Kürzlich habe ich eine kleine Tabelle, welche den Unterschied von ätherischen und fetten Pflanzenölen zeigt, auf meiner Aromatherapie-Facebook-Seite veröffentlicht. Mit einem typischen Fehler einer Dyskalkulie-Leidenden
[Danke an Stella Pangaea für die Korrektur!] Alles was mit Zahlen zu tun hat, versetzt mein Hirn in Verwirrung. Und die Zahl NULL existiert irgendwie gar nicht, ob eine oder zwei oder drei Nullen irgendwo macht für mich keinen großen Unterschied… Jedenfalls habe ich den fetten Ölen nur 9 magere Kalorien pro 100 Gramm spendiert, dann wären sie ja magerer als eine Salatgurke – wenn ich ganz genau drüber nachdenke, ist das irgendwie logisch!!!) Es sind natürlich 9 Kalorien pro Gramm (etwas mehr als das Doppelte von Proteinen und Kohlenhydraten, welche jeweils mit 4 Kalorien pro Gramm zu Buche schlagen). Diesen Fehler habe ich zum Anlass genommen, diese Tabelle zu aktualisieren und zeige sie euch hiermit.
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die schüttelsalbe
Ich gehöre ja nicht zu den geduldigen Zeitgenossen. Und Nein Sagen fällt mir schwer (obwohl ich kürzlich ein Angebot eines kurzen super bezahlten Vortrages in Japan abgesagt habe: einen gaaaanzen Tag im Flieger sitzen – 40 Minuten reden - einen gaaaanzen Tag im Flieger sitzen). So kam dieser Tage die Bitte nach einer Zaubersalbe bei einem seit Jahren vorkommenden Hautproblem. Immer bei größeren Temperatur-Umschwüngen wird die Haut an einigen Stellen, vor allem der Hände, bräunlich, extrem schmerzempfindlich, platzt eventuell sogar auf. Ich war schon fast auf dem Weg nach Prag. Also schnell eine Schüttelsalbe gemacht.
In einer gut schließenden Creme/salbendose naturbelassene Sheabutter (Bezugsquelle hier klicken!), zwei erbsengroße Tupfer Aloe vera-Gel und drei Spritzer Rosenhydrolat schmelzen – wir heizen tagsüber nicht, also machte ich es geschwind im Wasserbad, auf dem Heizkörper ginge es noch schneller. Mit Jojobaöl und Rosa mosqueta-Öl (Wildrose) auffüllen (circa 1/3 der Gesamtmenge). Gut schütteln, vorher Deckel gut drauf schrauben!!!! Sonst gibt es Flugsalbe! Ans Beschriften denken!
Ätherische Öle hinzufügen, wichtig erschienen mir vor allem Karottensamen (hallo Christine!!! klick für mehr Infos über die Wilde Möhre), Patchouli und Rose (für undefinierbare Hautprobleme fast immer erfolgreich):
- 3 gtt Daucus carota, Karottensamen
- 3 gtt Pogostemon cablin, Patchouli
- 1 gt Rosa damascena, Rose türkisch destilliert
- 1 gt. Lavandula angustifolia, Lavendel
- 1 gt. Helichrysum italicum, Immortelle
Das ganze hat keine 10 Minuten gedauert, schneller als in die Apotheke fahren ist das allemal. Und möglicherweise effektiver, das wird sich aber noch zeigen.
PS Die Abkürzungen gt und gtt kommen aus der alten Apotheker-Rezeptursprache und beziehen sich auf den lateinischen Begriff gutta (Einzahl) und guttae (Mehrzahl). Handschriftlich und mit alten Bleilettern wurden die beiden tt als so genannte Ligatur geschrieben/gesetzt, wie ein einziger Buchstabe. Wenn Rezepturen zum Herstellen von Medikamenten notiert wurden – vor noch gar nicht so langer Zeit gab es keine oder kaum Fertigmedikamente – wurden sie schnell und einfach statt des oft wiederkehrenden langen Wortes ‘Tropfen’ aufgeschrieben.
