sanfte alternative zu ritalin: methylanthranilat in zitrusölen


Beim Recherchieren für einen Buchbeitrag musste ich mich eingehender mit der modernen und weit verbreiteten Droge namens Methylphenidat beschäftigen. Noch nie gehört? Der Stoff wird heute – zumindest in den USA – von jedem vierten Studenten eingepfiffen, um dem Leistungsdruck und Prüfungsstress standhalten zu können. Das Zeug sei nichts anderes als Kokain, nur in geringerer Dosierung, sagt der Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Uni-Klinik Göttingen Gerald Hüther. Trotzdem ist es unter dem Namen Ritalin in jeder Apotheke erhältlich – zumindest wenn man ein entsprechendes Rezept vorlegt. [Das Mittel wurde benannt nach Rita, der Frau des Entwicklers Leandro Panizzon, andere Handelsnamen: Concerta und Medikinet] Professor Hüther sagt weiter:

In den Siebzigern nahm man LSD, um dem Muff der Nachkriegszeit zu entkommen. In den Achtzigern nahm man Kokain, um sich trotz Pershing-II-Raketen gut zu fühlen. In den Neunzigern nahm man freitags Ecstasy-Pillen, um bis montags zu tanzen. Es waren Spaßdrogen, mit denen die Jugend gegen die Erwartungen der Gesellschaft rebellierte. Heute nehmen Studenten Ritalin, weil es ihnen hilft, sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen. Sie sind die erste Generation, die eine Vernunftdroge konsumiert. Eine traurige Droge, ein Armutszeugnis. Quelle. Zeit Online

Nun sind es nicht nur Studenten, also junge Erwachsene, die sich zunehmend dieser Wohlstandsdroge zuwenden, sondern viele K(leink)inder können den modernen Schulalltag nur bestehen, wenn sie damit schön gleichmäßig gedopt werden. Freilich will ich den wohl überlegten Einsatz eines pharmazeutischen Hilfsmittels nicht leichtfertig kritisieren, ich weiß von Fällen, in denen hyperaktiven und aufmerksamkeitsgestörten Kindern nicht mehr anders geholfen werden kann/konnte. Schlimm ist es, wenn sich die betreffenden kleinen (und großen) Menschen schon selbst auf den Geist gehen, denn sie spüren oft, dass etwas nicht in Ordnung mit ihnen ist.

Ich kritisiere vielmehr den leichtfertigen Umgang mit der machtvollen Droge, die nicht frei von gravierenden Nebenwirkungen ist – bis hin zu Selbstmordgedanken. Ich meine, dass in „leichten Fällen“, wo das Verhalten „nur“ anstrengend und nicht bedrohlich ist, andere Maßnahmen ausprobiert werden sollten. Und damit bin ich bei den Düften angekommen, ich hatte über dieses Thema hier bereits einmal geschrieben. Die zwei schier unaussprechlichen Stoffe in allen Zitrusschalenölen, in Zitrusblättern und Zitrusblüten, aber auch in vielen Blütenabsolues, heißen Methylanthranilat und Dimethylanthranilat. Zweiteres ist dem Methylphenidat chemisch sehr ähnlich. Wie auch die in höchster Verdünnung betörend duftenden Stinkstoffe Indol und Skatol, die sich in manchen Blüten-Absolues befinden. Auch zu unserer körpereigenen „Happy-Droge“ Serotonin besteht eine gewissen strukturelle Verwandtschaft. So lässt sich chemisch begründen, warum wir Aromafachleute Rat suchenden Eltern und Lehrern fast immer Zitrusöle für hyperaktive und ähnlich auffällige Kinder empfehlen. Kinder suchen diese Öle ohnehin fast immer „freiwillig“ aus, sie fühlen sich meistens zu diesen Düften hingezogen. Wir beobachten immer wieder eine verblüffende Wirkung auf Stimmung und Verhalten der kids. Einer meiner Kursteilnehmer gab die Geschichte zum besten, dass ihn seine Frau nach langen Arbeitstagen manchmal aufforderte: „Du Peter, tu doch mal das ‚Schalt-die-Kinder-aus-Öl‘ in die Duftlampe!“

