schwer erkrankte nahestehende menschen pflegen und begleiten


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDas ist seit vielen Jahren ein Herzensthema von mir. Die Idee zum neuen Buch „Aromapflege für Sie“ entstand zunächst durch die vielen, vielen E-Mails von recht verzweifelten Menschen, die mich um Tipps, Meinungen, Rezepte und Adressen baten. Meistens geht es um den Wunsch, liebe Menschen in schwierigen gesundheitlichen Situationen – sei es körperlicher Natur oder auch seelischen Ursprungs – zu unterstützen. Man möchte nicht hilflos daneben stehen müssen, wenn ein nahestehender Mensch leidet. Oft liegen auch schwere Enttäuschungen über die konventionellen Behandler zu Grunde, immer wieder lese ich von „aufgegebenen“ („austherapierten“) Menschen, meistens wünscht man sich, die betreffende Person behutsam, natürlich und würdevoll zu unterstützen. Auch werden Gegenentwürfe gegen Sätze wie ihn kürzlich eine Bekannte von ihrem Onkologen anhören musste, gesucht. Er drohte ihr geradezu: „Wenn sie die Bestrahlungen nicht machen, kann ich Ihnen zu 100 Prozent garantieren, dass Ihr Brustkrebs zurück kehren wird“. (Da bleibt mir wirklich die Spucke weg! 😦 )

Schon seit vielen Jahren bin ich nun etliche Stunden wöchentlich mit dem Beantworten solcher Anfragen beschäftigt. So lag die Idee nahe, möglichst viele dieser Tipps in einem Buch zusammen zu fassen. Ich erinnere die Fragenden jedes Mal daran, dass sie besser etwas FÜR ihren Angehörigen oder ihre Freundin tun sollten, anstatt GEGEN ein Ungetüm von Wort wie ‚Zerebrale Mikroangiopathie‘ oder ‚Epidermolysis bullosa‘ anzukämpfen. Ich rate ihnen vielmehr, sich die betroffene Person und ihre momentanen und individuellen Symptome genau anschauen: Mag er oder sie lieber eine warme oder oder eher eine kühlende Anwendung? Tun ihr oder ihm eher frische Zitrusdüfte gut oder blumige Gartengerüche gut? Oder schenkt man ihr vielleicht mit Nadelölen einen virtuellen Spaziergang im Wald oder mit holzigen Düften mehr Stabilität und Erdung. Auch die Art der passenden Anwendung kann ein medizinischer Laie gut heraus finden: Würde die Person sich mit einem abendlichen Fußbad besser fühlen oder benötigt sie etwas für Zwischendurch wie einen Roll-on oder würde sie von einem feinen Raumspray mehr Entspannung und Wohlbefinden erfahren?

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapySo konnte ich über die Jahre hilfreiche Tipps jenseits einer nicht erlaubten Diagnose mitteilen oder eine prima Adresse zur naturheilkundlichen Behandlung verschenken. Manchmal reichen auch „kosmetische“ Empfehlungen wie kürzlich bei einer älteren Dame, die mich wegen trockener Augen und Naseneingänge anrief. Auch dem Baby mit der oben genannten Zungenbrecher-Hautkrankheit konnte mit einer oberflächlich betrachtet „kosmetischen“ Behandlung unglaublich gut geholfen werden: Es war „schlichtes“, jedoch hochqualitatives Rosenhydrolat, was dem armen Würmchen ganz überzeugende Linderung brachte.

In die lange Zeit des Zusammenstellens dieses 184 Seiten dicken Buches fielen dann noch die (zum Glück nicht allzu lange andauernde) Demenz meines Vaters, seine schweren Schmerzen sowie der Abschied für immer. Ich durfte am eigenen Leib die Hilflosigkeit und Ratlosigkeit spüren, wenn die „Schulmedizin“ keine Antwort beispielsweise auf höllischen Juckreiz am Rücken des betagten Herren hat und man als Familienmitglied unbedingt irgendwie helfen möchte. Schlichtes Aloe vera-Gel mit einem Hauch Pfefferminzeöl und Lavendelöl brachten enorme Linderung. Freundinnen und Bekannte mit schlimmen Folgen einer Krebstherapie dankten beispielsweise für den Tipp, den wunden Mund mit Sanddornfruchtfleischöl und stark mit Birkenzucker (Xylitol) gesüßtem dünnen Tee zu pflegen.

