selbsthilfe mit duften helfern


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieHeute vormittag kam eine so süße Erfolgsmeldung, dass ich sie unbedingt mit euch teilen möchte (mit der Einwilligung der Verfasserin und des Betroffenen). ‘Bastelfee’ ist seit einigen Jahren eine engagierte und dankbare Aromaenthusiastin, sie ist bereits Großmutter und betüddelt ihre ganze Familie, wo immer gewünscht und benötigt, mit ätherischen Ölen. Ich möchte allen Mut machen, die meinen, sie seien “erst” Anfänger” und könnten nicht wirklich etwas tun. Es ist nicht schwer, wertvolle Unterstützung beim Gesundwerden zu geben, vor allem wenn man sich gut kennt.

Liebe Eliane,
das muß ich Dir schnell mailen. Vor zwei Tagen bekam mein Mann plötzlich, nachdem er ins Bett gegangen war, sehr starken Schüttelfrost ohne Fieber, fast die ganze Nacht hindurch.
Den darauffolgenden Tag war er sehr schlapp. Abends kam plötzlich Fieber 39,4°C. Ich habe gemault - immer abends. Ich nahm mir nochmals Dein “rosa Buch” zur Hand und fand entsprechende Hinweise, um Viren zu bekämpfen. Kenne ich ja eigentlich schon, aber in der “Not” hat man plötzlich ein Brett vor dem Kopf. Kurze Rede – mein Mann bekam Ravintsara auf ein Tuch (jede Stunde neue Tropfen). Wie Zauberei – in null komma nix war die Temperatur auf Normalmaß. Dazu habe ich dann einen Diffuser mit Ravintsara, Zitronenmyrte und Melisse (jeweils 1 Tropfen) angestellt. Heute kommt noch Thymian (Linalool) dazu. Evtl. werde ich ihm noch mit Deinem Rezept “schneller als Pudding kochen” (Husten- und Brustsalbe) die Brust und den Rücken einreiben. Husten und Schnupfen hat er zwar nicht, aber ……. Mein Mann ist sehr schlapp, aber das Fieber hat sich verflüchtigt. Es ist schön, dass es Dich gibt und Dein großer Schatz an Heilwissen. Ich knuddel Dich. Liebe Grüße von Bastelfee

Ich muss sagen, die Auswahl der ätherischen Öle klingt tatsächlich goldrichtig, um Viren das Handwerk zu legen und der Erfolg spricht ja für sich. Zudem ist das eine fein duftende Kombination. Was mich allerdings wundert, ist die Tatsache, dass es sooo schnell bergauf ging. Aber bei einer sooo liebevollen und engagierte Betreuung ist das wohl kein Wunder. Gute weitere Besserung an Mister Bastelfee – und noch mindestens drei Tage weiter schmieren und beduften!

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieGerne höre ich von euren Erfolgsgeschichten, um sie hier vorzustellen.Ich bin nur Laie und kann hier nicht mithalten” gilt nicht! Ich bin nämlich mit der Etappe 2 der Seminar- und Gästehausrenovierung beschäftigt. Da hier bereits fast alle Kamelienbäume und auch schon viele Narzissen an den Straßenrändern blühen, ist der Frühling mehr als nah und damit auch die Gästesaison. Und die sollen es bei uns wirklich gemütlich haben, so pinsele und nähe und schraube ich mit Freuden! Gestern sah der Blick aus dem Seminar- und Frühstücksraum so aus. Wer noch kommen möchte: nur noch in der Anfang-Mai-Duft-Erlebniswoche, wenn fast alle Rhododendren ihr Feuerwerk gleichzeitig entfalten und Osmanthussträucher sowie die weiße Duftmagnolie (Michelia) blühen, sind noch etliche Plätze zu haben, ansonsten sind nur noch ein und zwei Plätze in den anderen drei Duftwochen frei. Vielen Dank an alle, die sich bereits angemeldet haben. [Foto Rosenblütenblätter: Antje Wendel]

PS Das ‘rosa Buch’ hatte ähnlich wie beim Foto oben rosa Rosenblütenblätter in einer Schale auf dem Titelbild, nun in der zweiten Auflage ist eine Frangipaniblüte in einer schwarzen Schale als Covermotiv zu sehen.

