ätherische öle als sehr heilungskräftige vielstoffgemische


Die Vielfalt der unterschiedlichsten Inhaltsstoffe jedes einzelnen ätherischen Öles machen die oft so erstaunliche Heilkraft der Aromatherapie (und Aromapflege) aus. Monosubstanzen, also vom Menschen erschaffene Moleküle, haben oft nicht die gleiche Power wie natürliche Vielstoffgemische, auch wenn letztere immer wieder von Wissenschaftlern und ÄrztInnen verpönt werden (honi soit qui mal y pense – ein Schelm wer Böses dabei denkt). Ein Wissenschaftler, der immer wieder die Besonderheiten der Vielstoffgemische betont (und untersucht hat), ist Prof. Jürgen Reichling, der darüber auf der Botanica2012 sprach (ich schrieb hier (klick!) kurz über seine Erkenntnisse). Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAuf der diesjährigen Botanica-Konferenz sprach der italienische klinische Phytotherapeut Marco Valussi sehr schnell, sehr ausführlich und mega-eindrucksvoll über dieses spannende Thema. In den letzten Jahren gab es – unbemerkt von den meisten von uns Aroma-EnthusiastInnen – einiges an neuen Erkenntnissen über die Rolle von ätherischen Ölen in der Pflanzen- und Tierwelt. Da es der erste Vortrag am Sonntag war, hatte ich kurz überlegt zu schwänzen, doch ich bin so froh, dass ich mich rechtzeitig auf den Weg gemacht habe! Zunächst beschäftigte er sich mit der Frage, warum Pflanzen überhaupt flüchtige sekundäre Metaboliten, zu denen sowohl die duftenden Monoterpen-Verbindungen und auch die Phenole gehören, produzieren. Er stellte drei gängige Theorien vor und auch deren Schwachstellen.

  • Es kann sein, dass diese duftenden Moleküle rein zufällig entstanden sind.
  • Theorie 1: Im evolutionären Wettlauf mussten Pflanzen Waffen bilden, um sich gegen Fraßfeinde zu wehren (CAR-modell). Einzelne stark wirksame Moleküle werden dafür benötigt. Terpenoide werden von Pflanzen auch gebildet, weil sie den Ablauf der Photosynthese schützen müssen.
  • Theorie 2: Die ‚Screening Hypothesis‘ (Filter-These) wurde erst 2003 aufgestellt, sie postuliert, dass die Evolution Organismen überleben lässt, welche ihre chemische Vielfalt mit möglichst niedrigem Aufwand produzieren und erhalten können. Möglichst viele – eher schwach wirksame – Moleküle werden von der Pflanze gebildet und ihre Synergie (ihr Zusammenspiel) helfen beim Überleben.
  • Theorie 3: Die dritte Theorie befasst sich mit den ‚Matrix metabolic pathways‘, sie ist noch recht neu und scheint Elemente der beiden anderen Theorien zu beinhalten (als Nicht-Biologin war es wirklich schwierig, dieses Feuerwerk von faszinierenden Einblicken in die Molekular-Biologie zu sortieren!). Schwache und starke Moleküle können je nach Bedarf zusammen arbeiten.

Marco Valussi betonte, dass die so genannte ’network pharmacology‘, also die vernetzten und gemeinsam agierenden unterschiedlichen Moleküle sehr gut von uns Menschen verarbeitet und genutzt werden können. Also eher schwach wirksame Pflanzenmoleküle können stärker wirksame Moleküle aktivieren. Darum können Vielstoffgemische effektiver wirken als Monosubstanzen, auch weil sie unterschiedliche ‚targets‘, also Wirkstoff-Ziele, in der Zelle ansteuern. Marco Valussi illustrierte dieses Thema anhand der verschiedenen Inhaltsstoffe von Thymianöl: p-Cymen (ein Monoterpen, es ist oft nur in geringen Spuren in ätherischen Ölen enthalten) kann die Zellemembranen von beispielsweise Bakterien sozusagen aufblasen, sie werden weniger stabil, durchlässiger. Dann kommt Carvacrol (ein phenolisches Monoterpen, das als pflanzliches Antibiotikum gilt) zum Zug: Es kann nun leicht in die unstabile Zellmembran eindringen und seine „Killerwirkung“ leicht und effizient ausführen. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGeraniol (ein Monoterpenol, der in etlichen ätherischen Ölen vorkommt, auch in kleinen Mengen in Thymianölen), stört Pumpmechanismen in Zellmembranen und kann auch zur Störung oder Zerstörung der Bakterien beitragen – in Zusammenarbeit mit stärkeren Molekülen (auch in Zusammenarbeit mit Antibiotika; übrigens ein schöner Beleg für die inzwischen 12 Jahre alte Arbeit der (damals) Jugend-forscht-Schülerin Ute Runkel, klick!). Marco Valussi fasste zusammen, dass die ganz stark antibiotischen Inhaltsstoffe in ätherischen Ölen aufgrund ihres Molekülaufbaus die (feindliche) Zellmembran nicht sehr gut durch durchdringen können. Dagegen können die nicht so stark antibiotisch wirksamen Inhaltsstoffe in ätherischen Ölen aufgrund ihres ganz anderen Molekülaufbaus die [feindliche] Zellmembran viel leichter durchdringen und den „starken Kollegen“ sozusagen den Weg ebnen. Die phenolischen Verbindungen (in Thymian, Oregano, Bohnenkraut, Zimtrinde, Zimtblätter, Tulsi, Gewürznelke etc) brauchen also ihre „schwächeren Mitspieler“ wie Linalool, Geraniol und p-Cymen, um wirklich aktiv sein zu können und unsere Gesundheit wirksam schützen zu können. (Es gab wundervolle Grafiken zu diesen Mechanismen, doch die möchte ich aus Copyright-Gründen hier nicht zeigen, ich habe oben stehende Grafik anhand meiner Skizzen angefertigt.) Diese Theorie der Netzwerk-Pharmakologie ist laut Marco Valussi sehr stark, auch wenn sie immer noch mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. Er schloss seinen immens dichten Vortrag mit der Anmerkung, dass das Reduzieren der Aktivität einer Pflanze auf ein einziges Molekül schlechte Wissenschaft sei (beispielsweise „Pfefferminzeöl wirkt gegen Kopfschmerzen, weil [nur] Menthol kühlend und schmerzlindernd wirkt“, „Eukalyptusöl wirkt bei Erkältungen, weil [nur] Eucalyptol schleimlösend und entzündungshemmend wirkt“, „Kamillenöl wirkt [nur] entzündungshemmend, weil Azulen enthalten ist“ – das ist von mir etwas übertrieben formuliert, doch so ähnlich möchte die derzeitige Wissenschaft ihre Studienergebnisse begründet wissen. Darum haben es die Vielstoff-Substanzen-Forscher nicht immer leicht.)

