aromapflege und palliativ care


Schule für Aromatherapie Eliane ZimmermannIm britischen Palliave Care-Bereich ist es unvorstellbar, Menschen ohne ätherische Öle zu begleiten. Es ist vielleicht eines der wichtigsten, dankbarsten und effektivsten Gebiete der Aromatherapie. Nicht nur kann man mit schönen Naturdüften die meistens angsterfüllten und belastenden Momente von Menschen mit der schrecklichen Diagnose “unheilbar!” lindern. Letztendlich wird damit ein Todesurteil von Seiten der Ärzte ausgesprochen, oft mit genauen Zeitangaben. Tatsächlich können ätherische Öle diese Zeitangaben verändern, also verlängern, wie in einigen Beobachtungsstudien beschrieben wurde. Auch Pflegende können berichten, dass es immer wieder vorkommt, das Menschen aus dem Hospiz entlassen werden müssen, weil der Tod doch nicht bevor steht, wie ursprünglich vorgesehen angenommen, sie konnten sich mit Hilfe einer gut eingesetzten ganzheitlichen Pflege erholen und wieder heim gehen.

Dieser tage wurde ich von jemanden gefragt, welche Öle ich im Palliative Care-Bereich einsetzen würde, hätte ich nur 10 Fläschchen zur Auswahl. Sie hat das eher seltene “Problem”, dass sie “zu viele” Freiheiten bei der von ihr eingesetzten Aromapflege hat und dazu neigt, zu viele Öle zu bestellen. Ich schlug folgende Öle vor, auch wenn ich nicht weiß, welche speziellen Betreuungssituationen in ihrem konkreten Fall zu berücksichtigen sind. Ihr Anliegen ist, insbesondere bei Unruhe, Ängsten und Schmerzen effektiv helfen zu können.

  1. Lavendel fein (Lavandula angustifolia) bei Unruhe, Angst und Schmerzen
  2. Mandarine (Citrus reticulata) bei Unruhe, Angst, Aggression, Wut
  3. Petit Grain [evtl. mit Neroli] (Citrus aurantium) bei Angst, Alpträumen, Unruhe, Konzentrationsproblemen, Infektionen der Atemwege (bei bereits sehr geschwächten Menschen), Infektionen der Haut
  4. Kamille römisch (Chamaemelum nobile/Anthemis nobilis) bei tief sitzenden Ängsten, bei heftigen psychischen Reaktionen auf die Diagnose, Alpträumen, Verlust-Ängsten, Gefühl der Verlorenheit und des Ausgeliefertseins, zum Loslassen bei starken Schmerzen
  5. Lorbeer (Laurus nobilis) bei starken Schmerzen, bei Infektionen, bei Verwirrtheit, zur seelischen Stabilisierung
  6. Cajeput (Melaleuca leucadendron) bei Schmerzen und Infektionen/Verschleimung der Atemwege
  7. Rose (Rosa damascena) bei Schmerzen, Entzündungen (insbesondere der Schleimhäute), Angst, Unruhe, spirituellen/religiösen Krisen, zur Sterbebegleitung
  8. Weihrauch (Boswellia sacra/carterii) bei Schmerzen, Entzündungen, Angst, Unruhe, spirituellen/religiösen Krisen, zur Sterbebegleitung
  9. Manuka (Leptospermum scoparium) und/oder Teebaum (Melaleuca alternifolia) bei allen infektiösen Prozessen, bei MRSA, bei Schwellungen der Schleimhäute, zur Vorsorge und lindernd bei Radiotherapie-Schäden, gleichzeitig psychisch stabiliserend und erdend)
  10. Pfefferminze (Mentha piperita) bei Übelkeit, Schluckstörungen, Gewichtsabnahme, Kopfschmerzen, Verschleimung der Atemwege (bei noch nicht extrem geschwächten Menschen), Konzentrationsstörungen, Schwäche/Müdigkeit, auch zur Vorsorge bei Radiotherapie-Schäden

Ohne also die genauen Umstände zu kennen, wären diese ätherische Öle meine erste Wahl, um Menschen im Palliativ Care-Bereich zu begleiten und versorgen. Freilich gehören noch Rosen- und Melissenhydrolat dazu, auch Sanddornfruchtfleischöl und Calophyllumöl sowie ein gutes Aloe vera-Produkt sind meiner Ansicht nach unentbehrlich. Viele andere Öle könnten freilich auch zum individuellen Einsatz kommen. In meinem umfangreichen Beitrag zum Aromapflege-Handbuch (klick!) habe ich viele Studien zu diesem Themenbereich aufgelistet. Wer das Buch Heilpflanzen in der Pflege (klick!) von Ursel Bühring und Annegret Sonn noch nicht kennt, kann auch daraus wertvolle Informationen ziehen, es ist letzten Monat in der 2. Auflage erschienen. Schade, dass Annegret diese Frucht ihrer unermüdlichen Kräuterarbeit nicht mehr erleben (klick!) darf.

studien zur verringerung von übelkeit mit hilfe von ätherischen ölen


Schule für Aromatherapie Eliane ZimmermannIch bin auf Seminarreise, von München über Dresden haben mich die ätherischen Öle derzeit fast an die französische Grenze nahe des Saarlandes geführt. Mehrfach kamen mir in letzter Zeit Anfragen nach Hilfen bei Übelkeit unter. Sei es als die schreckliche Nebenwirkung von Krebsbehandlungen, als Linderung nach chirurgischen Eingriffen oder auch bei Migräne.

Pfefferminze- und Ingweröl wirken optimal gegen die Übelkeit nach der Narkose oder auch bei starker Medikation (beispielsweise 50 ml Pfefferminzehydrolat und/oder etwas Wodka mit 8 Tropfen Pfefferminzeöl und 2 Tropfen Ingweröl verschütteln und in der Nähe des Gesichtsbereiches zum Einatmen versprühen (nicht in der Nähe der Augen!). Oder Pfefferminze- mit Zitronenöl verwenden, diese Mischung erfrischt und klärt den benebelten Geist, sie ist auch gut als Handspray zu verwenden. Auch das stark krampflösende Basilikumöl kann helfen, eventuell auch mit Zitrone oder Limette gemischt. Man gibt ein bis zwei Tropfen ätherisches Öl auf ein Papiertaschentuch oder Vlies, optimal wäre in der Pflege von verwirrten und sehr kranken Menschen auch der Aromastick (Abbildung oben). Dieser ist aus der englischsprachigen Palliativpflege nicht mehr wegzudenken. Ich weiß allerdings momentan nicht, wo man ihn im deutschsprachigen Gebiet erwerben kann. Auch ein regelmäßige Besprühen des Gesichts-/Nasenbereiches mit Pfefferminzehydrolat kann hilfreich sein.

