duft-verdünnungen in der psychiatrie


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIm Park unseres Seminarhauses blüht der erste Magnolienbaum (Magnolia campbellii var. mollicomata), der Baum ist so alt und so hoch, dass man die wunderschönen schmetterlingsartigen Blüten selbst mit einem recht guten Teleobjektiv kaum ‘einfangen’ kann. Da es gestürmt hatte, liegen einige der fleischig-dicken Blütenblätter auch schon wieder am Boden und ich musste mal reinbeißen: Sie schmecken wie eine Kreuzung aus Kölnischwasser und Lavendelöl, eindeutig viel Linalool und Linalyacetat. Sehr ähnlich wie das wundervolle Magnolienblätteröl (aus Michelia alba), das ich seit Jahren von Primavera habe (nun ist ‘nur’ noch das kostbare, schwer blumig duftende Magnolienblütenöl (klick!) erhältlich, jedoch bekommt man das eher an Lavendel erinnernde Magnolienblätteröl bei Oshadhi, Maienfelser und bei Ronald Reike). In China zählen Magnolien übrigens zu den essbaren (Heil-)Pflanzen, irgendwo in Großbritannien wurden die Blütenblätter einst wie saure Gurken eingelegt und verspeist.

Jedenfalls führt mich der Duft der Magnolie wieder zum Thema Verdünnungen. Ich habe schon einige Naturparfüm-Kompositionen mit dem geliebten Magnolienduft fast verdorben: So wundervoll wie ich ihn finde, man muss ihn extrem fein dosieren, sonst stinkt das Endprodukt penetrant.In den letzten Wochen wird im aromapflegerischen Hintergrund intensiv und teilweise sehr aufgeregt diskutiert. Hier nochmals zum Klarstellen:

  • Sowohl in der Aromapflege (im institutionellen Bereich) wie auch in der Aroma-Gesundheitspraxis (in privaten Beratungs- und Behandlungspraxen) und im naturkosmetischen Bereich arbeiten wir mit Verdünnungen, die sich ganz grob am Vorkommen in der duftgebenden Pflanze orientieren: oft circa einprozentig, manchmal etwas höher, möglichst nie über 3 Prozent. Rosen-, Neroli- oder Melissenöl enthalten beispielsweise weit weniger als 0,5% ätherisches Öl, diese intensiven Öle werden schon allein aus Preisgründen stark verdünnt, Lavendel, Eukalyptus, Ingwer oder Atlaszedernholz enthalten zwischen 1 und 3 Prozent ätherisches Öl. Diese Verdünnungs-Empfehlungen gelten erst recht für medizinische Laien, die nach kurzen Schulungen Behandlungen durchführen.
  • Als Ärztin/Arzt oder Heilpraktiker/in mit entsprechender Schulung kann man genau wie im privaten Bereich selbstverständlich bei bestimmten Indikationen höher dosieren und ausnahmsweise auch einzelne Öle unverdünnt anwenden. Jahrelange Erfahrung mit Anwendungen am Menschen, ausreichend Wissen, genügend Schulung sowie beste (auch pharmazeutisch-chemische) Kenntnisse über alle eingesetzten Öle und ihre Inhaltsstoffe sind neben einer guten Berufshaftpflicht-Versicherung für diese Art der Anwendungen im Rahmen eines medizinisches Berufes ratsam.

Weniger ist oft eindeutig mehr: in der Parfümerie als auch in der Psychiatrie. Fachfrau Regula Rudolf von Rohr hat sich zum meinem letzten Blogeintrag Gedanken gemacht: Ihrer Erfahrung nach können bei einigen ihrer Schützlinge in einer psychiatrischen Einrichtung in Basel meine Dosierungs-Empfehlungen bereits zu hoch sein! Das ist bemerkenswert in Anbetracht der Kritik, die aus einer gewissen Ecke stammt, die meine und die Verdünnungsempfehlungen von vielen erfahrenen Kolleg/innen geradezu verachten. Jedoch lese ich derzeit im sehr, sehr anspruchsvollen Fachbuch ‘Olfaction and the Brain’ (als Kindle-Ausgabe und als Papierausgabe), dass viele psychiatrische und neurodegenerative Störungen mit Störungen des Geruchssinnes gewissermaßen Hand in Hand vorkommen, diese Verbindung ist also wissenschaftlich recht gut geklärt (auch wenn noch viele, viele Fragen offen sind, wie die Autoren immer wieder betonen). Aber lassen wir Regula zu Wort kommen:

