neue studien mit ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch erwähnte im Zusammenhang mit meinem ausführlichen Buchbeitrag über die doch inzwischen reichlich vorhandenen klinischen Studien mit ätherischen Ölen bereits, dass diese zwar nicht schwer zu bekommen sind, jedoch meistens ab 35 Euro/Dollar kosten. Nun erhält man aber auch etliche Arbeiten kostenlos, sei es weil methodische Fehler vorliegen (beispielsweise Reihenfolge der Präsentation der Forschungsabschnitte, fehlende Themengebiete wie plausible Schlussfolgerung), weil sie viele Schreib- und Formulierungsfehler enthalten (‘Lavendula augustifolia’ ist noch einer der harmloseren Tippfehler), weil sie unsachlich vorgestellt werden (“das Wunderkraut…!”) oder weil sie schlichtweg nicht den heutigen Forderungen für wissenschaftliches Arbeiten entsprechen (doppelblind, randomisiert, durch Ethik-Kommission genehmigt etc). Dennoch können wir PraktikerInnen oft wichtige Schüsse und Erkenntnisse aus solchen Arbeiten ziehen. Hier nun drei kostenfreie Arbeiten für die relaxten Sommer-Sonnenstunden im Liegestuhl, sie sind – wie fast immer – in englischer Sprache verfasst:

In dieser zehnseitigen Studie (klick!) aus Südafrika (2013) wird die antimikrobielle Wirkung von Lavendelöl ausführlich durchleuchtet (in-vitro=nicht am Menschen). Spannend ist die Erkenntnis, dass die Kombination von Lavendelöl mit einem anderen Öl eine niedrigere Konzentration (MIC=minimum inhibitory concentration) erfordert, um die drei getesteten (weit verbreiteten) Krankheitskeime Candida albicans, Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa zu eliminieren. Selbst wenn das nicht interessiert, profitiert man von einer prima Liste mit den wichtigsten Inhaltsstoffen von vielen ätherischen Ölen, welche zum Vergleich herangezogen worden sind.

Bei dieser sehr innovativen Arbeit (klick!) (China/USA 2013) wird beleuchtet, wie die tägliche Inhalation von unterschiedlichen ätherischen Ölen (Lavandula angustifolia, Salvia sclarea, Santalum album und Citrus sinensis) sich auf 29 Parameter  im Urin von 52 freiwilligen StudienteilnehmerInnen auswirkt. Die Schlussfolgerung ist, dass es signifikante metabolische Veränderungen gibt, ohne dass die Hauptbestandteile der Öle noch im Urin nachweisbar waren. Gleichzeitig wurden positive Veränderungen der psychischen Befindlichkeit beobachtet, wie beispielsweise eine Reduktion von Ängstlichkeit.

Bei dieser ägyptischen klinischen Studie (klick!) (2013) mit knapp 100 freiwilligen Teilnehmerinnen (Krankenpflege-Studentinnen) wurde untersucht, wie sich eine tägliche 10-minütige Aromatherapie-Baucheinreibung (Zimt, Gewürznelke, Rose, Lavendel) auf Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe) auswirkt. Mit dieser Untersuchung konnten zwei ähnliche Studien widerlegt werden, die aufgezeigt hatten, dass vor allem die Massage für die schmerzlindernde Wirkung verantwortlich war und die nicht bewiesen konnten, dass die ätherischen Öle analgetische Wirkung hatten.

aromatherapie bei schwindel


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyKürzlich schrieb ich ja über eine aromatische Kur für Frau W., die seit ewigen Zeiten an Schwindel leidet (zu den verwendeten Ölen und Anwendungsarten geht es hier - klick!). Viele kleine Situationen ihres Lebens waren durch das oft auftretende Karussell im Kopf ziemlich beeinträchtigt. Nach zwei weiteren Anfragen von Personen, die auch sehr unter diesem Thema leiden, kam wieder ein wunderbares Feedback von Frau W.:

Und nun etwas Kurioses. Wie Du weißt, mache ich ja dienstags immer meinen Sport mit Dehnen, Strecken, Liegen, Aufstehen usw. Und nun gestern: Ich liege auf der dünnen Matte, nichts dreht sich, ich steh auf, kein Schwindel, ich leg mich wieder hin, immer noch nix. Können die Tropfen, die Creme und das ganze Zeugs so schnell wirken? Ich trau mich gar nicht, was zu sagen, denn die haben gestern schon geguckt, weil ich vom Liegen zum senkrecht Stehen nicht schwankte. Also, wenn die schönen Düfte solch Wirkung haben und die dann evtl. noch eine Weile anhält, dann alle Achtung. Ich sag nie wieder was Schlechtes von so was.

