botanica2014 – ein rückblick


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieViele Hydrolate, viele Destillateure, viele Ölefirmen, viele Heilkräuter, ganz viele hochkarätige Vorträge und Menschen aus 39 verschiedenen Ländern. Das ist die Bilanz der zweiten Botanica-Aromatherapie-Konferenz mitten in Dublin. Ich hatte eigentlich gar keine Zeit hinzufahren und versäumte darum auch den ersten der zweieinhalb Tage im altehrwürdigen Trinity College. Doch jede Minute hat sich gelohnt, es waren wirklich ausgezeichnete Möglichkeiten, Neues zu lernen dabei. Netterweise hat sich meine liebe Kollegin Margarete Fieguth (klick!) aus der Schweiz bereit erklärt, eine Zusammenfassung des ersten Tages zu schreiben. Sie war neben der Vortragenden Julia Graves, dem Teilnehmer Fred Wollner von Primavera und mir die einzige Deutschsprachige im Publikum, das aus circa 250 Menschen aus aller Welt bestand. Im Folgenden beschreibt Margarete also die ersten Vorträge, die am Freitag statt fanden. Ich werde dann demnächst nach und nach zu den oben abgebildeten Produkten, zu neuen Erkenntnissen und über den einen oder anderen Kollegen/Kollegin erzählen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie„Eliane hat mich gebeten, ein paar Zeilen über den Beginn der Botanica2014-Konferenz, zu schreiben. Gerne mache ich das. Rhiannon Lewis (klick! Foto unten links) – sie hatte bereits die erste Botanica-Konferenz im September 2012 organisiert – begrüsste uns herzlich und offen. Die Freude über so viele TeilnehmerInnen (gut 85 Prozent der Gäste waren weiblich) aus insgesamt 39 Ländern war gross. Sie wollte die Pflanzen und die Pflanzenheilkunde zelebrieren/feiern – und das taten wir. Um keine Unterschiede zwischen akademischen Graden und Nichtakademikern zu machen, wurden bewusst sämtliche Titel und Firmen auf den Namensschildern weggelassen. Und das hat auch für mich den Kontakt zu anderen absolut vereinfacht.

Dilis Clare (klick!) machte den Anfang. Der Wunsch der irischen Ärztin, die sich auf Kräuterheilkunde spezialisiert hat, ist es, dass jeder Mensch auf dieser Welt frei entscheiden kann, welche Art der Therapie er erhält. Sei es die schulmedizinische, die traditionelle oder wie auch immer. Um die Pflanzenheilkunde zu unterstützen und zu festigen, werden jedoch mehr Fallstudien benötigt und sie bat uns, diese unter http://www.care-statement.org zu erfassen. Ihre 40 Minuten vergingen wie im Fluge und es blieb keine Zeit mehr für Fragen.

