verdünnung, haltbarkeit und verantwortung im umgang mit ätherischen ölen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDurch die unschönen Meldungen über einen bekannten Versandhandels-Riesen, der mir – dank eurer Unterstützung und Mini-Provisionen – ein regelmäßiges kleines Taschengeld für das Blogschreiben ermöglicht, bin ich in eine Zwickmühle geraten*. Mir ist spätestens vor einem Jahr, seitdem wir das geplante gigantische Käfig-Lachsprojekt in unserer Bucht zu bekämpfen versuchen, klar geworden, dass wir diesem weltumspannenden menschen- und tierverachtenden Moloch kaum noch entkommen können. Selbst ein bekanntes “Naturschutzsiegel” ist in diesen Korruptionssumpf eingebunden. Fast jedes Produkt in Supermärkten ist betroffen: Fleisch sowieso, Wasser und Getränke immer mehr, Fertiggerichte, Süßigkeiten, auch Kosmetika, Putzmittel und so vieles andere sind so gut wie nicht mehr aus ethisch korrekter Herkunft erhältlich. Noch nie gab es so viele Sklaven, also ausgebeutete und geschundene Menschen, wie heutzutage – weltweit und leider auch in mitten unter uns.** Seit einigen Jahren langt eine dieser geldgierigen expandierenden krakenartigen Riesenfirmen zunehmend auch in der deutschsprachigen Ätherische-Öle-Welt kräftig zu. (Nicht nur) mir kommt es so vor, dass sogar die Denkfähigkeit potenzieller Anwender/innen auf eine erschreckende Art vernebelt wird.

Auf mehr oder weniger großen Veranstaltungen sowie per direkte Ansprache durch Distributor/innen werden Unterstützer/innen für dieses System angeworben. Mal mehr und mal weniger penetrant, immer wieder mit Heilsversprechungen und Dosierungsempfehlungen, die langjährig geschulten und erfahrenen Personen die Haare zu Berge stehen lassen. Es wurde beispielsweise schon empfohlen, bei Kopfschmerzen einfach jeweils einen Tropfen des “besonders reinen” Pfefferminzeöles in jedes Auge zu geben, über den Sehnerv werde genau die Stelle des Kopfschmerzes erreicht und so werde der Schmerz dann behoben. Auch bemerkenswert fand ich die Schilderung einer Behandlung, in der man einem Kind mit Schienbein-Schmerzen einige Tropfen Zimtöl eingerieben habe, worauf es angeblich keinerlei Beschwerden mehr hatte. Derzeit sind anscheinend noch einige andere Öle im Trend, die gut seien, um sie IN die Augen zu geben.

Die fachliche Kompetenz der vortragenden und beratenden Personen lässt immer wieder zu wünschen übrig: Es war beispielsweise zu hören, dass ein bestimmtes Öl die Photosynthese der Haut fördere (Photosynthese ist nur Pflanzen aufgrund ihres Gehaltes an Chlorophyll möglich). Manche lernwillige Menschen sind vielleicht auch beeindruckt von der eindrucksvoll klingenden Behauptung, Monoterpene und Sesquiterpene in ätherischen Ölen könnten falsch geschriebene Informationen in der zellulären Erinnerung (DNA) umprogrammieren. Die geäußerte Überzeugung, bis auf Zitrusöle seien alle ätherischen Öle extrem lange oder gar unbegrenzt haltbar, ist nicht nur falsch, sie kann sogar zu schweren Hautreizungen führen, sollten oxidierte Öle auf der Haut von Kund/innen angewendet werden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieKein Wunder also, dass sich sehr regelmäßig verunsicherte Menschen an mich wenden (und auch an Kolleg/innen). Sie möchten wissen, was es mit den Vergleichen auf sich hat, welche gerne im Zusammenhang mit Verkaufsveranstaltungen geäußert werden: Die beworbenen ätherischen Öle seien reiner als die Öle der Firma XY (es werden dann konkrete Firmennamen genannt). Irritierte Menschen erkundigen sich, wie die fast immer angepriesene “besondere” Destillationsmethode aussehen mag, sie soll für die extreme Reinheit sorgen. Warum diese hochgelobten Öle in therapeutischer Qualität angeboten werden und andere ätherische Öle deutschsprachiger Firmen nicht [diese Aussage ist nach deutscher Rechtsprechung ohnehin nicht rechtens]. Warum auf den Ölen anderer Firmen diese gefährlich anmutenden Gefahrenzeichen aufgedruckt seien, auf den beworbenen Flaschen jedoch nicht (die “braven” deutschsprachigen Firmen richten sich nach den aktuell geltenden Gesetzen). Auch ob es wahr sei, dass die etablierten und renommierten Ölefirmen minderwertige Waren anbieten würden, welche für die Behandlung nicht geeignet seien, will so mancher Öle-Interessent wissen. Der Slogan, Geld zu verdienen und gleichzeitig Gutes zu tun, erscheint diesen fragenden Menschen reizvoll, doch verursacht er bei ihnen gleichzeitig ein mehr oder weniger ausgeprägtes Magengrummeln. Und so wenden sie sich regelmäßig und immer häufiger an uns “alte Hasen”. Ich erwidere gerne, dass schon alleine die Tatsache, dass man sich die Mühe macht, uns anzuschreiben, ein Hinweis sei, dass das Thema STINKT. Dass das verspürte Unbehagen durchaus seinen Grund hat (sonst würde man sich nicht die Mühe machen).

Unsere Branche hat es in gut 25 Jahren leider versäumt, viele der engagierten, hilfsbereiten und ehrlichen Menschen, die gerne mit den duften Helferchen arbeiten und Geld verdienen möchten, zu ernähren. Kaum jemand kann sich in Deutschland und Österreich als Aromaexpert/in oder als Aromapraktiker/in hauptberuflich selbstständig machen. In der Schweiz ist es auch nicht viel leichter. Niemand kann mehr selbst hergestellte Naturdüfte-Kosmetik verkaufen, Menschen auf dem Weg zur Genesung von Krankheiten aromatisch zu begleiten ist zu einer juristischen Gratwanderung geworden. Selbst unter uns Dozent/innen gibt es ganz wenige, die unabhängig, also ganz ohne kontinuierliche Unterstützung von Ölefirmen, sich und ihre Familie ernähren können/konnten. Veraltete Gesetze für die Praxis und immer mehr Restriktionen rund um die Beratung sowie den Verkauf von natürlichen ätherischen Ölen erlauben in vielen Fällen nur nebenberufliches “Aromatisieren”. Eher muss ein Auftreten unter dem “Deckmantel” der Kosmetikerin und des Wellness-Masseurs in Betracht gezogen werden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIn diese Lücke tritt nun seit einigen Jahren besagte welteroberungsfreudige Großfirma (inzwischen ergänzt durch eine abgespaltene Konkurrenzfirma) mit einer fast bewundernswerten Dreistheit. Da wird fleißig vom Heilen auch schlimmster Krankheiten gesprochen, da werden Mengen für die Behandlung empfohlen, die uns “altmodischen” Aromamenschen eine Gästehaut allein bei der Vorstellung verursacht. Es werden Assoziationen zu christlichen Schriften und Wunderheilungen hergestellt: Jedem sei ja bekannt, dass bereits Jesus kranke Menschen salbte und mit duftenden Ölen heilte. Die ganz speziellen Öle dieser Firmen seien etwas ganz Besonderes, darum sei der Preis über einem Mehrfachen der bekannten deutschsprachigen Firmen absolut gerechtfertigt. Ein Marketingexperte kann zu dieser gelungenen Maßnahme nur gratulieren: Höchste Qualität durch marktunübliche, ja extrem hohe Preise zu suggerieren ist ein genialer Schachzug. Und wenn dann 5 ml (100 Tropfen und mehr) unverdünntes Öl (Oregano, Pfefferminze, Thymian Ct. Thymol, Wintergrün, also keine babyzarten Öle) pro Behandlung auf die Haut der Klienten gegeben werden, kann man zumindest der Gründer der Firma reich werden. Hautreaktionen wie Rötungen und Blasen werden als Erfolg umgedeutet, als eine Art Reinigungseffekt, der helfen solle, Altlasten loszuwerden.***