Leider kann man bei Maßnahmen, die mehrere ätherische Öle und Zubereitungen umfassen, nie genau sagen, ob ein bestimmtes Öl für die überzeugende Wirkung verantwortlich ist, sicherlich hat das fein duftende Öl aus Myrtenzweigen (Foto) neben dem ausgleichend wirkenden Rosengeranienöl seinen Beitrag geleistet. Ich habe mich für die milde Myrten-Variante – Chemotyp Myrtenylacetat (klick!) entschieden, dieses preisgünstige ätherische Öl ist auch für Erkältungskrankheiten von Kindern und leicht angeschlagenen Senioren optimal, es wirkt zudem leicht beruhigend und einschlaffördernd. Es eignet sich wunderbar für Dampfbäder sowohl bei Husten als auch bei zu Unreinheiten neigender Haut, außerdem ist es klasse für die Duftlampe – besonders, wenn eine Sommererkältung vorliegt. Myrtenhydrolat ist leider schwer erhältlich, es wirkt ähnlich heilend bei Bindehautentzündungen des Auges wie Rosenhydrolat (auf alkoholfreie Qualität achten und nicht länger als 3 Monate nach Öffnung verwenden!).

studien gibts nicht? na dann mal lesen!


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch bin nach einer Flugannullierung (wegen Mega-Sturm Mittwoch Abend) und einigen “Irrfahrten” nun in Uster in der Schweiz angekommen, um mein beliebtes “Tanzende Moleküle”-Seminar am Wochenende zu halten. Morgen wird auch eeeendlich die Neuauflage des Buches erscheinen, für das ich einen recht großen Beitrag über klinische Studien mit ätherischen Ölen zusammengestellt habe: Aromapflege-Handbuch von Evelyn Deutsch, Bärbl Buchmayr und Marlene Eberle.

Als ich den Auftrag bekam, “etwas über Studien” beizutragen, dachte ich, dass das schnell gemacht sein wird, denn ich habe zwar hunderte von Studien mit ätherischen Ölen und Mikroorganismen vorliegen, auch Tierstudien habe ich nicht wenige in meiner Datenbank. Doch spontan fielen mir circa 20 Studien mit und an Menschen ein, einige erfüllten noch nicht einmal das Kriterium, maximal 10 Jahre alt zu sein. Niemand war dann nach entsprechenden Recherchen mehr überrascht als ich: Plötzlich hatte ich 40, dann 50, dann 60 Studien vorliegen. Viele davon zwar nicht wirkliche Knüller in den Augen von strengen Wissenschaftlern, also oft entweder nicht doppelblind durchgeführt, oder nicht randomisiert oder mit ganz wenigen Teilnehmer/innen, doch einige sind wirklich hochkarätig. Mich packte dann ein Jagdfieber und wirkliche Faszination, ich dachte an all die verzweifelten Pflegenden, die für ihre Vorgesetzten “Beweise” für ihre Bemühungen, Aromapflege in ihren Kliniken und Pflegeheimen zu etablieren, liefern müssen (irgendwie auch verständlich). Irgendwann ergab meine Jagd 85 Studien und dann konnte ich nicht anders als die 100er-Zielgerade anzusteuern. Nachdem unsere Assistentin das fertige Manuskript Korrektur gelesen hatte, fragte sie sehr verwundert: “Warum erfährt eigentlich der Normalverbraucher nichts von dieser Art der Therapie, die ja doch ganz gut wissenschaftlich untersucht zu sein scheint?”

Wenn ich mich recht erinnere, habe ich nach Fertigstellung dieser Sammlung über 8000 Menschen gezählt, die an den diversen Studien mit ätherischen Ölen teilgenommen haben. Mir kam der Gedanke, dass wenn man jemanden diese Recherchen machen ließe, der/die für diese Arbeit monatelang bezahlt werden würde, würde man auf noch viel mehr und vielleicht sogar auf noch bessere Arbeiten stoßen. Denn jede Studie kostet Geld, für uns Nicht-Wissenschaftler zwischen 30 und 50 Dollar/Euro, manchmal auch mehr, gelegentlich sind sie kostenlos erhältlich (dann oft wegen methodischer oder anderer Fehler).

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

In diesem Buchbeitrag sind nun also gut 50 Seiten mit über 100 Studien an und mit Menschen zu finden, nach pflegerelevanten Indikationen und Daten tabellarisch geordnet:

  • Ätherische Öle zur Beeinflussung der seelischen Befindlichkeit
  • Ätherische Öle im klinischen Umfeld (Wundversorgung, Krebsbehandlung, Palliativpflege)
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Infektionen
  • Ätherische Öle bei demenziell veränderten Menschen
  • Ätherische Öle zur Beeinflussung von kognitiven Fähigkeiten
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Beschwerden und Untersuchungen im Verdauungstrakt
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Erkrankungen im HNO-Bereich
  • Ätherische Öle zur Beeinflussung und Behandlung von Schmerzen
  • Ätherische Öle zur Behandlung von spezifischen Problemen von Frauen
  • Ätherische Öle zur Behandlung von spezifischen Problemen von Kindern
  • Ätherische Öle zur Behandlung von Hautkrankheiten

Dazu auf den insgesamt über 300 Seiten mit geballtem Aromapflege-Wissen:

