ätherische öle und kunststoff


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs geht doch nichts über praktisches Anschauungsmaterial! Da hört man immer wieder, dass ätherische Öle Kunststoff angreifen können. Doch wenn man einmal selbst einen Tropfen Mandarinen-, Orangen- oder Zitronenöl in so ein zum “emulgieren” gerne verwendetes Kaffeesahnetöpfchen gegeben hat, und dann beobachtet, in wie wenigen Minuten das Pöttchen zerfressen ist, geht man sicherlich nicht mehr leichtsinnig mit der Aufbewahrung von Ölemischungen um. Ich hatte vor anderthalb Jahren bereits einmal hier ausführlich über dieses Thema geschrieben und wollte heute mal wieder dran erinnern. Denn derzeit schnieft und hustet es überall und sicherlich wird auch mal zur Inhalationsmaschine gegriffen.

Da Billiginhalatoren vom Discounter oder Kaffeeröster sicherlich nicht der Qualität von viel teureren Maschinen aus der Apotheke oder dem Sanitätsfachhandel entsprechen, ist Vorsicht geboten. Man sollte also insbesondere keine Nadelöle und keine Zitrusöle in Geräte geben, wenn sie nicht für ätherische Öle geeignet oder zugelassen sind. Man riskiert einerseits die Zerstörung der Kunststoffteile oder des ganzen Maschinchens, andererseits können wir Laien nicht beurteilen, welche giftigen Anteile im Plastik durch diesen Auflösungsprozess freigesetzt werden und dann mit inhaliert werden.

Ich habe hervorragende Erfahrungen mit der Inhalation von Manukaöl, dieses enthält so gut wie keine Monoterpene (ohne funktionelle Gruppe) und scheint sehr pfleglich mit Kunststoff umzugehen. In unserem Pariboy Inhalator wird ein Tropfen Manukaöl mit circa 2 ml Rosenhydrolat verschüttelt und jeweils damit 3x täglich inhaliert (stark gegen Viren und Bakterien und entzündungshemmend-schmerzlindernd). Auch Kamillenöl ist für diesen Zweck geeignet, sowie alle Öle die weder klebrig sind (wie Benzoe) und die wenig(er als 10 Prozent) Monoterpene enthalten. Im oben abgebildeten “Experiment” vergleichen wir in Kursen unterschiedliche Zitrusöle. Das gezeigte Loch entstand in weniger als 10 Minuten mit Orangenöl. Bergamotteöl richtet kaum Schaden am Kaffeesahnetöpfchen an, auch Lavendelöl verursacht fast keine Auflösungserscheinung, allenfalls eine minimal klebrig-angegriffene Oberfläche (je nach Öl und Dauer). Pfefferminzeöl kann auch Kunststoffe angreifen. Im Zweifelsfalle testet man das ätherische Öl seiner Wahl an einer versteckten/unwichtigen Stelle seines Gefäßes oder Gerätes.

Bestimmte Kosmetikgefäße und auch viele Medizinprodukte sind aus anderem Kunststoff hergestellt, insbesondere typische aromapflegerische Verdünnungen von circa 1 bis 2 Prozent kann man problemlos darin aufbewahren. Gefährdet sind jedoch auch diese dünnen-faltbaren Getränkeflaschen, also niemals selbst gemachte Limonaden darin herstellen und aufbewahren.

limettenöl als aroma und gesundheitsschutz


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch bin ja ein gnadenloser Fan von Limettenöl (Citrus aurantifolia Swingle). Keines meiner ätherischen Öle kann so lebendige und farbige Sommer-Sonne-Urlaubs-Bilder in mir wecken wie dieses! Meistens ist die kalt  aus den grünen Schalen geraspelte Version der “brasilianischen Zitrone” im europäischen Handel, manchmal erhält man auch die furokumarinfreie destillierte Version, die zwar anders riecht jedoch für Anwendungen auf der Haut geeigneter ist, da sie nicht photosensitivierend wirkt. In meiner brasilianischen Heimat kennt man nicht die gelbe ovale Zitrone wie sie nach Europa importiert wird, ich habe schon amüsiertes Lächeln dort geerntet: “Was, Zitronen sind bei euch gelb? und so groß? und oval?” In Caipirinhas und Cola-Getränken befinden sich Limettenscheiben, Shrimps und Lachs werden mit Limettensaft dekoriert, Kuchen und Puddings werden mit dem erfrischend-säuerlichen Fruchtgeschmack aufgepeppt.

Ich fand kürzlich eine recht neue Studie, in der die hervorragenden antioxidativen Eigenschaften von ätherischem Limettenöl vergleichen wurden mit Bergamotte- und Bitterorangenöl verglichen wurden. Auch wenn alle drei Schalenöle ähnliche Inhaltsstoffe aufweisen – Limonen, α-Pinen, β-Pinen, γ-Terpinen und Linalylacetat (vor allem im Bergamotteöl) – war Limettenöl der Renner, insbesondere bei der Unterdrückung des “Alzheimer-Enzyms” Acetylcholinesterase, welches bei dieser Krankheit zu aktiv ist. Die Empfehlung in der Studie lautet:

Obtained data suggest a potential use of Citrus oils as a valuable new flavor with functional properties for food or nutraceutical products with particular relevance to supplements for the elderly.  …  Citrus essential oils suggested their use as a new potential source of natural antioxidant to added as extra-nutrient for using in food industries as a valuable new flavor with functional properties for food or nutraceutical products with particular relevance to supplements for the elderly.

