das traurige ABC – aluminium, brust und carzinome


Eliane Zimmermann Rezepte für selbst gemachte DeosIn der englischen Universität Reading (aus der auch etliche Ätherische-Öle-Studien stammen) forscht eine Frau, die der Kosmetikindustrie sicherlich ein Dorn im Auge ist. Insbesondere der Deodorant-Industrie. Philippa Darbre untersucht hormonähnliche Moleküle, die sich in unzähligen Alltagsgegenständen befinden – von Babyfläschchen bis zu Käseverpackungen – und deren Wirkungen auf die Entstehung und das Wachstum von Tumoren. Sie bemerkte per einfacher Beobachtung, die auch jeder Laie, jede Frau, machen kann, dass Brustkrebs überproportional oft in den achselnahen Regionen (‚Quadranten‘) entsteht. Statistisch gesehen müssten diese Tumore fröhlich rundum in der Brust mit ihrem fetthaltigen Gewebe sprießen, tun sie aber nicht. Die wissenschaftliche Begründung, dass sich diese achselnahen, äußeren Quadranten durch besonders dichtes Gewebe, das reich an Lymphbahnen und Milchdrüsen ist, auszeichnen, genügte der Wissenschaftlerin nicht. Insbesondere als sie herausfand, dass in der 30er Jahren Krebs an diesen Stellen eine Häufigkeit von 30 Prozent aufwies und heutzutage bis zu 60 Prozent. Ob dieses nahezu verdoppelte Aufkommen der schrecklichen Krankheit an der Zusammensetzung von Kosmetika liegt und somit vermeidbar wäre? Vermeidung von angeblich sozial unverträglicher Geruchsbildung durch Opferung der Gesundheit? Und das in ‚westlichen‘ Ländern, wo es ÜBERALL Waschbecken, Seife und sogar Handtücher gibt – kostenlos!

Philippa Darbre hat Deodorants, insbesondere Antitranspirants (Antiperspirants) im Verdacht. Und jeder Mensch (leider bekommen inzwischen auch Männer Brustkrebs) kann sich selbst seine/ihre Gedanken zu diesem Thema machen und einfach den gesunden Menschenverstand bemühen: Was macht ein Antiperspirant mit 24-, 36- oder gar 72-Stunden-Wirkung an meinem Körper? Ein für viele kleine Moleküle gut aufnahmebereites Gewebe (reichlich Poren und Öffnungen der Schweißdrüsen und Haare/Haarkanäle, die den Weg nach innen ebnen, egal ob sie vorhanden sind ob abrasiert werden) wird tagtäglich mit künstlichen Duftstoffen, Konservierungsstoffen und anderen schillernden Molekülen aus den Laboren dieser Welt traktiert. Viele dieser Substanzen, beispielsweise die teilweise verbotenen Moschusketone, reichern sich dann fleißig im Brustgewebe an (und sind nicht zu knapp in der Muttermilch nachweisbar). Zudem verschließen die typischen Deowirkstoffe wie diverse Aluminiumsalze diesen Weg nach außen, sie unterbinden also ein wichtiges Entgiftungsprinzip des Körpers. Hier bitte mal nachdenken: An diesen Körperstellen soll und muss etwas raus, wird jedoch daran gehindert. Dazu wird ein Cocktail an Chemikalien tagtäglich nachgeliefert, die wirklich nicht dort reingehören (ich schrieb in meinem zweimeist besuchten Blogeintrag [klick!] bereits darüber und biete darin Alternativen).

Die engagierte Wissenschaftlerin konzentrierte sich in ihren Studien auf den circa 25%-ig in den allermeisten Deos enthaltenen Stoff Aluminiumhydroxychlorid (Aluminium Chlorohydrat). Beim Auftragen des Deo reagiert der Wirkstoff mit den Hautzellen, er denaturiert darin enthaltene Eiweiße: Das Aluminium bindet an die Hautzellen und verändert diese dahingehend, dass die Schweißdrüsen dicht machen. Juhu, Ende mit dem lästigen Schwitzen! Dummerweise kann Aluminium ganz ungehindert die Haut durchdringen und ziemlich schnell in Blutbahnen und zu Organen unterwegs sein. Anders beim Essen oder Trinken: Wenn Aluminium über belastete Nahrungsmittel aufgenommen wird, bleibt nur relativ wenig davon im Organismus, weil der Magen-Darm-Trakt recht gut unbrauchbare Fremdkörper erkennen und dann durchzuschleusen kann. Frau Darbre zeigte dies mit einem Dauer-Bad (entsprechend einem monatelangen Gebrauch eines Deos) von gesunden Brustzellen einerseits in Wasser und andererseits in einer Nährlösung mit Aluminiumhydroxychlorid. Diese zweite Gruppe von Zellen verändert sich erschreckend. Und schlimmer noch: Es ist hoch wahrscheinlich dass Aluminiumverbindungen die Tumorzellen zum Wandern anregen, sprich die Metastasenbildung fördern. All das hat der Medizinjournalist Bert Ehgartner im Labor von Philippa Darbre beobachten dürfen und in seinem hervorragenden Blog-Eintrag (klick!) beschrieben – ein Auszug aus seinem neuen Buch Dirty Little Secret – Die Akte Aluminium (klick!). Kürzlich gab es übrigens von Frau Darbres Team eine Aktualisierung zur viel kritisierten Studie zum Parabengehalt von Brustkrebszellen, insbesondere der Konservierungstoff N-Propylparaben wurde überproportional oft in Tumorzellen aus der Nähe der Achselhöhlen identifiziert. Die Kosmetikindustrie wird nun wieder eine Weile damit beschäftigt sein, diese Erkenntnisse als Blödsinn abzustempeln.