Hier ein paar Gedanken zu einem Thema, das mich schon länger beschäftigt und nun eine ganz neue Aktualität hat: Die Dosierungen! Ganz grundsätzlich denke ich, dass Aromatherapie in der Psychiatrie einer anderen Definition Bedarf als die ‚herkömmliche‘ Aromatherapie. Das heisst, wir arbeiten nicht mit hohen Dosierungen gegen etwas, sondern zumeist mit tiefen bis sehr tiefen Dosierungen für etwas. Übergeordnet steht da immer die Selbstfürsorge. Mittel zum Zweck ist dabei den Patientinnen und Patienten den Rahmen zu bieten, indem sie Selbstwirksamkeit erfahren und bewusst wahrnehmen. Damit steigt die Motivation oder wird überhaupt erst mal erarbeitet, sich im Alltag selbstverantwortlich ‚Gutes‘ zu tun.
Ausnahmen gibt es ja immer, die bestätigen ja bekanntlich die Regeln. Einerseits geht es dabei um PatientInnen aus der Diagnosegruppe F60.3, also mit einer emotional instabilen Pesönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (F60.31) – Menschen, die sich selber schwerste Verletzungen zufügen, um Spannung abzubauen. Andererseits aber auch um Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung, die erfahrungsgemäss einen stärkeren Reiz brauchen, um sich überhaupt angesprochen zu fühlen (Minimum eine 3%-ige Mischung).
Ich glaube bei Menschen mit schweren Selbstverletzungen ist es vertretbar, auch mal höher zu dosieren – haben sie doch sonst in ihrem Skill-Köfferchen Ammoniak drin, das ihnen die Nase ‘wegätzt’.
Bei den Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen ist es etwas anderes, zum einen ist die Patientengruppe um ein vielfaches grösser, zum anderen sind die Selbstschädigungen meist in einem viel geringeren Ausmass.
Die höheren Dosierungen, 5% oder auch mal 10% sind immer beschränkt auf sehr kleinflächige Anwendungen, konkret auf den Roller (Roll-on), den wir als therapeutisches Parfüm bei unterschiedlichen Indikationen anwenden. Das Riechfläschli ist zwar auch eine tolle Anwendung, aber gerade bei Menschen mit einer ausgeprägten oder multiplen Abhängigkeitserkrankung immer heikel, da sich diese Leute nicht daran halten, nur zu riechen. Die halten den Finger ans Riechfläschli und streichen sich das an den Hals.
Deshalb ist das relativ hoch dosierte therapeutische Parfüm bei dieser Patientengruppe immer wieder eine Alternative um dem vorzubeugen oder Abhilfe zu schaffen.
Ich weiss von anderen die in diesem Bereich auch höher dosiert arbeiten, aber man/frau redet nicht öffentlich darüber. Und jetzt schon gar nicht mehr, nachdem das Thema Dosierungen so im Blickfeld steht.
Ich habe das Label von Eliane mit den 1-3% auch übernommen, das finde ich wirklich wichtig und gut, aber es bleibt ein ‚aber‘, mit dem ich nicht so recht weiss wie umgehen.
In der Klinik ist es für die AP klar geregelt: maximal 3%. Wenn die Leute zu mir in die Aromatherapie kommen, dann habe ich mir bisher die Freiheit genommen, im Einzelfall diese höheren Dosierungen anzuwenden.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Dunkelziffer für höhere Dosierungen bleibt oder steigt, wenn wir dieses Thema nicht auch für diese speziellen Einsatzbereiche diskutieren und angehen. Im psychischen Bereich handelt es sich ja meist um Themen bei vorwiegend gesunden Menschen, bzw. Menschen mit allerlei Erkrankungen aus dem somatischen Bereich oder in sogenannten Lebenskrisen, weniger um diagnostizierte psychiatrische Erkrankungen. Ich glaube da bedarf es auch einer Differenzierung, die bis heute kaum gemacht wird.

WIE GEHT IHR DAMIT UM? Mit welchen Dosierungen arbeitet ihr bei den beschriebenen Diagnosegruppen und mit welchen Erfahrungen?

Foto: Antje Wendel

studien zur verringerung von übelkeit mit hilfe von ätherischen ölen


Schule für Aromatherapie Eliane ZimmermannIch bin auf Seminarreise, von München über Dresden haben mich die ätherischen Öle derzeit fast an die französische Grenze nahe des Saarlandes geführt. Mehrfach kamen mir in letzter Zeit Anfragen nach Hilfen bei Übelkeit unter. Sei es als die schreckliche Nebenwirkung von Krebsbehandlungen, als Linderung nach chirurgischen Eingriffen oder auch bei Migräne.

Pfefferminze- und Ingweröl wirken optimal gegen die Übelkeit nach der Narkose oder auch bei starker Medikation (beispielsweise 50 ml Pfefferminzehydrolat und/oder etwas Wodka mit 8 Tropfen Pfefferminzeöl und 2 Tropfen Ingweröl verschütteln und in der Nähe des Gesichtsbereiches zum Einatmen versprühen (nicht in der Nähe der Augen!). Oder Pfefferminze- mit Zitronenöl verwenden, diese Mischung erfrischt und klärt den benebelten Geist, sie ist auch gut als Handspray zu verwenden. Auch das stark krampflösende Basilikumöl kann helfen, eventuell auch mit Zitrone oder Limette gemischt. Man gibt ein bis zwei Tropfen ätherisches Öl auf ein Papiertaschentuch oder Vlies, optimal wäre in der Pflege von verwirrten und sehr kranken Menschen auch der Aromastick (Abbildung oben). Dieser ist aus der englischsprachigen Palliativpflege nicht mehr wegzudenken. Ich weiß allerdings momentan nicht, wo man ihn im deutschsprachigen Gebiet erwerben kann. Auch ein regelmäßige Besprühen des Gesichts-/Nasenbereiches mit Pfefferminzehydrolat kann hilfreich sein.

Es gibt etliche wissenschaftliche Studien zu ätherischen Ölen (und Kräuteranwendungen) bei Übelkeit, die neueste ist von letztem Jahr und aus Malaysia. Sie ist ein Review, also eine Übersichtsarbeit über vorhandene Studien. Darin werden fünf Studien vorgestellt, welche 328 Patienten umfassten, diese erfüllten die Kriterien von seriösen wissenschaftlichen Arbeiten. Die Inhalation von Pfefferminze- und Ingweröl reduzierten Vorkommen und Stärke von Übelkeit und reduzierten antiemetische (Medikamente gegen Übelkeit) Maßnahmen. Lua PL, Zakaria NS. A Brief Review of Current Scientific Evidence Involving Aromatherapy Use for Nausea and Vomiting. J Altern Complem Med 2012, 18(6): 534-40 

Auch in 2012 wurde eine Studie aus den USA veröffentlicht, in der eine Mischung aus ätherischen Ölen bei Übelkeit angewendet wurde: Ingwer, Spearmint, Pfefferminze und Cardamom; Isopropylalkohol wurde als Placebo verwendet. 1151 Personen wurden erfasst, davon entwickelten 303 Personen postoperative Übelkeit. Nach Inhalation der Ölmischung und des Ingweröles alleine zeigten sich signifikante Verbesserungen, jedoch nicht nach Einatmen des Alkohols. Hunt R, Dienemann J, Norton HJ, Hartley W, Hudgens A, Stern T, Divine G. Aromatherapy as Treatment for Postoperative Nausea: A Randomized Trial. Anesth Analg. 2012 Mar 5

atmen und schnuppern bei der parkinson-krankheit


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEin wunderbares Buch zur Selbsthilfe von Parkinson-Patienten hat Heilpraktikerin und Qigong-Übungsleiterin Annette Köhler aus Kassel verfasst: Richtig atmen bei Parkinson (bei Interesse auf diesen und die nächsten gefetteten Links klicken!). Das Buch zeigt in vielen Schritten, wie sich Betroffene durch effektive Atemübungen länger mobil und “lebendig” halten können. Unglaublich viele Tipps und Hinweise die alltäglichen Beschwernisse dieser Menschen werden angesprochen und einfach umzusetzende Lösungen aufgezeigt. Dazu ist alles in verständlicher Sprache verfasst, fast jeder Schritt ist mit anschaulichen Fotos illustriert und der Preis unter 20 Euro kann sich auch sehen lassen.

