wird.

Wir ReferentInnen und “Botschafterinnen” (zur Betreuung der nicht-irischen Gäste bereits im Vorfeld) starteten am Vor-Nachmittag mit einem geführten Besuch des wundervollen Botanischen Gartens Glasnevin, er war einst zusammen mit London (Kew) und Edinburgh die “Zentrale” der wissenschaftlichen Botanik weltweit. So sahen wir traumhafte Herbarien und Buchwälzer von Anno Tobak, liebevoll zusammengetragen, beschriftet und gestaltet. Vielen von uns liefen wirklich Schauer über den Rücken ob des Engagements der frühen Pflanzenjäger(innen), die keine Mühen scheuten, wochen- oder jahrelang unterwegs zu sein, um die botanischen Fäden, die Welt zusammenhalten, zu erkunden und nach Europa bzw Großbritannien zu bringen. Es gab so viele Aaaaaahs und Oooooohs und wow’s… Danach wurde beim “Gravedigger” (Totengräber), der möglicherweise ältesten Kneipe (Pub) direkt am größten Friedhof Irlands Glasnevin ein Guinness (oder ähnliches) genossen und später beim irlandweit bekannten Bewleys, einem theaterähnlichen Kaffeehaus, ein gemeinsames Abendessen genossen. So war die Gruppe beim “richtigen” Start am nächsten Morgen schön zusammengewachsen und  bereits erste Freundschaften wurden geknüpft.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyAm Samstag Abend fand ein hervorragend orchestriertes Gala-Dinner in Hogwarts dem großen Speisesaal des circa 400 Jahre alten Colleges statt, mit traumhafter à capella vorgetragenem provencalischem Gesang der Freundinnen von Veranstalterin Rhiannon Harris (im Foto von hinten) sowie einer irischen Band, die traditionelle Musik präsentierte und nach einigen Runden Wein die wohl knapp 200 Gäste auch zum irischen Tanz animierte (ein herrliches Chaos).

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyZu den Vorträgen werde ich wohl eine Serie von Artikeln machen (müssen ;-) ), so viel Material habe ich mitgebracht; ich muss es jedoch erst nochmals sichten, die Essenz davon heraus destillieren und auch tonnenwiese Fotos bearbeiten. Ich musste natürlich diverse Goodies einkaufen, es waren so wunderbare Firmen mit teilweise super-seltenen ätherischen Ölen vertreten. Meine größte Investition ging an Tunupa, einem kleinen Familienunternehmen aus Süd-Brasilien, das sich der Erhaltung der Artenvielfalt und der Herstellung von ganz besonderen einheimischen ätherischen Ölen verschrieben hat. Neun Raritäten habe ich von ihnen erstanden, davon acht mir völlig unbekannt, dazu ein mir auch nicht vertrautes fettes Öl aus einer Dipteryx-Art (mit Tonka verwandt, aus dem man auch fettes Öl gewinnen kann). Dazu Rosalina, das ist ein Verwandter von Teebaum (Melaleuca ericifolia), von Aromatic Adventures und Dr. Wendy’s, einer sehr engagierten Krankenpflegenden mit Doktortitel aus Neuseeland, die sich auf Mucositis spezialisert hat. Das sind die schweren Schleimhautschäden vor allem im Mund- und Speiseröhrenbereich, die bei diversen Chemotherapien bei Krebserkrankungen den Menschen das Leben noch schwerer machen. Doch dazu demnächst mehr.