patchouliöl – das beste mittel bei hautproblemen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch recherchiere gerade für einen Artikel für eine japanische Fachzeitschrift, die Redaktion wünscht sich ganz viele Informationen über eines meiner Lieblingsöle. Der unscheinbare tropische Strauch mit den brennesselartigen Blättern stand Pate für mein Firmenlogo: Patchouli, Pogostemon cablin (Benth.). Dieser Name beinhaltet das griechischen Wörter pogos für Bart und stemon für Faden/Staublatt (welche leicht behaart wie viele Teile der Pflanze sind). Es gibt bis zu knapp 100 Arten in dieser Gattung der Lippenblütengewächse, sie wird auf englisch zu den “East Indian mints” gezählt (Indische Minze). Der Name Patchouli kommt aus dem Tamil (Sprache u.a. in Sri Lanka) und bedeutet grün (pachchai) und Blatt (ilai).

Die gezahnten etwas behaarten Blätter werden getrocknet und fermentiert und zu einem dunkelbraunen, im Alter sehr zähflüssigen Öl destilliert. Aufgrund des recht deutlichen Duftes – manche empfinden ihn sogar als penetranten Gestank – findet dieses bestens haltbare und babymilde Öl leider nie den Weg in Pflegeeinrichtungen. In bester Qualität, gut gereift und verdünnt kann man jedoch viele Duftfacetten riechen: blumig, süß, balsamisch. Mit Lavendel (und Vanille) gemischt ist es ein hervorragendes und preiswertes Hautheilungsöl, das fast nie seine Wirkung verfehlt.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

In der Hippiezeit der 1968-Bewegung war dieser Duft (meistens in synthetischer Form) ein riechbarer Protest gegen das Establishment und das Spießertum. Das Thema Abgrenzung spiegelte sich in diesem “Abwehr-Parfüm” wider, auch bei Hautkrankheiten schreit oft die Seele nach Abgrenzung. Das sanfte Patchouliöl kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein. Auch auf anderen Gebieten steht einem dieses gutmütige Öl erfolgreich zur Seite: In einer recht neuen japanischen Studie wurde die Empfindlichkeit diverser Grippeviren-Stämme auf einen methanolischen Extrakt von Patchouliblättern untersucht. Der Hauptinhaltsstoff (auch des ätherischen Öles), ein Sesquiterpenalkohol, hat 99,8% der H1N1-Viren den Garaus gemacht (in vitro= Labortests). [Kiyohara H, Ichino C, Kawamura Y, Nagai T, Sato N, Yamada H. Patchouli alcohol: in vitro direct anti-influenza virus sesquiterpene in Pogostemon cablin Benth. J Nat Med. 2012 Jan;66(1):55-61.] Dieses Öl sollte viel mehr eingesetzt werden!

Übrigens rochen vor gut 100 Jahren edle Kaschmir- und andere Wollerzeugnisse immer nach Patchouli, es ist eines der wirksamsten Mottenabschreckungsmittel. Irgendwann wurde dieser Duft dann mit “exotisch, edel und teuer” assoziiert (und auch Billiges damit “aufgewertet”). Zur Abschreckung der gefräßigen Larven, die demnächst wieder auf Beutezug gehen werden, kann man die getrockneten Blätter einfach im Schrank verteilen oder Stoffsäckchen nähen und mit Lavendelblüten und Patchouliblättern füllen. Es gibt sie in guter Qualität beispielsweise von Berk als Räucherware zu kaufen. Die Pflanze gibt es auch im Blumentopf bei Rühlemanns zu bestellen, sie braucht ein sehr warmes Plätzchen im Haus und im Sommer sollte sie draußen stehen dürfen und muss oft gegossen werden. Hier noch eine aktuelle Anekdote: Demnächst erscheint eine He-Man-Figur namens Stinkor, das ist eine Spielzeugfigur des Spielzeugherstellers Mattel. Diese skunk-ähnliche Kreatur wird nach Patchouli riechen….