Ein beigefügtes Heft hilft dem Leser und auch den Pflegenden der betroffenen Personen bewusst zu werden, was einem wichtig ist, was einem gut tut, was einen stresst, in welchen Situationen das Zittern gehäuft auftritt etc. Ein kleiner Abschnitt zeigt auch die Möglichkeit, die Atmung mit Eukalyptusöl zu stärken auf.

In einer neuen Auflage dieses Buches würde ich mir noch ein paar mehr Hinweise auf ätherische Öle wünschen, welche die Verkrampfung und die vielfältigen Beschwernisse lindern können, so wie weiter unten beschrieben.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Man weiß heute, dass die Ätherisch-Öl-Pflanze Agnus castus (Keuschlamm) und auch das Öl aus Syzygium aromaticum (Gewürznelke) eine dopaminartige Wirkung aufweisen. Wenn man sich die Formeln anschaut, kann sogar der chemische Laie eine gewisse Verwandtschaft zwischen dem Hauptinhaltsstoff der Gewürznelke namens Eugenol und dem bei dieser Erkrankung defekten Stoffwechsel von Dopamin erkennen. Da dieser Inhaltsstoff auch in anderen ätherischen Ölen enthalten ist, hat man als aromapflegende Person vielfältige Möglichkeiten zur Hilfe.

Morbus Parkinson zählt zu den fortschreitenden neurodegenerativen Erkrankungen, sie wurde früher Schüttellähmung genannt. Durch ein Absterben entsprechender  Nervenzellen steht nicht mehr genug des Botenstoffes Dopamin zur Verfügung und die Bewegungen des erkrankten Menschen werden immer zittriger, wackliger und starrer. In der Frühdiagnose stellt der Neurologe meistens eine (erhebliche) Störung des Geruchssinnes fest (ich habe hier darüber berichtet).

Shirley Price hat 1996 eine kleine Studie mit 60 Aromatherapeutinnen und 60 Parkinson-Patienten durchgeführt, in der diese MenschenEliane Zimmermann AiDA Aromatherapy regelmäßig über einen Zeitraum von neuen Monaten mit Aromamassagen behandelt worden sind, zunächst einmal wöchentlich (3 Monate) dann einmal monatlich (6 Monate). Es wurden vor allem ester-reiche Öle zwecks körperlicher und seelischer Entkrampfung eingesetzt:

  • Salvia sclarea, Muskatellersalbei
  • Origanum majorana, Echter Majoran
  • Lavandula angustifolia, Echter Lavendel

Auch wenn es sich nicht um eine Studie nach streng wissenschaftliche Kriterien handelte, geben die Verbesserungen bei etlichen Beschwerden doch Anlass zur Nachahmung bei der Pflege von betroffenen Menschen. Es gab drei Gruppen à 20 Personen, in der einen wurde wie oben beschrieben behandelt, in der zweiten gab es entsprechende Produkte zum Anwenden zu Hause (im Bad und als Körperlotion) und die 20 Patienten der dritten Gruppe wurden ohne ätherische Öle massiert. Bei der zweiten Gruppe wurden folgende Verbesserungen fest gehalten:

  • 83% Verbesserung bei Obstipation (Verstopfung)
  • 75% Verbesserung bei depressiver Stimmung
  • 85% Verbesserung bei Schlaflosigkeit
  • 50% Verbesserung bei Steifheit der Körperglieder
  • 28% Verbesserung bei schleppender Sprache
  • 33% Verbesserung bei Zittern
  • 62% Verbesserung bei kraftlosen Körpergliedern

Den Bericht in englischer Sprache kann man hier nachlesen. Zwei wissenschaftliche Tierstudien konnten belegen, dass Ashwagandha-Extrakt (Withania somnifera, Schlafbeere oder Winterkirsche, eine wichtige Heilpflanze im Ayurveda bei vielen Formen von “Altersgebrechen” sowie Schlaflosigkeit und Impotenz) bei an Parkinsonismus leidenden Ratten und Mäusen die Symptome zu verbessern vermag. [Ahmad M, Saleem S, Ahmad AS, Ansari MA, Yousuf S, Hoda MN, Islam F. Neuroprotective effects of Withania somnifera on 6-hydroxydopamine induced Parkinsonism in rats. Hum Exp Toxicol. 2005 Mar;24(3):137-47] und [RajaSankar S, Manivasagam T, Sankar V, Prakash S, Muthusamy R, Krishnamurti A, Surendran S. Withania somnifera root extract improves catecholamines and physiological abnormalities seen in a Parkinson's disease model mouse. J Ethnopharmacol. 2009 Sep 25;125(3):369-73]. Leider gibt es wohl keine Belege, dass man diese Erkenntnisse auf den Menschen übertragen kann.

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Ich bekomme immer wieder Anfragen, ob man mit ätherischen Ölen etwas GEGEN die zunehmende Beeinträchtigung der täglichen Verrichtungen der betroffenen Menschen tun kann. Mir gefällt die Formulierung “ich tue etwas FÜR” den Patientin/die Patientin besser. In diesem konkreten Fall habe ich einige Hinweise hier aufgeschrieben, ergänzt um einen wertvollen Hinweis eines Arztes. Wer die Autorin und Heilpraktikerin Annette Köhler kontaktieren möchte, kann das über ihre Website tun.

die vielfalt der aromatischen hydrolate


AiDA Aromatherapy InternationalMeine treuen Blog-LeserInnen erinnern sich sicher, dass ich vergangenen Dezember eine Adventskalender-Serie über 24 Hydrolate geschrieben habe und dass ich ein E-Book zum Thema angekündigt habe. In diesem Zusammenhang möchte ich mich zunächst bei den 9 SpenderInnen (bis Mitte März) bedanken, die dem gemeinnützigen Verein KEKS zusammen 580 Euro zukommen ließen, so kann wieder einigen Kindern, die ohne Speiseröhre auf die Welt gekommen sind, geholfen werden, jeder Euro ist für deren größtenteils ehrenamtliche Arbeit wertvoll.