das andreaskreuz und die ätherischen öle


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch bekam dieser Tage das Angebot, für eine große und bunte Website zu werben, wo Retortendüfte Raumbeduftungsmöglichkeiten in allen Farben, Varianten und Preiskategorien angeboten werden. Mir wurde wieder einmal bewusst, was für ein riesiger Markt inzwischen entstanden ist. Parallel dazu kam die Anfrage einer besorgten Person, die von ihrer Heilpraktikerin ein ätherisches Öl für ihr spezielles Gesundheitsproblem empfohlen bekommen hatte. Sie fragte dann bei mir besorgt nach (bin ich denn Aroma-Pedia???? ;-) ), wo sie denn dieses Öl ohne das Andreaskreuz bekommen könnte. Deswegen muss ich hier mal klar darstellen, warum dieses lästige Zeichen – zumindest auf naturreinen ätherischen Ölen – keine Sorge bereiten sollte. Und ich hoffe, dass diese Person nicht ihr empfohlenes “Aroma-Öl” ohne Andreaskreuz kaufen wird, denn dann wird es höchstwahrscheinlich nicht geeignet sein, um ihr gesundheitliches Problem zu korrigieren, vielmehr könnte es ihr dann sogar schaden. Oder sie erwischt bereits ein ganz neues Öl, denn viele Ölefirmen deklarieren seit Kurzem einen Teil ihrer ätherischen Öle als Kosmetika und brauchen dann das Andreaskreuz nicht mehr aufzudrucken. Auch wenn der Inhalt der Gleiche geblieben sein wird. Zitrusöle werden allerdings vermutlich mit dem orangefarbenen Warnhinweis gebrandmarkt etikettiert verbleiben, da sie, würden sie per Umdeklarierung zum Kosmetikum mutieren, ohne Furocumarine daher kommen müssten und gerade diese Stoffe machen die stark stimmungsaufhellende Wirkung dieser Ätherisch-Öl-Gruppe aus.

Ich weiß gar nicht mehr, wann das fatale Zeichen, das wir als Warnung auf Maler- und Lackiererzubehör und auf heftigen Putzmitteln kennenlernten, für die Etiketten ätherischer Öle Pflicht wurde. Ich war alarmiert und ging davon aus, dass der Verkauf einbrechen würde. Denn aufmerksame Kunden werden davon verunsichert. Öleanbieter hatten immense Kosten zu tragen, weil die Etiketten neu designt werden mussten und bei nicht allzu farbigen Etiketten musste eine zusätzliche Farbe in der Druckerei mit finanziert werden. Doch insgesamt lief alles ganz gut ab, ich weiß jedoch freilich nicht, ob die synthetischen Aromaöle (dieser Name bezeichnet meistens Duftlampenöle aus der Retorte) nicht Aufwind bekamen und seitdem besser verkaufbar sind. Denn ein Duftkompositeur kann in seinem Labor eben die Stoffe, die in einem naturreinen Öl zur Andreaskreuz-Pflicht führen, einfach weg lassen und vermeintlich harmlose Nuancen nach Belieben hinzufügen. Je fruchtiger und quietschiger es duftet, desto besser.

Das Andreaskreuz mit dem Xn wurde gemäß der global geltenden Gefahrstoff-Verordnung für fast alle ätherische Öle eingeführt, da sie mehr als 10 Prozent flüchtiger Monoterpene enthalten. Es signalisiert, wie auch der Text dazu, dass wenn man diese Produkte (in größeren Mengen) verschluckt, sie die Lunge reizen können. [Demnächst wird ein noch harscherer Warnsatz Pflicht.] Es handelt sich nicht um per se  giftige, sondern um stark flüchtige Inhaltsstoffe, die aus winzigen Molekülen bestehen (und bei falscher Anwendung Schäden verursachen können). Es wird bei dieser Kennzeichnung nicht unterschieden, ob es sich um einen chemischen und auch in winzigen Mengen toxischen Stoff handelt oder um natürlich und in ganz vielen Lebensmittel vorkommende Moleküle.

Auch Zitronen und Orangen müssten vermutlich diesen Aufkleber tragen, wenn die Vorschriften konsequent wären, denn die Schalen enthalten u.U. mehr als 10% dieser flüchtigen Monoterpene. Auch Tomaten, Aprikosen, Kirschen, Sellerie, Zwiebeln, Knoblauch, Bärlauch etc enthalten diese flüchtigen Moleküle namens Monoterpene. Interessant ist, dass eines dieser Monoterpene (Limonen) sogar antitumoral wirkt, wie in etlichen wissenschaftlichen Arbeiten Studien nachgewiesen werden konnte. Diese Moleküle sind sind also bei korrekter Anwendung sogar ur-gesund (nur nicht zum Trinken geeignet, wie auch Kochsalz nicht zum Auslöffeln geeignet ist.)

