bloggi-burtstag


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDerzeit bin ich auf Seminare-Tournee: Momentan in der Nähe von Zürich bei Farfalla, die faszinierende Biochemie der ätherischen Öle unterrichten, und nächste Woche in Wien bei Evelyn Deutsch, im Rahmen der evidenzbasierten Aromapflege viele großartige neue wissenschaftliche Studien erläutern (es sind noch Plätze frei! Infos hier); dazu zweimal über die nicht minder spannende Welt der Hydrolate berichten (noch 1 Platz frei!!! Infos hier).

Gestern fiel mir auf der Anreise ein, dass ich vor genau sieben Jahren meinen Aroma-Blog eröffnete, damals noch bei Blogger, wo die Bedienung wesentlich einfacher ist, die Gestaltungsmöglichkeiten größer, jedoch sowohl Fotos als auch Inhalte  vom Gastgeber Google verwendet und ausgeschlachtet werden dürfen. So zog ich ein gutes Jahr später hierher zu WordPress um, mit der Konsequenz, dass mich die allmächtige Suchmaschine nicht mehr gerne anbietet (ich jedoch Inhaberin meiner Werke bleiben durfte und darf – hoffentlich!). Mit gut 630 Artikeln habe ich bislang viel spannendes und aktuelles Lesefutter auch für die interessierten Personen zusammen tragen können, die keine Bücher kaufen können oder möchten.

Heute kam noch das 3.500ste „Gefällt mir“ auf meiner Aromapraxis-Facebook-Seite (klick!) und der/die 945ste Abonnent/in der Blog-Artikel hat sich eingetragen. Es freut mich wirklich sehr, dass weiterhin Interesse an meiner Arbeit besteht, ich fühle mich nach bald 30 Jahren immer noch sehr mit der Welt der ätherischen Öle und ihren immer noch überraschenden Möglichkeiten verbunden. Dazu bin ich dankbar, dass ich dieses Wissen dank der modernen Technik mit vielen Gleichgesinnten teilen kann, immer wieder darf ich durch Informationen und Tipps von Leserinnen auch noch selbst dazu lernen. Ich möchte mich an dieser Stelle besonders bei den LeserInnen bedanken, die meine ehrenamtliche Arbeit durch Bestellungen bei den rechts in der Spalte verlinkten Firmen unterstützen, so dass Hosting- und andere Web-Kosten damit bezahlt werden können.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieWeil dieser Bloggi-Burtstag ein Grund zum Feiern ist, und außerdem bald die Festtagsglocken läutern werden, ist mal wieder eine Verlosung fällig, viel zu lange konnte ich mir keine Zeit dazu nehmen (Ende 2012 gewann Réjeanne eine Duftwoche im Sommer 2013 bei mir in Irland). Drei Geschenke werden also dieses Mal unter den Menschen verlost, die bis zum 25. November hier zu diesem Blog-Text im Kommentarefeld (klick auf Sprechblase rechts neben der Überschrift) ganz kurz aufschreiben, bei welcher Beschwerde oder Stimmungslage Ihr nur (oder fast nur) mit ätherischen Ölen erfolgreich behandelt (beispielsweise bei Kopfschmerzen, Prellungen, Müdigkeit, Akne, Heuschnupfen, PMS, Krampfadern, Raumbeduftung bei Stress etc). Bitte maximal drei Anwendungsgebiete nennen, diese können Dich persönlich betreffen oder auch eine andere Person, der man etwas Gutes tut. Das eine Geschenk verrate ich bereits an dieser Stelle: Eine(r) der glücklichen GewinnerInnen wird eines der praktischen kleinen Schlüsselanhänger-Etuis bekommen (Abbildung links). Die anderen Gewinne sind: ein Set von Neumonds klinisch erprobten Bio-Aromapflegeprodukten, hier (klick!) gehts zur Beschreibung, und ein Set von Bio-Balsamen von Evelyn Deutsch Aromapflegeprodukte, die für die institutionelle und auch für die private Aromapflege bei kleinen Wehwehchen und bei Erkältungssymptomen überaus hilfreich sind,  hier (klick!) kann darüber informiert werden.

aromatherapie, aromapflege und palliative care


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieJedes Jahr aufs Neue wundere ich mich, wie der Gedenkabend ‚Halloween‘ zur Faschingsfeier mutiert. Einst in Irland als der Abend vor Allerheiligen zelebriert (All Hallow’s Eve[ening]), gedachte man der lieben Menschen, die im Laufe des Jahres (oder der letzten Jahre) von einem gegangen sind, man zündete ihnen (und sich selbst?) ein Lichtlein in der zunehmenden Dunkelheit des Jahreslaufes an. Dann nahm der Brauch seltsame Wege. Die wegen der Großen Hungersnot (Great Famine: einige Jahre ab 1845) und Armut in die USA ausgewanderten Iren nahmen ihren Gedenktag mit, statt ausgehöhlten Rübengesichtern entstand die beleuchtete Fratzenlaterne aus Kürbissen – Jack O’Lantern. Kinder gehen Trick-or-treting von Haus zu Haus, entweder bekommen sie Süßigkeiten (treat = Süßigkeit, bedeutet auch Belohnung, Bewirtung, heutzutage gibt es auch Geld) oder sie spielen dem „Geizhals“ einen Streich (trick). Die Zeit der an den Tod erinnernden Gruselverkleidungen scheint nun vorbei, man geht nun als Pirat oder als Prinzessin. Nun ja, das ist nun also das Faschingsfest am Winteranfang, wer weiß schon noch, warum Fasching einst gefeiert wurde?).

Doch zurück zum Ursprung, zu den Toten, zum Sterben. Im Sommer versprach ich, dass ich hier den Vortrag von der Schweizer Aromatologin und Autorin Barbara Bernath-Frei wiedergeben werde (nochmals vielen Dank, liebe Barbara!). Sie sorgt für hervorragende Aufklärung im Bereich der ‘Aromapflege und Sterbebegleitung’.  Denn mit gekonnter und wohlduftender Aromapflege kann so viel Hilfe geleistet werden, wenn Menschen den letzten Weg gehen müssen! Oft funktioniert im müden Körper fast gar nichts mehr, doch vertraute Düfte können meistens noch wahrgenommen werden. Und wenn es nicht über den Weg der Nase geht, so doch über die Haut (denn Hautzellen können Riechinformationen wahrnehmen, wie ich beispielsweise hier beschrieben habe).

In Großbritannien ist Palliative Care ohne Aromatherapie inzwischen gar nicht mehr denkbar! Barbara erläuterte in ihrem Vortrag auf der Konferenz von Farfalla die hervorragende Aufklärungsarbeit des Arztes Gian Domenico Borasio, der den einzigen Lehrstuhl in Palliativmedizin in der Schweiz, Lausanne inne hat (bis 2011 Universität München). Ich habe daraufhin sein Buch Über das Sterben: Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen. (9,90 €, klick!) verschlungen. Meiner Meinung nach ist dieses mit dem Preis ‘Wissensbuch des Jahres 2012‘ (Kategorie ‘Zündstoff’) eine wichtige Pflichtlektüre für jedermann und jederfrau, denn diesen Weg werden wir ALLE gehen müssen, warum also nicht vorher einigermaßen informiert und vorbereitet sein! Diese wertvolle Empfehlung hört man auch auf dem Interview mit diesem engagierten Arzt, der hier beim SR zu sehen ist. Genau wie Barbara im Folgenden schreibt, habe auch ich bereits als unter Zwanzigjährige das Buch von Raymond Moody verschlungen und wenige Zeit später habe ich mich mit Elisabeth Kübler-Ross beschäftigt. Hier nun die Zusammenfassung des Vortrags über:

PALLIATIVE AROMATHERAPIE

von Barbara Bernath-Frei

Ich erinnere mich gut, wie ich als junge Frau mit höchstem Interesse Elisabeth Kübler-Ross‘ Buch Interviews mit Sterbenden las; damals eine Sensation, dass ein solches Thema überhaupt aufgegriffen wurde. In diesem Buch schrieb die Schweizer Ärztin, die fast ihr ganzes Leben lang in den USA praktizierte, dass es damals in den amerikanischen Spitälern als Schande galt, wenn Patienten starben. Schliesslich war das Spital da, um Kranke gesund zu machen. Starb dennoch jemand, was zwangsläufig immer wieder vorkam, wurde das stillschweigend unter den Tisch gekehrt und die notwendigen Massnahmen so durchgeführt, dass möglichst niemand etwas davon erfahren sollte. 20 Jahre später, anfangs der 90er Jahre, erschien dann das von Lama Sogyal Rinpoche geschriebene Standardwerk: Das tibetische Buch vom Leben und Sterben, das in interessierten Kreisen Kultstatus erlangte. Im tibetischen Buddhismus ging man ganz anders mit dem Tod um als in unserer vermeintlich zivilisierten Welt. Für mich damals Anlass, an Retreats zum Thema Sterben und Tod mit Sogyal Rinpoche teilzunehmen.

Seither sind wiederum zwei Jahrzehnte vergangen, und endlich haben Sterben und Tod auch in unserem Land zunehmend Beachtung gefunden und sind zu einem öffentlich und intensiv diskutierten Thema geworden. Zunächst interessierten sich vor allem die Medien für Sterbehilfsorganisationen wie Exit und Dignitas, die polarisierten und entsprechend für Gesprächsstoff sorgten und sorgen. Erst nach und nach sickerte dann ein neuer, aus den USA und Kanada importierter Begriff auch hier ins öffentliche Bewusstsein: die Palliative Care, also die pflegerische Begleitung sehr kranker Menschen, bei denen es nicht mehr um das Wiedererlangen der Gesundheit ging, sondern um ein möglichst unbelastetes Sterben in angenehmer Umgebung. Sterbehospize wurden gegründet, und einer der Referenten bei Farfalla, der Pflegefachmann Ueli Morgenthaler, war unter den Pionieren im Ankerhuus in Zürich, wo vorwiegend AIDS-kranke Menschen gepflegt und in der letzten Lebensphase begleitet wurden. Er hat damals bereits mit ätherischen Ölen gearbeitet und viel Erfahrung gesammelt in der aromapflegerischen Betreuung sterbenskranker Menschen.

Schliesslich entstand auch in der westlichen Medizin eine neue Disziplin: die Palliativ-Medizin. Bis heute gibt es in der Schweiz nur einen einzigen Lehrstuhl für dieses Studium an der Universität Lausanne. Leiter ist Professor Gian Domenico Borasio, der zugleich auch Leiter des Dienstes Palliative Care am Universitätsspital Lausanne ist. Dr. Borasio hat mit seinem ersten Buch Über das Sterben offensichtlich einen Nerv der Zeit getroffen: Dieses Buch, das einfühlend, klar und nachvollziehbar das Sterben aus medizinischer, menschlicher, sozialer und spiritueller Sicht betrachtet, ist für viele interessierte Menschen wegweisend.

Soeben haben wir [Anmerkung von E.Z.: im Vortrag von Dr. Roland Kunz, Chefarzt für Geriatrie und Palliativ Care am Spital Affoltern, er hat 2010 den Palliativ-Care-Preis erhalten] gehört, was die Palliativmedizin den Menschen in ihrer letzten Lebensphase an Belastungen abnehmen kann. Ich gehe davon aus, dass die Palliativmedizin in den nächsten Jahren zusätzlich an Bedeutung gewinnen wird, da sie in einer wichtigen Übergangsphase viel zum Wohlbefinden der sterbenden Menschen beitragen kann.

Auch die Palliative Care, die Pflege im letzten Lebensabschnitt, kann ihrerseits Beschwerden lindern und das Hinübergleiten in den Tod merklich erleichtern. Es hat sich gezeigt, dass die meisten Patientinnen und Patienten die Pflege mit ätherischen Ölen sehr schätzen und sich diese oft auch wünschen. Die Pflegenden wiederum greifen dankbar auf die natürlichen Düfte zurück, weil sie mit diesen nicht nur ein Angebot zur Linderung von Leiden machen können, sondern zugleich einen sinnlichen, oft körperlichen Kontakt zu den Kranken aufnehmen können. Nachfolgend gehe ich auf einige Themen ein, bei denen die Aromapflege ausgesprochen hilfreich ist:

Mundpflege

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Limetten

Durch fehlende Speichelproduktion, die auf verschiedene Ursachen zurückzuführen ist, leiden manche Schwerkranke an einer trockenen Schleimhaut in der Mundhöhle, was irritiert und schmerzt. Hier haben sich verschiedene Massnahmen bewährt:

  • Befeuchten mit Rosenhydrolat. Angenehm, schmerzlindernd, zugleich gegen Bakterien, Viren und Pilze wirksam.
  • Kühlen und erfrischen mit Pfefferminzhydrolat.
  • Beimischung ätherischer Öle wie Limette, Ingwer, Pfefferminze, die als Düfte dem Mund nicht „fremd“ sind die Schleimhaut nachhaltig befeuchten und pflegen.
  • Wer imstande ist, kann mit diesen ätherischen Ölen gurgeln.
  • Zudem hat sich das Auspinseln mit Mandelöl als sehr hilfreich erwiesen.