Auf gut Deutsch und frei übersetzt: Limettenöl (und andere echte Zitrusöle) wären ideale Geschmacksstoffe (Aromen) für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel für ältere Menschen, da sie gleichzeitig ‘funktionale Eigenschaften’ aufweisen wie eine Anti-Demenz-Wirkung. [Tundis R, Loizzo MR, Bonesi M, Menichini F, Mastellone V, Colica C, Menichini F. Comparative study on the antioxidant capacity and cholinesterase inhibitory activity of Citrus aurantifolia Swingle, C. aurantium L., and C. bergamia Risso and Poit. peel essential oils. J Food Sci. 2012 Jan;77(1):H40-6.]

Ich jedenfalls gebe Limettenöl in fast jedes Smoothie, in Joghurtspeisen, in Limonaden, in Avocadosalsas und vieles mehr. Und ich sprühe mich, gerade wenn schlechte Laune oder winterliche Durchhänger drohen, mit dem traumhaften ‘Aquaroma’ Limette von Neumond ein, diese Produktserie ist zwar offiziell als Raumbedufter deklariert, jedoch nur mit bestem ätherischen Ölen, Salz und Trinkalkohol in einem speziellen Verfahren hergestellt, so dass es mein persönliches Lieblingsparfümspray geworden ist (wenn ich nicht in die Sonne gehe). Die im kalt geraspelten Limettenöl enthaltenen Furocumarine (ähnlich wie im Bergamotteöl zu circa 1 Prozent oder sogar etwas mehr) sind nämlich wahre Stimmungsaufheller! Und sie sorgen für etwas mehr Haltbarkeit in den nur circa 1 Jahr haltbaren Zitrusschalenölen (manche etwas mehr, manche etwas weniger und je nach Lagerung und Firma).

die einnahme von ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapieWer mich kennt, weiß dass ich dem Ursprung von Wörtern gerne auf den Grund gehe. Das Wort Heilung ist sicher eine der besonders ertragreichen Fundgruben der Ethymologie. Und politisch genauso umkämpft und zerpflückt wie etwa der Gebrauch von Cannabis. Denn ein Bürger, der sein Heil, sein Glück und sogar seine Gesundheit selbstverantwortlich in die Hände nimmt, ist ein unerwünschter Bürger. Gerne darf er oder sie religiös sein Heil in der Kirche suchen, immerhin findet er oder sie dort das ‘Opium für das Volk’, doch wenn es um körperliche Wohlgefühle geht, hört der Spaß auf, Heilen oder gar gar Selbst-Heilen soll und darf nicht sein. Das ist das Metier des Doktors. Wohlgefühle schütten Glückshormone aus, diese lindern Angst und dann lässt sich der Bürger nicht mehr so gut fremd steuern. Wohlgefühle helfen auch dem Immunsystem auf die Sprünge und das wiederum fördert Gesundheit und auch Heilung. Dieser Akt zivilen Ungehorsams wird nicht gerne gesehen. Für den Körper kann das ‘Opium für das Volk’ in den Läden mit dem großen A gekauft werden, oft für teures Geld.

Unbestritten gibt es freilich Krankheiten und Zustände, in denen wir dankbar für diese Geschäfte und auch für die Beratung, die dort stattfindet, sind. Und auch der Besuch bei Damen und Herren in weißen Kitteln ist zweifelsohne dann und wann nötig, wenn nicht sogar lebensrettend. Davon spreche ich heute nicht. Ich meine vielmehr die kleinen, lästigen Wehwehchen (siehe auch letzter Beitrag), die uns tagtäglich befallen und ab einem bestimmten Alter auch daran erinnern, dass die Uhr kräftig tickt. Die Haare werden dünner und fallen aus, die Haut erschlafft, die Knie quietschen, der Rücken erinnert in einer Art Phantomschmerz an frühere schwere Lasten und kunstvoll ausgeformte Haltungsschäden. Man hüstelt vor sich, nach dem Aufstehen ähnelt die Karrosserie einer Rostlaube, die Arme werden zwecks Zeitungslesen lang und länger. Die Liste lässt sich ellenlang fortsetzen, auch 25-jährige bemerken oft die ersten Anzeichen. Selbst bei unserem elfjährigen Hund beobachte ich fast schmunzelnd ähnliche Phänomene.