Diese Düfte, in feuerfreien Duftgeräten zu Hause und eventuell auch in Klassenzimmer/Kindergärten eingesetzt, können sehr stark zum Wohlbefinden sowohl der Pädagogen und Eltern als auch der Kleinen und Teenager beitragen. Wer sich in einer duften Umgebung wohl fühlt, lernt besser, wenn seine entsprechenden „Lern-Hormone“ noch angekurbelt werden, umso besser. Auch in einer psychiatrischen Klinik können Zitrusdüfte adjuvant (ergänzend) zur herkömlichen Therapie eingesetzt werden. Die Schweizer Krankenschwester und Aromatherapeutin Regula von Rohr hat beste Erfolge zu verzeichnen:

Wenn ich mir überlege, welche Düfte ich am breitesten einsetze und am meisten gebrauche, dann sind das sicherlich die Zitrusdüfte. Die haben bei allen psychischen Erkrankungen die mir hier in der Klinik begegnen, die höchste Akzeptanz mit der jeweilig längsten Anwendungsdauer. Das heisst, egal welche Grunderkrankung jemand mitbringt, die Zitrusdüfte sind bei mindestens acht  von zehn PatientInnen bei der persönlichen Auswahl dabei und sie werden am längsten angewendet.

In den vergangenen Jahren sind hunderte von Schülern und Schülerinnen in dem einzigartigen Projekt „Dufte Schule“ beobachtet worden, in dem deren Verhalten und Schulergebnisse mit und ohne ätherische Öle verglichen worden sind. Es gibt ein Buch dazu und das praktische Ätherische-Öle-Set Dufte Schule.

Einige Duftgeräte ohne offenes Feuer, die also im Umgang mit Kindern (und anderen bewegungsintensiven oder schwer berechenbaren Personengruppen) empfehlenswerter als Kerzenmodelle sind:

  • Flash-Duftlampe von Primavera, gleichzeitig eine wunderschöne Lampe mit tollem Licht, in verschiedenen Farben
  • Aromastream von Feeling, eine Art Ventilator mit austauschbarem Duftvlies, das einige Male in der Maschine waschbar ist (gibt es auch bei anderen Firmen)
  • Alabasterlampen wie von Aromatao sind ein Traum für den dickeren Geldbeutel (oder als Geburtstagsgeschenk)
  • Thermoduftsteine gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen, wie beispielsweise von Neumond und von Taoasis
  • Vernebler, auch Diffuseure genannt, welche die Öle überhaupt nicht erhitzen, sind aus Sicht der ätherischen Öle die schonendste Möglichkeit, hier noch ein schönes und preisgünstiges Modell von Farfalla
  • Duftbrunnen mit Vernebler-Effekt gibt es beispielsweise bei Neumond
  • Beduftungsobjekt, das per Kaltdiffusion arbeitet, für große Räume bis zu 60 qm (Schule, Kindergarten, (Zahn)Arztpraxis, Konferenzraum etc)
  • Auto-Duftgeräte werden an den Zigarettenanzünder angeschlossen, so dass natürliche konzentrationsfördernde Düfte für eine gute Fahrt sorgen (und nebenbei werden unangenehme Gerüche neutralisiert)

Übrigens dient Methylanthranilat als Vogel-Abwehrstoff auf Feldern, Golfplätzen, Mülldeponien, Dächern etc eingesetzt werden kann. Es schadet den Tieren nicht, sondern sie werden durch die Duft-Sprühstöße regelrecht abgestoßen, sie meiden diese Plätze nach einigen wenigen Anwendungen.