Hautpilze

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Palmarosagras in Blüte

Hier ist die Aromapflege einfach spitze, da unzählige ätherische Öle über antimykotische Eigenschaften verfügen! Zahlreiche Erfahrungen haben gezeigt, dass Hydrolate und ätherische Öle sanfte, aber sehr effektive Möglichkeiten sind, Hautpilze loszuwerden und gleichzeitig die Haut zu pflegen. Pilze siedeln sich gerne in der Leiste, in Bauchfalten oder unter der Brust an; bei stark verringertem Immunsystem auch in allen Körperöffnungen, was für die Betroffenen besonders schwer erträglich ist. Teebaum- oder Rosen-Hydrolat zur Reinigung und Erfrischung sind hier ideal. Regelmässige Waschungen mit ä.Ö. wie

  • Lavendel
  • Manuka
  • Rosengeranie
  • Patschuli
  • Palmarosa

bringen den Pilz relativ schnell unter Kontrolle. Wer zusätzlich einölen möchte, nimmt mit Vorteil Johanniskraut-Mazerat als Grundlage.

Juckreiz

Patchouliblätter

Patchuli


Juckreiz entsteht oft als Nebenwirkung von Opiaten, Chemotherapie, Nieren-/Leberinsuffizienz etc. Vor dem Einreiben einer Ölmischung sollte die Haut mit Rosenhydrolat oder Sandelholzhydrolat angefeuchtet oder gewaschen werden. Juckreiz lindernde ätherische Öle wie

  • Atlas-Zeder (Selbstwertgefühl)
  • Cistrose (zerknittertes Seelchen)
  • Rosengeranie (Gelassenheit)
  • Kamille blau (Akzeptanz)
  • Patschuli (Verankerung)
  • Sandelholz (Zentrierung)

sind hier sehr hilfreich.

Chronische Schmerzen

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Tonkabohnen

Gerade bei diesem Thema ist es besonders wertvoll, dass bestimmte ätherische Öle nicht nur nachweislich den Schmerz eindämmen helfen, sondern zugleich die Seele streicheln. Bekanntlich nimmt man subjektiv den Schmerz weniger dramatisch wahr, wenn man sich einigermassen im seelischen Gleichgewicht fühlt. Wenn immer möglich wird mit den Patientinnen abgesprochen, welche Düfte sie bevorzugen. So lindern beispielsweise

  • Lavendel
  • Tonkabohne oder
  • Vanille

nicht nur den Schmerz, sondern wirken psychisch entspannend, beruhigend und im Falle der Vanille auch einhüllend und Geborgenheit spendend. Eine temperierte Ölkompresse auf die schmerzende Stelle kann hier Wunder wirken; ebenso eine Einreibung oder sanfte Massage mit einer Öl-Mischung. In der Kemptner Bahnhof-Apotheke wird beispielsweise das Saligen-Öl hergestellt, das nebst der schmerzlindernden Effekten auch einen sanften, weichen Duft nach Tonka, Orange und Melisse verströmt.

Bei viszeralen Schmerzen bewähren sich ausser

  • Basilikum auch
  • Ingwer und
  • Majoran, manchmal
  • Pfeffer schwarz
  • Wintergrün oder
  • Weihrauch.

Zum Glück verfügen wir über ein sehr breites Spektrum an ätherischen Ölen, so dass für jeden Geschmack auch etwas gefunden werden kann.

Üble Gerüche

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Weißtanne

Manche Tumore, Harnwegs- oder Darminfekte mit Durchfall sorgen für schwer zu ertragende Geruchsbildung in einem Patientenzimmer. Von den Patienten selbst wird dies leider oft als beschämend empfunden. Sie, die Pflegenden und die Besucher kämpfen deshalb oft mit Übelkeit und Abwehr. Was bei der Bekämpfung übler Gerüche besonders wichtig ist, ist das Mischen: Es dürfen nie einzelne Düfte verwendet werden, da sich sonst im Erinnerungsvermögen der Duft mit dem üblen Geruch verbindet und so dafür sorgt, dass man das entsprechende ätherische Öl nicht mehr riechen mag. Eine unaufdringliche Raumbeduftung mit Mischungen aus

  • Weisstanne
  • Lavandin
  • Petitgrain
  • Zimtrinde
  • Zirbelkiefer

und verschiedenen andern Aromen haben sich bewährt, um der geplagten Nase eine angenehme Alternative zu bieten.

Übelkeit

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Douglastanne

Übelkeit kann überaus kräftezehrend und subjektiv ganz schlimm sein. Ätherische Öle, die eine frische Ausstrahlung haben, können entweder auf einen Tupfer in einen Medi-Becher gegeben werden, so dass der oder die Sterbende genau dann einen Atemzug nehmen kann, wenn Frische gebraucht wird. Als sehr hilfreich gegen Übelkeit haben sich

  • Bitterorange
  • Pfefferminze
  • Zitrone sowie
  • Douglasie

erwiesen.

Atemnot

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Cajeputblätter

Nebst einer eingeschränkten Lungenfunktion können auch ALS, seelische Nöte und Ängste als Verursacher genannt werden. Ganz wichtig ist hier, dass jemand etwas unternimmt und tätig wird, die Fenster öffnet, da ist. Offensichtlich trägt die Erinnerung an Walddüfte zu einer hilfreichen Assoziation bei, was

  • Fichte
  • Zirbelkiefer oder
  • Weisstanne

zu unschätzbaren Helfern macht. Als ebenso wohltuend erweisen sich immer wieder

  • Lavendel oder
  • Cajeput.

Durch das Umsorgtwerden kann sich die Angst verringern – Nasenatmung trägt ebenfalls stark zur Beruhigung bei. Manchmal ist eine temperierte Ölkompresse auf der Brust sehr willkommen, die ja dann die Inhaltsstoffe permanent und kontinuierlich über die Haut abgibt.

Von innerer Unruhe zur Gelassenheit

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Benzoeharz

Benzoe siam ist einer der schützenden und wohltuenden Harze, der entspannt, vertrauensfördernd wirkt und einen zur Ruhe kommen lässt. Gemischt mit

  • Rosengeranie oder
  • Orange süss

streichelt er die Seele so liebevoll, dass sich Gelassenheit einstellen kann. Bei manchen Menschen, die einen guten Bezug zur Religion, vor allem zum Katholizismus haben, ist Weihrauchöl sehr willkommen. Vorsicht bei Menschen, deren Einstellung zur Religion unbekannt ist; Weihrauchöl gefällt nicht allen und stösst auch immer wieder auf Ablehnung. Generell spielt hier die Duft-Biografie der zu begleitenden Menschen ein wichtige Rolle: Welche Düfte haben sie gerne gemocht? Was hat schon früher zur Beruhigung und friedvollen Entspannung beigetragen?

Vom Hadern zur Akzeptanz

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Duft-Rose

Seit vielen Jahren wird die Rose als Klassikerin der Sterbebegleitung mit viel Erfolg eingesetzt.

  • Rosa damascena

harmonisiert, hilft beim Akzeptieren des Sterbeprozesses und ermöglicht es Sterbenden und Angehörigen, vertrauensvoll loszulassen. Wichtig ist, dass die Rose in allerkleinsten Mengen verwendet wird. Gute Erfahrungen werden gemacht mit dem sogenannten Zelt, bei dem ein feuchtes Leintuch – erleichtet die Atmung – über den Bügel oberhalb des Bettes gelegt wird. Dieses Tuch wird gerne mit Rosenhydrolat besprüht, was einen ganz feinen, zarten Duft ergibt.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Rosenduft nicht alleine eingesetzt werden sollte, sondern gerne in Kombination mit andern ätherischen Ölen wie

  • Melisse
  • Grapefruit oder
  • Lavendel,

damit sich in der Assoziation der Pflegenden nicht Rosen = Sterben zementiert.

Von der Angst zum Vertrauen

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Orangenblüte (Neroli)

Angst ist sehr häufig anzutreffen und kann enorm quälend sein.

  • Neroli
  • Orange oder
  • Muskatellersalbei

wirken stark angstlösend und helfen damit, dass auch körperliche Beschwerden wie Schmerzen weniger stark wahrgenommen werden. Gerade Neroli, dieser sanfte Duft mit dem stimmungserhellenden Aspekt, der Zuversicht und Vertrauen verspricht, kann ängstliche Menschen in einen entspannten Zustand bringen, der dem Sterbeprozess förderlich ist. Auch bei Neroli ist die sehr starke Verdünnung wichtig; wiederum ist das Orangenblüten-Hydrolat eine wunderbare Alternative zum ätherischen Öl.

Vom Dunkel zum Licht

Iris pallida

Irisblüte (das Öl wird aus dem Rhizom gewonnen)

Die Angelika-Wurzel ist die eine der grossen Lichtbringer! Als Schutzöl hüllt sie den sterbenden Menschen in ein unsichtbares Geflecht, lässt die Seele sich mit Licht füllen und die Bodenhaftung aufgeben. Gemischt mit

  • Bergamotte oder
  • Mandarine

entfaltet sie einen wunderbaren Duft, dem man sich gerne anvertrauen möchte. Die kostbare

  • Iris

mit ihrem veilchenartigen, pudrigen Duft ist genauso eine feinstoffliche Hilfe, um den Körper sorgsam aus seiner Verankerung zu lösen und der Seele Flügel zu verleihen. Ihr ausgeprägt spiritueller Charakter öffnet den Menschen für den Übergang. Iris ist ja der Name der Göttin des Regenbogens. Bieten wir also diesen Regenbogen an, sozusagen als umgekehrte Rutschbahn von der Erde zum Himmel.

Leicht wie ein Schmetterling

Immer öfter wünschen sich Sterbende leichte, helle, strahlende Zitrusdüfte, die von selbst gegen den Himmel streben und den sterbenden Menschen auf diese Reise mitnehmen. Hier schliesst sich der Kreis: Leicht wie ein Schmetterlingleggera come una farfalla.

Quellenangaben:

© BBF Barbara Bernath-Frei 13.3.2015

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapiePS: Sogyal Rinpoche ist der spirituelle Direktor des traumhaft schön gelegenen Meditations- und Retreat-Zentrums Dzogchen Beara, das hier in meiner Nähe liegt, sehr viele KursteilnehmerInnen waren bereits mit mir dort. Auf der Facebook-Seite von Dzogchen Beara wird jemand gesucht, die/der ab Anfang Dezember für mindestens zwei Monate gegen Kost (super-gute Küche) und Logis (einer der schönsten Orte Irlands hoch über wunderschönen Klippen) dort hilft. Infos und Bewerbung per E-Mail: workexchange@dzogchenbeara.org (dort arbeiten auch deutsch sprechende MitarbeiterInnen).

ätherische öle bei lupus erythematodes


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDieser ausführliche Beitrag von Gabriele Sievers über ätherische Öle bei der chronischen Erkrankung namens Schmetterlingsflechte reflektiert die über viele Jahre gesammelten und sehr persönlichen Aromapflege-Erfahrungen einer selbst betroffenen und sehr erfahrenen Aromapflegenden.

Bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) können ätherische Öle eine wertvolle Begleitmaßnahme darstellen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu den Kollagenosen gezählt wird, die wiederum zum entzündlichen Rheuma gehören.

Beim SLE können neben den Gelenken und der Haut auch innere Organe betroffen sein. Die typische, schmetterlingsförmige Hautrötung im Gesicht tritt bei weniger als der Hälfte der Erkrankten auf. Etwa 80% der SLE-Betroffenen sind Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren. Es wird vermutet, dass die Erkrankung etwas mit Östrogenen zu tun hat, da der SLE häufig während oder nach einer Schwangerschaft auftritt. Die Einnahme der „Pille“ kann die Erkrankung fördern.

Die eigentliche Ursache der Erkrankung ist bis jetzt unbekannt. Wie bei anderen Autoimmunerkrankungen wird eine genetische Veranlagung vermutet, die durch äußere Faktoren zur Erkrankung führt.

Je nachdem, welche Organe oder Organsysteme betroffen sind, ist die Symptomatik des SLE sehr unterschiedlich und kann im Laufe der Erkrankung wechseln. Aus diesem Grund gibt es keine sicheren Leitsymptome. So treten die unten beschriebenen Symptome nicht bei allen Erkrankten und auch in unterschiedlichen Kombinationen auf. Die Symptome können gleichzeitig oder auch zeitlich versetzt auftreten. Typisch für den SLE ist die Sonnenlichtempfindlichkeit. Die Krankheit kann durch Sonnenlicht aktiviert werden und bricht manchmal nach Sonnenbädern oder einem Urlaub in den südlichen Breitengraden aus.

