heuschnupfen: JETZT vorsorgen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFast jedes Jahr im Herbst erinnere ich meine LeserInnen an die Vorzüge der wunderbar samtig-holzig duftenden Öle der beiden echten Zedernarten. Die Himalaya-Zeder [Cedrus deodara (Roxb. ex D.Don) G.Don.] ist eine enge Verwandte der Atlas-Zeder [Cedrus atlantica (Endl.) Manetti ex Carrière]. Diese Methusalems unter den Bäumen können weit über 1000 Jahre alt werden – es sind auch einzelne Prachtexemplare mit über 2000 Jahren bekannt – zudem ist die majestätisch wirkende Zeder einer der ganz großen und unübersehbaren Bäume. Ich nenne beide sehr ähnlichen Öle die „Stark-wie-ein-Löwe-Öle“. Zedern sind übrigens mit den Kiefern, Fichten, Tannen und Lärchen verwandt, doch anders als bei jenen, werden nicht die Nadeln sondern die Holzstückchen destilliert, so dass es von besonderen Sesquiterpenen und deren Abkömmlingen geprägt wird.
Zedernöl wirkt stabiliserend und kräftigend, sowohl körperlich als auch im seelischen Bereich. Es stimuliert die Aktivität der Lymphgefässe, wirkt der Steinbildung entgegen und wird wegen seiner lipolytischen („fettauflösend“) Fähigkeiten Cellulitemischungen beigegeben.
Verblüffende Erfolge erzielt man mit einer rechtzeitig begonnenen Anti-Heuschnupfen-Maßnahme: Acht bis zehn Wochen vor Beginn der Pollenflugsaison verwendet man mehrmals täglich ein Dekolleté-Spray und fast alle Benutzer berichteten bislang von deutlich weniger Juckreiz, Schniefen und Augenbrennen. Es wird wie ein Raumspray, jedoch in Kopfnähe, versprüht, so dass man etwas davon einatmet.
In der Psycho-Aromatherapie hat das fast ewig haltbare Öl mit dem Thema „Präsenz im Hier und Jetzt“ zu tun, es unterstützt große und kleine Menschen, die sich mickrig und fehl am Platz fühlen. Es ist auch ein wertvoller Begleiter bei jeder Art von Wechsel und Neubeginn: Umzug, Schulwechsel, Partnerschaft, Beruf, Schwangerschaft. Der Inhaltsstoff Atlanton ist ein Sesquiterpenketon und kann nicht als schädigend bezeichnend werden, somit ist die Anwendung in der Schwangerschaft – im Gegensatz zu dem, was in vielen Büchern zu lesen ist – kein Problem. Die veralteten Warnungen kamen durch eine Verwechslung mit den amerikanischen „Zedern“ (Red Cedar) zustande, die vereinzelt neurotoxisch wirken können.

Ein Rezeptbeispiel, da bereits sehr viele Heuschnupfengeplagte überzeugen konnte:
50 ml Wodka
20 Tropfen Zypressenöl
10 Tropfen Zedernholzöl
2 Tropfen Melissenöl
Alles in einer Sprühflasche aus lichtgeschütztem Glas (Apotheke) gut verschütteln, vor jedem Versprühen immer wieder gut schütteln, da kein Emulgator die Mischung stören soll. Mehrmals täglich um sich herum versprühen, etwas davon einatmen und/oder auf die Haut geben. Diese Ölmischung kann freilich auch mit einen guten fetten Öl hergestellt werden und als Körperöl verwendet werden.

insektenschutz für groß und klein


Insekt_Mücke_xsIch stellte dieser Tage verwundert fest, dass ich hier noch keinen Beitrag über ätherische Öle geschrieben habe, die diverse Insekten auf natürliche Weise (einigermaßen) vertreiben können. Dabei schreibe ich die relevanten Öle so oft an das Flipchart, in meinen Kursen ist das ein regelmäßig wiederkehrendes Thema! Also hole ich dieses Versäumnis heute nach, denn im verregneten Kontinental-Sommer haben die Biester Hochsaison und Hilfe ist gefragt!

Nun muss man wissen, dass Insekten wie auch viele Pflanzen sich mit Hilfe von ätherischen Ölen bzw. deren einzelnen Molekülen „unterhalten“. Pflanzen rufen mit flüchtigen Riechstoffen „alliierte“ Insekten bei Schädlingsbefall zu Hilfe, sie können auch mit Hilfe dieser Riechstoffe Feinde verscheuchen. Sie können sogar sich selbst bzw. Teile von sich selbst warnen, wie letztes Jahr am Beispiel  der Maispflanze festgestellt werden konnte. Mit dem frei gesetzten Stinkstoff Indol, der in Jasmin-Absolue und in zahlreichen anderen Blütendüften vorkommt, „benachrichtigt“ eine frisch angeknabberte Maispflanze ihre „unteren Etagen“, also tiefer gelegene Blätter, die dann ihren Abwehr-Stoffwechsel aktivieren [ein Artikel dazu ist hier (klick!) nachzulesen].

Insekten wiederum sind in der Lage, viele uns aus ätherischen Ölen bekannte Duftmoleküle zu bauen und sie als „Sprache“ untereinander einzusetzen.

  • Bienen beispielsweise stellen Geraniol, Citral (auch in Rosen- und Lemongrassöl enthalten) und andere Terpene her und verwenden sie als Markierungs-Pheromone.
  • Der Sterzelduft von Bienen besteht aus trans-Farnesol (auch in Ylang Ylang, römischer Kamille und Rosenöl enthalten und in Äpfeln, Erdbeere, Heidelbeeren, Trauben, Pilzen, Spinat, Tee, Tomaten).
  • Blattläuse stellen trans-beta-Farnesen als Alarm-Pheromon her (auch in Schafgarbenöl enthalten).
  • Die Wanze Eurygaster integriceps stellt Vanillin als Sexuallockstoff her (in Vanille-, Benzoe- und Toluextrakt sowie in Styraxöl enthalten) [mehr dieser Beispiele werden im Herbst in der stark erweiterten 6. Auflage meines Fachbuches ‚Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe‘ nachzulesen sein]

Und wer im Duftchemie-Unterricht aufgepasst hat 😉 weiß, dass alle diese Moleküle bei uns Menschen nachweisbare körperliche und seelische Prozesse steuern können. Ich stehe wieder einmal staunend vor diesen modernen Erkenntnissen und bewundere den Kreislauf, das Ganz-Sein, die Zusammenhänge in der Natur. Wir Menschen haben also noch Spuren der Pflanzen- und Insektenvergangenheit in uns! Zumindest sind wir mit den entsprechenden Rezeptoren ausgestattet.

Aber nun zurück zum Vertreibungsmittel, das kleine stechende und beißende und saugende Monster abstoßen und irritieren soll. Aufgrund der obigen Erkenntnisse kann man sich unschwer vorstellen, dass wir den lästigen und bisweilen sogar gefährlichen Plagetierchen mit einem Riechstoffcocktail vorgaukeln können, dass sie selbst von einer Schar von Feinden umzingelt sind, so dass sie schnellstmöglich „die Fliege“ machen, uns also in Ruhe lassen. Diverse Stechmücken können einige unserer ätherischen Öle so gar nicht leiden, ganz vorne auf der Liste stehen:

  • Citronella (Cymbopogon nardus und C. winterianus, insektifuger Inhaltsstoff: Citronellal)
  • Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora, insektifuger Inhaltsstoff: Citronellal)
  • Rosengeranie (Pelargonium asperum und P. graveolens,insektifuge Inhaltsstoffe: Geranial/Geraniol)
  • Atlas-Zeder, Himalaya-Zeder (insektifuge Inhaltsstoffe: Gemisch aus Sesquiterpenen und Sesquiterpenolen)
  • Katzenminze (Nepeta cataria, insektifuge Inhaltsstoffe: Nepetalacton und andere Lactone)