Es gibt etliche wissenschaftliche Studien zu ätherischen Ölen (und Kräuteranwendungen) bei Übelkeit, die neueste ist von letztem Jahr und aus Malaysia. Sie ist ein Review, also eine Übersichtsarbeit über vorhandene Studien. Darin werden fünf Studien vorgestellt, welche 328 Patienten umfassten, diese erfüllten die Kriterien von seriösen wissenschaftlichen Arbeiten. Die Inhalation von Pfefferminze- und Ingweröl reduzierten Vorkommen und Stärke von Übelkeit und reduzierten antiemetische (Medikamente gegen Übelkeit) Maßnahmen. Lua PL, Zakaria NS. A Brief Review of Current Scientific Evidence Involving Aromatherapy Use for Nausea and Vomiting. J Altern Complem Med 2012, 18(6): 534-40 

Auch in 2012 wurde eine Studie aus den USA veröffentlicht, in der eine Mischung aus ätherischen Ölen bei Übelkeit angewendet wurde: Ingwer, Spearmint, Pfefferminze und Cardamom; Isopropylalkohol wurde als Placebo verwendet. 1151 Personen wurden erfasst, davon entwickelten 303 Personen postoperative Übelkeit. Nach Inhalation der Ölmischung und des Ingweröles alleine zeigten sich signifikante Verbesserungen, jedoch nicht nach Einatmen des Alkohols. Hunt R, Dienemann J, Norton HJ, Hartley W, Hudgens A, Stern T, Divine G. Aromatherapy as Treatment for Postoperative Nausea: A Randomized Trial. Anesth Analg. 2012 Mar 5

ölwechsel mit flüssigem gold geschenktipp #8


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieFür die meisten meiner LeserInnen ist er sicherlich weitestgehend selbstverständlich und bereits vor langer Zeit erfolgt: der Ölwechsel (in der Küche und im Körperpflege-Regal). Da jedoch viele Menschen nicht nachvollziehen können, warum native Pflanzenöle (‘kalt gepresst’) so viel kostenintensiver sind als durchschnittliche Supermarkt-’Salatöle’, finde ich es eine prima Idee, hochwertige Öle zu verschenken. Nicht nur, um Verständnis und Interesse am ‘flüssigen Sonnenschein’ zu wecken, sondern auch um bei allerlei Zipperleins seiner Lieben wirkungsvolle und doch einfache Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Angefangen von Pickeln, Akne und Neurodermitis bei Kindern, Jugendlichen und StudentInnen bis zu Gelenkschmerzen, Rheuma und quietschenden Knien bei den Schwiegereltern/Eltern: ein oder zwei oder drei Fläschchen mit einem hübschen Kärtchen, welches die Vorzüge des jeweiligen Öles erklärt, ist ein überaus nützliches Geschenk.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie und PflanzenheilkundeDie besonders kostbaren Pflanzenöle mit ihren wichtigsten Wirkungen habe ich hier beschrieben, kurz gefasst ein paar Öle-Beispiele und die dazu passenden Persönlichkeiten:

  • Für die Frau ab 45, wenn erste größere Fältchen stören, die Haut nach Feuchtigkeit lechzt, die Periode nicht mehr so regelmäßig ist, die Schleimhäute trocken werden: Granatapfelöl
  • Für Menschen mit allerlei Hautproblemen, für Kinder die hyperaktiv sind, für Mädchen mit Periodenschmerzen, für Jungen mit Pickeln, für Nachbarn mit Gedächtnisproblemen: Leinöl
  • Für Menschen, die gerne schokoladig essen und kochen, jedoch auf Zucker verzichten möchten und für eher faule KosmetikselbermacherInnen (da man damit schnelle Balsame zaubern kann): Kakaobutter
  • Für Haut, die von Neurodermitis geplagt ist, für Festplatten im Gehirn, die nicht mehr zuverlässig sind, für Nervenkostüme, die dem Alltag nicht mehr gewachsen sind: Hanföl
  • Für Menschen, mit nervösem und zu Geschwüren neigendem Magen und Mundbereich, mit entzündlichen Hauterscheinungen, mit Termin zur Bestrahlungstherapie: Sanddornfruchtfleischöl
  • Für Menschen, die an alten hässliche Narben leiden und an zu früh runzelig werdender Haut: Wildrosenöl (Hagebuttenkernöl) (wie fragte vor einiger Zeit eine ganz junge Kursteilnehmerin? ‘Ich suche ein Öl für meine Mutter, sie hat so faltige Haut.’ Nachfrage von uns: ‘Wie alt ist sie denn?’ Antwort, fast etwas beschämt: ‘schon 40!’)
  • Für ältere (und jüngere) Herrschaften, die unter ‘schweren Beinen’ und Krampfadern sowie Hämorrhoiden und Gürtelrose leiden: Calophyllumöl
  • Für die jungen Eltern, deren Kindergarten-Kinder immer wieder an Läuseplagen leiden: Neemöl
  • Für die Großeltern und Enkel, deren Immunsystem etwas klapprig ist und die an Verdauungsproblemen und Blähungen leiden: Schwarzkümmelöl
  • Für alle Menschen, die sich rundherum etwas gutes tun wollen: Arganöl, sie sollten jeden Tag einige Tropfen des edlen Öles auf die Speisen geben, ebenso ist es eine wertvolle Maßnahme für die Haut, die nach “Verwöhn-mich!” schreit. Schmeckt und riecht nicht umwerfend, jedoch da man es ohnehin extrem sparsam einsetzen sollte, sind weder das Aroma noch der zunächst hoch erscheinende Preis wirklich kein Thema.

