aromapflege bei riechenden tumoren


Eukalyptusblüte

Eukalyptusblüten: Die Deckel einiger Kapseln öffnen sich

Kann man in der Palliativmedizin etwas gegen den üblen Geruch, den zerfallende Tumore abgeben, unternehmen? Gestern und heute lief mir diese Frage über den Weg, darum hole ich diesen sieben Jahre alten Blog-Artikel hoch. Betroffene, Angehörige und vor allem Pflegende leiden sehr unter Tumorgerüchen und fühlen sich gar abgestoßen. Die Belastung ist enorm, denn Geruchsekel gehört zu den ältesten Emotionen, die den Menschen vor Gefahren, vor Tod, Verwesung, gefährlichem Zerfall durch Mikroorganismen sollen. Der Mensch, der sowas riechen muss, ist ständig in Abwehrstress, das Unbewusste befindet sich im Alarm-Bereitschafts-Modus. Neben einer oder zwei breitflächigen Schalen mit Kaffeebohnen, die den Geruch ein wenig absorbieren und neutralisieren, könnte man eine ähnliche Mischung wie das unten beschriebene Fertigprodukt herstellen (lassen).

Diese Frage nach der Linderung von Tumorgerüchen wurde nämlich bereits wissenschaftlich beleuchtet, als sich vor circa 15 Jahren auch ein Team von Wissenschaftlern rund um PD Dr. Dr. Patrick Warnke von der Universität Kiel und der Bond University In Australien (Robina, Queensland) damit beschäftigten. Sie kreierten und testeten eine Ätherisch-Öl-Mischung namens Kielmix®. (Leider ist das Produkt nicht mehr auf der australischen hersteller-Seite gelistet, es scheint gänzlich aus dem Internet verschwunden).

Diese Mischung wurde von Medizinern auf stinkende Krebstumore gegeben. Die Idee war zunächst, einfach die Gerüche zu reduzieren, indem die Ausbreitung der Zerfallsbakterien eingedämmt werden sollte. Die erfreuliche Nebenwirkung war, dass die Wunden begannen, Zeichen von Heilung zu zeigen, der Bakterienbefall ging wirklich zurück (auch MRSA) und dass sogar bei einigen Patienten das Tumorwachstum sich verlangsamte. Kielmix® enthält laut Herstellerfirma:

  • Eukalyptusöl 136mg
  • Teebaumöl 131mg
  • Lemongrassöl 86mg
  • Zitronenöl 71mg
  • Gewürznelkenöl 73mg
  • Thymianöl 26mg
  • Ethanol (Weingeist) 347mg

Es wäre mit etwas mehr gesundem Menschenverstand und vor allem mit mehr Aufgeschlossenheit so einfach, in der heutigen Zeit einfach ein paar Labore zu bemühen, um diese Rezepturen und Fallbeschreibungen zu verifizieren, die Mischungen ggfs. den betreffenden Umständen anzupassen, sie beispielsweise mit Jojobaöl und Johanniskrautöl anzufertigen. So könnte man den betroffenen MENSCHEN wirklich helfen, ihre ohnehin oft höllenmäßig empfundene Situation besser zu ertragen. Welcher Mensch ist schon gerne pflegebedürftig und muss sich obendrein auch noch für eklige Ausdünstungen schämen… Die obigen ätherischen Öle sind übrigens allesamt preiswert, selbst wenn sie von hervorragender Quelle stammen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Lemongrass in Brasilien

[Stephan T. Becker, Eugene Sherry, Sureshan Sivananthan, Harald Essig, Jörg Wiltfang, Ingo N. Springer, Joachim Bredée, Patrick H. Warnke. Behandlung fötider Tumorulzerationen mit ätherischen Ölen (KIELMIX®) in der Palliativmedizin · Zeitschrift für Phytotherapie 06/2006] Probeheft dieser Fachzeitschrift aus dem Hippokrates Verlag: MVS Medizinverlage Stuttgart. Ein kleiner Bericht aus der renommierten Onkologie-Fachzeitschrift ‚Journal of Clinical Oncology‘ ist hier (in englischer Sprache) nachzulesen. Der gesamte Artikel in deutscher Sprache ist für knapp 30 britische Pfund hier online zu bestellen und runterzuladen.

Inzwischen haben Prof. Warnke und sein Team auch eine Reihe von ätherischen Ölen gegen diverse krankenhausübliche und antibiotikaresistente Bakterien- und Hefestämme durchgetestet und für eine preiswerte, effektive und „vielversprechende Kraft“ befunden. Sie testen die ätherischen Öle von Eukalyptus, Teebaum, Thymian (weiß ?), Lavendel, Zitrone, Lemongrass, Zimt, Grapefruit, Nelkenknospe, Sandelholz, Pfefferminze, Kunzea und Salbei  [Warnke PH, Becker ST, Podschun R, Sivananthan S, Springer IN, Russo P A, Wiltfang, J, Fickenscher H, Sherry E (2009). The battle against multi-resistant strains: Renaissance of antimicrobial essential oils as a promising force to fight hospital-acquired infections. Journal of craniomaxillofacial surgery, 37(7), 392-397

PS Wer ein kritisches, jedoch sehr lesenswertes  Buch eines Gynäkologen lesen möchte: Wirtschaftfaktor Brustkrebs von Prof. Dr. Franz Fischl der seine Ordination nach etlichen Jahren an der Uni Mainz in Wien (am AKH) hat.

schlafen auf der intensivstation


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNach dem vorherigen Artikel über verbesserten Schlaf für Pflegende, die im Schichtdienst arbeiten, bekam ich die Info über eine erst kürzlich veröffentlichte Studie, in der man sich mit dem Schlaf von PatientInnen auf einer Intensivstation beschäftigte. Danke, liebe Heike; für diese ergänzende Arbeit.

Es überrascht sicher niemanden, dass Menschen, die ein gesundheitliches Trauma durchmachen, möglicherweise mit dem Tod ringen müssen, von Ängsten geplagt sind und schwere Schmerzen durchleiden, nicht an erholsamen Schlaf denken können. Dazu die Medikamente, die Schläuche, die Elektroden, die piependen und blinkende Apparate, das Kommen und Gehen der Betreuer.

So wurde in diesem türkischen Experiment geschaut, wie 60 HerzpatientInnen auf Lavendelöl reagieren. Die Schlafqualität wurde nach zwei standardisierten und anerkannten Skalen bewertet [Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) und Beck Anxiety Inventory (BAI) scale]. 15 Tage lang bekam die Hälfte der vorher informierten TeilnehmerInnen 2%ig verdünntes Lavendelöl zum Einatmen. Die Kontrollgruppe bekam kein Lavendelöl zu riechen. Nach diesen zwei Wochen wurde in beiden Gruppen die Schlafqualität wieder bewertet.

