atmen und schnuppern bei der parkinson-krankheit


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEin wunderbares Buch zur Selbsthilfe von Parkinson-Patienten hat Heilpraktikerin und Qigong-Übungsleiterin Annette Köhler aus Kassel verfasst: Richtig atmen bei Parkinson (bei Interesse auf diesen und die nächsten gefetteten Links klicken!). Das Buch zeigt in vielen Schritten, wie sich Betroffene durch effektive Atemübungen länger mobil und „lebendig“ halten können. Unglaublich viele Tipps und Hinweise die alltäglichen Beschwernisse dieser Menschen werden angesprochen und einfach umzusetzende Lösungen aufgezeigt. Dazu ist alles in verständlicher Sprache verfasst, fast jeder Schritt ist mit anschaulichen Fotos illustriert und der Preis unter 20 Euro kann sich auch sehen lassen.

Ein beigefügtes Heft hilft dem Leser und auch den Pflegenden der betroffenen Personen bewusst zu werden, was einem wichtig ist, was einem gut tut, was einen stresst, in welchen Situationen das Zittern gehäuft auftritt etc. Ein kleiner Abschnitt zeigt auch die Möglichkeit, die Atmung mit Eukalyptusöl zu stärken auf.

In einer neuen Auflage dieses Buches würde ich mir noch ein paar mehr Hinweise auf ätherische Öle wünschen, welche die Verkrampfung und die vielfältigen Beschwernisse lindern können, so wie weiter unten beschrieben.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Man weiß heute, dass die Ätherisch-Öl-Pflanze Agnus castus (Keuschlamm) und auch das Öl aus Syzygium aromaticum (Gewürznelke) eine dopaminartige Wirkung aufweisen. Wenn man sich die Formeln anschaut, kann sogar der chemische Laie eine gewisse Verwandtschaft zwischen dem Hauptinhaltsstoff der Gewürznelke namens Eugenol und dem bei dieser Erkrankung defekten Stoffwechsel von Dopamin erkennen. Da dieser Inhaltsstoff auch in anderen ätherischen Ölen enthalten ist, hat man als aromapflegende Person vielfältige Möglichkeiten zur Hilfe.

Morbus Parkinson zählt zu den fortschreitenden neurodegenerativen Erkrankungen, sie wurde früher Schüttellähmung genannt. Durch ein Absterben entsprechender  Nervenzellen steht nicht mehr genug des Botenstoffes Dopamin zur Verfügung und die Bewegungen des erkrankten Menschen werden immer zittriger, wackliger und starrer. In der Frühdiagnose stellt der Neurologe meistens eine (erhebliche) Störung des Geruchssinnes fest (ich habe hier darüber berichtet).

Shirley Price hat 1996 eine kleine Studie mit 60 Aromatherapeutinnen und 60 Parkinson-Patienten durchgeführt, in der diese MenschenEliane Zimmermann AiDA Aromatherapy regelmäßig über einen Zeitraum von neuen Monaten mit Aromamassagen behandelt worden sind, zunächst einmal wöchentlich (3 Monate) dann einmal monatlich (6 Monate). Es wurden vor allem ester-reiche Öle zwecks körperlicher und seelischer Entkrampfung eingesetzt:

  • Salvia sclarea, Muskatellersalbei
  • Origanum majorana, Echter Majoran
  • Lavandula angustifolia, Echter Lavendel

Auch wenn es sich nicht um eine Studie nach streng wissenschaftliche Kriterien handelte, geben die Verbesserungen bei etlichen Beschwerden doch Anlass zur Nachahmung bei der Pflege von betroffenen Menschen. Es gab drei Gruppen à 20 Personen, in der einen wurde wie oben beschrieben behandelt, in der zweiten gab es entsprechende Produkte zum Anwenden zu Hause (im Bad und als Körperlotion) und die 20 Patienten der dritten Gruppe wurden ohne ätherische Öle massiert. Bei der zweiten Gruppe wurden folgende Verbesserungen fest gehalten:

  • 83% Verbesserung bei Obstipation (Verstopfung)
  • 75% Verbesserung bei depressiver Stimmung
  • 85% Verbesserung bei Schlaflosigkeit
  • 50% Verbesserung bei Steifheit der Körperglieder
  • 28% Verbesserung bei schleppender Sprache
  • 33% Verbesserung bei Zittern
  • 62% Verbesserung bei kraftlosen Körpergliedern

Den Bericht in englischer Sprache kann man hier nachlesen. Zwei wissenschaftliche Tierstudien konnten belegen, dass Ashwagandha-Extrakt (Withania somnifera, Schlafbeere oder Winterkirsche, eine wichtige Heilpflanze im Ayurveda bei vielen Formen von „Altersgebrechen“ sowie Schlaflosigkeit und Impotenz) bei an Parkinsonismus leidenden Ratten und Mäusen die Symptome zu verbessern vermag. [Ahmad M, Saleem S, Ahmad AS, Ansari MA, Yousuf S, Hoda MN, Islam F. Neuroprotective effects of Withania somnifera on 6-hydroxydopamine induced Parkinsonism in rats. Hum Exp Toxicol. 2005 Mar;24(3):137-47] und [RajaSankar S, Manivasagam T, Sankar V, Prakash S, Muthusamy R, Krishnamurti A, Surendran S. Withania somnifera root extract improves catecholamines and physiological abnormalities seen in a Parkinson’s disease model mouse. J Ethnopharmacol. 2009 Sep 25;125(3):369-73]. Leider gibt es wohl keine Belege, dass man diese Erkenntnisse auf den Menschen übertragen kann.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Ich bekomme immer wieder Anfragen, ob man mit ätherischen Ölen etwas GEGEN die zunehmende Beeinträchtigung der täglichen Verrichtungen der betroffenen Menschen tun kann. Mir gefällt die Formulierung „ich tue etwas FÜR“ den Patientin/die Patientin besser. In diesem konkreten Fall habe ich einige Hinweise hier aufgeschrieben, ergänzt um einen wertvollen Hinweis eines Arztes. Wer die Autorin und Heilpraktikerin Annette Köhler kontaktieren möchte, kann das über ihre Website tun.

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