Was angesichts der hochgelobten angeblichen Super-Qualität und Reinheit jedoch nicht erwähnt wird, ist dass mit dem Anbau dieser Ätherische-Öle-Pflanzen keine (kleinen) Familienbetriebe unterstützt werden, wie es viele der deutschsprachigen Firmen mit viel Hingabe praktizieren. Viel mehr Öle als nötig haben zudem unnötig lange Transportwege hinter sich, sie kommen oft von jenseits des Ozeans. Doch wir haben in Mittel- und Süd-Europa großartige Zitrus-Nadel- und Kräuteröle zur Verfügung, meistens aus behutsam praktiziertem und unabhängig zertifiziertem biologischem Anbau (kbA). Seriöse deutschsprachige Firmen haben zudem sehr hohe Standards bei ihren Qualitätskontrollen, diese Selbstverständlichkeit hängt nur niemand an die große Glocke. Bei der Vermarktung von Anwendungen mit Mengen wie beispielsweise 5 ml unverdünnter ätherischer Öle auf der Haut von ahnungslosen Kund/innen, müssen freilich riesige Plantagen im Spiel sein, auch um den Expansionsdrang der Firma zu befriedigen. Wer schon einmal destilliert hat, weiß welche riesigen Mengen an Pflanzenmaterial in wenigen Tropfen ätherischen Öles stecken. Ein verschwenderischer Umgang mit den kostbaren Pflanzendüften zeichnet meiner Meinung nach eine Haltung aus, die nicht zur Naturheilkunde passt und schon gar nicht zur ganzheitlichen und ehrlichen Arbeit mit (Hilfe suchenden) Menschen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieÜbrigens sind auch die besten ätherischen Öle dieser Welt nicht vor Oxidationsschäden sicher und bergen somit – bei unsachgemäßer Anwendung – ein hautreizendes Potenzial. Egal wie sorgfältig die entsprechenden Duftpflanzen angebaut wurden oder mit welchen WunderDestillen sie gewonnen wurden. Die angebliche ungewöhnliche Haltbarkeit wird jedoch gerne angeführt, um die hohen Preise dieser Öle zu begründen (der Transport aus Übersee mit Zwischenstop in einem europäischen “Lager” sowie die Zollgebühren werden nicht erwähnt). Bei ätherischen Ölen gilt jedoch nach wie vor: Teebaum (Melaleuca alternifolia) ist nur 6-9 Monate nach dem Öffnen “haltbar”. “Haltbarkeit” ist bei ätherischen Ölen eine sehr relative Angabe, damit ist meistens die Verträglichkeit auf empfindlicher Haut und in vernünftiger Verdünnung umschrieben. Beispielsweise verändert der wunderbare antibakteriell wirksame Hauptinhaltsstoff Terpinen-4-ol seine Molekülkonfiguration unter Einfluss von Sauerstoff und bestimmten Wellenlängen des Lichtes und kann dann im ungünstigen Fall zu sehr hautreizenden Peroxiden wie Ascaridol “mutieren”. Selbst mit Lavendelöl muss man umsichtig umgehen, dieses Öl kann leider auch schnell oxidieren und nach einem guten Jahr empfindliche Haut reizen. Nadelöle oxidieren auch mit Vorliebe, wenn sie unter Einfluss von Sauerstoff kommen, genau so Eukalyptusöle, beide Duftgruppen sind auch nur circa anderthalb Jahre  auf der Haut benutzbar. Lemongrass und ähnlich duftende Öle wie Litsea, Zitronenmyrte und Zitronenverbene verwende ich ein Jahr nach Öffnen nicht mehr auf der Haut von Kund/innen, ich verwende sie dann lieber nur noch zur Raumbeduftung. Das enthaltene Citral kann bei empfindlicher und zu Allergien neigender Haut ernsthafte Probleme verursachen. DasThema ‘Haltbarkeit’ hat also wirklich NICHTS mit der angeblichen Reinheit oder einer exorbitant guten und schier unbezahlbaren Qualität zu tun, sondern hängt mit der Reaktion einiger Inhaltsstoffe der Öle mit Sauerstoff und Licht zusammen. Wenn man die Öle benutzt, kommt nunmal Sauerstoff in die Fläschchen, egal wie rein der Inhalt ist. Im Gegenteil, je reiner und naturbelassener, desto empfindlicher können sie sein. Nicht umsonst wird oft der Vergleich mit teuren Weinen gezogen: Diese würde man auch nicht unbegrenzt aufbewahren, nachdem sie einmal geöffnet worden sind. Naturreine und hochwertige Produkte zeichnen sich – anders als Industrie-Massenware – im Allgemeinen durch eine begrenzte Lebensdauer aus.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich sehe mal wieder dunkle Wolken am Naturdüfte-Horizont und es macht mich unglaublich traurig, dass nun durch die oben genannten Behauptungen und Praktiken Gefahren für die Gesundheit von gutgläubigen kranken Menschen lauern. Zwei Jahrzehnte lang haben wir Dozent/innen und Autor/innen den Menschen versucht klar zu machen, dass selbst eine dreiprozentige Verdünnung für manche Patient/innen zu hoch sein kann. Wir haben vielmehr in den letzten Jahren mit 2- und 1-prozentigen Verdünnungen erfreuliche Erfahrungen gemacht (denn diese entsprechen mehr dem Vorkommen der ätherischen Öle in den Pflanzen, also bereits haut- und magenfreundlich “verpackt”). Mir graut vor der Vorstellung, dass solche brachialen Anwendungen durch medizinische Laien und minimal geschulte “Expert/innen” gar einen Todesfall verursachen könnten, beispielsweise durch einen anaphylaktischen Schock  (ich weiß, dieser kann selbstverständlich auch bei zarten Behandlungen durch gut geschulte Personen auftreten, genau so wie bei der Anwendung von Kosmetika oder bei Verzehr von bestimmten Speisen). Zudem drohen “im Falle eines Ernstfalles” noch mehr Restriktionen von Seiten der Gesetzgeber, schnell kann dann der freie Verkauf von unseren duften Naturhelfern der Vergangenheit angehören. Und die engagierte Arbeit von unzähligen Pflegenden wäre in ernsthafter Gefahr.