  • Grundlagenwissen Aromapflege
  • die wichtigsten Anwendungsformen in Wort und Bild erklärt
  • Organisation der Aromapflege mit Vorlagen und Beispielen
  • gesetzliche Grundlagen für den Einsatz der Aromapflege im Stationsalltag
  • über 20 spannende Erfahrungsberichte aus dem Pflegealltag in Österreich und Deutschland
  • zahlreiche Fachbeiträge zu wichtigen Themen wie: Bakterizide/bakteriostatische Wirkung ätherischer Öle von Prof. Dr. Gerhard Buchbauer, Synthetische Duftstoffe versus natürliche Duftstoffe von Mag. Dr. Iris Stappen, Das Aromatogramm und der Reihenverdünnungstest von Dr. Gerda Dorfinger, Aromapflege und Evidence based Nursing von Mag. Dr. Dorothea Gross, u.v.m
  • Hautgesundheit und biologische Hautpflege
  • ausführliche Beschreibung pflegerelevanter ätherischer Öle, fetter Pflanzenöle und Hydrolate

Übrigens: Das Aromapflegehandbuch wurde nach den strengen Vorgaben des Österreichischen Umweltzeichens für schadstoffarme Druckprodukte (UZ 24) hergestellt. Diese Zertifizierung garantiert umweltfreundliche und ressourcenschonende Materialien und Produktionsweisen. Weiters wurden für das Aromapflegehandbuch nur Druckfarben auf Pflanzenölbasis ohne Mineralöle und für die Druckveredelung mittels Inline-Lackierung nur Ökolacke auf Wasserbasis ohne Lösungsmittel verwendet.

Hier (klick) kann man kostenlos online im Buch blättern, für 34,90 Euro ist es auf der Website von Evelyn Deutsch (klick) portofrei zu bestellen. Nächste Woche halte ich in ihrer Schule in Wien ein zweitägiges Seminar über Wissenschaftliche Studien mit ätherischen Ölen, es ist auch für nächstes Jahr eingeplant. Vielleicht sieht man sich.

die oscarverleihung der naturdüfte-branche


Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

In der Filmbranche gibt es die Oscar-Verleihung.

In der Musikbranche wird der Grammy verliehen.

…und in der Kräuter- bzw. Aromabranche wird ab 2013 der Award „thescentedddrop“ verliehen! Dazu schreibt Ingrid Karner:

Die kreativsten, die geistreichsten, die geschmackvollsten Ideen in Form von eingereichten Projekten in den unten genannten Kategorien zur Duftpflanze des Jahres [2013: Thymian] werden am 15. Juni 2013 im Rahmen einer unvergesslichen und alle Sinne ansprechenden Abendgala mit dem Award „thescenteddrop“ ausgezeichnet. Teilnehmen kann jede/r. Alle Wettbewerbsteilnehmer/innen werden auf der Website in der eingereichten Kategorie erfasst und bleiben auch über die Veranstaltung hinausgehend auf dieser Vernetzungsplattform zur weiteren Kontaktaufnahme veröffentlicht. Diese Plattform wächst von Jahr zu Jahr und soll somit die Basis für eine interdisziplinäre und überregionale Vernetzung von Menschen und Institutionen darstellen, die mit heimischen Kräutern bzw. Duftpflanzen arbeiten.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieAll jene, die also eine gute Idee zum diesjährigen Thema “Thymian” haben und im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt werden möchten, lade ich ein, beim Wettbewerb “the scented drop” mitzumachen. Die Kategorien sind:

  • Kochrezept
  • Bild
  • Musikstück
  • wissenschaftliches Ergebnis
  • Schmuckstück
  • Modekreation
  • Gartenbeetkonzept etc

Über den Award wird in über 20 deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften sowie im Radio und TV berichtet. Also: Eine tolle und vor allem extrem preisgünstige Möglichkeit (Teilnahmegebühr € 180,- inkl. Eintritt zur Gala inkl. Essen und Getränke), um bekannter zu werden. Übrigens: die Jury setzt sich zusammen aus Universitätsprofessoren, Vertretern aus Wirtschaft, Fernsehen und Rundfunk, Politik und Haubenküche!

Achtung: Einsendeschluss ist der 31. März 2013; die Award-Verleihung findet am 15. Juni 2013 in Graz-Umgebung statt, eine gute Möglichkeit ein paar Tage Entspannung in der schönen Steiermark einzuplanen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website thescenteddrop. Seien Sie dabei und gestalten Sie SICHTBAR europäische Aromakultur durch Ihre dufte Projekteinreichung mit!                   Ingrid Karner www.aromainfo.at