Ich habe dieses Thema bereits beschrieben, beispielsweise hier  und hier (auf gefettete Wörter klicken!). Wer wirklich verlässliche Öle kaufen möchte, kann Firmennamen hier direkt über den aktiven Link anschauen! Ich kenne alle aufgeführten Firmengründer und/oder Geschäftsführer (oder entscheidende MitarbeiterInnen) persönlich. Diese Liste bedeutet natürlich nicht, dass es nicht noch andere zuverlässige Firmen gäbe, ich kann nicht alle kennen!

die zweiklassen-gesellschaft der duftstoffe


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDiese “Petition” hat viele Reaktionen, Fragen und Unsicherheiten hervor gerufen. “Petition” in Anführungsstrichen, weil es sich um eine simple Online-Unterschriftenliste handelt. Das Wort Petition ist irreführend verwendet worden, denn dieses suggeriert eine Eingabe an offizielle Behörden/Regierungsstellen. Da ich, wie erwähnt, die Anfrage aus verlässlicher Quelle erhielt, habe ich das nicht hinterfragt, Monika Volkmann ist jedoch dem Impressum mal auf den Grund gegangen. Ich finde es dennoch okay, Dr. Dietrich Wabner mit seinem Verein N.O.R.A. International eine kleine Unterstützung in Form einer Unterschriftenliste zukommen zu lassen, denn er ist einer der wenigen Aroma-Leute, der sich für den Erhalt von “bedrohten” ätherischen Ölen einsetzt und der – gegen Windmühlen kämpfend – auch bemüht ist, diesem bürokratischen Unsinn die Stirn zu bieten. Es scheint jedoch nicht möglich, selbst für einen zweifachen Doktor und Chemiker, die Eurokraten und nicht in dieser Materie beheimateten Schutzwächter davon zu überzeugen, dass synthetische, also menschengemachte Moleküle anders beschaffen sind, als ihre kopierten Vorbilder (nicht Ebenbilder) aus der Natur.

Dazu eine kleine Fantasiereise: Stellen Sie sich einen Teppich vor, weich und wuschelig, das Etikett sagt “100 Prozent Wolle”. Dann schauen Sie unter den Teppich und sehen ein feinmaschiges Netz, das eindeutig aus Nylon/Plastik ist, es trägt die Wollfasern und gibt dem Teppich Zusammenhalt und Haltbarkeit, ist hauchdünn, ist fast nicht vorhanden, macht nur 1 Prozent des Teppichgewichtes aus. Doch der eigentliche, der sichtbare Teppich besteht aus reiner Wolle. So ähnlich verhält es sich mit synthetischem Geraniol, Citral, Linalylacetat, Menthol. Wir riechen diese auch in billigen Aromaölen, doch die geschulte Nase schaut automatisch auch unter den Teppich, sie erkennt sofort, da sticht etwas, da fehlt etwas, das ist nicht rund. Was die Laiennase auf den ersten Blick Schnupperer nicht merkt, erkennt jedoch ein anderer Teil des komplexen Systems Mensch und sagt “Halt! Hier stimmt etwas nicht, hier ist etwas drin, was nicht rein gehört” und löst beispielsweise einen Niesattacke aus oder rote Hautpusteln. Geschieht der Kontakt mit dem Chemiegeruch zu oft, kann sich auch das Immunsystem empören und löst dann irgendwann schlimmere Symptome aus, eben eine Allergie. Das kann selbstverständlich auch mit Naturdüften passieren wie mit allem, was uns im Leben so begegnet auch.

Der Chemiker sagt stolz: “Ach, dieses eine Prozent (“im Teppich” oder “im Aromaöl”) kann man wirklich vernachlässigen, es hat mit dem tollen von mir geschaffenen Duftmolekül eigentlich nichts zu tun, es dient lediglich als Trägersubstanz.” Je billiger so ein “Parfümöl” oder “Aromaöl”, desto größer ist dieses “Trägernetz” und desto wahrscheinlich ist es, dass es aus chlorierten Substanzen besteht. Wer jemals im Schwimmbad, in der Sauna, in öffentlichen Toiletten penetranten Chlorgeruch wahrgenommen hat, weiß was ich meine. Diese ach so minimalen Anteile an chlorierten Substanzen scheinen insbesondere für ungewollte Reaktionen wie Kopfschmerzen, Unverträglichkeiten und sogar Allergie verantwortlich zu sein. Eigentlich muss man entsprechenden Immunsystemen nun geradezu gratulieren, dass sie auf sowas überhaupt noch reagieren, und dankbar sein, dass sie Alarm schlagen. So degeneriert und blöd ist der menschliche Körper auch heute nicht, dass er nicht bemerkt: “Da stimmt etwas nicht, da muss ich mich wehren, da ist Gift mit im Spiel.”