Auch das umfassende und gut verständliche Buch von Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle – Qualität, Anwendung und Wirkung - zusammen mit einer guten Flasche des ‘flüssigen Goldes’ – ist eine wundervolle, ‘lebensverlängernde’ Gabe.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyBei lieben Menschen, die an Krebs und demenziellen Veränderungen erkrankt sind (oder waren), sollten hochwertige native Öle sogar einen guten Teil der Ernährung ausmachen, insbesondere, will jemand den erfolgsversprechenden Weg der ketogenen Ernährung (ohne Kohlenhydrate die Tumorzellen “aushungern”). Hierbei erleichtert das prima schmeckende native Kokosfett (gibt es hier im großen 1600g-Glas zu einem vergleichsweise niedrigem Preis: 37,90 Euro) die Umstellung auf die zunächst sicherlich etwas ungewohnte Form der Ernährung. Eine englischsprachige Erläuterung zur zuckerfreien Krebsdiät ist hier nachzulesen, eine kleine Sendung ist hier zu sehen (danke für den Tipp Petra und Sabrina). Das spannende Buch über die Verzögerung von Alzheimer-Symptomen mit Kokosfett ist hier erhältlich.

Wer den gesundheitsfördernden Aspekt der Pflanzenöle schätzt, aber ihren naturreinen Geschmack nicht mag, kann die Öle selbst in Kapseln abfüllen und sie quasi ‘geschmacklos-schlucken’. Das praktische Kapselfüller-Set mit 300 Zellulose-Kapseln eignet sich auch für schluckbare Mischungen aus fettem Pflanzenöl und ätherischem Öl.

das traurige ABC – aluminium, brust und carzinome


Eliane Zimmermann Rezepte für selbst gemachte DeosIn der englischen Universität Reading (aus der auch etliche Ätherische-Öle-Studien stammen) forscht eine Frau, die der Kosmetikindustrie sicherlich ein Dorn im Auge ist. Insbesondere der Deodorant-Industrie. Philippa Darbre untersucht hormonähnliche Moleküle, die sich in unzähligen Alltagsgegenständen befinden – von Babyfläschchen bis zu Käseverpackungen – und deren Wirkungen auf die Entstehung und das Wachstum von Tumoren. Sie bemerkte per einfacher Beobachtung, die auch jeder Laie, jede Frau, machen kann, dass Brustkrebs überproportional oft in den achselnahen Regionen (‘Quadranten’) entsteht. Statistisch gesehen müssten diese Tumore fröhlich rundum in der Brust mit ihrem fetthaltigen Gewebe sprießen, tun sie aber nicht. Die wissenschaftliche Begründung, dass sich diese achselnahen, äußeren Quadranten durch besonders dichtes Gewebe, das reich an Lymphbahnen und Milchdrüsen ist, auszeichnen, genügte der Wissenschaftlerin nicht. Insbesondere als sie herausfand, dass in der 30er Jahren Krebs an diesen Stellen eine Häufigkeit von 30 Prozent aufwies und heutzutage bis zu 60 Prozent. Ob dieses nahezu verdoppelte Aufkommen der schrecklichen Krankheit an der Zusammensetzung von Kosmetika liegt und somit vermeidbar wäre? Vermeidung von angeblich sozial unverträglicher Geruchsbildung durch Opferung der Gesundheit? Und das in ‘westlichen’ Ländern, wo es ÜBERALL Waschbecken, Seife und sogar Handtücher gibt – kostenlos!

Philippa Darbre hat Deodorants, insbesondere Antitranspirants (Antiperspirants) im Verdacht. Und jeder Mensch (leider bekommen inzwischen auch Männer Brustkrebs) kann sich selbst seine/ihre Gedanken zu diesem Thema machen und einfach den gesunden Menschenverstand bemühen: Was macht ein Antiperspirant mit 24-, 36- oder gar 72-Stunden-Wirkung an meinem Körper? Ein für viele kleine Moleküle gut aufnahmebereites Gewebe (reichlich Poren und Öffnungen der Schweißdrüsen und Haare/Haarkanäle, die den Weg nach innen ebnen, egal ob sie vorhanden sind ob abrasiert werden) wird tagtäglich mit künstlichen Duftstoffen, Konservierungsstoffen und anderen schillernden Molekülen aus den Laboren dieser Welt traktiert. Viele dieser Substanzen, beispielsweise die teilweise verbotenen Moschusketone, reichern sich dann fleißig im Brustgewebe an (und sind nicht zu knapp in der Muttermilch nachweisbar). Zudem verschließen die typischen Deowirkstoffe wie diverse Aluminiumsalze diesen Weg nach außen, sie unterbinden also ein wichtiges Entgiftungsprinzip des Körpers. Hier bitte mal nachdenken: An diesen Körperstellen soll und muss etwas raus, wird jedoch daran gehindert. Dazu wird ein Cocktail an Chemikalien tagtäglich nachgeliefert, die wirklich nicht dort reingehören (ich schrieb in meinem zweimeist besuchten Blogeintrag [klick!] bereits darüber und biete darin Alternativen).

Die engagierte Wissenschaftlerin konzentrierte sich in ihren Studien auf den circa 25%-ig in den allermeisten Deos enthaltenen Stoff Aluminiumhydroxychlorid (Aluminium Chlorohydrat). Beim Auftragen des Deo reagiert der Wirkstoff mit den Hautzellen, er denaturiert darin enthaltene Eiweiße: Das Aluminium bindet an die Hautzellen und verändert diese dahingehend, dass die Schweißdrüsen dicht machen. Juhu, Ende mit dem lästigen Schwitzen! Dummerweise kann Aluminium ganz ungehindert die Haut durchdringen und ziemlich schnell in Blutbahnen und zu Organen unterwegs sein. Andres beim Essen oder Trinken: Wenn Aluminium über belastete Nahrungsmittel aufgenommen wird, bleibt nur relativ wenig davon im Organismus, weil der Magen-Darm-Trakt recht gut unbrauchbare Fremdkörper erkennen und dann durchzuschleusen kann. Frau Darbre zeigte dies mit einem Dauer-Bad (entsprechend einem monatelangen Gebrauch eines Deos) von gesunden Brustzellen einerseits in Wasser und andererseits in einer Nährlösung mit Aluminiumhydroxychlorid. Diese zweite Gruppe von Zellen verändert sich erschreckend. Und schlimmer noch: Es ist hoch wahrscheinlich dass Aluminiumverbindungen die Tumorzellen zum Wandern anregen, sprich die Metastasenbildung fördern. All das hat der Medizinjournalist Bert Ehgartner im Labor von Philippa Darbre beobachten dürfen und in seinem hervorragenden Blog-Eintrag (klick!) beschrieben – ein Auszug aus seinem neuen Buch Dirty Little Secret – Die Akte Aluminium (klick!). Kürzlich gab es übrigens von Frau Darbres Team eine Aktualisierung zur viel kritisierten Studie zum Parabengehalt von Brustkrebszellen, insbesondere der Konservierungstoff N-Propylparaben wurde überproportional oft in Tumorzellen aus der Nähe der Achselhöhlen identifiziert. Die Kosmetikindustrie wird nun wieder eine Weile damit beschäftigt sein, diese Erkenntnisse als Blödsinn abzustempeln.