aromatherapie mit zitronenmyrte bei dellwarzen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch bekomme immer wieder Anfragen, ob man Dellwarzen (Molluscum contagiosum) mit ätherischen Ölen besiegen kann. Ich hatte auf meiner Website mal darüber geschrieben. Die mit Flüssigkeit gefüllten und sehr ansteckenden Pusteln (die streng genommen keine Warzen sind) werden von Viren ausgelöst, sie kommen oft bei Kindern vor, jedoch auch bei Erwachsenen im Intimbereich. Für die Anwendung im Nicht-Schleimhautbereich zeigte eine australische Studie mit Dellwarzen an Kinderhaut, dass das wundervoll duftende ätherische Öl der Zitronenmyrte (Backhousia citriodora) recht erfolgreich eingesetzt werden kann. Sie ist eine der wenigen Duftpflanzen mit von mir geliebten ätherischen Ölen, die ich noch nicht ‘life’ erleben konnte und somit auch noch nicht fotografiert habe. Da sie ein wichtiges Gewürz in der ost-australischen Küche ist, stellt der bekannte Gewürze-Experte Gernot Katzer sie in seinem Buch Picantissimo vor. Die frischen oder getrockneten Blätter werden wie Lorbeerblätter zum Würzen von süßen und deftigen Speisen verwendet.

Allerdings wurde in der Studie das Öl an den 31 durchschnittlich 4,6 Jahre jungen PatientInnen 10%-ig verdünnt, das würde ich ohne fachliche Aufsicht nicht tun, also maximal 5% mit sehr frischem Zitronenmyrte-Öl in Aloe vera-Gel verdünnen und auch nur sehr lokal mit Wattestäbchen aufgetragen. Das Öl kann durch seinen hohen Citralgehalt schnell oxidieren und wenn es zu alt ist, die Haut stark reizen und zu Allergien führen. Eventuell 1:1 mit Lavendel mischen, also beispielsweise 3 Tr. Zitronenmyrte und 4 Tropfen Lavendel in 10 ml Aloe vera Gel. Das ist eine höhere als für Kinder übliche Dosierung, jedoch sind die auslösenden Viren auch hartnäckig.

Je nach Empfindlichkeit der kleinen Patienten eventuell nur die ersten drei bis fünf Behandlungen mit 5%-iger Verdünnung vornehmen, dann reduzieren. Beharrlichkeit ist sicherlich wichtiger als hohe Dosierung, also mindestens 10 Tage und bis zu drei oder vier Wochen anwenden. Eventuell zwischen diesen Anwendungen die betroffenen Stellen mit etwas Mandelöl “beruhigen”. In der Studie wurde diese 10%-ige Mischung (mit Olivenöl) an 16 Kindern 21 Tage lang angewendet, die Kontrollgruppe von 16 Kindern wurde mit reinem Olivenöl behandelt. Bei 9 der 16 Kinder der Zitronenmyrtengruppe waren mehr als 90% der Pusteln verschwunden, bei der Olivenölgruppe war keinerlei Erfolg zu verzeichnen. [Essential oil of Australian lemon myrtle (Backhousia citriodora) in the treatment of molluscum contagiosum in children. Burke BE, Baillie JE, Olson RD. Biomed Pharmacother. 2004 May;58(4):245-7.]

tag des ätherischen öles in linz


Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy12. November 2011, Samstag, Tag des ätherischen Öles, Linz/Österreich. Inzwischen eine Tradition in Österreich und eine gute sowie bezahlbare Möglichkeit, sein Aromawissen einmal jährlich aufzufrischen. Insbesondere die Erkenntnisse von Prof. Dr. Jürgen Reichling (Foto) sollte man sich unbedingt anhören, er und sein Team forschen seit Langem an der Uni Heidelberg an den antiviralen Einsatzmöglichkeiten von ätherischen Ölen. Die Themen dieses Jahr:

  • Begrüßung durch Gertrude Kralik
  • Claudia Arbeithuber: „Sinn und Sinnlichkeit: von der Sprache der Symbolik“
  • Sabine Pohl: „Mazerate und fette Öle aus Sicht des Produzenten“
  • Conny Mögel: „Haut – Hautpflege – Hauttherapie“
  • Ruth von Braunschweig: „Neue Erkenntnisse der Wissenschaft“
  •  Gabriele Sievers: „Aromapfote – von äÖ bei Tieren“
  • Dorothea Hamm: „Aromatogramme – Auswertung langjähriger Erfahrungen und Daten“
  • Jürgen Reichling: “Ätherische Öle als Phyto-Antiinfektiva – neuere experimentelle und klinische Untersuchungen”