PPS: Eine Variation dieser Salbe ist bei Christine entstanden: hier klicken.
unterschätztes ätherisches öl: koriandersamen
Sowohl in großen Teilen der asiatischen als auch der mexikanischen Küche ist das Kraut des Koriander eine wichtige geschmackliche und dekorative Ergänzung zahlreicher Speisen. Es heißt auch Arabische Petersilie oder Cilantro (nicht wirklich korrekt jedoch weltweit gebräuchlich) und wie bei dem gebräuchlicheren Gewürzkraut können auch die Wurzeln und Samen eingesetzt werden. Der eher abschätzige Name “Wanzenkraut” bezieht sich auf den oft als eigenartig bis ekelerregend-abstoßend empfundenen Duft der Blätter, koris im wissenschaftlichen Namen heißt sogar ‘Wanze’. Die Tierchen riechen anscheinend wie das Kraut und umgekehrt (unter den heute herrschenden Bedingungen hat kaum noch jemand Kontakt mit (Bett-)Wanzen….). Möglicherweise besitzen wir Menschen einen (genetisch verankerten) Abwehrmechanismus auf diesen Insektengeruch, so dass uns die ähnlich gestalteten Duftmoleküle im Korianderkraut in eine Art Alarmzustand versetzen.
In der Aromatherapie haben wir zwei sehr unterschiedliche Düfte zur Verfügung: Einerseits das sehr stechend riechende Öl aus den Blättern dieses Krautes aus der Familie der Apiaceae (Doldenblütengewächse), es enthält vorwiegend aromatische (‘phenolische’) Aldehyde und kann somit hautreizend wirken. Andererseits das ätherische Öl aus den kleinen kugeligen Samen (korrekt: Früchte), es erinnert im Duft eher an Lavendel, da es sogar mehr als jenes reichlich Linalool (75%) enthält. Es wird noch viel zu wenig in der Aromapflege eingesetzt, ja es wird richtig gehend unterschätzt. Dabei ist es relativ preiswert, die Gewinnung zerstört keine wertvollen pflanzlichen Ressourcen, denn das wärmeliebende Heil- und Küchenkraut wächst reichlich und dankbar und es gibt sogar etliche wissenschaftliche Studien zu Wirkungen jenseits der hauptsächlich bekannten carminativen Wirkungen (blähungswidrig).
Eine vor einem Jahr veröffentliche In vitro-Studie aus Portugal konnte zeigen, dass das ätherische Öl aus Coriandrum sativum gegen etliche gram-negative und gram-positive Bakterien einsetzbar ist. Insbesondere dem gefürchteten MRSA kann das Öl zusetzen, aber auch Bakterien, die durch Lebensmittel zu Vergiftungen führen können. Es wirkte lediglich nicht gegen Bacillus cereus und Enterococcus faecalis. Interessant für die ganzheitlich denkenden und pflegenden Menschen ist die Erkenntnis, dass das komplette Öl besser wirkte als der Haupt-Inhaltsstoff Linalool (der im Labor meistens in synthetischer Form vorliegt).
Die per Durchflusszytometrie mit Propidiumiodid vorgenommene Untersuchung der betroffenen bakteriellen Zellmembranen zeigte, dass diese unter Einfluss des ätherischen Öles ihre Zellatmung einstellten. Die elektrische Spannung der Membran (das so genannte Potenzial) war genauso gestört wie die Transporterfunktionen. Domingues F & al: Coriander (Coriandrum sativum L.) essential oil: its antibacterial activity and mode of action evaluated by flow cytometry. The Journal of Medical Microbiology
In einer im März 2011 veröffentlichten brasilianischen In vitro-Studie konnte gezeigt werden, dass Korianderöl eine deutliche Wirkung gegen Candida albicans-Befall in der Mundhöhle aufweist. Es zeigte die beste Wirkung im Vergleich zu den ätherischen Ölen von Allium tuberosum (Knoblauch), Cymbopogon martini (Palmarosa), Cymbopogon winterianus (Java-Citronella) und Santolina chamaecyparissus (Heiligenkraut). Furletti VF & al. Action of Coriandrum sativum L. Essential Oil upon Oral Candida albicans Biofilm Formation. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. Vol 2011
Die Zeitschrift für Phytotherapie widmete den Schwerpunkt ihrer ersten Ausgabe 2012 dieser vernachlässigten Heilpflanze, darin wird unter anderem berichtet über die Wirkungen von Koriandersamen gegen