Natürlich wirken sich psychischer und physischer Stress, wie bei jeder Autoimmunerkrankung, ungünstig auf den Verlauf aus. Es gibt beim SLE viele mögliche Symptomen und eine Vielzahl von möglichen Folgeerkrankungen:

  • Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und/oder Leistungsschwäche sowie erhöhte Temperaturen unter 38° C
  • Hauterscheinungen wie das Schmetterlingserythem; ein masernähnlicher Hautausschlag, der den gesamten Körper befallen kann.
  • offene und meist schmerzlose Wunden auf den Schleimhäuten des Mundes (Aphten) und/oder der Nase; trockener Mund
  • diffuser Haarausfall
  • Vaskulitis, eine Entzündung der kleinen Blutgefäße, kann sich durch Einblutungen in der Haut oder Schleimhaut (rote Punkte oder Flecken) zeigen (Teleangiektasien)
  • trockene Augen; eine Entzündung der Blutgefäße kann zu Schleiersehen und Gesichtsfeldausfällen führen; durch die Veränderung kleinster Gefäße (Mikroangiopathie) können in den Retinavenen zu Thrombosen kommen, die mit einer irreversibler Verminderung der Sehfähigkeit einhergehen können. Besonders gefährdet sind jüngere Erkrankte und Hypertoniker, sie sollten eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle vornehmen lassen.
  • rheumaähnliche Gelenkschmerzen, die Gelenke werden aber meistens nicht zerstört, wie bei anderen rheumatischen Erkrankungen; Muskeln, Sehnen und Bindegewebe können schmerzen und es kann zu Veränderungen kommen
  • durch Beteiligung der Nieren kann sich eine sogenannte Lupusnephritis entwickeln, die symptomlos verlaufen kann und nur durch Urinuntersuchungen und/oder Nierenbiopsien nachweisbar ist
  • Reizdarmsyndrom, Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, auch eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) ist möglich
  • Im Laufe der Erkrankung kann eine Entzündung des Rippenfells (Pleuritis) auftreten, deren Flüssigkeitsansammlungen starke Schmerzen beim Atmen verursachen.
  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung), Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) können, mit den entsprechenden Symptomen, auftreten
  • bei Beteiligung des ZNS (zentrales Nervensystem) können starke, migräneartige Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen Depressionen, Angststörungen, Psychosen, epileptische Anfälle auftreten
Symptome bei SLE Häufigkeit in Prozent
Gelenkbeschwerden 85
Allgemeinbeschwerden (z.B. Müdigkeit, Leistungsschwäche 84
Hautveränderungen 81
Nierenbefunde 77
Gelenkentzündung 63
Raynaud-Syndrom (Kalt – und Weißwerden von Fingern und Zehen) 58
Beschwerden des ZNS (Zentrales Nervensystem) 54
Schleimhautveränderungen 54
Magen-Darm-Beschwerden 47
Pleuritis (Rippenfellentzündung) 37
Lymphknotenerkrankung 32
Perikarditis (Herzbeutelentzündung) 29
Lungenbeteiligung 17
Muskelentzündung 5
Myokarditis (Herzmuskelentzündung) 4
Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) 4

(nach Hettenkofer, Hans-Jürgen: Rheumatologie, Thieme Verlag, Stuttgart)

Die Diagnose des SLE ist nicht einfach und so dauert es oft sehr lange, bis die Erkrankung erkannt wird. Zusätzlich ist die Erkrankung relativ selten – in Deutschland sind zurzeit etwa 35.000 – 40.000 Menschen erkrankt. Da die Symptomatik bei jedem Menschen unterschiedlich ist, kann man meistens nur an bestimmten Blutwerten [ANA > antinukleärer Antikörper (homogenes Fluoreszenzmuster) und z.B. ds-DNS-Antikörper] eine Erkrankung erkennen.

Bei mir hat es 20 Jahre gedauert, bis die Diagnose endlich feststand.

Ein SLE muss immer mit Medikamenten behandelt werden, die in Absprache mit dem Arzt auf die Schwere der Erkrankung abgestimmt werden. Ätherische Öle sind hilfreiche Unterstützer und tun Körper und Seele gut. Die nachfolgende Aufzählung ist auf meinen Lupus abgestimmt, ist mein ganz persönlicher Erfahrungsschatz, richtet sich nach meinen Duftvorlieben und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder Wirkung bei jedem Lupus-Erkrankten.

Begleitende ätherische Öle bei SLE von A bis Z 

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Anissamen – Pimpinella anisum

Ich liebe diesen warmen, süß-würzigen Duft, der mich an meine Kindheit erinnert. Meine Mutter hat mir bei Bauchschmerzen zerstoßene Anissamen in einen feucht-warmen Wickel auf den Bauch gelegt – das hat immer geholfen. So hilft mir das Anisöl auch heute noch am besten beim Reizdarmsyndrom, als Bauchmassage mit anschließender Wärmeauflage. Manchmal gebe ich noch Fenchel süß dazu. Die Verwendung von Anethol-haltigen ätherischen Ölen bei Einnahme von Paracetamol gilt als kontraindiziert, ebenso bei Lebererkrankungen. Einige Immunsuppressiva können die Leberwerte erhöhen – Vorsicht! Hier sind die Dosis und die Dauer der Anwendung der ätherischen Öle wichtig. Ab und zu ein feucht-warmer Wickel in einer Dosierung unter 1% wird keine Probleme machen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBasilikum – Ocimum basilicum

Für mich ist das Öl des Basilikums unverzichtbar gegen das Müdigkeits- und Erschöpfungs-syndrom. Es hilft mir bei zeitweiligen Konzentrationsstörungen, bei Depression. Im Riechstift habe ich Basilikum zusammen mit Rosmarin cineol, Bergamotte und Cedrat oder Mandarine. Wichtig ist, dass Basilikum um 0,5% dosiert wird – der Duft ist sonst übermächtig.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBenzoe Siam – Styrax tonkinensis

Ich liebe diesen warmen, einhüllenden Duft. Für mich ist Benzoe wie eine Kuscheldecke, die mich umhüllt, die mich schützt. In meinen Mischungen zur Unterstützung bei Depression, Angststörungen und Schlafstörungen ist Benzoe ein wichtiger Bestandteil. Ich verwende Mischungen mit Benzoe im Riechstift, im Dufttropfen, in Körperbuttern und Badepralinen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBergamotte – Citrus aurantium var. bergamia

Meine Großmutter hatte immer ein Fläschchen Kölnisch Wasser für alle Lebenslagen parat, außerdem liebte sie Earl Grey Tee. Der Duft des ätherischen Öls erinnert mich sehr an dieses zarte und doch resolute Persönchen. Im Riechstift habe ich das Öl mal nur mit Basilikum, mal mit mehreren anderen erfrischenden, anregenden Düften oder mit Benzoe und Lavendel zur Beruhigung und um das „Kopfkino“ abzustellen. Dieses Öl wird, auf Grund meiner sehr hohen Sonnenlichtempfindlichkeit, nur in der Duftlampe, dem Riechstift oder dem Dufttropfen angewandt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBitterorange – Citrus aurantium ssp. amara

Der etwas herbere Duft dieser Orangenart ist mir in manchen Situationen lieber als der Duft der Orange. Die Bitterorange ist eines meiner Lieblingsöle bei Angstzuständen und wenn ich mal wieder in eine seelische Schieflage gerate. Auch hier gilt – nur Riechstift, Duftlampe, Dufttropfen. 

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieCistrose – Cistus ladanifer

Den Duft der Cistrose mag ich eigentlich nicht, aber im Laufe der Jahre habe ich die Wirkung dieses ätherischen Öls schätzen gelernt. Durch langjährige Cortisontherapie bekomme ich ratzfatz blaue Flecke oder kleine Hautverletzungen. Cistrose/Lavendel/Rosengeranie pur hilft sofort. Das ätherische Öl der Cistrose kommt auch in Mischungen zum Baden, zum Schmerz lindern und Seele „entknittern“, zum Schub lindern.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEukalyptus radiata – Eucalyptus radiata

Ich liebe diesen Eukalyptus im Riechstift zum Durchatmen bei Erkältung, Erschöpfung, auf der Arbeit in meinem „Indoor“- Arbeitsraum ohne Fenster und als wohltuende Einreibung in schmerzlindernden Mischungen und bei Erkältungen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFenchel süß – Foeniculum vulgaris var. dulcis

Zusammen mit Anis meine Baucheinreibung bei Schmerzen durch des Reizdarmsyndrom. Die Verwendung von Anethol-haltigen ätherischen Ölen bei Einnahme von Paracetamol gilt als kontraindiziert, ebenso bei Lebererkrankungen. Einige Immunsuppressiva können die Leberwerte erhöhen – Vorsicht! Hier sind die Dosis und die Dauer der Anwendung der ätherischen Öle wichtig. Ab und zu ein feucht-warmer Wickel in einer Dosierung unter 1% wird keine Probleme machen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieFrangipani – Plumeria acutifolia

Eines meiner Lieblingsblütenöle für alle Lebenslagen. Da dieser feine Duft nicht zu den preisgünstigen Ölen ist kommt er in Körperbutter, Sheasahne, Badepralinen und nur ganz selten in einen Riechstift.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGinster – Spartium junceum

Das nächste Lieblingsblütenöl. Eine Fahrt in die Haute Provence hat meine Sucht nach diesem Öl bestärkt. Der Duft erinnert mich an wunderschöne, warme, goldene Sonnentage und lässt Stress und Ärger sofort vergessen. Ich liebe Ginsterduft im Winter – er zaubert mich sofort in den Sommer. Neben der Lebensfreude, die dieses Öl schenkt, wirkt es bei mir super bei Depression und Angst. Auch dieses Öl verwende ich in Körperbutter, Sheasahne (Rezeptidee hier, klick!), Badepralinen und nur ganz selten im Riechstift.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGrapefruit – Citrus paradisi

Mein Traum(a)öl bei Depression, Erschöpfung, Müdigkeit, Problemen mit der Krankheitsakzeptanz oder einfach nur wenn ich mal die Nase gestrichen voll habe. Ich liebe das Öl als Grapefruit komplett/extra, schnuppere auch schon mal gerne direkt aus der Flasche. Ansonsten, wie bei allen Zitrusdüften als Riechstift, in der Duftlampe oder im Dufttropfen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIngwer – Zingiber officinale

Ich mag den scharfen Geruch vom wasserdampfdestillierten Öl des Ingwers, aber noch mehr liebe ich den Duft des CO2-Extrakts. Das Ingwer-Öl kommt bei mir als wärmendes Hand-oder Fußbad zum Einsatz, als Einreibung in einer Mischung beim Raynaud-Syndrom, bei Übelkeit durch den täglichen Medikamentencocktail und bei Schmerzen. Bei Ingweröl wird eine Verlangsamung der Thrombozytenaktivität vermutet. Da mein Immunsuppressivum zu einer Verringerung der Thrombozyten führen kann, setze ich Ingweröl nicht über längere Zeit ununterbrochen und nicht höher als 1% ein.

JasminblütenJasmin – Jasminum grandiflorum

Jasmin findet sich in beinahe jeder meiner Mischungen zum Wohlfühlen. Ich verwende Jasmin sambac ebenso wie Jasmin grandiflorum. Jasmin wirkt sehr intensiv bei psychischen Problemen, das Öl beeinflusst das Nervensystem, so auch Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung. Ich gebe Jasmin in Mischungen für Badepralinen, Körperbutter, Sheasahne und Riechstift (da aber nur Jasmin 4%).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKamille römisch – Chamaemelum nobile/Anthemis nobilis

Bei Nackenverspannungen gönne ich mir manchmal eine Mischung mit römischer Kamille, die so herrlich entspannend wirkt. Das eigentliche Einsatzgebiet ist aber der Riechstift und ein Roll-On mit einer angstmindernden Mischung, die römische Kamille enthält. Ab und zu gibt es auch Badepralinen mit Kamille römisch.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKanuka – Kunzea ericoides

Durch das Buch „Teebaumöle“ von Ruth von Braunschweig habe ich Kanuka kennen – und schätzen gelernt, aber nach einem Vortrag von Daniel Pénoël wurde Kanuka mein Lieblings – Cortisonersatz-Öl. Ich verwende es bei Schmerzen, bei einem Schub auch zum Baden. Es hilft gut bei Muskel- und Gelenkschmerzen und ganz nebenbei auch bei seelischen Schieflagen. Ich verwende Kanuka in Mischungen nur in Körperölen und in Badesalz, da auch schon mal in ausnahmsweise in einer 5% Dosierung

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Kardamom – Elettaria cardamomum

Eines meiner Ausweichöle beim Reizdarmsyndrom, wenn ich Anis und/oder Fenchel nicht nehmen möchte. Bei Aphten im Mund spüle ich mit 1 Tropfen Kardamomöl in 20ml Lavendelhydrolat.

LavendelLavendel – Lavandula angustifolia

Wieder ein Kindheits-Erinnerungs-Öl. Meine Großmutter liebte Lavendelparfum – nur das in der Flasche mit der Postkutsche. So war Lavendel schon ein ausgesprochen positiver Duft für mich, bevor ich während meiner Ausbildung etwas über die Wirkungen dieses Öl lernte. Eine Reise in die Haute Provence, einschließlich Abtauchens in üppig blühende Lavendelfelder, hat meine Duftliebe noch verstärkt. Lavendel kommt pur, in Riechstiften, im Dufttropfen, als Spray, in Roll-On‘s, in Badepralinen und Badesalz zum Einsatz. Es hilft mir bei Stress, zum Schlafen, zum Entspannen, zum Wohlfühlen, zum Träumen, bei Angst, bei Hautproblemen im Sommer, gegen Mückenstiche (die bei mir sofort anschwellen) oder einfach um in wunderschönen Erinnerungen zu versinken und Kraft zu tanken.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieLorbeer – Laurus nobilis

Bei einem Schub schwellen meine Lymphknoten im Halsbereich stark an – 1 Tropfen Lorbeeröl pur bringt fast augenblicklich Linderung (kann hautreizend sein). In Mischungen verwende ich Lorbeeröl bei Schmerzen im Gelenkbereich – ich komme gut mit ätherischen Ölen zur Schmerzlinderung zurecht und benötige so gut wie nie Schmerzmedikamente.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMajoran – Origanum majorana

Zusammen mit Lavendel absolut beruhigend und entspannend. Majoran zusammen mit Fenchelöl wirkt krampflösend bei Darmkoliken, mit Lorbeer und Wintergrün ergibt sich für mich eine unschlagbare Mischung bei Muskel – und Gelenkschmerzen.