Ende Januar war die Version für den Kindle-Reader (von Amazon) fertig, doch ich brachte es nicht fertig, ein praktisch zu lesendes aber farbloses Werk über diese duftende Materie zu veröffentlichen (die preiswerten Reader sind noch schwarzweiß). So machte ich mich ans Layout der 112 hübsch illustrierten und farbigen recht großen Seiten, es war Ende Februar fast fertig. Dann kamen diverse Korrekturgänge, Ergänzungen und Computerabstürze sowie meine zwei Seminaretourneen und die Gästehausrenovierung dazwischen. So heißt es erst heute: Alles neu macht der Mai, die Hydrolate schlagen aus!

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Wer mal reinschnuppern möchte, kann hier eine kostenlose Leserprobe runterladen, wer die auf jedem Computer lesbare PDF-Datei kaufen möchte, kann das auf Sabrinas Vivere-Shop über diesen Direktlink (drauf klicken!) schnell und sicher machen. Nach Download der circa 7 MB und Bezahlung (sicher über Paypal) von 14 Euro bekommt man das Passwort zum Öffnen der Datei zugeschickt (sie ist übrigens nicht ausdruckbar).

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aromatherapie vor und nach operationen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyWir Aromaleute bekommen immer wieder Anfragen, wie man sich auf bevorstehende Operationen vorbereiten kann, denn das Thema ‘Ansteckung mit MRSA und jahrelanges Leiden’ ist nun mal leider aktuell. Ja, ich meine, man sollte Seele und Körper unbedingt mit ätherischen Ölen vorbereiten und begleiten. Offene Stellen und ein besorgter und gestresster Seelenzustand sind ein ‘gefundenes Fressen’ für MRSA und andere fiese Keime.

Fast alle ätherischen Öle, die einem gut tun, sind geeignet. Im Prinzip wirkt fast jedes Öl gegen MRSA, zumindest leicht, denn man will ja zunächst die Keime nicht direkt angehen, sondern prophylaktisch arbeiten. Erfahrungen in Kliniken zeigen: Auch wo ätherische “einfach so”, also unspezisch eingesetzt werden, gibt es kaum noch MRSA.

Ich könnte mir vorstellen, dass man mit einem Spray (50 ml Wodka, 20 Tr. ätherischer Öle wie Teebaum, Manuka, Zitrone, Eukalyptus, Lavendel etc) mehrmals täglich “die Hände waschen” könnte und von den Händen tief inhalieren könnte, damit die Öle gut im System unterwegs sind und von innen schützen. Wenn es sich um Angehörige von mir handeln würde, würde ich schon einige Tage vorher die betreffende Operationsstelle 1-2x täglich mit (verdünnten) ätherischen Ölen einreiben, geradezu ‘marinieren’, dann ist sicherlich eine Spur Öl im Gewebe, wenn geschnitten wird.

Ätherische Öle üben eine regulierende Wirkung auf das Immunsystem aus, so dass es sich besser wehren kann, falls die Keime in der jeweiligen Klinik präsent sind. Nach einer Operation würde ich auf alle Fälle die Haut in der Nähe der Wunde (kann ruhig 20 bis 50 cm entfernt sein) mit ätherischen Ölen pflegen, vorzugsweise natürlich mit Lavendel, frischem und hochwertigem Teebaumöl und Immortelle. Manuka wäre auch noch ein direkter Anti-MRSA-Kandidat. Bereits ein Tropfen eines wohltuenden Öles auf ein Taschentuch getropft und ab und zu inhaliert bringt die Anti-Keim-Moleküle ins Blutsystem und kann abwehren helfen.

Übrigens weder Nelke noch Zimtblätter kurz vor oder nach der OP verwenden, das enthaltene Eugenol darin könnte im ungünstigen falle die Blutgerinnung minimal hemmen, auch wenn es prima gegen Keime wirkt (auch kein Tulsi-, Bay- und Pimentöl).

Pfefferminze- und Ingweröl wirken optimal gegen die Übelkeit nach der Narkose oder auch bei starker Medikation (beispielsweise 50 ml Pfefferminzehydrolat und/oder etwas Wodka mit 8 Tropfen Pfefferminzeöl und 2 Tropfen Ingweröl verschütteln und in der Nähe des Gesichtsbereiches zum Einatmen versprühen (nicht in der Nähe der Augen!). Oder Pfefferminze- mit Zitronenöl verwenden, diese Mischung erfrischt und klärt den benebelten Geist, sie ist auch gut als Handspray zu verwenden.

Neroliöl, eventuell mit Mandarinenöl gemischt, gilt als optimales Seelenstütze-Öl vor einem Eingriff.

  • Zu den zahlreichen Artikeln über MRSA kommt man hier. (durch Klicken auf die folgenden gefetteten Wörter kommt man auf die betreffenden Stellen). Im Kommentarefeld ist der seltene Thymian Thymus zygis empfohlen, ich habe hier einmal darüber geschrieben.
  • Immortelleöl als Erste-Hilfe bei Traumata (Schnitte, blaue Flecken, stumpfe Verletzungen, seelische Verstümmelungen, entwürdigende Situationen) ist sicherlich ein Muss nach den meisten Operationen, hier steht mehr dazu, eine Unfall-Immortelle-Rezeptur steht hier.
  • Zur Vorbeugung gegen Verbrennungsschäden bei Tumoren der Brust, des Gehirnes, der Genitalien etc kann hier nachgelesen werden.
  • Zur Wundheilung kommt Lavendel mit Cistose in Frage, hier mehr zur Cistrose.
  • Um etwas gegen die Ängste und Schlafprobleme zu tun, wären Vanille, Mandarine und Lavendel geeignet, hier mehr dazu. Über die Lavendelkapseln, die zur Prophylaxe bereits vorher eingenommen werden können, gibt es hier mehr zu lesen.

Ich habe kürzlich von einer Ärztin den Tipp bekommen, vor jedem Klinikbesuch einen Abstrich und Blutstatus bezüglich MRSA machen zu lassen. Wenn es nach der OP zu einer Infektion kommt, kann man besser nachweisen, dass man sich den Keim dort eingefangen hat. Moderne Zeiten!