Die natürlichen “Zwillinge” kommen nicht nur ohne Chlor aus, sie sind auch eingebettet in ein Meer von andere Inhaltsstoffen im jeweiligen Öl. Ein schönes Beispiel ist ein hochwertiges Öl der Gewürznelkenknospe. Es enthält zwar reichlich das potenziell hautreizenden, durchblutungsfördernden und anregenden Phenols Eugenol (bis zu 80%), doch in den verbleibenden 20 bis 30 Prozent finden wir auch andere Goodies, welche entkrampfen/entspannen (bis 22% Eugenylacetat), entzündungshemmend wirken (13% beta-Caryophyllen) und schmerzlindernd wirken (Methylsalicylat). Eugenol an sich hat nicht nur negative Eigenschaften, wie so gerne behauptet wird, sondern wirkt als Breitbandmittel stark keimtötend und auch schmerzlindernd. Man muss also die ganze Symphonie der Inhaltsstoffe betrachten und nicht nur einen einzelnen schrillen und schrägen Flötenton, der im Gesamtkonzert vielleicht gerade das i-Tüpfelchen ausmacht, jeder Klassik-Konzertgänger weiß das.

Doch das heute geltende Paradigma will uns mit erschreckend roher Gewalt und gesetzlichen Vorschriften wirklich ins Gehirn einhämmern, dass wir mit ganzheitlichem Denken und Betrachten falsch liegen, dass wir Einzelstoffe anzuerkennen haben, dass diese einfach und schnell und billig von Menschenhand herzustellen seien (gerne als “naturidentisch” bezeichnet). Und dass viele Naturstoffe unvollkommen, schlecht, böse, fehlerbehaftet seien. Darum sind, aus Kosmetikgesetzgeber-Sicht und zugespritzt gesagt, Fenchel und Anis, Basilikum und Estragon, Zimt und Rose, “böse Pflanzen”, denn sie produzieren “gefährliche Stoffe”, welche hautschädigend und leberschädigend (durch die Haut???) wirken. Die wissenschaftlichen Experimente, die zu diesen Erkenntnissen führten, werden jedoch einerseits oft mit menschengemachten Laborduftstoffen an (Nage-)Tieren mit anders arbeitendem Stoffwechselsystem gemacht. Dazu werden diese Tiere damit zwangsernährt, obwohl Rose, Fenchel, Basilikum vielleicht nicht zu ihrem Beute- und Nahrungsschema gehören und ihr Metabolismus nicht jahrtausende Jahre lang Zeit hatte, sich auf den Abbau dieser Pflanzeninhaltsstoffe einzustellen. Diesen Tieren wird zudem das Fell wegrasiert, bevor sie mit den fraglichen Substanzen eingeschmiert werden (wer sich als Mensch rasiert, wird sich an diesen Stellen nicht anschließend mit scharfen und reizenden Kosmetika einreiben, weil das Rasieren immer Mikroverletzungen zur Folge hat). Und damit man wirklich nachweisen kann, wie gefährlich diese “Pflanzenstoffe” (aus dem Labor, hm) sind, werden sie hoch/überdosiert und über lange Zeiträume an den Tieren verwendet. Wenn ein menschliches “Versuchskaninchen” wochenlang ausschließlich mit Heu gefüttert werden würde, könnte man beweisen, dass Heu unverdaulich ist, zu Giftgasen in den Eingeweiden führt und schließlich zum Tod durch Darmverschluss.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Der Faktor Mensch wird dabei völlig vernachlässigt: Dass der Mensch recht schnell “die Nase voll” hat von einem Duft, dass er vergesslich ist, selbst wenn er sich jeden Tag mit etwas einschmieren wollte, dass ihm nach kurzer Zeit penetrante Überdosierungen stinken, dass er einen komplexeren Stoffwechsel als ein Meerschweinchen hat, dass er Kleidung trägt, die das Kosmetikum abreibt, dass er Milch trinkt, die zu viel gegessene Duftstoffe emulgiert und resorbieren helfen kann, dass er andere und viel mehr Auswahl an Dingen isst, die mit dem Duftstoff interagieren werden…. all das, also das “wahre Leben”, findet im Labor nicht statt. Wie sollte es auch! Dazu kommt, dass beispielsweise Rosen- und Lavendelöl aus jeweils einigen hundert Inhaltsstoffen bestehen! Dies kann und will man nicht separat untersuchen. Und diese kann oder will man nicht herstellen, um ein ”naturidentisches” Aromaöl auf den Markt zu bringen (man könnte es – technisch gesehen – zu 99,5% herstellen, doch dann wäre das billige Aromaöl vermutlich viel teurer als seine natürliche Variante).

