Raumbeduftung: vermeintliche Botschaften vom Immunsystem


Da wir schon mal bei unerfreulichen Themen sind, hier noch ein anderer unschöner Gegenwind. Ich habe kürzlich folgende Infos von Marion Keller bekommen. Sie ist von der Primavera-Partnerfirma Aromatao, in der vor allem Raumbeduftungsobjekte wie die nebenstehende elektrische Duftlampe Flash und -Konzepte vertrieben werden, samt den dazugehörigen natürlichen Duftmischungen.

Das Bundesumweltamt tendiert zu einem „duftfreien Raum“. Leider sitzt dort ein Referent, der an einer ausgewogenen Information kein Interesse zu haben scheint – unsere Bemühungen für einen konstruktiven Dialog verlaufen stets im Sande und das geht nun seit Jahren so. Eng verzahnt ist die Pressearbeit dieser Behörde mit der Öffentlichkeitsarbeit von Lobby-Verbänden, z.B. dem DAAB (dt. Asthma- und Allergikerbund).  Beide Institutionen befeuern sich gegenseitig, so dass in den Medien ein sehr schiefes Bild entstanden ist, Tenor „Finger weg von Duftstoffen jeglicher Art!“. So gab es bereits 2008 eine Studie (beauftragt vom DAAB bei Dr. Winkens/GUI-Institut), wo Duftmittel ganz unterschiedlicher Herkunft bewertet wurden und auch diverse Primavera-Öle arg unter Beschuss gerieten. Diese Untersuchung wurde dann 2010 erneut aktualisiert bzw. vertieft und dann in weitreichenden Medien publiziert mit Horror-Szenario: Wieder kamen etliche Primavera-Öle in Verruf. Das rief viele Kunden auf den Plan. Die Studie wurde in epischer Breite im DAAB-Verbandsorgan veröffentlicht und hat auf diese Weise viele Leute erreicht. Wichtig: der Versuchsaufbau des GUI-Instituts (= Gesellschaft für Umwelt- und Innenraumanalytik), Mönchengladbach, unter der Leitung von Dr. Andreas Winkens ist für unsere Chemiker nicht nachvollziehbar!!! Somit konnte man nicht faktisch gegen halten ohne Gefahr zu laufen, noch mehr Staub aufzuwirbeln. Fatal ist, dass sich Journalisten vornehmlich an die Bundesbehörde wenden, in der Hoffnung, dort ausgewogene Informationen zu bekommen. Dies ist aber leider nicht der Fall, so dass eine absolute Schieflage in der Presseberichterstattung entstanden ist. Mittlerweile haben wir auch Forum Essenzia überzeugen können, dass man auf diese Entwicklung in irgendeiner Form reagieren muss! Link hier Vor diesem Hintergrund sind wir immer wieder, bzw. immer stärker in Erklärungsdruck. Dazu kommen unsere Aromatao-Kunden ja nicht aus dem Therapeuten-Bereich (mit einer gewissen Vorbildung), sondern aus dem Marketing. Hier muss also zum einen grundsätzlich aufgeklärt und informiert werden. Zum anderen sollte dies in „leicht verdaulichen Portionen“ geschehen, weil dort niemand Zeit hat, sich ins Bodenlose zu vertiefen. Eine Bündelung von Studienerkenntnissen wäre also das Ziel.

Ich meine, die Aufklärung muss vor allem dahingehend erfolgen, den Aromalaien zu erklären, dass synthetische und „naturidentische“ Duftstoffe eben nicht identisch mit den natürlichen Ebenbildern sind, dass sie vielmehr drei oder mehr Prozent teilweise chlorierte Substanzen enthalten und dadurch viel eher reizend sind als die pflanzlichen Duftmoleküle. Zudem heißt reizend noch lange nicht „Allergie auslösend“, auch auf diesem Gebiet wird viel Unsinn erzählt, denn Widerstände der Haut oder der Atemwege sind eigentlich sehr begrüßenswerte Schutzreaktionen unseres Körpers, der gegen Stinkstoffe aufbegehrt. Wie die Hand, die mit den Brennnessel Kontakt hatte. Das ist jedoch nicht zwangsläufig eine Allergie, welche eine immunologische Aktion ist.