Die Lavendelgruppe zeigte signifikant bessere Ergebnisse (p < 0·05), was die Qualität des Schlafes und auch was die Stärke der Angstsymptome anbelangte. Die Autoren schließen daraus, das diese nicht-invasive und kostengünstige Maßnahme für die Intensivpflege-Betreuung von HerzpatientInnen sinnvoll ist, denn sie kann von den Pflegenden selbstständig vorgenommen werden und ist einfach anwendbar.
[Karadag E, Samancioglu S, Ozden D, Bakir E. Effects of aromatherapy on sleep quality and anxiety of patients. Nurs Crit Care. 2017 Mar;22(2):105-112]

glas_aluminium_inhalierstift_blau_xsWenn jemand diese hilfreiche Anwendung ausprobieren möchte, bitte darauf achten, dass Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) eingesetzt wird, denn billigerer Lavandin kann relativ viel Campher (Kampfer oder Bornan-2-on) enthalten, dieser aktiviert und macht wach. Nur das ätherische Öl aus der Lavandin-Züchtung Lavandula × intermedia Super kommt dem Echten Lavendel in der beruhigend wirksamen Zusammensetzung recht nahe. Idealerweise gibt man 1-2 Tropfen des Lavendelöles auf einen Tupfer, der in der Nähe der Nase des Patienten gelegt wird, oder – zunächst teurer jedoch langfristig preisgünstiger, weil wochenlang benutzbar – auf einen Inhalier-Stick, wie sie inzwischen von mehreren Anbietern erhältlich sind, auch schöner und hygienischer aus Glas (in der Schweiz bei Florentia und für Österreich und Deutschland bei Sabine Nachbauer). Der beruhigend und angstlindernd wirksame Inhaltsstoff Linalylacetat ist auch reichlich in folgenden ätherischen Ölen enthalten:

  • Mentha x citrata, Bergamottminze: 34–63 % Linalylacetat
  • Citrus x bergamia, Bergamotte: 35% Linalylacetat
  • Salvia sclarea, Muskatellersalbei: 75% Linalylacetat
  • Lavandula × intermedia Super: +/- 35% Linalylacetat
  • Citrus x aurantium flos, Neroli: 3-16 % Linalylacetat
  • Citrus x aurantium fol, Petit Grain: 50-70 % Linalylacetat
  • Bursera delpechiana, Linaloe-Früchte: 22% Linalylacetat (und fast die doppelte Menge im sehr seltenen Öl aus den Samen und Samenhülsen)

Abbildung Inhalierstifte: Sabine Nachbauer

schlafqualität bei pflegenden in schichtarbeit


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch spreche und verstehe zwar zum Glück etliche Sprachen, aber mit meinen Koreanisch-Kenntnissen hapert es doch ziemlich 🙂 Ich habe eine viel versprechende Studie von Ende 2016 genau in dieser Sprache vorliegen, doch kann ich nur die englischsprachige Zusammenfassung (Abstract) lesen. Vielleicht können sich Pflegende daraus dennoch eine kleine Inspiration holen.

Es ging in dieser kleinen Arbeit mit  60 gesunden TeilnehmerInnen darum, ob das Einatmen von ätherischen Ölen die Schlafqualität von Krankenpflegenden, die in Schichtarbeit arbeiten, verbessern kann. Die Hälfte der TeilnehmerInnen atmeten 3 Minuten vor dem Schlafengehen einen Duft ein, circa 10 cm von ihrer Nase entfernt. Dann wurden sie gebeten zu Bett zu gehen und einen Aromastone (auch ‚Thermo-Duftstein‘ * mit Duft) circa 30 cm von ihrem Kopf laufen zu lassen. Das sind aus Keramik oder Porzellan angefertigte Gefäße oder steinartige, kugelige kleine Geräte, die leicht erwärmt werden (durch Strom) und völlig ohne Geräusche arbeiten. Leider werden in der englischen Zusammenfassung nicht die Öle genannt, es handelt sich jedoch vermutlich um Lavendelöl, da es sowohl bei den Suchkriterien aufgelistet ist als auch bei den Quellen genannt wird. Im Text war noch die römische Kamille und die Bitterorange zu finden, danke für’s aufmerksame „Lesen“, liebe Frauke!

Viermal wurde die Qualität des Schlafes der TeilnehmerInnen erfasst: vor der Studie, sowie an den Tagen 1, 2 und 3 während der Studie, gemessen nach anerkannten international bekannten Skalen (Perceived QOS und Verran & Synder-Halpern [VSH]), die Anzahl der Wachwerde-Vorkommnisse wurde mit einem nicht-invasivem Gerät gezählt (Aktigraph).

Vor dem Experiment waren keine signifikanten Unterschiede zwischen der „Duftgruppe“ und der Kontrollgruppe feststellbar, nach dem dritten Tag des Experimentes war eine signifikante Verbesserung der Qualität des Schlafes bei TeilnehmerInnen der „Duftgruppe“ zu verzeichnen (VSH: F=6.39, p =.002). Das Autorenteam schließt daraus, dass das Einatmen von ätherischen Ölen den Schlaf von schichtarbeitenden Menschen im Pflegebereich verbessern kann. [Kim W, Hur MH. Inhalation Effects of Aroma Essential Oil on Quality of Sleep for Shift Nurses after Night Work. J Korean Acad Nurs. 2016 Dec;46(6):769-779]

Thermo-Duftsteine gibt es von folgenden Anbietern für zwischen 22 und 50 Euro, einfach anklicken!

Feeling

Farfalla

Neumond

Taoasis

FRAGE: Ist unter meinen LeserInnen jemand, der/die koreanisch lesen und verstehen kann, so dass wir etwas über die verwendeten Öle erfahren können? Der volle Text dieser Studie kann hier nachgelesen werden, eben auf koreanisch!

destillation und ergiebigkeit


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch habe in den letzten Monaten einige Pflanzen destilliert, vor allem für Schauzwecke. Um den KursteilnehmerInnen mal zu zeigen, wie es funktioniert und dass man auch aus mehreren voll gefüllten Tassen mit Heil- und Duftkräutern manchmal keinen ganzen Tropfen an ätherischem Öl gewinnen kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWer selbst pflanzt, hütet, jätet, biologisch schützt (beispielsweise eine miefende Brennesseljauche ansetzt und regelmäßig einsetzt), erntet, mörsert oder schneidet und destilliert, weiß für immer, wie kostbar ein einziges Tröpflein ätherisches Öl ist! Und welche große Menge an Heilpflanze in diesem Tropfen steckt! Oder würde jemand eine Portion Tee aus dieser Menge Kraut aufbrühen? Oder eine Inhalation daraus machen? Oder einen blutstillenden Umschlag?

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAuch als „alter Hase“ staunte ich nicht schlecht darüber, wie extrem stark und „geraniolig“ das Hydrolat aus meiner riesigen Rosengeranie (Pelargonium graveolens) roch. Ich hatte sie im Garten unseres Gästehauses und Schulgeländes ausgegraben, um ihr zu Hause ein neues Plätzchen zu geben. Sie war zunächst etwas beleidigt, und rollte viele ihrer Blätter zusammen. Diese sehr stark duftenden, fast trockenen Blätter „jagte“ ich einige Sekunden durch meinen Thermomix (besser noch wäre ein behutsames schneiden mit einem sehr scharfen Messer).

Destillation_GlasdestilleEs passten dann circa 25 Gramm Trockenkraut und dazu zwei klein geschnittene frische Blätter in das Destillationsgefäß meines ‚Hydrolati‘. Dann köchelte und brodelte es im bis 500 Grad feuerfesten Erlenmeyerkolben, und wie immer war ich fürchterlich aufgeregt, als die ersten Tröpfchen Hydrolat aus dem gläsernen Röhrchen heraus tropften. Ich habe mir übrigens bewusst eine kleine gläserne Destille zugelegt, damit KursteilnehmerInnen genau zuschauen können, wie Destillation funktioniert. Meine viel größere Kupferdestille ist für Hydrolate sinnvoller, da diese länger haltbar sind als die aus gläserner Produktion. Aber man sieht eben nicht viel des aufregenden alchemistischen Vorgangs und es dauert auch viel zu lange.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDiese praktische Heimdestille mit mundgeblasenen Teilen namens HYDROLATI kann nach einem Seminar bei der „Heilpflanzen-Hebamme“ Barbara Kircher-Storch (klick!) erworben werden (circa 200 € inkl. Schutzbrille, Siedesteinchen, Kupferstück).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMeine knapp 200 ml Rosengeranienhydrolat – destilliert aus einem ganzen Thermomix-Behälter voller Kraut – enthielten circa 1,5 Tropfen ätherisches Öl!