Nun gibt es viele Ratschlage, Artikel und Bücher zum Thema ‘Jungbleiben’ oder ‘Happy Aging’. Nur das Umsetzen fällt uns meistens sooooo schwer. Ich meine, den Anfang kann man super-easy und ohne Umstände bei der Nahrungsaufnahme machen. Essen muss man doch ohnehin. Warum dann nicht gleich wenigstens eine Mahlzeit zum ‘Healthy Meal’ machen?  Langer Rede kurzer Sinn – ich probiere seit gut zwei Monaten ein kleines Wundergerät aus, über dessen Anschaffung ich mehr als ein Jahr mit meinem inneren Schweinehund diskutiert habe. Viele Küchenmaschinen stehen blöd im Schrank und in Ecken herum, werden selten benutzt, weil sie nicht überzeugen oder weil Aufbau und Abbau nervig sind. Besonders doof sind “Küchenhelfer”, an denen man nach der Hilfe ‘ewig’ schrubben, kratzen und putzen muss. Diese Staubfänger nehmen einen nach drei Einsätzen nur Platz in der Küche weg und sind sogar noch am Wohlbefinden hinderlich. Denn zum Wohlbefinden gehören auch Gegenstände und Anblicke im Haus, die einem gut tun, die einem gefallen, die positive Erinnerungen auslösen. Ich kannte einmal einen Therapeuten, der mit Menschen mit schwersten Erkrankungen wie Krebs durch deren Wohnung ging und Assoziationen zu Dingen in deren Umgebung abfragte. Alles, was irgend wie hässlich, langweilig, zu dunkel oder sonst wie eher von unangenehmen Gefühlen begleitet beschrieben wurde, flog raus. Wenn sogar Sätze kamen wie “erinnert mit an meinen Ex” oder “das war eine Geschenk einer ganz linken Ratte” konnte der Weitwurf gar nicht kräftig genug sein. Und was hat das nun mit Heilung und Therapie zu tun? Ganz viel! Altlasten schaden nicht nur dem Darm und dem Immunsystem, sondern auch der Seele. Und ich wollte nicht noch so eine dieser vermeintlichen Wunderhelfer in der Küche stehen haben.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDarum bestellte ich auch vorerst die kleine Version des weltberühmten Küchenmixers Personal Blender (für mehr Infos auf diesen fetten, blauen Link klicken). Sein Siegeszug kam unter anderem durch seine Fähigkeit, auch härteste Dinger wie Eiswürfel und tiefgefrorene Erdbeeren ohne Murren in Sekundenschnelle zerkleinern zu können. Zudem ist er sehr handlich (man kann ihn wie einen Cocktailmixer schütteln während er mixt), sehr sicher (er geht nur an, wenn der Becher drauf steckt, also ohne Schalter) und in Sekundenschnelle gereinigt (das ist für mich das schlagendste Argument).

Und so bereite ich mir seit zwei Monaten wirklich jeden Morgen einen Frischemix, genannt Smoothie zu. Wir waren bereits vor etlichen Jahren völlig von Nahrungsergänzungsmitteln abgekommen, jeder bekam morgens sein Schnapsgläschen mit gekauftem hochwertigstem Smoothie zum Frühstück. Doch nun wird auch dieses selbst gemacht und zwar auch mit “ekligen” Dingen wie Bio-Leinöl, mit diversen Wildkräutern, auch Brennesselsamen (zur Regulierung der Hormone in Pubertät und Wechseljahren) und Hagebuttenschalenpulver (zum Geschmeidigmachen quietschender Gelenke, alles erhältlich unter obigem Link) haue ich rein, dazu Blütenpollen und Ingwerpulver, und vieles mehr. Natürlich sind immer auch leckere und gesunde Gewürze dabei wie Zimt und Nelke sowie Orangen, Zitronen- und Vanilleöl.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

In pikanter Variante kommen derzeit Tomaten, Frühlingszwiebeln, Miso und/oder Kräutersalz und Wasabi mit in den flotten Helfer: So ein Sekundentomatensaft (eben noch im Garten und keine fünf Minuten später eine Freude der Geschmacksknospen) ist wirklich ein Gourmet-Feuerwerk mit extremem Wohlfühlfaktor. Das Gerät wird mit zwei Bechern und einem geschlossenen und einem Trinkdeckel geliefert, so dass man das urgesunde Getränk auch mal irgendwohin mitnehmen kann und parallel eine zweite Portion herstellen kann. Drei  bis vier Portionen passen hinein, wenn man sie als Ergänzung, beispielsweise zum Frühstück, einsetzt. Ich genieße jedoch auch spielend einen ganzen Becher als erste Mahlzeit. Grundausstattung sind meistens eine Banane, eine Kiwi, circa 15 Trauben und einige frische Beeren, wenn vorhanden. Da diese hier in Irland nur schwer oder sauteuer erhältlich sind und unsere Sträucher dieses Jahr einmal wieder von Vögeln beklaut worden sind, habe ich für diesen Zweck einige Tüten Tiefkühlbeeren im Freezer. Davon gebe ich fünf oder sechs Erdbeeren und/oder eine kleine handvoll Himbeeren direkt in den Mixbecher. Und ein Tropfen ätherisches Öl kommt immer dazu, unsere Favoriten sind Orange-in-Love, Orange und Limette in kbA-Qualität und manchmal auch Mandarine oder Grapefruit. Vanilleextrakt ergänzt oft auch mit 1-2 Tropfen den leckeren Geschmack. Etwas frisch gepresster Orangen- oder Zitronensaft dazu macht die ganze Sache etwas flüssiger, ansonsten kann man den Smoothie auch wie einen Nachtisch zum Löffeln servieren, eventuell mit etwas Joghurt oder gar Vanilleeis aufgepeppt. Mir fallen alle paar Tage neue Kombinationen ein und ich werde sicherlich mal wieder drüber berichten. Vor allem wenn ich demnächst wieder mit dem auch im Lieferumfang enthaltenen Mahlwerk Rohkostpralinen aus Bio-Kokosfett, Kakaonibs (auch dort wo der Mixer erhältlich ist zu bestellen),  Mandeln und Orangenöl herstellen werden.Wer etwas über Smoothies nachlesen möchte, kann dies beispielsweise im Buch ‘Smoothies & Fruchtshakes‘ oder ‘Smoothies -die Gesund- und Schlankshakes‘.

