Erkenntnisse vom Aromatherapie-Symposium in München


Dieser lehrreiche Tag am 18.10.2008 in der Klinik Augustinum war (fast) absolut gelungen. Es waren über 300 Personen anwesend, der nicht allzu große Saal konnte nicht mehr fassen. Das Interesse an ätherischen Ölen ist also nach wie vor groß, denn parallel lief ja bei Primavera auch eine Veranstaltung. Das einschränkende Wort „fast“ kam von den Damen und Herren, die auf den oberen Reihen des frisch umgebauten „Theaters“ saßen: sie sahen meistens nur eine Hälfe der Powerpoint-Präsentationen und oft die ReferentInnen gar nicht….
Die erfahrene „Alt-Häsin“ der Aroma-Szene Ruth von Braunschweig führte durch den abwechslungsreichen Tag.
Zunächst sprach der Überraschungsgast Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt über neue Erkenntnisse, was das Riechvermögen des menschlichen Körpers anbelangt: auch viele Haut- und die Prostatazellen können riechen! Und die Eizelle sendet nicht nur den inzwischen bekannten Maiglöckchenduft aus, sondern lockt laut Prof. Hatt die anrückenden Spermien mit einem ganzen Blumenstrauß an Düften! Vieles darüber ist in seinem neuen Buch „Das Maiglöckchen-Phänomen“ nachzulesen (Piper Verlag, 19.90 Euro) oder auf der Website der Uni Bochum zu finden.
Der sympathische Bio-Heilkräuter-Bauer Georg Effner (Rottaler Aromaöle) sprach anschließend über seine besondere Technik der schonenden Destillation, über seine Melissenpflanzen, die drei unterschiedliche Chemotypen von Melissa officinalis produzieren, über den Einfluss von Trocknung und anderen Verarbeitungs-Faktoren auf die ätherischen Öle u.v.m. Er und sein engagierter Kollege Wolfgang Burger hatten einen kleinen Stand mit einer Schaudestille im Foyer zu Demonstrationszwecken aufgebaut.
Nach einer leckeren Kaffeepause (jegliche Verköstigung war im preiswerten Eintrittspreis von ab 65 Euro enthalten) sprach ich über zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse bei Krebs/Tumoren, MRSA, Juckreiz, Atemwegserkrankungen etc. Ich konnte auch über eine neue Studie berichten, in der das Team von Prof. Dr. Buchbauer (Uni Wien) belegen konnte, dass auch bei durch Atemmasken „erblindete“ Personen, die also nicht riechen konnten, ob reines fettes Öl oder das 20-ig-prozentige (!) Orangenölgemisch einmassiert wurde, signifikante physiologische Veränderungen nach einer 5-minütigen Aroma-Massage zeigten.
Danach berichteten die Krankenschwestern Monika Volkmann und Monika Furtner-Keil von erfreulichen Heilungserfolgen bei ekligen Wunden und Narben (schaurige Fotos!!!) im Krankenhausbereich sowie von dem Verlauf einer Entwicklung und Etablierung eines neuen Aromapflege-Produktes in der Klinik Augustinum. Gar nicht so einfach, ein großes Team in so einen Testlauf einzubinden! Doch das Ergebnis duftet wunderbar und hilft ganz toll (ich durfte es bereits im Sommer an meinem schmerzenden Knie ausprobieren!).
Nach einer gesprächsreichen Mittagspause mit einer traumhaft aromatisierten Kürbiscremesuppe und einem köstlichen Pastagericht mit Ätherisch-Öl-Soßen ließ uns die liebenswerte Apothekerin-Fotografin-Dichterin Christina Kiehs-Glos am Jahreszyklus der Wildrose in Chile teilhaben. Anhand von bemerkenswert detaillierten Fotos konnten wir das Pflanzenleben von der Hagebutte bis zur Rosenblüte in allen Stadien begleiten. Wenn doch alle AromatherapeutInnen die Möglichkeit hätten, sich so intensiv mit den Ölpflanzen auseinander zu setzen! Zumindest sollten alle ihre wunderschönen Bildbände genießen (Wildrose, Iris, Mistel, Aloe vera, Calendula und Arnika)!
Die Tierärztin Dr. Christina Heigl aus Kolbermoor berichtete anschließend über vielfältige Möglichkeiten, verstörte und erkrankte Tiere mit ätherischen Ölen zu behandeln. Sie hat Aromatherapie u.a. in Pretoria gelernt und hat durchaus interessante Ansätze, auch wenn ihr Vortrag durch die Kürze der Zeit etwas mehr Struktur vertragen hätte. Doch ich hatte ja auch ein Feuerwerk an Informationen abgeschossen, es ist schwierig, wenn man ein Minimum an spannenden Infos zu seinen ZuhörerInnen rüberbringen will!
Den Abschluss machte die an der Uni Hamburg lehrende und forschende Wissenschaftlerin Prof. Dr. Elisabeth Stahl-Biskup. Sie hat bereits zahlreiche Doktorarbeiten über ätherische Öle betreut und selbst über nordische Thymianarten geschrieben. Sie berichtete über ätherische Öle bei Atemwegserkrankungen, beispielsweise wie Bestandteile der Öle den Bronchialschleim verändern können und bei welchen Erkrankungen der Einsatz ätherischer Öle sinnvoll ist.
In den Pausen bot das engagierte Pflegeteam des Augustinum Inhalationen und kleine Massagen an, so dass die Öle auch „life“ erfahren werden konnten, zwei Firmen verkauften ätherische Öle und ein Buchstand mit den Büchern der ReferentInnen (und vielen anderen Büchern) war auch vorhanden. Es gab auch erste Informationen über den tatsächlich neu gegründeten Verein Aroma-Forum International, er wurde am Tag vor dem Symposium (17.10.2008) amtlich abgesegnet. Vielleicht ein lohnenswerter Neuanfang ohne Altlasten!

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