Ich würde hier nicht darüber schreiben, wenn sich die Anfragen in letzter Zeit nicht gehäuft hätten (auch bei einigen Kolleg/innen, die wir uns das nahende aromatische Unwetter mit großer Sorge anschauen). Ich habe lange gezögert, dies zu tun. Doch die geköderten und verunsicherten Menschen sollten eine Möglichkeit bekommen, sich über eine sichere Form der Anwendung und über transparente und ethisch handelnde Firmen informieren zu können. Ich habe hier allerdings ganz bewusst keine Namen genannt und werde sie auch NICHT nennen (“alte Hasen” der Aromabranche wissen warum). Wer sich über eine sichere und menschen- sowie pflanzenfreundliche Anwendung von ätherischen Ölen informieren möchte, kann dies auf dieser Seite des österreichischen Vereines ÖGwA (klick!) tun. Zudem sollte bei der Arbeit mit anderen Menschen immer der gesunde Menschenverstand beteiligt sein: Eine Körpereinreibung mit dem Inhalt vieler großer Körbe gefüllt mit Kräutern (das entspricht der Anwendung von mehreren Millilitern unverdünnter ätherischer Öle) kann nicht gesundheitsförderlich sein! Mal abgesehen von den Behandler/innen, die bei einer erfolgreichen Praxis dieser Art ständig mit unverantwortlichen Mengen an ätherischen Ölen konfrontiert sind.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie* Für alle, die meine Arbeit weiterhin ohne den ‘Versandhausriesen’ unterstützen möchten: Bücher können – seit Jahren – selbstverständlich auch über die beiden anderen Bücher-Links hier in der rechten Spalte bestellt werden, und mir wird eine kleine Provision gutgeschrieben; hochwertige Naturkosmetika, Naturtextilien-Mode, Öko-Putzmittel, gesunde Haushaltstextilien und andere umweltfreundliche Produkte können bei Waschbär und Hess Natur bezogen werden, deren Logos sich auch seit Langem in der rechten Spalte befinden. Einfach drauf klicken, bestellen, die Software weiß, von wo der Auftrag kommt und ich bekomme meine “Miniprovision”. ;-) Bei aller Kritik sollte jedoch auch berücksichtigt werden, dass Amazon sehr vielen ‘kleinen’ Händler/innen, die beispielsweise mit ätherischen Ölen und Naturkosmetik handeln, wie beispielsweise Alles Natur Pur, ein gewerbliches ‘Zuhause’ bietet. Zudem hat die Firma bereits erste Schritte zur Besserung eingeleitet.

** Wer erfahren möchte, wie viele Sklaven – also reale Menschen wie du und ich, jedoch wegen unseres Konsumverhaltens geknechtet – man durch sein Konsumverhalten beschäftigt, kann dies mit Hilfe der Website Slaveryfootprint ausrechnen lassen. Aber Achtung, das Ergebnis kann auch bei sehr bewusstem Konsumverhalten schockierend ausfallen und unglücklich machen.

*** Ich kenne und schätze selbstverständlich das (gewünschte) Phänomen der Erstverschlimmerung, auch habe ich in meiner Heilpraktikerausbildung gelernt, dass in der Naturheilkunde manchmal “verletzt” werden muss, um die Selbstheilungskräfte anzuregen (beispielsweise beim Quaddeln). Ich weiß auch, dass man manche ätherische Öle (in bestimmten Situationen) durchaus in höherer Dosierung als üblicherweise empfohlen, einsetzen kann. Doch was ich im privaten Umfeld und mit meiner Familie mache und machen darf, entspricht nicht dem ethischen Verhaltenskodex der gewerblich ausgeübten Arbeit mit ätherischen Ölen. Entsprechend geschulte Ärzte und Ärztinnen setzen ätherische Öle in hohen Dosierungen ein (hauptsächlich in Frankreich), jedoch verfügen sie über entsprechende Erfahrungen und wissen um Gegenmaßnahmen, sollte eine unerwünschte Reaktion vorkommen, zudem sind sie haftpflichtversichert (wie übrigens auch die seriösen Aromatherapeut/innen in Großbritannien, die sich verpflichten, mit einer Verdünnung von maximal 3 Prozent zu behandeln. Und um es abschließend klarzustellen: Ich spreche mich in keinster Weise gegen die Qualität der betreffenden ätherischen Öle aus!

warum bloß?


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety) Brüssel will für die Naturkosmetik neue, weitere Beschränkungen einführen.

So sollen folgende Inhaltsstoffe der Öle angeblich stark Allergie auslösend sein: Eugenol, Geraniol, Geranial, Limonen, Linalool, Linalylacetat und andere mehr. Diese Stoffe sind in den meisten natürlichen Blütenölen und Zitrusölen enthalten, einige sind die Hauptbestandteile von Rosen- und Lavendelölen. Sie sollen in Zukunft nur noch in Konzentrationen von 0,01% in Naturkosmetik enthalten sein. Mit diesen Vorgaben wird es unmöglich, naturreine ätherische Öle sinnvoll in Naturkosmetik einzusetzen. Die Wirksamkeit der Naturkosmetik würde durch ein faktisches Verbot wichtiger ätherischer Öle um ein Vielfaches herabgesetzt werden.

Auch bei den reinen natürlichen ätherischen Ölen ist eine Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen schon erfolgt: Die “alte” Etiketten-Aufschrift mit R65 (“Gesundheitsschädlich: Kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen”) ist geändert worden zu H304Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. 

Warum können die Briten ihre ätherischen Öle weitestgehend vor solchem Unsinn verschonen (u.a. mit Hilfe des Verbandes der Ölehersteller und -Lieferanten ATC) und Deutsche, Österreicher und Schweizer (zumindest jene schweizer Firmen, die ätherische Öle in die EU exportieren) geben dauernd nach, so dass die ätherische Öle-Fläschchen inzwischen wie übelste Chemikalien aussehen? Meerettich und Kochsalz in der Küche können auch recht schnell und einfach bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. Mir fehlen die Worte. Bleibt nur, die Petition zu unterschreiben und diese erneute Verrücktheit bekannt zu machen.

PS. Meine Namensvetterin Eliane aus dem Hunsrück hat mir diesen Link zur Verordnung zukommen lassen, das ist die Kosmetikrichtlinie von 2009, die in 2013 in Kraft treten wird (siehe seite 78 des pdf). Vielen Dank! Ich selbst habe derzeit keine Zeit mich um Einzelheiten dieses Wahnsinns zu kümmern (will ich auch gar nicht). Die obige Meldung kam einerseits von Prof. Dr. Wabner, den ich sehr schätze und ernst nehme, andererseits von zwei österreichischen Naturkosmetik-Firmen, so dass ich die paar Zeilen einfach ungeprüft übernommen habe. Ich denke, es ist weniger die Pharmaindustrie, welche die Eurokraten in diesem Falle berät, sondern eher einzelne weltumspannende Kosmetik-Großkonzerne, die sich “Sorgen” um die Haut der Menschen machen, ihre fast nie oxidierenden und ewig haltbaren Mineralöle bekommen in den letzten zwei Jahrzehnten zu viel spürbare Konkurrenz.

himmlische düfte – alt und neu


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie Weihnachtszeit brachte zwei Bücher-Überraschungen zu mir.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapySusanne Fischer-Rizzi, DIE Pionierin der deutschsprachigen Aromatherapie, schickte mir die 25ste Auflage (!) ihrer wundervollen Himmlischen Düfte, weil ich noch das Cover einer älteren Auflage hier auf dem Blog zeigte. Nun bin ich aber bei manchen Büchern erzkonservativ: Mein erstes Exemplar (1. Auflage von 1989) von Himmlische Düfte war eines meiner ersten Duftbücher und ich habe es fast totgeliebt wie einen alten Teddybären. Es hat einen (zu) weichen Einband und ist auf relativ rauem Papier gedruckt, die Farben sind dezent, es hatte bereits damals ein sehr besonderes, individuelles und künstlerisches Aussehen.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyErkennen die Jüngeren unter euch (oder die Aroma-Beginnerinnen) den Zusammenhang? ;-) Dieses Fresko aus der Villa der Arianna in Stabiae bei Pompeji (1. Jh. v. / 1. Jh. n. Chr., Museo Archeologico Nazionale in Neapel) haben die beiden Firmen-Gründerinnen seinerzeit als Signet ausgewählt (zum Vergrößern auf das Bild klicken). Es zeigt die Göttin oder Muse Primavera (der Frühling) wie sie an einer Pflanze mit weißen Blüten zupft, die sie offenbar in ihr Füllhorn verfrachtet. Der grüne Mauernhintergrund zierte früher das ganze Etikett der Fläschchen.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Jasmin in meinem alten Buch.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Jasmin im neuen Buch.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Neroli in meinem alten Buch.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Neroli im neuen Buch.