- MRSA (methycillinresistenter Staphylococcus aureus)
- Pseudomonas aeruginosa
- Bacillus subtilis
- Salmonella typhosa
- Campylobacter jejuni
- Mycobacterium avium
- β-hämolysierende Streptokokken
- Staphylococcus aureus
Korianderöl kann auch gegen pathogene (krankmachende) Pilze eingesetzt werden, im Fall von Candida albicans “hemmte das Öl die Biofilm-Bildung durch den fakultativ pathogenen Hefepilz genauso wirksam wie Nystatin und Fluconazol.” Weitere Pilze, welche das Öl gar nicht leiden können sind beispielsweise
- Aspergillus aegypticus
- Penicillium cyclopium
- Penicillium interdigitatum
- Trichoderma viride
- Epidermophyton interdigitale
- Microsporum canis
In der aktuellen (Sonder-)Ausgabe der Zeitschrift für Phytotherapie wird von einer Studie berichtet, in welcher es bei 1200 Personen mit Kontaktallergien eine 5%-ige Mischung des ätherischen Öles mit Vaseline (!!!) zu keiner allergischen Reaktion kam, was aufgrund der 75% Linalool im Öl hätte erwartet werden können, wenn man der aktuellen vorgeschriebenen Deklaration auf Kosmetika glauben würde. (Es wird für Kosmetika die Linalool enthalten gefordert, dass Linalool als Allergen aufgelistet wird.) Bei 40 Probanden wurde 1%-iges Korianderöl im okklusiven Patchtest untersucht und es kam auch nicht zu Unverträglichkeitsreaktionen. Das süßlich-holzig duftende und äußerst verträgliche Öl wird also für Anwendungen bei folgenden Indikationen empfohlen:
- Impetigo
- Candidose
- Intertrigo
- Neurodermitis
- Juckreiz
Casetti F, Wölfle U, Augustin M, Frank U, Schempp C: Einsatz von Korianderöl in der Dermatologie. Zeitschrift für Phytotherapie 2012; 33 (Suppl. 1). Eine weitere neue Studie aus der Universitäts-Hautklinik Freiburg befasst sich der antimikrobiellen Wirkung von Korianderöl: Casetti F, Bartelke S, Biehler K, Augustin M, Schempp CM, Frank U (2011) Antimicrobial activity against bacteria with dermatological relevance and skin tolerance of the essential oil from Coriandrum sativum L. fruits. Phytother Res 25: 2011 Aug 4., auch ein Artikel der Forscher um Professor Dr. Christoph Schempp vom letzten Jahr zeigt die Heilmöglichkeiten mit diesem Öl auf: Schempp CM, Wölfle U, Rispens JA, Schaette R (2011) Koriander (Coriandrum sativum L.) – ein heilkräftiger und antimikrobiell wirksamer mediterraner Doldenblütler. Der Merkurstab 64 (4):339-345.
Besonders fein duftend finde ich eine Rarität, die durch CO2-Extraktion gewonnen wird, manchmal wird sie bei Feeling angeboten, derzeit befindet sich “nur” das destillierte Korianderöl (Klick auf gefettetes Wort!) im Web-Shop, nachfragen lohnt sich jedoch, da es auch als feines, antioxidativ wirksames Gewürz in der Aromaküche eingesetzt werden kann. Bei der nächsten Amazonbestellung kann auch das feine Korianderöl von Taoasis mitbestellt werden (danke für die kleinen Provisionen an all die engagierten BestellerInnen der letzten Wochen!!!
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Es ist also an der Zeit, diesem wohltätigen “Lavendel auf der Familie der Sellerie-Fenchel-Kümmelgewächsefamilie” mehr Beachtung zu schenken!
pflanzenöle – grundbaustein für die lebensfunktionen
Wir Naturheilfreunde und Befürworter einer möglichst natürlichen Ernährung und Körperkosmetik werden schon mal schräg angesehen. Menschen, die sich nicht viele Gedanken um ihre Nahrung und die mögliche Ursache von Beschwerden und Krankheiten haben, betrachten uns bisweilen als so eine Art Müsli-Fakire. Andere bewundern uns und meinen, dass wir tagtäglich vor dem Kühlschrank und am Herd Heldentaten vollbringen. Sie meinen, dass sie selbst nicht so eine Disziplin hätten. Dass jemand Geschmacksvergnügen und wirklich Freude an naturbelassener Vielfalt haben kann, erscheint Außenstehenden eher seltsam. Und dass sich gar jemand über das hier abgebildete Geburtstagsgeschenk so richtig freuen kann, kommt manchen Kritikern ziemlich befremdlich vor.