Meine Begeisterung kennt also keine Grenzen und ich habe meinen Glauben an wahre Küchenhelfer wieder erlangt. Diese Kombi aus gutem Gerät und ätherischen Ölen ist für mich einfach unschlagbar. [Die größte und teuerste Enttäuschung war bislang die viel gelobte Kit::en-Aid, die bereits bei einem ordentlichen Brotteig schlapp macht. Und dieses angebliche Wunderwerk ist wahrlich nicht schnell gereinigt.]

sanfte alternative zu ritalin: methylanthranilat in zitrusölen


Beim Recherchieren für ein Kapitel in meinem demnächst fertig zu seienden Buchmanuskript musste ich mich eingehender mit der modernen und weit verbreiteten Droge namens Methylphenidat beschäftigen. Noch nie gehört? Der Stoff wird heute – zumindest in den USA – von jedem vierten Studenten eingepfiffen, um dem Leistungsdruck und Prüfungsstress standhalten zu können. Das Zeug sei nichts anderes als Kokain, nur in geringerer Dosierung, sagt der Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Uni-Klinik Göttingen Gerald Hüther. Trotzdem ist es unter dem Namen Ritalin (und Concerta und Medikinet) in jeder Apotheke erhältlich – zumindest wenn man ein entsprechendes Rezept vorlegt. Der Professor sagt weiter:

In den Siebzigern nahm man LSD, um dem Muff der Nachkriegszeit zu entkommen. In den Achtzigern nahm man Kokain, um sich trotz Pershing-II-Raketen gut zu fühlen. In den Neunzigern nahm man freitags Ecstasy-Pillen, um bis montags zu tanzen. Es waren Spaßdrogen, mit denen die Jugend gegen die Erwartungen der Gesellschaft rebellierte. Heute nehmen Studenten Ritalin, weil es ihnen hilft, sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen. Sie sind die erste Generation, die eine Vernunftdroge konsumiert. Eine traurige Droge, ein Armutszeugnis. Quelle. Zeit Online

Nun sind es nicht nur Studenten, also junge Erwachsene, die sich zunehmend dieser Wohlstandsdroge zuwenden, sondern viele K(leink)inder können den modernen Schulalltag nur bestehen, wenn sie damit schön gleichmäßig gedopt werden. Freilich will ich den wohl überlegten Einsatz eines pharmazeutischen Hilfsmittels nicht leichtfertig kritisieren, ich weiß von Fällen, in denen hyperaktiven und aufmerksamkeitsgestörten Kindern nicht mehr anders geholfen werden kann/konnte. Schlimm ist es, wenn sich die betreffenden kleinen (und großen) Menschen schon selbst auf den Geist gehen, denn sie spüren oft, dass etwas nicht in Ordnung mit ihnen ist.

Ich kritisiere vielmehr den leichtfertigen Umgang mit der machtvollen Droge, die nicht frei von gravierenden Nebenwirkungen ist – bis hin zu Selbstmordgedanken. Ich meine, dass in “leichten Fällen”, wo das Verhalten “nur” anstrengend und nicht bedrohlich ist, andere Maßnahmen ausprobiert werden sollten. Und damit bin ich bei den Düften angekommen, ich hatte über dieses Thema hier bereits einmal geschrieben. Die zwei schier unaussprechlichen Stoffe in allen Zitrusschalenölen, in Zitrusblättern und Zitrusblüten, aber auch in vielen Blütenabsolues, heißen Methylanthranilat und Dimethylanthranilat. Zweiteres ist dem Methylphenidat chemisch sehr ähnlich. Wie auch die in höchster Verdünnung betörend duftenden Stinkstoffe Indol und Skatol, die sich in manchen Blüten-Absolues befinden. Auch zu unserer körpereigenen “Happy-Droge” Serotonin besteht eine gewissen strukturelle Verwandtschaft. So lässt sich chemisch begründen, warum wir Aromafachleute Rat suchenden Eltern und Lehrern fast immer Zitrusöle für hyperaktive und ähnlich auffällige Kinder empfehlen. Kinder suchen diese Öle ohnehin fast immer “freiwillig” aus, sie fühlen sich meistens zu diesen Düften hingezogen. Wir beobachten immer wieder eine verblüffende Wirkung auf Stimmung und Verhalten der kids. Einer meiner Kursteilnehmer gab die Geschichte zum besten, dass ihn seine Frau nach langen Arbeitstagen manchmal aufforderte: “Du Peter, tu doch mal das ‘Schalt-die-Kinder-aus-Öl’ in die Duftlampe!” Viele garantiert naturreine Zitrusöle – die auch in unserer Küche zum Einsatz kommen – finden Sie auf meinen drei Shopseiten zum Thema (durch Bestellungen über diese Links entlohnen Sie die Lektüre dieser Artikel, ohne dass Ihnen Mehrkosten am Produkt selbst entstehen).

Diese Düfte, in feuerfreien Duftgeräten zu Hause und eventuell auch in Klassenzimmer/Kindergärten eingesetzt, können sehr stark zum Wohlbefinden sowohl der Pädagogen und Eltern als auch der Kleinen und Teenager beitragen. Wer sich in einer duften Umgebung wohl fühlt, lernt besser, wenn seine entsprechenden “Lern-Hormone” noch angekurbelt werden, umso besser. Auch in einer psychiatrischen Klinik können Zitrusdüfte adjuvant (ergänzend) zur herkömlichen Therapie eingesetzt werden. Die Schweizer Krankenschwester und Aromatherapeutin Regula von Rohr hat beste Erfolge zu verzeichnen:

Wenn ich mir überlege, welche Düfte ich am breitesten einsetze und am meisten gebrauche, dann sind das sicherlich die Zitrusdüfte. Die haben bei allen psychischen Erkrankungen die mir hier in der Klinik begegnen, die höchste Akzeptanz mit der jeweilig längsten Anwendungsdauer. Das heisst, egal welche Grunderkrankung jemand mitbringt, die Zitrusdüfte sind bei mindestens acht  von zehn PatientInnen bei der persönlichen Auswahl dabei und sie werden am längsten angewendet.