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBei einer Lavendeldestillation kam zwecks längerer Haltbarkeit des Hydrolats ein Stück Kupfermatte mit ins Wasser. Beide Hydrolate duften so ungleich viel besser als ihre gekauften gleichnamigen Hydrolate, egal von welcher Firma. Bei Lavendel kann man es sich nur in der heimischen Destillation leisten, das Heilkraut gut zu rebeln, dass keinerlei Zweige und Blättchen mit dabei sind. Auf diese Weise erreicht man ein recht blumig, fast süß duftendes Hydrolat. Sobald „Grünzeug“ dabei ist, wird der Duft herber und enttäuscht dann viele KäuferInnen, weil er kaum an Lavendelöl erinnert.

Zudem muss bedacht werden, dass Lavendelhydrolat kaum den duftgebenden Ester Linalylacetat enthält. Denn dieser wird bei der Destillation aufgespalten in Linalool und Essigsäure. Die milden Pflanzensäuren machen Hydrolate so hautfreundlich, zudem haltbarer als der entsprechende Tee und mild antiseptisch sowie juckreizstillend („Hydrolate“ aus dem Espressokocher sind bei guter Kühlung nur zwei oder drei Tage haltbar, da sie sowas wie starker Tee sind, es fehlen Säuren, ätherische Öle und sicher noch manche andere Inhaltsstoffe, die bei der Destillation übergehen und entstehen).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAnders als anderslautende Behauptungen enthalten ätherische Öle aus Rosengeranie (Pelargonium graveolens) übrigens so gut wie keine Monoterpenaldehyde! Ich habe mal neun Gaschromatogramm-Analysen von sieben unterschiedlichen seriösen, größtenteils Bio-Öle-Anbietern verglichen. Ätherische Öle aus Pelargonium asperum können einen winzigen Anteil (< 1%) an diesen zitronig duftenden Bestandteilen enthalten. Bei Analysen 1 und 9 gab es keine Angabe über den wissenschaftlichen Namen des untersuchten Rosengeranienöles.                Foto Tropfen: Antje Wendel

zitronenöl enthält KEIN vitamin C


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZitrusschalenfrüchte stammen ursprünglich aus Asien. Die Öle daraus werden in der Regel durch Raspeln/Pressen, Wässern, Zentrifugierung gewonnen. Das weiß mittlerweile auch jede DuftanfängerIn. Gute Zitrusschalenöle enthalten Furocumarine, diese verstärken die Lichtausbeute im Menschen bzw auf seiner Haut. Das führt bei nicht sachgemäßer Anwendung (Auftragen vor Sonnenbad oder Solariumbesuch) zu Pigmentflecken oder gar zu schlimmen Verbrennungen (Berloque Dermatitis), insbesondere wenn sie mit Mineralölen gemischt sind. Auch das weiß mittlerweile fast jede DuftanfängerIn.

Jedoch können genau diese ganz besonderen minoritären Inhaltsstoffe (also nur circa 1 Prozent oder gar weniger) auch die Lichtausbeute im Winter beeinflussen, erfahrungsgemäß zumindest (leider habe ich dazu noch keine Studien gefunden). Damit wird ihre stark stimmungsaufhellende Wirkung erklärt, insbesondere bei SAD (Seasonal Affective Disorder), der Lichtmangel-Depression.

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Lieferung, Waschen, Reiben von Zitrusfrüchten, Zentrifugieren von Orangenöl in Brasilien

Beide Öle also, die sehr lichtempfindlich machen, wirken auch antidepressiv (vorausgesetzt sie bleiben naturbelassen, also weder durch Natronlauge furocumarinfrei [FCF] gemacht noch durch Nachdestillation): Bergamotte (Citrus x bergamia Risso u. Poit.), das ist eine enge Verwandte der Zitrone und heißt darum auf englisch bergamot lemon und Limette (Citrus aurantiifolia (Christm.) Swingle.

Leider geistert neuerdings wieder der alte Fehler durch die Ätherische-Öle-Welt, dass Zitronenschalenöl angeblich Vitamin C, also L-(+)-Ascorbinsäure, enthält (allerdings ist im Labor hergestellte isolierte Ascorbinsäure nicht hundertprozentig identisch mit dem natürlich vorkommenden Vitamin C). Auf gewissen Verkaufsveranstaltungen und Videos von Ätherische-Öle-Anbietern wird das jedoch gerne behauptet und dann ständig weiter gebetet. Ätherische Öle enthalten jedoch – wenn überhaupt – nur Spürchen von freien Säuren, denn diese sind wasserlöslich, sie können gar nicht in relevanten Mengen in den fettöslichen /lipophilen ätherischen Ölen enthalten sein. Ascorbinsäure=Vitamin C kann also aufgrund der chemischen Eigenschaften NICHT im naturbelassenen Zitronenduft im Fläschchen enthalten sein.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFlavonoide, diese Jungbrunnen- und Reparatur-Moleküle sind dagegen in Fruchtfleisch UND Schale, damit auch im ätherischen Öl, welches durch Raspeln/Pressung gewonnen wird, enthalten. Es handelt sich um polymethoxylierte Flavone, sie geben den mechanisch gewonnenen Zitrusölen ihre schönen Farben, die wichtigsten Vertreter sind Nobiletin, Tangeritin, Sinensetin und Tetra-O -methylscutellarein*.

Die Zusammensetzung eines typischen Zitronenschalenöles:

Monoterpene

  • 64 % D-(+)-Limonen
  • 15 % β-Pinen
  • 10,5 % γ-Terpinen
  • 2,9 % α-Pinen
  • 0,7 % α-Thujen
  • 1,9 % β-Myrcen
  • Camphen
  • trans-Ocimen
  • Sabinen

Sesquiterpene

  • β-Caryophyllen
  • 0,35 % β-Bisabolen

Monoterpenole

  • Geraniol
  • Nerol
  • Linalool
  • Terpineol-4
  • 0,05 % α-Terpineol

Aldehyde

  • 0,82 % Geranial
  • 0,48 % Neral
  • Citronellal
  • Nonanal, Octanal, Decanal

Monoterpenester

  • 0,27 % Nerylacetat
  • 0,25 % Geranylacetat
  • Citronellylacetat

Andere

  • 1,5 % Cumarine und Furocumarine, z.B.
    0,6 % Bergapten, 0,2 % Bergamottin
  • (farblose) Carotinoide, polymethoxylierte Flavone

insgesamt circa 100 unterschiedliche Moleküle

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Urahnin der heute bekannten Zitrone ist übrigens die größere Ur-Zitrone oder Zedrat (Citrus medica), die als Medizinalpflanze ein hohes Ansehen genoss. Das ätherische Öle daraus riecht himmlisch zitronig, es wird nur von wenigen Anbietern verkauft. Ich habe in Brasilien Zedratfrüchte geerntet, die groß wie Honigmelonen waren, ihre Schale ist oft zerfurcht und superdick, es ist so gut wie kein Fruchtfleisch mit Saft enthalten. Das zur Weihnachtszeit beliebte Zitronat wird aus diesen dicken, wochenlang in Salzlake eingelegten Fruchtschalen hergestellt.