Was lernen wir daraus?

  • Öfters mal waschen anstatt dauernd zu sprühen und zu rollen.
  • Öfters mal kein oder ein selbstgemachtes Deo verwenden.
  • Deos von seriösen Naturkosmetikherstellern verwenden.
  • Deos eher auf die Kleidung als auf die Haut sprühen.
  • Lieber Naturkleidung als Synthetikfasern direkt and er Haut tragen. Wollunterwäsche nimmt nur sehr langsam Gerüche an und kann sogar durch Lüften entmüffelt werden.
  • Auf Deopackungen nach dem Wort ‚Aluminium-xxx‘ fahnden und diese links liegen lassen.
  • Nur an heißen ‚Kampftagen‘ solche Deos einsetzen und dann die Haut wieder erholen lassen.
  • Lernen dazu zu stehen, dass Gesundheit vorgeht und dass ein kleiner Schweißgeruch-Unfall nichts Schlimmes ist (solange man sich regelmäßig wäscht…)

Hier mal wieder ein Rezept für ein schnell gemachtes Sprühdeo (muss geschüttelt werden und kurz angetrocknet werden, bevor man sich anzieht, also bitte eine Extraminute bei der Morgentoilette einplanen!) In eine 50-ml-Sprühflasche geben wir:

  • 25 ml Rosenhydrolat (enthält – wenn es ein natürliches Produkt aus der Rosendestillation ist – unter anderem gut verträglichen und bakterienvermindernden Phenylethanol, dazu Citronellol, Geraniol und Nerol, welche nachgewiesenermaßen präventiv und antitumoral wirken)
  • oder ein anderes Hydrolat wie Salbei-, Zypresse- oder Nerolihydrolat
  • 25 ml Wodka (40% Alkohol; wird auch bakterienhemmend und hilft beim Verdunsten nach dem Auftragen)
  • 1-2 Messerspitzen Natron (=Natriumhydrogencarbonat; für ein paar Cents aus dem Backregal im Supermarkt erhältlich, sprudelt zunächst etwas bei Kontakt mit Wasser/Hydrolat)
  • 15 Tropfen Limetten-, Bergamotte- oder Zitronenöl oder anderer Zitrusöle, diese sind reich an Limonen, welches nachgewiesenermaßen präventiv und antitumoral wirkt (jedoch nicht im Solarium benutzen)
  • je 2 Tropfen natürliches Lavendel-, Rosengeranien- und Bergamotteminzeöl, möglichst aus zertifiziertem k.b. Anbau; oder andere ätherische Öle, die reich an Monoterpenolen wie Linalool, Geraniol, Terpineol etc sind (Rose, Petit Grain, Neroli, Palmarosa etc), diese wirken laut etlichen Studien antitumoral
  • 2-3 Tropfen Salbei- oder Zypressenöl, wirken schweißregulierend
  • nach Wunsch noch 5 Tropfen Vanille– und/oder Tonka-Alkoholextrakt, duften lecker und wirken appetitregulierend und stimmungsaufhellend
  • bei sehr trockener oder empfindlicher Haut können einige Tropfen Bio-Jojobaöl zugefügt werden

Eliane Zimmermann Naturdeo-RezepteVon den unzähligen Natur-Deos die ich bereits ausprobiert habe, hat mich bislang ‚Daily Pleasure‘ von Farfalla am meisten überzeugt – im fein-frischen Duft und in der Wirkung. Es hält etwas länger frisch als die bei vielen Naturdeos üblichen drei bis vier Stunden – und nach dieser Zeit garantiere ich für einen Wasserhahn, der Ihnen hundertprozentig irgendwo über den Weg läuft! Von den knapp 12 Euros, die dieses Produkt kostet, darf man sich übrigens nicht irritieren lassen, die Flasche ist nicht – wie fast alle anderen Deoflaschen – größtenteils mit Treibgas gefüllt, sondern bis zum Schluss ist der gesamte kostbare Inhalt benutzbar. Und man kann sie anschließend wunderbar für eigene Raum- und Körpersprays recyclen.