In den vergangenen Jahren sind hunderte von Schülern und Schülerinnen in dem einzigartigen Projekt „Dufte Schule“ beobachtet worden, in dem deren Verhalten und Schulergebnisse mit und ohne ätherische Öle verglichen worden sind. Es gibt ein Buch dazu und das praktische Ätherische-Öle-Set Dufte Schule.

Einige Duftgeräte ohne offenes Feuer, die also im Umgang mit Kindern (und anderen bewegungsintensiven oder schwer berechenbaren Personengruppen) empfehlenswerter als Kerzenmodelle sind:

  • Flash-Duftlampe von Primavera, gleichzeitig eine wunderschöne Lampe mit tollem Licht, in verschiedenen Farben
  • Aromastream von Feeling, eine Art Ventilator mit austauschbarem Duftvlies, das einige Male in der Maschine waschbar ist (gibt es auch bei anderen Firmen)
  • Alabasterlampen wie von Aromatao sind ein Traum für den dickeren Geldbeutel (oder als Geburtstagsgeschenk)
  • Thermoduftsteine gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen, wie beispielsweise von Neumond und von Taoasis
  • Vernebler, auch Diffuseure genannt, welche die Öle überhaupt nicht erhitzen, sind aus Sicht der ätherischen Öle die schonendste Möglichkeit, hier noch ein schönes und preisgünstiges Modell von Farfalla
  • Duftbrunnen mit Vernebler-Effekt gibt es beispielsweise bei Neumond
  • Beduftungsobjekt, das per Kaltdiffusion arbeitet, für große Räume bis zu 60 qm (Schule, Kindergarten, (Zahn)Arztpraxis, Konferenzraum etc)
  • Auto-Duftgeräte werden an den Zigarettenanzünder angeschlossen, so dass natürliche konzentrationsfördernde Düfte für eine gute Fahrt sorgen (und nebenbei werden unangenehme Gerüche neutralisiert)

Übrigens dient Methylanthranilat als Vogel-Abwehrstoff auf Felder, Golfplätzen, Mülldeponien, Dächern etc eingesetzt werden. Es schadet den Tieren nicht, sondern sie werden durch die Duft-Sprühstöße regelrecht abgestoßen, sie meiden diese Plätze nach einigen wenigen Anwendungen.

Eine natürlich beduftete Umwelt ist nicht gefährlich, obwohl die Presse und bestimmte Verbände chemische Duftbausteine, die bedenkliche Trägerstoffe enthalten, gerne mit natürlichen Riechstoffen gleich setzen. Das entspricht absolut nicht der Wahrheit, wie seriöse Chemiker, die sich mit Düften wirklich auskennen, bestätigen können. Hier ein Hinweis zu der Initiative, die kürzlich von Axel Meyer ins Leben gerufen worden ist: ICH WILL NATURDUFT. Machen Sie mit beim kleinen Fragebogen und unterstützen Sie damit die Kampagne gegen die vielen Duft-Verbote In meine Raumluft kommt nur Naturduft!

PS Im Ärzteblatt ist über eine Studie zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei ADHS zu lesen.

dufte schule – wertvolle bereicherung für ein humaneres lernen


Des öfteren wurden in meinen Kursen Facharbeiten zum Themenbereich “Duftes Lernen und Leben mit Kindern” angefertigt. Jedes mal war die Resonanz, dass alle Kinder über eine olfaktorische Bereicherung ihrer Welt begeistert waren. Aber leider manchmal Eltern und/oder ErzieherInnen vorurteilsbeladen, skeptisch und sogar abweisend waren. Wie viel schöner ist die Textaufgabe mit den 10 Zitronen und den 17 Äpfeln, wenn über den Fragen ein feiner Zitrusduft schwebt! Wie viel besser geht es der Grundschullehrerin, wenn sie einer unruhigen Klasse ein paar Tropfen Lavendelöl in der elektrischen Duftlampe kredenzen kann und die Kids kommen – auch zu ihrem eigenen Vorteil – zur Ruhe. Geschichtsunterricht kann mit höhlenartig-erdigen Mischungen aus Vetiver und Patchouli untermauert werden, Geographisches lässt sich besser merken, wenn es nach Indien (Ingwer, Zimt, Kardamom) duftet und die Beschreibung des englischen Königs kann mit Pfefferminze (After Eight, Bratensoße with Peppermint) anschaulicher gestaltet werden. Wie viel schöner wäre Schule, wenn dieses einfach zu handhabende Medium mehr eingesetzt werden könnte! Jeder, der (Bio-)Zitrusfrüchte essen darf bzw. keine Allergien dagegen hat, jeder der an Blumen im Garten schnuppern kann und darf, ohne zu niesen, jeder der Kräuter in Tees und Speisen konsumieren kann, kann davon profitieren. Denn natürliche Öle (höchster Qualität) sind bestens verträglich, wenn sie in vernünftiger Dosierung und frisch eingesetzt werden (mehr dazu weiter unten).

Axel Meyer ist einer der engagierten Pioniere auf diesem Gebiet, das Projekt “Dufte Schule” seiner Firma wurde bereits öfters in der deutschsprachigen Presse beschrieben. Kürzlich erschien sein Buch zum Projekt: Dufte Schule, Kösel Verlag, 16,95 Euro. Ein schönes Geburtstagsgeschenk oder Schulanfangs-Geschenk für Kinder und Eltern, eventuell mit dem passenden Öleset von Taoasis.

