hydrolat }{ weihrauch


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyAuch wenn der Weihrauch gut zur Weihnachtszeit und zum heutigen dritten Advent passt, kann ich es kurz machen, denn ich vertrage kein Weihrauchöl und habe mich darum noch nie mit dem entsprechenden Hydrolat auseinander gesetzt. Schuld daran ist wahrscheinlich mein eher leidvoll empfundenes Jahr an einer Nonnenschule, der arme Duft kann wahrlich nichts dafür! Doch eingeprägt ist eingeprägt, man kann das Geruchsgedächtnis nicht überrumpeln.

  • Boswellia sacra Flueck. (B. carteri)

Herstellung: Destillation der Harztränen

pH-Wert: 4,7-4,9, Haltbarkeit maximal anderthalb Jahre, je nach Qualität, die extrem unterschiedlich sein kann

Geruch/Geschmack: eindeutig weihrauchig, eventuell etwas süßlicher, balsamisch, je nach Herkunft und Zusammensetzung

Inhaltsstoffe im hydrophilen Anteil: Boswelliasäure, diese wurde als hauptverantwortlicher Inhaltsstoff mit entzündungshemmender und antitumoraler Wirkung identifiziert , vor allem bei Blasenkrebs und bestimmten Gehirntumoren (C 6-Gliom) [Mark Barton Frank & al. Frankincense oil derived from Boswellia carteri induces tumor cell specific cytotoxicity. BMC Complementary and Alternative Medicine 2009, 9:6] [Afshin Rahmanian-Schwarz. Untersuchung zur Wirkung von Boswelliasäuren auf die Überlebenszeit von Ratten mit C6-Gliomen. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Medizin des Fachbereiches Humanmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen, 2006] Boswelliasäure kommt nicht im ätherischen Öl vor!

Körperliche Wirkung und äußerliche Anwendung: zum Inhalieren bei Bronchialbeschwerden, insbesondere bei chronischen Entzündungen, als Gesichtswasser bei Neigung zu roter-entzündlicher Haut, insbesondere für reifere Haut, da straffend wirksam, auch gut als Grundlage für Gesichtsmasken bei Akne (beispielsweise mit Heilerde)

Seelische Wirkung und Einnahme: auf manche Menschen erhebend, entspannend, fördernd für meditative Zustände

10. Merksatz zu Hydrolaten: Manchmal wird das Hydrolat nach einer Destillation wieder verwendet, d.h. es wird damit nochmals und nochmals destilliert, so dass es nach diesem Prozess der Cohobation besonders stark mit bestimmten Wirkstoffen angereichert ist und wirklich (zunächst) keimfrei ist. Rosenhydrolate werden manchmal auf diese Art hergestellt. Einige sehr hitzeempfindliche Stoffe können nach Meinung einiger Kritiker dabei auch zerstört werden. * nach Suzanne Catty 

K.E.K.S. Ich schrieb im ersten Hydrolate-Beitrag, dass mich eine mögliche Spende meiner LeserInnen motiviert hat, diesen Adventskalender der anderen Art zu verfassen. Wenn ein Baby ohne richtig ausgebildete Speiseröhre geboren wird, werden Eltern mit dem Wortungetüm Oesophagusatresie konfrontiert. Wir konnten mit dem Begriff damals rein gar nichts anfangen, für genauere Erklärungen war keiner zuständig. Ich hatte viel zu viel Fruchtwasser im Bauch gehabt, das kann bei fünfzig Prozent der betroffenen Frauen ein Hinweis aus diese Missbildung sein, denn das Kleine kann das Fruchtwasser nicht trinken, was ein gesundes Baby sonst tun würde. Dass unser Sohn noch nicht mal seine Spucke schlucken konnte, ist uns zwar aufgefallen, doch man ließ uns und das Kind über sechs Stunden ‚links liegen‘. Nach der Verlegung in die Kinder-Uniklinik hätten auch wir dringend Betreuung benötigt, und wenn es nur ein paar erläuternde Sätze zur Prognose gewesen wären. Diese Aufgabe übernimmt K.E.K.S., davon sollten möglichst viele frisch gebackene Eltern und auch GeburtshelferInnen erfahren, denn immerhin ist jede 1500ste Geburt (andere Quellen sagen jede 3500ste Geburt) davon betroffen.

Mehr zum Thema sowie 12 heraustrennbare Taschenkärtchen zu den wichtigsten Indikationen gibt es im Hydrolate-Buch von Eliane Zimmermann, hier (klick!) zu bestellen.

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2 Kommentare zu “hydrolat }{ weihrauch

  1. Liebe Eliane,

    Du gibst hier wieder einmal Perlen der Weisheit preis. Dafür vielen lieben Dank!
    Ich wäre sehr dafür, dass du auch dieses Wissen zwischen zwei
    Buchdeckel bringst, ich kaufe sofort!

    Liebe Grüße

    Gabriele

  2. Liebe Eliane

    Es ist so schade, dass die Hydrolate „verkannt“ sind und ich bin Dir sehr dankbar über die wunderbaren Beschreibungen.

    Und ich schliesse mich Gabriele an: es gibt keine gute deutschsprachige Literatur (meines Wissens) über Hydrolate – und immer auf Französisch oder Englisch nachlesen… ;-).

    Alles Liebe
    Margarete

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