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von der kunst, kostbarkeiten zu würdigen: viel pflanze ergibt wenig ätherisches öl


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDiese Männer tragen den Sack aus gutem Grund zusammen. Er ist schwer und recht unhandlich. Er ist gefüllt mit Kamillenblüten und -Kraut. Dieses wuchs auf einem Acker, der respektvoll gepflegt und gejätet wurde und nicht der Einfachheit halber mit Agrargiften gedüngt und insektenfrei gemacht wurde. Die zarten Pflänzchen wurden mit Rosenscheren behutsam von Hand geschnitten. Nach der Destillation wird der Landwirt ätherisches Kamillenöl in seiner Destillationsblase vorfinden. Wie viel Öl wird es sein? Wie viele Aroma-Massagen werden nach Abfüllen in braune Glasfläschchen mit diesem Öl durchgeführt werden können, was meint ihr?

schweben auf adlers schwingen


psychoaromatherapie bei eliane zimmermannFür die Kursteilnehmerinnen in Prag hatte ich drei unscheinbare Stückchen eines dunkel-gefleckten Holzes, vielleicht 20 Gramm schwer, im Gepäck. Da ich kurz vor der Reise Holzstückchen rund um unseren Kamin zusammen gekehrt hatte, musste ich schmunzeln: Diese Holzstückchen hätte jeder andere mit in den Feuerholz-Korb gegeben.
Dann wären jedoch viele zig Euro mit verbrannt. Vielleicht wäre nur ein eigenartiger Duft aus unserem geschlossenen Bollerofen entwichen. Denn es handelt sich um Adlerholz, Aquilaria malaccensis Lam. [früher: Aquilaria agallocha Roxb.], dessen beste Qualitäten einen höheren Grammpreis als Gold erzielen (aktueller Goldpreis: 43,65 Euro pro Gramm). Das ätherische Öl ist nur bei gut sortierten Firmen erhältlich, inzwischen meistens verdünnt. Das daumennagelgroße Fläschchen hat mich vor Jahren bereits ein kleines Vermögen (circa 70 Euro) gekostet!
Dieses auch unter dem geheimnisvoll klingenden Namen Oud bekannte ätherische Öl ist sicherlich auch der ungewöhnlichste Duft, den wir für die Aromatherapie zur Verfügung haben. Gleichzeitig ist es eines der teuersten ätherischen Öle der Welt: 1 ml kostet je nach Firma 70 Euro und mehr. In der Bibel wird diese Pflanze unter oft unter dem Namen Aloeholz oder Aloth (Agarwood) als Kostbarkeit erwähnt.
Der begehrte Duftstoff kann nur gewonnen werden, wenn dieser bis zu 40 Meter hohe Tropenbaum aus der Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae) von bestimmten Pilzarten (u. a. Aspergillus niger) befallen wird und wenn anschließend über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte entsprechende Abwehr- und/oder Heilungs-Reaktionen im Holz stattfinden, die zur Absonderung dieses schweren rauchig-erdigen Duftstoffes führen. Spezialisierte Duftstoffjäger dringen immer tiefer in die Regenwälder Vietnams, Kambodschas, Koreas oder von Laos ein, um infizierte Bäume zu finden. Dabei werden auch (noch) nicht-infizierte Bäume zerstört, da man den Befall nicht unbedingt von außen sieht.
Da das heiß begehrte Agarwood sowohl für die Herstellung von hochwertigem japanischen Räucherwerk unentbehrlich ist als auch – bis zur Erfindung des pharmazeutischen Produktes – als hoch wirksames pflanzliches „Viagra“ galt, muss Aquilaria malaccensis und auch etliche andere Aquilaria-Arten als fast ausgerottet eingestuft werden. Ausführliche Informationen dazu (in englisch) von Cropwatch (klick!) vom britischen Nachhaltigkeitsspezialisten Tony Burfield.