Übrigens sollte bei Beduftungsmaßnahmen auf sehr hochwertige und naturreine ätherische Öle geachtet werden, möglichst in Lebenmittelqualität, so wird die Allergiegefahr minimiert. Die Öle sollten nicht länger als ein gutes halbes Jahr nach Öffnen der Fläschchen für diesen Zweck verwendet werden und die Duftlampen/Duftsteine/Diffusoren sollten regelmäßig gründlich gereinigt werden. Probleme mit allergischen Erscheinungen treten erfahrungsgemäß vor allem bei billigen (zB von stark gespritzten Zitrusfrüchten und Kräutern), gepantschten, überalterten und synthetischen (“naturidentischen”) Düften auf.

Kollegin Tina Böhm aus Nord-Deutschland hat mich in diesem Zusammenhang auf einen interessanten Artikel aufmerksam gemacht, in dem über eine erschütternde Studie von 2008 berichtet wird: Drei von vier Kindern sind heutzutage nicht in der Lage, die vier Grundgeschmacks-Arten zu identifizieren. Beim Riechen sieht es nicht besser aus.

angstlösendes orangenöl (bei ratten) – ein wissenschaftlicher vergleich mit teebaumöl


Das ätherische Öl von Citrus sinensis (Orangenschalenöl) wurde in einer brasilianischen Verhaltensstudie an männlichen Ratten auf seine anxiolytische (angstlösende) Wirkung untersucht. Den Tieren wurde jeweils 5 Minuten lang Orangenduft (100, 200 or 400 μl) in die Käfigluft gegeben (Plexiglaskäfig), danach mussten sie unterschiedliche standardisierte Verhaltentests durchlaufen. Die anxiolytische Wirkung zeigte sich in allen Dosierungen in jeweils wenigstens einem Test, die hohe Dosierung wurde sogar als “signifikant” wirksam beschrieben. Um beurteilen zu können, ob dieser Effekt allgemeiner Natur ist bzw. einfach mit allgemeinen Eigenschaften von ätherischen Ölen zu tun haben könnte, hat man die gleichen Tests mit dem ätherischen Öl von Melaleuca alterifolia (Teebaum) vorgenommen. Die anxiolytische Wirkung konnte nicht nachgewiesen werden. [Faturi CB, Leite JR, Alves PB, Canton AC, Teixeira-Silva F. Anxiolytic-like effect of sweet orange aroma in Wistar rats. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2010 May 30;34(4):605-9.]

Besinnen wir uns des Tieres in Menschen und schnuppern im Herbst tüchtig an den Orangenschalen fürs Müsli! Jeweils ein oder zwei Tropfen von guten Bio-Orangenöl bereichern auch viele Süßspeisen. Vielleicht überstehen wir den dunklen Winter ohne Ängste und Depressionen! Isst jemand Bio-Zitrusfrüchte? Man kann die Schalen im Tiefkühler in einem Plastikbeutel sammeln und später bei ausreichender Menge (nach dem Auftauen klein schneiden) in einem “altmodischen” kleinen Expresso-Gerät (das man direkt auf den Herd stellt) zu einem leckeren Hydrolat destillieren. Wieder mal vielen Dank an Leserin Ursula für diese Studie aus meinem Heimatland, wo die Orangen mangels kühler Nachttemperaturen grün und nicht orangefarben sind! So oder so ergeben sie ein Öl aus nachhaltigem Anbau, denn meistens wird es als Beiprodukt der Saftherstellung und/oder Orangeatherstellung (Fotos unten bei der Firma Dierberger in São Paulo) gewonnen.

agrumenöle


Der neue Kurs in Wien hat ein stilvoll-historisches Zuhause: die Boku in Wien (Universität für Bodenkultur).

Schon das Betreten des altehrwürdigen Gebäudes macht Freude.

Über den Linnéplatz blick man auf Wien. Der schwedische Gelehrte Carl von Linné hat einem Großteil der Heil- und Duftpflanzen aus Europa den zweiteiligen botanischen Namen verliehen. Ihre Bedeutung wird im Kurs gelernt.

Nachem wir uns stundenlang mit tanzenden Duftmolekülen beschäftigten, ging es raus nach Schloss Schönbrunn zur 10. Wiener Citrusausstellung. Wir schauten uns nach soviel Theorie die praktische Umsetzung dieses Moleküls an: Das ist Limonen, der Haupt-Inhaltsstoff der meisten Zitrusschalenöle. Er wurde von diversen Wissenschaftlern erfolgreich als Widerssacher von Krebstumoren durchgetestet.

Erinnern solche Schalen nicht an Gewebewucherungen, Beulen und Tumore? Zeigt uns die Natur den Weg, wie wir bestimmte Pflanzen besonders sinnvoll einsetzen können?

Natürlich, Zitronenöl gehört in Mischungen gegen Cellulite!

Das straffend und “entschlackend” wirksame Zitronenöl hilft auch bei pickeliger und unreiner Haut sowie erweiterten Poren.