Doch durch die Zugabe von einigen anderen Ölen, die anscheinend auch nicht sonderlich beliebt beim summenden Völkchen ist, können wir die Wirkung unserer Abwehr“waffe“ verstärken. Durch Patchouliöl können wir unsere Haut schützen, was insbesondere bei Zubereitungen für Kinder wichtig ist, denn einige der insektifugen Inhaltsstoffe können minimal hautreizend wirken, insbesondere wenn die Fläschchen älter als 6-9 Monate nach erstem Anbrechen sind und auf erhitzter Haut verwendet werden:

  • Lavandin (Lavandula x Intermedia Super, besser noch Lavandula x intermedia Abrial, Lavandula x intermedia Grosso und Lavandula x intermedia Reydovan, diese enthalten mehr Campher [Bornan-2-on] als insektifugen Inhaltsstoff)
  • Patchouli (Pogostemon cablin, insektifuge Inhaltsstoffe: Gemisch aus Sesquiterpenen und Sesquiterpenolen)
  • Teebaum (Melaleuca alternifolia, insektifuge Inhaltsstoffe, nicht gesichert: Gemisch aus Monoterpenen und Sesquiterpenolen wie Globulol und Viridoflorol)
  • Gewürznelkenknospe (Syzygium aromaticum, insektifuger Inhaltsstoff: Eugenol)
  • Eukalyptus (Eucalyptus globulus, insektifuge Inhaltsstoffe: Mix aus 1,8-Cineol und einigen Monoterpen-Ketonen)

Das Ganze mit nativem Kokosfett, das reich an Laurinsäure ist, anzureichern, ist insbesondere in Zecken-Gebieten hilfreich, denn diese schmecken viel lieber die auf unserer Haut befindliche Buttersäure als die Laurinsäure! Bei den anderen fetten Ölen bitte unbedingt darauf achten, dass sie einigermaßen oxidationsstabil sind, also dass die fein auf die Haut aufgetragene Schicht in Wärme und Sonne nicht zu schnell ranzig wird. Von den bekannteren Ölen sind dies Jojobaöl (korrekt: Jojobawachs) und Olivenöl. Zwei deutlich insektenvertreibende fette Öle  müssen an dieser Stellen noch erwähnt werden:

  • Neem (Azadirachta indica): es  riecht nicht so toll, wäre jedoch als kleine Zugabe auch noch denkbar, es ist bekannt durch die starke Wirkung gegen Milben und Kopfläuse
  • Andiroba (Carapa guaianensis): ein enger Verwandter von Neem mit ähnlicher Wirkung

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor einigen Jahren konnte wissenschaftlich bestätigt werden, dass ein weiterer Bestandteil im zitronig duftenden Öl des Zitroneneukalyptus zur Abwehr von Mücken/Stech-Insekten eingesetzt werden kann. Man hat den Stoff identifiziert, der für diese starke Wirkung verantwortlich ist, er wird inzwischen fleißigst aus dem Pflanzenmaterial des schnell nachwachsenden hitzeliebenden Baumes isoliert und für hoch wirksame Anti-Insekten-Mittel eingesetzt. Der „Zauberstoff“, der sogar gegen Malaria-Mücken in den Tropen erfolgreich getestet wurde (mindestens 5 Stunden mit 98 Prozent Sicherheit) heißt p-Menthan-3,8-diol (oder para-menthane-diol, PMD), er wird durch einen kleinen chemischen Eingriff aus dem Haupt-Inhaltsstoff der Zitroneneukalyptusblätter (Citronellal) gewonnen und inzwischen vermehrt isoliert angeboten, um in natürliche Insektenschutzmittel eingearbeitet zu werden. In etlichen Studien konnte er sogar gegen Deet bestehen, eines der schärften (und toxischsten) Insektenschutzmittel. Und die noch bessere Nachricht: sogar Zecken finden das Zeug widerlich (zumindest für einige Stunden)! Bereits eingearbeitet wurde dieser Stoff in das in das Mückenstop-Spray von Taoasis und in das praktische Mückenstop-Tuch für unterwegs.

Ein Selbermach-Rezeptbeispiel für knapp 3%-ig verdünnten ätherischen Ölen, also für Erwachsene und Jugendliche könnte folgendermaßen aussehen:

  • 30 ml Jojobawachs
  • 20 g Kokosfett
  • 15 Tropfen Citronella und/oder Zitroneneukalyptus
  • 5 Tropfen Rosengeranie
  • 5 Tropfen Atlaszeder
  • 5 Tropfen Lavandin
  • 3 Tropfen Teebaum oder Eukalyptus oder Gewürznelkenknospe

Kokosfett ggfs im Wasserbad sehr sanft schmelzen, mit den Ölen vermischen und in Braunglasflasche, am besten mit Pumpmechanismus, füllen. Bei sommerlichen Temperaturen bleibt dieser Mix flüssig. Für Babies und Kleinkinder die Menge der ätherischen Öle halbieren! Wer den Duftmix ähnlich aber als Fertigprodukt mag, kann sich bei Feeling den ‚Insektenschutz‚ (klick!) bestellen, er ist auch als Körper- und Raumspray erhältlich. Nach Stichen und Bissen helfen Bio-Aloe vera-Gel (ohne schädliche Synthetik-Verdicker oder Konservierungsstoffe), Lavendelöl, Pfefferminzeöl und diverse Hydrolate wie Rosenhydrolat, das leicht juckreizstillend/anästhetisierend wirkt.

Zum faszinierenden Thema der Pflanzen-Unterhaltung möchte ich gerne drei wundervolle Bücher empfehlen, vielleicht als Urlaubs-Lektüre?!

PS Wer mehr Infos und wissenschaftliche Arbeiten zum Eukalyptus-Wirkstoff p-Menthan-3,8-diol sucht, kann sie sich entweder g00glen oder in meinem früheren Artikel zum Thema (klick!) aufgelistet finden. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich zu meinen Blog-Beiträgen nicht noch zusätzliche Informationen recherchieren kann. Das Suchfeld hier rechts oben ist gut dazu geeignet, in den bislang circa 650 Beiträgen, die ich seit 2008 verfasse, wirklich sehr viele Antworten auf die am meisten gefragten Fragen zu geben. Einfach einige Stichwörter, die interessieren eingeben, es kommt fast immer etwas dazu!

dufte interviews für einsteigerInnen


Doris_Karadar_Welt-im-WandelWer gerne mal ein ansprechendes Interview über grundsätzlich zu beachtende Dinge bei der Aromatherapie und Aromapflege anschauen möchte, wird seine Freude mit Doris Karadar haben. Die langjährige Gründerin und Inhaberin eines gut gehenden großen Reformhauses in Süd-Tirol gehört wie ich zu den „alten Hasen“ unserer duften Materie, sie hat bereits eigene schwere gesundheitliche Katastrophen erfolgreich naturheilkundlich behandeln können und sprüht nun nur so vor Lebensfreude. Zum 32-Minuten-Video „Welt-im-Wandel“ mit Wulfing von Rohr, dem ich auch schon einmal begegnet bin, geht es hier, zu Doris‘ Website geht es hier.

