Schnell, schnell…


…weil unser Internetzugang gerade mal nicht so ganz langsam ist, weil ich am Samstag nach Wien abreisen werde, weil ich dort am Valentinstag (und den Tag drauf) ein Seminar über Psycho-Aromatherapie halten werde. Zwei der Hauptakteure werden sein: Methyl-N-Methylanthranilat und 4-Hydroxy-3-Methoxybenzaldehyd. Unappetitlich und unromantisch? Von wegen! Ersteres ist der wunderbar entkrampfende Duftstoff, welcher in den meisten Absolues weißer/heller Blüten steckt: Champaca, Neroli, Jasmin, Tuberose, Ginster etc. Seine antidepressive Botschaft: Lass die Seele baumeln!
Zweiteres ist ein bekannter Stoff, den die meisten von euch in der Küche vorfinden: der Duftstoff der Vanille auch genannt Vanillin. Viel und schlecht kopiert in fast allen süßen Lebensmitteln zu finden, zudem süchtig machend ab der ersten Mahlzeit. Denn er befindet sich in Spuren in der Muttermilch und in größeren Mengen – in synthetischer Form – in so ziemlich allen Babyersatzmilchen und Breien. Er wird aus schwefelig-stinkenden Zellulosemassen hergestellt, wie ich bereits hier diesen Winter beschrieb. Er ist ein Stoff für Glücksgefühle, da er entsprechende Neurotransmitter, so eine Art Gehirnhormone, auf Trab bringt.
Und so greife ich schnell zu einer glücksfördernden Formel, schmelze hier auf der Heizung neben mir Kokosfett und Mandelöl (circa 1:1) zusammen und lege die in drei Teile zerschnittene Vanilleschote darin bis zum Valentinstag ein. Aprikosenkernöl duftet je nach Lieferant oft marzipanartig (durch den antitumoral wirksamen Inhaltsstoff Amygdalin), wer das mag und die Rarität erhält kann dieses Körper- und Küchenöl damit noch etwas würziger gestalten.


Natürliches Vanillin befindet sich auch im fein duftenden Resinoid des Benzoebaumes („Benzoeöl“), der menschliche Körper baut es Zwischenprodukt der Synthese von L-Dopamin (Neurotransmitter, der u.a. Motorik steuert) auf. In Pflanzen entsteht es durch Fermentation. Es wirkt antidepressiv, aphrodisisch, antioxidativ in Speisen und Appetit regulierend.


Laut einer Studie haben Probandinen mit Süßigkeitensucht einige Kilo abnehmen können, nur dadurch dass sie ein Pflaster mit Vanilleduft trugen (es wird jeden Tag frisch auf eine diskrete Körperstelle wie Puls oder Decolleté geklebt).
Wer dran riechen mag: das Psycho-Aromatherapie-Seminar findet im Springer Schlössl statt, Infos beim Veranstalter Feeling.

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10 Kommentare zu “Schnell, schnell…

  1. Vielleicht wäre Methyl-N-Methylanthranilat genau das ,w as ich jetzt brauche , doch wo bekomme ich es in kleinen Mengen?Dir eine gute Reise und grüß mir Wien…

  2. Hej Eliane,ich mach mir mein „Vanillemazerat“ auch immer selbst – aus Aprikosenkernöl zum Verfeinern meines Joghurts und mit Nachtkerzenöl und Sheabutter als „Bodylotion“.Ich muss es aber immer außer Reichweite von Max stellen, er kann selbst im verschlossenen Glas die Vanille noch riechen und hat mir schon Gläser aus dem Regal „geräumt“, um an das Vanilleöl zu kommen….Liebe GrüßeGaby

  3. unser Hund zieht Holzleisten vor, am liebsten aus Red-Cedar (Juniperus virginiana?), doch darin ist ja bekanntlich auch eine Spur Vanillin! Gestern Nacht hat er bei einem seiner vielen Ausbruchsversuche (er schläft in einem fast geschlossenen Vorraum) die Öffnung für die Katze geschreddert!

  4. Praktischer Hund, der Katzentürenöffnungen baut… Mein Vanilleöl baue ich mir auch mit Mandel- und Jojobaöl und V.Schoten selbst bzw. habe es auch schon einigen empfohlen als Nach-dem-Bade-Einsalb-Öl, verschenkt sowieso. Ich wünsche viel Erfolg in Wien! Wann kommst Du in den Frankfurter Raum?

  5. Cocos, Vanille und Marzipanduft…lecker!!!…und dann noch in so einer schönen Verpackung, nette Idee. Ich habe bisher nur alte Cremedosen verschenkt (natürlich gesäubert…).Gute Reise!

  6. Liebe Eliane,danke für die glücksfördernde Formel – nach dem ich gestern Deinen Vortrag über den menschlichen Riechsinn in Wien krankheitshalber verpasst habe, habe ich mir zum Trost diesen Glücksspender angesetzt.Mit Kokos- und Mandelöl.Liebe Grüße und noch eine schöne Zeit in Wien,Ingrid

  7. Hallo Dieser Eintrag über die Vanille ist bereits ein halbes Jahr alt, ich habe jedoch gerade erst gelesen. Wie ist das mit der Süßigkeitensucht und den Vanilleplaster? Ich bin bekennender Schokoholiker, und suche nach Möglichkeiten, diese einzuschrenken.

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