duftkommunikation – eine olfaktorische entdeckungsreise


Christine LamontainIch habe vergangene Woche eine ausführliche Übersicht angefertigt, in welcher verdeutlicht ist, wie sich die Aromatherapie in den deutschsprachigen Ländern geformt und entwickelt hat. Zwar ist dieses Material für den Vortrag, den ich im März in Tokyo halten werde, doch war es auch eine persönliche und teilweise überaus witzige Zeitreise zu meinen aromatischen Wurzeln. Leider weiß ich es nicht mehr genau: Irgendwann um 1987 hörte ich einen Vortrag von Martin Henglein in Frankfurt, darin wurde der olfaktorische Duftkreis erläutert. Das klang zwar alles hoch interessant, aber so richtig verstanden hatte ich es nicht. So buchte ich ein 2-Tage-Seminar in München bei ihm.

Martin_Henglein_Duftkreisversionen

Die sehr rudimentären Arbeitsunterlagen von Martin Henglein haben uns Mitte und Ende der achtziger Jahre ganz neue Dimensionen der Duftarbeit eröffnet. Die gedruckte Abbildung seines Duftkreises erschien in einem Buchbeitrag von Prof. Dr. Hatt über das Riechen (Alfred Maelicke: Vom Reiz der Sinne 1990)

Es war ein Feuerwerk der Düfte (Martins Ölekoffer war mit den traumhaftesten Duft-Kostbarkeiten aus aller Welt gefüllt) und die symbolisch-archaisch anmutende Arbeit mit dem damals rautenförmigen Duftkreis war sehr überzeugend. Anhand von den vier Eckpunkten mit den zugeordneten ätherischen Ölen der Bergamotte, der Rosengeranie, des Patchouli und des Rosmarin wird die grundsätzliche Lebenssituation und der momentane Zustand der Psyche der schnuppernden Person heraus kristallisiert (welchen dieser Düfte mag sie am ehesten, welchen lehnt sie möglicherweise ab). Der geschulte Osmologe kann dann anhand von Abneigungs- und Vorliebe-Reaktionen (Körpersprache, Gesten, Redewedendungen etc) heraus arbeiten, welche Seelenthemen eventuell bearbeitet werden könnten und kann dem/r Klient/in Ratschläge und vor allem die passenden sowie stärkenden ätherischen Öle mitgeben (das kann einfach ein Riechstreifen mit dem ausgesuchten Duft in einem Glasfläschchen sein). In der aktuellen Ausgabe von Forum Essenzia (42) hat Christine Lamontain, eine seiner (und meiner!) überaus begabten und engagierten Ausbildungs-Teilnehmerinnen, einen sehr anschaulichen Bericht veröffentlicht, in dem man die wichtige Dimension dieser Arbeit erkennen kann: Eine Klientin, die vermeintlich nicht mehr riechen konnte, erkannte durchaus einige Gerüche, die wiederum für ihre weitere Entwicklung sehr wichtig wurden. Spannend zu erfahren ist, dass es analog zum stressbedingten Hörsturz auch sowas wie einen Riechsturz gibt. Riechstörungen sind zwar nicht lebensbedrohlich, doch können sie das tägliche Leben der betroffenen Menschen stark beeinträchtigen. Die Arbeit mit der Duftkommunikation kann einerseits bei ganz alltäglichen Fragen nach Stabilisierung, Veränderung und persönlichem Wachstum, jedoch auch begleitend bei allerlei Symptomen enorm hilfreich sein. Auch kann sie in der Pflege von Menschen die medizinische Versorgung optimal ergänzen.

Ölekasten_Varianten_Eliane_ZimmermannChristine Lamontain versteht es auf eine einzigartige Weise, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Riechprozess sowie zur Zusammensetzung und Wirkung ätherischer Öle mit seelischen Prozessen zu verknüpfen. Sie wird im Rahmen meiner Happy-Düfte-Woche am Meer (24. bis 31. Mai) InteressentInnen diese spannende Arbeit näher bringen, unter den circa 200 ätherischen Ölen, Absolues und Extrakten aus meinen Koffern und Kästchen (links) müsste für jede Nase die passende „Antwort“ dabei sein, nicht zu reden von den unglaublichen Blütensymphonien, die wir auf unseren Exkursionen erleben werden. Lassen wir Christine selbst zu Wort kommen:

Mit der Duftkommunikation betreten wir die Welt der osmologischen Betrachtung von Duft(Reaktions)-Phänomenen.