MandarineMandarine – Citrus reticulata

Dieses wundervoll duftende Zitrusöl ergibt zusammen mit Benzoe Siam, Neroli, Tonka oder Vanille eine entspannende, einhüllende Mischung. Ich mag Mandarine im Dufttropfen, auch pur zur Entspannung, im Riechstift am liebsten mit Neroli und Tonka zur Entspannung und Beruhigung.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMyrrhe – Commiphora molmol

Mit Rosenhydrolat verdünnt bei Aphten oder anderen Schleimhautdefekten im Mund. Da ich den Duft nicht so mag, nutze ich die vielen anderen Anwendungsmöglichkeiten dieses Öles nicht.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNelkenknospe – Syzygium aromaticum

Eines meiner schmerzlindernden Öle – 0,5% ig in einer Mischung zum Einreiben. Ich verwende das Öl der Gewürznelkenknospen 1,5% in einer Mischung zum Finger wärmen für unterwegs.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNeroli – Citrus aurantium ssp. aurantium flos

Mein „Notfall-Öl”. Zusammen mit Rosenöl meine Mischung für tiefdunkle Tage. Ich liebe Neroli in Mischungen bei Angst, Depression, Herzklopfen, Unruhe in Riechstiften, Körperbutter, Dufttropfen, Badepralinen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieOrange – Citrus sinensis

Steht auf meinem Schreibtisch auf der Arbeit, zum Wohlfühlen, beruhigen, entspannen und manchmal hilft der Duft auch unseren Ärzten. Zu Hause kommt die Orange nicht zum Einsatz, da nehme ich Mandarine.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyPatchouli – Pogostemon cablin

Ich liebe diesen Duft schon seit der „Blumenkinder-Zeit“ und verwende Patchouliöl sehr niedrig dosiert zur Hautpflege. Zusammen mit Rosenöl, Rosengeranie und Benzoe in Nachtkerzenöl hilft es bei meinem gelegentlich auftretenden Schmetterlingserythem im Gesicht.

Petit_GrainPetitgrain bigarade – Citrus aurantium ssp. amara fol.

Mein Öl bei Panikattacken, Schlafstörungen, Angst und beim Müdigkeits-/Erschöpfungs-syndrom. In Mischungen im Riechstift und als Körperbutter, manchmal auch als Badezusatz.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapiePfeffer Schwarz – Piper nigrum

Ein würzig-wärmendes ätherisches Öl, das ich zusammen mit Ingwer, Nelke und Zimt gegen kalte Finger und Füße beim Raynaudsyndrom, in Mischungen bei Muskelschmerzen einsetze.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieRavintsara – Cinnamomum camphora Ct. 1,8-Cineol

Durch die Immunsupressiva ist mein Immunsystem zusätzlich geschwächt und manchmal erwischt mich doch mal ein Erkältungsvirus. Zusammen mit einem Tropfen Thymian Thymol nehme ich einen Tropfen Ravintsara auf ein Stück Würfelzucker und lasse den Zucker im Mund zergehen. Hinterher trinke ich ein Glas heiße Zitrone (auch um den Geschmack los zu werden) und wiederhole das Ganze bei Bedarf nach 6 Stunden. Normalerweise reicht aber eine einmalige Anwendung. Diese Anwendung bitte nur als wirklich versierte, gut ausgebildete Aromapraktikerin/-therapeutin in Betracht ziehen und nie bei Kindern oder Jugendlichen anwenden.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieRose – Rosa damascena

DAS Haut – und Seelenpflegeöl – bei Schmetterlingserythem, bei Angst, Depressionen, Panik, Herzklopfen, in Badepralinen auch einfach nur zum Wohlfühlen. In Mischungen für Riechstifte, Dufttropfen (dann Rose 10%), Körperbutter und Badezusätze.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieRosengeranie – Pelargonium graveolens

Zur Hautpflege mit Patchouli beim Schmetterlingserythem. Pur aufgetragen nehme ich das Öl anstelle von Immortelle mit Cistrose und Lavendel gegen blaue Flecke, zu denen meine empfindliche Haut sehr neigt.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieRosmarin – Rosmarinus officinalis Ct. Cineol

Im Riechstift zusammen mit Basilikum, Bergamotte, Cedrat beim Müdigkeits-/Erschöpfungssyndrom und bei Konzentrationsproblemen.

Rosmarin – Rosmarinus officinalis ct. Verbenon

Dieses Öl nutze ich für einen feucht-warmen Leberwickel, um die Lebertätigkeit anzuregen und die Nebenwirkungen der Medikamente auf die Leber möglichst zu vermeiden. Den richtigen Zeitpunkt habe ich in der Zwischenzeit im Gefühl.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieThymian – Thymus vulgaris Ct. Thymol

Zusammen mit Ravintsara auf Würfelzucker bei einer beginnenden Erkältung. Anwendung und Warnhinweise siehe unter Ravintsara.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieTonka – Dipteryx odorata

Dieses wundervolle Öl verwende ich bei Schmerzen, zur Entspannung und Beruhigung, bei Angst und Schlafproblemen. In Körperöl, in Badepralinen und im Riechstift sind meine liebsten Anwendungsarten.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieTuberose – Polianthes tuberosa

Bei Panikattacken oder Angstzuständen verreibe ich 1 Tropfen 5% Tuberose Absolue auf meinen Handinnenflächen und atme tief ein (nach Ruth von Braunschweig/Monika Werner). Wenn es ganz schnell gehen muss, rieche ich einfach kurz am geöffneten Fläschchen.

Vanille_BlüteVanille – Vanilla planifolia

Noch ein positiver Kindheitserinnerungsduft. In Mischungen bei Angst, Depression, Stress, Schlafstörungen. Ich verwende Vanille am liebsten in Körperbutter oder Badepralinen, manchmal gebe ich das Öl aber auch in Mischungen für den Riechstift.

Vetiveria_zizanioides_Collage_xsVetiver – Vetiveria zizanioides

Mein „Erdungs-Öl“, wenn gar nichts mehr geht. Während eines Krankheitsschubs bin ich oft einfach nur genervt, empfinde Schmerzen stärker als sonst und komme mit krankheitsbedingten Bewegungs- und Belastungseinschränkungen schwerer zu recht. Katharina Zeh, eine meiner Prüferinnen, hat ein wundervolles Rezept für ein Honigbad mit Vetiver: auf 100 ml Honig etwa 5 Tropfen oder 3 Spatel Vetiver geben, vermischen und ruhen lassen. Für 1 Vollbad reichen etwa 25 ml dieser Mischung. Ich gebe noch 4 Tropfen Lavendel und 2 Tropfen Tonka in den Honig und bade am Abend direkt vor dem Schlafen gehen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWintergrün – Gaultheria fragrantissima

Wintergrün findet sich in all meinen schmerzstillenden Mischungen, je nach Begleitölen auch schon mal, für kurzfristige Anwendung, in 3% Dosierung. In Bademischungen verwende ich das ätherische Öl höchstens in einer 1% Dosierung.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieYlang-Ylang – Cananga odorata

Ylang-Ylang komplett gehört zu den entspannenden, angstlösenden, beruhigenden Ölen in meiner „Apotheke“, wird in einer Dosierung von höchstens 0,5% in Körperbutter oder Badezusätzen verwendet und gehört in meine Panikmischung á la Prinz Valium.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAtlaszeder – Cedrus atlantica

Das ätherische Öl der Atlaszeder gehört in meine Panikmischung, hilft mir, die Bodenhaftung nicht zu verlieren und Kraft zu tanken. Anwendung im Riechstift, Körperbutter, Badepralinen und im Dufttropfen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZimtrinde – Cinnamomum zeylanicum cort.

Dieses ätherische Öl verwende ich nur, um meine kalten Hände und Füße zu wärmen und die Durchblutung anzuregen. In einer Mischung mit Ingwer/Nelke als Einreibung oder als Fuß- bzw. Handbad. Meine Höchstdosierung ist 1%ig.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZitrone – Citrus limon

Ich liebe den Duft der Ur-Zitrone (auch Zedrat und Cedrat genannt, Citrus medica) und verwende möglichst dieses ätherische Öl. Am liebsten habe ich Zitrone in aufmunternden, konzentrationsfördernden Mischungen.

 Hydrolate 

Lavendelhydrolat – Lavandula angustifolia (hier erhältlich)

Ich verwende Lavendelhydrolat fast nur im Sommer. Als kühlendes Spray, wenn sich trotz langer Ärmel und Sonnenhut, leichte Hautrötungen einstellen, z. B. auf dem Nasenrücken. Meistens gebe ich auf 100 ml Hydrolat noch 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl, weil ich den Duft so angenehmer finde und die Wirkung stärker ist. Nach Insektenstichen, zur Vorbeugung von Entzündungen, wirkt diese Mischung bei mir wahre Wunder – nichts juckt und Rötung und Schwellung sind schnell verschwunden.

Myrtenhydrolat – Myrtus communis (hier erhältlich)

Bei diesem Hydrolat achte ich darauf, dass es keinen Alkohol enthält, denn ich verwende es für Augenkompressen bei meinen trockenen, juckenden Augen. Ich tränke Wattepads mit Myrtenhydrolat und lege sie für ca. 10 Minuten auf meine Augen – bei mir wirkt das besser als Rosenhydrolat.

Orangenblütenhydrolat – Citrus aurantium ssp. aurantium (hier erhältlich)

Zum Verdünnen von Mischungen, als Gesichtswasser jeden Morgen, zwischendurch auf meine, während der Arbeit, oft sehr gerötete Gesichtshaut. Ich genieße dieses Hydrolat bei allen psychischen Problemen durch den Lupus und verwende es bei Hautproblemen im Wechsel mit Rosenhydrolat.

Rosenhydrolat – Rosa damascena (hier erhältlich)

Am Abend als Gesichtswasser, zum Verdünnen von Mischungen, im Wechsel mit Lavendelhydrolat bei Hautrötungen (Sonnenbrand) vor allem auf dem Nasenrücken und Dekolleté. Bei allen anderen Hautproblemen im Wechsel mit Orangenblütenhydrolat.

Pflanzenöle

 Aloe – Vera – Öl – Aloe barbadensis (hier erhältlich)

Aloe vera-Blätter werden in Canolaöl (Rapsöl) ausgezogen: Mein Lieblingsöl im Sommer, mit Lavendelöl bei Sonnenhaut

Johannisbeersamenöl – Ribes nigrum (hier erhältlich)

Dieses Öl hat entzündungshemmende Eigenschaften und stärkt das Immunsystem. 2 x im Jahr gönne ich mir eine vierwöchige Kur zusammen mit der Kurkuma-Gewürzmischung nach Ruth von Braunschweig.

Leinöl – Linum usitatissimum (hier erhältlich)

Ich habe eine Quelle für ein gut schmeckendes Leinöl und so fällt es mir nicht schwer ab und zu Leinöl in meinen Speiseplan einzubauen. Während eines Schubs mit verstärkten Schmerzen verwende ich Leinöl täglich, dann oft mit der Kurkuma-Gewürzmischung von Ruth von Braunschweig in einem morgendlichen Trank.

Sanddornfruchtfleischöl – Hippophae rhamnoides (hier erhältlich)

Ich verwende Sanddornöl, um mein Immunsystem zu unterstützen und meine Sonnenlichtempfindlichkeit ein wenig erträglicher zu machen. Wenn die Aphten (Bläschen) im Mund gar nicht weichen wollen, betupfe ich die Stellen mit purem Sanddornfruchtfleischöl. Ich liebe dieses Öl in Joghurt oder in Quark, es schmeckt mir aber auch pur. Außerdem gebe ich das Öl in Körperbutter und Sheasahne.

Gewürzmischung mit Kurkuma nach Ruth von Braunschweig

3 Teelöffel      Koriander

1 Teelöffel      Kurkuma

1 Teelöffel      Kardamom

1 Teelöffel      Kreuzkümmel

1 Teelöffel      Ceylonzimt (kumarinfrei)

alles in eine Dose geben, schütteln und für den folgenden Trank ½ Teelöffel der Mischung verwenden.