Wenn Laien sich ein kleine wenig damit beschäftigen würden, wie wesentlich gute Fette, Öle und die jeweiligen Nahrungsmittel derselbigen für unsere Gesundheit sind, hätte sie vielleicht auch mehr Freude daran. In den Siebziger Jahren ist uns (und unseren Eltern) mit viel Geld und in einer breit angelegten, weltweiten Werbekampagne ins Gehirn gehämmert worden, dass nur Margarine uns vor dem Herztod bewahren kann, dass nur durch wissenschaftliche Erkenntnisse eine Brot- und Kochschmiere entstehen konnte, die uns nicht fett machen und darüber hinaus noch den Cholesterinspiegel gesundheitsbringend beeinflussen soll. Alle anderen Fette hätten den vorzeitigen Tod durch Fettleibigkeit im Schlepptau, “Fett ist ungesund und macht fett” lautet seitdem die Devise.
Dass native Pflanzeöle, Nüsse, Samen und manche Früchte (Sanddorn, Avocado) vielfältige Naturapotheken in sich bergen, wird erst ganz langsam wieder bekannt. Auch werden diese “fetten Öle” seit gut 20 Jahren in der Aromapflege und -Therapie als Träger- und Verdünnungssubstanzen eingesetzt, doch um den jeweiligen therapeutischen Wert einiger dieser goldenen (oder roten oder grünen) Flüssigkeiten ist immer noch recht wenig bekannt. Wäre das nicht so, könnte sicherlich ein Heilgebiet entstehen, das man Oliotherapie nennen müsste. Denn hat man die richtigen fetten Pflanzenöle, sind ätherische Öle manchmal gar nicht nötig. Das ist vor allem für den Bereich der Seniorenpflege interessant, wo der Siegeszug der ätherischen Öle noch sehr schleppend vor sich geht. Überall dort, wo die Implementierung der Aromapflege auf starken Widerstand stößt, könnte ein erster Schritt mit der Oliotherapie oder Oliopflege getan werden. Bei Venenproblemen und vereiterten Wunden könnte man mit dem grandiosen Vielkönner Calophyllumöl große Hilfe leisten, bei trockenen Schleimhäuten, Magengeschwüren und dem Hand-Fuß-Syndrom wäre den PatientInnen mit Sanddornfruchtfleischöl enorm geholfen, bei Neurodermitisbeschwerden hätte man in Argan-, Nachtkerzen- und Borretschsämenöl kraftvolle Verbündete. Akne und Narben könnte man erfolgreich mit Hagebuttenkernöl begegnen und immungeschwächten und gar an Krebs erkrankten Menschen würde man mit Schwarzkümmelöl wieder auf die Sprünge helfen. Ekzematische Haut reagiert hervorragend auf ein gekonntes Gemisch aus einigen Ölen. Eine Kur mit feinstem, frisch gepresstem Bio-Leinöl bringt den ganzen Organismus wieder auf Trab. Man müsste sich dann nicht – wie bei der Pflege mit ätherischen Ölen – peinlich genau mit Verdünnungsvorschriften herumschlagen und bräuchte sich auch nicht mit möglichen Kontraindikationen oder Patientengruppen, welche ätherische Öle eventuell nicht vertragen würden, befassen. Man müsste allenfalls Allergien abfragen, aber dieses Gebiet muss in der Anamnese ohnehin abgeklärt werden.
Die Liste der Indikationen für für viele Pflanzenöle ist so unglaublich vielfältig und lang, dass Feeling mich gebeten hat, einen Zweitages-Kurs für alle InteressentInnen in Wien zu diesem Thema anzubieten (17. und 18. März 2012 im Springerschlössl). Ich habe mich seit meinem Schwerpunkt-Abitur in Ökotrophologie (Ernährungswissenschaft) intensiv mit diesem Thema beschäftigt, habe bei einem Marketingexperten Psychologie studiert, der die Margarinekampagne mit ins Leben gerufen hat (und der berichtete, mit welchen Lügen und Übertreibungen diese verbunden war). Ich zähle die “Fette-Öle-Bibel” Fats that Heal – Fats that Kill von Udo Erasmus (leider nur auf englisch) zu meinen besten Büchern über Ernährung (wie auch viele Rezensenten bei Amazon). Aber ich liebe auch das wunderbare Buch von Ruth von Braunschweig Pflanzenöle – Qualität, Anwendung und Wirkung, in dem viele einfache und schnell umsetzbare Rezepturen nachzulesen sind. Sie beschreibt auch jedes bekanntere Pflanzenöl fundiert und doch für jedermann und jederfrau gut verständlich. Pflanzenöle, richtig angewendet, machen nicht fett, im Gegenteil, einige Fettsäuren helfen beim Entschlacken und Abnehmen, da sie sehr stoffwechselaktiv sind. Pflanzenöle sind der Grundbaustein für alle Zellen und werden vom Körper bei vielen Aufbauvorgängen benötigt, sie gehören in jede Ernährung, der menschliche Körper ist seit Urzeiten auf sie angewiesen. Und wenn es nur fünf oder sechs nicht geröstete und pestizidfreie (nicht oder wenig gesalzene) Nüsse und/oder Mandeln am Tag sind. Nur weil diese “Medizin” überall zu kaufen ist und relativ preiswert ist, ist sie noch lange nicht unwirksam! (Ölefotos: Christine Steiner)
karottensamenöl bei hautproblemen
Gerade erst habe ich den blühenden wilden Möhren einen Blogtext gewidmet und schon neigt sich deren Saison dem Ende zu. So möchte ich euch das Feuerwerk der wirklich hübschen Blumen nicht vorenthalten, denn nun sieht man wirklich, woraus das ätherische Öl destilliert wird.