Eine natürlich beduftete Umwelt ist nicht gefährlich, obwohl die Presse und bestimmte Verbände chemische Duftbausteine, die bedenkliche Trägerstoffe enthalten, gerne mit natürlichen Riechstoffen gleich setzen. Das entspricht absolut nicht der Wahrheit, wie seriöse Chemiker, die sich mit Düften wirklich auskennen, bestätigen können. Hier ein Hinweis zu der Initiative, die kürzlich von Axel Meyer ins Leben gerufen worden ist: ICH WILL NATURDUFT. Machen Sie mit beim kleinen Fragebogen und unterstützen Sie damit die Kampagne gegen die vielen Duft-Verbote In meine Raumluft kommt nur Naturduft!

PS Im Ärzteblatt ist über eine Studie zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei ADHS zu lesen.

Advertisements

15 Kommentare zu “sanfte alternative zu ritalin: methylanthranilat in zitrusölen

  1. hmm……NOCH IMMER brandaktuell…..!
    Du sprichst mir aus der Seele.
    In manchen Hyperaktiv-Forums und Vereinen wird die Dreifach-Gabe von Concerta, Strattera und Ritalin befürwortet – hier wurden Fälle beschrieben, in denen die Kids kollabiert sind als Nebenwirkung der Medikamente plus heftigster asthmatischer Anfälle, sie kamen ins Krankenhaus – danach wurde wohlgemut die Medikamentation weitergeführt.

    Junge Kinder könne sich nicht widersetzen, sie müssen einfach „mit sich geschehen lassen“…ich kenne einige Teenager, die sich irgendwann auf Umwegen der Tabletten heimlich entledigten…

    liebe grüße
    marta

  2. Vielen Dank für die tollen Infos!
    Ich kenne sogar ein Arzt den fast jedes Kind Ritanlin gibt….auch seinen eigenen Kinder. Ich denke, vielen Kindern könnte wären glücklicher mit einer Behandlung mit ätherischen Ölen.
    Liebe Grüße
    Irene

  3. Liebe Eliane,

    danke für diesen und die vielen anderen interessanten Beiträge der letzten Wochen.

    Für mich ist es unfassbar was da mit unseren Kindern angestellt wird.

    Liebe Grüße
    Kordula

  4. So deutlich vor Augen geführt, ist das wirklich erschreckend… auch der Gedanke, dass es die erste Generation mit „Vernunftdrogen“ ist…

    Die genaue Zusammensetzung des Ritalins war mir bisher auch nicht bekannt. Auch mein Sohn wäre ein Kandidat hierfür, ich habe mich aber damals entschieden, ihm nichts zu geben. Solange ADS nicht mehr Risiken birgt, als hier und da schlechte Noten, kann ich damit leben.

    Wir sollten uns vielleicht eher fragen, WARUM es so viele Zappelkinder gibt, vielleicht gerade wegen der allgegenwärtigen Chemiebomben?

    Mein persönliches Fazit ist: wir entfernen uns zu sehr vom Natürlichen. Aber das ist ja nicht neu. Demnächst bekommen wir alle einen Chip, der die Körperfunktionen kontrolliert und gezielt Medikamente abgibt…

    Zukunftsmusik? Den Chip gibts schon… man hatte sogar vor, Straftäter die lebenslänglich sitzen, damit auszustatten. Im Falle einer Flucht würde sich der Chip aktivieren und ein tödliches Gift freisetzen…

    Lasst uns bloß wach bleiben und vielen Dank dir, Eliane, dass du uns immer wieder schüttelst!

    Gaby

  5. Liebe Frau Zimmermann,

    ich schätze ja normalerweise Ihre Beiträge….aber dieser Beitrag gehört (mit Ausnahme was die ganzen Diffuseure angeht) eindeutig nicht dazu.

    Wenn ich nicht wüsste, dass andere Beiträge von Ihnen super sind….täte ich glatt meinen dass dieser Blog zur Gattung „esoterisches Gesülze“ gehört!

    Erstens Methylphenidat ist, sofern man es nicht schnupft oder injeziert keine Droge, sondern ein seit langem (50 Jahre) erforschtes Medikament, was in Deutschland allerdings bislang nur für Kinder und Jugendliche mit ADHS und bei Narkolepsie zugelassen ist (früher ging man davon aus, das sich ADHS auswächst).