Ich habe kürzlich jemandem ein Deo eines führenden Kosmetikkonzerns mitbringen sollen und kaufte die falsche Sorte. So dachte ich, benutze ich es einfach selbst, denn es ist sogar ohne Aluminiumverbindung. Doch nach jedem Sprühstoß und minimalem Einatmen des gar nicht penetranten Duftes überfällt mich ein lästiges Hüsteln, das ich von meinen Naturdeos nicht kenne.

Kennt jemand seriöse Studien zum Thema „Raumbeduftung mit natürlichen Duftstoffen? Mir sind nur die französischen und englischsprachigen Texte von Marie-Cecile Pibiri bekannt: Indoor air purification and ventilation systems sanitation with essential oils, sie hat sogar ihre Dissertation (Doktorarbeit) diesem Thema gewidmet.

Wie sind Ihre/Eure Erfahrungen mit ätherischen Ölen in Räumen? Ihr könnt unten abstimmen (Mehrfachnennungen möglich! [das abgehackte Wort heißt ‚massvoller‘]) Ich jedenfalls möchte meine natürlichen Raumsprays und Duftmischungen für meine wunderschöne grüne Flash-Lampe um keinen Preis missen!

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11 Kommentare zu “Raumbeduftung: vermeintliche Botschaften vom Immunsystem

  1. Ich bin in dieser Beziehung eher von der „masslosen“ Sorte… sowohl beim Räuchern, als auch mit meiner Duftlampe. Selbst wenn ich vielleicht eine robustere Natur sein sollte… ich hab auch oft Gäste. Es ist noch nie was passiert. Natürlich kann es mal sein, dass der eine oder andere eine allergische Reaktion zeigt. Aber wir können schlecht alles aus unserem Leben verbannen, auf das irgendjemand negativ reagiert hat (Erdbeeren, Doldenblütler, Nachbarn 😉 )

    Den Laien zu motivieren halte ich für problematisch. Ich informiere seit Jahren über die gefährlichen Inhaltsstoffe in Kosmetika und ernte meist ein Achselzucken („schon meine Oma schwor auf Nivea…“ und ähnliche Kommentare). Selbst das einige Stoffe (z. B. Parabene) in anderen Ländern wegen Verdacht auf Brustkrebsförderung schon verboten sind, beunruhigt nicht wirklich.

    Das soll natürlich nicht heißen, dass wir nicht weiterhin informieren sollten, aber wir dürfen nicht mit dem ernsthaften Interesse der Massen rechnen.

    Freien und objektiven Journalismus haben wir übrigens schon lange nicht mehr.

    Wie „man“ gegen die Naturheilkunde vorgeht, um sie los zu werden, wurde schon 1989 in dem Buch „Die Vernichtung der Biologischen Medizin“ beschrieben. Das Problem ist, dass die wirklichen Studien und auch die Gesetze und Beschlüsse so gut wie gar nicht an die Öffentlichkeit kommen (in dem Buch sind z. B. die echten Fakten des „Huflattichskandals“ beschrieben). Auch die vorhergehend beschriebene EU-Richtlinie wurde ja bereits 2004 beschlossen (!) und erst jetzt ist es zu uns durchgesickert.

    Ich fürchte, wirklich etwas ändern kann man nur durch Zusammenschluss mündiger Patienten, Therapeuten und Naturheilmittelhersteller zu einer lauten Stimme…

  2. Liebe Eliane,

    wir haben eine Hautarztpraxis in Verbindung mit TCM und Akupunktur. Wir beduften unsere Räume dezent mit ätherischen Ölen und bekamen noch nie ein negatives Statement… im Gegenteil, unsere Patienten sind begeistert, obwohl wir sehr viele Allergiker zu unseren Kunden zählen!! Bei einer Frequenz von durchschnittlich 30 Personen pro Tag und keiner einzigen negativen Rückmeldung kann man wirklich nicht von einer Gefährdung sprechen.
    Es ist erstaunlich, wieviele Patienten mittlerweile mit ihrem Allergieausweis zu uns kommen, mit Vermerk: allergisch gegen PARABENMIX! Immer öfter lehnen unsere Patienten Kosmetik auf Erdölbasis ab und immer öfter wird die Frage nach natürlichen Produkten laut.
    Es wäre sehr interessant, wie hoch eigentlich die ‚Dunkelziffer‘ an Parabenallergikern wirklich ist…
    Der Fokus der Kritik bezieht sich leider wiedereinmal auf jene Seite, die keine finanziell starke Industrie zur Rückenstärkung zur Verfügung hat…
    Leider wissen nur wenige, wieviele namhafte Wissenschaftler sich weltweit diesem Thema gewidmet haben und sich intensiv mit der Erforschung der Wirkungsweise äth. Öle beschäftigen. Ich hoffe, dass dies einmal einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