Rosari Kingston (klick!) ist ein wandelndes Nachschlagewerk in irischer und keltischer Pflanzenheilkunde. Es war unglaublich, was sie wie erklären konnte und mit welchem Herzblut sie dabei ist. Die nächste Referentin Stella Byrne ist halb Irisch, halb Walisisch und verbindet beide Schulen der Pflanzenheilkunde. Für mich persönlich war es nach Rosari, die mir den Kopf heftig gefüllt hatte, schwierig, zu folgen. Leider sind meine Notizen spärlich. Zum Glück war nun Pause mit Tee, Kaffee und (recht trockenen 😉 ) Keksen. Wir hatten die Möglichkeit, nun uns ein bisschen die Verkaufs-/Messestände im etwas dunklen und düsteren Vorraum des Lehrsaals anzusehen. In den Pausen war es aber immer zu voll, um alles in Ruhe anzusehen und Fragen zu stellen (schwänzen war also angesagt…).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAndrea Butje (klick! Foto rechts) war die erste „ausländische“ Rednerin. Sie ist eine us-amerikanische Powerfrau, die mit Liebe und Freude über ihre Arbeit sprach. Nachdem sie früher sowohl ätherische Öle verkauft hat, als auch unterrichtete, hat sie sich vor ein paar Jahren nur noch für’s Unterrichten entschieden und entwickelt Online-Kurse und Hilfsmittel. Auch reist sie durch die Welt und besichtigt kleine Destillations-Betriebe. Und über diese Besuche ging es in ihrem Vortrag. Wir sahen herrliche Bilder über Bulgarien und hörten kleine Anekdoten dazu, ebenso über Süditalien und Nepal. Sie stimmte uns bereits auf die kommenden drei Sprecher ein, die sie alle persönlich besucht hatte und gerne unterstützt. Atanas Krachmarov (klick!) war der nächste Vortragende. Ein junger Mann, der etwas leise und schüchtern sprach und für mich schwer zu verstehen war. Er produziert nicht nur biologische ätherische Öle und Hydrolate, sondern auch wunderbare CO2-Extrakte. Auf dieses Thema kam am Samstag auch Madeleine Knapp Hayes-Wellhuner (klick!) zu sprechen. Ein Produkt, das in der Aromatherapie mehr Achtung, dazu auch mehr Ahnung verdient. Ich bin mir sicher, dass Eliane dazu noch mehr sagen kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDann kam für mich ein unterhalterisches Highlight: Kailash Dixit (klick!) aus Nepal. Ein quirliger Mann, der ursprünglich aus der Schnapsdestillation kommt. Nachdem der Genuss zu viel wurde, hat er sich ein Sabbatical gegönnt und ist durch Nepal gereist – und wurde „erleuchtet“. Dem Alkohol hat er abgeschworen, aber nicht der Destillation. Zuerst wollte er alles alleine machen und musste feststellen, dass das nicht geht. So wurde mit den umliegenden Bauern eine Kooperative gegründet, an der 34 Familien beteiligt sind. Sie bestellen ihre Felder biologisch und bauen einheimische Duftpflanzen an. Ebenso achten sie bei der Destillation auf höchste Sorgfalt. Es macht ihn traurig, dass so viele junge Männer auswandern, weil sie keine Perspektive im Land sehen und er möchte gerne etwas dafür machen. Andrea Butje hat all seine ätherischen Öle im Labor untersuchen lassen und war von der Qualität begeistert. Was für ihn finanziell nicht möglich war. Natürlich hat ihn das Ergebnis glücklich gemacht und es hilft ihm beim Verkauf seiner Produkte. Er muss leider die Hydrolate entsorgen, da in Nepal deren Verwendung unbekannt ist und Nepal auch über keinen Hafen verfügt. Er wäre über jeden froh, der diese exportieren und vertreiben würde. Zum Schluss kam er mit einer Frage, die mich schon lange beschäftigt und die Reaktion darauf war überwältigend (und absolut in meinem Sinn!!): Sind ISO-Zertifikate und Bio-Labels nötig? Er verkauft seine nicht zertifizierten Bioprodukte an zertifizierte Händler und diese kleben dann einfach das Label drauf … Das Publikum stand kurz vor den Standing Ovations.

Anschliessend trat die Französin Evelyn Boyer (klick!) ans Pult. Sie spricht kein Englisch und wurde von Rhiannon übersetzt. Sie und ihr Mann Jacky sind seit 8 Jahren in einem fast verlassenen Dorf im Verdon und bauen dort ihre Pflanzen an, bzw. sammeln wild wachsende Heilpflanzen. Die Mairose und die Damaszener Rose sind dabei ihr Steckenpferd und sie haben inzwischen gut 7000 Pflanzen. Liebevoll gewinnen sie in Schwerstarbeit ätherische Öle und Hydrolate (auch eine interessante Mischungen aus Kornblume und Holunderblüte). Sie verfügen über ein Labor, in dem sie hochwertige Naturkosmetik herstellen. Man merkt ihnen die schwere Arbeit, aber auch die immense Freude daran an. In ihrem Shop (klick!) kann man einige wundervolle Hydrolate (dazu ätherische Öle und Cremes) bestellen. Zum Abschluss des ersten Tages wurde uns im Vorraum ein kleiner Apéro offeriert.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMargaretes Website mit Shop kann hier (klick!) besucht werden, sie ist übrigens Distributorin der französischen Kosmetik-Rohstoffe- und Ätherische-Öle-Firma Aroma-Zone. Ich werde demnächst über einige der weiteren Highlights und Produkte berichten. Nach einem Super-Sommer hat sich übrigens Dublin mit einem wunderschönen und sehr warmen Indian Summer präsentiert. Im Botanischen Garten in Dublin konnte ich traumhaft blühende Rhododendren besichtigen. Das gute Wetter hält nach wie vor an, auch im Südwesten Irlands: Unsere Gäste der drei letzten Veranstaltungen für dieses Jahr genießen Sonnenschein pur. Wer nächstes Jahr kommen möchte, kann sich Termine und Themen hier (klick!) bereits anschauen. Ich bastele seit zwei Wochen und auch dieser Tage an einem aktualisierten Anmeldeformular, an Anzeigen, Preislisten, neuen Touren, Website-Aktualisierungen und vielem anderen Bürokram.

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2 Kommentare zu “botanica2014 – ein rückblick

  1. Danke für den tollen Rückblick – vielleicht schaffe ich es ja mal irgendwann nach Dublin – Dein Bericht macht schon sehr neugierig……

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