Auf diesem kleinen Video vom großen italienischen Zitrusöl- und Zitrussafthersteller Fratelli Indelicato (klick!) kann man das Abraspeln der Schalen gut sehen. Auch auf Wikipedia findet man Interessantes zur alten Medizinalzitrone.

* laut Prof. Dr. Elisabeth Stahl-Biskup, Universität Hamburg: ‚Die Chemische Extravaganz der Zitrusfrüchte‘ in Forum Essenzia, Heft Nr. 26 (2004); für Mitglieder von Forum Essenzia gibt es dieses hervorragende Heft als E-Paper, als „echte“Ausgabe ist es leider vergriffen.

aqua aromatica – die welt der hydrolate


hydrolate_kongress_illertissen2017Am 1. und 2. Juli 2017 findet der erste internationale Kongress über Hydrolate „Aqua Aromatica – Die Wiederentdeckung der Pflanzenwässer“ in Illertissen bei Ulm statt. Diese zwei Tage widmen sich – zum ersten Mal – ganz den Pflanzenwässern. Es wird mitten in den Pflanzen bei der Staudengärtnerei Gaissmayer im „Museum der Gartenkultur“ getagt. Ausgewählte Hydrolate-Hersteller und -Verarbeiter werden einen kleinen Markt mit Produkten bester Qualität bestücken. Ausserdem wird es eine sinnliche Führung zum Thema Pflanzenwässer durch die Staudengärtnerei Gaissmayer angeboten werden.
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch hätte auch an diesem wunderschönen Ort an einem ganz besonderen Event dabei sein sollen, bekam bereits ganz früh eine Einladung, doch war ich für dieses Wochenende bereits belegt. Es wird jedoch meine wundervolle Kollegin Ann Harman aus dem Westen der USA anreisen, ich berichtete hier bereits öfters über ihre Pionier-Arbeit rund um die Hydrolate. Wer ihre engagierte Forschungsarbeit unterstützen möchte und im Gegenzug Zugang zu fast 100 Analysen von Hydrolaten erhält, kann diese beim Circle H Institute tun. Ihr Buch kann man auf Annies Website Botannicals bestellen.
Pflanzenwässer werden schon seit dem Altertum in Küche, Kosmetik und Heilkunde verwendet. Am Kongress werden die Themen Heilkunde, Pflege, Aromatherapie, Kulinarik, Geschichte und Olfaktorik im Zusammenhang mit Pflanzenwässern in Vorträgen und Workshops von verschiedenen Seiten her beleuchtet.
Dieses innovative Symposium organisiert von Kailo, dem Bildungsnetzwerk für nachhaltige Entwicklung, Gesundheit & Bewusstsein, in Kooperation mit Arven, der Schule für Heilpflanzenkunde, Aromatherapie und Wildniswissen von Susanne Fischer-Rizzi. Die Platzzahl für diese Tagung ist beschränkt.
Es wird  deshalb eine frühzeitige Anmeldung empfohlen. Wer nicht warten kann, dem sei Susannes umfangreiches Werk für lange Winterabende ans Herz gelegt: Das große Buch der Pflanzenwässer (klick!) Susannes nächster Kurs zum Thema Hydrolate findet am 6/8 Oktober 2017 statt (Warteliste), sie bietet jedes Jahr zwei Kurse an, Infos auf ihrer Seite.
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBegleitend zum Kongress wird die Ausstellung „Opus mulierum – Die vergessene Kunst der Frauen“ gezeigt, diese wird derzeit  Diese Ausstellung stellt Frauen aus vier Jahrtausenden vor, die in den Bereichen Alchemie, Heilkunde, Kosmetik und Parfümherstellung wirkten. Vielfach haben sie Pionierarbeit an der Destille und bei der Verarbeitung von Heilpflanzen geleistet. „Opus mulierum“ ist das Werk der (Haus)Frauen, denn die praktischen Erfahrungen aus dem Haushalt beim Kochen, Töpfern, Brotbacken, Bierbrauen usw. wurden von ihnen für alchemistische Zwecke verwendet.Die Ausstellung nimmt Sie mit nach Zypern, wo die ältesten bekannten Destillen gefunden wurden, Sie gelangen auf der Reise in die Vergangenheit bis nach Ägypten, Byzanz, Italien und begegnen kaum bekannten Frauenbiographien aus Thüringen, Sachsen und dem Allgäu. Wohlgerüchte, Heilkunst und Schönheit finden sich dabei in vielerlei Form.

Ein Kreis von 13 heute lebenden kräuterkundigen Frauen hat intensiv geforscht und Material zusammengetragen um die Geschichten und Werke der historischen Frauen bekannt zu machen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKürzlich ist passend zu diesem Themenbereich die „Schule der Destillierkunst “ gegründet worden. Susanne Fischer-Rizzi und ihr Team möchten damit fundierte  Informationen über das Destillieren und die Destillen weitergeben. In letzter Zeit passieren immer wieder mal Unfälle durch die unsachgemäße Handhabung von Destillen. Es gibt zur Zeit zudem einige nicht ungefährliche Glasdestillen im Handel. Deshalb bietet diese Schule eine kleine Glasdestille an, die sogenannte „Wanderdestille“.
Sie wurde nach Angaben des Alchemielehrers Manfred Junius konzipiert, und ist absolut sicher und sehr pflegeleicht, inzwischen konnte sie sich seit 3 Jahrzehnten bewähren. Sie kann nach dem 2-tägigen Kurs erworben werden. Susanne Fischer-Rizzi hat damit alle 70 Hydrolate aus ihrem schönen Hydrolate-Buch  destilliert. In Kürze wird es dazu eine Website geben, am besten ab und zu hier in diesen Text schauen, ich werde den Link einfügen, wenn die Seite steht.
Sofort und noch mehr Infos zu Hydrolaten gewünscht?! 😉
  • Hier auf dem Blog kann man den 24-teiligen Adventskalender-Beitrag nachlesen vom Dezember 2011, ich bin sozusagen als Erste mit den duften Pflanzenwässern ins Rennen gegangen. Einfach rechts unten bei den Kategorien das Wort ‚Hydrolate‘ anklicken, dann kommt eine Beitrag unter dem anderen. Daraus wurde zunächst ein E-Book und dann ein „richtiges“ Buch mit 12 heraus trennbaren Karten: Hydrolate – Die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege (klick!), auch bei Feeling (klick!) zu bestellen.
  • Ganz kurz auf mein E-Book folgte Ingrid Kleindienst-John, die bereits „ewig“ destilliert: Hydrolate – Dufte Helfer aus dem Pflanzenreich (klick!).

© Abb Tropfen: Antje Wendel

DAS kräuterbuch – gratis


Iruhlemanns_covern einer Welt, in der es oft „nur um’s Geld“ geht, in der Bücher mit  erschreckend viel Desinformation verkauft werden und in der das Internet immer öfter unzuverlässige Antworten gibt, ja in dieser Welt gibt es auch Goldgruben. Völlig kostenlos stellt uns einer der deutschsprachigen Duft- und Heilkräuterpioniere (und sein Team) wieder einen unglaublich ausführlichen Katalog vor. Daniel Rühlemann schenkt uns 372 Seiten (fast 75 MB) vollgepackt mit intensiv bebilderten Informationen rund um duftende und heilende Gewächse vor, vom kleinsten „Mauerblümchen“ bis zu stattlichen Sträuchern, von A wie Agastache bis Z wie Zypressenkraut. Alles ist wundervoll in Szene gesetzt, traumhafte Fotos zeigen uns die Welt der Pflanzen, sogar Bilder von frisch aufgegangenen Sämlingen sind vorhanden, damit wir lernen können, gewünschte von eher ungewünschten selbst aufgegangenen grünen Besuchern  im Kräuterbeet zu unterscheiden. Zahlreiche Rezepte machen Appetit, kleine Geschichten rund um diese duftende Welt unterhalten machen Lust auf einen eigenen Kräutergarten. Oder wenigstens einen Kräuterbalkon. Auch ein Plätzchen auf dem Fensterbrett kann in eine Mini-Duftoase verwandelt werden.