ein fast vergessenes buch geschenktipp #7


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieEin Buch, das mich in den ersten Jahren meiner Aromatherapie-Erfahrungen stark beeindruckt hatte und dessen Nicht-mehr-neu-aufgelegt-werden mich sehr traurig machte, war Duftheilkunde – der Weg, Düften zu begegnen von Renato (René) Strassmann. Das sehr persönlich geschriebene Buch wurde ganz zu Beginn der deutschsprachigen Aromatherapie-Bewegung im Schweizer AT Verlag heraus gegeben, es ist ganz, ganz anders als alle Bücher, die es jemals über ätherische Öle gab. Es befand sich ganz oben auf der Liste der zu lesenden Bücher in meinen Ausbildungen (denn jeder musste ein Referat zu einem speziellen Werk schreiben). Besonders auffällig und wirklich einzigartig: Es werden nur drei Öle ausführlich beschrieben (jene sind in meiner Ur-Ausgabe in drei nicht zusammenhängenden Abschnitten auf türkisfarbenem Papier gedruckt). Es handelt sich nicht etwa um Lavendel, Orange und Pfefferminze oder andere sehr häufig gebräuchliche und beliebte Öle, sondern um Angelikawurzel, Muskatellersalbei und Iris. Der Autor aus einem kleinen Dorf in der Schweiz entwickelte sich schon früh von einem – zunächst eher etabliertem – Heilkräuterspezialisten (in der Schweiz: Drogist) zu einem Mann, dem eine tiefe Verbundenheit zur Natur innewohnt und ihren Lebewesen mit tiefem Respekt begegnet – heute lebt er in Österreich. Möglicherweise ist sein Ansatz ähnlich wie der von Wolf-Dieter Storl – wenn jemand einen Vergleich braucht. Auf seiner Facebook-Seite erzählt er davon. Ich war so glücklich zu entdecken, dass dieses Buch seit diesem Sommer wieder erhältlich ist und werde es mit viel Freude weiter empfehlen. Auf dem oben angegebenem Buchtitel-Link kann man sich ganz gut einlesen in die einzigartige Erzählweise dieses Buches.

Sein zweites nie verschwundenes (oder nur kurz nicht neu aufgelegtes) Buch war mir immer Wegweiser bei meinen eigenen Entdeckungen und Erkenntnissen in der Natur der eher großen Pflanzen: Baumheilkunde war eines der ersten umfassenden Bücher über die Heilwirkung von Bäumen – es ist sowas wie eine Bibel in unserem Haushalt geworden. Inzwischen haben sich in unseren Regalen sicherlich noch zwei Dutzend Baum-Bücher dazu gesellt, doch das meist konsultierte Werk ist und bleibt das von Renato Strassmann.Wir haben ja auf unserem Privatgrundstück Dutzende von Bäumen und unser neu dazu gekommenes Seminar- und Gästehaus ist sogar von einem der ältesten Arboreten (Arboretum=Baumsammlung/Baum-Museum) Irlands umgeben – gegründet 1800 von der Familie der ersten Botanikerin Irlands. Viele von euch haben die dortige Magie ja bereits kennen- und lieben gelernt.

Blätter_von_Bäumen_Fischer-RizziEin weiteres wundervolles Buch über die Heilkraft von Bäumen ist übrigens auch ein von mir innig geliebtes (Früh-)Werk von Susanne Fischer-Rizzi: Blätter von Bäumen. Ein wunderbarer Bildband von Thomas Pakenham Bäume – die 72 größten und ältesten Bäume der Welt, dem Begründer der Irish Tree Society, gibt es inzwischen auf deutsch nur noch antiquarisch, der adlige Sohn eines bekannten britischen Politikers ist begnadeter Bäume-Fotograf, Botanik-Spezialist und Historiker, eine prima Kombination, um so ein spannendes und ästhetisches Buch über die wichtigsten Sauerstoffspender für uns Erdenmenschen zusammen zu stellen. Sir Pakenham war übrigens vor einigen Jahren im erwähnten Baumpark rund um unser Seminar- und Gästehaus und hat attestiert, dass es hier den größten und schönsten Wald der Andenmyrte (Myrtus luma oder Luma apiculata) gibt.

buch über palo santo – nur heute kostenlos


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieWer mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich ein Fan des digitalen Lesens werden würde, den hätte ich für völlig ‘spinnert’ gehalten ;-) . Niiiie, ich liiiiebe meine Kilometer von Regalreihen voller Bücher… (aber nicht das Abstauben und auch nicht die Holzverschwendung). Doch es ist anders gekommen, ich bin ein Fan des Kindle (klick!) geworden, den ich mir vom Weihnachtsgeld 2011 meiner lieben Schwiegereltern geleistet habe. Was ich genial finde, ist dass man soviele Bücher völlig kostenlos bekommen kann. Neulich war ich im Kafka-Museum in Prag und habe mir abends im Hotel gleich zehn seiner Bücher gratis runtergeladen, eine ideale Reiselektüre (vor allem weil die Batterie bei täglichem Lesen circa einen Monat hält). Denn ich habe die gesammelten Werke zwar aus Papier zu Hause stehen, doch würde ich sowas niemals mit auf Reisen nehmen (ich habe mich im Grafik-Studium intensiv mit Kafka beschäftigt). Und ich, die das I-Phone zurückgeben müsste wegen absoluter Unfähigkeit und Ungeduld habe meinen Kindle gaaaaanz alleine zum Laufen gebracht!!!