ätherische öle und kunststoff


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs geht doch nichts über praktisches Anschauungsmaterial! Da hört man immer wieder, dass ätherische Öle Kunststoff angreifen können. Doch wenn man einmal selbst einen Tropfen Mandarinen-, Orangen- oder Zitronenöl in so ein zum “emulgieren” gerne verwendetes Kaffeesahnetöpfchen gegeben hat, und dann beobachtet, in wie wenigen Minuten das Pöttchen zerfressen ist, geht man sicherlich nicht mehr leichtsinnig mit der Aufbewahrung von Ölemischungen um. Ich hatte vor anderthalb Jahren bereits einmal hier ausführlich über dieses Thema geschrieben und wollte heute mal wieder dran erinnern. Denn derzeit schnieft und hustet es überall und sicherlich wird auch mal zur Inhalationsmaschine gegriffen.

Da Billiginhalatoren vom Discounter oder Kaffeeröster sicherlich nicht der Qualität von viel teureren Maschinen aus der Apotheke oder dem Sanitätsfachhandel entsprechen, ist Vorsicht geboten. Man sollte also insbesondere keine Nadelöle und keine Zitrusöle in Geräte geben, wenn sie nicht für ätherische Öle geeignet oder zugelassen sind. Man riskiert einerseits die Zerstörung der Kunststoffteile oder des ganzen Maschinchens, andererseits können wir Laien nicht beurteilen, welche giftigen Anteile im Plastik durch diesen Auflösungsprozess freigesetzt werden und dann mit inhaliert werden.

Ich habe hervorragende Erfahrungen mit der Inhalation von Manukaöl, dieses enthält so gut wie keine Monoterpene (ohne funktionelle Gruppe) und scheint sehr pfleglich mit Kunststoff umzugehen. In unserem Pariboy Inhalator wird ein Tropfen Manukaöl mit circa 2 ml Rosenhydrolat verschüttelt und jeweils damit 3x täglich inhaliert (stark gegen Viren und Bakterien und entzündungshemmend-schmerzlindernd). Auch Kamillenöl ist für diesen Zweck geeignet, sowie alle Öle die weder klebrig sind (wie Benzoe) und die wenig(er als 10 Prozent) Monoterpene enthalten. Im oben abgebildeten “Experiment” vergleichen wir in Kursen unterschiedliche Zitrusöle. Das gezeigte Loch entstand in weniger als 10 Minuten mit Orangenöl. Bergamotteöl richtet kaum Schaden am Kaffeesahnetöpfchen an, auch Lavendelöl verursacht fast keine Auflösungserscheinung, allenfalls eine minimal klebrig-angegriffene Oberfläche (je nach Öl und Dauer). Pfefferminzeöl kann auch Kunststoffe angreifen. Im Zweifelsfalle testet man das ätherische Öl seiner Wahl an einer versteckten/unwichtigen Stelle seines Gefäßes oder Gerätes.

Bestimmte Kosmetikgefäße und auch viele Medizinprodukte sind aus anderem Kunststoff hergestellt, insbesondere typische aromapflegerische Verdünnungen von circa 1 bis 2 Prozent kann man problemlos darin aufbewahren. Gefährdet sind jedoch auch diese dünnen-faltbaren Getränkeflaschen, also niemals selbst gemachte Limonaden darin herstellen und aufbewahren.

erfahrungsbericht über die sanierung von mrsa bei geistig ‘behinderten’ menschen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch hatte die Teilnehmerin einer meiner Aromachemie-Fortbildungen, Pascale Dimmer, gebeten, mal über die Anti-MRSA-Aktivitäten in ‘ihrem’ Wohnheim in Luxemburg zu berichten. Denn ihre Wünsche, Versuche, Fehlschläge, Enttäuschungen, ihre Beharrlichkeit – all das kann anderen Pflegenden Mut machen, im Sinne ihrer PatientInnen und Heimbewohner zu handeln und beharrlich zu kämpfen. Für die Nicht-Pflegenden: MRSA ist einer der ‘Krankenhaus-Keime, die sich zunehmend vor allem in Pflegeinstitutionen breit machen und gegen die es  kaum noch oder in manchen Fällen keine wirksamen Antibiotika (mehr) gibt. Bislang kann nur ein intaktes Immunsystem davor bewahren und und – wie viele wissenschaftliche Arbeiten zeigen konnten – etliche ätherische Öle. Die folgenden Informationen sollte sich auch jeder Privatmensch merken, der vielleicht mal überraschend ins Krankenhaus muss oder zu einem geplanten blutigen Einsatz wie einer Zahnextraktion oder der vorsorglichen chirurgischen Entfernung von Hautaufälligkeiten.

“Ich arbeite seit fast acht Jahren in einem Wohnheim mit fünfzehn geistig schwer behinderten Menschen.

Sobald unsere Leute ins hiesige Krankenhaus mussten, wurden sie vor und nach dem Aufenthalt auf MRSA kontrolliert. Vor ungefähr zwei Jahren wurden alle, Bewohner und Personal, getestet und fünf waren dann positiv. Alle Betroffene wurden mit der Schulmedizin behandelt , die erste Dekontamination blieb bei allen erfolglos. Weitere Dekontaminationen folgten, bei den einen erfolglos, bei den andern nach mehreren Versuchen mit Erfolg. Da unsere Bewohner systematisch getestet wurden, sobald sie einen Krankenhausaufenthalt hatten, bemerkten wir, dass einige oft längere Zeit MRSA frei waren und dann waren sie wieder kontaminiert. Ein Teufelskreis!
Dann musste einer unserer MRSA Patienten an der Hüfte operiert werden, durfte aber natürlich nicht und die Dekontaminationen begannen wieder – erfolglos!
Dazu muss ich sagen, dass unsere Leute nicht isoliert werden. Sie sind hier im Wohnheim zu Hause und ihr Immunsystem ist nicht denselben Strapazen ausgesetzt wie im Krankenhaus. Natürlich wollte ich von Anfang versuchen, den Bewohnern mit der Aromatherapie zu helfen, traute mich jedoch erst nicht, erhielt dann später die Erlaubnis unserer Ärztin.
Zu diesem Zeitpunkt waren nicht alle in unserem Team von der Aromatherapie überzeugt und ich kann nicht beschwören, ob die Dekontamination mit den Ölen ernsthaft durchgeführt wurde. Hinzu kam, dass ich viel zu niedrig dosierte und einfach die falschen Öle benutzte. Auf jeden Fall gelang mir die Sanierung damals nicht. Dann wurde sogar ein Aromatogramm für den betroffenen Bewohner gemacht. Doch mir war es danach nicht mehr möglich, damit zu arbeiten, da der Bewohner dringend operiert werden musste, er kam ins Krankenhaus, wurde dort isoliert und dann mit der Schulmedizin saniert.

