patchouliöl – das beste mittel bei hautproblemen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch recherchiere gerade für einen Artikel für eine japanische Fachzeitschrift, die Redaktion wünscht sich ganz viele Informationen über eines meiner Lieblingsöle. Der unscheinbare tropische Strauch mit den brennesselartigen Blättern stand Pate für mein Firmenlogo: Patchouli, Pogostemon cablin (Benth.). Dieser Name beinhaltet das griechischen Wörter pogos für Bart und stemon für Faden/Staublatt (welche leicht behaart wie viele Teile der Pflanze sind). Es gibt bis zu knapp 100 Arten in dieser Gattung der Lippenblütengewächse, sie wird auf englisch zu den „East Indian mints“ gezählt (Indische Minze). Der Name Patchouli kommt aus dem Tamil (Sprache u.a. in Sri Lanka) und bedeutet grün (pachchai) und Blatt (ilai).

Die gezahnten etwas behaarten Blätter werden getrocknet und fermentiert und zu einem dunkelbraunen, im Alter sehr zähflüssigen Öl destilliert. Aufgrund des recht deutlichen Duftes – manche empfinden ihn sogar als penetranten Gestank – findet dieses bestens haltbare und babymilde Öl leider nie den Weg in Pflegeeinrichtungen. In bester Qualität, gut gereift und verdünnt kann man jedoch viele Duftfacetten riechen: blumig, süß, balsamisch. Mit Lavendel (und Vanille) gemischt ist es ein hervorragendes und preiswertes Hautheilungsöl, das fast nie seine Wirkung verfehlt.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

In der Hippiezeit der 1968-Bewegung war dieser Duft (meistens in synthetischer Form) ein riechbarer Protest gegen das Establishment und das Spießertum. Das Thema Abgrenzung spiegelte sich in diesem „Abwehr-Parfüm“ wider, auch bei Hautkrankheiten schreit oft die Seele nach Abgrenzung. Das sanfte Patchouliöl kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein. Auch auf anderen Gebieten steht einem dieses gutmütige Öl erfolgreich zur Seite: In einer recht neuen japanischen Studie wurde die Empfindlichkeit diverser Grippeviren-Stämme auf einen methanolischen Extrakt von Patchouliblättern untersucht. Der Hauptinhaltsstoff (auch des ätherischen Öles), ein Sesquiterpenalkohol, hat 99,8% der H1N1-Viren den Garaus gemacht (in vitro= Labortests). [Kiyohara H, Ichino C, Kawamura Y, Nagai T, Sato N, Yamada H. Patchouli alcohol: in vitro direct anti-influenza virus sesquiterpene in Pogostemon cablin Benth. J Nat Med. 2012 Jan;66(1):55-61.] Dieses Öl sollte viel mehr eingesetzt werden!

Übrigens rochen vor gut 100 Jahren edle Kaschmir- und andere Wollerzeugnisse immer nach Patchouli, es ist eines der wirksamsten Mottenabschreckungsmittel. Irgendwann wurde dieser Duft dann mit „exotisch, edel und teuer“ assoziiert (und auch Billiges damit „aufgewertet“). Zur Abschreckung der gefräßigen Larven, die demnächst wieder auf Beutezug gehen werden, kann man die getrockneten Blätter einfach im Schrank verteilen oder Stoffsäckchen nähen und mit Lavendelblüten und Patchouliblättern füllen. Es gibt sie in guter Qualität beispielsweise von Berk als Räucherware zu kaufen. Die Pflanze gibt es auch im Blumentopf bei Rühlemanns zu bestellen, sie braucht ein sehr warmes Plätzchen im Haus und im Sommer sollte sie draußen stehen dürfen und muss oft gegossen werden. Hier noch eine aktuelle Anekdote: Demnächst erscheint eine He-Man-Figur namens Stinkor, das ist eine Spielzeugfigur des Spielzeugherstellers Mattel. Diese skunk-ähnliche Kreatur wird nach Patchouli riechen….

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8 Kommentare zu “patchouliöl – das beste mittel bei hautproblemen

  1. Hallo Eliane,
    Sehr interessant ist, das er anscheinend in vitro dem H1N1 Virus den Garaus gemacht hat! Ob es auch am Menschen wirkt? Wäre ja echt ein Wahnsinn, ich sage nur Impfungen……;-)
    Wie du ja weißt ist der Duft nicht so meins, ich bekomme ich Wochenlang nicht mehr aus der Nase 😉 Die Moleküle bleiben so richtig lange in meiner Nase! Ich weiß seine tollen Eigenschaften aber dennoch sehr zu schätzen!
    Ich habe ihn sehr erfolgreich in eine Neurodermitis Creme für einen sechs Jahre alten Jungen gemischt, der fand den Duft der Creme herrlich und wollte die Creme gleich essen!

    Liebe Grüße
    Sabine

    P.S. Hast du schon eine Reaktion vom Irisiana Verlag bekommen?

  2. Liebe Eliane,

    ich habe vor einigen Jahren ein uraltes Patchouli (von 1993) gekauft, das riecht wunderbar. Frisches Patchouli ist nicht so meins, aber dieses alte Schätzchen – ein Traum-

    Stimmt es übrigens, dass Patchouli das einzige ätherische Öl ist, was man nicht synthetisch herstellen kann???

    Liebe Grüße
    Sabrina

  3. Die H-Man Figur gab es schon einmal vor gut 20 Jahren und auch da roch sie nach Patchouli und zwar echt deftig.

    Vielen Dank für Deinen Beitrag – auch bei mir gehört Patchouli in viele Hautpflegeprodukte

  4. Liebe Eliane

    Danke für die Infos. Ich finde es schade dass eine Puppe nach Patchouli „stinken“ soll. Ich liebe den Duft, vor allem niedrig dosiert und mit Pettitgrain vermischt.
    Durch den Duft von Patchouli begann vor vielen Jahren meine Liebe und Interesse an der Aromatherapie.
    Alles Liebe
    Irene

  5. Liebe Eliane
    ich liebe Patchouli, danke für den interessanten Beitrag. Könntest Du evtl. auch mit Twitter verlinken, dann könnte ich Dich an alle meine professionnellen Parfüm-Kontakte retweeten. Das wäre genial.
    Vielen Dank und liebe Grüsse
    Caroline

    PS: Würde mich freuen, wenn Du wiedermal in Uster wärst:-)

  6. Danke für den interessanten Beitrag.
    Kommt grad passend. Enkeltöchterchen quält sich seit Tagen mit einem
    PICKEL – das Schlimmste was einem Mädel passieren kann.
    Ich werde mal eine Creme rühren.
    Danke auch für die Fotos und die Erläuterungen. Erläuterungsn des Pflanzennamens interessieren mich immer sehr. Dann prägen sich auch die botanischen Namen schnell ein.
    Da Rühlemanns um die Ecke wohnt, werde ich mir ein Pflänzchen zulegen -im Frühjahr-
    LG Heidi

  7. Ich verwende Patchouli, das ich als Kraut beziehe, sehr gerne für meine Saunaaufgüsse, der Duft ist betörend, und die Saunagäste sind zu 95 Prozent begeistert, natürlich gibt es auch einen kleinen Anteil, der diesen Duft nicht mag 😉

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