Trank nach Ruth von Braunschweig

200 ml  Möhren-Sanddornsaft

1 TL      Honig (Heidehonig)

2 TL      Johannisbeersamen – oder Leinöl

½ TL   Gewürzmischung

Ich gebe noch 2 EL Haferkleieflocken dazu, wegen der besseren Verträglichkeit 

Fertig gemischte Lieblingsprodukte

Oft fehlen mir Kraft und Lust, um mir selbst etwas zu mischen. Ich habe einige, für mich unverzichtbare, fertige Mischungen aufgezählt.

Geborgenheit – Duftmischung von Farfalla (hier erhältlich)

zum Entspannen und Wohlfühlen, enthält unter anderem Benzoe Siam, Copaibabalsam, Sandelholz, Tonkabohne

Kuschelduft – Duftmischung von Farfalla (hier erhältlich)

zurzeit meine Lieblingsduftmischung – ich habe sie im Riechstift überall dabei, enthält unter anderem Mandarine, Mimose, Rose, Sandelholz, Tonka, Vanille

Land des Lächelns – Schaumbad von Farfalla (hier erhältlich)

einfach abtauchen und wegträumen, enthält unter anderem Champaca, Frangipani, Grapefruit, Kakao, Sandelholz

Intense Frangipani Bodybutter von Farfalla (hier erhältlich)

für meine empfindliche, trockene Haut – duftet nach Sommer, Sonne, Südsee

mit Champaca, Frangipani, Tuberose 

Sich Ruhe gönnen – Duftmischung von Feeling (hier erhältlich)

zum Entspannen, enthält unter anderem Ho-Holz, Jasmin, Mandarine und Ylang-Ylang

Erste Hilfe Balsam von Feeling (hier erhältlich)

bei allen Hautproblemchen und kleineren Wunden, mit Nachtkerzenöl, Sanddornöl, Wildrosenöl Nativ, Lavendel extra, Kamillenblüten, Cistrose und Manuka

Schlaf Wohl Kissenspray von Primavera (hier erhältlich)

hilft mir beim Einschlafen und Kopfkino ausschalten, enthält Lavendel, Honig und Neroli

Glück teilen – Duftmischung von Primavera (hier erhältlich)

enthält Mandarine, Rose, Sandelholz

Tutto Bene – Duftmischung von Primavera (hier erhältlich)

enthält Grapefruit, Jasmin, Zitrone 

S.O.S. Muskel- und Gelenkfluid von Wadi (hier erhältlich)

enthält Cajeput, Rosmarin, Wacholder, Wintergrün und Zitrone, hilft schnell bei Schmerzen

Tigeroil – Körperöl von Wadi (hier erhältlich)

enthält Cajeput, Cassia, Kampher, Menthol, Nelkenknospen und Pfefferminze, ich nehme das Öl zum Finger wärmen

Bella Luna Duftmischung von Wadi (hier erhältlich)

eine wundervolle Mischung aus Blutorange, Grapefruit, Limette, Sandelholz, Vanille, Weißtanne und Zitrone, einfach ein Duft zum rundum wohlfühlen

Mandragor Duftmischung von Wadi (hier erhältlich)

Bergamotte, Benzoe, Lavendel, Mandarine, Neroli, Vanille und Zimtrinde, ein Traumduft bei Depression und miesen Tagen

Hindukusch Körperöl von Wadi (hier erhältlich)

enthält Bergamotte, Jasmin, Lavendel extra, Neroli, Patchouli, Petitgrain, Rose, Rosmarin, Vetiver, Zeder, einfach ein Traumduft

Die Duftmischungen kommen in Riechstifte, in den Dufttropfen oder in Körperbutter, Sheasahne, Badepralinen oder Massageöle

Literaturnachweis:

  • Dietrich Wabner: Taschenlexikon der Aromatherapie. Verlag Systemische Medizin (hier erhältlich)
  • Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle. Stadelmann Verlag (hier erhältlich)
  • Katharina Zeh: Handbuch ätherische Öle. Joy Verlag (hier erhältlich)

Alles Fotos © Eliane Zimmermann außer Foto Kanuka: Karora Wikipedia Commons und Foto Ylang Ylang: Patricia Botelho

Gabriele Sievers ist Krankenpflegende, Aromafachfrau und ausgebildete Hunde-Aromatherapeutin, sie wohnt in Nord-Deutschland und arbeitet dort in einem Krankenhaus. Ihre Blog-Adresse mit hoch interessanten Berichten aus der duften Welt der Fellnasen: Duftgefährten (klick!)

verlust der zehen oder nicht? eine aromapflegerische herausforderung


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNachdem die Krankenpflege-Fachfrau Renate Figl, die auf einer Intensivstation arbeitet, mir die berührende Geschichte einer aromapflegerischen Intervention bei einem gefährlichen und hartnäckigen Fall schilderte, bat ich sie, mir die Geschichte ihrer Patientin aufzuschreiben. Ich gebe diese ausführliche Schilderung mit ihrer Erlaubnis weiter, auch die Patientin war damit einverstanden, sofern ihre Anonymität gewahrt bleibt. Danke, liebe Reni! [Achtung, wer keine heftigen Wunden anschauen kann, sollte nicht weiter runter gehen!]

„Ich lernte die Patientin an ihrem 5. stationären Tag kennen. Es handelt sich um eine junge Frau unter 20 Jahren, welche wegen einer Meningokokkensepsis (lebensgefährliche Infektion*) auf Station aufgenommen wurde. Unter anderem kam es bei der Patientin zu massiven Petechien (winzige Blutungen, als Pünktchen zu erkennen) über den ganzen Körper verteilt. Die Einblutungen nahmen an Größe zu und sind nach ein paar Tagen besonders sakral (im Kreuzbeinbereich) und an den Zehen nekrotisiert (absterbendes Gewebe) und somit zu einem pflegerischen Problem geworden. Nach dem Einverständnis der Betroffenen, der Eltern und der behandelnden Ärzte konnte die Aromatherapie beginnen.

Es war allerdings vereinbart, zwischen den Ärzten und mir, dass ich die Aromatherapie nur übers Wochenende ausführen dürfe, also von Freitagnachmittag bis zum Montag, anschließend würde ein Dermatologe hinzu gezogen. Widerwillig musste ich zustimmen, da ich noch in der Implementierungsphase der Aromatherapie stecke. Die zuständigen Arbeitskollegen/innen wurden von mir informiert und Dank ihrer Mitarbeit konnten wir die im Folgenden dokumentierten Erfolge erzielen.

Sacrum_Nekrose

links: Kreuzbeinbereich am 5. stationären Tag vor Beginn der Aromatherapie, rechts: 24 Stunden nach Beginn der Aromatherapie

Die Nekrosen (absterbendes/abgestorbenes Gewebe), insbesondere im Kreuzbeinbereich, zeigten eine pflegerische Herausforderung, an der wir unbedingt eingreifen mussten. Normalerweise wird sofort ein Dermatologe hinzu gezogen. Da es sich aber im Zeitraum der Festtage handelte, und kein Dermatologe zu erreichen war, bemühte ich mich mit Hilfe der Aromatherapie die Situation in den Griff zu bekommen.

Verwendete ätherische Öle

  • Immortelle, Helicrysum italicum 3%
  • Cistrose, Cistus ladaniferus 2%
  • Manuka, Leptospermum scoparium 1%
  • Lavendel fein, Lavandula angustifolia 1%
  • in fetten Ölen: Mandelöl, Prunus dulcis 70 ml
  • Johanniskrautöl, Hypericum perforatum 15 ml
  • Sanddornfruchtfleisch, Hippophae rhamnoides 15 ml
  •  Rosmarin, Rosmarinus officinalis Ct. Cineol 0,5%
Zeh_Nekrose

5. stationärer Tag, rechter Fuß

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sakral: 24 Stunden nach Beginn der Aromatherapie

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Der Fuß am 5. stationären Tag

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links: 24 Stunden nach Beginn der Aromatherapie, rechts: nach einem zweiten septischen Schub am vierten Tag der Aromatherapie

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nach 10 Tagen Aromatherapie

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nach 12 Tagen Aromatherapie

Es zeigen sich nekrotische Stellen am 1.-2. und 5. Zeh. Siehe Bild oben. Es konnten kaum noch Verbesserungen erzielt werden. Die Aromatherapie wurde deshalb nach 21 Tagen beendet. Es kam zur Diskussion ob eine pharmakologische bzw. chirurgische Entfernung der Nekrose sinnvoll wäre. Die Mobilität der Patientin wäre mit einer Wunde am Fuß stark beeinträchtigt gewesen, weshalb für den Moment eine Nekrosen-Entfernung nicht in Betracht gezogen wurde. Die Patientin wird nach 30 Tagen Intensivtherapie auf die Reha verlegt.

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Am Tag der Verlegung auf die Reha zeigte sich dieses Bild

Auswahl der ätherischen Öle und Begründung

Ich möchte die einzelnen Komponenten des revitalisierenden Öles, das wir verwendeten, vorstellen.

  • Immortelle, Helichrysum italicum: Es werden der Immortelle u.a. diese Wirkungen zu geschrieben: stark antikoagulierend – Hämatomöl – epithelisierend
  • Cistrose, Cistus ladaniferus: Es werden der Cistrose u.a. diese Wirkungen zu geschrieben:  stark antihämorrhagisch – stark antiviral – analgetisch – antibakteriell
  • Manuka, Leptospermum scoparium: Es werden dem Manuka u.a. diese Wirkungen zu geschrieben: stark antibakteriell – stark antimykotisch – stark hautregenerierend – antiphlogistisch
  • Lavendel fein, Lavandula angustifolia: Es werden dem Lavendel u.a. diese Wirkungen zu geschrieben: sedativ – antiphlogistisch – epithelisierend – analgetisch – angstlösend
  • Johanniskraut-Öl, Hypericum perforatum: Es werden dem Johanniskraut-Öl folgende Wirkungen u.a. zu geschrieben: antiphlogistisch – antibakteriell – antitraumatisch/schmerzlindernd
  • Sanddornfruchtfleisch-Öl, Hippophae rhamnoides: Dem Sanddornfruchtfleisch-Öl wird u.a. folgende Wirkung zu geschrieben: stark antiphlogistisch – analgetisch – stärkt und regeneriert die Haut
  • Rosmarin, Rosmarinus officinals Ct. Cineol: Dem ätherischen Öle von Rosmarin Ct. Cineol wird vor allem eine konzentrationsfördernde und durchblutungsfördernde Wirkung nachgewiesen. Da der Rosmarin aber auch den Blutdruck steigen lässt, habe ich zu Beginn der Anwendung eine 0,5% Lösung separat nur an den Zehen verwendet. Das Mandelöl dient als fette Trägersubstanz.

Anwendung und Behandlungsplan

Applikation: 3x täglich okklusiver Ölverband und  2x tägl. Einreibung der Zehen mit dem Rosmarin 0,5% in den ersten 24 Stunden. Nach 24 Stunden Aromatherapie konnte ich beobachten, dass die große Zehe, welche 2x täglich mit 0,5% Rosmarin officinalis Ct. Cineol eingerieben wurde, besser bzw. schneller heilte als die sakrale Zone, deshalb wurde das Revitalisierende Öl verändert, siehe weiter unten. Das revitalisierende Öl wurde 4mal erneuert. Dabei wurden einmal das Rosmarinöl hinzugenommen, dann die Konzentration der einzelnen Öle erhöht und schließlich die hautpflegenden Öle weggelassen. Siehe Behandlungsplan weiter unten.

Erstes Revitalisierendes Öl (02.01.)

  • Mandelöl
  • Johanniskrautöl
  • Sanddornfruchtfleischöl
  • 3% Immortelle
  • 2% Cistrose
  • 1% Manuka
  • 1% Lavendel fein

Nach Aufbrauchen der 100 ml Lösung innerhalb von zwei Tagen wurde ein

Zweites Revitalisierendes Öl angewandt (04.01.)

  • Mandelöl
  • Johanniskraut
  • Sanddornfruchtfleisch
  • Sonnenblumenöl (Ersatz für nicht ausreichend zur Verfügung stehendes Mandelöl)
  • 3% Immortelle
  • 1% Manuka
  • 1% Lavendel fein
  • 1 gtt Rosmarin Ct. Cineol

Cistrose war leider ausgegangen, und nach Ausgehen dieser Mischung innerhalb eines Tages wurde die dritte Mischung angewandt

Drittes Revitalisierendes Öl (es wurde nur mehr auf den Zehen angewandt (05.01.))

  • Mandelöl
  • Johanniskraut
  • Sanddornfruchtfleisch
  • 3% Immortelle
  • 2% Cistrose
  • 1% Rosmarin
  • 1% Lavendel fein
  • 1% Manuka

Viertes Revitalisierendes Öl (identisch mit dem 3. Revitalisierenden Öl (10.01.))

Fünftes Revitalisierendes Öl (12.01.) In Absprache mit den behandelnden Ärzten wurde beschlossen, die hautpflegenden Produkte weg zu lassen, da es sich auf den Zehen um eine intakte Haut handelte. Es wurde weiterhin beschlossen, vermehrt für die Durchblutungförderung zu arbeiten.