Die Aufzucht der Bäume in Plantagen (klick!) und die Infektion durch Menschenhand haben noch nicht zu befriedigendem Ersatz geführt, der Faktor Zeit kann eben nicht beschleunigt werden. Zudem kann man die Bäume nicht „einfach so“ mit dem Pilz „impfen“, nur 10 Prozent der Bäume erzeugen diese harzartige Substanz. Das „Impfen“ kann man auf diesem nicht sehr guten Filmchen sehen.
Aus den Holzstückchen von infizierten und gereiften Bäumen wird mit Wasser eine Maische gebildet und diese dann – oft vor Ort mitten im Wald – destilliert.
psycho-aromatherapie-kurse bei eliane zimmermannWenige ätherische Öle berühren Menschen so tief wie dieser Duft. Er hat so viele Facetten wie Inhaltsstoffe, die meisten davon im Einprozent-Bereich oder gar weniger. Die Beschreibungen reichen von verbrannt, modrig, erdig über pudrig, balsamisch, warm-einhüllend. Ich habe ihn in meinem zweiten Buch „Das Zugang-zur-Tiefe-der-Seele-Öl“ genannt. Man kann genau so in die Tiefen seiner Seele abtauchen wie auch zu Höhenflügen ansetzen – wie ein Adler. Überblick und Durchblick durch Abstand. Ich erlebte es einmal und fand es erschütternd wie eine meiner frühen Kursteilnehmerinnen in der Sekunde des ersten Schnupperns an diesem Duft in Tränen ausbrach. Nach einer Räucherung mit „Eaglewood“ passieren in Träumen oft seltsame oder wenigstens auffällige Dinge. Euphorie und Hochgefühle (Fliegen wie ein Adler) ergreifen manche Menschen, je nachdem, in welchem Seelenzustand sie sich gerade befinden.
Schon auf Grund des hohen Preises ist Adlerholz kein Alltagsöl, es wird wohl auch kaum für die körperlichen Indikationen wie Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt werden. Es schenkt einem vielmehr eine kleine Auszeit aus dem Alltagstrott, es führt in einen Besinnungsmoment auf das Wesentliche und kann als Verwöhnöl für sich oder seine(n) Liebste(n) das sprichwörtliche Hohe Lied der Liebe olfaktorisch untermalen. Dafür verdünnt man es maximal 0,5-prozentig und mischt es mit feinen Lieblingsölen wie Champaca, Jasmin oder Vanille in Jojobaöl. Oder ganz biblisch mit Myrrhe, Weihrauch und Rose sowie jeweils einer Spur Kalmuswurzel und Cassiazimt. Eine solch biblisch inspirierte Mischung kann man in Deutschland als Körperöl oder auch pur für die Räucherlampe bei Professor Wabner’s Ätherische-Öle-Firma Wadi erwerben. Bei Feeling gibt es das erschwingliche Oud-Attar (klick!) mit oder ohne Jojobaöl (ab 9,50 Euro, Attar bedeutet, dass das Öl gegen Ende des Destillationsvorgangs in bereit gestelltem Sandelholzöl aufgefangen und gebunden wird, eine wunderschöne samtige Kombination entsteht, sie ist nicht so erschlagend-schwer wie das reine Adlerholzöl).
In Japan, dem recht westlich orientierten Land im fernen Osten, hat die Räucher-Zeremonie des Duft-Lauschens noch einen hohen Stellenwert: Kodo. Sie ist ohne Adlerholzduft nicht denkbar. Die abgebildeten Räucherstäbchen japanischen Traditionsmanufaktur Shoyeido duften deutlich nach Oud und laden zur Achtsamkeit und Sparsamkeit ein: Das Päckchen hat mich mal fast 60 DM gekostet! Aber sie sind es wert, man benötigt ohnehin nur wenige Zentimeter für einen wundervollen Duft im Zimmer.
Wer englisch lesen kann, sollte sich auf folgenden zwei Websites die Artikel über die Hintergründe der Gewinnung von Adlerholz lesen: Trygve Harris, ein Fachfrau für erlesene ätherische Öle aus New York berichtet über eine Reise in die Adlerholz-Wälder und zeigt auch sehr informative Fotos (und hier geht es um die Gefährdung des Baumes). Düfte-Experte und Indienreisender Christopher McMahon vermittelt auf seiner sehr informationsreichen Website auch wichtige Infos über Oud.
PS. Kenner werden mir Recht geben, dass die japanische Traditionsfirma Shoyeido exzellente Räucherstäbchen liefert, eigentlich müsste man ein neues Wort für diese edle Räucherware erfinden, denn sie hat rein gar nicht mit den weithin erhältlichen chemikalienbeladenen Riechglimmstengeln zu tun. Zum Ausprobieren und Genießen des edlen Oud-Duftes gibt es bei mir 5 oder 10 Minuten feinsten Rauch von Shoyeido’s „Emerald-Awareness“ (Smaragd-Bewusstheit), er duftet waldig-moosig-würzig-herb. Meistens ist mir jedoch der Duft zu schwer, meine Luxus-Belohungs-Stäbchen, die bislang wirklich fast jedem Besucher sehr, sehr gefallen haben, duften pudrig-süß, minimal vanillig-zimtig, warm-würzig, sie heißen „Amethyst-Balance“ (beide Röllchen kosten je circa 7 Euro inklusive eine kleinen Stäbchenhalters). Es gibt auch ein Probierset für 3,50 Euro, in dem noch drei weitere Düfte enthalten sind (Diamant, Rubin und Saphir). Ähnlich lecker-zart-süßlich duftet auch Kyonishiki, das Herbstlaub in Kyoto, die Rolle kostet ’nur‘ circa 3,50 Euro, sie eignen sich hervorragend für die tägliche Prise von Duftwölkchen.