Nun ist das Taschenbuch fast fertig für den Weg zur Druckerei, in zwei Monaten (25. Oktober 2017) wird es diese Sammlung von Unterstützungs-Rezepturen und vielen Tipps drumherum zu kaufen geben. Ob bei Symptomen von Epilepsie, Parkinson, Abwehrschwäche/AiDS, demenziellen Veränderungen, MRSA-Plage oder Tumoren: Für jeden gesundheitlichen Zustand eines Menschen ist (nicht nur) ein Kraut gewachsen. Mit Hilfe von ätherischen Ölen, Hydrolaten und fetten Pflanzenölen – freilich auch als Begleitung zur „konventioneller Medikation“ – kann jeder Laie höchst wirksam und fein duftend die Lebensqualität von lieb gewonnenen Menschen enorm verbessern. Sei es für viele Jahre die noch vor ihm oder ihr liegen oder „nur“ für die letzten Stunden auf dieser Erde.

Die Rezeptvorschläge sind behutsam und niedrig dosiert zusammen gestellt, so dass niemand befürchten muss, seine Lieben in Gefahr zu bringen. Die Rezepturen beruhen auf Erfahrungen, die ich in drei Jahrzehnten mit den wundervollen duften Helferlein aus den braunen Fläschchen sammeln durfte. Auch das wertvolle Feedback von unzähligen LaienbehandlerInnen und professionellen PflegerInnen ist in diese Seiten mit eingeflossen. Meine ganzheitliche Sicht auf den Menschen als Wesen mit Leib und Seele, dazu Destillations-Einblicke, Kräutergarten-Momente, Gespräche mit Wissenschaftlern und viele evidenzbasierte Erkenntnisse machen dieses Buch zu einem nützlichen Begleiter. Sicher ist es auch als hilfreiches Geschenk für betroffene Familien denkbar. Auf der Rückseite des Buches, das wieder genau wie „Aromatherapie für Sie“ von der talentierten Anke Schütz mit stimmungsvollen Fotos illustriert wurde, ist zu lesen:

Begleiten und pflegen mit ätherischen Ölen

Sie pflegen einen nahestehenden Menschen und möchten mehr für sein Wohlbefinden tun, ihn begleiten und trösten? Mit ätherischen Ölen können Sie sehr viel bewirken – sie lindern Schmerzen, hemmen Entzündungen und töten Keime. Zudem laden vertraute Naturdüfte zu Zeitreisen an schöne Orte und Momente ein.

Übersichtlich: Die wichtigsten ätherischen Öle werden nach Duftrichtung, Eigenschaften und Einsatzgebieten vorgestellt. Hydrolate, Pflanzenöle und Fertigmischungen ergänzen die achtsame Aromapflege.

Einfach und effektiv: Die erfahrene Aromatherapeutin zeigt Ihnen, wie Sie die Anwendungen leicht selbst herstellen können.

Vielfältig: Ob bei Demenz, während der Chemotherapie oder für die palliative Begleitung – die erprobten Anwendungen sorgen für mehr Lebensqualität in gesundheitlichen Krisen.

Aromapflege für Sie kann vorbestellt werden (klick!), es wird 19,99 Euro kosten.

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insektenschutz für groß und klein


Insekt_Mücke_xsIch stellte dieser Tage verwundert fest, dass ich hier noch keinen Beitrag über ätherische Öle geschrieben habe, die diverse Insekten auf natürliche Weise (einigermaßen) vertreiben können. Dabei schreibe ich die relevanten Öle so oft an das Flipchart, in meinen Kursen ist das ein regelmäßig wiederkehrendes Thema! Also hole ich dieses Versäumnis heute nach, denn im verregneten Kontinental-Sommer haben die Biester Hochsaison und Hilfe ist gefragt!

Nun muss man wissen, dass Insekten wie auch viele Pflanzen sich mit Hilfe von ätherischen Ölen bzw. deren einzelnen Molekülen „unterhalten“. Pflanzen rufen mit flüchtigen Riechstoffen „alliierte“ Insekten bei Schädlingsbefall zu Hilfe, sie können auch mit Hilfe dieser Riechstoffe Feinde verscheuchen. Sie können sogar sich selbst bzw. Teile von sich selbst warnen, wie letztes Jahr am Beispiel  der Maispflanze festgestellt werden konnte. Mit dem frei gesetzten Stinkstoff Indol, der in Jasmin-Absolue und in zahlreichen anderen Blütendüften vorkommt, „benachrichtigt“ eine frisch angeknabberte Maispflanze ihre „unteren Etagen“, also tiefer gelegene Blätter, die dann ihren Abwehr-Stoffwechsel aktivieren [ein Artikel dazu ist hier (klick!) nachzulesen].