Hier kann man schön erkennen, warum Petit Grain-Öl diesen seltsamen Namen erhalten hat: grain heißt Körner, wie Pfefferkörner, petit heißt klein. Die unfertigen stark duftenden Früchtchen, welche der Bitterorangenbaum Citrus aurantium abwirft, sehen aus wie unreife Pfefferkörner. Sie werden zusammen mit den Blättern zu diesem extrem psychisch aufhellend wirksamen herb duftenden Öl destilliert.

zitrusöle (und andere) im fokus von kritikern


Orangen-, Zitronen- und Bergamotteöl werden oft eher als Wellness- und Wohlfühlöle gehandelt. Sind sie auch, doch es gibt etliche wissenschaftliche Untermauerungen ihrer positiven Effekte. Einige Beispiele aus meinen Kursen (die kompletten Quellenangaben liegen vor):
Zitronenöl
- Zitronen-, Rosen- und Lavendelöl-Dämpfe wurden an Mäusen während standardisierter Stress-Situationen (zB werden sie zum Schwimmen gezwungen und durch Labyrinthe geschickt) getestet und mit diversen Medikamenten wie Dopamin-Antagonisten verglichen. Eine antidepressive Wirkung von Zitronenöl wird über die Beeinflussung des 5-HT-nergischen Stoffwechselweges, speziell durch Beeinflussung der 5-HT(1A) Rezeptoren (Serotoninstoffwechsel), erklärt. Komiya & al 2006
Bergamotteöl
- Die Aktivität von naturbelassenem Bergamotteöl und von furocumarinfreien Destillaten wurde an klinisch relevanten Pilzarten untersucht und für effektiv befunden (Trichophyton, Microsporum and Epidermophyton). Sanguinetti 2007
- Menschliche SH-SY5Y-Neuroblastomzellen (Gehirntumor) wurden dem krebsauslösenden Zellgift N-methyl-D-aspartate (NMDA) ausgesetzt. Durch die Beigabe von unterschiedlichen Fraktionen (Inhaltsstoffe-Anteilen) von Bergamotteöl konnte die Schädigung der Nervenzellen reduziert werden. Corasaniti & al 2007
- Musikhören und 15-Minuten-Inhalationen mit Bergamotteöl wurden verglichen, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zeigten Musik und Duft signifikante Veränderung in Richtung einer verstärkten Tätigkeit des Parasympathikus > mehr Entspannung. Peng & al 2009
- Noch unbekannte Anteile in Bergamotteöl führen zu einer Modulierung von diversen Neurotransmittern im Hippocampus von Ratten (Limbisches System/Erinnerungsvermögen). Morrone & al 2007

- Menschliche SH-SY5Y-Neuroblastomzellen (Gehirntumor) wurden dem krebsauslösenden Zellgift N-methyl-D-aspartat (NMDA) ausgesetzt. Durch die Beigabe von unterschiedlichen Fraktionen (Inhaltsstoffe-Anteilen) von Bergamotteöl (Foto: Bergamottefrucht) konnte die Schädigung der Nervenzellen reduziert werden. Corasaniti & al 2007

Orangenöl
- Jeweils ein Viertel von 200 in Zahnarzt-Ordination/Praxis-Warteraum wartenden PatientInnen wurden mit Orangen- oder Lavendelduft beduftet. Ein Viertel der wartenden Patienten wurden mit beruhigender Musik berieselt, ein Viertel wurde nicht manipuliert. Ihr jeweiliger Grad der Ängstlichkeit, Stimmung, Wachheit und Ruhe wurde erfasst. Orangen- und Lavendelöl erwiesen sich als effektiver zur Beruhigung und Angstminderung als Musikberieselung und Nicht-Eingriff. Lehrner & al 2005
- Perillylalkohol, ein Metabolit (Abbauprodukt) von d-Limonen (in fast allen Zitrusschalenölen, hat Anti-Krebs-Eigenschaften, indem es die Apoptose („Selbstmord“) der Krebszellen auslöst. Boon & al 2000
Grapefruitöl
Die us-amerikanische Studie von Alan Hirsch, die besagt, dass der Duft der Schale von Pink Grapefruit Frauen um sechs Jahre jünger erscheinen lässt (in de Augen der männlichen Probanden), hatten wir an anderer Stelle bereits erwähnt…

Nun gibt es aber Wissenschaftler und Lobbyisten, die in all diesen natürlichen Molekülen die Wurzeln allen Allergie-Übels sehen. Volkmar informierte mich über einen Artikel zum Thema Raumbeduftung in Allergie konkret 1/2010, der Zeitschrift des Deutschen Allergie- und Asthmabundes. Einige untersuchte Duftmuster von Primavera werden scharf kritisiert und es wird sogar vor der Anwendung gewarnt, unter anderem vor deren Zitronen- und Orangenöl (weil es  ‘gesundheitgefährdendes’ Limonen enthalte) (Abbildung: DAAB).

Ganz ehrlich, mir geht bei solchen einseitigen Berichten die Hutschnur hoch! Es gibt und gab nie einen geruchsfreien Raum, weder in der Natur noch im noch so allergiefreundlich gestalteten Haus. Wir Verbraucher können keinen Einrichtungsgegenstand oder kein Baumaterial (mehr) kaufen, das nicht irgendwelche Gerüche ausströmt. (Nicht nur preiswerte) industriell gefertigte Möbel- und Teppich-Massenware wird mit den unglaublichsten Cocktails an Chemikalien produziert. (Nicht nur preiswerte) Lebensmittel werden aromatisiert, was das Zeug hält. Die Kleidungsindustrie mischt selbst unter 100-Prozent-(Baumwoll/Woll/Viskose)-Textilien wüste Kunststoffgemische. Die Wasch- und Putzmittelindustrie will uns weis(ß)machen, dass nur porentief rein und desinfiziert als wirklich sauber gelten kann. Mit allerlei Kosmetik betupfen wir uns oft unfreiwillig mit antibiotika-ähnlichen Stoffen (zB Triclosan). Manche Babywindeln sollen sogar bereits kleine – nicht deklarationspflichtige – Mengen an entzündungshemmendem Cortison enthalten.