Dann letztes Jahr im Juli, begannen wir erneut mit den Dekontaminationen. Drei unserer Bewohner waren MRSA positiv ! Dieses Mal sollte die Schulmedezin nicht eingesetzt werden! Wir wurden von unserer Ärztin und Hygienefachkraft unterstützt!
27.07.2011. Drei Bewohner sind im Rachen, in der Nase und auf der Haut MRSA positiv. Wir benutzten ein 3% Duschgel (1x tgl), 2% Körperöl (2x tgl), 2% Nasenöl (3x tgl) sowie Mundspray (3x tgl) und Raumbeduftung.
Diese Mischungen setzte ich ohne Überprüfung durch ein Aromatogramm, mehr oder weniger aus dem Buch von Professor Wabner ein. Es erfolgten drei Wochen Dekontamination, dann eine Woche Pause mit Kontrollen. Danach war eine unserer Bewohner saniert und blieb es, bis sie leider im November gestorben ist.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy
2.09.2011. Eine zweite Mischung wurde versucht, noch immer wurde kein Aromatogramm gemacht. Nach drei Wochen war der zweite Bewohner auf der Haut negativ, blieb aber in der Nase und im Rachen positiv. Die dritte Person blieb überall positiv.
4.10.2011. Weitere drei Wochen Dekontamination mit derselben Mischung, immer noch ohne Aromatogramm. Der zweite Bewohner blieb auf der Haut negativ, Nase und Rachen positiv. Die dritte Bewohnerin blieb komplett positiv. JETZT WURDE EIN AROMATOGRAMM GEMACHT !!
12.11.2011. Neue Mischungen wurden mit Hilfe von Aromatogrammen gemacht. Die Abstriche drei Wochen später liessen uns alle vor Freude tanzen. Der zweite Bewohner war saniert! Die dritte Bewohnerin leider noch immer komplett positiv, sogar in den Ohren !
19.12.2011. Erneute Dekontamination mit derselben Mischung (nach erneutem Aromatogramm). Der zweite Bewohner wurde nur mit 1% Mischungen, während die dritte Bewohnerin nun mit 5% Mischungen behandelt wurde. Doch auch dieser Versuch bleibt bei ihr erfolglos.
Nun habe ich ihr anhand des neuen Aromatogramms eine leicht veränderte Mischung zusammengestellt. Zusätzlich wenden wir eine 50% Fussohlenmischung an.
Die Ohrenmischung bringen wir mit Ohrenstäbchen soweit wie möglich in den Gehörgang ein*, und reiben zusätzlich noch die ganze Ohrmuschel und hinter den Ohren ein. Wir können die Mischung nicht ins Ohr machen, da ihr Trommelfell nicht mehr intakt ist. Am 20. Februar werden die Abstriche gemacht. Unsere Hygienefachkraft hat den zweiten Bewohner als saniert erklärt und brachte uns ein grosses Lob entgegen.
Auch vom Krankenhaus kam ein grosses Lob. Den sanierten Bewohner behandeln wir trotzdem noch weiter mit, um sein Immunsystem zu unterstützen. Wir alle sind, nach diesem Erfolg, sehr motiviert, weiter mit den Ölen zu arbeiten. Ich selbst habe während diesen vergangenen Monaten viel dazu gelernt, vor allem dass man nicht die Geduld verliert.
Wir haben mit Manuka, Teebaum, Niaouli, Thymian thymol*, Oregano*, Zimtrinde*, Koriander und Bergbohnenkraut* gearbeitet, sowie Zitrusdüfte in der Duftlampe angewendet. Ich kann gerne die Rezepturen schicken aber dies ist wohl sinnlos. Richtig Erfolg hat man nur, wenn man mit den Aromatogrammen arbeitet.
Ich hoffe abschließend, dass ich anderen Pflegekräfte Mut machen kann, sich einfach durchzusetzen und vor allem Geduld zu haben. Ich muss hinzufügen, dass ich und meine Mitarbeiter uns glücklich schätzen können, dass wir mit einer Ärztin zusammenarbeiten können, die uns so gut unterstützt und vertraut. Ohne sie wäre dies alles nicht möglich gewesen. Drückt uns die Daumen , dass wir Ende Februar einen ganz grossen Freudentanz machen können, nämlich wenn auch die letzte Bewohnerin MRSA negativ wäre!”
Pascale Dimmer aus Luxemburg

*Anmerkung: diese Art der Anwendung und diese ätherischen Öle nur unter Verantwortung eine(r) Mediziner(in) vornehmen!

pflanzenöle – grundbaustein für die lebensfunktionen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyWir Naturheilfreunde und Befürworter einer möglichst natürlichen Ernährung und Körperkosmetik werden schon mal schräg angesehen. Menschen, die sich nicht viele Gedanken um ihre Nahrung und die mögliche Ursache von Beschwerden und Krankheiten haben, betrachten uns bisweilen als so eine Art Müsli-Fakire. Andere bewundern uns und meinen, dass wir tagtäglich vor dem Kühlschrank und am Herd Heldentaten vollbringen. Sie meinen, dass sie selbst nicht so eine Disziplin hätten. Dass jemand Geschmacksvergnügen und wirklich Freude an naturbelassener Vielfalt haben kann, erscheint Außenstehenden eher seltsam. Und dass sich gar jemand über das hier abgebildete Geburtstagsgeschenk so richtig freuen kann, kommt manchen Kritikern ziemlich befremdlich vor.