KindleFast alle Bücher von Goethe, Schiller, Novalis, Arthur Schnitzler, Oscar Wilde, Virginia Woolf etc bekommt man kostenlos, ich habe mir eine umfangreiche Klassiker-Bibliothek anlegen können (mal auf deutsch, auch auf englisch, spanisch und französisch, man bekommt ganz vieles von Autoren, die seit 70 Jahren und mehr tot sind). Das Lesen auf dem Kindle ist papierartig, also ohne Hinterleuchtung, so dass die Augen geschont werden, wirklich wie bei Papier – und man kann bei Müdigkeit mit einem Klick die Schrift vergrößern, man könnte seine Bücher sogar noch Fast-Blind lesen!

Da wir hier am Ende der Welt leben, ist mein größter Nutzen jedoch die Möglichkeit, dass ich “eben mal so” ein Buch kaufen kann – sogar bei unserer lahmer Leitung. In circa 10 Sekunden kann ich anfangen zu lesen. Und da ich ja nicht jünger werde (und meine Arme immer “kürzer”), finde ich es mittlerweile richtig doof, ein dickes “echtes” Buch zu halten, das auch noch dauernd zuklappen will, wenn es schlecht gebunden ist – auf dem Kindle sind es leichte 140 Gramm, die mit einem Fingerchen zu blättern sind – egal wie dick oder dünn das Buch ist! Hach, schwärm, sorry. Sagte ich schon, dass JEDE(R) kostenlos eine Lese-Software für den Kindle auf seinen Computer oder sein Tablett laden kann? So kann jeder alle Kindle-Bücher lesen, ob gratis oder gekauft.

David_CrowDavid_Crow_Palo_SantoDoch nun zum heutigen Geschenk: Der bekannte us-amerikanische Aromaspezialist und Autor David Crow hat ein neues Buch herausgegeben “Sacred Smoke – The Magic und Medicine of Palo Santo”. Heute – und nur heute – ist es kostenlos erhältlich, zumindest beim amerikanischen Amazon hier, wo ich meine – auch deutschen – Bücher kaufen muss (die Copyrightvorschriften sind undurchschaubar, ich kann meine Kindle-Bücher weder beim deutschen noch beim britischen Amazon erwerben – nehme dazu gerne Rückmeldungen entgegen, ob es bei euch in Mitteleuropa klappt – wenn ja bis Mitternacht in den USA). Das Buch handelt also von dem sehr selten erhältlichen und sehr kostbaren Öl Palo Santo aus Ecuador bzw. den Galapagos Inseln (Heiliges Holz). Ich schrieb bereits hier darüber, weil es mir so wunderbar bei Schwellungen und Schmerzen im Ringfinger half.

geschenktipp #2


taschentüchertascheNicht nur zu Weihnachten, sondern als ganz besonderes Mitbringsel für eine liebe Freundin, als Dankeschön für die unterstützende Schwiegermutter, den Babysitter, die Nachbarin, den Autoreparateur: Susanne Freese aus Nord-Deutschland näht einzigartige Unikate rund um Düfte, wie das Tatüta (Taschentüchertasche!), sie kreiiert dafür Raumbeduftungs-Mischungen, teilweise nach meinen Rezepturen aus “Aromatherapie für Sie”. Anzuschauen in ihrem DaWanda-Shop Dufttraum, beispielsweise hier (klick!). Ich finde es ein prima Idee, kleine Manufakturen zu unterstützen, Handarbeit ‘Made in Europe’ wieder mehr in den Blickpunkt zu rücken, Kreativität zu würdigen.

die wissenschaftlerin, die den ölen beim duften zuschaut


Bild A

Seit vielen Jahren zeigte ich in meinen Kursen einige der wundervollen Makrofotos des Wissenschaftler-Teams Katerina und Tomas Svoboda. Aromatherapie lernen bei Eliane Zimmermann - AiDA AromatherapyDie tschechischen Forscher aus Schottland konnten Ende der neunziger Jahre mit Hilfe einer damals ganz neuartigen und aufwändigen Aufnahmemethode und mit anschließenden Einfärbungen winzigste Zellstrukturen von Duftpflanzen fotografisch festhalten. Fantastische Gebilde von etwas gruseligen Höhlen, zackigen Irrgärten, eigenartigen Mondlandschaften und übernatürlichen Jahrmärkten sind entstanden. Ich hatte durch Vermittlung meiner lieben Kollegin Soham in Köln die Erlaubnis, diese Fotos in meinen/unseren Kursen zu zeigen. Nun habe ich in Prag diese Erlaubnis höchstpersönlich bestätigt bekommen, denn Frau Svoboda war Überraschungsgast auf der Konferenz der Tschechischen Aromatherapie Vereinigung. Sie wurde extra für mich ‘eingeflogen’ (sie wohnt inzwischen wieder in der Heimat), damit ich – als die von weit her gereiste Vortragende dieses Wochenendes, sie endlich mal persönlich kennen lernen konnte.

Aromatherapie-Fernstudium bei AiDA Aromatherapy

In einer Berufswelt, in der fast nur Frauen praktizieren, jedoch fast nur Männer forschen, konnte sie sich einen Namen machen durch die Untersuchung der biologischen Aktivitäten und Eigenschaften von Ätherisch-Öl-Pflanzen. Wer englisch kann, sollte sich diese ihre kostenlos zugängliche Zusammenfassung hier runterladen und mal sorgfältig durcharbeiten. Ich habe mir in Prag endlich ihren kleinen Bildatlas Secretory Structures of Aromatic and Medicinal Plants aus dem Jahr 2000 geleistet, er hat mal 40 Euro gekostet und ist nun allenfalls noch antiquarisch zu Horrorpreisen erhältlich (oder bei einem kleinen Verlag in der Tschechischen Republik, ich könnte ggfs. vermitteln).