Wir (Eltern) müssten eigentlich pausenlos entsprechende Berichte bei Greenpeace, Foodwatch, diversen Textilkritikern und so vielen mehr studieren, um uns (und unsere Kinder) vor unnötigen Designermolekülen, die allergisierend wirken könnten, zu schützen. Anstatt den Kindern Möglichkeiten zur gesunden Körperabwehr zu geben, wird ihre kleine-große Welt desinfiziert und sie werden vermeintlichen Gefahren fern gehalten. Wenn sie auffällig werden, darf die Pharmaindustrie ihre milden Gaben ausschütten. Und selbst in den bunten “Apotheken-Smarties” befinden sich allergisierende (Farb-)Stoffe. Aber wenn man sich eine kleine Konzentrationsunterstützung oder einfach nur einen Wohlfühlduft bei einer der seriösen und engagierten Firmen zulegen will, wird man von diesem militanten Allergiker-Verband als fast unverantwortlich abgestempelt. (Warum gibt es eigentlich keinen kämpfenden Pro-Ätherische-Öle-Verband????). Ich bin wirklich froh, dass ich zwischen tropischem Dreck und stacheligen Kakteen, auf Bäumen und in gruseligen Höhlen, mit Schlangen hinterm Haus und haarigen Spinnen rund ums Bett aufwachsen durfte. Und dass ich seit gut einem Vierteljahrhundert mein Leben mit ätherischen Ölen versüßen darf, meine Immunzellen haben es mir (bislang) gedankt!

Arme Aromatherapie


In einem meiner regelmäßigen Austausch-Telefonate mit Dr. Dietrich Wabner erfuhr ich heute, dass das drohende Verbot von Furokumarinen (auch FCF oder Furocoumarine)  in (Natur)Kosmetik nun zum Ende des Jahres greifen soll. Wenn nicht noch ein Wunder an Widerstand seitens der Naturkosmetikindustrie passiert, dürfen also nur noch Zitrusöle in der EU eingesetzt werden, denen dieser antioxidativ wirksame und krebshemmende Inhaltsstoff entzogen wurde, beispielsweise durch eine Destillation des gepressten Öles. Wer schon mal das Öl der destillierten Limette mit einem Öl aus einer frischen abgeraspelten Limettenschale vergleichen konnte, weiß, was das für die Duftqualität bedeutet. 
Das destillierte Limettenöl erinnert mich immer an etwas ältere Colafläschchen aus der Gummibärchentüte. Destilliertes Orangenöl riecht terpenig und fahl, erinnert etwas an Pinselreiniger. Die anderen Zitrusöle kenne ich gar nicht ohne Furokumarine. Und möchte sie am liebsten auch gar nicht kennen lernen.
Das Furocumarin Psoralen wird erfolgreich in der Bestrahlungstherapie gegen Psoriasis (Schuppenflechte) und Krebs (!) eingesetzt, ist also ein in der Medizin bekannter und anerkannter Stoff. Der Vorwurf jedoch, das Furocumarine krebsauslösend seien und DNS-schädigend ist nicht aus den Köpfen von bestimmten Eurokraten heraus zu bekommen.
Betroffen sind neben Zitrusschalenölen (Rautengewächse) und dem kaum erhältlichen (Garten)Rautenöl auch einige Öle der Apiaceae (Doldenblütengewächse) wie Angelikawurzelöl (nicht aber das Angelikasamenöl). Einige Mengenangaben für Furokumarine (in parts per million):
  • Angelikawurzel 420 ppm
  • Bergamotte 25.326 ppm
  • Grapefruit  4.126 ppm
  • Zitrone 13.932 ppm
  • Limone 5.410 ppm
  • Mandarine 13 ppm
  • Orange bitter 1.258 ppm
  • Limette 20.000 ppm

Ohne Mengenangaben:

  • Weinraute (ruta graveolens)
  • Petersilie
  • Orange süss
  • Tangerine
  • Anis
  • Kreuzkümmel
  • Kümmel
  • Zitronenverbene (“Eisenkraut”)
  • Opoponax
  • Feigenblätter

Hintergründe sind (auf englisch, 14 Seiten) nachzulesen bei Cropwatch. Wer sich umfassender über Furokumarine – auch in Lebensmitteln wie Sellerie – informieren möchte kann sich dort auch in eine hervorragende Übersicht einlesen (118 Seiten).

Visuelles stimmungsaufhellendes Parfüm



Wer jemandem seine Frühlingsgefühle ganz altmodisch per Post schicken möchte, kann sich diese duftige Postkarte kostenlos auf meiner Website runter laden (10×15 cm in 300 dpi, Dateiname Postkarte_AiDA_Mai09.jpg) und sie auf Karton ausdrucken. Goethe hat in diesem Gedicht stimmungsvoll vier der schönsten ätherischen Öle besungen: Zitronenblüte (Petit Grain Citronnier), Gold-Orangen (Citrus aurantium, aurum heißt Gold), Myrte und Lorbeer. Die Fotos habe ich im Laufe des letzten Jahres aufgenommen: die Zitrone und die Myrte blühen hier im AiDA-Garten, der Lorbeer auch und die super-uralte Bitterorange stammt aus dem Botanischen Garten in München, Monika Volkmann hat sie aufgenommen. Diese Düfte zusammengemixt ergeben ein fein-herb duftendes Frühlingsparfüm mit stimmungsaufhellender und deutlich vegetativ ausgleichender Wirkung (gegen “Vegetative Dystonie”). Schönes Tanz-in-den-Mai-Wochenende!