die wissenschaftlerin, die den ölen beim duften zuschaut


Bild A

Seit vielen Jahren zeigte ich in meinen Kursen einige der wundervollen Makrofotos des Wissenschaftler-Teams Katerina und Tomas Svoboda. Aromatherapie lernen bei Eliane Zimmermann - AiDA AromatherapyDie tschechischen Forscher aus Schottland konnten Ende der neunziger Jahre mit Hilfe einer damals ganz neuartigen und aufwändigen Aufnahmemethode und mit anschließenden Einfärbungen winzigste Zellstrukturen von Duftpflanzen fotografisch festhalten. Fantastische Gebilde von etwas gruseligen Höhlen, zackigen Irrgärten, eigenartigen Mondlandschaften und übernatürlichen Jahrmärkten sind entstanden. Ich hatte durch Vermittlung meiner lieben Kollegin Soham in Köln die Erlaubnis, diese Fotos in meinen/unseren Kursen zu zeigen. Nun habe ich in Prag diese Erlaubnis höchstpersönlich bestätigt bekommen, denn Frau Svoboda war Überraschungsgast auf der Konferenz der Tschechischen Aromatherapie Vereinigung. Sie wurde extra für mich ‚eingeflogen‘ (sie wohnt inzwischen wieder in der Heimat), damit ich – als die von weit her gereiste Vortragende dieses Wochenendes, sie endlich mal persönlich kennen lernen konnte.

Aromatherapie-Fernstudium bei AiDA Aromatherapy

In einer Berufswelt, in der fast nur Frauen praktizieren, jedoch fast nur Männer forschen, konnte sie sich einen Namen machen durch die Untersuchung der biologischen Aktivitäten und Eigenschaften von Ätherisch-Öl-Pflanzen. Wer englisch kann, sollte sich diese ihre kostenlos zugängliche Zusammenfassung hier runterladen und mal sorgfältig durcharbeiten. Ich habe mir in Prag endlich ihren kleinen Bildatlas Secretory Structures of Aromatic and Medicinal Plants aus dem Jahr 2000 geleistet, er hat mal 40 Euro gekostet und ist nun allenfalls noch antiquarisch zu Horrorpreisen erhältlich (oder bei einem kleinen Verlag in der Tschechischen Republik, ich könnte ggfs. vermitteln).

Ich würde nun gerne ein Spiel mit euch, meinen lieben LeserInnen und Lesern, machen. Denn ich habe beim Anblick dieser Fotos immer lustige Assoziationen und einige stelle ich mir klasse als Ölgemälde, also irgendwie künstlerisch verarbeitet, vor. Lasst mal das Denken beiseite und achtet darauf, was euch als erste Assoziation in den Sinn kommt. Schreibt also bitte zu einem oder zu allen Bildern jeweils einen Begriff, Satz oder Vers, ich schreibe erst einmal Buchstaben in die Bildunterschrift und löse dann demnächst auf, um welche Duftpflanze bzw. ihren Ätherisch-Öl-Behältern es sich handelt (sie gehören allesamt zu den wichtigen Öle-Lieferanten). Ich würde gerne wissen, ob vielleicht eure rechtshirnhälftigen Empfindungen zu den Attributen des jeweiligen Duftes passen. Ich bin gespannt!

Bild B

Bild C

Bild D

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Ich freue mich über zahlreiche Zuschriften und ich denke auch die anderen LeserInnen werde sich über eine rege Teilnahme freuen. [Fotos der Pflanzenstrukturen: © Katerina & Tomas Svoboda & Andrew Syred; Fotos von Katerina Svoboda: © Iva Tauchmanova] Aromatherapie und BotanikSo sieht übrigens das ganze Foto mit der Wissenschaftlerin aus, sie sollte per I-Phone-Foto ins Adressverzeichnis einer Kursteilnehmerin kommen, fühlte sich so unbehaglich und die Bilder wurden etwas steif. Dann sollte ich mit auf’s Foto und schon hat es geklappt. Darum schaue ich wie nach fünf Gläsern Wein aus, obwohl ich mir beim geselligen Beisammensitzen den Genuss der edlen tschechischen Tropfen gänzlich verkniffen hatte.