zitronen-teebaum, ein besonderes ätherisches öl


Gestern stattete ich der relativ neuen Dorf-Apotheke meinen ersten Besuch ab. Sie ist sozusagen ein winziger Tante-Emma-Laden für Gesundheit und Schönheit – das Dorf hat maximal 600 Einwohner (im Winter eher weniger). Womit ich so ganz und gar nicht gerechnet hatte: Es gibt dort ein nicht schlechtes Sortiment an ätherischen Ölen der (in der englischsprachigen Welt) sehr bekannten Marke Tisserand (gegründet von Robert Tisserand). Ich kaufte ein Öl, das bislang in meiner umfangreichen Sammlung fehlte: Zitronen-Teebaum (lemon tea-tree, Leptospermum petersonii F.M. Bail., früher Leptospermum citratum). Das Öl stammt aus den Blättern eines circa 4 Meter hohen und 3 Meter breiten Groß-Strauches, der in warmen Klimazonen gerne als kleiner Straßenbaum kultiviert wird. Der Duft liegt irgendwo zwischen Melisse und Citronella, eine Ahnung Rosengeranie schimmert auch noch durch. Also wunderbar zum Insekten verscheuchen, den. der Hauptinhaltsstoff ist in diesem Chemotyp laut meiner Nase Citronellal. Andere Chemotypen enthalten mehr Geranial [bis 30 Prozent] und Neral [bis 37 Prozent] (zusammen Citral genannt). Bereits 1942 wurde dieses Öl vom australischen Wissenschaftler Penfold als antibakteriell eingestuft. Inzwischen wird die Pflanze nicht nur dort sondern auch im Süden Afrikas und in Guatemala angebaut.

Aber was kann dieser enge Verwandte des Manukabaumes noch? Natürlich, wie alle aldehydreichen Öle in starker Verdünnung wirkt es beruhigend und entzündungshemmend. Insbesondere virale Erkrankungen vom Schnupfen über die Grippe und viele Kinderkrankheiten können damit begleitet werden. Herpesviren, insbesondere in Warzen, dürften das Öl gar nicht schätzen. In Australien wird es gerne in Ergänzung zu Teebaum verwendet, um die Wirkung zu verstärken und um den eher ‘medizinischen’ Duft abzurunden. Wer mehr wissen möchte und englisch kann, sollte bei Bush Sense und auf der wundervoll informativen Seite von Christopher MacMahon nachlesen (bei dem man auch seltene Blütendüfte in bester Qualität bestellen kann, er importiert nach seinen zahlreichen Indien-Besuchen selbst).

In einer Studie von 2009 kann man nachlesen, dass dieses Öl ein spannendes Gebiet für Aspergillosen der Lunge sein könnte, insbesondere Menschen, die mit Cystischer Fibrose (Mukoviszidose) zu kämpfen haben, werden oft von diesem tückischen Pilz angegriffen. Das Öl wurde in vitro und in Tierexpirimenten (Inhalation) untersucht und für hervorragend wirksam befunden – besser als handelsübliche Medikamente, die derzeit eingesetzt werden –  zudem wirkt es nicht toxisch. [Hood JR, Burton D, WilkinsonJM, Cavanagh HMA. Antifungal activity of Leptospermum petersonii oil volatiles against Aspergillus spp. in vitro and in vivo. Oxford JournalsMedicineJournal of Antimicrobial Chemotherapy Volume6, Issue2;285-288]

PS. Für die Aroma-Anfängerinnen unter Ihnen gibt es einen sehr ausführlichen Übersichts-Artikel der bekannten Autorin und Hebamme Ingeborg Stadelmann hier zu lesen. Danke Marta für den Tipp!

salben rühren


Meistens füllen wir Laien Cremes und Salben, die wir für den Hausgebrauch herstellen, in kleine Glas- oder Kunststoff-Tiegel. Hygienischer ist es jedoch allemal, wenn man Tuben verwendet. So kontaminieren die Finger das kostbare Produkt bei jeder Entnahme nur geringfügig. Im Kurs wurde der Ablauf und vor allem das Zukneifen der Aluminiumtuben geübt.

Eine Gruppe machte eine pflegende Nasensalbe, die zweite Gruppe befasste sich mit einer Lippensalbe, die antiviral wirkt (mit Melissenöl und Calophyllumöl).

Calophyllumöl wird zusammen mit anderen fetten Ölen erwärmt.