Ich würde nun gerne ein Spiel mit euch, meinen lieben LeserInnen und Lesern, machen. Denn ich habe beim Anblick dieser Fotos immer lustige Assoziationen und einige stelle ich mir klasse als Ölgemälde, also irgendwie künstlerisch verarbeitet, vor. Lasst mal das Denken beiseite und achtet darauf, was euch als erste Assoziation in den Sinn kommt. Schreibt also bitte zu einem oder zu allen Bildern jeweils einen Begriff, Satz oder Vers, ich schreibe erst einmal Buchstaben in die Bildunterschrift und löse dann demnächst auf, um welche Duftpflanze bzw. ihren Ätherisch-Öl-Behältern es sich handelt (sie gehören allesamt zu den wichtigen Öle-Lieferanten). Ich würde gerne wissen, ob vielleicht eure rechtshirnhälftigen Empfindungen zu den Attributen des jeweiligen Duftes passen. Ich bin gespannt!

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Ich freue mich über zahlreiche Zuschriften und ich denke auch die anderen LeserInnen werde sich über eine rege Teilnahme freuen. [Fotos der Pflanzenstrukturen: © Katerina & Tomas Svoboda & Andrew Syred; Fotos von Katerina Svoboda: © Iva Tauchmanova] Aromatherapie und BotanikSo sieht übrigens das ganze Foto mit der Wissenschaftlerin aus, sie sollte per I-Phone-Foto ins Adressverzeichnis einer Kursteilnehmerin kommen, fühlte sich so unbehaglich und die Bilder wurden etwas steif. Dann sollte ich mit auf’s Foto und schon hat es geklappt. Darum schaue ich wie nach fünf Gläsern Wein aus, obwohl ich mir beim geselligen Beisammensitzen den Genuss der edlen tschechischen Tropfen gänzlich verkniffen hatte.

PS Das Kommentarefeld befindet sich im grauen Kästchen rechts neben der Überschrift. Einfach anklicken! Wegen des Interesses: Ich habe 800 CZK (Kronen) bezahlt, das sind fast 40 Euro. Viele der knapp 30 weiteren “Porträts” sind nicht so aufregend wie diese schönen Fotos, das Büchlein ist eher klein (eher wie ein Geo-Heft).

der baum, der die menschen zum staunen bringt


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie Saison für unser Seminar- und Gästehaus ist nun mit der Abreise einer letzten Gruppe vorbei, diese gut sechs Monate sind vergangen wie im Flug, unglaublich. Gestern zeigten sich Haus und der große Park drumherum im allerschönstem und warmem Herbstlicht, es war sehr beglückend und ich bedaure fast, dass wir keine Kurse und Wanderwochen in dieser schönen Jahreszeit anbieten. Doch die Ruhephase muss für Vorbereitungsarbeiten für die Saison 2013 genutzt werden.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDieser Baum – nur eine Fußminute vom Seminar- und Gästehaus Ardnagashel House entfernt – bringt wirklich JEDEN Gast zum staunen, sogar Gäste, die nicht für Garten- und Duftpflanzenerlebnisse zu uns kommen. Wenn man unter dieser Persönlichkeit mit ihren vielen knorzigen Armen und Rüsseln steht, bleibt einem schier die Sprache weg, vielleicht fürchtet man sich sogar ein bisschen, Ehrfurcht hat man auf alle Fälle. Und die meisten Menschen verspüren das Bedürfnis, den urigen Riesen zu berühren, seinen einzigartigen Charakter zu spüren, sich auf einen der eigenartig zum Boden wachsenden Rüssel Äste zu setzen, wie die liebe Kollegin Ruth von Braunschweig auf diesem (klick!) Foto. Man sagt, Bäume dieser Baumgattung seien die größten Bäume der Welt, denn jede Sicheltanne bildet im Laufe der Jahrhunderte viele Ableger, so dass ein ganzer Wald um den Mutterbaum herum entsteht. Dieses Prachtexemplar in Ardnagashel ist immerhin der Champion von ganz Irland, also der Größte seiner Art auf der Grünen Insel. Dabei ist er mit seinem gut 200 Jahren noch ein Baby, ein Bonsai sozusagen!

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDas ätherische Öl aus den Zweigen und fast halbmondförmigen Nadeln der Cryptomeria japonica, der Japanischen Sicheltanne (Sugi), duftet holzig-grün, etwas ähnlich wie das aus der Atlaszeder, es enthält viele verschiedene Sesquiterpenverbindungen wie 11 pProzent Elemol, neben etlichen Monoterpenen ist Terpinen-4-ol mit 10 Prozent vertreten. Es wirkt  laut einigen Studie gegen diverse pathogene (krankheitsfördernde) Bakterienstämme im Mund, gehen diverse Hautbakterien und entzündungshemmdend, wie so viele Baumöle. Ich habe es bislang nur bei Maienfelser Naturkosmetik entdeckt.