    Es mag ja sein dass ob der schwierigen Differentialdiagnostik von ADHS manche Diagnosen vorschnell gestellt werden, meist dann von Pseudofachleuten (von denen es leider eine ganze Menge gibt), aber gleich das ganze zu verteufeln und zu meinen, dass sich das Symptombild auf ein bisschen Konzentrationsmangel in der Schule reduziert….finde ich absolut unqualifiziert!
    Der gute Herr Hüther gehört leider auch was das Gebiet angeht eher zu den Leuten, die das Spektrumsstörungsbild der ADHS negiert und somit die neusten Erkenntnisse der wissenschaftlichen ADHS-Forschung völlig negiert.

    ADHS ist eine Störung

    – der Daueraufmerksamkeit
    – der Konzentration
    – der Impulsivität
    und
    – der emotionalen Regulation

    Es handelt sich um eine neurobiologische Störung, die vor allem im präfrontalen Cortex lokalisiert ist. Nach heutigem Stand der wissenschaftlichen ADHS-Forschung liegt eine Neurotransmitterstörung des Dopamins zugrunde (durch zu viele Transportermoleküle im präsynaptischen Spalt der Nervenzellen, wird das Dopamin zu schnell wieder rückresorbiert, so dass die Weiterleitung der Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle gestört ist ).

    Desweiteren liegt eine mehr oder minder starke Reizfilterschwäche vor (Reize können nicht [optimal] gefiltert werden), kombiniert mit einer ausgeprägten Reizoffenheit und einer sehr reagieblen Amygdala ist das nicht so ganz ohne….

    Weitere Infos findet man auf den Seiten von ADHS-Deutschland und auf den Seiten von TOKOL e.V.

    Viele Grüße von Jutta, die erst vor 3 Jahren mit 37 von ihrer ADHS-Diagnose erfahren hat und die auf Grund ihrer späten Diagnose noch mit so ein paar anderen Unzulänglichleiten gesegnet ist und brav ihr Methylphenidat selbst zahlt, die auch gerne zitronige Düfte mag, die aber nichts an dem was sie bei ihrem ADHS als belastend empfindet durch irgendwelche Düfte oder Homöopathika gebessert erlebt.

  6. Ich dachte ich hätte mich klar ausgedrückt, dem war wohl nicht so und ich habe nun das Wort „leichte“ hinzugefügt. Ich kritisiere ausdrücklich die unkritische Drogenausgabe bei LEICHTEN FÄLLEN und betone ausdrücklich, dass in gerechtfertigten Fällen auch harte Medikamente richtig am Platz sein können. Prof. Hüther kritisiert im zitierten Artikel auch nicht die Verschreibung von Methylphenidat in klinisch relevanten Fällen, sondern den Missbrauch (und Schwarzhandel) durch (amerikanische) Studenten.

  7. Liebe Eliane,

    ich finde es richtig, dass man die „Grenzfälle“ sehr kritisch anschaut und ich sehe auch in meinem Umfeld immer mehr, dass auch solche Grenzfälle sehr schnell Ritalin bekommen. Ausserdem finde ich es sehr bedenklich, dass schon in Grundschulen damit gedealt wird.

    Nichts destotrotz finde ich deinen Eintrag sehr wichtig und regt zum Nachdenken an.

    Mit Esoterik, die leider immer negativ behaftet ist (weiss der Geier weshalb?!) hat dieser Beitrag herzlich wenig zu tun.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Mirjam

    P.S. Eine geniale, leider etwas teure Aromavernebler-Lampe siehst du hier noch
    http://www.aromalife.ch//default.asp?prono=8938&nCurKat=428&vSearch=&nCurPage=&sStartPageNext=
    Wechselt das Licht und spielt meditative oder eigene Songs im Hintergrund 🙂

  8. Sorry für meine etwas harte Wortwahl gestern zu später Stunde….da ist da einfach meine Impulsivität etwas mit mir durchgegangen.
    Bei nochmaligem genaueren Durchlesen habe ich dann doch gemerkt daß die Darlegung der Thematik doch nicht ganz so doll war wie ich es zuerst den Anschein hatte.