Sheabutter wird vorsichtig geschmolzen, sie verleiht den Salben eine fest-schmierbare Konsistenz, zudem wirkt sie enorm pflegend bei trockenen und rauen Hautsstellen.

Das Eingießen des Öles war etwas fummelig, zu Hause arbeitet man besser mit Bechergläsern mit Ausgießer, die Öle erwärmt man eher im Wasserbad (bei großen Mengen dauert das allerdings “ewig”).

Kniffelig ist das Zusammendrücken der Enden der Tuben, zuerst “fädelt” man die zusammengedrückte Tubenseite in einen der Schlitze ein, dann knickt man das ganze nochmals und nochmals. Dicht und sauber!

Schönes zum Ausprobieren zu Hause.

Nach drei Tagen Kurs waren die Nasen ziemlich überfordert!

PS Tuben in Kleinmengen erhält man beispielsweise bei Duft und Schönheit (München, Sendlinger Straße oder per Online-Bestellung), größere Mengen gibt es dort, wo es auch ein riesiges Sortiment an Flaschen und Cremedosen gibt: Rosa Heinz

Flächendesinfektion mit ätherischen Ölen


Seit fast zwanzig Jahren unterrichte ich Krankenpflegende und HeilpraktikerInnen, manchmal auch ÄrztInnen, im Umgang mit ätherischen Ölen. Eine der wichtigsten Eigenschaften, so lernen sie alle, ist die mit relativ einfachen Mitteln nachweisbare Wirkung der meisten duften Pflanzenmoleküle gegen Mikroben. So stellte sich schon manche(r) die Frage, warum darf ich in der Klinik oder in meiner Praxis keine Flächendesinfektion mit ätherischen Ölen machen? Vorschrift ist Vorschrift und bestimmte Anforderungen an die Desinfektion müssen in öffentlichen Institutionen diversen europäischen Normen entsprechen. Ich hörte von so manchen unerfreulichen ‘Grabenkämpfchen’ mit den Beauftragten der Mikrobiologie.

Nun hat eine Firma für biologische Reinigungsmittel reagiert und ein Spray zur Flächendesinfektion hergestellt und es gemäß den gesetzlichen Vorschriften durchtesten lassen. Es wirkt sogar nachgewiesenermaßen gegen H1N1-Viren, dazu rückt es anderen Grippeviren, Herpes, HIV an ihre freche Zellmembran und auch viele Pilze, Hefen sowie Bakterien wie Salmonellen und Colibakterien müssen laut Hersteller nun das Fürchten auch von Nicht-Chemiekeulen lernen. Vielleicht ist dies ein kleiner stiller Anfang, dass Resistenzen von Keimen in Heil- und Pflegeeinrichtungen endlich eingedämmt werden. Damit irgendwann mal keiner mehr an Sekundärinfektionen durch MRSA und anderen ‘Viechern’ sterben muss, sondern allenfalls an seiner ursprünglichen Erkrankung. Hier der Originaltext der Firma Sonett:
Laut Gutachten vom 4.11.2009 ist die Sonett Flächendesinfektion „ wirksam gegen alle menschlichen und tierischen Grippe Erreger, einschließlich H5N1 und H1N1“.
Wir möchten dies zum Anlass nehmen Sie über das Wirkungsspektrum, die Anwendungsbereiche und die Zusammensetzung der SONETT FLÄCHENDESINFEKTION zu informieren für den Einsatz in Heimen, Schulen, Kindergärten, Großküchen und Lebensmittel verarbeitenden Betrieben.
1. Anwendungsbereiche:
Die SONETT FLÄCHENDESINFEKTION ist eine gebrauchsfertige Lösung, die im Sprüh- oder Wischverfahren eingesetzt werden kann. Ihr Einsatzbereich sind Arbeitsflächen und Geräte im Sanitärbereich, Großküche und Lebensmittel verarbeitende Betriebe.
2. Zusammensetzung:
Wirkstoff: Pflanzlicher Alkohol (Ethanol) 70%, ätherische Öle aus Salbei* und Lavendel*(enthält Linalool*), gewirbeltes Wasser ad 100% [* = aus kontrolliert biologischem Anbau]
3. Wirkungsspektrum:
Gemäß den europäischen Normen EN 1276, EN 1650, EN13697, wirksam gegen Bakterien, Hefen und Pilze
Gemäß Vakziniavirus Gutachten und BVDV Gutachten vom 4.11.2009 wirksam gegen alle behüllten Viren (Auslobung „begrenzt viruzid“). Dies beinhaltet die Wirksamkeit gegen HBV, HCV, HIV, Herpes Simplex sowie alle humanen und animalischen Influenzaviren einschließlich H5N1, H1N1.
SONETT OHG, November 2009 (Abbildungen: Sonett)