  • Mandelöl
  • 3% Immortelle
  • 2% Manuka
  • 1% Rosmarin

Beobachtungen und Schlussfolgerung

In den ersten 24 Stunden konnte ich beobachten, dass die Zehen, welche separat mit dem 0,5 % Rosmarinöl 2x täglich eingerieben wurden, schneller aufhellten als der Kreuzbeinbereich. Deshalb beschloss ich, Rosmarinöl in die Gesamtmischung hinein zu geben. Zudem hat sich der Allgemeinzustand der Betroffenen in den ersten 24 Stunden stark gebessert. Die Entzündungszeichen nahmen ab. Den Rosmarin habe ich bewusst niedrig dosiert, da ein hohes Embolierisiko bei der Patientin bestand und ich Angst hatte, falls etwas passieren würde, ich und meine Öle beschuldigt würden. Im Verlauf der Therapie wurde ich mutiger aufgrund der Erfolge und begann zunehmend höher zu dosieren.

Als am Montag der Dermatologe eintraf, war ich leider nicht im Dienst und als ich auf Station ankam, hatte ich ihn verpasst. Er übernahm wie bereits geschrieben, die Behandlung der sakralen und inguinalen Nekrosen, hatte aber keine Einwände am Fortführen der Behandlung mittels der Aromatherapie an den Zehen. Ein Erfolg! Ein weiterer Schritt in unserem sehr schulmedizinisch orientierten Regionalkrankenhaus! Am 3.-4. Aromatherapie-Tag kam es zu einem zweiten septischen Schub. Der Zustand der Patientin verschlechterte sich drastisch. Ebenso die Nekrosen. Wir fuhren mit der Aromatherapie fort bis zum 21. Tag. In der dritten Woche konnte kaum noch eine Veränderung beobachtet werden. Die Hämatome waren gelblich verfärbt und es zeigten sich abgegrenzt die nekrotischen Stellen. Es wurde beschlossen die Aromatherapie zu beenden.

Insgesamt 200 Euro kostete mich die Aromatherapie für den Erhalt der drei Zehen.

Eine chirurgische Entfernung bzw. eine pharmakologische Lyse wurde nicht in Betracht gezogen, da die Mobilität der Betroffenen im Vordergrund stand, und diese mit einer offenen Wunde am Fuß stark beeinträchtigt gewesen wäre.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Besuch auf der Reha-Station

Bei einem Patientenbesuch auf der Reha-Station konnte ich den Fuß noch einmal sehen. Die Hornschicht hatte sich gelöst. Am 5. Zeh war nur mehr ein Stecknadelkopf große schwarze Verfärbung erkennbar. Der 2. Zeh hatte eine gelblich bräunliche Verfärbung an der Kuppe und der große Zeh war mit der sich lösenden Hornhaut schwarz gefärbt. Der von der anderen Station nun hinzugezogene Dermatologe ordnete eine Fettsalbe und einen Verband an und entfernte die sich lösende Hornhaut.

Zitat der Patientin: „ Danke, du hast mir meine Zehen gerettet. Sonst hätten sie sie mir abgeschnitten. Dann wäre ich jetzt ein Krüppel …“

Sicherlich spielte eine große Rolle, dass die Patientin nur kurz und in den ersten Tagen katecholaminpflichtig war, und es sich um eine junge gesunde Person handelt. Die Katecholamine (besonders das Noradrenalin) verminderten den peripheren Blutkreislauf (besonders der Extremitäten), bedingt durch die Vasokonstriktion (Gefäßverengung). Die Gefäße werden durch diese Medikamente durchlässig, ein Gefäßleck verursacht deshalb den Austritt der Blutkörperchen in das Gewebe. Sichtbar zuerst als kleine punktförmige rote Flecken (Petecchien), die sich zunehmend über den ganzen Körper ausbreiten. Aber nicht nur an der Körperoberfläche, sondern auch intern in den verschiedenen Organen. Dabei verkleben die Blutplättchen, da die Blutgerinnung aktiviert wird und verstopft somit noch alles. Es kommt schließlich zur Minder- bzw. fehlenden Durchblutung des Gewebes. Es stirbt ab und wird nekrotisch.

Die sakrale Zone hatte sich in den ersten 24 Stunden der Aromatherapie sichtbar verbessert. Die lokalen Entzündungszeichen waren rückläufig. So hat sich am dritten Tag der Aromatherapie bereits nur noch die Nekrose heraus kristallisiert, welche dann vom Dermatologen behandelt wurde. Zuerst pharmakologisch aufgelöst und dann mehrmals in Abständen chirurgisch entfernt.

Ohne die Unterstützung des gesamten Teams hätten wir sicherlich nicht diesen Erfolg verzeichnen können. Ich möchte besonders meinen Kollegen/Innen, welche ohne jegliche Erfahrung im Bereich der Aromatherapie meinen Anweisungen gefolgt sind, danken. Dem Ärzteteam, welche mich gewähren ließen und meinen Vorgesetzten welche mir die Erlaubnis erteilten. Natürlich auch einen Dank an die Patientin und den Angehörigen, welche mit diesem vielleicht etwas ungewöhnlichen Behandlungsweg einverstanden waren.“

*Die Blogbetreiberin hat einige Fachbegriffe übersetzt/erläutert. Abbildungen: Collage Eliane Zimmermann, Patientenfotos: Renate Figl

aromatherapie für die ärmsten der armen


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Julia und Jinpa bei der Arbeit in Haiti (© Fotos Julia Hoffman-Graves)

Aromatherapie-Einsatz in einem Krisengebiet. Mein achter Beitrag zu Vorträgen, die auf der inspirierenden Konferenz Aromatherapie-Botanica2014 zu hören waren, ist fast nicht in Worte zu fassen. Ähnlich wie bei den Worten und beim berührenden Video der südafrikanischen Krankenschwester Linda-Anne O’Flaherty, gab es auf dem Vortrag von Julia Hoffman Graves ’standing ovations‘. Die engagierte deutsche Phytotherapeutin und Buchautorin, die in Frankreich lebt, bekam aus erster Hand mit, wie es um die Gesundheit der ohnehin sehr, sehr armen Bevölkerung in Haiti stand, nachdem im Januar 2010 ein verheerendes Erdbeben über 300.000 Menschen getötet hatte. 300.000 Menschen wurden darüber hinaus teils schwer verletzt, eine Million Menschen wurden obdachlos, das Wasser war größtenteils verseucht.

Julia_Graves_Jinpa_Haiti

Julia, Jinpa und geduldig wartende Menschen auf Haiti

Sie überlegte quasi nur rasch, dass ätherische Öle und homöopathische Globuli besser in ihr Fluggepäck passen würden, als große Mengen der von ihr üblicherweise verwendeten getrockneten Heilkräuter und Tinkturen, Aromatherapie ist sozusagen eine sehr kompakte Version der traditionellen Phytotherapie. Sie fragte im Bekannten- und Freundeskreis nach überflüssigen, unbenutzten und ungeliebten ätherischen und fetten Ölen sowie Homöopathika, packte ihre Siebensachen und flog nach Haiti, um rasch und unbürokratisch Erste Hilfe zu leisten. Was sie bei ihrer ersten Anreise vorfand, war ein unvorstellbares Chaos aus Nichts, Schmutz und Leid. Selbst ein Tisch, um ihre Sprechstunde abzuhalten, stand zunächst nicht zur Verfügung.

Sie ließ uns in ihrem Vortrag an diesem Vakuum nach der grausamen Naturkatastrophe mit Hilfe einer Diashow teilhaben. Sie schilderte in wenigen Worten, wie sie mit wenigen Tropfen ätherischer Öle große Erfolge verzeichnen konnte. Seitdem hat sie zweimal im Jahr jeweils drei Wochen lang, tausende von Tütchen mit aromatischen Kräutern und Fläschchen mit Ätherisch-Öl-Mischungen ausgegeben.

Julia_Graves_Botanica2014Mit Hilfe von lokalen Freiwilligen, die übersetzten, Wartenummern an Menschen in endlosen Warteschlangen verteilten, Öle nach Julias Anweisung mischten und abfüllten und die sie auch sonst tatkräftig unterstützten, konnte man circa 300 Menschen pro Tag behandeln. Ihre Initiative ‚Naturopathic Relief Clinic for Haitian Earth Quake Survivors‘ konnte bis heute 18.000 verarmten und Not leidenden Menschen helfen. Sie schilderte das ganze Unternehmen als ‚zufällige Feldstudie‘ und war selbst erstaunt, wie ätherische Öle, teilweise in kleinsten Mengen, Infektionen mit Mikroorganismen und Parasiten reduzieren konnten. Ja, dass sogar die Gesundheit der Bevölkerung stabilisiert werden konnte, vermutlich durch eine erfolgreiche Modulierung des Immunsystems der betroffenen Menschen.

Über 50 Prozent der Bevölkerung in Haiti sind Jugendliche und Kinder. Demzufolge zählten die Jüngsten (samt ihren Müttern) zu den häufigsten Besuchern der Heilpflanzen-Sprechstunde. Aber auch verwaiste Kinder kamen und mussten behandelt werden. Eine der schlimmsten Plagen speziell in dieser jungen Altersgruppe sind Würmer, so dass Tee aus Wermutblättern (Artemisia absinthum) verteilt wurde und der trotz des immens bitteren Geschmacks gut angenommen wurde, auch Gemeiner Beifuss (Artemisia vulgaris) und Einjähriger Beifuss (Artemisia annua) als Droge (getrocknetes Kraut) oder Tinktur kamen zum Einsatz. Bei Kindern, die vermutlich ihre Eltern verloren hatten, so dass keine konstante Gabe der Heilkräuter gewährleistet war, wurde das homöopathische Präparat Cina (Artemisia maritima) verabreicht. Die Zuckerkügelchen waren auch von Vorteil, wenn sauberes Wasser für die Zubereitungen nicht zur Verfügung stand – was oft der Fall war.

An ätherischen Ölen wählte Julia die Mittel aus, die möglichst breitgefächert wirken und preiswert zu bekommen waren: Lavendel, Teebaum, Eukalyptus und Zitrone. Sie wurden in lokal erhältlichem Baumwollsamenöl verdünnt (10 Tropfen auf 30 ml), in Fläschchen gegeben, an die Bevölkerung verteilt und für allerlei Beschwerden eingesetzt: Hautverletzungen, Geschwüre, Juckreiz (beispielsweise am After wegen der Würmer), vaginaler Ausfluss, Ohrenschmerzen und vereiterte Augen. Mit einem Tropfen der Mischung wurde auch die tägliche Flasche mit Trinkwasser „gereinigt“.

Bei der dritten und vierten Reise nach Haiti waren Julia und ihr Team mit einer kniffligen Situation konfrontiert, denn UNO-Soldaten aus Nepal hatten die Cholera ins geplagte Land importiert. Um Vorsorge gegen Ansteckungen zu betreiben, wurde das Trinken des lokalen Zitronensaftes empfohlen und ätherisches Zitronenöl verteilt. 2-3 Tropfen Zitronenöl entkeimten offenbar 6 Kubikmeter der heran gekarrten Wasserkanister, so dass es in der Region rund um Julias Sprechstunden keine Cholerausbrüche gab. Für diesen Bereich sowie bei Lungenbeschwerden verwendete das Team auch Thymiankraut, Thymianöl und Nelkenknospenöl. Sie schilderte einige regelrechte Wunderheilungen und wie dankbar die Bevölkerung auf die helfenden Menschen, auf die Kräuter und die Öle reagierte, man empfand das Team als von Gott gesendete Helfer.

Nach diesem bewegenden Vortrag war es zunächst mucksmäuschenstill im Saal, dann kam stehender tosender Applaus, hier und da flossen Tränen und jemand stand auf und rief in den Saal: Wir müssen helfen! Julia, mach‘ eine Facebook-Seite auf! Worauf Julia erwiderte, dass sie ihre Zeit lieber mit dem Helfen von Not leidenden Menschen verbringt als im Internet. Sie will auch ein Einpersonen-Hilfsunternehmen (mit ein paar Helfern) bleiben, damit kein Cent an Hilfsgeldern durch Bürokratie verloren geht. In der folgenden Pause wurden dann hinter den Kulissen „Rädchen gedreht“ und anschließend erfuhren wir im Publikum, dass alle ausstellenden Firmen im Foyer ihre Tester und restlichen Öle nach dem Ende der Dreitage-Konferenz für Julia zusammen packen würden. So dass sie wieder pflanzliche Heilmittel auf ihrer nächste Reise nach Haiti im Gepäck haben wird.