    Nur der Begriff Droge im Zusammenhang mit Methylphenidat in direktem Zusammenhang mit ADHS stößt bei mir immer noch etwas unangenehm auf.

    Ich lass mich gern eines Besseren belehren, aber für mich steht der Begriff „Droge“ entweder für Zeugs wie Kokain oder LSD (mit dem Methylphenidat bei ordnungsgemäßen Gebrauch absolut nichts zu tun hat) oder für getrocknete Pflanzen(bestandteile).

    In den Medien und in gewissen Foren wird (mangels besserer Kenntnis?) Methylphenidat oft mit harten Drogen gleichgesetzt und dann Eltern oder andere, die sich neu mit der Thematik ADHS auseinandersetzen, total verunsichert.
    Eine medikamentöse Behandlung mit Methylphenidat, ermöglicht oft erst eine weitere multimodale ADHS-Therapie.

  9. @Hallo Jutta,

    „von esoterischem Gesülze“ kann keine Rede sein! Sebst wenn Dein zweiter Kommentar besänftigende Zeilen enthält – dass Mehtylphenidat nun „harmloser“ Stoffe sei, ist aj wohl möglicherweise keine gute Definition.
    Meinen Blog schreibe ich zum Bespiel nicht nur so zum Spaß, sondern ich habe mich ebenfalls eingehend mit Ritalin beschäftigt und der „Fall einer engen Freundin“ und das Zureden einer lieben Aromafreundin haben letztendlich dazu bewegt, einen Blog zu beginnen.
    Mit ADHS habe ich mich schon vor über fünfzehn Jahren beschäftigt, als man solche Kinder noch als „esoterische Indigo-Kinder“ bezeichnete – jedoch bereits in damaliger, für Dich wahrscheinlich „unsachlicher“ Literatur im Grunde nichts Anderes als eine gesunde Lebensführung und halbwegs vernünftige, ausgewogene Ernährung, sowie viel Draußen-Sein und Sport empfohlen werden.
    Welche Antwort gibt es denn darauf dass, wie Du es erwähnst, eine Störung der „Daueraufmerksamkeit, Impulsivität und Konzentration haben“??? Woher bitte kommen denn Konzentrationsstörungen bei Kindern??? Vielleicht sollte sich mal unser zivilisierte Gesellschaftssystem etwas mehr an der Nase nehmen und der Lebensstil sowie die Familienstruktur der meisten Kinder durchleuchtet werden, die Ritalin bekommen!!
    Es gibt zahlreiche Eltern, die vom ARZT die RITALINGABEN an ihre Kinder – schon unter 6 ! – regelrecht erbetteln!
    Welchen „ordnungsgemäßen“ Gebrauch für Methylphenidat bei jungen Kindern kann es denn bitte geben?? Reizüberflutung – ja ….und welche Antwort gibt es auf die Frage, wieso überhaupt eine Reizüberlfutung stattfindent?? !! (zB Game Boy Nintendo, Fernsehen, Handy…Shopping.,.. Cola, …Red Bull…). Was gibt es denn zu der noch offenen Blut-Hirnschranke und deren Durchlässigkeit für toxische Stofffe zu sagen? Ich kenne keinen Arzt, der bei ADHS-Kinder (zumindest nicht hier in Österreich) mögliche Schwermetall- oder sonstige Vergiftungen des Gehrinliquors untersucht haben, geschweige denn Vitamin- oder Mineralstoffmängel ….
    Dass ´“ADHS-Erscheinungen“ mit dem Dopamin-Spiegel zusammenhängen ist auch längst nicht mehr neu – das weiß Jeder, der sich schon mal etwas eingehender mit Ritalin & Co und ADHS befasst hat!
    Ich habe extrem viel Verständnis für die Leidenswege derer, bei denen es nicht oder zu spät oder erst im Erwachsenenalter „diagnostiziert“ wurde; jedoch gibt es heute und auch schon vor vielen Jahren eine große Zahl an Möglilchkeiten, um dem zu begegnen. Eines davon ist eine vernünftige, zielgerichtete Ernährung.
    Seufz, es gibt soviel zu sagen hierzu! Wenn ich nicht intensiste praktische Einblicke bekommen hätte in die tägliche Ritalin-Praxis bei Kindern und Jugendlichen und die umrandenden „Therapien“ und nicht selbst Einiges an PRAKTISCHER Erfahrung hätte sammeln dürfen zu erfolgreichen ALTERNATIVEN – hätte ich vielleicht eine andere Meinung. Ich gebe Eliane Recht, vielleicht in manchen klinischen Fällen, mag es gerechtfertigt sein – doch ich vertrete nicht die Meinung dass ADHS heute eine „unheilbare lebenslange Krankheit“ sein soll“!! Dann müssten, gemäß der über 10 Mio Ritalin-Verschreibungen weltweit, alle