    Mit lieben Grüssen aus Salzburg, Sabine

  3. ich bin hochgradig chemikalienintolerant, d.h. ein winziger hauch eines synthetischer duftstoff haut mich um und ich bekomme starke muskelkrämpfe und vor allem höllische kopfschmerzen und übelkeit.
    bei meinen natürlichen aromaölen (meinen pflanzenölen, den name finde ich viel besser!!) passiert absolut nichts. ausser, es wären starke pestizide drin.
    ich kann raumbeduftung sehr gut vertragen, nutze sie meist aus medizinischen gründen.
    doch weiss ich von anderen MCS patienten, das sie rein gar nichts, auch keine natürlichen düfte, vertragen können. sie haben wohl längst den point of no return überschritten, was auch natürliche düfte betrifft. gottlob ist das bei mir nicht der fall und ich vertrage alles natürliche.
    denke, die aufklärung ist dermassen miserabel, dass grosse missverständnisse herrschen.
    menschen verstehen den unterschied einfach nicht und können schon gar nicht verstehen, warum jemand wie ich auf minimale konzentrationen von synthetischen duftstoffen reagiert, aber bei natürlichen nicht. lg gitte

  4. Hallo Eliane,
    ich finde es wirklich übel, wie teilweise über äth. Öle hergezogen wird.
    Seit einem guten halben Jahr bedufte ich in der Arbeit das Stationszimmer und freue mich sehr über die durchwegs positive Resonanz.
    Am Anfang mußte ich allerdings enorm viel Aufklärungsarbeit betreiben, da ich sehr oft hörte, daß man ja Kopfschmerzen bekommt, wenn man ne Duftlampe oder nen Streamer betreibt.
    Mittlerweile konnte ich schon viele Personen davon überzeugen, daß es sehr wohl große Unterschiede zwischen einem Discounter-Billig-Öl und „echten“ äth. Ölen gibt.
    Eine große Hilfe hierbei ist mir Dein Unterricht in Gauting letztes Jahr. Danke.
    Lg Evi

  5. Liebe Eliane,

    Ich bin für maßvolles Einsetzen der Duftlampe.
    Bisher hatte ich -als Allergikerin- keine Probleme beim Einatmen ätherischer Öle. Bis vor kurzem. Ich habe mir ein Raumspray gemischt -in Alkohol- und es mehr als reichlich in unserem großen Wohnraum versprüht. Da hatte ich die altbekannten allergischen Reaktionen wie Hustenreiz, Kratzen im Hals. Das hat sich den ganzen Tag über hingezogen.
    Seitdem habe ich dieses Spray nicht wieder eingesetzt, nur meine Enkeltochter wollte mir Gutes tun und sprühte ein wenig in den Raum. Ich schimpfte sie aus, weil ich dachte, sie hätte eines ihrer lebensnotwenigen Duftsprays versprüht, da dieses Kratzen und Husten wieder einsetzte, was ich sonst nur von den Kaufsprays kenne.

    Dennoch werde ich mich weiterhin mit der Aromatherapie beschäftigen. Ich muss noch dem Duft auf die Spur kommen, der mich wieder hat husten lassen.
    Heutzutage wollen „die da oben“ oder wo sie sich sonst aufhalten, den Stempel, da denke ich auch die Heilpflanzen-Arie, dass alles was uns umgibt sagrotanrein sein muss. Das Immunsystem soll nicht mehr arbeiten dürfen.
    (bin grad in Rage, weil die örtliche Schule einen dicken Impfzettel verteilt hat, nachdem wir unsere Enkeltochter gegen mindestens 9 Krankheiten impfen lassen sollen) Doch das ist ein ganz anderes Thema.
    LG Heidi

    • Hallo

      Eben habe ich Heidis Antwort gelesen und mein erster Gedankengang zu dem Hustenreiz aufgrund des Raumsprays war: der Alkohol.
      Bei mir löst der Geruch von Alkohol je nach Intensität ein unangenehmes Kratzen im Hals aus und beeinträchtigt im Extremfall auch meine Atmung (bin Astmathikerin).
      Zwar habe ich diese Erfahrung noch nicht bei Raumsprays gemacht, aber abhängig von der Sensibilität könnte ich mir das schon als Ursache vorstellen.