Wenn Laien sich ein kleine wenig damit beschäftigen würden, wie wesentlich gute Fette, Öle und die jeweiligen Nahrungsmittel derselbigen für unsere Gesundheit sind, hätte sie vielleicht auch mehr Freude daran. In den Siebziger Jahren ist uns (und unseren Eltern) mit viel Geld und in einer breit angelegten, weltweiten Werbekampagne ins Gehirn gehämmert worden, dass nur Margarine uns vor dem Herztod bewahren kann, dass nur durch wissenschaftliche Erkenntnisse eine Brot- und Kochschmiere entstehen konnte, die uns nicht fett machen und darüber hinaus noch den Cholesterinspiegel gesundheitsbringend beeinflussen soll. Alle anderen Fette hätten den vorzeitigen Tod durch Fettleibigkeit im Schlepptau, “Fett ist ungesund und macht fett” lautet seitdem die Devise.

Dass native Pflanzeöle, Nüsse, Samen und manche Früchte (Sanddorn, Avocado) vielfältige Naturapotheken in sich bergen, wird erst ganz langsam wieder bekannt. Auch werden diese “fetten Öle” seit gut 20 Jahren in der Aromapflege und -Therapie als Träger- und Verdünnungssubstanzen eingesetzt, doch um den jeweiligen therapeutischen Wert einiger dieser goldenen (oder roten oder grünen) Flüssigkeiten ist immer noch recht wenig bekannt. Wäre das nicht so, könnte sicherlich ein Heilgebiet entstehen, das man Oliotherapie nennen müsste. Denn hat man die richtigen fetten Pflanzenöle, sind ätherische Öle manchmal gar nicht nötig. Das ist vor allem für den Bereich der Seniorenpflege interessant, wo der Siegeszug der ätherischen Öle noch sehr schleppend vor sich geht. Überall dort, wo die Implementierung der Aromapflege auf starken Widerstand stößt, könnte ein erster Schritt mit der Oliotherapie oder Oliopflege getan werden. Bei Venenproblemen und vereiterten Wunden könnte man mit dem grandiosen Vielkönner Calophyllumöl große Hilfe leisten, bei trockenen Schleimhäuten, Magengeschwüren und dem Hand-Fuß-Syndrom wäre den PatientInnen mit Sanddornfruchtfleischöl enorm geholfen, bei Neurodermitisbeschwerden hätte man in Argan-, Nachtkerzen- und Borretschsämenöl kraftvolle Verbündete. Akne und Narben könnte man erfolgreich mit Hagebuttenkernöl begegnen und immungeschwächten und gar an Krebs erkrankten Menschen würde man mit Schwarzkümmelöl wieder auf die Sprünge helfen. Ekzematische Haut reagiert hervorragend auf ein gekonntes Gemisch aus einigen Ölen. Eine Kur mit feinstem, frisch gepresstem Bio-Leinöl bringt den ganzen Organismus wieder auf Trab. Man müsste sich dann nicht – wie bei der Pflege mit ätherischen Ölen – peinlich genau mit Verdünnungsvorschriften herumschlagen und bräuchte sich auch nicht mit möglichen Kontraindikationen oder Patientengruppen, welche ätherische Öle eventuell nicht vertragen würden, befassen. Man müsste allenfalls Allergien abfragen, aber dieses Gebiet muss in der Anamnese ohnehin abgeklärt werden.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie Liste der Indikationen für für viele Pflanzenöle ist so unglaublich vielfältig und lang, dass Feeling mich gebeten hat, einen Zweitages-Kurs für alle InteressentInnen in Wien zu diesem Thema anzubieten (17. und 18. März 2012 im Springerschlössl). Ich habe mich seit meinem Schwerpunkt-Abitur in Ökotrophologie (Ernährungswissenschaft) intensiv mit diesem Thema beschäftigt, habe bei einem Marketingexperten Psychologie studiert, der die Margarinekampagne mit ins Leben gerufen hat (und der berichtete, mit welchen Lügen und Übertreibungen diese verbunden war). Ich zähle die “Fette-Öle-Bibel” Fats that Heal – Fats that Kill von Udo Erasmus (leider nur auf englisch) zu meinen besten Büchern über Ernährung (wie auch viele Rezensenten bei Amazon). Aber ich liebe auch das wunderbare Buch von Ruth von Braunschweig Pflanzenöle – Qualität, Anwendung und Wirkung, in dem viele einfache und schnell umsetzbare Rezepturen nachzulesen sind. Sie beschreibt auch jedes bekanntere Pflanzenöl fundiert und doch für jedermann und jederfrau gut verständlich. Pflanzenöle, richtig angewendet, machen nicht fett, im Gegenteil, einige Fettsäuren helfen beim Entschlacken und Abnehmen, da sie sehr stoffwechselaktiv sind. Pflanzenöle sind der Grundbaustein für alle Zellen und werden vom Körper bei vielen Aufbauvorgängen benötigt, sie gehören in jede Ernährung, der menschliche Körper ist seit Urzeiten auf sie angewiesen. Und wenn es nur fünf oder sechs nicht geröstete und pestizidfreie (nicht oder wenig gesalzene) Nüsse und/oder Mandeln am Tag sind. Nur weil diese “Medizin” überall zu kaufen ist und relativ preiswert ist, ist sie noch lange nicht unwirksam! (Ölefotos: Christine Steiner)

dr. wabner & dr. beier: die aromatherapie-neuauflage


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs ist schon ein Weilchen her, dass diese sehnlichst erwartete überarbeitete Neuauflage von “Aromatherapie – Grundlagen • Wirkprinzipien • Praxis“, herausgegeben von Prof. Dr. Wabner und Dr. Christiane Beier erschien (Oktober 2011). Ich habe mir die Unterschiede genau angeschaut, denn es wurde schon vermutet, dass tüchtig gestrichen wurde: Aus 582 Seiten wurden 542 Seiten, obwohl nun viele Fotos für eine freundlichere Erscheinung dazu kamen.

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Als studierte Typographin war mir jedoch klar, dass diese vermeintliche Schrumpfung vor allem an der lesefreundlicheren Zweispaltigkeit liegt, denn viele große Tabelllen hatten ungemein viel Platz gefressen (für drei kurze bzw. Zahlenspalten benötigt man nunmal nicht eine ganze Buchseitenbreite). In meinem Grafik-Design-Studium wurde uns eingebläut, dass Spalten mit weit über 35 Anschlägen zu Ermüdungs- und Langeweile-Erscheinungen führen, insbesondere bei Fachbüchern muss diese Erkenntnis beachtet werden. Also muss entweder die Schrift entsprechend groß sein oder die Spalte entsprechend schmal. Dieses neue Layout trägt zu wesentlich mehr Übersichtlichkeit bei. Hier die ersten sieben Seiten im Vorher-Nachher-Modus. Die neue Leitfarbe passt besser zur smaragdgrünen Erkennungsfarbe des bekannten medizinischen Fachverlages Urban & Fischer bei Elsevier.