Es wird aus den putzigen “stacheligen” winzigen Samen hergestellt. Sie schmecken eigenartig erdig, dill-ähnlich mit einer Spur Eukalyptusgeschmack.
Nachdem sich alle Schirmchen der Blüte zur Mitte hin gewendet haben, sie bilden nun ein schützendes Nest (für was eigentlich???)
Und nachdem jeder einzelne Same braun-knusprig-trocken geworden ist. Irgendwie wirken sie wie ein Haufen winziger Insekten, Schildläuse vielleicht.
Ob das Öl gegen Krabbeltierchen wirksam sein könnte? Die chemische Zusammensetzung, reichlich Sesquiterpenverbindungen, spricht dafür. Ich habe es jedoch noch nie so eingesetzt. Jedoch wirkt es gegen Hauterscheinungen, schuppige, eben “stachelige” Haut; Haut die Schutz benötigt, die von Wind, Kälte, Sorgen, Stress angreifbar geworden ist. Die ihre Aufgabe als “Spiegel der Seele” zu ernst nimmt und bei jeder kleinsten Aufregung “aufblüht”. Und so kaum mehr das schützen kann, was darunter liegt. Weil man die schützende Schicht ständig aufkratzen möchte. In diesem ganzen Bereich ist Karottensamenöl fast unschlagbar.
PS Im neuen Blog von Christine Lamontain geht es um Integrale Osmologie, sie stellte kürzlich auch die spitzenartigen Blüten der Wilden Möhre vor: Das Olfaktorische Duftgespräch.
A rather rare essential oil is distilled from the tiny seeds of the wild carrot (Daucus carota). It has an excellent action against sore and itchy skin, it is ideally suited for skin which needs protection – like the flower which builds up a kind of a nest over the summer.
carrier oils as healing substances
Wer kann japanisch? Ich nicht! Trotzdem ist ein Artikel von mir über fette Öle und ihre heilenden Eigenschaften in einer der renommierten Fachzeitschriften erschienen: Aromatopia.
Diese Information widme ich also meiner bislang einzigen japanischen Kursteilnehmerin (in München) und derjenigen, die im Land der aufgehenden Sonne die wahre Räucherzermonie erlernte (in Zürich). Und natürlich meiner fleißigen Übersetzerin, die sich auch durch mein Fachbuch “quälte” (in Tokyo).
Do you speak Japanese? I don’t – but even though an article about the healing virtues of vegetable oils was published in the Japanese magazine Aromatopia recently.
Immerhin ist mein Name in lateinischer Schrift zu finden!
Avocado-Wundersalbe – oder auch nicht

In der FAZ vom 25. Oktober bekommt man im Artikel Rosarot ist die Hoffnung über die Zulassung oder Nicht-Zulassung einer schlichten Salbe aus Vitamin B12 und Avocadoöl einen guten Eindruck, wie über solche Mittel gedacht, geprüft, berichtet und geschrieben wird. Es geht vor allem darum, ob es sich bei diesem Produkt um ein Medikament oder um ein Medizinprodukt handelt, was bei den Zulassungverfahren einen riesigen Unterschied – vor allem finanzieller Natur – ausmacht. Bei Medikamenten sind jahrelange, wenn nicht sogar ein Jahrzehnt lange Sicherheits- und Wirksamkeitsnachweise nötig und es können bis zu dreistellige Millionen-Euro-Beträge dabei benötigt werden. Dafür darf bei Erfolg mit dem Hinweis oder gar Versprechen “wirkt gegen Krankheit x y” oder “heilt yx-itis” geworben werden. Medizinprodukte benötigen nur eine eine Erlaubnis – eventuell mit dem Nachweis, dass sie nicht schädigend wirken.