Denn für jede Pflanze bzw. deren Samen gibt es genaueste Informationen über Höhe, Breite, Frostbeständigkeit und noch viel mehr. Und die Auswahl ist mittlerweile beachtlich: erstaunliche 39 Arten und Sorten Lavendel sind erhältlich, es kann aus 31 „Minzen“ (es gibt auch etliche Pflanzen, die nicht zur Gattung Mentha gehören und dennoch stark minzig/mentholig duften) gewählt werden, und die Qual der Wahl hat, wer aus 68 Arten und Sorten Basilikum bestellen darf! Insgesamt gibt es 890 Arten Pflanzen und 822 Sorten Saatgut, neuerdings auch sortiert nach Art des Duftes: grasig, stinkig, rosig, veilchen-artig, curry-ähnlich etc, so dass nach Duftvorlieben oder -Abneigungen gewählt werden kann.

ruhlemanns_themenReichlich Informationen rund um Teegetränke, auch fertige Mischungen dazu, spannende Infos für Räucherfreunde gegeben, etliche Besonderheiten aus der Traditionellen Chinesischen Medizin wie Moxa-Kraut lernt man kennen, ungewöhnliche „Geschmacks-Ersatzpflanzen“ wie Pilzkraut machen neugierig. Auch Anti-Katzen-Wühlen-im-Garten-Planzen fehlen nicht. So genannte Jungbrunnen-Pflanzen (Yams, Jiagulan etc) und „reinigende“ sowie die Gehirntätigkeit verbessernde Ayurvedagewächse wie Centella, Bacopa und Ashvaganda sind in diesem extrem umfangreichen Sortiment auch enthalten.

Der Katalog und viel mehr Informationen befindet sich hier. Der dazu gehörige Blog informiert regelmäßig passend zur Jahreszeit über allerlei Pflanzen und Abläufe, auch Rezepte wie für vielfältige Smoothies können nachgelesen werden. Je nach Pflanze sind Samen oder Jungpflänzchen oder auch beides bestellbar. Wer in Nord-Deutsclnad wohnt (Raum Bremen) kann sich auch die Pflanzen abholen und bekommt 10% Rabatt. Momentan findet freilich aufgrund der Temperaturen kein Versand/Verkauf statt (ab März), aber ein freier Sonntag und lange Winterabende laden zum Schwelgen dieses einzigartigen Werkes ein! Also auf die Tasten drücken und ran an die Lektüre! Und auf einen Grünen Daumen hoffen! 😉

Noch eine wertvolle Ergänzung der treuen Leserin und Kommentatorin Bastelfee, danke!: „Ja – Suchtgefahr. Die kann ich bestätigen. Empfehlen möchte ich Euch den Kräutertag 2017 am 18. Juni 2017. Der Kräutertag ist sehr interessant und umfangreich. Er ist ein großes Fest für alle Sinne mit vielen Ausstellern rund um Kräuter, den Kräutergarten und der Küche mit viel Selbstgemachtem etc. Die Jahreszeit ist gut gewählt, denn die Firma Rühlemann’s befindet sich ziemlich nördlich. Auch die Newsletter ist empfehlenswert. Hier nun ein Link zum Kräutertag: http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de/Kraeutertag-2017 Nehmt Euch Zeit und genießt den schönen Tag. Ein freundliches Ambiente erwartet Euch.“

gedanken-geplapper


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Dieser (etwas frei übersetzte) Name eines der feinen Duft-Roll-ons der Firma Tazeka, die ich kürzlich verloste, hat in der Produktwahl einen extremen Vorsprung vor anderen Duftmischungen erhalten. Die Kommentare dazu waren teilweise sehr lustig. Diese mentalen Monologe plagen also viele Menschen. Sie sind auch ein lästiger Begleiter, wenn man meditiert oder versucht zu meditieren! Oder ganz einfach mal auszuspannen, loszulassen und abzuschalten. Wer auf der verlinkten Website nachgeschaut hat, hat gesehen, dass das Produkt „Nonstop Thoughts“ von Tazeka  laut der INCI-Deklaration folgende ätherische Öle enthält:

  • Cardamom (Elettaria cardamomum)
  • Sandelholz Hawaii (Santalum paniculatum)
  • Myrrhe (Comminphora myrrha)
  • Majoran (Origanum majorana)
  • Weihrauch (Boswellia sacra)
  • Römische Kamille (Chamaemelum nobile)
  • Grapefruit (Citrus paradisi)

Dazu Jojobaöl sowie Tocopherol (Vitamin E) zum Stabilisieren.

Der fein-würzige Duft des Cardamom sticht sozusagen als erster aus diesem Roll-on hervor, die anderen Düfte bilden eine feine, minimal zitrusartig duftende Einheit. Wenn man also so einen Roll-on nachempfinden möchte, nimmt man beispielsweise 2 Tropfen dieses wirklich ganz besonderen Gewürzöles, das aus den Samen einer ingwerähnlichen Pflanze gewonnen wird, auf 10 ml Jojobaöl. Cardamom enthält nämlich je nach Herkunft knapp 50% 1,8-Cineol, das eine sehr positive Wirkung auf unsere „grauen Zellen“ hat, also auf Denkvorgänge: tendenziell eher anregend, jedoch ohne hektisch zu machen. Dazu enthält das Öl jedoch auch stark beruhigende Monoterpen-Ester, um die 40 Prozent. Die restlichen knapp 10 Prozent werden von Monoterpenolen bestimmt, sie runden den Duft fein ab, sie wirken wie ein Gläschen Sekt: bei Bedarf beruhigend, aber ebenso umgekehrt, also heiter-aktiv machend.

Wir haben schon alleine mit dem kostbaren Cardamomöl eine gute Grundlage, um unserem wild gewordenen Gedanken-Affen, der sich durch die Gehirnwindungen schaukelt, zu mehr Manieren zu verhelfen. Mit einer kleinen Beigabe weiterer Öle, kann die Mischung abgerundet werden, also:

  • 10 ml Jojobaöl
  • 2 Tropfen Cardamom (Elettaria cardamomum)
  • 2 Tropfen Grapefruit (Citrus paradisi)
  • 1 Tropfen Sandelholz Hawaii (Santalum paniculatum)
  • 1 Tropfen Römische Kamille (Chamaemelum nobile)
  • 1 Tropfen Weihrauch (Boswellia sacra)
  • 1/2 bis 1 Tropfen Majoran (Origanum majorana) [duftet sehr stark heraus]

Alles in eine hübschen Roll-on-Flasche geben, sehr sanft mischen. Bei Bedarf auf Schläfen, Stirn, Nacken und unter der Nase auftragen, in ganz schlimmen Fällen von mentaler Achterbahn kann dieser Mix alle 10 Minuten aufgetragen werden: zum Lernen, zum Fokussieren, zur Verbesserung der Konzentration, zum besseren Loslassen und Einschlafen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAus der energetischen Arbeit kennen wir zwei Blütenpräparate, die noch unterstützend eingenommen werden können: White Chestnut (35, die Gedankenblüte) von den Bach-Blüten und Boronia von den Australischen Busch-Blüten Essenzen.