  • Weshalb mag jemand z.B. den balsamischen vanilligen Duft von Benzoe siam aber nicht den der Vanille?
  • Weshalb finde ich mit dem Lavendelsäckchen keinen Schlaf?
  • Kann mir der Duft von Karottensamen zeigen wie der Stand meines „Projektes (Lebens)Neuorientierung“ ist?

Gemeinsam tauchen wir ein in diese Welt der Duftinformationen und unserer eigenen Duftwahrnehmungsreaktionen. Wir begeben uns auf olfaktorische Entdeckungsreise in die Weiten unserer Seelenlandschaft und der Pflanzendüfte.

Die Pflanzen, die lange vor uns da waren, haben erfolgreiche „Strategien“ entwickelt, die ihr Überleben und Wachstum sicherstellen. In ihrem Pflanzenzyklus bewältigen sie „Geburt“, Durchsetzung, Kommunikation, Befruchtung, Reifung, Frucht- und Samenbildung, Rückzug, Auflösen, Beginn eines neuen Zyklus. Ähnliche Situationen gibt es auch in unserem Leben.

In der Integralen Osmologie (Martin Henglein) spricht man von „12 Biostrategien“. Die biochemische Zusammensetzung der ätherischen Öle ist der Ausdruck morphologischer Einflüsse auf die Pflanze. Biochemische Signalstoffe der Pflanze stellen ihr Wachstum sicher und begleiten sie durch ihren „Lebenszyklus“. Der Duft, als Informationsträger dieser erfolgreichen Biostrategie der Pflanze, tritt in der Duftkommunikation in Verbindung mit dem Menschen. Sobald ein Riechkontakt mit dem Duft stattgefunden hat, erfolgt über die Wahrnehmung eine Auseinandersetzung zwischen der Duftinformation des ätherischen Öles und der persönlichen Erfahrungs- und Erlebniswelt.

Der Duftkreis (nach Martin Henglein) dient uns dabei als Modell zur Erforschung der Pflanzen-Biostrategien im Kontext unseres eigenen Lebenszyklus. In dieser Duftarbeit spielt das persönliche Erleben und die Wahrnehmung eine wesentliche Rolle. Das Wissen um die psychischen Wirkmechanismen der ätherischen Öle wird mit dieser Form der Duftkommunikation erweitert. Duftreaktions-Phänomene werden durch die osmologische Betrachtung verständlich. Osmologische Arbeit ist Aromapflege für die Seele. Inhalt:

  • Duft- und Pflanzenbegegnungen
  • Duftwahrnehmung und Selbstwahrnehmung
  • Einstieg in den Duftkreis nach Martin Henglein
    • die vier Ecköle und ihre Bedeutung
    • Biostrategien und Lebenszyklus
    • die bio-seelischen Themen wichtiger ätherischer Öle im Duftkreis
  • Kurzriechtest
    • Mein Duftbegleiter (Duft zum Mit-nach-Hause-nehmen).

Es gibt die Möglichkeit zum erweiterten Duftriechtest.

Die Broschüre liegt hier, die Preise stehen hier, das Anmeldeformular zum Direkt-am-PC-ausfüllen befindet sich hier, die sehr ausführliche Broschüre für die zwei „Gärten & Naturparfüm-Wochen“ kann hier runtergeladen werden.

2 thoughts on “duftkommunikation – eine olfaktorische entdeckungsreise

  1. Am liebsten würde ich sofort die Anmeldung ausfüllen! Ich würde zu gern Dich, liebe Eliane, und sehr, sehr gern auch Christine kennenlernen. Und diese Duftreise klingt ganz wundertoll!
    Doch solange die Kinder noch in der Schule sind, kann ich mich keine ganze Woche davonstehlen😦
    Einen lieben Gruß sendet
    Susanne

  2. Das liest sich super interessant. Würde gern mehr erfahren über diese Duftkreise. Wo kann man denn konkrete Informationen dazu finden?

    Ganz liebe Grüße an das Team des Hauses am Meer. Ich denke gern an die Woche im letzen Frühjahr zurück. Vermisse noch immer den Blick vom großen Fenster auf’s Meer.

    Liebe Grüße
    Gabi

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