Was lernen wir daraus?

  • Öfters mal waschen anstatt dauernd zu sprühen und zu rollen.
  • Öfters mal kein oder ein selbstgemachtes Deo verwenden.
  • Deos von seriösen Naturkosmetikherstellern verwenden.
  • Deos eher auf die Kleidung als auf die Haut sprühen.
  • Lieber Naturkleidung als Synthetikfasern direkt and er Haut tragen. Wollunterwäsche nimmt nur sehr langsam Gerüche an und kann sogar durch Lüften entmüffelt werden.
  • Auf Deopackungen nach dem Wort ‘Aluminium-xxx’ fahnden und diese links liegen lassen.
  • Nur an heißen ‘Kampftagen’ solche Deos einsetzen und dann die Haut wieder erholen lassen.
  • Lernen dazu zu stehen, dass Gesundheit vorgeht und dass ein kleiner Schweißgeruch-Unfall nichts Schlimmes ist (solange man sich regelmäßig wäscht…)

Hier mal wieder ein Rezept für ein schnell gemachtes Sprühdeo (muss geschüttelt werden und kurz angetrocknet werden, bevor man sich anzieht, also bitte eine Extraminute bei der Morgentoilette einplanen!) In eine 50-ml-Sprühflasche geben wir:

  • 25 ml Rosenhydrolat (enthält – wenn es ein natürliches Produkt aus der Rosendestillation ist – unter anderem gut verträglichen und bakterienvermindernden Phenylethanol, dazu Citronellol, Geraniol und Nerol, welche nachgewiesenermaßen präventiv und antitumoral wirken)
  • oder ein anderes Hydrolat wie Salbei-, Zypresse- oder Nerolihydrolat
  • 25 ml Wodka (40% Alkohol; wird auch bakterienhemmend und hilft beim Verdunsten nach dem Auftragen)
  • 1-2 Messerspitzen Natron (=Natriumhydrogencarbonat; für ein paar Cents aus dem Backregal im Supermarkt erhältlich, sprudelt zunächst etwas bei Kontakt mit Wasser/Hydrolat)
  • 15 Tropfen Limetten-, Bergamotte- oder Zitronenöl oder anderer Zitrusöle, diese sind reich an Limonen, welches nachgewiesenermaßen präventiv und antitumoral wirkt (jedoch nicht im Solarium benutzen)
  • je 2 Tropfen natürliches Lavendel-, Rosengeranien- und Bergamotteminzeöl, möglichst aus zertifiziertem k.b. Anbau; oder andere ätherische Öle, die reich an Monoterpenolen wie Linalool, Geraniol, Terpineol etc sind (Rose, Petit Grain, Neroli, Palmarosa etc), diese wirken laut etlichen Studien antitumoral
  • 2-3 Tropfen Salbei- oder Zypressenöl, wirken schweißregulierend
  • nach Wunsch noch 5 Tropfen Vanille- und/oder Tonka-Alkoholextrakt, duften lecker und wirken appetitregulierend und stimmungsaufhellend
  • bei sehr trockener oder empfindlicher Haut können einige Tropfen Bio-Jojobaöl zugefügt werden

Eliane Zimmermann Naturdeo-RezepteVon den unzähligen Natur-Deos die ich bereits ausprobiert habe, hat mich bislang ‘Daily Pleasure’ von Farfalla am meisten überzeugt – im fein-frischen Duft und in der Wirkung. Es hält etwas länger frisch als die bei vielen Naturdeos üblichen drei bis vier Stunden – und nach dieser Zeit garantiere ich für einen Wasserhahn, der Ihnen hundertprozentig irgendwo über den Weg läuft! Von den knapp 12 Euros, die dieses Produkt kostet, darf man sich übrigens nicht irritieren lassen, die Flasche ist nicht – wie fast alle anderen Deoflaschen – größtenteils mit Treibgas gefüllt, sondern bis zum Schluss ist der gesamte kostbare Inhalt benutzbar. Und man kann sie anschließend wunderbar für eigene Raum- und Körpersprays recyclen.

PS. Bei Wadi – Professor Dietrich Wabner – gibt es in der Weihnachtsaktion (bis Ende Dezember) das alkoholfreie Bio-Rosenhydrolat aus Bulgarien zu einem unschlagbar günstigen Preis (zB 1 Liter 24 Euro)

vorbeugung von mukositis bei bestrahlung & chemo


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyAchtzig bis hundert Prozent aller PatientInnen, die Bestrahlungen aufgrund von Tumorerkrankungen im Kopf- und Halsbereich erhalten müssen, müssen mit einer mehr oder weniger ausgeprägten, schmerzhaften oralen Mukositis rechnen. Das ist eine Entzündung der Mundschleimhaut (auf englisch RIM= radiation induced mucositis). Ausgedehnte Schäden bis hin zum anderen Ende des Verdauungstraktes sind leider auch stete Begleiter bei vielen Krebsmedikamenten. Die Folgen einer oralen Mucositis können sein:

  • Geschwüre im Mundinnenraum sowie an Zunge und Lippen
  • Schmerzen, teilweise so stark, dass keine Nahrungsaufnahme mehr möglich ist
  • Veränderung des Geschmackssinnes
  • dadurch Nährstoffmangel sowie Gewichtsabnahme und schlechtere Prognose für Heilungschance
  • Sprachstörungen

Dr. Wendy Maddocks-Jennings ist eine Krankenpflegende mit Doktorgrad in Gesundheitswissenschaften aus Neuseeland. Sie hat eine kleine randomisierte, placebo-kontrollierte Studie an 26 PatientInnen durchgeführt, um zu zeigen, dass Vorsorge mit einer Mischung aus ätherischen Ölen die schweren Schäden deutlich reduzieren kann. Die Teilnehmer der Studie