Hochwertiges Cardamom/Kardamom gibt es beispielsweise bei Neumond (klick!), bei Primavera (klick!), bei Farfalla, bei Feeling und bei Wadi (jeweils auf die Namen klicken für Infos und Preise!).

teebaumöl, das sanfte kraftpaket


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAnfang der neunziger Jahres des vergangenen Jahrhunderts kam das Teebaumöl in die deutsche Aromatherapie-Szene, mit ihm einige Bücher, welche die Besonderheiten dieses ungewöhnlichen ätherischen Öles erläuterten (siehe ganz unten). Einige Bücher wurden aus dem Englischen übersetzt, andere von deutschen AutorInnen recherchiert und zusammen gestellt. Alle sind inzwischen aus den Regalen der Bücherläden verschwunden, vermutlich weil das Wissen um dieses Tausendsassa-Öl inzwischen zum Allgemeinwissen gehört, man möchte es im Falle von Infektionen nicht mehr missen.

Der Geruch, den die fein gefiederten Blättchen dieses australischen Baumes absondern, ist allerdings selten ein Duftlampen-Duft, meine KursteilnehmerInnen hier in Irland haben auch immer die Möglichkeit, einen echten Tea tree-Tee zu trinken, der allerdings nicht wirklich zu den großen Genüssen zählt. Aber wie man früher so schön sagte: Wirklich wirksame Medizin muss/darf nicht schmecken.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDer Name dieses bis zu sieben Meter hohen Baumes stammt vom in England und Australien sehr bekannten Botaniker Sir Joseph Banks (1742-1820), der um 1770 mit dem legendären Weltenumsegler Captain Cook unterwegs war und bei Ureinwohnern sah, dass sie ein teeartiges Getränk aus den zarten Zweigen machten. Nach Banks sind übrigens etliche Pflanzen benannt, unter ihm als Direktor wurde Kew Gardens bei London zum führenden Botanischen Garten weltweit. Wer so pflanzenbücherbesessen wie ich ist und englischsprachige Lektüre mag, wird sich köstlich amüsieren über ein kleines Büchlein: Sex, Botany, and Empire: The Story of Carl Linnaeus and Joseph Banks von Patricia Fara. Mindestens genau so eine schöne Zeitreise in die damalige Zeit, als Botanik noch Pornografie war und Staubgefäße zählen nur Männern vorbehalten war (bei der puscheligen Teebaum-Blüte vermutlich besonders erotisch!!! 😉 ), bietet die deutsche Übersetzung eines spannenden Romans, der leider vergriffen ist, jedoch noch antiquarisch erhältlich ist: Die Pflanzenmalerin von Martin Davies. Doch zurück zum Teebaum, der Stoff für zahlreiche Bücher bieten würde.

phenol

Phenol (Benzenol)

1925 bewies der australische Chemiker Arthur de Ramon Penfold (1890–1980), dass unverdünntes Teebaumöl 11 bis 13 Mal stärker antiseptisch wirkt als das damals fast überall verwendete Desinfektionsmittel Karbolsäure (Phenol, synthetisch). Anders als dieses scharfe Antiseptikum, das die Haut stark angreift, hatte Teebaum nicht diese schädigende Wirkung und wurde so zum beliebtesten Haushalts-Desinfektionsmittel Australiens. Das Öl wurde besonders wichtig, um Wunden im zweiten Weltkrieg zu behandeln. Es war gar so hoch angesehen, dass angeblich Menschen, die in der Teebaumöl-Produktion arbeiteten, vom Militärdienst frei gestellt wurden, bis wieder genügend Reserven davon produziert waren, so dass jeder australische Soldat in seinem Erste-Hilfe-Set ein Röhrchen Teebaumöl dabei hatte.

Das Öl aus den Zweigen dieses wunderschön cremeweiß-pfeifenputzerähnlichen blühenden Baumes namens Melaleuca alternifolia besteht aus circa 20 Inhaltsstoffen (gezählt bei einer 99,26%-Analyse, „Minis“ mit Anteilen weit unter 0,1% können freilich auch noch vorhanden sein). Jedes einzelne dieser Moleküle sind für sich genommen gar nicht so besonders. Doch das Zusammenspiel dieser natürlichen Bausteine ergibt eine seltene Kombination aus BREITBAND-WIRKUNG bei unterschiedlichsten Infektionen und doch gleichzeitig großer MILDE. Das einzige „Problem“ bei Teebaumölen ist ihre recht kurze Haltbarkeit bzw Verträglichkeit. Bei sehr empfindlicher Haut kann ein unsachgemäß gelagertes Teebaumöl bereits nach 6-9 Monaten hautreizend wirken. Von robuster, gesunder Haut kann es auch viel länger vertragen werden.

Die relativ kurze Haltbarkeit hat zum einem mit einem eher geringen Anteil an stabilisierend wirksamen Sesquiterpenen (meistens circa 4%) und Sesquiterpenolen (meistens unter 2%) zu tun. Andererseits findet durch Wärme, Licht und Sauerstoff im Teebaumöl ein chemischer Prozess statt, in dem sich Moleküle im Öl von bestens verträglich zu hautreizend verändern. Im eher realitätsfernen Experiment bei sehr ungünstiger Lagerung (hell, warm, zu kalt, unverschlossen) – kann das Öl innerhalb von wenigen Wochen stark oxidieren, es können aggressive Peroxide, Hydroperoxide und Endoperoxide aus den Monoterpenen, die im Öl enthalten sind, entstehen, u.a. hyperämisierendes (hautrötendes) Ascaridol, welches zu ernsthaften Dermatiden und Allergien führen kann (es reagiert in isolierter Form mit organischen Säuren, der weibliche Genitalbereich befindet sich im sauren pH-Bereich, also Achtung!). Jedoch keine Sorge, im lichtgeschützten dunklen Fläschchen und bei weder zu kalten noch zu warmen Temperaturen hält Teebaumöl ein gutes Jahr oder gar mehr.

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Umwandlung von Terpineol-4 zu Ascaridol

Dermatologen entdeckten ferner, dass der natürlicher- und frischerweise niedrige Gehalt an p-Cymen im Laufe der Zeit von 3 auf 11,5 Prozent steigen kann. Dieses Molekül wirkt in kleinen Mengen deutlich schmerzlindernd und zart durchblutungsanregend (Counterirritant Effect), schon eine etwas erhöhte Menge kann bei sehr feiner und empfindlicher Haut zu (leichten) Reizungen führen. Es beschädigt jedoch besonders die Zellwand von Bakterien auf eine Weise, dass antibiotische Stoffe (natürlich oder synthetisch) den Krankheitskeim schädigen können (ich berichtete hier über dieses neu entdeckte Phänomen). Umgekehrt schrumpfte der Gehalt an Alpha- und Gamma-Terpinen sowie an Terpinolen auf die Hälfte der ursprünglichen Konzentration. Das ist im Buch Dermatologie an der Schwelle zum neuen Jahrtausend von B. M. Hausen (Dermatol. Klinik Buxtehude), Seiten 154-156 nachzulesen und in der Arbeit: Hausen BM, Reichling J, Harkenthal M. Degradation products of monoterpenes are the sensitizing agents in tea tree oil. Am J Contact Dermat. 1999 Jun;10(2):68-77.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Autoren dieser Arbeit betonen ausdrücklich „Während frisch destilliertes Teebaumöl selten zu Hautveränderungen führt, induziert autoxidiertes Öl eine Kontaktallergie„. Ich kenne übrigens jemanden, der ein bei einem Discounter gekauftes Teebaumöl hat gaschromatographisch untersuchen lassen, es kam leider bereits oxidiert aus der sehr preiswerten Flasche. Geht man also behutsam mit diesem Öl um, sorgt der Inhaltsstoff Terpineol-4 (oder Terpinen-4-ol, ein Monoterpenol) für eine hervorragende antiseptische Wirkung, ohne auch nur im geringsten reizend zu wirken.