Selbstverständlich ist dieses (oder ähnliche Produkte) auch eine prima Maßnahme für den Privat-Haushalt, damit wir bei uns und unseren Kindern weniger Allergien züchten durch fragwürdige antibiotika-ähnliche Desinfektionsstoffe wie Triclosan und die Resistenzen der Mikroben nicht unnötig fördern.
Wie Thomas im MRSA-Beitrag anmerkte: Natürlich sollten wir kein Ende der Antibiotika ausrufen, sondern diese nur noch einsetzen (dürfen), wo sie wirklich nötig sind. Alles andere, vor allem die Reinigung und Vorsorge, kann bestens mit ätherischen Ölen erfolgen. Dafür hat die Natur sie geschaffen, wenn auch ‘nur’ zur Gesundheitspflege der sie produzierenden Pflanzen. Als seit Jahrtausenden ‘pflanzenfressende’ Wesen hat der menschliche Körper diese nützlichen Moleküle jedoch bestens einzusetzen gelernt.

PS zum Kommentar von Anonym: Leider ist das Zeug keine Geldverschwendung, wenn es um die Arbeit an öffentlichen Pflege-Institutionen geht. Die benötigen aus haftungsrechtlichen Gründen bestimmte genormte Nachweise. Und diese Tests mit samt den Stempeln und Zertifikaten kosten leider viel Geld. Natürlich mische ich mir zu Hause meine ähnlichen Mittelchen selbst oder nehme Grapefruitkernextrakt für Desinfektionszwecke, aber Privatverwendung darf nicht mit dem Einsatz in Institutionen verwechselt werden. Und in diesen sind die kranken Menschen oft schier unzumutbaren Hygienevorschriften ausgesetzt, und den daraus folgenden üblen Gerüchen, die der Seele nicht gut tun.

Viren nicht willkommen heißen


Auf meinem anderen Blog habe ich eine Lese-Empfehlung zum Thema Schweinegrippe, Impfungen dagegen und zur wissenschaftlichen Erforschung zu diesem Themenkomplex, höchst schweinig-windig, was uns diverse Autoritäten auftischen wollen. Aber lest selbst!
Übrigens hat die Wissenschaftlerin Dr. Candace Pert, eine der Entdeckerinnen der körpereigenen Opioid-Rezeptoren, herausgefunden, dass Viren nur durch Andocken an Rezeptoren menschliche Zellen infizieren können. Rhinoviren, die für den normalen Schnupfen verantwortlich sind, benutzen dafür unsere Noradrenalin-Rezeptoren. Wenn der Mensch sich pudelwohl fühlt, befindet sich reichlich Noradrenalin in der Nasenschleimhaut. So sind diese Rezeptoren besetzt und die Schnupfenviren haben keine Möglichkeit zum Andocken…. [Kämper H: Neurobiologische Wirkungsweisen von Heilpflanzen. Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift, 2009; 4:16-18]

Herpes simplex, Lippenbläschen und sonstige Viren




Fast 90 Prozent aller Einwohner von Industrienationen sind mit dem Erreger der lästigen und bisweilen sehr schmerzhaften Lippenbläschen infiziert, in der Fachsprache heißt er HSV-1. Sein ‘Vetter’ Herpes simplex 2 (HSV-2) ist für die nicht minder angenehmen Bläschen auf den Genitalschleimhäuten verantwortlich, dieses Virus belästigt immerhin bereits bis zu 30% aller Menschen in Industrienationen. Beide sind nur schwer mit konventionellen Mitteln behandel- und kontrollierbar das sie sich in den Nervenganglien ihrer Wirte ‘verstecken’ und dort vermutlich ein Leben lang verbleiben – meistens inaktiv, doch in Zeiten eines geschwächten Immunsystems beispielsweise wegen Stress oder anderen Erkrankungen schlagen sie dann zu.