PS Das Kommentarefeld befindet sich im grauen Kästchen rechts neben der Überschrift. Einfach anklicken! Wegen des Interesses: Ich habe 800 CZK (Kronen) bezahlt, das sind fast 40 Euro. Viele der knapp 30 weiteren „Porträts“ sind nicht so aufregend wie diese schönen Fotos, das Büchlein ist eher klein (eher wie ein Geo-Heft).

provence-lavendel in akuter gefahr


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyNach dem 1. Aromatherapie-in-der-Psychiatrie-Kongress in Basel, vor ziemlich genau zwei Jahren, fasste ich den Bericht (klick!) von Jean-Claude Richard (Farfalla) zusammen, dass in der Provence die Lavendelproduktion am kollabieren sei, dass eine Krankheit das „blaue Wunder“ bedrohe, dass Lavendelöl sich stark verteuern werde.

Kürzlich wurde die erschreckende Verschlechterung dieser (noch lokal wütenden) ökologischen Katastrophe in einem sehr guten Artikel in der Zeitung Die Welt (klick!) zusammengefasst. Die blau-lilafarbenen Felder des beliebten Lippenblütengewächses werden durch eine bakterielle Krankheit bedroht, welche durch winzig kleine Zikaden übertragen wird (Stolbur-Phytoplasma). Durch die Attacke der Mikroben bilden die Pflanzen nur kleine Blüten und verdörren. Das trockene Wetter der letzten Jahre verstärkte das Aufkommen der Krankheit, die im Jahr 2000  erstmals auftrat. Vielerorts mussten deshalb gesamte Bestände vernichtet werden. Danach kann jedoch nicht neu gepflanzt werden, vielmehr müssen 5 Jahre vergehen, bevor an eine Rekultivierung des Bodens mit Lavendel zu denken ist. Man rechnet mit einer weiteren Verschlimmerung der Situation, der Preis für echtes Lavendelöl ist bereits um 30 Prozent angestiegen, Tendenz steigend. Man kann keine Insektizide versprühen, da diese die bestäubenden Bienen töten würden, diese wiederum sorgten bislang für weiteres Einkommen in der kargen Region, sie produzierten reichlich des bekannten Lavendelhonigs.

Zwischen 2005 und 2010 sind auf diese Weise 50 Prozent der Anbauflächen verschwunden, 2005 wurden noch 85 Tonnen ätherisches Öl produziert, inzwischen sind es unter 30 Tonnen. Bulgarien rüstet indessen auf und produzierte im vergangenen Jahr 45 Tonnen Lavendelöl, die Ukraine und China erreichen inzwischen bereits 15 Tonnen pro Jahr.

Leider muss man befürchten, dass dies wieder eine Lektion in Sachen „gierige Plantagen-Landwirtschaft“ ist. Diese extrem art-ungerechte Art der Pflanzenkultivierung erfordert reichlichen Einsatz durch Chemikalien zum Wachsen und zum Abwehren von Beikräutern sowie von unerwünschten „Viechern“, sie schwächt die Pflanzen, fördert Resistenzen auf vielerlei Art, welche dann zu verstärkten Bemühungen mit Pestiziden führen können. Irgendwann „freut sich der Dritte“: Irgendein Mikroorganismus nutzt die Immunlücke bei den Gewächsen und labt sich daran. Die grenzenlose Gier, der Erde immer mehr als möglich abzupressen, fordert ihren Tribut.

Vielleicht sollten wir in milden Gegenden Mitteleuropas Kooperativen gründen und lokalen Lavendel destillieren, er wächst vielerorts so schön, ich habe auf der derzeitigen Reise ganz viel wunderschönen Lavendel gesehen, er wird meistens gar nicht geerntet. In Österreich gibt es jedenfalls bereits ein solches Projekt, das Projekt Berglavendel. Und vielleicht sollten wir uns angesichts dieser traurigen Lektion besinnen, auch unsere Nahrungsmittel nicht von billig produzierenden Plantagengiganten zu kaufen, sondern kleine regionale Lebensmittelerzeuger zu unterstützen. Denn BIO ist einfach LOGISCH, so tut es der Erde gut, so tut es uns gut, so tut es den Tieren und Insekten gut. Der Mensch kann ohne Lavendelöl leben, doch ohne Obst und Gemüse wird er nicht weit kommen.

Tausend Dank übrigens an all die lieben und wohlwollenden LeserInnen, die meinen letzten Blogeintrag zum 20-Jahre-Schuljubiläum so nett gewürdigt haben! Auch ansonsten stille Mitleserinnen haben sich ein Herz genommen und etwas geschrieben, das ist des Bloggers Ansporn, genau so noch besser weiter zu machen!

karottensamenöl bei hautproblemen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyGerade erst habe ich den blühenden wilden Möhren einen Blogtext gewidmet und schon neigt sich deren Saison dem Ende zu. So möchte ich euch das Feuerwerk der wirklich hübschen Blumen nicht vorenthalten, denn nun sieht man wirklich, woraus das ätherische Öl destilliert wird.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs wird aus den putzigen „stacheligen“ winzigen Samen hergestellt. Sie schmecken eigenartig erdig, dill-ähnlich mit einer Spur Eukalyptusgeschmack.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyNachdem sich alle Schirmchen der Blüte zur Mitte hin gewendet haben, sie bilden nun ein schützendes Nest (für was eigentlich???)