Ein guter japanischer Reiswein darf in Fässern reifen, die aus diesem Holz hergestellt wurden und nimmt dadurch ein zartes harzig-balsamisch-holziges Aroma an.

Zu den Vorbereitungsarbeiten für die kommende Saison gehört auch die Aktualisierung der Duft-Erlebnisreisen zu diesem Ort – Ardnagashel Estate –, den einst die Familie der ersten Botanikerin Irlands, Ellen Hutchins (1785-1815) bepflanzte. Ob sie damals ahnte, dass fast 200 Jahre später viele DuftenthusisastInnen durch diesem Park spazieren würden, begeistert Zweige, Zapfen, Moose und auch Treibholz einsammeln würden? Und sich von den betörenden Farben und Düften der im April und Mai blühenden Rhododendren verzaubern lassen würden? Und dass eine verrückte passionierte Aromatherapie-Lehrerin im Herbst die Früchte der Anden-Myrte (Myrtus luma bzw. neuerdings Luma apiculata) naschen würde? Diesen wunderschönen Baum, der übrigens derzeit immer noch blüht, hat einer von Ellens Brüdern höchstpersönlich aus Chile ins britische Empire gebracht. Nur in der Gegend um Glengarriff wächst er wie Unkraut, also fast besser als in seiner südamerikanischen Heimat.

Jedenfalls – damit zurück zu den Vorbereitungen – ist nun endlich die neue Broschüre für die AiDA-Duft-Erlebnisreisen 2013 fertig und steht zum kostenlosen Download (klick! sie hat 16 Seiten mit knapp 2 MB) bereit, auch das modernisierte Anmeldeformular – es kann nun per Acrobat Reader bequem ausgefüllt werden – liegt hier (klick!) bereit (alle, die sich bereits haben vormerken lassen, bekommen es in den nächsten Tagen gemailt). Und wer schon hier war, kann vielleicht mit den Fotos ein Stück Erinnerung an den duften Frühling in Irland heraufbeschwören…. Zum Abschluss noch eine nette Ansicht von der Fahrt zur Blumeninsel Garinish Island.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

das berufsbild der aromapraktiker/in


Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Jeder darf in Irland und Großbritannien therapieren und eine Klinik eröffnen, solange er/sie niemandem schadet und das Einverständnis der betreffenden Person hat.

Als ich vor 22 Jahren mein (britisches) Diplom* vom Shirley Price College erhielt, hoffte ich, dass 1992 mit der Niederlassungsfreiheit (und anderen Vereinheitlichungs-Regelungen) in der EU ein wundervoller Beruf auch in den deutschsprachigen Ländern etabliert werden könnte. Doch davon sind wir immer noch weit entfernt, auch wenn hier und da zaghafte Bemühungen stattfinden, sich vom Heilpraktiker-Wesen abzugrenzen.

Wir AromapraktikerInnen wollen weder therapieren, noch heilen, noch (an der Haut) herumschneiden, noch Blut abnehmen, noch Spritzen geben etc). Wir möchten Menschen vielmehr begleiten, wenn sie sich nicht (mehr) wohlfühlen in ihrer Haut, wenn sie das Gefühl haben, etwas sei nicht in Ordnung, wenn ein Arzt oder eine Heilpraktikerin ihnen mitteilt, dass sie austherapiert seien, wenn sie sich krank und ausgebrannt fühlen, obwohl sie aus “schulmedizinischer” Sicht gesund sein sollen. Wir möchten insbesondere helfen, dass es gar nicht zu solchen Problemen kommt, wir möchten unterstützen und beraten, dass Menschen sich selbst helfen lernen und dies dann auch selbstverantwortlich und ohne Gefahr tun können. Unser Ziel ist energetische Balance, ganzheitliches Wohlfühlen, holistische Ausgeglichenheit. Hinter diesen Wortungetümen müssen wir uns verbergen, um Menschen bei ihrem Wunsch, gesund und stabil zu sein und bleiben, zu helfen und beratend zur Seite zu stehen.

Wir haben überhaupt nicht den Anspruch, Diagnosen zu stellen, Medikamente zu verordnen, Therapien einzuleiten. Wir nehmen keinem Heilpraktiker/in die Arbeit weg und stehlen schon gar einem Arzt/Ärztin die Butter vom Brot. Wir arbeiten nicht gegen Beschwerden und Krankheiten, sondern unterstützen die Selbstheilungsmechanismen unserer KlientInnen. Wir geben ihnen etwas, das sie in ihrer momentanen und individuellen Befindlichkeit stärkt. Wir arbeiten FÜR diese Person (nicht gegen ihre Wehwehchen). Doch anders als in Großbritannien und Irland, wo jeder (in gewissem, durchaus großzügigem Rahmen) heilen und therapieren darf und sich ‘healer’ und ‘therapist’ nennen darf, wird in den deutschsprachigen Ländern der Beruf der Aromapraktikerin oder des Aromatherapeuten strengstens reglementiert. Darf man in Deutschland immerhin noch massieren, auch komplett ohne Ausbildung, ist es in Österreich verboten, Menschen ‘massierend’ anzufassen, wenn man nicht eine Ausbildung in heilender/therapeutischer Massage absolviert hat. Streng genommen darf man niemanden mit auch noch so leichter therapieartiger Intention berühren, ‘energetische Streichungen’ sind je nach Auslegung möglich. In der Schweiz sind die Regulationen von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich, man bastelt derzeit an einer Vereinheitlichung.