  6. Hallo Eliane
    Ich habe bis jetzt noch keinen Zwischenfall in Bezug auf maßvollen Einsatz in der Raumbeduftung kennengelernt.
    Trotz anfänglicher Skepsis unserer Kollegen des amb. Pflegdiestes wurde der Raumspray im WC ein wahrer Renner. Ich fülle ihn immer wieder nach und wechsel auch die Duftrichtungen.
    Bis jetzt sind alle davon begeistert. Unser Chef hat auch einen kleinen Raumspray im Dienstzimmer stehen, da die Luft im Büro durch Computer und Drucker doch sehr streng riecht (Besonders nach dem dienstfreiem Wochenende).

    Mach weiter so.
    Viele Grüße
    Gabriele

  7. Liebe Eliane
    der Einsatz von Duftsprays aus eigener Kteation erfolgt bei mir im häuslichen Gebrauch täglich und im Arbeitsbereich (im Stützpunktbüro der Spitex) fast täglich (je nach Anwesenheit von gewissen Mitarbeiterinnen) als Raumspray oder über Steamer. Am Arbeitsort werde ich geziehlt die Mitarbeiterinnen befragen bezüglich Reaktionen , da einige Allergikerinnen sind . Eine Kollegin beschrieb eine zeitlang Reizungen der Augenschleimhaut was sich aber ausgewachsen haben soll ( evt. war in der Heizpeiode die Trockene Raumluft schuld?).
    Im privaten Bereich wage ich als mässige Grässerallergikerin sämtliche Anwendungen im 2-3% Bereich als Raum- im Sommer als Bodysprays, auf Dekolleté , hinte Ohrmuschel Rollons oder Selbstgemischte Bodylotions (Neutrale Grundlage aus Pflanz. INhaltsstoffen von Phytomed aus Schweiz) . Ich setzte mich täglich der Wirkung von äOe aus und habe bis jetzt noch nie Reaktionen erfahren die auf deren Einsatz hinweist. Ich wage sogar zu behaupten dass mein Handspray sogar mit einem industriellen Des.spray vergleichbar ist was die antimikrobielle Wirkung betrifft .
    Der erwähnte Handspray enthält Feinsprit Rosenhydrolat Rose Manuka Lavendel latifolia Palmarosa Linaloe Zitrone Lemonmyrte

  8. Dazu eigene Erfahrungen: Ich verwende gaaaaaanz viele natürliche ätherische Öle, viele von Primavera, einige von den Maienfelsern, den Rottalern und Prof. Wabner. Ich bin seit Jahrzehnten Asthmatikerin und habe ein Lungenemphysem. Meine Lunge reagiert sehr empfindlich auf diverse Farben und Lacke, ganz viele teure Parfums, Desinfektionsmittel (bin Krankenschwester), Bodylotion etc etc
    Das schränkt mein Leben ganz schön ein – keine Theater-/Oper-/Kinobesuche, um Douglas wird ein riesengroßer Bogen gemacht, Kaufhäuser werden nach möglich nicht durch die Parfumerieabteilung betreten etc etc etc.
    Sogar eine unserer Ärztinnen muss auf ihr geliebtes Parfum verzichten im Dienst – sie raubt mir im wahrsten Sinne des Wortes den Atem (und sie macht es auch – toll, nicht?)

    Ist Euch was aufgefallen beim lesen? Alles Chemie…….

    Ich habe unter den ätherischen Ölen nur manchmal mit Eukalyptus mit einem sehr hohen Cineolgehalt Probleme – also nehme ich Eukalyptus brut und alles ist ok.

    Ich habe oft mit Menschen in meinem Umfeld diskutiert, wenn sie mir den Atem raubten, ganz viele haben es verstanden, aber einige sagen ganz deutlich, auf Chemie kann man nicht reagieren, dass ist doch alles standardisiert:grummel.

  9. Es ist eigentlich egal welche Raumdüfte man benutzt. Die Menge macht es. Die Wäsche wird beduftet, als gäbe es kein Morgen. Der Körper wird beduftet, die Raumluft, das Sofa usw. Diese Unmenge an Düften synthetisch oder nicht haben mich zur Allergikerin werden lassen, obwohl ich keines ! der oben genannten benutze. Für mich grenzt es an Körperverletzung, mit welchen Düften ich umstellt bin. Denn flüchten kann man nicht immer. Asthma und Migräne sind die Folge. ZUR ZEIT

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