Und weil man an technische und vor allem an preisliche Grenzen stößt, reduziert man beispielsweise Lavendelöl auf drei “böse Inhaltsstoffe” (Linalool, Linalylacetat, Geraniol), die kunstvoll zusammengemischt sicherlich fast wie Lavendelöl riechen würden) und will den naiven Verbrauchern suggerieren, dass man sie vor diesen negativen Komponenten schützt. Damit zurück zur Petition und zur Kosmetikverordnung: Bei einigen, wie diesen Lavendelstoffen, schreibt man “nur” die Deklaration vor (was für Allergiker natürlich hilfreich beim Einkauf ist), obwohl laut Duftstoffe-Fachmann Erich Schmidt  bei etlichen der gebranntmarkten deklarierungspflichtigen Stoffe nachgewiesen werden konnte, dass sie nicht allergener wirken als tausend andere Dinge des täglichen Lebens. Bei anderen Naturdüften wie Rosenöl muss verdünnt werden, damit der eine “böse Stoff” (Methyleugenol) kaum noch im Kosmetikum enthalten ist, bei anderen muss verdünnt werden, um bestimmte Gefahrenhinweise auf dem Etikett zu vermeiden (ich hatte hier eine Liste zusammengetragen). Man kann als Laie wirklich nicht mehr mitkommen, Öle-Firmen müssen Anwälte anheuern.

Volkmar Heitmann hat mir und euch netterweise den Link zu diesem “behördlichen Duftkrimi” geschickt, hier kann er gelesen werden (auf englisch und ellenlang, die meisten EU-Bürger haben somit keinen Zugang zu diesem “Meinungspapier” (opinion), ich wüsste zu gerne, wer die am Anfang namentlich aufgeführten Meinungsgeber sind bzw. für wen sie arbeiten. Für solche Recherchen bedürfte es eines eigens eingerichteten und bezahlten Arbeitsplatzes. Hallo Ätherische-Öle-Firmen, hat jemand da draußen Zeit und Kapazitäten dafür frei?! Immerhin wird ganz demokratisch auch eine Meinungsseite für die EU-Bürger eingerichtet, wenn man sich also durch diesen englisch verfassten Fachtext gewühlt haben sollte, kann man seine Meinung auch kundgeben. (Selbst mir mit Fließend-Englisch-Fähigkeiten graut vor dieser Seite).

Ich war jedenfalls vergangene Woche – sehr schön passend zum Thema – zweimal mehr oder weniger freiwillig mit Chemieduftbomben konfrontiert. Einmal stand der Wäscheständer mit zu trocknender Wäsche im Schlafzimmer, sie war mit “eben mal ganz schnell” gekauftem Waschmittel (“mit ätherischen Ölen”) gewaschen worden, weil das Biowaschmittel leer war. Kaum zu glauben, was für Emissionen da im Zimmer umher waberten, sie lösten ein starkes Irritation im Sinne von “Achtung, Störung, hier stimmt etwas nicht, weg laufen!” aus. Beim zweiten Mal führte der Besuch des Schweden-Kaufhauses bzw. zum Glück erst ganz am Ende die Kerzenabteilung, zu einem über 24 Stunden währendem leisen Kopfschmerz. Auf diesen beiden Produkten würde ich gerne die neue Etikettenvorschrift sehen: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. Aber diese ist für solche Produkte, die man unter Umständen tagelang und wochenlang einatmet, nicht vorgesehen. Ein typisches Beispiel für den Zwei-Klassen-Duft.