diese Kinder und Menschen unheilbar krank sein. Einerseits machen es sich Ärzte, Familien, Therapeuten und auch Kinder (die jedoch brauchen Anleitung zur Selbstverantwortung…..,..von wem noch mal?) etwas einfach….Rein mit der Pille und die Sache ist gelöst. Die Pille löst aber nicht die familienstrukturellen, missbrauchs-, Impf- oder Ernährungsfehler, die hinter einem Verhalten stehen. Die tatsächlich genetisch bedingten Fällel stellen ganz gewiß eine geringen Anteil in der gesamten „ADHS-Diagnose“ dar. Oft sind es ganz besonders hochsensible und/oder hochbegabte Menschen oder Kinder, deren Potential nicht erkannt wird und die im Grunde „ruhig“ gestellt werden. Wichtig ist es, die Aufmerksamkeiten der Betroffenen herauszulenken aus diesem „mit Dir stimmt was nicht-Focus“ und ihnen – wie mein Wildnis-Mentor stets sagt – soviel „positives Adrenalin“ zu verschaffen, bis sie vor zufriedener Müdigkeit umfallen…. das kann sein Natur, Kreatives, Sport, ….Schreiben, was auch immer…..!
    Als ich letztes Jahr für eben eine Heilpädagogische Einrichtugn recherchierte las ich im österr. Arzneimittelkodex unter Ritalin, St. 9236: …..“höchste Tagesdosis 60mg, in regelmäßigen Abständen absetzen, nach der Pubertät absetzen, Kinder mit 6 Jahren sollten nicht mit Ritalin behandelt werden, da es keine Belege für die Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe gibt……die Ursachen des hyperkinetischen Syndroms sind unbekannt, es gibt auch keine spezifischen diagnostischen Tests…….bei psychotischen Kindern kann Ritalin die Verhaltens- und Denkstörungen verstärken………nach Absetzen kann es zu chronischen Depressionen (Demaskierung der Depression) und chronischer Hyperaktivität kommen……Methylphenidat kann zu falsch positiven Laborergebnissen für Amphetamine führen beim Immunoessay-Test……“ ; dann noch eine ganze Latte von Nebenwirkungen inkl Herz-Rhytmusstörungen und Gastrointestinalen Beschwerden sowie Störungen des Schlafbedürfnisses. Das also steht im Arzneimittelkodex 2010. Vielleicht hat sich die „Forschung“ im letzten hierzu ja dramatisch positiv verändert?
    Irgendwie wird da stets ein Teil der Eigenverantwortung für unseren Körper und unsere Psyche abgegeben…..Und ich weiß ganz gewiß SEHR GUT, was es heißt, sich ständig damit auseinanderzusetzen. Aber es lohnt sich. Es lohnt sich immer, uns nicht auszuliefern, nicht zu schweigen und permament JA zu sagen.
    Schon längst wollte ich mal dazu in meinem Blog schreiben,…doch der Anfangs erwähnte „Fall einer Freundin“ hatte mich so sehr beschäftigt..,.dass ich lange Zeit keine Energie und Ruhe fand, um mit genügend Abstand über Manches zu berichten, was es meiner Meinung nach wert ist, aufzuzeigen. Und ich bin sehr froh und dankbar, dass Eliane dieses Thema in Zusammenhang mit dem ZEIT-Artikel aufgegriffen hat.
    Solange es Alternativen gibt und solange es Menschen gibt, die diese ermöglichen, es Menschen gibt, die eben mutig genug sind nicht JA zu bestimmten Dingen zu sagen,……gibt es immer ein Chance. Würde dies aufhören…..wäre es kein gutes Zeichen. Vor allem steht auch die Frage immer wieder Raum….WER hat nochmal ADHS überhaupt als Definition und Krankheitsbild festgelegt??? Dann sind ganz gewiß die „GROßEN“ unserer Zeit wie Edison, Schuhmann, Beethoven, da Vinci, Shakespeare, Goethe, …van Gogh….Kandidaten für ADHS oder psychisch angeschlagene gewesen….aber – damals gab es dieses Wort noch nicht, oder?
    Sorry an alle Leserinnen und an Dich, Eliane, dass ich hier nun soviele Zeilen schrieb,….aber ich konnte diesmal nicht anders,… vor allem – ich weiß, ganz unsachlich und unwissenschaftlich habe ich hier geschrieben….aber ehrlich gestanden gehen mir all diese vielen vielen Studien von Pro und Contra schon etwas an die Nieren…denn welches Ergebnis sie auch haben….die Betroffenen brauchen eine sinnvolle und gesundheitsunschädliche Unterstützung.
    liebe Grüße an alle Leserinnen und an Jutta