Graves_Julia_CoverVielleicht gibt es LeserInnen meines Blogs, die auch ätherische und fette Öle besitzen, die sie nicht so mögen oder von denen sie schlicht zu viel gekauft haben, Julia kann solche Spenden bestens gebrauchen. Also ab damit in ein Päckchen und zur Post! Sie und ihr Team haben derzeit ausreichend Zitronenöl, Teebaumöl, Eukalyptusöl und Lavendelöl. Sie schrieb mir, dass sie sehr gerne Nadelöle (Fichte, Tanne, Kiefer) mitnehmen würde und sie benötigt dringend kleine Fläschchen, so eine Art Probenfläschchen (gerne nur circa 1 cm hoch), diese möchte sie mit unverdünnten Ölen an die Bevölkerung ausgeben, wenn Trinkwasser zu dekontaminieren ist. Auch stehen einige Kunststoffflaschen (ätherisch-öl-beständig) auf ihrer Wunschliste, damit sie die Öle, die sie derzeit in größeren Aluflaschen (mit Explosivzeichen) hat, aufteilen kann und sicherer im Flugzeug transportieren kann. Geldspenden sind freilich auch sehr, sehr willkommen, der Paypal-Knopf (Stichwort Haiti-Hilfe) und sonstige Infos sind auf ihrer Haiti-Hilfs-Website (klick!) zu finden. Für Menschen, die ihr homöopatische Mittel zukommen lassen möchten, gibt es hier (klick!) eine Wunschliste an Mitteln, die auf Haiti am meisten benötigt werden. Die (hoffentlich zahlreichen!) Spendenpäckchen werden am besten nach New York geschickt an:
Michelle LaDue
c/o Bradley Grossmann
455 West 23rd Street, Suite 1E
New York, NY, 10011
USA

Julia hat übrigens ein wundervolles Buch geschrieben, auf englisch, über die Signatur der Pflanzen: The Language of Plants (klick!). Und hier ist die Adresse für Sachspenden, die man lieber innerhalb Europas verschicken möchte (statt an oben stehende Adresse in die USA):
Julia Graves
Peyrissaguet
19370 Chamberet
Frankreich

grüsse aus tokyo


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieJa, girls, hier geht es vielleicht aromatisch zu! Der Berufsverband AEAJ hat tatsächlich 50.000 Mitglieder, im Büro sitzen circa 30 Damen und lassen das Organisationsbüro laufen, zwei oder mehr Dutzend von anerkannten Öleanbietern (darunter selbstverständlich auch der deutsche Marktführer!) gibt es in Japan.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDie Ankündigung, bevor der Kongress mit 500 angemeldeten Personen startet. Alles klar?

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDer Saal: Alles ist extrem professionell hergerichtet und trotzdem cool und ruhig organisiert, jeder Platz ist mit Kopfhörern ausgestattet, damit mein englischsprachiger Vortrag von zwei tüchtigen Damen simultan übersetzt wird. Ich bekomme die japanischen Einlagen ins Englische übersetzt.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieZum Frühstück, zwischendrin und nach der Arbeit gibt es die interessantesten Speisen, teilweise glibberig, seetangig, würzig, scharf, neuartig, oft mit kuriosen Kräutern wie Sancho (Xanthoxylon piperitum), Perillablätter (weiter unten abgebildet), Pestwurz und Salat-Chrysanthemenblättern, in Salz eingelegten Kirschblüten und Kirschblättern, fremdartigen Zitrusfrüchten wie Yuzu, Pseudobrokkoli der einfach nur ein sprossender Raps-Stängel ist, Lotus-Wurzeln wie Kartoffelchips zubereitet oder auch gekocht, Lilienzwiebelchen, panierte leckere Bambussprossen (kein Vergleich zu dem Zeug aus der Dose!) und Süßspeisen aus Bohnen. Und immer Grüntee dazu oder Bancha-Tee (geröstet). Immer sehr vielfältig und sehr leicht, hier kann man nicht fett werden! Und immer mit extremen sensorischen Erlebnissen verbunden!

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch komme mir vor wie Alice im Wunderland, höre gar nicht mehr auf zu staunen! Die Reise um den Globus lohnt sich unbedingt, auch wenn 9 Stunden Zeitverschiebung nicht von Pappe sind! Wenn ich es richtig verstanden habe, wartet noch ein ganz besonderes olfaktorisches Erlebnis auf mich.

einnahme von ölen aus sicht einer grundkurs-dozentin


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieMeine Schweizer Kollegin Barbara Bernath-Frei (wir unterrichten beide bei Farfalla, sie ist die Autorin des Buches & CD Duft Meditation) hat mir einen hervorragenden Kommentar zum Artikel von gestern über die Einnahme von ätherischen Ölen geschickt. Sie hat mir die Erlaubnis gegeben, ihre Gedanken mit „euch da draußen“ zu teilen, vielen Dank, liebe Barbara. Ich habe den im nächsten Abschnitt zitierten Ausdruck „immer noch lehren“ entschärft und durch „lehren (sollen)“ ersetzt. Ich hatte mich absichtlich etwas provozierend ausgedrückt, weil ich immer wieder mitbekomme, dass sich regelrechte Streitereien und Besserwissereien wegen dieses Themas entfachen. Darum rufe ich zur differenzierten Betrachtung des Themas auf, und erinnere daran, dass sowohl „Nutzpflanzen“ (zur menschlichen Ernährung) als auch Duftpflanzen, die bei uns einfach nur Genuss und Wohlbefinden auslösen können, ätherische Öle (oder einzelne ihrer Bestandteile) enthalten.

„In deinem Blog, den ich nach wie vor sehr schätze!, weist du – nicht zum ersten Mal – darauf hin, dass es „immer noch“ Kolleginnen gebe, die dazu raten, ätherische Öle NIEMALS innerlich einzunehmen. Da fühle ich mich ganz klar angesprochen und möchte dir die Gründe für diese Aussage angeben:

Bei  Farfalla leite ich den zweiten Tag aller Ausbildungslehrgänge. Das heisst, dass die Teilnehmer/innen zu diesem Zeitpunkt noch ganz wenig wissen über ätherische Öle. Einige von ihnen besuchen auch nur die zwei ersten Tage, machen danach nicht weiter.
An diesem Tag weise ich darauf hin, dass man ätherische Öle NIEMALS innerlich einnehmen sollte, WENN man sich nicht ganz genau auskennt mit deren Wirkungen, Inhaltsstoffen und allfälligen Nebenwirkungen. Und zwar deshalb, weil gemäss Dietrich Wabner grundsätzlich harmlose ä.Ö. wie die Muskatellersalbei mit eisenhaltigen Mineralstoffpräparaten interagieren und dadurch toxisch wirken können. Und dass es in den allermeisten Fällen absolut ausreichend ist, wenn man die ä.Ö. in der korrekten Verdünnung äusserlich anwendet.
Am Zweitäger “Aromapflege in Geriatrie und Psychiatrie” habe ich mehr Raum, auch vertieft auf die Wirkungen ätherischer Öle und der allfälligen oralen Verabreichung einzugehen. Dabei erwähne ich einige wenige, die innerlich eingenommen Sinn machen können. Und ich weise gleichzeitig darauf hin, dass in der Pflege ätherische Öle NIEMALS oral verabreicht werden dürfen, was auf der schweizerischen Gesetzgebung beruht. Ebenfalls weise ich darauf hin, dass ätherische Öle in der Schweiz lediglich von ärztlichen AromatherapeutInnen oral verabreicht werden dürfen.
Meine Erfahrung und die Statistiken aus der Lerntechnik zeigen, dass vom Gesagten während eines Kurses 20-50% hängen bleibt. Deshalb betone ich absichtlich und mit Nachdruck jene Aspekte, die mich wichtig dünken, weil sie Schaden anrichten können, wenn das notwendige Wissen fehlt. Dahinter stehe ich und werde weiterhin so argumentieren.

Dass du in deinen zwei Tagen*  viel differenzierter auf die Wirkungen ätherischer Öle und einzelner Inhaltsstoffgruppen/Wirkstoffe eingehen kannst, finde ich sehr sinnvoll und wichtig. Das ist auch der richtige Ort, um die orale Einnahme vertieft ansehen zu können. * (Tanzende Moleküle – die Chemie der ätherischen Öle; und ab diesem Jahr ein dritter Tag: Doppelblind-Studien mit ätherischen Ölen – evidenzbasierte Kranken- und Gesundpflege)

Grundsätzlich halten wir es im Kreise aller ReferentInnen so, dass wir Anfragen von Teilnehmer/innen, die anderslautende Meinungen anderer ReferentInnen erwähnen, zur Kenntnis nehmen und nicht als falsch bewerten, sondern darauf hinweisen, dass die entsprechende Aussage im jeweiligen Kontext zu verstehen und von daher (ebenfalls) berechtigt ist. Hin und wieder – das kennst du sicher auch – wird man ja auch mit Aussagen konfrontiert, die jemand von den Referentinnen mit Sicherheit nicht so gemacht hat und die falsch verstanden worden ist. In diesem Falle versuche ich herauszufinden, wo das Missverständnis liegen könnte.

Ich hoffe, dass du meine Sicht der Dinge verstehst und vor allem das Wort NIEMALS so einordnen kannst, wie ich es an meinen Kurstagen ausspreche. Falls du mit meiner Haltung nicht einverstanden bist, freue ich mich jedoch über deine Stellungnahme.“

Barbara Bernath-Frei
dipl. Aromatologin ISAO
Ausbilderin mit eidg. FA

PS Meine ehemalige Schülerin Petra hatte einen Bandscheibenvorfall und kann darum keine Behandlungen auf ihrer Massageliege mehr anbieten. Die tragbare Massageliege ein hat abnehmbares Kopfteil, ist schön weich und kann für kleines Geld und gegen Selbstabholung im Raum Frankfurt am Main/Offenbach erworben werden. Petra findet es einfach zu schade, wenn das gute Stück in der Ecke einstauben würde und wünscht sich ein nettes neues Zuhause dafür.  Anfragen gerne an mich, ich leite sie an Petra weiter.

erfahrungsbericht über die sanierung von mrsa bei geistig ‚behinderten‘ menschen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch hatte die Teilnehmerin einer meiner Aromachemie-Fortbildungen, Pascale Dimmer, gebeten, mal über die Anti-MRSA-Aktivitäten in ‚ihrem‘ Wohnheim in Luxemburg zu berichten. Denn ihre Wünsche, Versuche, Fehlschläge, Enttäuschungen, ihre Beharrlichkeit – all das kann anderen Pflegenden Mut machen, im Sinne ihrer PatientInnen und Heimbewohner zu handeln und beharrlich zu kämpfen. Für die Nicht-Pflegenden: MRSA ist einer der ‚Krankenhaus-Keime, die sich zunehmend vor allem in Pflegeinstitutionen breit machen und gegen die es  kaum noch oder in manchen Fällen keine wirksamen Antibiotika (mehr) gibt. Bislang kann nur ein intaktes Immunsystem davor bewahren und und – wie viele wissenschaftliche Arbeiten zeigen konnten – etliche ätherische Öle. Die folgenden Informationen sollte sich auch jeder Privatmensch merken, der vielleicht mal überraschend ins Krankenhaus muss oder zu einem geplanten blutigen Einsatz wie einer Zahnextraktion oder der vorsorglichen chirurgischen Entfernung von Hautaufälligkeiten.

„Ich arbeite seit fast acht Jahren in einem Wohnheim mit fünfzehn geistig schwer behinderten Menschen.

Sobald unsere Leute ins hiesige Krankenhaus mussten, wurden sie vor und nach dem Aufenthalt auf MRSA kontrolliert. Vor ungefähr zwei Jahren wurden alle, Bewohner und Personal, getestet und fünf waren dann positiv. Alle Betroffene wurden mit der Schulmedizin behandelt , die erste Dekontamination blieb bei allen erfolglos. Weitere Dekontaminationen folgten, bei den einen erfolglos, bei den andern nach mehreren Versuchen mit Erfolg. Da unsere Bewohner systematisch getestet wurden, sobald sie einen Krankenhausaufenthalt hatten, bemerkten wir, dass einige oft längere Zeit MRSA frei waren und dann waren sie wieder kontaminiert. Ein Teufelskreis!
Dann musste einer unserer MRSA Patienten an der Hüfte operiert werden, durfte aber natürlich nicht und die Dekontaminationen begannen wieder – erfolglos!
Dazu muss ich sagen, dass unsere Leute nicht isoliert werden. Sie sind hier im Wohnheim zu Hause und ihr Immunsystem ist nicht denselben Strapazen ausgesetzt wie im Krankenhaus. Natürlich wollte ich von Anfang versuchen, den Bewohnern mit der Aromatherapie zu helfen, traute mich jedoch erst nicht, erhielt dann später die Erlaubnis unserer Ärztin.
Zu diesem Zeitpunkt waren nicht alle in unserem Team von der Aromatherapie überzeugt und ich kann nicht beschwören, ob die Dekontamination mit den Ölen ernsthaft durchgeführt wurde. Hinzu kam, dass ich viel zu niedrig dosierte und einfach die falschen Öle benutzte. Auf jeden Fall gelang mir die Sanierung damals nicht. Dann wurde sogar ein Aromatogramm für den betroffenen Bewohner gemacht. Doch mir war es danach nicht mehr möglich, damit zu arbeiten, da der Bewohner dringend operiert werden musste, er kam ins Krankenhaus, wurde dort isoliert und dann mit der Schulmedizin saniert.