Ein Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Heidelberg widmet sich seit vielen Jahren diesem Thema, sie haben sich diesbezüglich vor allem den ätherischen Ölen von Leptospermum scoparium (Manuka), Melaleuca alternifolia (Teebaum) und Melissa officinalis (Echte Melisse) gewidmet. Mit Hilfe einer aufwändigen Methode namens Plaquereduktionstest kann man die Wirkung von Viren im Labor untersuchen und diese drei Öle kristallisierten sich immer wieder als besonders erfolgreich heraus. Man untersuchte nicht nur die eigentliche antivirale Wirkung sondern auch die Entwicklungs- bzw. Angriffstadien der Viren. Ein Vorbehandlung der Wirtszellen mit Manukaöl beispielsweise brachte nichts, doch nach Eindringen in die Wirtszelle konnte HSV-1 durch Manukaöl in der Replikationsphase (wenn er sich also vermehrt) empfindlich gestört werden (41%, es bildete sich weniger die Hälfte der nächsten Generation von Viren). Das heißt im praktischen Leben, dass man die Behandlung mit ätherischen Ölen sofort nach den ersten winzigen Symptomen starten sollte (zB Spannen, Jucken, Hitzegefühl). Ich nehme einfach eine Mischung aus je einen Tropfen Melissen-, Teebaum- und Manukaöl in 5 ml Olivenöl oder Aloe vera-Gel und von dieser Mixtur gebe ich alle 10 Minuten einen Tropfen auf die betreffende Stelle. Oft bricht das Ding erst gar nicht richtig aus. [Schnitzler P, Schuhmacher A, Astani A, Reichling J: Melissa officinalis oil affects infectivity of enveloped herpesviruses. Phytomed 2008 Aug 5;15(9):734-740. Reichling J, Koch C, Stahl-Biskup, E, Sojka C, Schnitzler P: Virucidal Activity of a beta-Triketone-Rich Essential Oil of Leptospermum scoparium (Manuka Oil) Against HSV-1 and HSV-2 in Cell Culture. Planta Med 2005; 71:1123-1127 Schnitzler p, Schön K, Reichling J: Antiviral activity of Australian tea tree oil and eucalyptus oil against herpes simplex virus in cell culture. Pharmazie 2001; 56 4:343-47]



Wer sich über Pflanzen, die gegen die unterschiedlichsten Viren wirken, informieren möchte (und englisch lesen kann), sollte die Übersicht der arabischen Forscher S.A.A. Jassim and M.A. Naji runterladen und zu Gemüte führen: Novel antiviral agents: a medicinal plant perspective. Journal of Applied Microbiology 2003, 95, 412–427. Schon allein deren Quellenverzeichnis gibt zu denken: Viele Forscher untersuchen weltweit die antivirale Wirkung von pflanzlichen Substanzen, oft mit erstaunlichen Erfolgen. Warum werden solche Erfolgsmeldungen nicht an die kleinen Endverbraucher und oft wirklich interessierten Menschen weiter gegeben? (das ist eine rhetorische Frage ;-) )) Ich habe jedenfalls bereits drei der oben genannten WissenschaftlerInnen in Vorträgen erlebt und muss sagen, dass sie einen überaus seriösen und klaren Eindruck machen. Sie wirken nicht wie Ökospinner, Körnerfresser oder irgendwie pflanzenverliebt-abhebende Esoteriker.

PS Es sind immer noch Aromafoto-CDs für 27,50 Euro und einen guten Zweck bestellbar! Wer mehr als die zehnfache Menge, also über 2000 dufte Pflanzenfotos benötigt, kann für 37.50 Euro (inkl. Porto/Verpackung) die Hortus Medicus-Doppel-CD von Thomas Krummer bestellen. Nachdem er von meinem Spendenaufruf gelesen hat, schickte er Beate 15 Stück als Spende, so dass auch dieser Erlös der Reha ihrer verunglückten Labor-Beaglehündin Jeannie zugute kommen wird. Thomas hat hier ein tolles Inhaltsverzeichnis und Beispiele der Fotos gelistet. Auch diese CD ist bestellbar bei Beates Shop. Wer mit der sicheren Bezahlungsmethode Paypal nicht zurecht kommt, kann Beate eine Mail schreiben und erhält dann die ganz normal-altmodische Kontoverbindung.