  10. Pingback: eine „aromatische“ diagnose, adhs & ritalin «

  11. SORRRY liebe Eliane und Leserinnen,
    nun sind hier schon wieder einige Zeilen von meinem Post gelandet, ohne dass ich irgendwie bewusst das hier in den Kommentaren haben wollte!!!!! Ich hatte schon einmal bei WordPress Kontakt aufgenommen, um herauszufinden, wie das vor sich geht! Also bitte, wirklich sorry.
    Bitte Eliane, lösche diesen Kommentar, wenn das geht.
    viele grüße marta

  12. Ich bezweifle nicht, dass es ADHS-Betroffene gibt, denen mit einer Duft-/Aromatherapie geholfen (nicht geheilt) werden KANN. Auch die Aufforderung zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Rialin kann ich nur unterstützen (so wie übrigens mit jedem Medikament).

    Jedoch erzeugt der Beitrag und die Kommentare von marta bei mir das gleiche ungute Gefühl, wie es der Artikel eines Ritalin-Herstellers zu diesem Thema hervorrufen würde.

    Es ist nichts Verwerfliches daran, für die Dufttherapie Werbung zu machen und gleichzeitig daran zu verdienen. Wie glaubwürdig das ist, entscheidet jeder anders. Aber der Gegenseite Leichtfertigkeit oder gar Bequemlichkeit zu unterstellen („… machen es sich Ärzte, Familien, Therapeuten und auch Kinder … etwas einfach….Rein mit der Pille und die Sache ist gelöst.“), verärgert nicht nur die Betroffenen, sondern untergräbt die eigene Glaubwürdigkeit noch einmal erheblich.

    Zumal die Dufttherapie mit folgenden Worten beworben wird: „Schalt-die-Kinder-aus-Öl“ Ist das nicht auch ein wenig leichtfertig und bequem? 😉

  13. Liebe Eliane,

    was hältst du vom Tulip von Primavera?
    Wenn für-gut-befunden, kennst du evtl. ein preisgnstigeres Gerät?

    Danke & lieben Gruß
    Anna

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s