In dem langen Artikel fiel mir ein Satz eines Dermatologen ins Auge, der tief blicken lässt: Markus Stücker, der das Produkt prinzipiell positiv sieht: “Wenn jetzt allerdings rüberkommt, dass es ein Allheilmittel gegen Neurodermitis und Schuppenflechte gibt, das alle anderen überflüssig macht, wäre das schädlich.”
Das erinnert an die vergeblichen Kämpfer an der Medizinfront, die eine recht sichere und nebenwirkungsarme Prophylaxe gegen Malaria durchsetzen wollten oder kürzlich der deutsche Arzt, der ein Verfahren entwickelt hat, um ohne Stanzbiopsie Prostatakrebs viel sicherer nachweisen zu können, als es mit der herkömmlichen Methode möglich ist. Er wurde fertig gemacht und hat inzwischen von seinem Vorhaben Abstand genommen. Bitter für all die Männer, bei denen in Zukunft weiter gestanzt wird. (Weiß jemand, wo darüber berichtet wurde? Ich habe es vor zwei oder drei Wochen gelesen, weiß aber nicht mehr wo.)

Auch obiger Satz aus dem Deutschen Ärzteblatt ist ein guter Einblick in die Abgründe des westlich-kapitalistisch orientierten Gesundheitssystemes. Ich habe ihn seit vielen Jahren als eine Art Mahnmal über meinem Schreibtisch hängen.
Nicht dass wir uns missverstehen: Ich habe durchaus nichts gegen einen sinnvollen und angebrachten Einsatz der modernen Medizin. Gerade wenn es um lebensrettende Maßnahmen geht, kann man mit modernen Methoden zweifelsfrei oft schneller agieren als mit naturheilkundlichen Methoden. Mich ärgert nur die Arroganz und die Gier, mit welcher Menschen als Versuchskaninchen und Dukatenesel betrachtet und gewünscht werden.
Zurück zur einfachen Avocadosalbe, hier ist das Selbermachen einfach, preiswert und in den meisten Fällen hilfreich. Man mische in einem peinlich sauberen Schraubgläschen in einem nicht zu heißem Wasserbad (45 Grad C reichen aus) oder auf einem Heizkörper folgende Öle:
- 30 ml Sheabutter (hoher Anteil an Unverseifbarem, macht die oberste Hautschicht weich und wirkt entzündungshemmend)
- 15 ml Avocadoöl (mittlerer Anteil an Unverseifbarem, macht die Haut weich und wirkt entzündungshemmend)
- 30 ml Nachkerzenöl (oder Borretschsamenöl) (enthalten einen hohen Anteil an dreifach ungesättigten Fettsäuren, welche die Elastizität der Haut wieder herstellen können und dem Juckreiz entgegen wirken können)
- 2 ml Sanddornöl (sehr vitaminreich, auch Vitamin B12, schützt vor freien Sauerstoffradikalen im Blut, die bei Neurodermitis das Krankheitsgeschehen verschlimmern)
wenn gewünscht, nach Abkühlen dazugeben:
- drei Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
- ein Tropfen Kamille blau (Matricaria recutita) oder Rose (Rosa damascena destilliert)
- ein Tropfen Weihrauch (Boswellia serrata oder B. sacra)
- ein Tropfen Cistrose (Cistus ladanifer) (danke Thomas !)
Nur mit sauberem Spatel entnehmen und spätestens nach drei Monaten aufbrauchen. Bei starken Juckreiz betroffene Stellen vorher mit alkoholfreiem Rosenhydrolat befeuchten und dann Salbe vorsichtig einreiben. Diese Salbe pflegt auch “einfach so” bei wintertrockener und empfindlicher Haut.
Karottensamen

Momental blühen auf fast allen einigermaßen intakten Wiesen die wilden Karotten. Aus den entstehenden Früchten (=Samen) wird eines hautpflegendsten ätherischen Öle destilliert.

Es duftet zwar nicht umwerfend, darum ist das Öl auch bei vielen Firmen verschwunden, zu ladenhüterig, doch es lässt sich hervorragend mit Lavendel und anderen hautpflegenden Ölen kombinieren. Es ist eines der hautregenerierendsten ätherischen Öle, da es sehr reich and milden und entzündungshemmenden Sesquiterpenverbindungen ist.