Anja_Ahl_NDR_Video.jpgEine weitere sehr engagierte Bekannte, die Heilpraktikerin und Krankenpflegende Anja Ahl aus Hamburg, darf in der NDR-Sendung ‚Visite‘ auch kurz etwas zur korrekten Anwendung von ätherischen Öle berichten. Klar, dass so ein Beitrag im Mainstream-Fernsehen erstmal mit Befragungen startet: „Man muss halt dran glauben…“ Danach berichtet jedoch der Berliner Professor und Arzt für Naturheilkunde Dr. Andreas Michalsen zur studienbelegten Wirkung von Pfefferminzeöl. Das 7-Minuten-Video ist leider nicht mehr verfügbar [„Das mit diesem Video verbundene YouTube-Konto wurde aufgrund mehrerer Meldungen Dritter über Urheberrechtsverletzungen gekündigt. Das tut uns leid.“] Zu Anjas Website geht es hier. Prima, ihr zwei Damen, gut gemacht!

innovative inhalation von naturdüften


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch bin noch nicht durch mit den vielen feinen Dingen, die sich in der „fliegenden Wundertüte“, also in meinem Koffer, nach meiner langen Seminare-Reise befanden. Heute zeige ich euch eine unglaublich moderne und praktische Form der Riechstoff-Aufnahme. Ich habe den Aspiraclip® inzwischen ausführlich getestet habe, denn ich bin geflogen und Zug gefahren, musste mich konzentrieren und hatte sogar eine fette klimaanlage-bedingte Erkältung. Es handelt sich um einen sehr kleinen, ganz weichen hufeisenförmigen Halb-Ring aus farblosem Silikon, den man sich an den Eingang der Nasenöffnungen hängt, er zwickt kein bisschen und bleibt dennoch gut dort befestigt.

aspira_clip_websiteDas Foto auf der Website der jungen innovativen Firma, die 2015 in Berlin-Brandenburg gegründet wurde, zeigt wie es geht, ein kleiner Film erläutert die Anwendungsmöglichkeiten. An beiden Endes des „Hufeisens“ ist das Silikon röhrenförmig, in beiden Öffnungen befinden sich jeweils ein winziger Zellstoff“tampon“, der mit den ätherischen Ölen Eukalyptus und Pfefferminze getränkt ist. Laut Firmen-Website enthält der Mini-Inhalator  ein Gemisch aus 20% Eukalyptusöl (Ph. Eur. 7.0) und 80% Pfefferminzöl (Ph. Eur 7.5). Der kleine Clip wird in einem transparenten Döschen geliefert, nach erstmaligem Öffnen kann man 21 Tage lang damit inhalieren, je nach Bedarf bis zu 2 Stunden täglich.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMeine Erkenntnis ist: Bei meiner häufig mehr oder weniger verstopften Nase (chronische Tendenz zur Sinusitis), wirkt der von mir als eher zu zart empfundene Duft leicht befreiend. Nach einer längeren Zeit der Anwendung (ab 15 Minuten) macht er meinen Kopf klar, was bei Arbeiten, die Konzentration erfordern, sehr hilfreich sein kann. Einer meiner Probanden fand den cleveren Clip auch beim nächtlichen Arbeiten als gute Unterstützung. Mein jüngster Sohn klagt auch oft über eine verstopfte Nase, er fand den Clip nicht hilfreich, weil zu schwach. Ich habe für mich selbst zu einem verstärkenden Trick gegriffen und habe die zwei Zellstoffteile aus den Röhrchen gedrückt, und alle paar Tage mit Lieblings-Bio-Ölen nachgeladen, beispielsweise mit Ravintsaraöl. Auch jeweils einen Tropfen meines Pfefferminz-Roll-Ons (Bio-Pfefferminzeöl zehnprozentig in fast reinem Äthanol) hatte ich unterwegs mal rein gefüllt, diese Anwendung empfand ich als prima erfrischend in öffentlichen miefigen Verkehrsmitteln. Und so wirkte das Teilchen auch etwas überzeugender, als ich eine mega-verschnupfte Nase hatte. Auf meinem Foto sind Mentholkristalle zu sehen, dieser Inhaltsstoff aus echtem Mentha piperita-Öl (knapp 50 Prozent) wirkt konzentrationsfördernd und bei manchen Menschen anregend, so dass ich das Produkt abends vorm Einschlafen nicht unbedingt empfehlen würde, zumindest muss man drauf achten, ob man dennoch gut schlafen kann.

Mein Fazit ist: Ein geniales, innovatives und praktisches Produkt mit dem Qualitätsversprechen ‚Made in Germany‘ (also kein billiger China-Kram)! Man hätte selbst drauf kommen können 😉 ! Bei heftigem Schnupfen mag der Mini-Inhalator nicht stark genug sein, doch das wird sicher individuell sehr unterschiedlich empfunden. Bei häufigen Sinusitis-Beschwerden kann er ein prima Begleiter sein. Ich würde es begrüßen, wenn man als Profi auch unbeduftete Aspiraclips bekommen könnte, um diese mit Bio-Ölen seiner Wahl befüllen zu können, denkbar wäre beispielsweise auch eine Variante mit Bio-Vanilleextrakt und Bio-Mandarinenöl, die sicherlich ein Knaller bei Unruhe und Einschlafstörungen wäre. Ein Mix aus Basilkum und Rosengeranie würde sicherlich stark beanspruchte und gestresste Menschen aus ihrem Hamsterrad befreien helfen. Ich würde den leeren Clip nach einigen Tagen jeweils für ein paar Stunden in hochprozentigem Alkohol einlegen, um ihn zu desinfizieren und ihn dann mit neuen Füllungen bestücken. Mit so einer Müllverringerungs-Strategie würde ich mich besser fühlen, anstatt das kleine Ding alle drei Wochen wegwerfen zu müssen.

Der Aspiraclip® ist in jeder Apotheke erhältlich, aber auch beim großen Versand-Buchhändler (klick!) und kostet circa 10 Euro.

palliativpflege mit wärme, düften und mehr


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor gut vier Jahren, im Januar 2012, habe ich hier ein wundervolles und nützliches Buch für Pflegende, die im Bereich der komplementären, ganzheitlichen Palliativpflege tätig sind, vorgestellt. Der Haken war nur: Das Buch ist für uns nicht so gut zu lesen, da die engagierte Verfasserin Niederländerin ist. Ich wurde gefragt, ob es eine Übersetzung gibt, und ich musste leider verneinen. Irgendwann schrieb mir Toke Bezuijen, die liebenswerte Autorin, die eine Duft-Erlebniswoche hier bei mir in Irland besucht hatte, dass sie diesen Kraftakt begonnen hatte. Denn die heimatsprachliche Auflage hat sie im Eigenverlag gestaltet (viel Arbeit, viel Zeit, kein Einkommen).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor einigen Tagen flatterte der wunderbar gelungene Schmetterling nun zu mir, wieder ein Kraftakt, noch mehr Arbeit, noch mehr Zeit, wieder kein Einkommen. Doch herausgekommen ist eine Version, die meiner Meinung noch schöner und übersichtlicher als die niederländische Ausgabe geworden ist. Ich finde, dieses Werk ist eine „Bibel“ für Menschen, die Patient/innen in sehr schmerzhaften und angsterfüllten Phasen pflegen müssen und möchten. Der Titel „Berührt werden durch äußere Anwendungen“ zeigt den Ursprung in der anthroposophischen Medizin und Pflege, in der Toke zu Hause ist. Seit 1978 kombiniert die engagierte Pflegefachfrau ihre Liebe zur Natur mit ihrem Einsatz für menschenwürdige Pflege. Sie wurde an der bekannten Ita Wegman Klinik ausgebildet, ist in den Niederlanden eine der Pionierinnen der anthroposophischen Krankenpflege und arbeitete 18 Jahre in der Eltern- und Kindersprechstunde einer therapeutischen Einrichtung. Sie liebt es, Kinder wie auch Erwachsene mit wärmenden und wohltuenden Wickeln, Kompressen, Einreibungen in schweren Zeiten zu verwöhnen. Darum entwirft sie auch naturbelassene Wickel-Materialien und verkauft sie in ihrem Shop Wikkelfee.nl.