Über die zweite Buchüberraschung, eine wahre Besonderheit, werde ich nächstes Mal berichten. Vielen Dank übrigens für den guten Zuspruch für mein ‘rosa Buch’. Ich hoffe, die zuständigen Menschen bei Irisiana lassen sich überzeugen, schließlich ist es das Nachfolge-Buch von den ‘Himmlischen Düften’ im Verlag, denn Susanne Fischer-Rizzi ist mit ihrem Werk schon vor langer Zeit zum AT-Verlag gegangen.

(zwangs-)verdünnungen von ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapySeit einigen Jahren haben wir uns daran gewöhnt, dass auf den meisten Ätherische-Öle-Fläschchen das Gefahrensymbol Xn (Andreaskreuz) aufgedruckt ist. Wir kannten es bis zu dieser Vorschrift als Erkennungsmerkmal für giftige Chemikalien, etwa aus der Welt der Baumärkte (Lösungsmittel, Pinselreiniger, Kleber etc). Alle ätherischen Öle (und andere “Chemikalien”), welche über 10 Prozent Kohlenwasserstoffe enthalten, müssen entsprechend der Gefahrstoffverordnung mit diesem international gültigen Zeichen gekennzeichnet werden.
AromatherapieDa ein Großteil der ätherischen Öle mit einen hohen Anteil an Monoterpenen ausgestattet ist, gilt für sie die aufgedruckte (aufkleben nicht gestattet) Kennzeichnungspflicht mit dem Symbol (Größe und Farbe sind vorgeschrieben), verbunden mit einem ausgeschriebenen Gefahrenhinweis und dem aufgeklebten erhabenen Dreieck, das von sehbeeinträchtigten/blinden Menschen ertastet werden kann. Es ist schon irgendwie zynisch, dass ein Produkt, dass (bei korrekter Anwendung) die Gesundheit so wundervoll fördern kann (antibakteriell, kortisonartig-schmerzlindernd etc), als gesundheitschädigend gekennzeichnet werden muss. Ob demnächst auch Zwiebeln, Knoblauch, Meerretich & Co. den Aufdruck tragen müssen? Oder gar aus der Küche verschwinden müssen, denn sie können schwere Reizungen verursachen.
AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannNeben inhaltlichen Qualitätskontrollen, die für de Endverbraucher sicherstellen, dass er hochwertige und ehrliche Öle kauft, machen diese Vorschriften einen erheblichen Anteil am Preis des ätherischen Öles aus (öfters Etiketten neu und mit Zusatzfarbe drucken, sich ständig informieren, Anwälte bezahlen etc). Dazu kommen bei ‘Bio-Ölen’ die hohen Kosten für die zusätzlichen jährlichen Kontrollen und Siegel. Letztendlich ist das Billigste im Fläschchen das ätherische Öl. Davon erhalten diejenigen Personen, die auf dem Feld arbeiten, sich bücken und krummlegen beim Vermehren, Pflanzen, Jäten, Ernten und Destillieren nur einen verschwindend geringen Anteil.
Um die Symbole “ätzend” und “giftig” umgehen zu können, steht es den Lieferanten frei, bestimmte Inhaltsstoffe durch Verdünnen ihrer Öle, in den zulässigen, nicht mehr kennzeichnungspflichtigen Bereich zu bringen. Firmen, die eher gut geschulte Fachpersonen beliefern, verzichten unter Umständen lieber auf das Verdünnen, um den Therapeuten die Freiheit zu lassen, das pure Öl so zu verdünnen, wie sie es für die jeweiligen Patienten für erforderlich halten. Firmen, die den breiten Markt bedienen, möchten vermutlich nicht durch Totenkopf & Co. verschrecken und setzen die Vorschriften um, verdünnen also. Beim deutschen Marktführer Primavera sieht es derzeit so aus:

  • Anissamen (Pimpinella anisum): 24% in Weingeist/in ethanol (ethyl alcohol)
  • Eisenkraut Grasse (Aloysia triphylla): 10% in Cymbopogon citratus
  • Basilikum (Ocimum basilicum): 10% in Weingeist/in ethanol
  • Estragon (Artemisia dracunculus): 12% in Weingeist/in ethanol
  • Fenchel (Foeniculum vulgare): 19% in Weingeist/in ethanol
  • Frangipani (Plumeria alba): 20% in Weingeist/in ethanol
  • Ginster (Spartium junceum): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Iris (Iris pallida): 95%, 5% Champaca
  • Iris (Iris pallida): 1% in Weingeist/in ethanol
  • Lorbeer (Laurus nobilis): 30% in Weingeist/in ethanol
  • Magnolienblüte (Michelia alba): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Melisse: 30%, 70% in Lavandula
  • Mimose (Acacia dealbata): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Moschuskörner (Hibiscus abelmoschatus): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Neroli (Citrus aurantium flower): 10% in Weingeist/in ethanol
  • Osmanthus (Osmanthus fragrans): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Oud (Aquilaria malaccensis): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Rose (Rosa damascena from different countries) bulgarisch, indisch, persisch, türkisch, türkisch bio: 10% in Weingeist/in ethanol
  • Thymian Thymol (Thymus vulgaris): 19% in Weingeist/in ethanol
  • Tuberose (Polianthes tuberosa): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Veilchenblätter (Viola odorata leaves): 13% in Weingeist/in ethanol
  • Zimtblätter (Cinnamomum zeylanicum leaves): 6% in Weingeist/in ethanol
  • Zimtrinde (Cinnamomum zeylanicum bark): 60% in Weingeist/in ethanol

Etliche Öle werden aus Kosteneinspargründen verdünnt, vor allem die blumigen Düfte (Champaca, Frangipani, Ginster, Iris, Magnolienblüte, Mimose, Neroli, Osmanthus, Tuberose, Veilchenblätter), auch Moschuskörner und Oud sowie “Eisenkraut” und Melisse wären pur unnötig teuer. Bei Anis, Fenchel, Basilikum, Estragon geht es um die angeblich lebertoxischen phenolischen Verbindungen, vor denen die VerbraucherInnen geschützt werden sollen, genau so in Lorbeer und Rose, deren “gefährlicher” Inhaltsstoff Methyleugenol angeblich die Konsumenten schädigen kann (ja, pures Rosenöl ist dem Gesetzgeber in naturkosmetischen Produkten zu gefährlich!). Zimtblätteröl enthält eine Spur Safrol, vor dieser phenolischen Verbindung muss geschützt werden. Bohnenkraut, Oregano und Thymian Thymol müssen aufgrund ihres Anteils an Thymol und Carvacrol verdünnt werden (oder erstere werden sogar ganz aus dem Programm genommen), ähnlich hautreizend wirkt Cinnamal (Zimtaldehyd) in Zimtrindenöl.
Für Kenner ist es interessant, dass potenziell hautreizende Öle wie Bay, Nelke und Tulsi (Heiliges Basilikum) nicht verdünnt angeboten werden müssen. Auch ein Öl, mit dem man bei grob übertriebener Einnahme (circa 5 ml) jemanden töten könnte, wird bislang nicht reguliert. Ein anderes, das abortiv wirkt, kann man gerade jetzt öfters auf Weihnachts(floh)märkten kaufen.