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyUnd nachdem jeder einzelne Same braun-knusprig-trocken geworden ist. Irgendwie wirken sie wie ein Haufen winziger Insekten, Schildläuse vielleicht.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyOb das Öl gegen Krabbeltierchen wirksam sein könnte? Die chemische Zusammensetzung, reichlich Sesquiterpenverbindungen, spricht dafür. Ich habe es jedoch noch nie so eingesetzt. Jedoch wirkt es gegen Hauterscheinungen, schuppige, eben „stachelige“ Haut; Haut die Schutz benötigt, die von Wind, Kälte, Sorgen, Stress angreifbar geworden ist. Die ihre Aufgabe als „Spiegel der Seele“ zu ernst nimmt und bei jeder kleinsten Aufregung „aufblüht“. Und so kaum mehr das schützen kann, was darunter liegt. Weil man die schützende Schicht ständig aufkratzen möchte. In diesem ganzen Bereich ist Karottensamenöl fast unschlagbar.

PS Im neuen Blog von Christine Lamontain geht es um Integrale Osmologie, sie stellte kürzlich auch die spitzenartigen Blüten der Wilden Möhre vor: Das Olfaktorische Duftgespräch.

A rather rare essential oil is distilled from the tiny seeds of the wild carrot (Daucus carota). It has an excellent action against sore and itchy skin, it is ideally suited for skin which needs protection – like the flower which builds up a kind of a nest over the summer.

tausend und ein öl


Vom 19. Mai bis 25. September wird sich der Besuch des wundervollen Frankfurter Palmengartens besonders lohnen, denn es wird eine Ausstellung über Öle zu sehen sein. Die Broschüre dazu sagt: Die Vielfalt der aus Pflanzen gewonnenen Öle ist groß. Ob aus heimischen oder exotischen Pflanzen hergestellt, ob goldgelb, grün oder orangerot gefärbt: Pflanzen-Öle sind Bestandteil unseres täglichen Lebens. Sie dienen der Ernährung, verfeinern Speisen, heilen, pflegen oder sind in der Technik einsetzbar. Wichtige Öl und Fett liefernde Pflanzen werden vorgestellt. Pflanzen mit ätherischen Ölen, die meist einen angenehmen Duft verbreiten, werden ebenfalls in der Ausstellung gezeigt. Des Weiteren erfahren Sie Spannendes über pflanzliche Wachse, ihre biologische Bedeutung und Nutzungsmöglichkeiten.

Vom 10. bis zum 13. Juni wird außerdem im voll blühenden Rosengarten ein Lichterfest stattfinden. Das Programm für Mai ist hier runterzuladen. [Danke an Iris für diese Information!] Der Botanische Garten mit seinem recht neuen hervorragend gestalteten Arzneipflanzen-Garten ist gleich nebenan, der Eintritt ist frei, im Palmengarten ist er kostenpflichtig, man sollte dafür ohnehin mindestens einen halben Tag einplanen, so vielseitig und groß ist er.

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannWer schon mal im Rhein-Main-Gebiet ist, sollte auch unbedingt im einzigartigen Rosenmuseum in Bad Nauheim-Steinfurth reinschauen und am 18. und 19. Juni die Festlichkeiten der Steinfurther Rosentage genießen. Um die Ecke kann man Bioland-Rosen bewundern und kaufen und viele Kurse (Rosen vermehren, Rosen malen, Rosen filzen, Rosen-Yoga etc) rund um die Rose besuchen: bei der  ganz besonderen Rosenschule Ruf. Am 2.6. findet dort sogar ein Rosen-Kochkurs statt. Der riesige Münchener Botanische Garten veranstaltet seine 19. Rosenschau vom 1. bis zum 4. Juli.das Motto: Von Weiß bis Rot. Es wird auch einen passenden Markt dazu geben. (Abbildung oben: Palmengarten Frankfurt)

holzöle aus atlaszeder und ihren „verwandten“


Dieser Tage lief mir beim vormittäglichen Aufräumen eine beträchtliche Menge eines fast 10 Jahre alten Zedernholzöles über die rechte Hand. Meine angebrochene 500ml-Flasche war nicht richtig verschlossen, ich hatte das Öl einst in riesigen Mengen in die Haus-Isolierung aus echter Schafwolle gesprüht. Ich wischte und schmierte und wusch, doch der schwere Duft hatte sich sofort in sämtlichen Hautporen „verewigt“. Im Laufe des Nachmittags wurde ich ungemein bleischwer müde… das war wohl die Wirkung dieses „erdenden“ ätherischen Öles.