Toke empfiehlt vor allem viele bekannte Fertig-Produkte (mit und ohne ätherische Öle), beispielsweise von Dr. Hauschka und Weleda, als Heil- und Pflegemittel. So kann auch in Pflege-Institutionen, in den das Selber-Mischen mit ätherischen Ölen (noch) nicht erwünscht oder durchsetzbar ist, mit schönen Düften und wirksamen Pflegemöglichkeiten gepflegt werden. Dieses onkologische Pflegekonzept sieht eine höchstmögliche Betreuung der krebskranken Menschen vor, sie sollen berührt werden, sie sollen sich soweit es geht kuschelig und warm fühlen, angenommen, bestens betreut, ernst genommen. Ihnen wird mit Achtung begegnet.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas sehr handliche Buch hat 130 Seiten, ist angenehm zweispaltig gestaltet und mit zart-pastelligen Hintergrund-Illustrationen versehen, die Kapitel werden mit ansprechenden Pflanzenfoto eröffnet. Es beginnt mit einem sehr schönen Vorwort des Oberarztes der Onkologischen Tagesklinik Arlesheim (früher Ita Wegman Klinik) Maurice Orange MSc Clinical Oncology. Die nächsten 20 Seiten widmen sich der Geschichte der äußeren Anwendungen im Speziellen und der Anthroposophischen Pflege im Allgemeinen.

Im zweiten Kapitel beschreibt Toke die Misteltherapie und ihr besonderes Verhältnis bei Tumorerkrankungen. Auf Seite 32 folgt eine Exkursion in die Arbeit mit Wärme: so wichtig, so wohltuend, so sehr vergessen in der Welt der technologisierten Fließband-Medizin. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Haut und mit dem Kokon-Feeling von Wärme und Umhülltwerden, welches so wichtig für die Heilung ist. Ab Seite 49 geht es „auf die Reise“: So fühlen sich PatientInnen während der beHANDlungen, manche dösen oder schlafen gar („Tempelschlaf“), sie schalten ihren Kopf ab, vergessen ihre Ängste und Sorgen, kommen ein Stück entlasteter wieder im Alltag an. Toke empfiehlt, Sie mit einer Tasse Tee oder einem Glas Wasser willkommen zu heißen, sie werden buchstäblich ent-wickelt, bekommen mit diesen Äußeren Anwendungen die Chance, sich aus ihrem krankmachenden Geschehen raus-zu-entwickeln.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAb Kapitel 6 werden die Phasen einer Krebserkrankung erläutert und unterschiedliche Ansätze vorgestellt, wie in Würde und Achtung begleitet werden kann. In der Schockphase nach der Diagnose begegnet man dem Menschen anders als einige Wochen oder Monate später. Sollten alle Behandlungsansätze nicht anschlagen, kann in der palliativen Phase (‚einen Mantel umlegen‘) immer noch genügend getan werden, damit der betroffene Mensch seinen Abschied vorbereiten kann und sich noch so wohl in seiner Haut fühlen kann wie möglich.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBemerkenswert finde ich das 7. Kapitel, in dem Toke sich auch um die Angehörigen kümmert. Das ist möglicherweise sogar der wichtigste Teil der Palliativpflege, denn die Erkrankten können sich oft eher mit ihrem Weg versöhnen als die Familie. Danach, auf Seite 68, startet der Repertorium-Teil des Buches, den übrigens die deutsche Pflegefachfrau Gisela Blaser begleitet hat: Das sind übersichtliche seitenfüllende Tabellen für alle vorher erwähnten Phasen der Krebserkrankung mit klaren Anweisungen und Dosierungsempfehlungen. Mir gefällt, dass Toke ihr Buch so knapp wie möglich und doch so ausführlich wie nötig geschrieben hat. Sie schließt ihr Werk mit einem Zitat des Künstlers Joseph Beuys: „die Mysterien finden am Hauptbahnhof statt„. Sie versteht seine Worte so, dass Mysterien (kleine Wunder) in der Öffentlichkeit stattfinden, wir uns jedoch nicht getrauen, sie als Mysterien anzuerkennen.

http://www.lenmedhealth.com/news/entry/international-nurses-day-2015Toke schreibt, dass es an der Zeit ist, in der Pflege vieles zu ändern. Getreu dem Motto des International Nurses Day 2015: „Nurses: a force for change. Care effective, Cost effective, improving Health and Wellbeing“ (Krankenpflegende – eine Kraft die Veränderung bewirken kann. Effektiv in der Pflege, kosteneffektiv und sowohl Gesundheit als auch Wohlbefinden verbessernd). Ich wünsche diesem ästhetischen Buch, dass es eine ganz große Verbreitung findet, dass möglichst viele von den wunderbaren Anwendungen umgesetzt werden können, dass sterbende Menschen in Frieden und von Düften und Wärme umhüllt gehen dürfen und dass vielleicht jemand zu Toke sagen wird (wie ich es auf einem meiner Kurse vernahm): „Bei dir haben es die Menschen gut, zu dir möchte ich zum Sterben kommen!“

Das wichtige Werk kann bei Amazon (klick!) für knapp 33 Euro bestellt werden. Auch direkt im Verlag ist es erhältlich, vor allem für InteressentInnen aus Österreich oder andern Ländern, zu denen Amazon nicht liefert. Ich habe inzwischen ein langes Gespräch mit Toke geführt und sie bat mich darauf hinzuweisen, dass bei Bestellungen ab 5 Stück, etwas für Kurse über Wickel und Kompressen, ein Rabatt gewährt wird (danke Toke!).

Nur eines vermisse ich am neuen Buch: Das niederländische Wörtchen ‘Lavendelbloempjes‘, es hört sich einfach entzückend an und viel schöner als nur trocken-deutsch: ‚Lavendel‘! 😉

reizdarm und ätherische öle


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas Reizdarm-Syndrom gilt inzwischen als eine Art „Depression“ des Darmes, in dem sich ja mindestens so viele Nervenzellen wie das Gehirn befinden und der auf einen funktionieren Stoffwechsel von Botenstoffen wie dem Serotonin angewiesen ist. Möglicherweise werden die sehr sensiblen Eingeweide durch Aroma- und Riechstoffe irritiert, denn viele (natürliche) Riechmoleküle sind „Buchstaben“ der Pflanzen und der Insekten. Manche dienen ausdrücklich der Warnung: Die Maispflanze warnt mit Hilfe von Indol eigene „Körperteile“, wenn erste Blätter von Fraßfeinden angeknabbert werden. Eine tropische stachellose Biene  produziert Neral und Geranial, um Feinde im Nest zu desorientieren, Blattläuse produzieren Farnesen als Alarmsubstanz: Es wird in für sie brenzeligen Situationen abgesondert, um „Kollegen“ zu warnen.

Da diese Funktionen von Riechmolekülen bislang nur rudimentär erforscht sind, wäre es denkbar, dass synthetisch  „parfümiertes“ Essen aber auch alles andere aus den Laboren, was heutzutage zum olfaktorischen Großangriff auf uns Menschen abgefeuert wird, für konstante Irritationsgefühle und Angst mit Fluchtgedanken führt. Mir geht es jedenfalls manchmal so: Erst kürzlich machte ich eine Tüte eines Reis-Fertiggerichtes auf, das uns geschenkt worden war. Ich wollte es unseren Hunden verfüttern, bereite es vorschriftsmäßig zu und fiel fast in Ohnmacht, als ich die stark nach Synthetik-Gewürzen riechende Pampe in der Nase verspürte. Ich spülte und spülte und spülte es, damit der Reis einigermaßen zu Reis wurde. Da ich sowas sonst nie esse, hat es mich schier erschlagen und ich wäre NIE auf die Idee gekommen, sowas zu verspeisen. Doch ich denke, sehr viele Menschen nehmen jeden Tag mehrere Produkte zu sich, die ähnliche Geschmacksstoffe enthalten, wir alle haben es mal eilig und greifen dann gerne zu Convenience-Food. Doch in den allermeisten Fällen besteht es aus bedenklichen Stoffen. Gerade gestern entdeckte ich 0reo-Kekse in einer neuen Geschmacksrichtung: Erdnuss. Beim genauen Studieren der Inhaltsstoffe bemerkte ich, dass keine einzige Erdnuss enthalten ist.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieSo wird unser Darm täglich „an der Nase herumgeführt“. Kein Wunder, dass er gereizt reagiert! Und die Lebensqualität kann erheblich beeinträchtigt werden, wenn starke Schmerzen, heftige Blähungen und häufige Durchfälle den Alltag begleiten. Interessanterweise kann man ihn mit Riechstoffen aus der Natur beruhigen, wir Menschen sind mit diesen Molekülen seit Jahrtausenden vertraut und sollten sie mal schädlich gewesen sein, haben wir uns mit ihnen bestens arrangiert.