  • durchliefen jeweils eine Radiotherapie im Kopfbereich (insgesamt 20 bis 25 Bestrahlungen, 5x wöchentlich)
  • waren in der Lage zu gurgeln
  • waren in der Lage ein Tagebuch zu führen
  • waren in der Lage, ihre Zustimmung zur Teilnahme zu geben

Es wurde nach ätherischen Ölen gesucht welche

  • Schutz vor Bestrahlungsschäden bieten können (insbesondere solche, die Viridifloren und/oder Viridiflorol enthalten)
  • schmerzlindernd wirken
  • antiinflammatorisch wirken
  • nicht-toxisch sind

Man wählte die zwei in Neuseeland heimischen ätherischen Öle vom Manuka- und vom Kanukabaum (Leptospermum scoparium   [Abbildung oben] und Kunzea ericoides), mischte sie 1: 1 und verschüttelte pro Anwendung 5 Tropfen davon in 15 bis 30 ml warmen Leitungswassers. Damit wurde 5 Mal täglich gegurgelt. Die gleiche Mischung wurde zum Einnehmen zubereitet. Die Kontrollgruppe wurde mit einer Mischung aus sterilem Wasser und warmem Leitungswasser behandelt. Der Verlauf der Behandlungen wurde anhand folgender Werte protokolliert:

  • objektive Bewertung der Mukositis durch medizinisches Fachpersonal auf einer Skala von 0 bis 5
  • 5 Mal täglich wurde die Schmerzintensität auf einer Skala von 0 bis 10 festgehalten
  • einmal wöchentlich wurde das Körpergewicht notiert
  • die Lebensqualität (englisch: QOL=quality of life) wurde subjektiv bewertet auf einer Skala von 0 bis 10

Von den anfänglich 26 PatientInnen konnten 19 den ganzen Durchlauf der Studie durchführen. Diese kleine Pilotstudie bewirkte eine signifikant verzögerte Entwicklung einer Mukositis (p=0,05). Dr. Maddocks-Jennings rief am Ende ihres Vortrages auf der Botanica2012-Konferenz in Dublin auf, diese Studie nachzumachen und größere Patientengruppen mit mindestens 60 PatientInnen zu betreuen, Kontakt mit ihr ist über ihre Website möglich. Die komplette Studie kann man freilich auch käuflich erwerben (hier für $ 31,50).

Sie empfiehlt auch ausdrücklich den Einsatz von Hydrolaten, insbesondere von Manuka, Teebaum und Agonis fragrans (Fragonia), idealerweise als Eiswürfelchen eingefroren zum Lutschen. Im persönlichen Gespräch diskutierten wir noch den ergänzenden Einsatz von verdünntem Sanddornfruchtfleischöl, welches sie auch hervorragend für diesen Zweck findet, es ist in Neuseeland allerdings weder heimisch noch leicht und preiswert erhältlich (dafür ist es ein heimisches Gewächs in Nord- und Osteuropa, das auch einen idealen Strahlenschutz ergibt).

Übrigens kann man ein Sonderheft (Doppelausgabe) des International Journal of Clinical Aromatherapy mit vielen Vorträgen, welche auf der Botanica2012 in Dublin gehalten wurden, hier bestellen (35 Euro, in englischer Sprache). Mein Vortrag über Lasea ist auch darin enthalten, ferner ein Super-Beitrag der japanischen Wissenschaftlerin Naho Maruyama über ätherische Öle bei oberflächlichen Pilzinfektionen (insbesondere Rosengeranie), über “Aromasticks” bei der Nachbetreuung von chirurgischen Eingriffen, ein prima Artikel über neue Erkenntnisse bei der Hydrolategewinnung von Fachfrau Ann Harman, zwei Berichte über Komplementäre Krebstherapien und aromatische Palliativpflege, ein Bericht von Gabriel Mojay über ätherische Öle bei Menstruationsproblemen und Klimakteriumsbeschwerden sowie einige mehr.

dr. wabner & dr. beier: die aromatherapie-neuauflage


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs ist schon ein Weilchen her, dass diese sehnlichst erwartete überarbeitete Neuauflage von “Aromatherapie – Grundlagen • Wirkprinzipien • Praxis“, herausgegeben von Prof. Dr. Wabner und Dr. Christiane Beier erschien (Oktober 2011). Ich habe mir die Unterschiede genau angeschaut, denn es wurde schon vermutet, dass tüchtig gestrichen wurde: Aus 582 Seiten wurden 542 Seiten, obwohl nun viele Fotos für eine freundlichere Erscheinung dazu kamen.

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Als studierte Typographin war mir jedoch klar, dass diese vermeintliche Schrumpfung vor allem an der lesefreundlicheren Zweispaltigkeit liegt, denn viele große Tabelllen hatten ungemein viel Platz gefressen (für drei kurze bzw. Zahlenspalten benötigt man nunmal nicht eine ganze Buchseitenbreite). In meinem Grafik-Design-Studium wurde uns eingebläut, dass Spalten mit weit über 35 Anschlägen zu Ermüdungs- und Langeweile-Erscheinungen führen, insbesondere bei Fachbüchern muss diese Erkenntnis beachtet werden. Also muss entweder die Schrift entsprechend groß sein oder die Spalte entsprechend schmal. Dieses neue Layout trägt zu wesentlich mehr Übersichtlichkeit bei. Hier die ersten sieben Seiten im Vorher-Nachher-Modus. Die neue Leitfarbe passt besser zur smaragdgrünen Erkennungsfarbe des bekannten medizinischen Fachverlages Urban & Fischer bei Elsevier.