Beim Lehren und Abfragen von botanischem Grundwissen stolpern wir DozentInnen immer wieder mal über Verwirrungen bezüglich der Familienzugehörigkeit diverser Zedern (und der dazugehörigen „Zedern“öle). Zudem gibt es manchmal Verwirrung, denn wenn wir von Nadelölen sprechen, meinen wir meistens die Kieferngewächse als Sammelbegriff. Das wunderbar holzig-balsamische ätherische Öl aus der Atlaszeder, die auch zu den Kieferngewächsen/Pinaceae gehört, ist jedoch fast immer ein Holzöl, denn es wird aus den zerkleinerten Holzstückchen aus Stämmen und Ästen destilliert. Wie bei allen Holzölen besteht bei der Gewinnung die Gefahr der Ausrottung der jeweiligen Spezies bzw. des unnachhaltigen Umgangs mit der Natur. Die südfranzösische Atlaszeder gehört bereits zu den bedrohten Arten, wie Tony Burfield in Cropwatch beschreibt.

Ich finde, es ist eine zweifelhafte Art der Gewissensberuhigung, wenn man nun auf nordafrikanische Zedern zurückgreift und munter weiter verschwendet. Ähnlich verhält es sich mit Rosenholzöl und Sandelholzöl, in beiden Fällen wird meistens der Baum gefällt/abgetötet. Im Fall von Sandelholz muss der Baum sogar extrem sorgfältig „gehoben“ werden (früher mit der Hilfe von Elefanten), da sich das wertvolle ätherische Öl auch in den Wurzeln befindet. Wenn man nun als vermeintlicher Umweltschützer reichlich Rosenholzöl statt aus Aniba rosaeodora aus anderen, ähnlich duftenden Amazonasbäumen wie Ocotea verwendet und statt im „Echten Sandelholzöl“ nun in Amyrisöl oder kaledonisch-australischen Sandelholzölen schwelgt, sollte man an die nächsten Generationen denken. So gierig wie die heutige Industrie und Wirtschaft agiert, ist denkbar, dass auch diese „alternativen“ Ressourchen bald ausgeschöpft sind.

Ich meine, dass man nicht unbedingt gänzlich auf die knappen Öle verzichten muss, wenn man sie aus verantwortungsvoll handelnder Quelle erhalten kann. Rosenholzöl kann sowohl einigermaßen baumschonend aus dicken Ästen, als auch (in nicht ganz so wundervoll duftender Qualität) aus den Blättern des Amazonas-Riesen gewonnen werden, zudem vermutlich auch in kleinen Mengen aus Abfällen der Möbelindustrie (eine brasilianische Expertin vor Ort zweifelt diese Aussage jedoch an). Auf Atlaszedernöl kann man in der anspruchsvollen Therapiearbeit fast nicht verzichten, man sollte es jedoch sparsam einsetzen, der schwere Duft verlangt ohnehin eine hohe Verdünnung. Ich verzichte inzwischen fast gänzlich auf Sandelholzöl, verwende es nur für ganz ausgewählte Beschwerden und/oder Menschen. Gleiches sollte für den „Ersatz“ aus Neu-Kaledonien und Australien gelten.

Nun zum Lernen. Folgende ätherische Öle werden aus dem Holz der jeweiligen Pflanze destilliert (es gibt ganz selten auch Nadelöle aus Cedrus und den nordamerikanischen Juniperus-Arten):

  • Adlerholz (oder Oud oder Ut), Aquilaria malacchensis oder A. agallocha
  • Amyris, Amyris balsamifera
  • Atlaszeder, Cedrus atlantica
  • Blaue Zypresse, Callitris intratropica
  • Dacrydium/Harzeibe, Dacrydium pierrei
  • Himalajazeder, Cedrus deodara (Foto links)
  • Libanonzeder, Cedrus libani (extrem selten, extrem gefährdet)
  • Linaloe, Bursera delpechiana (geleg. auch Öl aus Früchten)
  • Mexikozeder, Juniperus mexicana
  • Muschelzypresse/Hinoki, Chamaecyparis obtusa
  • Rosenholz Brasilien, Aniba rosaeodora var. amazonica (Foto rechts: Sigrun Scherneck)
  • Rosenholz Peru, Ocotea caudata, O. cernua
  • Sandelholz, Santalum album
  • Virginiazeder, Juniperus virginiana (Bleistift-Zeder, keine Zeder!)
  • Palo Santo, Bursera graveolens (Foto ganz oben)

Weitere Sandelholzöle:

  • Eucarya spicatum, Fusanus spicatus (Australisches Sandelholz)
  • Osyris tenuifolia (Ostafrikanisches Sandelholz)
  • Pterocarpus santolinus (Roter Sandelbaum)
  • Santalum austrocaledonicum (‚Sandelholz Südsee‘, aus Neukaledonien und Vanuatu)
  • Santalum spicatum (Westaustralisches Sandelholz)
  • Santalum yassi (Fidschi Sandelholz)

Viel Verwirrung herrschte in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren über „Zedernöle“, Zedernöl wird in Büchern aus dieser Zeit meistens als giftig oder zumindest gefährlich bezeichnet. Das lag daran, dass im englischen Sprachgebrauch erstens viele Nadelbäume umgangsprachlich als ‚Cedar‘ bezeichnet werden (ähnlich wie wir fälschlicherweise Tannenzapfen zu Kiefernzapfen sagen). Ganz speziell die Thuja, ein Zypressengewächs, wird ‚Red cedar‘ genannt (fast alle Anti-Motten-Holzstückchen und auch gut haltbare Gartengegenstände werden daraus gefertigt). Ätherisches Thujaöl wird meistens aus den aromatisch-apfelartig duftenden Zweigen dieser großen Bäume destilliert und enthält einen sehr hohen Anteil an neurotoxisch wirksamen Thujon.