Nun belegt eine kleiner wissenschaftliche Studie aus Essen und Duisburg die Wirksamkeit von Kümmelölleibauflagen (Bauchkompressen mit Kümmelöl). In diesem randomisierten kontrollierten Cross-over-Experiment wurden 48 PatientInnen mit Riezdarm-Symptomen (IBS) beobachtet (40 Frauen, 8 Männer, durchschnittlich 53,9 ± 14,4 Jahre). Während drei unterschiedlicher Behandlungszeiträume, die je drei Wochen dauerten, wurden entweder 2%-ig in Olivenöl verdünntes Kümmelöl (Carum carvi) mit einer warmen Moorauflage eingesetzt, oder nur erwärmtes Olivenöl oder nur körperwarmes Olivenöl. Erstere Anwendung war signifikant wirksamer (p = 0,033) als die anderen beiden ohne Kümmelöl. Auch die Anzahl der Personen, die überhaupt auf die Anwendungen ansprachen war in der Kümmelgruppe signifikant höher (43,9%) als in beiden Olivenölgruppen (maximal 20%). Es wird betont, dass es keine unerwünschten Nebenwirkungen bei der Anwendung von Kümmelöl gab und dass ein Großteil der PatientInnen vorhatten, diese Anwendung auch nach Beendigung der Studie weiter zu führen.

Die  Arzneipflanze des Jahres 2016, gewählt vom ‘Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde’ der Universität Würzburg, wird von den Wissenschaftlern dieser kleinen Studie im Rahmen von ‚Selbstmanagementstrategien‘ von chronischen Erkrankungen oder Beschwerden empfohlen (das heißt zur Selbstbehandlung).

carmenthin-kapselnWenn der Bauch besonders drückt, kann Kümmelöl in Kombination mit Pfefferminzeöl in den praktischen Carmenthin-Kapseln (klick!) eingenommen werden. Kümmelöl kann beispielsweise von Feeling (klick!) oder von der über 100 Jahre alten ur-deutschen Firma Bombastus (klick!) gekauft werden, für Kleinkinder mit Bauchschmerzen gibt es ein fertig verdünntes Produkt: das Baby-Bäuchleinöl von Weleda (klick!).

Lauche R, Janzen A, Lüdtke R, Cramer H, Dobos G, Langhorst J. Efficacy of Caraway Oil Poultices in Treating Irritable Bowel Syndrome – A Randomized Controlled Cross-Over Trial. Digestion. 2015;92(1):22-31.

Lauche R, Langhorst J: Studie zur Wirksamkeit von Kümmelölleibauflagen bei Patienten mit Reizdarmsyndrom. Zeitschrift für Phytotherapie 2015; 36: 244-246

ätherische öle einnehmen in kapseln, kugeln und smoothies


Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy„Welche ätherischen Öle gibt es in verkapselter Form als Fertig-Medikament zu kaufen?“ so ähnlich lautete vor einiger Zeit die interessante Anfrage auf meiner Aromapraxis-Facebook-Seite, deren (vollständigere) Beantwortung ich an meine LeserInnen weitergeben möchte. Mir sind folgende Produkte bekannt, größtenteils habe ich sie bereits selbst eingenommen.

  • Lasea (Lavendel) [bei Angststörungen und Schlafproblemen]
  • Medacalm oder Colpermin (Pfefferminze) [bei Reizdarm]
  • Enteroplant (Kümmel, Pfefferminze) [bei Magen-Darm-Beschwerden]
  • Soledum [bei Sinusitis, Erkältungsbeschwerden, COPD]
  • Gelomyrtol (Myrtol=25% Limonen, 6,7% alpha-Pinen, 25% 1,8-Cineol) [bei Sinusitis, Erkältungsbeschwerden]
  • Rowachol (Mischung aus Inhaltsstoffen) [bei Gallensteinen]
  • Rowatinex (Mischung aus Inhaltsstoffen) [bei Nierensteinen]
  • Oreganokapseln [antioxidativ, antibiotikum-ähnliche Wirksweise]
  • Pranarom Kapseln [verschiedene Indikationsgebiete wie Reiseübelkeit, Halsschmerzen, von einer renommierten Ätherisch-Öl-Firma in Belgien]
  • Tavipek, Speiklavendel [bei Sinusitis, Erkältungsbeschwerden]

In der Literatur werden Kapseln mit Rosenöl (Girosital und Rosanol) genannt, diese sind meines Wissens nach nicht in Deutschland erhältlich. Ratiopharm hatte Eukalyptusöl-Erkältungskapseln auf dem Markt, es scheint sie jedoch nicht mehr zu geben. In den DM-Drogeriemärkten gibt es solche Kapseln (‚Das gesunde Plus‘). Es gibt auch etliche Kapseln, die mit (getrockneten) Ätherisch-Öl-Drogen gefüllt sind wie Thymian-, Ingwer- und Weihrauchkapseln.

Nun könnte man sein hochwertiges ätherisches Öl selbst in Zellulose-Kapseln (oder Hartgelatine) abfüllen, werden einige LeserInnen einwenden. Kann man, doch diese werden von der Magensäure angegriffen, geöffnet und das darin befindliche ätherische Öl wird dann größtenteils verdaut/zerstört. Den kommerziell erhältlichen Weichgelatinekapseln kann das saure Milieu nichts anhaben, sie öffnen sich erst in der alkalischen Umgebung des Dünndarmes („dünndarmlösliche Kapseln“) und erreichen somit den Blutstrom und die anzusteuernden Organe ohne große Verluste. Es soll inzwischen solche dünndarmlöslichen Kapseln, die man fest zuschrauben kann (also nicht stecken, so dass die Magensäure nicht rein kann) zu kaufen geben, weiß jemand wo?

Wenn der/die Selbstabfüller das ätherische Öl in einem fetten Öl auflösen, erhöhen sie – soweit ich informiert bin – sowohl die Resorptionsrate als auch die Verträglichkeit für die empfindliche Schleimhaut des Verdauungstraktes. Freilich ist beim „Basteln“ darauf zu achten, dass weder überdosiert wird noch dass potenziell toxische Öle eingenommen werden, also ist vom Experimentieren durch Menschen, die nicht gut in Aromatherapie geschult sind, dringend abzuraten.

Für alle anderen gilt: nicht mehr als jeweils 1 Tropfen (ganz grob 25 mg) pro Kapsel abfüllen, nicht mehr als 3 Tropfen pro Tag einnehmen und nur Öle einsetzen, die man aus der Aromaküche kennt (Zitrusöle sowie Thymian, Bohnenkraut, Zimt und Nelke nur hochverdünnt oder oben aufgeführte Öle, die bereits in Medikamenten verarbeitet werden). Bitte ausschließlich ätherische Öle aus zertifiziert kontrolliert biologischem Anbau verwenden! Denn die fettlöslichen ätherischen Öle ziehen fettlösliche Agrargifte aus konventionellem Anbau geradezu magisch an. Und bitte keine Öle einnehmen, die ein von einer Firma selbst erfundenes „Siegel“ tragen! Es gibt nur wenige Institutionen und Verbände, die solche verlässlichen Siegel unter recht strengen Bedingungen vergeben!