PS Ähnlich wie beim Beispiel “100 Prozent Wolle” des Teppichs verhält es sich übrigens mit sehr vielen Kleidungsstücken und sonstigen Textilien aus “100% Baumwolle”, diese bestehen immer öfter aus einigen Prozenten an anderen Stoffen.

urtinkturen herstellen und die ehrfurcht vor heilpflanzen lernen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyJahrelang habe ich selbst keine für mich neuen Firmenbesichtigungen mehr genossen und vor drei Wochen gab’s die zweite für dieses Jahr (zur ersten Schutzkleidungsmodenshow geht es hier). In der Nähe von Konstanz und Kreuzlingen, über dem Bodensee gelegen, befindet sich der kleine aber sehr feine Hersteller von pflanzlichen Urtinkturen Ceres Heilmittel.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyHerr Plath führte uns ausführlich und geduldig durch die Produktion von ganz besonderen Pflanzenheilmitteln, von denen man aufgrund ihrer speziellen Herstellungsweise nur wenige Tropfen täglich einnehmen muss. So dass der zunächst hoch erscheinende Preis von gut 20 Euro nicht mehr ist als 3 x 20-30 Tropfen bei herkömmlichen Mitteln, welche die Hälfte kosten.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDer Herstellungsprozess beginnt mit dem händischen Schneiden mit speziellen hochwertigen Messer (Abbildung ganz oben) der Heilpflanze. Anders als bei anderen Urtinkturen wird nicht maschinell gequetscht und gerissen, so dass die Oxidation an den Schnittstellen minimal ist. Die Stücke der Kräuter bleiben auch größer, so dass sie laut der Philosophie von Ceres noch genügend Lebenskraft enthalten. Das Pfefferminze-Zweiglein am unteren Bildrand beispielsweise könnte noch zum Bewurzeln verwendet werden, die kleingehäckselte Masse am oberen Bildrand würde allenfalls noch für laborgezogene Pflanzenzombies herhalten können. Selbst schwer schneidbare Pflanzen bleiben bei der maschinellen Unterstützung des Vorganges immer mit der respektvollen menschlichen Hand verbunden. Dann wird das klein geschnittene Pflanzengut mit einer speziell von Dr. Roger Kalbermatten entwickelten einzigartigen Maschine gemörsert – einige Minuten und immer mit der menschlichen Herzschlagfrequenz von circa 60 ‘Schlägen’ pro Minute. Die genauen Feinheiten entscheidet die Art der jeweiligen Pflanze und die Institution eines des wenigen Mitarbeiter der innovativen Firma.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyNach diversen Filtrier-  und Zwischenlagerungsvorgängen, ruhen die wertvollen Mittel für mindestens zwei Jahre in einer Art Weinkeller. Sie werden dort weder durch Tageslicht, noch durch Lampen und auch nicht durch fotografierende Besucher gestört.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyViele der Urtinkturen werden aus aromatischen Heilpflanzen gewonnen – übrigens aus Demeter-Anbau oder sorgfältig ausgesuchten Wildpflanzen, beispielsweise die wunderbar beruhigend wirksame Lavendeltinktur und auch Angelika-, Kamille-, Melisse-, Pfefferminze-, Rosmarin- und Salbeitinktur. Eine Übersicht über die Tinkturen gibt es hier, die Wirkweise erfährt man im wunderschönen, neu aufgelegten und erweiterten Buch Pflanzliche Urtinkturen von Dr. Kalbermatten.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapySo konnten die Teilnehmerinnen meines Chemiekurses, der den neuen Aromapflege-Lehrgang am  Aromainstitut am See in Konstanz einläutete, nicht nur Moleküle basteln und verstehen lernen, sondern auch dem Wunderwerk (Heil-)Pflanze eine ganz neue Achtung schenken.

This is about an excursion to a Swiss company which manufactures homoeopathic remedies of an unusual high quality only using organic healing plants or such from wild collection in the cleanest areas.