Insekten wiederum sind in der Lage, viele uns aus ätherischen Ölen bekannte Duftmoleküle zu bauen und sie als „Sprache“ untereinander einzusetzen.

  • Bienen beispielsweise stellen Geraniol, Citral (auch in Rosen- und Lemongrassöl enthalten) und andere Terpene her und verwenden sie als Markierungs-Pheromone.
  • Der Sterzelduft von Bienen besteht aus trans-Farnesol (auch in Ylang Ylang, römischer Kamille und Rosenöl enthalten und in Äpfeln, Erdbeere, Heidelbeeren, Trauben, Pilzen, Spinat, Tee, Tomaten).
  • Blattläuse stellen trans-beta-Farnesen als Alarm-Pheromon her (auch in Schafgarbenöl enthalten).
  • Die Wanze Eurygaster integriceps stellt Vanillin als Sexuallockstoff her (in Vanille-, Benzoe- und Toluextrakt sowie in Styraxöl enthalten) [mehr dieser Beispiele werden im Spätherbst 2017 in der stark erweiterten 6. Auflage meines Fachbuches ‚Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe‘ nachzulesen sein]

Und wer im Duftchemie-Unterricht aufgepasst hat 😉 weiß, dass alle diese Moleküle bei uns Menschen nachweisbare körperliche und seelische Prozesse steuern können. Ich stehe wieder einmal staunend vor diesen modernen Erkenntnissen und bewundere den Kreislauf, das Ganz-Sein, die Zusammenhänge in der Natur. Wir Menschen haben also noch Spuren der Pflanzen- und Insektenvergangenheit in uns! Zumindest sind wir mit den entsprechenden Rezeptoren ausgestattet.

Aber nun zurück zum Vertreibungsmittel, das kleine stechende und beißende und saugende Monster abstoßen und irritieren soll. Aufgrund der obigen Erkenntnisse kann man sich unschwer vorstellen, dass wir den lästigen und bisweilen sogar gefährlichen Plagetierchen mit einem Riechstoffcocktail vorgaukeln können, dass sie selbst von einer Schar von Feinden umzingelt sind, so dass sie schnellstmöglich „die Fliege“ machen, uns also in Ruhe lassen. Diverse Stechmücken können einige unserer ätherischen Öle so gar nicht leiden, ganz vorne auf der Liste stehen:

  • Citronella (Cymbopogon nardus und C. winterianus, insektifuger Inhaltsstoff: Citronellal)
  • Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora, insektifuger Inhaltsstoff: Citronellal)
  • Rosengeranie (Pelargonium asperum und P. graveolens, insektifuge Inhaltsstoffe: Geranial/Geraniol)
  • Atlas-Zeder, Himalaya-Zeder (insektifuge Inhaltsstoffe: Gemisch aus Sesquiterpenen und Sesquiterpenolen)
  • Katzenminze (Nepeta cataria, insektifuge Inhaltsstoffe: Nepetalacton und andere Lactone)

Doch durch die Zugabe von einigen anderen Ölen, die anscheinend auch nicht sonderlich beliebt beim summenden Völkchen ist, können wir die Wirkung unserer Abwehr“waffe“ verstärken. Durch Patchouliöl können wir unsere Haut schützen, was insbesondere bei Zubereitungen für Kinder wichtig ist, denn einige der insektifugen Inhaltsstoffe können minimal hautreizend wirken, insbesondere wenn die Fläschchen älter als 6-9 Monate nach erstem Anbrechen sind und auf erhitzter Haut verwendet werden:

  • Lavandin (Lavandula x Intermedia Super, besser noch Lavandula x intermedia Abrial, Lavandula x intermedia Grosso und Lavandula x intermedia Reydovan, diese enthalten mehr Campher [Bornan-2-on] als insektifugen Inhaltsstoff)
  • Patchouli (Pogostemon cablin, insektifuge Inhaltsstoffe: Gemisch aus Sesquiterpenen und Sesquiterpenolen)
  • Teebaum (Melaleuca alternifolia, insektifuge Inhaltsstoffe, nicht gesichert: Gemisch aus Monoterpenen und Sesquiterpenolen wie Globulol und Viridoflorol)
  • Gewürznelkenknospe (Syzygium aromaticum, insektifuger Inhaltsstoff: Eugenol)
  • Eukalyptus (Eucalyptus globulus, insektifuge Inhaltsstoffe: Mix aus 1,8-Cineol und einigen Monoterpen-Ketonen)