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapyGanz neu und wirklich innovativ, made in Österreich: Es gibt seit Kurzem die Aromuli (gesprochen Arómuli). Das sind Kügelchen aus zahnfreundlichem Birkenzucker (Xylit oder Xylitol), die mit leckeren Mischungen aus ätherischen Ölen überzogen sind. Sie können zum Würzen, zum Naschen und zum Verbessern der Stimmung, Konzentration, des Schlafes etc eingesetzt werden. Hier (klick!) gibt es Infos zu den Geschmacks- und Wirkungsvarianten und die Möglichkeit, sie zu bestellen. Sie sind auch neutral, also zum Selberbeduften erhältlich. Die Namen sind sehr originell!
KAMINKUGELN – für die Wintersonne in dir
KLUGES KUGERL‘ – für den Einstein in dir
SONNENKUGELN – für das Glückskind in dir
KUSSBEREIT – für die Frische in dir
SCHLUMMERKUGELN – für die Schlafmütze in dir
HALLO SÜSSE! – für die Femme fatale in dir
HALLO SÜSSER! – für den Casanova in dir

Zum Schluss noch eine wissenschaftliche Arbeit, die den feinen Geschmack einer gut zubereiteten Duftmahlzeit untermauert: Limettenöl (und andere echte Zitrusöle) wären ideale Geschmacksstoffe (Aromen) für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel für ältere Menschen, da sie gleichzeitig ‘funktionale Eigenschaften’ aufweisen wie eine Anti-Demenz-Wirkung. [Tundis R, Loizzo MR, Bonesi M, Menichini F, Mastellone V, Colica C, Menichini F. Comparative study on the antioxidant capacity and cholinesterase inhibitory activity of Citrus aurantifolia Swingle, C. aurantium L., and C. bergamia Risso and Poit. peel essential oils. J Food Sci. 2012 Jan;77(1):H40-6.] Jedoch bitte niemals „einfach so“ mit ätherischen Ölen würzen, wenn nicht ausreichend Erfahrung damit vorhanden ist! Zwei gute Bücher liefern Anleitungen, Ideen und Rezepte: Maria Kettenring: Duftküche und Sabine Hönig & Ursula Kutschera:  Aromaküche – Gaumenfreuden mit ätherischen Ölen .

Hier (klick!) habe ich bereits einmal über die Einnahme von ätherischen Ölen geschrieben und meinen geliebten Smoothie-Maker vorgestellt (der inzwischen eifrig vom Sohnemann benutzt wird). Hier (klick!) habe ich auf einer Tabelle gezeigt, dass wir in ganz vielen frischen und nicht-industriellen Lebensmitteln (hoffentlich) täglich ätherische Öle essen. Meine engagierte Kollegin Monika Volkmann kennt sich damit auch bestens aus und schreibt den Blog Aroma-Smoothie (klick!) zum Thema und hat ein E-Book über Aroma-Smoothies veröffentlicht.

haut- und seelenpflege bei demenziell veränderten menschen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Wir gestalteten die mündliche Prüfung mit vielen frischen und getrockneten aromatischen Pflanzen sowie Fette-Öle-Pflanzen, welche die Teilnehmerinnen identifizieren sollten, Inhaltsstoffe sollten genannt werden, dazu Wirkungen, mögliche Nebenwirkungen, Anwendungsvorschläge. Wer erkennt einige der Prüfungspflanzen?

Nach einer anspruchsvollen Aromatherapie-Ausbildung folgt immer eine Abschlussprüfung. So war ich für zwei Tage zu Gast in Bern, um die mündliche Prüfung in Sachen heilende Düfte und ätherische Öle an der Aromatherapie-Schule Sela mit Sibylle Broggi abzunehmen. Ich hatte die Ehre, neun Präsentationen von Diplomarbeiten anschauen zu dürfen, das war eine großartige Sache! Das Engagement dieser neun Frauen und die professionelle Art, wie sie ihre Arbeiten per Powerpoint und teilweise mit selbst gemachten Mischungen, vorführten, haben mich sehr berührt.

Eine der Pflegefachfrauen (Alters- und Pflegeheim, 43 Bewohner) durfte in ihrem Pflegebereich acht Frauen und einen Mann mit demenziellen Veränderungen mit Naturdüften betreuen. Sie entscheid sich für ein Raumspray und für ein Körperöl, die jeweils Bergamotte (Citrus bergamia), Neroli (Citrus aurantium flos) und Römische Kamille (Chamaemelum nobile) enthalten. Sie selbst war sehr überrascht, wie offensichtlich die Wirkung der ätherischen Öle sich auf das Befinden der Heimbewohner auswirkte. Eine Frau, die aufgrund der Demenz nachmittags immer unruhig wurde und „einkaufen gehen“ wollte, zeigte während der 5-wöchigen Anwendungsphase keinen Drang mehr, das Heim zu verlassen. Eine Frau, die sogar die anderen Bewohner mit ihrem ständigen Klopfen auf den Tisch nervte, hörte damit auf. Eine Frau, die oft weinte und sich isoliert hatte, weinte seltener und nahm Kontakt zu einigen anderen Bewohnern auf. Andere Betroffene wurden ruhiger, ausgeglichener, ausgeschlafener, umgänglicher. Der männliche Teilnehmer des Experiments reagierte nur in den ersten zwei Wochen positiv, danach verfiel er wieder in alte eher mürrische Muster. Nach Abschluss des Experiments verschlechterte sich der Zustand der Bewohner wieder, so dass nun überlegt wird, ob und wie man diese wertvolle Arbeit fortsetzen könnte. Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Ähnlich deutlich verlief die kleine Studie einer anderen Teilnehmerin, die in einem Pflegezentrum arbeitet. Sie fand heraus, dass die Bewohner am meisten unter ihrem schlechten Schlaf leiden. Sie arbeitete mit fünf sehr alten Personen (vier weit über 80-jährig mit jeweils einer demenziellen Entwicklung, eine depressive Frau mit 79 Jahren), die nach einem kleinen Riechtest aus vier angebotenen ätherischen Öle wählen durften. Entweder bekamen sie acht Wochen lang Bergamotte (1 Pers.) auf eine unsterile Kompresse, oder Lavendel fein (3 Pers.) oder Rosengeranie (Foto links, 1 Pers.); niemand konnte sich für Baldrianöl erwärmen. Die Düfte wurden gegen 20 Uhr verteilt. Vier der Probanden überraschten damit, dass sie seltener nachts wach wurden, um auf die Toilette zu gehen. Sie läuteten nachts weniger. Tagsüber waren sie ruhiger und ausgeglichener. Die Frau mit der Rosengeranie war zwar zunächst skeptisch, doch zeigte sich bereits nach der ersten Anwendung ein verbesserter Schlaf, ihre Angststörung reduzierte sich bemerkenswert und sie konnte die Einnahme ihres anxiolytisch wirksames Benzodiazepin-Medikament Temesta (in D: Lorazepam) reduzieren. Bei zwei Personen trat die schlafverbessernde Wirkung erst nach der ersten Anwendungs-Woche ein.

Eine andere Pflegefachfrau konnte in ihrer Institution (circa 70 Personen um die 80 Jahre) den Wechsel von Pflegeprodukten auf der Basis von Mineralölen zu natürlichen Pflegeprodukten bewirken. Es wurde mit einer ganz sanften neutralen Waschemulsion von Phytomed, welche mit Lavendel (Lavandula angustifolia), Rosengeranie (Pelargonium graveolens) und Petit Grain (Citrus aurantium fol.) angereichert worden war, gewaschen. Anschließend wurde die Haut mit einem Gemisch aus Olivenöl, Mandelöl, Lavendel, Rosengeranie und Myrte (Myrtus communis) eingeölt. Nach vier Wochen der Umstellung, an denen erwartete Hautschuppungen zu beobachten waren, hat sich das Hautbild der betagten BewohnerInnen extrem verändert. Schulleiterin Sibylle Broggi hatte sich persönlich davon überzeugt und traute ihren Augen kaum, wie regenerationsfähig eine so alte Haut sein kann und wie samtig sie bei sehr vielen Bewohnern wurde. Auch Geruchserscheinungen wurden extrem verbessert, so dass die Pflegenden nun ihre Arbeit mit weniger unappetitlichen Begleiterscheinungen ausüben können.