thymol_molekul

Thymol

Wir kennen bei den üblicherweise verwendeten ätherischen Ölen noch eine zweite Gruppe von Inhaltsstoffen, die über eine ausgeprägte Breitband-Wirkung bei Infektionen verfügt: die Monoterpenphenole (meistens einfach Phenole genannt, diese sind ähnlich, jedoch nicht identisch mit dem oben erwähnten Phenol, welches korrekt ein Benzenol ist). Doch diese können bereits in kleinen Mengen hautreizend und vor allem schleimhautreizend wirken. In isolierter und synthetischer Form allerdings wesentlich schlimmer, als eingebettet in das Zusammenspiel mit anderen Molekülen. Bei manchen Anwendungen ist die heftige Wirkung okay und man nimmt vielleicht sogar minimale Reizungen in Kauf, beispielsweise bei einem hartnäckigen Fußpilz. Man muss ätherische Öle, die diese Inhaltsstoffe enthalten, sehr verantwortungsvoll verdünnen. In einem französischen Buch über Aromatherapie wurde die Hautanwendung nur für die Fußsohlen als zumutbar betrachtet (Philippe Mailhebiau: La nouvelle aromathérapie). Die ätherischen Öle folgender Pflanzen sind Beispiele für Öle, die von Natur aus reich an Phenolen sind :

  • Thymian Ct. Thymol (Thymus vulgaris)
  • Thymian Ct. Carvacrol (Thymus vulgaris)
  • Spanischer Thymian (Thymus zygis)
  • Quendel (Thymus serpyllum)
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Spanischer Oregano (Corydothymus capitatus)
  • Bohnenkraut (Satureja montana)
  • Gewürznelkenknospe und -blätter
  • Tulsi (Ocimum sanctum)
  • Piment und Bay (Pimenta dioica und P. racemosa)                       ABER
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durch Klicken wird diese Vergleichs-Tabelle von Teebaumöl-Analysen größer!

Teebaumöl aus Melaleuca alternifolia enthält keine Phenole, darum ist ein frisches Teebaumöl bereits bei Kleinkindern anwendbar, freilich in den dem Alter des Kindes angepassten Verdünnungen von circa 1 Prozent. Es gibt allerdings einen Öleanbieter, dessen Teebaumöl angeblich einen erheblichen Anteil an Phenolen haben soll (35-70% Monoterpene, 25-40% Phenolalkohole, 2-8% Alkohole, 8-20% Sesquiterpene, 5-18% Sesquiterpene, 1-5% Sesquiterpenole, siehe Tabelle ganz rechts). Sollte das angebotene Öl tatsächlich so zusammen gesetzt sein, würde es sich nicht um ein naturreines, frisches ätherisches Öl aus Melaleuca alternifolia handeln, es würden dann nicht die üblichen Empfehlungen gelten und es wäre möglicherweise auch nicht so hautverträglich wie normalerweise erhältliche hochqualitativen Teebaumöle.

Ich gehe jedoch davon aus, dass diese Behauptung nicht wahr ist, denn die Konkurrenz schläft nicht und es passiert jedem Ätherische-Öle-Anbieter, dass die Mitbewerber mal das eine oder andere Produkt buchstäblich unter die Lupe nehmen. Es wäre viel zu riskant, ein derart verfremdetes „Teebaumöl“ auf den Markt zu bringen. Ich vermute vielmehr, dass man mit dieser „neuartigen Inhaltsstoffe-Analyse“ für Teebaumöl versucht, passend zu machen, was nicht passt, und dieses wirklich unglaublich potente Öl in eine von diesem Anbieter erfundene/verwendete Skala zu pressen. Diese Zahlen-Skala soll das Qualitäts- und Heilungspotenzial von ätherischen Ölen auf einen Blick erkennbar machen, besonders hoch angepriesene ätherische Öle enthalten in diesem System Phenole. Im Prinzip eine prima Sache! Macht man beispielsweise auch bei Lebensmitteln*.

Laut diesem Öle-Anbieter, der stets extrem hohe Dosierungen empfiehlt, hat das Teebaumöl auf der firmeneigenen Skala 100 von 100 Punkten. An die Spitze dieser in der Branche nicht anerkannten Bewertungsskala kommt Teebaum allerdings nur, wenn man ihm einen hohen Anteil an nachweislich nicht vorhandenen Phenolen andichtet. Ebenso wie Wintergrünöl und Majoranöl Phenole enthalten sollen. Dichtung und Wahrheit: Kommerziell funktioniert diese Marketing-Prosa bestens, auch oder weil sie auf völlig falschen Grundannahmen basiert.

Quelle, Infos zur Tabelle: ATTIA, Australian Tea Tree Industry Association  http://www.teatree.org.au/
ISO http://www.iso.org/iso/iso_catalogue/catalogue_tc/catalogue_detail.htm?csnumber=37033

  • Die Teebaumöle dieser Tabelle stammen von sieben renommierten Anbietern aus Deutschland, USA, Frankreich, Brasilien. „Öl 3“ bezeichnet Mittelwerte eines Labors, das mehrere Teebaumöle analysiert hat.
  • Die grünen Zeilen enthalten Monoterpenole (Monoterpen-Alkohole), die blauen Zeilen enthalten Monoterpene (C10-Kohlenstoffketten ohne funktionelle Gruppe), die orangefarbenen Zeilen enthalten Sesquiterpene (C15-Kohlenstoffketten ohne funktionelle Gruppe), die grauen Zeilen enthalten Sesquiterpenole (Sesquiterpen-Alkohole), die gelbe Zeile enthält das Monoterpen-Oxid 1,8-Cineol (=Eukalyptol).
  • In der rechten weißen Spalte befinden sich die Angaben einer Repräsentantin des erwähnten Anbieters, der Phenole in seinem Teebaum haben soll. Diese Angaben weichen sowohl von den international geforderten Inhaltsstoffemengen ab als auch vom Durchschnitt aller von mir durchgesehenen GC-Analysen von unterschiedlichsten Teebaumölen.
  • Sp bedeutet Spuren.
  • Das Zeichen :: bedeutet, dass 2-3 minoritäre Inhaltsstoffe nicht aufgelistet sind.
  • Das Zeichen ::: bedeutet, dass mehr als 5 minoritäre Inhaltsstoffe nicht aufgelistet sind, die in den anderen Analysen nicht aufgeführt sind.
  • Die beiden Öleanbieter, unter denen in der letzten, weißen Spalte eine Zahl steht, stellten annähernd 100%-Analysen zur Verfügung.
  • Viridifloren wird in den USA oft Leden genannt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZum Vertiefen des Wissens rund um Teebaumöle im weitesten Sinne hier noch ein Link der Universität Hamburg zu einer Dissertation (Doktorarbeit) über unterschiedliche Melaleuca- und andere Teebaumöle von Frank Christoph, sie lautet: „Chemische Zusammensetzung und antimikrobielle Eigenschaften der ätherischen Öle von Leptospermum scoparium J. R. et G. Forst. und anderer Teebaumöle der Gattungen Kunzea, Leptospermum und Melaleuca unter besonderer Berücksichtigung von Handelsölen“