Dann letztes Jahr im Juli, begannen wir erneut mit den Dekontaminationen. Drei unserer Bewohner waren MRSA positiv ! Dieses Mal sollte die Schulmedezin nicht eingesetzt werden! Wir wurden von unserer Ärztin und Hygienefachkraft unterstützt!
27.07.2011. Drei Bewohner sind im Rachen, in der Nase und auf der Haut MRSA positiv. Wir benutzten ein 3% Duschgel (1x tgl), 2% Körperöl (2x tgl), 2% Nasenöl (3x tgl) sowie Mundspray (3x tgl) und Raumbeduftung.
Diese Mischungen setzte ich ohne Überprüfung durch ein Aromatogramm, mehr oder weniger aus dem Buch von Professor Wabner ein. Es erfolgten drei Wochen Dekontamination, dann eine Woche Pause mit Kontrollen. Danach war eine unserer Bewohner saniert und blieb es, bis sie leider im November gestorben ist.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy
2.09.2011. Eine zweite Mischung wurde versucht, noch immer wurde kein Aromatogramm gemacht. Nach drei Wochen war der zweite Bewohner auf der Haut negativ, blieb aber in der Nase und im Rachen positiv. Die dritte Person blieb überall positiv.
4.10.2011. Weitere drei Wochen Dekontamination mit derselben Mischung, immer noch ohne Aromatogramm. Der zweite Bewohner blieb auf der Haut negativ, Nase und Rachen positiv. Die dritte Bewohnerin blieb komplett positiv. JETZT WURDE EIN AROMATOGRAMM GEMACHT !!
12.11.2011. Neue Mischungen wurden mit Hilfe von Aromatogrammen gemacht. Die Abstriche drei Wochen später liessen uns alle vor Freude tanzen. Der zweite Bewohner war saniert! Die dritte Bewohnerin leider noch immer komplett positiv, sogar in den Ohren !
19.12.2011. Erneute Dekontamination mit derselben Mischung (nach erneutem Aromatogramm). Der zweite Bewohner wurde nur mit 1% Mischungen, während die dritte Bewohnerin nun mit 5% Mischungen behandelt wurde. Doch auch dieser Versuch bleibt bei ihr erfolglos.
Nun habe ich ihr anhand des neuen Aromatogramms eine leicht veränderte Mischung zusammengestellt. Zusätzlich wenden wir eine 50% Fussohlenmischung an.
Die Ohrenmischung bringen wir mit Ohrenstäbchen soweit wie möglich in den Gehörgang ein*, und reiben zusätzlich noch die ganze Ohrmuschel und hinter den Ohren ein. Wir können die Mischung nicht ins Ohr machen, da ihr Trommelfell nicht mehr intakt ist. Am 20. Februar werden die Abstriche gemacht. Unsere Hygienefachkraft hat den zweiten Bewohner als saniert erklärt und brachte uns ein grosses Lob entgegen.
Auch vom Krankenhaus kam ein grosses Lob. Den sanierten Bewohner behandeln wir trotzdem noch weiter mit, um sein Immunsystem zu unterstützen. Wir alle sind, nach diesem Erfolg, sehr motiviert, weiter mit den Ölen zu arbeiten. Ich selbst habe während diesen vergangenen Monaten viel dazu gelernt, vor allem dass man nicht die Geduld verliert.
Wir haben mit Manuka, Teebaum, Niaouli, Thymian thymol*, Oregano*, Zimtrinde*, Koriander und Bergbohnenkraut* gearbeitet, sowie Zitrusdüfte in der Duftlampe angewendet. Ich kann gerne die Rezepturen schicken aber dies ist wohl sinnlos. Richtig Erfolg hat man nur, wenn man mit den Aromatogrammen arbeitet.
Ich hoffe abschließend, dass ich anderen Pflegekräfte Mut machen kann, sich einfach durchzusetzen und vor allem Geduld zu haben. Ich muss hinzufügen, dass ich und meine Mitarbeiter uns glücklich schätzen können, dass wir mit einer Ärztin zusammenarbeiten können, die uns so gut unterstützt und vertraut. Ohne sie wäre dies alles nicht möglich gewesen. Drückt uns die Daumen , dass wir Ende Februar einen ganz grossen Freudentanz machen können, nämlich wenn auch die letzte Bewohnerin MRSA negativ wäre!“
Pascale Dimmer aus Luxemburg

*Anmerkung: diese Art der Anwendung und diese ätherischen Öle nur unter Verantwortung eine(r) Mediziner(in) vornehmen!

dr. wabner & dr. beier: die aromatherapie-neuauflage


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs ist schon ein Weilchen her, dass diese sehnlichst erwartete überarbeitete Neuauflage von „Aromatherapie – Grundlagen • Wirkprinzipien • Praxis„, herausgegeben von Prof. Dr. Wabner und Dr. Christiane Beier erschien (Oktober 2011). Ich habe mir die Unterschiede genau angeschaut, denn es wurde schon vermutet, dass tüchtig gestrichen wurde: Aus 582 Seiten wurden 542 Seiten, obwohl nun viele Fotos für eine freundlichere Erscheinung dazu kamen.

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Als studierte Typographin war mir jedoch klar, dass diese vermeintliche Schrumpfung vor allem an der lesefreundlicheren Zweispaltigkeit liegt, denn viele große Tabelllen hatten ungemein viel Platz gefressen (für drei kurze bzw. Zahlenspalten benötigt man nunmal nicht eine ganze Buchseitenbreite). In meinem Grafik-Design-Studium wurde uns eingebläut, dass Spalten mit weit über 35 Anschlägen zu Ermüdungs- und Langeweile-Erscheinungen führen, insbesondere bei Fachbüchern muss diese Erkenntnis beachtet werden. Also muss entweder die Schrift entsprechend groß sein oder die Spalte entsprechend schmal. Dieses neue Layout trägt zu wesentlich mehr Übersichtlichkeit bei. Hier die ersten sieben Seiten im Vorher-Nachher-Modus. Die neue Leitfarbe passt besser zur smaragdgrünen Erkennungsfarbe des bekannten medizinischen Fachverlages Urban & Fischer bei Elsevier.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Kästen in unterschiedlichen Farben strukturieren das umfangreiche Werk nun besser. Es sind bei vielen Abschnitten weeeesentlich mehr Studien hinzu gekommen, insbesondere der Abschnitt ‚Aromatherapie in der Onkologie‘ lag Dr. Wabner sehr am Herzen. Knapp sieben Spalten sind mit entsprechenden Referenzen versehen, die es Fans – jedoch insbesondere Feinden – der klinischen Arbeit mit ätherischen Ölen ermöglichen werden, wissenschaftliche Erkenntnisse in der Tumoreindämmung nachzulesen. Wenn ich richtig gezählt habe, sind es 98 Möglichkeiten, sich selbst davon zu überzeugen, dass Pflanzen uns mit ätherischen Ölen OFFEN-SICHTLICH eine Waffe zur Verlangsamung des Tumorwachstums und vor allem zur Prävention zur Verfügung stellen. (Eigentlich müsste jeder hochnäsige Kritiker, welcher der seriösen Aromatherapie Esoterik, Placebowirkung und Unwirksamkeit unterstellt, für zwei Wochen in eine einsame Berghütte ein schickes Hotelzimmer gesperrt eingeladen werden, vollgestopft mit diesen und mehr kompletten Studienpapieren, um sich von den vielen Erkenntnissen, an denen weltweit viele Wissenschaftler forschen, zu überzeugen.)

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Dr. Wabner und sein Team haben ein unglaublich komplexes Kompendium zusammengestellt, in dem sowohl ausführliche Pflanzenprofile als auch erprobte Rezepturen,vorgestellt werden. Es werden nicht nur bewährte Lösungen bei unzähligen häufigen Erkrankungen und Beschwerden aufgeführt, sondern auch Vorschläge für seltenere medizinische Probleme aufgelistet.

Eine der Aroma-Frauen der ersten Stunde, die überaus engagierte Heilpraktikerin Margret Demleitner, ist vor allem für diesen Bereich verantwortlich. Die sympathische Gynäkologin Dr. Dorothee Struck hat sich um den kleinen Abschnitt „Aromatherapie in der Geburtshilfe“ gekümmert (sie hat bereits vor gut sieben Jahren einen ‚aromatischen‘ Beitrag zum hochkarätigen Fachbuch Geburtshilfe integrativ [im gleichen Verlag] geschrieben). Neben den 135 beschriebenen ätherischen Ölen finden wir übrigens auch die Vorstellung von 34 fetten Ölen sowie von 10 Hydrolaten.

Wenn in einer zukünftigen Auflage bei den jeweiligen Porträts der Öle jeweils zwei oder drei oder vier wissenschaftliche Studien übersetzt und erläutert werden würden (und nicht nur Autoren, Titel, Publikation aufgelistet würden), wäre das Buch perfekt für Aroma-Pflegende, die sich nur zu oft mit dem Ruf nach Studien gegenüber ihren Vorgesetzten durchsetzen müssen („bringen Sie erstmal Studien zur Unbedenklichkeit und zur Wirksamkeit bei!„). Wissenschaftliche Texte auf Englisch sind eben nicht jedermanns Sache. Auch würde ich mir das Vorwort ohne Telegramm-Stil wünschen (ja, ich lese fast immer die Vorwörter!). Aber fast-perfekt ist ist auch prima!

aromatherapie mit zitronenmyrte bei dellwarzen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch bekomme immer wieder Anfragen, ob man Dellwarzen (Molluscum contagiosum) mit ätherischen Ölen besiegen kann. Ich hatte auf meiner Website mal darüber geschrieben. Die mit Flüssigkeit gefüllten und sehr ansteckenden Pusteln (die streng genommen keine Warzen sind) werden von Viren ausgelöst, sie kommen oft bei Kindern vor, jedoch auch bei Erwachsenen im Intimbereich. Für die Anwendung im Nicht-Schleimhautbereich zeigte eine australische Studie mit Dellwarzen an Kinderhaut, dass das wundervoll duftende ätherische Öl der Zitronenmyrte (Backhousia citriodora) recht erfolgreich eingesetzt werden kann. Sie ist eine der wenigen Duftpflanzen mit von mir geliebten ätherischen Ölen, die ich noch nicht ‚life‘ erleben konnte, ich habe bislang nur getrocknete Blätter schnuppern und fotografieren können.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDa sie ein wichtiges Gewürz in der ost-australischen Küche ist, stellt der bekannte Gewürze-Experte Gernot Katzer sie in seinem Buch Picantissimo vor. Die frischen oder getrockneten Blätter werden – vor allem im Heimatland der Zitronenmyrte Australien – wie Lorbeerblätter zum Würzen von süßen und deftigen Speisen verwendet. In der Studie wurde das Öl an 31 durchschnittlich 4,6 Jahre jungen PatientInnen 10%-ig verdünnt. Das ist eine Verdünnung, die ich ohne fachliche Aufsicht nicht empfehlen kann, also maximal 2%-ig sehr frisches Zitronenmyrte-Öl in Aloe vera-Gel oder Johanniskrautöl (wirkt auch leicht antiviral) verdünnen und auch nur sehr lokal mit Wattestäbchen aufgetragen. Zitronenmyrtenöl kann durch seinen hohen Citralgehalt schnell oxidieren und bereits nach einem knappen Jahr (nach Öffnen des Fläschchens), empfindliche (Kinder)Haut reizen und sogar zu Allergien führen. Eventuell 1:1 mit Lavendel mischen, also beispielsweise 1 Tr. Zitronenmyrte und 2 Tropfen Lavendel in 10 ml Aloe vera Gel. Je nach Alter und Empfindlichkeit der kleinen Patienten eventuell in ersten drei bis fünf Behandlungen eine leicht höhere Verdünnung vornehmen (2 Tr. Zitronenmyrte, 2 Tropfen Lavendel auf 10 ml Aloe vera-Gel oder Johanniskrautöl, dann reduzieren. Beharrlichkeit ist sicherlich wichtiger als hohe Dosierung, also mindestens 10 Tage und bis zu drei oder vier Wochen anwenden. Eventuell zwischen diesen Anwendungen die betroffenen Stellen mit etwas Mandelöl „beruhigen“. In der Studie wurde diese 10%-ige Mischung (mit Olivenöl) an 16 Kindern 21 Tage lang angewendet, die Kontrollgruppe von 16 Kindern wurde mit reinem Olivenöl behandelt. Bei 9 der 16 Kinder der Zitronenmyrtengruppe waren mehr als 90% der Pusteln verschwunden, bei der Olivenölgruppe war keinerlei Erfolg zu verzeichnen. [Essential oil of Australian lemon myrtle (Backhousia citriodora) in the treatment of molluscum contagiosum in children. Burke BE, Baillie JE, Olson RD. Biomed Pharmacother. 2004 May;58(4):245-7.]

Das fein nach frisch geriebener Zitronenschale duftende ätherische Öl ist beispielsweise bei Feeling (klick!) oder bei Neumond (klick!) erhältlich. Ich verwende es gerne, um Gebäck (auch Zuckerguss) damit lecker zu „zitronisieren“ (2-3 Tropfen für ein normales Kuchenrezept, in dem abgeriebene Zitronenschale verwendet wird, 1 Tropfen in eine durchschnittliche Portion Zuckerguss). Das Öl ist auch wundervoll der Duftlampe oder in einem selbstgemachten Raumspray (50 ml Wodka in einer Braunglasflasche mit 10 Tropfen Zitronenmyrtenöl und 10 Tropfen Orangenöl gut verschütteln, in der kühlen Jahreszeit evtl. noch 2 Tropfen Zimtöl dazu geben. Das ist eine traumhaft duftende und virenverscheuchende Mischung für den Winter.