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Kästen in unterschiedlichen Farben strukturieren das umfangreiche Werk nun besser. Es sind bei vielen Abschnitten weeeesentlich mehr Studien hinzu gekommen, insbesondere der Abschnitt ‘Aromatherapie in der Onkologie’ lag Dr. Wabner sehr am Herzen. Knapp sieben Spalten sind mit entsprechenden Referenzen versehen, die es Fans – jedoch insbesondere Feinden – der klinischen Arbeit mit ätherischen Ölen ermöglichen werden, wissenschaftliche Erkenntnisse in der Tumoreindämmung nachzulesen. Wenn ich richtig gezählt habe, sind es 98 Möglichkeiten, sich selbst davon zu überzeugen, dass Pflanzen uns mit ätherischen Ölen OFFEN-SICHTLICH eine Waffe zur Verlangsamung des Tumorwachstums und vor allem zur Prävention zur Verfügung stellen. (Eigentlich müsste jeder hochnäsige Kritiker, welcher der seriösen Aromatherapie Esoterik, Placebowirkung und Unwirksamkeit unterstellt, für zwei Wochen in eine einsame Berghütte ein schickes Hotelzimmer gesperrt eingeladen werden, vollgestopft mit diesen und mehr kompletten Studienpapieren, um sich von den vielen Erkenntnissen, an denen weltweit viele Wissenschaftler forschen, zu überzeugen.)

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Dr. Wabner und sein Team haben ein unglaublich komplexes Kompendium zusammengestellt, in dem sowohl ausführliche Pflanzenprofile als auch erprobte Rezepturen,vorgestellt werden. Es werden nicht nur bewährte Lösungen bei unzähligen häufigen Erkrankungen und Beschwerden aufgeführt, sondern auch Vorschläge für seltenere medizinische Probleme aufgelistet.

Eine der Aroma-Frauen der ersten Stunde, die überaus engagierte Heilpraktikerin Margret Demleitner, ist vor allem für diesen Bereich verantwortlich. Die sympathische Gynäkologin Dr. Dorothee Struck hat sich um den kleinen Abschnitt “Aromatherapie in der Geburtshilfe” gekümmert (sie hat bereits vor gut sieben Jahren einen ‘aromatischen’ Beitrag zum hochkarätigen Fachbuch Geburtshilfe integrativ [im gleichen Verlag] geschrieben). Neben den 135 beschriebenen ätherischen Ölen finden wir übrigens auch die Vorstellung von 34 fetten Ölen sowie von 10 Hydrolaten.

Wenn in einer zukünftigen Auflage bei den jeweiligen Porträts der Öle jeweils zwei oder drei oder vier wissenschaftliche Studien übersetzt und erläutert werden würden (und nicht nur Autoren, Titel, Publikation aufgelistet würden), wäre das Buch perfekt für Aroma-Pflegende, die sich nur zu oft mit dem Ruf nach Studien gegenüber ihren Vorgesetzten durchsetzen müssen (“bringen Sie erstmal Studien zur Unbedenklichkeit und zur Wirksamkeit bei!“). Wissenschaftliche Texte auf Englisch sind eben nicht jedermanns Sache. Auch würde ich mir das Vorwort ohne Telegramm-Stil wünschen (ja, ich lese fast immer die Vorwörter!). Aber fast-perfekt ist ist auch prima!

anthroposophische pflege in der onkologie


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch verstehe ja einige Sprachen, doch des Niederländischen bin ich nicht mächtig. Sonst könnte ich sicherlich ganz viel über das wunderbare Buch Uitwendige Therapie in de oncologische Zorg (Äußerliche Therapie in der onkologischen Pflege) erzählen, das vor einigen Tagen als zweites Überraschungspäckchen hier ankam.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs wurde von der sehr engagierten Pflegefachfrau Toke Bezuijen verfasst, die ich vergangenes Jahr auf einer meiner Aroma-Botanikwochen kennenlernen durfte (auf dem Foto rechts, im Rahmen der Botanik-Wochen besuchen wir meistens das herrlich gelegene Buddhistische Retreat und Hospiz Dzogchen Beara).

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy Toke ist eine anerkannte niederländische Wickelfachfrau mit eigenem Wickel-Webshop und sie war mutig genug, das hübsche und übersichtliche Werk im Eigenverlag herauszugeben, sogar an ein praktisches Lesebändchen hat sie gedacht. Der allgemeine Text befindet sich auf den Seiten 9 bis 33, es folgen wunderbare zum Nachschlagen geeignete Tabellen bis Seite 86, gefolgt von einem sechsseitigem Anhang mit nützlichen Informationen. Die Tabellen machen die Übersetzungsarbeit wirklich leicht, man kann sich genau den Bereich heraussuchen, der einen interessiert und muss sich nicht mit Grammatik und Prosa herum schlagen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch habe mich mit Hilfe eines Internet-Übersetzungsprogrammes durch einige Passagen gearbeitet, kostet zwar etwas Zeit aber es geht, denn ein Teil der Wörter sind der deutschen Sprache sehr ähnlich, vor allem wenn man sich etwas eingelesen hat. Da vor allem Dr. Hauschka und Weleda als Heil- und Pflegemittel aufgelistet sind, kommen bei vielen Anwendungen ätherische Öle in diesem onkologischen Pflegekonzept vor. Zudem hören sich Wörter wie ‘Lavendelbloempjes‘ einfach entzückend an!

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyToke spricht übrigens hervorragend deutsch: Sie wird Ende April auf dem 7. Internationalen Pflegekongress im Goetheanum in Dornach (Schweiz) “Spiritualität in der Pflege - Wunden und Heilung” eine Arbeitsgruppe zum Thema “Pflege und Begleitung von Patientinnen mit Mamma-Carcinom” leiten.

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