Eine der Pflegenden ließ für ihre Arbeit einer gut 50-jährigen Frau, die an der sich schnell verschlechternden Chorea-Huntington-Krankheit leidet, ganz besondere dufte Pflege angedeihen. Diese erbliche Degeneration des gesamten Nervensystems macht es kaum noch möglich, dass die Bewohnerin sich ausführlich zu den Anwendungen äußern kann, es ist jedoch für ihre BetreuerInnen sehr klar ersichtlich, dass sie die dufte Pflege geniesst, dass sie sogar auf das ohnehin mühsame Essen verzichten wollte zugunsten einer Aroma-Behandlung. Sie kann beispielsweise kaum noch schlucken, dennoch konnte nach der dreimal pro Woche stattfindenden duften Pflege beobachtet werden, dass sie ihr Becherchen Joghurt statt in 45 Minuten in 30 Minuten verspeisen konnte und das ganz ohne das ständige Verschlucken (was zu den schlimmsten Symptomen der Krankheit zählt und sehr schnell zu künstlicher Ernährung führt). Ihre zu Fäusten verkrampften Hände konnten geöffnet und gereinigt werden und blieben sogar einige Zeit nach der Handmassage offen (wir bekamen Fotos zu sehen). Die Bewohnerin bekam auch aromatische Streichungen auf die unaufhörlich heftig zuckenden Beine und das Zucken hörte auf! Eine fast nicht vorstellbare Verbesserung bei dieser unerbittllichen Krankheit, die den schlecht essenden Patienten viel Kraft und Kalorien nimmt. Eine weitere erfreuliche erwünschte Nebenwirkung der ätherischen Öle war ein erleichterter Stuhlgang. Diese Beispiele zeigen mir einmal mehr, dass man mit ätherischen Ölen zwar keine Wunderheilungen vollbringen kann, dennoch ist es für mich ein Wunder, dass man die Lebensqualität von schwerst erkrankten Menschen deutlich verbessern und ihnen etwas mehr Würde zurück geben kann. Wenn sich solche erfreulichen Ergebnisse doch mehr herum sprechen würden und nicht nur die geldorientierte Chemie-Medizin regieren würde! Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Eine weitere Diplomarbeit befasste sich mit der Implementierung eines Aromapflegekonzeptes in einem großen Altersheim inklusive der kompletten rechtlichen Abklärung aller juristischen Rahmenbedingungen. Eine Kursabsolventin untersuchte ätherische Öle bei schweren Symptomen einer Histaminintoleranz und eine andere Teilnehmerin beleuchtete unterschiedliche Angelika-Arten samt ihrer ätherischen Öle, (gekaufter und selbst gemachter) Hydrolate und einem Angelika-Likör! Eine andere Teilnehmerin hatte einige Menschen durch den Winter begleitet, damit ihr Immunsystem Erkältungskrankheiten besser abwehren konnte.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEine Drogistin hatte ein Mittel gegen Blasenentzündungen entwickelt und erprobt, es darf jetzt in der Drogerie, in der sie arbeitet, gemischt und für knapp 9 Schweizer Franken verkauft werden! [mit Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora), Wacholder (Juniperus communis) Lavendel und Cistrose (Cistus ladaniferus)] Sie hatte einige Studien gefunden, welche zeigten, dass ätherische Öle typische Blasenentzündungs-Situationen besserten, bemerkenswert finde ich eine wissenschaftliche Arbeit von 2011, die belegt, dass Rosengeranienöl (Pelargonium graveolens) die Wirkung des Reserve-Antibiotikums Ciprofloxacin verstärken kann [Malik T, Singh P, Pant S, Chauhan N, Lohani H. Potentiation of antimicrobial activity of ciprofloxacin by Pelargonium graveolens essential oil against selected uropathogens. Phytother Res. 2011 Aug;25(8):1225-8]. Ich habe sie daran erinnert, dass auch die Einnahme von Natron extrem hilfreich bei den ersten Symptomen einer Blasenentzündung sein kann (hier habe ich im Jahr 2011 darüber geschrieben).

inhalierstifte für jung und alt


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieUnterwegs praktisch inhalieren? Düfte für ganz kleine Menschen oder für für Personen mit Einschränkungen? Nase verstopft, Konzentration futsch? Dafür sind Inhalierstifte aus Kunststoff sehr praktisch. Im englischsprachigen Bereich sind sie seit vielen Jahren insbesondere in der Pflege von Schwerstkranken und demenziell veränderten Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie heißen dort aroma stick. Man füllt einfach – je nach ätherischen Öl – drei bis zehn Tropfen auf das tamponähnliche Vlies, macht den Deckel fest zu und kann das praktische Teil überall hin mitnehmen. Zum Schnuppern wie beim Lippenstift die Schutzhülse abnehmen und tief einatmen (nicht in die Nase stecken!). Da ich ganz oft nach Bezugsadressen gefragt werde, hier eine Zusammenstellung:

In Österreich kenne ich eine Bezugsquelle:

Feeling (klick!), das Dreierset (weiße Stifte) kostet 4,80 Euro. Hier lohnt sich die Bestellung, wenn man die seltenen und so überaus wohlriechenden CO2-Extrakte diverser Duftpflanzen kennen lernen möchte (Flieder, Kaffee, Ingwer, Lindenblüte, Basilikum etc). Und auch sonst alles, was die Aromapflege und Aromatherapie schön macht.

In Deutschland kenne ich eine Bezugsquelle:

Sabine Nachbauer Inhalierstifte (klick!) bietet neun unterschiedliche Farben und Großpackungen (für Kliniken etc). Warum nicht die entspannenden Düfte in blau oder grün verpacken und anregende Nuancen in rot, lila, rosa oder gelb? Ein Stift kostet 1,50 Euro, der Zehnerpack 14 Euro (auch in gemischten Farben) Sabine wohnt zwar in Österreich, doch sie arbeitet jeden Tag in ihrem Duft-Studio (klick!) in Lindau und kann somit sowohl die deutsche Post als auch die österreichische Post mit entsprechenden Portogebühren bedienen.

In der Schweiz kenne ich auch zwei Bezugsadressen:

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIn ihrem Online-Shop Allerlei Praktisches (klick!) bietet Margarete Fieguth-Jacot (klick!) aus Biel (nicht nur) Inhalierstifte in sieben Farben an, das Stück kostet 1 Schweizer Franken. Margarete ist offizielle Vertreterin von Aroma-Zone in der Schweiz, so dass man auch viele andere Dinge dieser französischen Firma ohne Zoll-Dramen bei ihr bestellen kann. Aus bürokratisch-steuerlichen Gründen (durch Umwandlung in eine Schweizer GmbH) darf Margarete übrigens keine Kunden in der EU mehr beliefern.

Mit Florentia (klick!) hat sich die schon sehr lange als Aromafachfrau tätige Sibylle Broggi-Läubli (klick!) aus Bern bereits 1996 einen Namen für handverlesene ätherische Öle und Zubehör gemacht. Nun führt sie auch Inhalationsstifte für 1 chFR das Stück. Die Bestellung lohnt sich bei ihr, wenn man einige sehr „exotische“ ätherische Öle kennen lernen möchte. Sie hat ein traumhaftes Neroliöl, das über Orangenblätter destilliert wurde (höherer Ester-Gehalt), sie hat das bronchien-erweiternde Bischofskraut (Ammi visnaga) und auch das mega-seltene Kaffirlimetten-Petit Grain-Öl (es duftet ähnlich wie Lemongras). Und sie hat – yeah – mein geliebtes Zitronenmyrtenöl (Backhousia). Auch die drei immer seltener erhältlichen Öle von Eucalyptus staigeriana, destillierter Magnolienblüte und der super-feinen roten Myrte sind bei ihr erhältlich.