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Kästen in unterschiedlichen Farben strukturieren das umfangreiche Werk nun besser. Es sind bei vielen Abschnitten weeeesentlich mehr Studien hinzu gekommen, insbesondere der Abschnitt ‘Aromatherapie in der Onkologie’ lag Dr. Wabner sehr am Herzen. Knapp sieben Spalten sind mit entsprechenden Referenzen versehen, die es Fans – jedoch insbesondere Feinden – der klinischen Arbeit mit ätherischen Ölen ermöglichen werden, wissenschaftliche Erkenntnisse in der Tumoreindämmung nachzulesen. Wenn ich richtig gezählt habe, sind es 98 Möglichkeiten, sich selbst davon zu überzeugen, dass Pflanzen uns mit ätherischen Ölen OFFEN-SICHTLICH eine Waffe zur Verlangsamung des Tumorwachstums und vor allem zur Prävention zur Verfügung stellen. (Eigentlich müsste jeder hochnäsige Kritiker, welcher der seriösen Aromatherapie Esoterik, Placebowirkung und Unwirksamkeit unterstellt, für zwei Wochen in eine einsame Berghütte ein schickes Hotelzimmer gesperrt eingeladen werden, vollgestopft mit diesen und mehr kompletten Studienpapieren, um sich von den vielen Erkenntnissen, an denen weltweit viele Wissenschaftler forschen, zu überzeugen.)

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Dr. Wabner und sein Team haben ein unglaublich komplexes Kompendium zusammengestellt, in dem sowohl ausführliche Pflanzenprofile als auch erprobte Rezepturen,vorgestellt werden. Es werden nicht nur bewährte Lösungen bei unzähligen häufigen Erkrankungen und Beschwerden aufgeführt, sondern auch Vorschläge für seltenere medizinische Probleme aufgelistet.

Eine der Aroma-Frauen der ersten Stunde, die überaus engagierte Heilpraktikerin Margret Demleitner, ist vor allem für diesen Bereich verantwortlich. Die sympathische Gynäkologin Dr. Dorothee Struck hat sich um den kleinen Abschnitt “Aromatherapie in der Geburtshilfe” gekümmert (sie hat bereits vor gut sieben Jahren einen ‘aromatischen’ Beitrag zum hochkarätigen Fachbuch Geburtshilfe integrativ [im gleichen Verlag] geschrieben). Neben den 135 beschriebenen ätherischen Ölen finden wir übrigens auch die Vorstellung von 34 fetten Ölen sowie von 10 Hydrolaten.

Wenn in einer zukünftigen Auflage bei den jeweiligen Porträts der Öle jeweils zwei oder drei oder vier wissenschaftliche Studien übersetzt und erläutert werden würden (und nicht nur Autoren, Titel, Publikation aufgelistet würden), wäre das Buch perfekt für Aroma-Pflegende, die sich nur zu oft mit dem Ruf nach Studien gegenüber ihren Vorgesetzten durchsetzen müssen (“bringen Sie erstmal Studien zur Unbedenklichkeit und zur Wirksamkeit bei!“). Wissenschaftliche Texte auf Englisch sind eben nicht jedermanns Sache. Auch würde ich mir das Vorwort ohne Telegramm-Stil wünschen (ja, ich lese fast immer die Vorwörter!). Aber fast-perfekt ist ist auch prima!

iris germanica var. florentina: kostbarer duft


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyGenau am Tag, als die erste Irisblüte im AiDA-Garten die Sonne anblinzelte, kam eine Anfrage bezüglich der verwirrenden Namensgebungen des ätherischen Öles der Iris (mal Iris germanica, mal Iris florentina, mal Iris germanica var. florentina, mal Iris pallida). Auch wollte meine Buchleserin wissen, ob die körperliche Wirkung jener des Rosenöles gleichzusetzen sei und warum in manchen Büchern das hochgiftige Naphtalin als Inhaltsstoff angegeben sei.

Eigentlich habe ich momentan gar keine Zeit, Fragen zu beantworten, doch da Iris mein Lieblings-Duft ist, habe ich mal in meinen Botanik-Büchern geforscht und herausgefunden, dass die Antwort nicht eindeutig ist. Es scheint so, dass Iris florentina eine Unterart der Iris germanica ist (Florentiner Schwertlilie), also korrekt Iris germanica var. florentina geschrieben wird. In meinem seriösesten Nachschlagewerk von der Royal Horticultural Society wird Iris florentina gar nicht aufgeführt. In Wikipedia wird sie als Synonym zu Iris pallida geführt.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie sehr geschätzte Apothekerin und Autorin des wundervollen Buches “Iris” (Abbildung, gibt es leider nur noch antiquarisch) Christina Kiehs-Glos beschreibt sie allerdings mit Berufung auf Dr. Erny-Rodmann vom Botanischen Garten der Uni Basel als unterschiedliche Arten:

“Iris germanica, Iris florentina und Iris pallida zeichnen sich durch den rhizomartigen Wurzelstock aus, die Ausbildung des Bartes auf den Hängeblättern und den hohen Wuchs. Alle drei gehören daher zur Barbata-Elatior-Gruppe, den hohen Bartiris-Arten.”

Feststeht, dass es unzählige Iris germanica-Hybriden und -Züchtungen gibt, dann also immer ein dritter Name dazugeschrieben wird. Iris pallida könnte laut Christina Kiehs-Glos die “Ur-Mutter” dieser Iris-Gruppe sein. Ihre unscheinbaren Rhizome (Abbildung unten) duften alle, vor allem nach Fermentation. Irisöl wird zwar als ‘Blütenduft’ bezeichnet, ist jedoch ein aus dem knolligen Rhizom gewonnener Duft. Man kann dieses erdige Element neben dem pudrig-blumigen Anteil auch gut riechen. Der Duftstoff Ionon (oder Jonon) wird auch Veilchenduft genannt, auf ihn reagieren Prostatakrebszellen mit Rückzug (zumindest im Laborversuch) – ich habe es an anderer Stelle hier beschrieben. Geraniol in Rosenöl hat jedoch auch antitumorale Eigenschaften.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie körperliche Wirkung von (destilliertem) Irisöl ist anders als die Wirkung von Rosenöl. Während Rosenöl vor allem aus Monoterpenalkoholen und dem duftprägenden Phenylethanol besteht, ist Irisöl fast nur aus Sesquiterpen-Verbindungen zusammengesetzt. Rose wirkt stark schmerzlindernd (vor allem wenn man das Absolue einsetzt), ausgleichend bis leicht belebend und antibakteriell, Iris wirkt eher auf chronische Probleme, leicht entzündungswidrig, erdend-beruhigend, schleimlösend. Auf der seelischen Ebene sind sie möglicherweise vergleichbar einzusetzen, beide gelten als stark spirituell einzustimmende Düfte und werden darum gerne in der Sterbebegleitung angeboten.

