die moleküle, die angst und der nobelpreis


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyWie schon vielfach erlebt (und darüber gelächelt und immer wieder geschätzt), konnten die KursteilnehmerInnen der vergangenen zwei Tage meine Faszination über die duften Moleküle gegen Ende der Veranstaltung nachvollziehen. Sie waren überrascht, dass einige davon, die man fast „pflanzliches Serotonin“ nennen könnte, uns glücklich stimmen können (beispielsweise Methyl-N-Methylanthranilat und 4-Hydroxy-3-methoxybenzaldehyd, Abbildung). Wie andere dufte Moleküle Schmerzen lindern können (beispielsweise p-Cymen und Myrcen), Krebszellen zum Schrumpfen bringen können (beispielsweise Limonen und Ionon) und Viren schachmatt setzen können (beispielsweise Citronellal). Wie die wunderbar duftenden Gemische daraus uns Menschen in so vielen Bereichen helfen können. Gerade weil sie  Vielstoffgemische sind (von der modernen Pharmazie gerne beschimpft) und somit immer unterschiedliche Ziele (targets) im Körper gleichzeitig ansteuern können.

Und während ich das große Orchester der natürlichen Duftstoffe präsentierte und die KursteilnehmerInnen Ketten malten, Moleküle bauten und in Aufstellungen visualisierten („Chemie-Gymnastik“), ging der Telefonanruf des Nobelpreis-Kommitees in die USA, zu zwei Forschern, die bestimmte Moleküle in unserem Körper erforscht und entschlüsselt haben, welche es uns überhaupt erst ermöglichen, Düfte und Geschmäcker (und viele andere Sinneswahrnehmungen) wahrzunehmen.

Die Angst vor dem Wort „Chemie“ und „Molekül“ ist riesig, wie ich immer wieder vor meinen Kursen „Tanzende Moleküle“ (auch „Freundliche Moleküle“) feststelle. Chemielehrer sind wohl weltweit darauf spezialisiert, Kindern die Faszination über viele Wunder der Natur auszutreiben. Oder sie sind einfach nicht in der Lage, dieses Thema lebensnah und verständlich rüber zu bringen. Wie damals mein wirklich lieber Chemielehrer, der mir regelmäßig zu einer glatten 5 (in Deutschland die zweitschlechteste Note) verhalf. Ich bin so froh, dass ich mit Hilfe der ätherischen Öle, meiner Nähe zu den Duftpflanzen in unserem Garten und in meiner paradiesischen Umgebung in Irland, dennoch den Zugang zu dieser vielschichtigen Materie fand.

Aufgrund meiner anfänglichen Schwierigkeiten damit, scheine ich nun in der Lage zu sein, mit vielen Bildern, Bastelübungen, Eselsbrücken und sogar dem gereimten Aroma-Rap, diese faszinierende Materie allgemein verständlich weiterzugeben. Denn wir Menschen sind auch ein kompliziertes Chemie-Labor, in dem jede Sekunde wundersame Umwandlungen stattfinden. Moleküle machen es erst möglich, dass wir denken, fühlen, atmen, beten und riechen können. Und mit Pflanzen und ihren zu uns passenden „Pflanzenhormonen“ interagieren können, sie uns zunutze machen können. Das alles ist Chemie (und noch viel mehr – welches mit Messungen nicht erfassbar ist).

Ein deutschsprachiger Artikel über die komplizierte Arbeit der beiden Chemie-Nobelpreisträger Robert Lefkowitz und Brian Kobilka mit GPRC (G-Protein gekoppelte Rezeptoren) ist hier nachzulesen (man erfährt, dass Kobilka verbissen weiter forschte, obwohl ihm vor einigen Jahren die Forschungsgelder gestrichen worden waren).

2013-Termine für meine Kurse, welche unter anderem von den faszinierenden „Freundlichen Molekülen“ in Duftpflanzen handeln:

  • 20. und 21. April 2013, bei Zürich
  • 5. Juli 2013, bei München
  • 6. und 7. Juli 2013, bei Zürich
  • 13. bis 20. Juli 2013, in Glengarriff, Südwest-Irland
  • 27. und 28. August 2013, in Bern
  • 27. bis 29. September 2013, in Konstanz
  • 5. und 6. Oktober 2013, bei Zürich

Nähere Infos hier auf der Termine-Seite. Vielen Dank an Dr. Häringer für die Info zum Nobelpreis!

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Ein Kommentar zu “die moleküle, die angst und der nobelpreis

  1. vielen Dank für den schönen und mit so viel Ausstrahlung und Liebe zur Materie bzw. den ätherischen Ölen geschriebenen Bericht. :-)Grüßle Johanna

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