Nachfolgend liste ich meine uralten Bücher zum Thema auf, falls jemand antiquarische Schätze sammeln möchte, bei den beiden schönen Büchlein von Ruth von Braunschweig tut es mir richtig Leid, dass sie vom Markt verschwunden sind:

* indem man beispielsweise den ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorbance Capacity) angibt, der anzeigt, wie stark antioxidativ ein ‚Superfood‘ wirken soll (z.B. Kurkuma 127068, Hagebutten 96150, Gojibeeren 3290, Quelle).

pflanzen des jahres 2017


ganseblumchen_november_schriftxsDieses Jahr gehören weder die Arznei- noch die Heilpflanze des Jahres zu den Duftpflanzen. Doch Bellis perennis, die Heilpflanze des Jahres 2017 könnte eine gute Inspiration für ein selbst zu machendes Mazerat werden.

Die Rede ist vom Gänseblümchen, dieses unscheinbare, fast überall vorkommende „Unkraut“ mit dem großen Potenzial. Kaum jemand weiß, dass es voll mit Vitamin C steckt, also lecker, hübsch und gesund gleichzeitig ist, beispielsweise in Salaten (bitte nicht von Hundewiesen holen!!! 😉 ) Dieses Mazerat wurde einst „Arnika für Arme“ genannt und wirkt wie die verwandte Gebirgspflanze und auch wie unser wunderbares Antiprellungs-Hydrolat Immortelle. Diese zählt auch zur Familie der Asteraceae und ist so ziemlich das Wirksamste, was man bei blauen Flecken (Hämatomen) einsetzen kann. Die Pressemeldung des kürenden Vereines NHV-Theophrastus lautet:

„Das Gänseblümchen (Bellis perennis) gehört zur Familie der Korbblütler. Über ihre Heilwirkung ist aber bislang wenig bekannt. Deshalb will man sich stärker über die Heilkraft der Gänseblümchen informieren, wie der dem Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, (NHV Theophrastus) am Mittwoch in Chemnitz anlässlich der Wahl des Gänseblümchens zur „Heilpflanze des Jahres 2017“ mitteilte. Der Verein initiiert die Wahl.

Die Hauptinhaltsstoffe der mehrjährigen Pflanzen, die in fast ganz Europa heimisch sind, sind Triterpensaponine, außerdem ätherische Öle, Bitterstoffe, Schleimstoffe, fette Öle, Flavonoide sowie Gerbstoffe. Eine Prise Gänseblümchen im Tee habe sich laut NHV Theophrastus besonders in der Kinderheilkunde bewährt. Das helfe bei Schwächezuständen, Erkältung und Durchfall. Zudem werde die Pflanze bei Hautausschlägen, Verletzungen und als Hustenmittel genutzt. Belegt ist die Wirksamkeit allerdings für keines dieser Anwendungsgebiete, für die Blüten als Tee in der Volksheilkunde einsetzt werden. Ebenso wenig wie für die weiteren Indikationen Dysmenorrhöe und Amenorrhöe, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlaflosigkeit

Neben der Volksheilkunde kommt Bellis perennis nach der homöopathischen Lehre zum Beispiel bei Blutungen, Blutergüssen, Muskelschmerzen, Verletzungen und Überanstrengung und Hauterkrankungen zum Einsatz.“

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Ein wunderbares Lebensmittel, das als Serotonin-Unterstützer für Stimmungsaufhellung sorgt und dazu auch noch preiswert ist, ist der Hafer. Süß und herzhaft, als Müsli, Suppe, Keks oder Bratling, die Verwendung ist fast grenzenlos. Es gibt auch ein gutes homöopathisches Beruhigungsmittel aus Hafer namens Avena sativa. Diese auch sehr unscheinbare Pflanze wurde vom interdisziplinären Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2017 gekürt. Dieses Getreide kann auch bei Hautproblemen, Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt werden, und zur Vorbeugung von Arteriosklerose und Diabetes mellitus Typ 2. Auf der Infoseite der Forschergruppe Klostermedizin ist nachzulesen: „Aus diesem Grund und weil die Gebiete der Dermatologie und der Ernährung bislang noch nicht durch die Arzneipflanzen des Jahres abgedeckt wurden, wählt der interdisziplinäre Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg den Saathafer zur Arzneipflanze des Jahres 2017.“ Die engagierte Heilpraktikerin Natascha von Ganski hat mehr zur therapeutischen Wirkung von Avena (klick!) geschrieben.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZur Duftpflanze des Jahres 2017 wurde die ROSE von theSCENTEDdrop gekürt. Diese Initiative nominiert jedes Jahr eine Pflanze, heuer zum fünften Mal, die uns mit einem wichtigen ätherischen Öl (und Hydrolat und fettem Öl) versorgt. Es soll damit Bewusstsein für die Wirkung von Kräutern und Duftpflanzen auf die Gesundheit sowie auf das soziale und kulturelle Leben geschaffen werden. Dazu wird ein Duft-Wettbewerb ausgeschrieben:

WETTBEWERB: Es gilt die Besten der Besten zu finden und zu prämieren!
Die kreativsten, die geistreichsten, die geschmackvollsten Ideen in Form von eingereichten Projekten in den u.a. Kategorien zur Duftpflanze des Jahres
(2013: Thymian, 2014: Melisse, 2015: Salbei, 2016: Lavendel, 2017: Rose) werden jedes Jahr im Rahmen einer unvergesslichen und alle Sinne ansprechenden Abendgala mit dem Award „theSCENTEDdrop“ ausgezeichnet. Teilnehmen kann jede/r. Alle Wettbewerbsteilnehmer/innen werden auf dieser Website in der eingereichten Kategorie erfasst und bleiben auch über die Veranstaltung hinausgehend auf dieser Vernetzungsplattform zur weiteren Kontaktaufnahme veröffentlicht. Diese Plattform wächst von Jahr zu Jahr und soll somit die Basis für eine interdisziplinäre und überregionale Vernetzung von Menschen und Institutionen darstellen, die mit heimischen Kräutern bzw. Duftpflanzen arbeiten.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDer Klatschmohn ist die Blume des Jahres 2017, gekürt von der Loki Schmidt Stiftung, diese möchte damit auf die Gefährdung und den Verlust von Ackerwildblumen aufmerksam machen und sich für die Förderung der bunten Vielfalt im Landbau einsetzen. Aus den roten Blütenblättern des Klatschmohns gewinnt man übrigens auch ein Mazerat, welches sehr schmerzlindernd, beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen, wirkt. Und es gibt das leider sehr schnell ranzig werdende leckere Mohnsamenöl.

Christine Lamontain hat mich noch auf den Baum des Jahres 2017 aufmerksam gemacht, die gemeine Fichte (Picea abies). Im Gegensatz zu den ätherischen Ölen der Kiefern und Tannen, enthalten  Fichtennadelöle einen deutlich höheren Anteil an entspannend wirksamem Bornylacetat, welches entkrampfend und entspannend wirkt. Fichtennadelbäder am Abend gehörten zur ersten „Aromatherapie“, die ich als Kind kannte, damals gab es kaum andere Badezusätze! Hier sind noch weitere Infos zum Fichtenbaum nachzulesen.