Die britische Krankenschwester Jacqui Stringer stellte auf der Aromatherapie-Konferenz Botanica2012 eine kleine Studie zum Gebrauch von Inhalierstiften bei Krebspatienten vor, sie wurde in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht: Stringer J, Donald G. Aromasticks in cancer care: an innovation not to be sniffed at. Complement Ther Clin Pract. 2011 May;17(2):116-21

Wer kennt noch mehr Bezugsadressen für selbst zu befüllende Inhalierstifte? Jaaa, danke für die Info Martina und Dieter: die Rührwerkstatt (klick!) in der Nähe von Graz (Steiermark) liefert auch Inhalierstifte.

dosierungen und anwendungsarten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHoher Blutdruck – oder zumindest erhöhter Blutdruck ist immer wieder ein Thema in Aromapflegeseminaren. Und bei der naturheilkundlichen Behandlung dieser  Zivilisationskrankheit benötigt man etwas Fingerspitzenspitzengefühl. Wenn ich hier über „Öle für bestimmte Lebenslagen“ oder gar „Öle gegen bestimmte unerwünschte Zustände des Körpers und der Psyche“ schreibe, gehe ich immer ganz selbstverständlich davon aus, dass sich InteressentInnen bereits minimal mit ätherischen Ölen auskennen. Oder gerne experimentieren. Doch damit liege ich freilich nicht immer richtig! Die Dosierung und Art der Anwendung von ätherischen Ölen ist einerseits nicht einfach, denn man muss gerade bei sowas wie Blutdruck, über den ich im letzten Beitrag (klick!) schrieb, ein klein wenig experimentieren. Ich selbst benutze derzeit beispielsweise ein sehr fein duftendes Dekolleté-Spray:

  • 50 ml Wodka
  • 5 Tropfen Muskatellersalbei
  • 10-15 Tropfen Grapefruit komplett
  • 3 Tropfen Ylang Ylang
  • evtl 5-10 Tropfen verdünnten Vanilleextrakt (es gibt kein natürliches Vanilleöl) oder 1 Tr. Vanilleabsolue

3-4x täglich anwenden (die Regelmäßigkeit ist meiner Erfahrung nach wichtiger als die „perfekten“ Öle) Ich befinde mich allerdings nicht im Blutdruck-Gefahrenbereich, reagiere lediglich bei Stress mit einem nicht so tollen Anstieg des Blutdrucks (ich war früher extreme Hypotonikerin!). Ich könnte auch noch morgens und abends eine ähnliche Ölmischung auf die Fußsohlen (oder auf den Pulsbereich und auch auf die zwei bei den Kommentaren beschriebenen Herzpunkte) auftragen:

  • auf 10 ml fettes Öl 3-4 Tropfen der im Beitrag und in den Kommentaren des genannten Beitrages aufgeführten Öle, Narde vielleicht eher abends

Andererseits ist es so einfach mit ätherischen Ölen zu experimentieren, solange man sich an die gängigen Dosierungserfahrungen hält:

  • 1-3 Prozent in einem fetten Bio-Pflanzenöl oder Aloe vera-Gel verdünnen.
  • Das sind 1 bis maximal 6 Tropfen ätherisches Öl in circa 10 ml (circa 2 Esslöffel) der Trägersubstanz.
Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

Diese Vignette kann ohne Anfragen und kostenlos runtergeladen werden und auf die eigene Website (oder Facebook, Visitenkarte etc) platziert werden.

Damit ist man IMMER auf der sicheren Seite, wenn keine Allergien oder Unverträglichkeiten gegen genau die verwendeten Stoffe vorliegen (über die unterschiedlichen Tropfenmengen und Tropfengewichte habe ich hier [klick!] geschrieben). Je geringer die Dosierung, desto mehr erreicht man auch den seelischen Bereich und kann auch chronische Zustände gut ansprechen. Je höher man dosiert, desto mehr spricht man die körperliche Ebene an und kann akute Zustände wie einen blauen Fleck (Hämatom), eine Schnittwunde oder einen lästigen Schnupfen ansprechen. Höhere Dosierungen verwendet man nur kurze Zeit, also wenige Tage. Unverdünnte ätherische Öle, egal ob natur pur und bio-zertifiziert oder gar synthetisch, verwenden nur Menschen, die entsprechend gut geschult sind. Ausnahmen sind die frischen Öle von Lavendel und Teebaum (ein Jahr nach dem erstmaligen Öffnen der Fläschchen können sie oxidieren und dann Haut und vor allem Schleimhäute reizen – bei unsachgemäßer Lagerung und Handhabung können sie bereits früher hautreizend wirken). Über Dosierungen haben ich bereits hier (klick!) geschrieben und hier (klick!) meine praktische Umrechnungstabelle zum Laminieren empfohlen.

Man sollte sich im Zweifelsfalle beim Dosieren am Geschmack orientieren: Das Ziel der Verdünnung ist das Zurückführen in die Menge, in welcher das ätherische Öl in der Originalpflanze vorliegt, meistens unter einem Prozent. Anders, also zu hoch dosiert, schmeckt die Zubereitung weder noch ist sie für unsere Haut sonderlich verträglich (Ausnahmen bestätigen die Regel!). Man könnte also von seiner fertigen Rezeptur ein winziges bisschen auf die Zunge geben: Schmeckt es grauslich bitter, scharf, ekelhaft penetrant, liegt die Vermutung nahe, dass man zuviel ätherisches Öl ins Pflanzenöl gegeben hat, dann „schmeckt“ die Mischung auch der Haut nicht unbedingt (unsere Hautzellen besitzen die Fähigkeit zu „riechen“!, ich berichtete über diese recht neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse hier [klick!] ). Jeder der behauptet, dass man ätherische Öle regelmäßig unverdünnt, in großen Mengen und dauerhaft anwenden sollte, möchte seinen Umsatz steigern (und insbesondere den Umsatz der Großfirmen, die solchen Unsinn verbreiten). Diese Umsatzsteigerung geschieht auf Kosten der Natur (Plantagen, synthetische Dünger, Großmaschinen-Einsatz etc) und der Menschen, die in schwerer Arbeit unsere kostbaren Naturdüfte gewinnen. Viel hilft nicht viel. Oft hilft sogar die winzige Menge besser als eine übliche Verdünnung von 2 Prozent.

Meiner Erfahrung nach sind die Zubereitungsarten, die „perfekte“ Dosierung, die studienbelegten Öle nicht so entscheidend wie eine Rezeptur, mit der jedes Individuum gut zurecht kommt. Ich versuche meinen Klienten die Mischung(en) so herzustellen oder zu empfehlen, dass sie zu ihnen passt. Jemand der/die gerne Düfte um sich herum versprüht und oft unterwegs ist, mag mit einem Dekolleté-Spray (im Prinzip ein Parfümspray, das jedoch nicht nur auf die Haut aufgesprüht wird, sondern auch bewusst inhaliert wird) gut zurechtkommen. Jemand, der/die abends immer vor dem Fernseher sitzt (ich nie!) wird nebenbei regelmäßig ein Fußbad machen können. Jemand der/die trockene Haut Haut hat, fühlt sich sicherlich mit einem feinen, verwöhnenden Körperöl wohl. Hauptsache: regelmäßige Anwendung! Der Vorteil und gleichzeitig der Nachteil der Aromatherapie/Aromapflege ist: Viele Bestandteile der ätherischen Öle kursieren in wenigen Minuten im Blutstrom und entfalten sehr schnell ihre pharmakologische Wirkung an den Zielorganen. Nach wenigen Stunden sind diese aktiven Stoffe jedoch wieder aus dem System verschwunden, beispielsweise ausgeatmet oder mit dem Urin ausgeschieden. Dann muss „nachgeladen“ werden. Darum muss für den wirklichen Erfolg 3-4 Mal täglich angewendet werden, zumindest in den ersten Tagen der Behandlung.