Anders die meisten der oben genannten Holzöle, die jeweils interessante Mischungen aus unterschiedlichen Sesquiterpenverbindungen enthalten. Sie wirken dadurch alle mehr oder weniger entzündungshemmend und regulierend auf das Immunsystem. Zudem stark stabilisierend auf chronische Zustände und wie eingangs berichtet, beruhigend, erdend, zentrierend. Auch wirken die meisten Holzöle insektenabweisend, so dass sie – bereits in kleinen Mengen –  eine wertvolle Ergänzung für sommerliche Abwehrmischungen sind.

Auf der Duftreise zu den Botanik-Kursen hier in Irland führen unsere Exkursionen zu einigen ganz besonderen Exemplaren von Dacrydium-Bäumen, zu Callitrisbäumen, zu einem uralten Bonsai einer Muschelzypresse und zur oben abgebildeten Himalayazeder (begleitet von den jeweiligen Öle-Fläschchen).

PS. Es gibt ein „neues Rosenholzöl“ von Tisserand, das aus den Samen eines nepalesischen Strauches namens Zanthoxylum armatum gewonnen wird.

sensationelle duftpflanzen-lektüre


Wenn wir schon mal bei absoluter Fachlektüre sind, der „Große Dicke“ von Daniel Rühlemanns Kräutergärtnerei sucht auch seinesgleichen: In keinem mir bekannten Buch findet man soviel Information über Aussehen, Geschmack, Anwendung und Anbau von auch den allerseltensten Heil- und Duftkräutern. Wer eine bessere Internetleitung als wir hat, kann das wundervoll illustrierte Mammutwerk sogar kostenlos runterladen. Fast alle vorgestellten Pflanzen können nach der Frostperiode bestellt werden, auch Samen bekommt man in reicher Auswahl. Schon das Stöbern im Online-Shop macht ungeheuer viel Spaß. Und wer dann eine Pachoulipflanze, Vetiver, Myrrhe, Zitronenmyrte, Granatapfel und zig Basilikumsorten sein eigen nennen darf, kommt dem Wesen und den Anforderungen von Duft- und Heilpflanzen ein gutes Stück näher, auch wenn nur ein Balkon oder gar Fensterbrett zur Verfügung steht. Wer in der Nähe von Bremen wohnt (hallo D.K.!!!) muss unbedingt mal hinfahren, es werden auch spannende Seminare angeboten. Im Blog der Rühlemanns kann man viel Lesenswertes aus dem Alltag in der Gärtnerei erfahren und auch immer wieder kleine nützliche Videos anschauen. Einer der letzten Beiträge zeigt 20 Lavendelarten, ein Fotomosaik aus wirklich sehr unterschiedlich aussehenden Pflanzen, die uns mit unserem wichtigsten Öl versorgen.

Shirley Price beim Farfalla-Kongress in Zürich


Der Schweizer Duftspezialist und Naturkosmetikhersteller Farfalla wird am 2. und 3. Oktober sein 25-jähriges Firmenbestehen mit einem Aroma-Kongress im Botanischen Garten in Zürich feiern. Dieser Tag bietet eine sehr seltene Gelegenheit, die über achtzigjährige Shirley Price zu erleben, die in Süd-Frankreich lebt. Neben Robert Tisserand und Patricia Davis ist sie eine der Pionierinnen der britischen Aromatherapie und zusammen mit ihrem Mann Len Autorin des weltbesten Fachbuches zum Thema Klinische Aromatherapie. Ein anderer Top-Redner wird Prof. Hanns Hatt sein, den man als Aroma-Profi unbedingt ab und zu hören muss. Seine neuen Erkenntnisse zu molekularen Mechanismen der Duftmoleküle trägt er immer kurzweilig und wunderbar humorvoll vor. Eine Kostprobe gibt es auf seinem Hörbuch-Vortrag „Dem Rätsel des Riechens auf der Spur“ (39 Euro).
Florianne Koechlin, Schweizer Biologin und Chemikerin, eine der weiteren hochspannenden Rednerinnen, hat zwei bemerkenswerte Bücher über die neuesten, überraschenden und unglaublich faszinierende  Kommunikation zwischen und innerhalb von Pflanzen verfasst: PflanzenPalaver und Zellgeflüster.

Der Kongress findet Samstag, 2. Oktober 2010 mit Vorträgen zum Themenbereich ,Von der Analytik über Bio-Projekte zum Duftphänomen‘ und Sonntag, 3. Oktober 2010 mit Vorträgen ,Vom Pflanzengeflüster zur unternehmerischen Verantwortung‘ im Botanischen Garten Zürich statt. Infos und Anmeldung bei Farfalla. Ich werde übrigens als Gast anwesend sein.