European (and worldwide) regulations are becoming stricter every year, so many essential oils have to carry symbols which appear frightening to the consumer who isn’t educated in aromatherapy. If companies choose to avoid the symbols for ‘irritant’ and ‘toxic’ they have to dilute the essential oils which contain thymole, carvacrole, safrole, methyleugenol (rose!) and methylchavicol. Most absolutes from flowers are diluted for price reasons as are the essential oils of agarwood and ambrette. Some of the most toxic oils though – one can kill after the ingestion of 5 ml, the other can be abortive – are still freely available without any warnings.

PS Monika Volkmann hat in ihrem Blog auf eine gute Sendung (auch per Internet) zum Thema MRSA – resistente ‘Klinikkeime’ – aufmerksam gemacht, damit sollte sich wirklich jeder beschäftigen, denn man weiß nie, ob bzw. wann man in eine Klinik kommen könnte. Und man sollte wissen, dass die Gefahr durch bestimmte ätherische Öle deutlich eingedämmt werden kann (siehe dazu in der rechten Spalte die Liste der Kategorien, ich habe bereits öfters darüber geschrieben). Die auf MRSA-Opfer spezialisierte Anwaltskanzlei informiert über die rechtlichen Aspekte auf ihrer Website.

verträglichere bestrahlung bei krebs mit ölen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyFast jede(r) mit einer seriösen Ausbildung in Aromapflege lernt, dass Niaouliöl ein starker Helfer zur Verhinderung von Strahlenschäden ist, wie sie bei der konventionellen Therapie von Tumoren meistens vorkommen. Wenn dazu noch fettes Sanddornöl und Aloe vera-Gel verabreicht werden, kann es sein, dass Ärzte an der Funktionstüchtigkeit ihrer Maschinen Zweifel hegen. Oder, wie in Falle von zwei mir bekannten Brustkrebs-Patientinnen geschehen: Sie sollten zunächst nicht zur Reha zugelassen werden, da der Arzt sie “erstmal zur Bestrahlung” schicken wollte (die bereits erfolgt war, jedoch ohne die schwerwiegenden und erwarteten Verbrennungsnarben). Wegen häufiger Anfragen zu diesem wichtigen Thema erinnere ich an dieser Stelle an die vier wichtigen Zutaten:

  • Melaleuca leucadendra (Bio-Niaouliöl), circa 1-prozentig
  • Hippophae rhamnoides (Sanddornöl), circa 1-2-prozentig (kann auch mehr sein, macht aber starke Flecken in weiße Wäsche)
  • Lavandula angustifolia (Lavendelöl), circa 1-prozentig
  • Aloe barbadensis (Aloe vera), nur als naturreines Gel (ohne reizende Konservierungsstoffe, ohne chemische Carbomere) für die betroffenen Stellen im Pumpspender (von Pharmos, Farfalla oder Santaverde), zum Einnehmen als “Saft” (in jedem Bioladen und Reformhaus oder hier und hier und hier)

Man verwendet am besten Johanniskrautmazerat (Hypericum perforatum) als Trägeröl (oder einfach ein gutes natives Bio-Olivenöl) und mischt es mit dem Sanddornöl und den beiden ätherischen Ölen, beispielsweise

  • 10 ml Johanniskrautmazerat
  • 5 Tropfen Sanddornöl
  • 3 Tropfen Melaleuca leucadendra
  • 1-3 Tropfen Lavendelöl

Es gibt nicht “das Rezept”, darum nur grobe Angaben, alle Zutaten sind hoch verträglich, selbst bei leichter Überdosierung; sie müssen jedoch recht neu, also nicht oxidiert, sein (keinesfalls älter als ein Jahr). Man reibt diese Mixtur zwei bis drei Wochen vor der Bestrahlung ganz sanft und vorsichtig entweder die betroffene(n) Stelle(n) ein oder die Haut drumherum (falls der behandelnde Arzt die Direkt-Applikation nicht wünscht) ein. An den Bestrahlungstagen selbst könnte die Mischung auch angewendet werden, dies stößt jedoch meistens auf Widerstand (dann sollte sie sicherheitshalber nur mit Olivenöl hergestellt werden und nicht mit dem bei ultra-sensibler Haut photosensitivierend wirkenden Johanniskrautöl). Erfrischend, kühlend und lindernd ist auf alle Fälle das Aloe vera-Gel, das nach Gefühl und Bedarf pur und so oft und so lange wie nötig aufgetragen werden kann. Die Ölemischung kann dann auf alle Fälle in den Bestrahlungspausen eingeschmiert werden, beispielsweise an den Wochenenden. Und sie sollte nach Beendigung der Radiotherapie noch mindestens zwei Wochen verwendet werden. Diese Anwendungen sind grundsätzlich auch für Kinder geeignet.

Diese Schutzmaßnahmen wurden bekannt gemacht durch die unermüdliche onkologische Krankenschwester aus dem Köln-Bonner-Raum, Gisela Blaser. Sie hat jahrelange Erfahrungen mit großen und kleinen Patienten und hat auf vielen Vorträgen beeindruckende Fotos zum Thema “Bestrahlungstherapie ohne negative Folgen” gezeigt. Sie hat auch die Adresse verraten, wo man praktischerweise eine fertige Mischung mit diesen Zutaten bestellen kann:  bei der Merlin Apotheke in Bonn (0228-9081200) oder bei Apothekerin Dorothea Hamm in Karlsruhe  (0721-357521) Frau Blaser empfiehlt zusätzlich, eine Woche vor der Bestrahlung 2 x täglich je 25 ml Aloe vera-Ursaft einnehmen. An den Tagen der Bestrahlung 3 x 25 ml Saft einnehmen. Auch das Sanddornöl kann tropfenweise (einige Tropfen beispielsweise im Frühstücksmüsli) eingenommen werden. Die nordost-europäische Wunderfrucht, die derzeit an den dornigen Sträuchern reift, soll wegen ihre Schutzes vor Weltraumstrahlenschäden bekannt geworden sein, russische Kosmonauten hatten sie im Gepäck.

Diese Empfehlungen sind ein gutes Beispiel dafür, dass Aromapflege/Aromatherapie keine schweren Krankheiten wegzaubern kann, dass jedoch durch diese Unterstützung die PatientInnen einen enormen Zuwachs an mehr Lebensqualität gewinnen können: weniger/keine Narben, weniger/keine unnötigen Schmerzen, weniger Fälle von MRSA im Wundgebiet, mehr Gefühl von “man kümmert sich um mich”, eine Spur mehr Gelassenheit im Umgang mit der Krankheit etc Somit bekommen der kranke Körper und auch die verzweifelte Seele mehr Zeit und Ruhe, sich um ihre so wichtigen Selbstheilungsmechanismen zu kümmern.

The essential oil of Melaleuca leucadendra is well known in France, it even has a brand name: Goménol (as it used to be imported from the French colony of Gomen in New Caledonia). It became a panacea long before the virtues of lavender oil got widely known. In Germany it became known as one of the most efficient and at the same gentle oils to prevent radiation burns (a common breast cancer and brain tumor treatment). I know two women whose GPs thought they hadn’t undergone their prescribed treatment as their skin didn’t show the usual burned-reddish look with scars. The diluted oil should be applied around the cancerous area before the radiation starts, in the treatment breaks and after the therapy. It should be accompanied with the internal use of aloe vera juice (a small glass every day). Whenever the skin feels hot and sore a high quality organic aloe vera gel can be applied. Not only does the skin feel and look better on the affected areas but the risk of contamination with hospital bugs like MRSA is strongly reduced. This is so important as the battle against cancer is hard enough so another “theater of war” can be avoided.