Der Beruf des Aromapraktikers und der Aromapraktikerin – dieser Begriff wurde in den frühen neunziger Jahren von mir erfunden, umfasst also eine ganzheitliche GesundheitsPFLEGE. Man (und frau) zeigt seinen KlientInnen, wie sich das behüten, pflegen und bewahren können, das ihnen kostbar ist: ihre Gesundheit. Man lernt, nicht ständig die Verantwortung nach außen abzugeben, in sich hineinzuhorchen (und zu -riechen), die Mittel und Stoffe zu finden, die einem gut tun. Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy“Gut tun” fördert die Arbeit des Immunssystems und führt so zu (hoffentlich) lang anhaltendem Gesundbleiben. Bei kleinen Wehwehchen und alltäglichen (banalen) Infekten weiß man genau, zu welcher Pflanze zu greifen, welchen Duft zu wählen.

Um Kunden/Klienten umfassend und verantwortungsvoll beraten zu können, MUSS man als Aromapraktiker und Aromapraktikerin allerdings ausreichend geschult sein. Das bedeutet, mindestens 200 Stunden lang (oder 250 ‘Schulstunden’ à 45 Minuten) die Schulbank zu drücken und nochmals mindestens diese Zeit im Selbststudium zu verbringen. Das bedeutet auch, mindestens dreißig oder besser vierzig ätherische Öle gut kennen zu lernen, wichtige Chemotypen per Riechen unterscheiden zu können und entweder selbst mit duftenden Heilpflanzen zu arbeiten oder zumindest einer Destillation beizuwohnen. Das bedeutet dann zudem, dass man selbst SPÜRT und be-GREIFT, wie aufwändig die Gewinnung von ätherischen Ölen ist, wie viel Pflanzenmaterial in einem einzigen Tropfen steckt (vielleicht ein Wäschekorb voll Salbeiblättern in einem Tropfen Salbeiöl, vielleicht eine große Regentonne voll Melissenkraut in einem Tropfen Melissenöl, vielleicht dreißig kostbare Duftrosen in einem Tropfen Rosenöl etc).

Man muss desweiteren Grundlagen der Anatomie und der Physiologie studieren, also sowohl das Skelett in groben Zügen verstehen, den Zustand der Muskulatur und der Haut bewerten lernen und natürlich die Details des Geruchssinnes kennen lernen. Und hoffentlich ein Gefühl dafür entwickeln, wie wichtig dieser noch für uns Menschen ist und wie unentbehrlich natürliche Pflanzendüfte für unseren Körper und für unsere Psyche sein können. Man muss auch verstehen lernen, dass man die Finger von bestimmten Krankheiten und Erscheinungen zu lassen hat, dazu muss man vielfältige Anwendungsmethoden selbst erfahren haben (Bad, Inhalation, Einreibung, Kompresse, Einnahme [von nur einigen wenigen Ölen] etc). Und nicht zuletzt muss man mit Mengen arbeiten lernen, die sowohl der Haut seiner KlientInnen gut bekommen und die einen Bezug zur jeweiligen Duftpflanze haben:  Wenn in der lebenden Pflanze die Duftmoleküle beispielsweise nur ein Prozent des Gesamtgewichtes ausmachen, werde ich nicht fünf, nicht zehn und schon gar nicht hundert Prozent des ätherischen Öles auf die Haut auftragen. Das ist doch irgendwie logisch, oder? Ätherische Öle sind nun mal konzentrierte, pharmakologisch aktive (und oft hoch aktive) Mittel. Der gesunde Menschenverstand gebietet, diese sachkundig zu verdünnen.

Wer wie ich Probleme mit dem Prozentrechnen hat, kann auf meiner Website kostenlos eine kleine Dosierungstabelle runterladen (vielleicht laminieren und immer dabei haben). Wer einen kleinen Audioclip der österreichischen ärztlich geprüften Aromapraktikerin Ingrid Karner zum Thema Berufsbild der ärztlich geprüften Aromapraktiker anhören möchte, kann hier klicken. Wer sich einem länderübergreifenden deutschsprachigen Netzwerk anschließen möchte und dazu jemandem, der im Bereich der duftenden Heilpflanzen tätig ist, für den jährlich zu vergebenden Award vorschlagen möchte, sollte einmal bei The Scented Drop vorbei schauen.

* mein akademisches (deutsches) Diplom erhielt ich nach vier Jahren Studium in “Visueller Kommunikation” (Grafik-Design, Psychologie, Marketing) an der FH Mainz