Botanische Namen werden oft nicht korrekt aufgeschrieben, meine Bücher sind da keine Ausnahme. Es gibt ständig Änderungen (alle 5 Jahre), es gibt viele Synonyme, weder wir Autoren noch bei den Ölefirmen kann man immer auf dem Laufenden sein. Es müsste beispielsweise immer Mentha x piperita für Pfefferminze heißen und Rosa x damascena für Rose, das ist jedoch für uns botanische Laien zu umständlich. Auch Lavandula hybrida ist übrigens nicht korrekt.

Zu guter Letzt: Ich habe noch nie gelesen, dass Irisöl Naphtalin enthalten soll (hat jemand bereits davon gelesen? wenn ja, wo?) Jedenfalls sicherlich nicht in einem seriösen Buch. Aromatherapeuten und -Pflegende im deutschsprachigen Raum setzen nur das (extrem teure) Destillat der Iriswurzel ein. Vielleicht enthält das nicht besonders fein riechende, jedoch viel preisgünstigere Absolue bei Billigfirmen diesen mottenabwehrenden Giftstoff als Lösungsmittel???? Kann ich mir jedoch nicht vorstellen. Man sollte und kann das destillierte Irisöl circa 1%-ig dosieren, dann duftet es unglaublich fein-pudrig nach Veilchen. Manche Firmen (Farfalla, Neumond, Primavera) verkaufen es in dieser Verdünnung mit Alkohol, das ist dann bezahlbar. Ansonsten kostet 1 ml (circa 22 Tropfen) beim Marktführer fast 170 Euro!

Sabrina hat in ihrem neuen Vivere-Shop eine wundervolle Mischung aus einem besonderen Lavendel, Mandarine, Vanille und einer Prise Irisöl, das ist derzeit mein Lieblings-Abendöl zum Einschlummern. Ich benütze selten kommerzielle Parfums, doch ein sehr ungewöhnlicher Herrenduft hat es mir vor einigen Jahren angetan, er duftet zunächst interessant holzig und nach Atlaszeder, dann entwickelt sich eine wunderbar pudrige Note nach Iris- und Vanille/Ambratönen: Es ist Dior Homme, meiner Meinung nach eines der Parfüms, die wirklich den Namen verdienen und aus dem Einheitsbrei von “Männerdüften” heraus leuchten, eben mit der ‘Göttin des Regenbogens’, der Iris.

PS Die erste Abbildung aus meinem Garten zeigt eine Iris reticulata; die Bartiris blüht auch im frühlingsmilden Irland erst im Mai und Juni! Übrigens habe ich eben drei antiquarische Exemplare vom wunderschön samtig illustrierten Buch Iris von Hermann Hesse entdeckt, wahre Bücherfreaks, die ein poetisch-spirituelles Märchen schätzen, sollten es sich zulegen! Ich habe seinerzeit, als ich in einem Buchladen arbeitete, einige Original-Zeichnungen von Peter Dorn anschauen dürfen, einfach wundervoll!

anthroposophische pflege in der onkologie


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch verstehe ja einige Sprachen, doch des Niederländischen bin ich nicht mächtig. Sonst könnte ich sicherlich ganz viel über das wunderbare Buch Uitwendige Therapie in de oncologische Zorg (Äußerliche Therapie in der onkologischen Pflege) erzählen, das vor einigen Tagen als zweites Überraschungspäckchen hier ankam.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs wurde von der sehr engagierten Pflegefachfrau Toke Bezuijen verfasst, die ich vergangenes Jahr auf einer meiner Aroma-Botanikwochen kennenlernen durfte (auf dem Foto rechts, im Rahmen der Botanik-Wochen besuchen wir meistens das herrlich gelegene Buddhistische Retreat und Hospiz Dzogchen Beara).

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy Toke ist eine anerkannte niederländische Wickelfachfrau mit eigenem Wickel-Webshop und sie war mutig genug, das hübsche und übersichtliche Werk im Eigenverlag herauszugeben, sogar an ein praktisches Lesebändchen hat sie gedacht. Der allgemeine Text befindet sich auf den Seiten 9 bis 33, es folgen wunderbare zum Nachschlagen geeignete Tabellen bis Seite 86, gefolgt von einem sechsseitigem Anhang mit nützlichen Informationen. Die Tabellen machen die Übersetzungsarbeit wirklich leicht, man kann sich genau den Bereich heraussuchen, der einen interessiert und muss sich nicht mit Grammatik und Prosa herum schlagen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch habe mich mit Hilfe eines Internet-Übersetzungsprogrammes durch einige Passagen gearbeitet, kostet zwar etwas Zeit aber es geht, denn ein Teil der Wörter sind der deutschen Sprache sehr ähnlich, vor allem wenn man sich etwas eingelesen hat. Da vor allem Dr. Hauschka und Weleda als Heil- und Pflegemittel aufgelistet sind, kommen bei vielen Anwendungen ätherische Öle in diesem onkologischen Pflegekonzept vor. Zudem hören sich Wörter wie ‘Lavendelbloempjes‘ einfach entzückend an!

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyToke spricht übrigens hervorragend deutsch: Sie wird Ende April auf dem 7. Internationalen Pflegekongress im Goetheanum in Dornach (Schweiz) “Spiritualität in der Pflege - Wunden und Heilung” eine Arbeitsgruppe zum Thema “Pflege und Begleitung von Patientinnen mit Mamma-Carcinom” leiten.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

verträglichere bestrahlung bei krebs mit ölen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyFast jede(r) mit einer seriösen Ausbildung in Aromapflege lernt, dass Niaouliöl ein starker Helfer zur Verhinderung von Strahlenschäden ist, wie sie bei der konventionellen Therapie von Tumoren meistens vorkommen. Wenn dazu noch fettes Sanddornöl und Aloe vera-Gel verabreicht werden, kann es sein, dass Ärzte an der Funktionstüchtigkeit ihrer Maschinen Zweifel hegen. Oder, wie in Falle von zwei mir bekannten Brustkrebs-Patientinnen geschehen: Sie sollten zunächst nicht zur Reha zugelassen werden, da der Arzt sie “erstmal zur Bestrahlung” schicken wollte (die bereits erfolgt war, jedoch ohne die schwerwiegenden und erwarteten Verbrennungsnarben). Wegen häufiger Anfragen zu diesem wichtigen Thema erinnere ich an dieser Stelle an die vier wichtigen Zutaten:

  • Melaleuca leucadendra (Bio-Niaouliöl), circa 1-prozentig
  • Hippophae rhamnoides (Sanddornöl), circa 1-2-prozentig (kann auch mehr sein, macht aber starke Flecken in weiße Wäsche)
  • Lavandula angustifolia (Lavendelöl), circa 1-prozentig
  • Aloe barbadensis (Aloe vera), nur als naturreines Gel (ohne reizende Konservierungsstoffe, ohne chemische Carbomere) für die betroffenen Stellen im Pumpspender (von Pharmos, Farfalla oder Santaverde), zum Einnehmen als “Saft” (in jedem Bioladen und Reformhaus oder hier und hier und hier)

Man verwendet am besten Johanniskrautmazerat (Hypericum perforatum) als Trägeröl (oder einfach ein gutes natives Bio-Olivenöl) und mischt es mit dem Sanddornöl und den beiden ätherischen Ölen, beispielsweise

  • 10 ml Johanniskrautmazerat
  • 5 Tropfen Sanddornöl
  • 3 Tropfen Melaleuca leucadendra
  • 1-3 Tropfen Lavendelöl

Es gibt nicht “das Rezept”, darum nur grobe Angaben, alle Zutaten sind hoch verträglich, selbst bei leichter Überdosierung; sie müssen jedoch recht neu, also nicht oxidiert, sein (keinesfalls älter als ein Jahr). Man reibt diese Mixtur zwei bis drei Wochen vor der Bestrahlung ganz sanft und vorsichtig entweder die betroffene(n) Stelle(n) ein oder die Haut drumherum (falls der behandelnde Arzt die Direkt-Applikation nicht wünscht) ein. An den Bestrahlungstagen selbst könnte die Mischung auch angewendet werden, dies stößt jedoch meistens auf Widerstand (dann sollte sie sicherheitshalber nur mit Olivenöl hergestellt werden und nicht mit dem bei ultra-sensibler Haut photosensitivierend wirkenden Johanniskrautöl). Erfrischend, kühlend und lindernd ist auf alle Fälle das Aloe vera-Gel, das nach Gefühl und Bedarf pur und so oft und so lange wie nötig aufgetragen werden kann. Die Ölemischung kann dann auf alle Fälle in den Bestrahlungspausen eingeschmiert werden, beispielsweise an den Wochenenden. Und sie sollte nach Beendigung der Radiotherapie noch mindestens zwei Wochen verwendet werden. Diese Anwendungen sind grundsätzlich auch für Kinder geeignet.

Diese Schutzmaßnahmen wurden bekannt gemacht durch die unermüdliche onkologische Krankenschwester aus dem Köln-Bonner-Raum, Gisela Blaser. Sie hat jahrelange Erfahrungen mit großen und kleinen Patienten und hat auf vielen Vorträgen beeindruckende Fotos zum Thema “Bestrahlungstherapie ohne negative Folgen” gezeigt. Sie hat auch die Adresse verraten, wo man praktischerweise eine fertige Mischung mit diesen Zutaten bestellen kann:  bei der Merlin Apotheke in Bonn (0228-9081200) oder bei Apothekerin Dorothea Hamm in Karlsruhe  (0721-357521) Frau Blaser empfiehlt zusätzlich, eine Woche vor der Bestrahlung 2 x täglich je 25 ml Aloe vera-Ursaft einnehmen. An den Tagen der Bestrahlung 3 x 25 ml Saft einnehmen. Auch das Sanddornöl kann tropfenweise (einige Tropfen beispielsweise im Frühstücksmüsli) eingenommen werden. Die nordost-europäische Wunderfrucht, die derzeit an den dornigen Sträuchern reift, soll wegen ihre Schutzes vor Weltraumstrahlenschäden bekannt geworden sein, russische Kosmonauten hatten sie im Gepäck.

Diese Empfehlungen sind ein gutes Beispiel dafür, dass Aromapflege/Aromatherapie keine schweren Krankheiten wegzaubern kann, dass jedoch durch diese Unterstützung die PatientInnen einen enormen Zuwachs an mehr Lebensqualität gewinnen können: weniger/keine Narben, weniger/keine unnötigen Schmerzen, weniger Fälle von MRSA im Wundgebiet, mehr Gefühl von “man kümmert sich um mich”, eine Spur mehr Gelassenheit im Umgang mit der Krankheit etc Somit bekommen der kranke Körper und auch die verzweifelte Seele mehr Zeit und Ruhe, sich um ihre so wichtigen Selbstheilungsmechanismen zu kümmern.

The essential oil of Melaleuca leucadendra is well known in France, it even has a brand name: Goménol (as it used to be imported from the French colony of Gomen in New Caledonia). It became a panacea long before the virtues of lavender oil got widely known. In Germany it became known as one of the most efficient and at the same gentle oils to prevent radiation burns (a common breast cancer and brain tumor treatment). I know two women whose GPs thought they hadn’t undergone their prescribed treatment as their skin didn’t show the usual burned-reddish look with scars. The diluted oil should be applied around the cancerous area before the radiation starts, in the treatment breaks and after the therapy. It should be accompanied with the internal use of aloe vera juice (a small glass every day). Whenever the skin feels hot and sore a high quality organic aloe vera gel can be applied. Not only does the skin feel and look better on the affected areas but the risk of contamination with hospital bugs like MRSA is strongly reduced. This is so important as the battle against cancer is hard enough so another “theater of war” can be avoided.

  • 10 ml organic olive oil or St. John’s infused oil
  • 5 drops sea buck thorn carrier oil 
  • 3 drops Melaleuca leucadendra
  • 1-3 drops Lavandula angustifolia

Sea buck thorn is a shrub with greyish leaves and orange coloured small beries which carry many essential nutrients. The oil is pressed out of the flesh, it is of a deep orange colour and highly protective against any kind of burns. It is said that its uncommon medicinal properties were discovered during the period of the cold war when astronauts and cosmonauts were competing to always be the first with their discoveries. The Americans apparently had no real solution against the radiation threatening their astronauts, the Russians had Sea buck thorn berries or extracts on board and thus were able to protect their teams. The oils not only contains different carotinoids but also plenty of vitamin E and B12 (which is more than rare in plants).