  • 10 ml organic olive oil or St. John’s infused oil
  • 5 drops sea buck thorn carrier oil 
  • 3 drops Melaleuca leucadendra
  • 1-3 drops Lavandula angustifolia

Sea buck thorn is a shrub with greyish leaves and orange coloured small beries which carry many essential nutrients. The oil is pressed out of the flesh, it is of a deep orange colour and highly protective against any kind of burns. It is said that its uncommon medicinal properties were discovered during the period of the cold war when astronauts and cosmonauts were competing to always be the first with their discoveries. The Americans apparently had no real solution against the radiation threatening their astronauts, the Russians had Sea buck thorn berries or extracts on board and thus were able to protect their teams. The oils not only contains different carotinoids but also plenty of vitamin E and B12 (which is more than rare in plants).

geschichte eines erfolges: eine halbe million bücher


AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannSchon mehrfach habe ich hier über die Bücher (und die schöne DVD) einer Kollegin berichtet, der es gelungen ist, hochwertigste ätherische Öle buchstäblich unter das Volk zu bringen: die Hebamme Ingeborg Stadelmann und ihre zahlreichen aromatischen Produkte begleiten inzwischen viele Menschen wortwörtlich vom ersten Atemzug an.

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Ihr Buch Die Hebammensprechstunde hat sich bereits eine halbe Million Male verkauft und Bewährte Aromamischungen steht sicherlich auch in fast so vielen Regalen. Letzte Woche ist ein Artikel über ihre Arbeit, ihre Philosophie und ihr Leben im Magazin der Süddeutschen Zeitung erschienen (mein Foto ist schon ein paar Jahre alt, der Artikel mit aktuellem Foto ist hier nachzulesen). Herzlichen Glückwunsch ins Allgäu, Inge!

centella, das kraut gegen cellulite, narben und falten


AiDA AromatherapyNach so vielen Molekülen samt Hirngymnastik nun mal wieder ‘was für’s leibliche Wohl. Der Frühling kam über’s Wochenende in riesigen Schritten, in Zürich war Sommermode angesagt und die Seminare, die ich hielt, ließen die Köpfe dampfen. Bei dieser Gelegenheit fand ich heraus, dass Farfalla nun auch das wunderbare Mazerat des Indischen Wassernabels im Programm hat: Centella asiatica ist der gebräuchliche Name dieser vielseitigen Heilpflanze, die im Ayurveda bereits seit “ewigen Zeiten” verwendet wird (vermutlich circa 3000 Jahre). Das nicht ganz preiswerte fette Öl wird hergestellt, indem die abgerundeten, nierenfömigen Blättchen dieses Halbschatten und feuchte Ecken liebenden und nicht frostfesten Pflänzleins in Sesam- oder Sonnenblumenöl eingelegt werden (ähnlich wie Johanniskraut- und Ringelblumenöl); 30 ml kosten 12,50 Euro. Bereits in meinem ersten Aromatherapie-Lehrgang 1992/93 machte ich im Frühling darauf aufmerksam, dass es sich um das überzeugendste Produkt gegen Cellulite handelt, in Brasilien kennt es jede Frau, die ihren Samba-Körper auf die Strandsaison vorbereiten möchte.AiDA Aromatherapy

Idealerweise wird das Öl äußerlich auf die unschönen Dellen aufgetragen und gleichzeitig dazu sollte der Tee aus der getrockneten Droge (Apotheke) oder die Urtinktur eingenommen werden. Bei Maienfelser gibt es eine Lotion mit den Wirkstoffen des Krauts, Evelyn Deutsch vertreibt ein Duschgel und das passende Körper-Öl (angereichert um Birkenölmazerat und straffend-reinigende ätherische Öle). Weitere Wirkungen dieses unscheinbaren Gewächses, das man bei Rühlemanns bestellen kann, um täglich frisch (ein Blättchen) zu genießen: AiDA Aromatherapy

  • Es wird im Ayurveda als ein Rasayana betrachtet, ein Mittel das stärkt, regeneriert, “runderneuert”, gegen Erschöpfung und mentale Leere ankommt.
  • Es wirkt stark stimulierend auf den Kollagen-Stoffwechsel der Haut und somit gegen Falten und erschlaffte Partien.
  • Es verbessert Narbengewebe und hilft bei juckenden Hautausschlägen (als Ekzevowen-Salbe in der Apotheke erhältlich). Sogar bei verzögerter Vernarbung und bei wulstigen Narben (Keloiden) ist das Öl hilfreich.
  • In Indien soll es sogar bei Hautdefekten, die durch Lepra entstanden sind, helfen.

AiDA AromatherapyDie Pflanze ist auch als Tigergras, Gotu cola oder Fo-ti-tieng bekannt, der öfters zu lesende Name Brahmi(kraut) stammt jedoch aus einer Verwechslung mit einem anderen ayurvedischen Hirntonikum mit dem wissenschaftlichen Namen Bacopa monnieri (Kleines Fettblatt) aus der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Diese Pflanze liebt zwar auch feuchte Gründe, hat jedoch ganz andere Blättchen. In Tierversuchen zeigten sich gedächtnis- und intelligenzsteigernde Effekte.

Centella-Extrakte und Tees dürfen innerlich nur kurmäßig angewendet werden, also circa drei Wochen, danach zwei Wochen pausieren und dann bei Bedarf nochmals drei Wochen verwenden. Im Kraut sind folgende Wirkstoffe enthalten:

  • Asiaticosid sowie weitere Triterpensaponine
  • freie Triterpene
  • Flavonolglykoside
  • Hydrocotylin (Alkaloid)

Ganz selten findet man sogar ein ätherische Öl (Maienfelser) aus den runden Blättchen, es enthält Caryophyllen, p-Cymen, Germacren und Pinen (Quelle feenkraut).

Wer sich mit dem reinen Mazerat ein wirksames Cellulite-Balance-Öl herstellen möchte, kann es bis zu 50%-ig mit einem anderen fetten Pflanzenöl (Mandel, Traubenkern, Aprikosenkern etc) verdünnen und zwei oder drei der folgenden ätherische Öle zwei bis dreiprozentig hinzufügen (auf 50 ml fettes Öl insgesamt circa 15 bis 20 Tropfen ätherischer Öle):

  • Cedrus atlantica, Atlaszeder, reguliert die Fettzellen, mindert eventuelle entzündliche Prozesse im Bindegewebe
  • Citus limon/medica, Zitrone und Zedrat/Urzitrone, wirkt ausleitend auf das verschlackte Bindegewebe, wirkt antioxidativ und gegen Zellschäden, festigt die Blutgefäße, wirkt zusammenziehend (adstringierend)
  • Citrus paradisi, Grapefruit, stimuliert sanft die Lymphe und die “Reinigung”, wirkt antioxidativ und gegen Zellschäden
  • Citrus sinensis, Orange/Apfelsine/Blutorange, stimuliert sanft die Lymphe und die “Reinigung”, wirkt antioxidativ und gegen Zellschäden
  • Cupressus sempervirens, Zypresse, mindert eventuelle entzündliche Prozesse im Bindegewebe und gibt Straffung sowie Struktur
  • Foeniculum vulgare, Fenchel, wirkt mild aquaretisch (‘entwässernd’) und reguliert den weiblichen Hormonhaushalt
  • Pelargonium graveolens/asperum, Rosengeranie, stabilisiert das Gewebe, harmonisiert ‘Ausrutscher’ im Bindegewebe, reguliert den weiblichen Hormonhaushalt, ohne direkt in ihn einzugreifen
  • Rosmarinus officinalis Ct. Verbenon oder Ct. Cineol, Rosmarin, fördert die Durchblutung, stimuliert entgiftende Prozesse
  • Juniperus communis (Wacholder), wirkt mild aquaretisch (‘entwässernd’)

AiDA AromatherapyVor der Anwendung (nur auf feuchter Haut zB nach dem Duschen oder vorher mit Rosenhydrolat besprühen) unbedingt eine kurze Trockenmassage der betroffenen Partien durchführen. Diese stimuliert die Lymphe, so dass Reinigungsprozesse schneller erfolgen und sie macht die Haut bereits nach wenigen Tagen babyzart (naja, fast!).