PS. Bei Wadi – Professor Dietrich Wabner – gibt es in der Weihnachtsaktion (bis Ende Dezember) das alkoholfreie Bio-Rosenhydrolat aus Bulgarien zu einem unschlagbar günstigen Preis (zB 1 Liter 24 Euro)

13 thoughts on “das traurige ABC – aluminium, brust und carzinome

  1. Liebe Eliane,
    vielen Dank, dass du dieses Thema wieder einmal ansprichst. Der Artikel ist klasse. Ich werd das mal alles ausdrucken. Übermorgen kommen Freundinnen zum Keksnachmittag. Da dürfen sie mal lesen. Wie toll auch, dass du Vorschläge machst, was man „anstatt dessen“ verwenden kann.
    LG Heidi

  2. Liebe Eliane,
    ich sage ebenfalls danke, das Sie dieses Thema so klar und verständlich ansprechen.
    In meinem Bekanntenkreis gibt es gerade wieder einen ganz traurigen Fall. Eine junge Mutter, das Baby ist gerade drei Monate alt.
    Ich habe alles gespeichert und werde es auch einer Menge Leute zum lesen geben.
    Wer von Euch Rosenwasser (Deo) benötigt , Prof. Wabner hat eine tolle Weihnachtaktion!!!
    liebe Grüße
    Kordula

    • Was mir grad noch dazu einfällt:
      Vor einiger Zeit berichtetest du über Deos, die 48 Stunden wirken sollen. Ich hab das nicht geglaubt – bin extra gucken gegangen. Inzwischen sollen sie 72 Stunden wirken – was soll man dazu sagen…
      LG Heidi

  3. Hej Eliane,
    ein super Post – Danke dafür. Ich habe mit dem Farfalla Deo und auch mit dem Deo von Primavera sehr gute Erfahrungen gemacht – Indoorbüro, keine Fenster, nur Lüftung, 7,7 Stunden nur Stress und KEIN Gemüffel. Ich würde nie wieder ein anderes Deo verwenden.
    Knuddel

  4. Vielen Dank für den Rezeptetipp :-)! Ich „bastle“ mir schon länger selber meine Deos und freue mich für jede neue Idee :-)!
    Ich habe mich darauf gleich in meine Hexenküche zurückgezogen und das Rezept „nachgebaut“. Das Ergebnis gefällt mir sehr gut!!

  5. Weiß jemand, wie das mit den Deokristallen (die man nur nass machen muss und dann unter die Achsel streichen kann) ist? Kann man die bedenkenlos verwenden? und wie sieht es aus mit Naturkosmetik von Alverde? Ist das Deo von Alverde bedenkenlos? Es steht zumindest drauf, dass es ohne Aluminiumchloride ist.

  6. Hallo Eliane,
    habe gerade im Internet bei Arte einen Film (die Akte Alu) gesehen. Der war hoch interessant und bestätigte die von Dir hier beschriebenen Inhalte zu den gesundheitlichen Schwierigkeiten mit Aluminiumverbindungen nicht nur was Brustkrebs und Alzheimer anbelangt. Der Film wurde original am 12.03.2013 um 20:17 bei Arte ausgestrahlt und ich kann ihn nur empfehle. Auch ein anschließendes Interview mit Dr.Christopher Exley Toxikologe in UK war sehr aufschlussreich (er hat auch im Film die Akte Alu einen größeren Beitrag geleistet). Er hat herausgefunden, dass Wasser mit einer signifikanten Menge an Silizium den Körper befähigt Aluminium wieder auszuscheiden.
    Vielleicht kannst Du das Thema in Deinem Blog ja noch einmal aufgreifen.

    Liebe Grüße Gabi

  7. Hallo Eliane, danke für Deinen Beitrag. Habe mir gerade aus meinem Ägyptenurlaub Rosenwasser der Firma EVA aus einer Apotheke mitgebracht, um es u.a. auch als Deo und Gesichtswasser zu verwenden. Gerade habe ich nach den Inhaltsstoffen gegoogelt und war geschockt: selbst im Rosenwasser ist Aluminium! Was soll man dazu sagen? Heisst das, dass das inzwischen auch die Regel ist, einem Rosenwasser Aluminium zuzufügen? Nicht daran zu denken, dass man Rosenwasser auch gerne in der arabischen-iranischen Küche verwendet…. Hast Du dazu irgendwelche Infos?
    Liebe Grüße, Eva-Maria

    • Nein, ich habe noch nie davon gehört, dass Aluminiumverbindungen in Rosenhydrolat sein könnten. Vielleicht ist es nur Rosenwasser, also in Wasser verschütteltes Rosenöl (echt oder synthetisch) und das Aluminium dient als Stabilisator oder Dispersionshilfe.

      • Liebe Eliane,
        danke für die Darstellung der Aluminium-Problematik. Die ist uns Chemikern natürlich leider gut bekannt. Bisher hat allerding unser Reden dazu nix genutzt. Übrigens zu Deinem Rezept des Rosen-Deos: Du hättest bitte schreiben sollen, dass Rosenwasser besonderes deodorant ist wegen seines Inhaltsstoffes Farnesol. Dies ist bekanntlich ein C15-Alkohol der auch noch stark desinfizierend ist und epithelsierend also wundheilend. Herzlich und duftend
        Dein

        Dietrich Wabner..

  8. Pingback: Schutz(los)? Aluminium-Deodorants und Brustkrebs – Leben trotz Krebs

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