Kleine Centella-Fotos: Denise Manternach

abkürzungsdschungel von siegeln


Ich bin derzeit in Wien und werde hier immer wieder nach Qualitätssiegeln zu ätherischen Ölen befragt. Vor allem das oft angepriesene Siegel der AFNOR sorgt für Verwirrung, es soll einen allerhöchsten Qualitätstandard garantieren. Es ist jedoch “nur” ein Industriesiegel, ähnlich den DIN- und ISO-Zertifizierungen. Erstere regelt unter anderem die Zusammensetzung eines ätherischen Öles, nicht jedoch seine ganzheitliche Qualität. Schon gar nicht werden die Abläufe überprüft, die von Anbau bis zur Abfüllung erforderlich sind, damit ein wirklich hochwertiges und genuines Öl angeboten werden kann. Ein kleiner Überblick (auf Bild klicken zum Vergrößern):

AiDA Aromatherapy International

Über das relativ neue und sehr strenge Siegel NaTrue kann man hier ein PDF runterladen und die Liste der Mitglieder hier einsehen.

ätherische öle aus kohlendioxidextraktion: sparsam, naturgetreuer duft und hohes therapeutisches potenzial


Kaffeefrüchte

Ätherische Öle werden nicht immer destilliert, fast alle Agrumenöle (Zitrusdüfte) werden durch Raspeln und Auspressen gewonnen (eigentlich wie zu Hause in der Küche auf der Raspel), Harze werden für die Aromatherapie mit Trinkalkohol (Ethanol) ausgezogen (extrahiert) und heißen korrekterweise Resinoide, Blütendüfte werden meistens durch ein Hexanbad gewonnen und heißen dann Absolue (oder auf englisch Absolute). Der Auszug mit (meistens tierischen) Fetten ist sicherlich die älteste Methode, das Verfahren heißt Enfleurage (von fleur, die Blume). Nicht sehr verbreitet sind Düfte, die mit Hilfe von Kohlenstoffdioxid gewonnen werden.

Bei allen Extraktionsarten werden – im Gegensatz zur Destillation – auch die größeren Duftmoleküle einer Pflanze gewonnen, da die zu schwer für das „Schweben“ im Wasserdampf sind. Die so gewonnenen Produkte duften fast originalgetreu wie die Ursprungspflanze, der Duft ist viel naturgetreuer als ein destilliertes Öl aus derselben Pflanze.

Die Hochdruckextraktion mit natürlichem überkritischem Kohlendioxid (Kohlendioxid-Extraktion), ist ein hochmodernes Herstellungsverfahren, das erst seit Anfang der 80er Jahre kommerziell praktiziert wird. Weltweit gibt es bislang nur wenige Firmen, die über die kostspieligen Apparaturen für diesen hohen Druck verfügen. Dieser ist so hoch, als stünden sie vier Kilometer unter der Meeresoberfläche (bis zu 300 bar). Es wird nur eine Wärmezufuhr von unter 31 Grad Celsius benötigt, um das normalerweise gasförmige CO2 in flüssige Form zu bringen. Diese „Flüssigkeit“ mit den Eigenschaften eines Gases kann das Pflanzenmaterial wie ein Lösungsmittel durchströmen, was ermöglicht, auch hitzeempfindliche natürliche Duftstoffe zu gewinnen. Dieses natürliche Extraktionsmittel ist ein völlig ungiftiger Stoff, der in Gegenden mit vulkanischer Aktivität gewonnen werden kann und somit beim Ablassen nach der Prozedur die CO2-Bilanz nicht belastet. Es wird auch zur Entkoffeinierung von Kaffee angewendet, zur Gewinnung von empfindlichen fetten Ölen wie Borretschsamen- und Granatapfelsamenöl, zur Gewinnung von rein natürlichen Lebensmittelaromen und es wird auch in Abführzäpfchen eingearbeitet.

Der Duft der CO2-extrahierten Öle ist voller, runder und naturgetreuer als bei den entsprechenden Destillaten, da bei vielen dieser Öle auch die ganz empfindlichen Inhaltsstoffe zu finden sind, die bei der Wasserdampfdestillation der entsprechenden gleichen Pflanze verloren gehen. Im Ingwerextrakt beispielsweise befinden sich die Scharfstoffe der frischen Pflanze, dieser Duftstoff kann somit die Schleimhäute reizen, im Gegensatz zum milden Ingwerdestillat, ist jedoch bei der Behandlung von Übelkeit und Brechreiz wirksamer. Im Kamilleextrakt befindet sich ein hoher Anteil des besser entzündungshemmenden Matricins als im destillierten Öl, welches den Folgestoff Azulen enthält.Wie bei der Hexanextraktion werden auch schwerere, oft den charakteristischen Duft bestimmende Duftmoleküle heraus gelöst, doch anders als bei dieser verbleiben weder im Öl giftige Bestandteile noch werden Gifte an die Umwelt abgegeben. Auch besteht in der Fabrik keine Explosionsgefahr wie beim Umgang mit den hoch entflammbaren flüchtigen Lösungsmitteln.

Kaum eine ätherisch-Öl-Firma bietet derzeit diese wundervollen Düfte an, weil wenig über die aromatherapeutische Wirkung bekannt ist, zudem sind sie immer kostenintensiver als die destillierten gleichnamigen Öle (jedoch viel sparsamer im Gebrauch). Zudem mögen Ingwer, Pfeffer und Zimt zu scharf für Hautanwendungen sein, wenn man nicht gerade durchblutungsfördernde Anti-Cellulite-Maßnahmen im Sinn hat. Für die Aromaküche jedoch sind sie ein Traum und dafür produiert sie der Hersteller auch hauptschlich. Andere Co2-Öle wie Ringelblume und Kamille stellt er für bekannte Babykosmetik her. Einige besondere Öle werden von der österreichischen Firma Feeling angeboten.

  • Ashwagandha CO2, Withania somnifera, ein Nachtschattengewächs, ist eine alte ayurvedische Heilpflanze, deren Wurzeln neuroprotektive und immunmodulierende Eigenschaften in Studien zeigen konnten. Vor allem hofft man, dass der Extrakt einen Schutz vor der Parkinson-Erkrankung (oder deren Verschlimmerung) und sogar vielleicht auch vor Demenzen bieten könnte.
  • Hopfen CO2, Humulus lupulus ist eines der am besten studierten Beruhigungsmittel, welches ‘schlafanstoßend’ wirkt, also anders als Lavendel, der ‘nur’ beruhigt, kann man sich kaum dem Traumland entziehen, wenn dieser Duft länger inhaliert oder einmassiert wird.
  • Ingwer CO2, Zingiber officinale ist ein Muss für wahre Ingwerfans (also eher wir ältere Semester!!!). Es muss freilich extrem vorsichtig dosiert werden, gibt dann aber exotischen Speisen einen wundervollen Geschmack. Bei kalten Füßen und schmerzendem Rücken ein prima “Wärmekissen”.
  • Johanniskraut CO2, Hypericum perforatum gehört zu den am besten untersuchten Antidepressiva. Dieser Extrakt enthält bis zu 40 Prozent Hyperforin, das diese überzeugende stimmungsregulierende Wirkung aufweist und das in vielen handelsüblichen natürlichen Antidepressiva enthalten ist. Das Fehlen des roten Farbstoffs Hypericin sorgt für eine gute Verträglichkeit auf der Haut auch in der Sonne (siehe auch meinen Text über Johanniskrautmazerat).
  • Kaffee CO2, Coffea arabica (Foto oben) duftet wie eine stark konzentrierte Tasse Expresso, für Kaffeeliebhaber wie eine geruhsame Pause im Café! Es enthält sogar etwas Koffein, weswegen es hervorragend für durchblutungsfördernde und anregende Anti-Cellulite-Mischungen einsetzbar ist.
  • Kamillenblütenextrakt kbA CO2, Chamomilla recutita ist eines der besten Pflegemittel für empfindliche, gereizte und juckende Haut auch der Allerkleinsten, es muss freilich noch sparsamer eingesetzt werden als das entsprechende ätherische Öl. Da in jenem das Azulen erst bei der Destillation entsteht, ist das CO2-Produkt nicht blau, dennoch wirkt es auch, durch den Inhaltsstoff Matrizin, stark entzündungshemmend.
  • Majoranblätter CO2, Origanum majorana ist sicherlich eines der wichtigsten Naturaromen der deftigen Küche, Wursthersteller schwören darauf. Ich mag das herbe wirklich genau wie das frische Kraut duftende Öl für die Aromaküche (Kartoffelsuppe), aber auch für stark ausgleichend wirksame Massageöle, denn dieses Öl regt den entspannenden und regenerierenden Anteil unseres Nervensystems an, den Parasympathikus, sozusagen eine “Yogastunde aus der Flasche” ;-)
  • Massoiarinde CO2, Cryptocaria massoia beinhaltet ein Geheimnis: Mit dem Duft aus der Rinde dieses indonesischen Lorbeer-Verwandten wird auf völlig legale Wiese ‘Kokosduft’ in Naturkosmetik gezaubert. Allerdings wird es nur im “atomaren Bereich” eingesetzt, denn es duftet nur in Spuren nach Kokospalmen, Karibikurlaub und Sonnenschein und kann zudem empfindliche Haut reizen.
  • Mutterkraut CO2, Chrysanthemum parthenium wurde in den letzten Jahren als interessanter Wirkstoff gegen Migräne studiert, vor allem wenn diese hormonelle Hintergründe hat. Der Duft ist gewöhnungsbedürftig streng, manche Menschen mögen ihn jedoch gerade deswegen. Bei jeder Art von “Frauenleiden” kann er stark regulierend wirken.
  • Neembaum CO2, Azadirachta indica ist auch nicht gerade ein Wohlgeruch für die Hautpflege – er erinnert an gebratene Zwiebeln, dafür umso wirksamer bei zahlreichen Leiden. In Indien für und gegen alles eingesetzt hat sich hierzulande fast nur der Einsatz bei Milben und Kopfläusen eingesetzt, in diesem Bereich ist das völlig ungiftige Öl bereits in kleinsten Mengen unschlagbar, denn es macht die Viecher unfruchtbar. Sobald sie ihr kurzes Leben ausgehaucht haben, gibt es keinen Nachwuchs mehr.
  • Ringelblumenöl CO2, Calendula officinalis ist das Reparaturmittel für angegriffene und wunde Haut. Es ist in fast allen guten Babypflegemitteln enthalten und hilft immer dort, wo empfindsame Seelen um Hilfe schreien.
  • Vetiver CO2, Vetiveria zizanoides ist einer der schwersten Düfte, den sowohl Aromatherapie als auch Parfümerie zur Verfügung haben. Viele Herrenparfüms sind nach dieser wärmeliebenden Wurzel benannt, die in der Aromatherapie einen besonderen Bezug zum weiblichen Becken und allen Stauungen darin hat. Es ist ein waldg-moosiger Duft, der oft nur von reiferen Semestern gemocht wird, deren Haut er dann auch wundervoll regenerieren kann. Sogar Osteoporose soll der regelmäßige Einsatz vorbeugen helfen.
  • Zimtrindenöl CO2, Cinnamomum zeylanicum ist ähnlich scharf wie Ingwer aus dieser Produktion, heiß und schmerzlindernd, einhüllend und seelisch stabilisierend, jedoch nur in winzigen Mengen einsetzbar. Wundervoll in der würzigen süßen und herzhaften Küche.

zitronen-teebaum, ein besonderes ätherisches öl


Gestern stattete ich der relativ neuen Dorf-Apotheke meinen ersten Besuch ab. Sie ist sozusagen ein winziger Tante-Emma-Laden für Gesundheit und Schönheit – das Dorf hat maximal 600 Einwohner (im Winter eher weniger). Womit ich so ganz und gar nicht gerechnet hatte: Es gibt dort ein nicht schlechtes Sortiment an ätherischen Ölen der (in der englischsprachigen Welt) sehr bekannten Marke Tisserand (gegründet von Robert Tisserand). Ich kaufte ein Öl, das bislang in meiner umfangreichen Sammlung fehlte: Zitronen-Teebaum (lemon tea-tree, Leptospermum petersonii F.M. Bail., früher Leptospermum citratum). Das Öl stammt aus den Blättern eines circa 4 Meter hohen und 3 Meter breiten Groß-Strauches, der in warmen Klimazonen gerne als kleiner Straßenbaum kultiviert wird. Der Duft liegt irgendwo zwischen Melisse und Citronella, eine Ahnung Rosengeranie schimmert auch noch durch. Also wunderbar zum Insekten verscheuchen, den. der Hauptinhaltsstoff ist in diesem Chemotyp laut meiner Nase Citronellal. Andere Chemotypen enthalten mehr Geranial [bis 30 Prozent] und Neral [bis 37 Prozent] (zusammen Citral genannt). Bereits 1942 wurde dieses Öl vom australischen Wissenschaftler Penfold als antibakteriell eingestuft. Inzwischen wird die Pflanze nicht nur dort sondern auch im Süden Afrikas und in Guatemala angebaut.

Aber was kann dieser enge Verwandte des Manukabaumes noch? Natürlich, wie alle aldehydreichen Öle in starker Verdünnung wirkt es beruhigend und entzündungshemmend. Insbesondere virale Erkrankungen vom Schnupfen über die Grippe und viele Kinderkrankheiten können damit begleitet werden. Herpesviren, insbesondere in Warzen, dürften das Öl gar nicht schätzen. In Australien wird es gerne in Ergänzung zu Teebaum verwendet, um die Wirkung zu verstärken und um den eher ‘medizinischen’ Duft abzurunden. Wer mehr wissen möchte und englisch kann, sollte bei Bush Sense und auf der wundervoll informativen Seite von Christopher MacMahon nachlesen (bei dem man auch seltene Blütendüfte in bester Qualität bestellen kann, er importiert nach seinen zahlreichen Indien-Besuchen selbst).

In einer Studie von 2009 kann man nachlesen, dass dieses Öl ein spannendes Gebiet für Aspergillosen der Lunge sein könnte, insbesondere Menschen, die mit Cystischer Fibrose (Mukoviszidose) zu kämpfen haben, werden oft von diesem tückischen Pilz angegriffen. Das Öl wurde in vitro und in Tierexpirimenten (Inhalation) untersucht und für hervorragend wirksam befunden – besser als handelsübliche Medikamente, die derzeit eingesetzt werden –  zudem wirkt es nicht toxisch. [Hood JR, Burton D, WilkinsonJM, Cavanagh HMA. Antifungal activity of Leptospermum petersonii oil volatiles against Aspergillus spp. in vitro and in vivo. Oxford JournalsMedicineJournal of Antimicrobial Chemotherapy Volume6, Issue2;285-288]

PS. Für die Aroma-Anfängerinnen unter Ihnen gibt es einen sehr ausführlichen Übersichts-Artikel der bekannten Autorin und Hebamme Ingeborg Stadelmann hier zu lesen. Danke Marta für den Tipp!