Das Ganze mit nativem Kokosfett, das reich an Laurinsäure ist, anzureichern, ist insbesondere in Zecken-Gebieten hilfreich, denn diese schmecken viel lieber die auf unserer Haut befindliche Buttersäure als die Laurinsäure! Bei den anderen fetten Ölen bitte unbedingt darauf achten, dass sie einigermaßen oxidationsstabil sind, also dass die fein auf die Haut aufgetragene Schicht in Wärme und Sonne nicht zu schnell ranzig wird. Von den bekannteren Ölen sind dies Jojobaöl (korrekt: Jojobawachs) und Olivenöl. Zwei deutlich insektenvertreibende fette Öle  müssen an dieser Stellen noch erwähnt werden:

  • Neem (Azadirachta indica): es  riecht nicht so toll, wäre jedoch als kleine Zugabe auch noch denkbar, es ist bekannt durch die starke Wirkung gegen Milben und Kopfläuse
  • Andiroba (Carapa guaianensis): ein enger Verwandter von Neem mit ähnlicher Wirkung

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor einigen Jahren konnte wissenschaftlich bestätigt werden, dass ein weiterer Bestandteil im zitronig duftenden Öl des Zitroneneukalyptus zur Abwehr von Mücken/Stech-Insekten eingesetzt werden kann. Man hat den Stoff identifiziert, der für diese starke Wirkung verantwortlich ist, er wird inzwischen fleißigst aus dem Pflanzenmaterial des schnell nachwachsenden hitzeliebenden Baumes isoliert und für hoch wirksame Anti-Insekten-Mittel eingesetzt. Der „Zauberstoff“, der sogar gegen Malaria-Mücken in den Tropen erfolgreich getestet wurde (mindestens 5 Stunden mit 98 Prozent Sicherheit) heißt p-Menthan-3,8-diol (oder para-menthane-diol, PMD), er wird durch einen kleinen chemischen Eingriff aus dem Haupt-Inhaltsstoff der Zitroneneukalyptusblätter (Citronellal) gewonnen und inzwischen vermehrt isoliert angeboten, um in natürliche Insektenschutzmittel eingearbeitet zu werden. In etlichen Studien konnte er sogar gegen Deet bestehen, eines der schärften (und toxischsten) Insektenschutzmittel. Und die noch bessere Nachricht: sogar Zecken finden das Zeug widerlich (zumindest für einige Stunden)! Bereits eingearbeitet wurde dieser Stoff in das in das Mückenstop-Spray von Taoasis und in das praktische Mückenstop-Tuch für unterwegs.

Ein Selbermach-Rezeptbeispiel für knapp 3%-ig verdünnten ätherischen Ölen, also für Erwachsene und Jugendliche könnte folgendermaßen aussehen:

  • 30 ml Jojobawachs
  • 20 g Kokosfett
  • 15 Tropfen Citronella und/oder Zitroneneukalyptus
  • 5 Tropfen Rosengeranie
  • 5 Tropfen Atlaszeder
  • 5 Tropfen Lavandin
  • 3 Tropfen Teebaum oder Eukalyptus oder Gewürznelkenknospe

Kokosfett ggfs im Wasserbad sehr sanft schmelzen, mit den Ölen vermischen und in Braunglasflasche, am besten mit Pumpmechanismus, füllen. Bei sommerlichen Temperaturen bleibt dieser Mix flüssig. Für Babies und Kleinkinder die Menge der ätherischen Öle halbieren! Wer den Duftmix ähnlich aber als Fertigprodukt mag, kann sich bei Feeling den ‚Insektenschutz‚ (klick!) bestellen, er ist auch als Körper- und Raumspray erhältlich. Nach Stichen und Bissen helfen Bio-Aloe vera-Gel (ohne schädliche Synthetik-Verdicker oder Konservierungsstoffe), Lavendelöl, Pfefferminzeöl und diverse Hydrolate wie Rosenhydrolat, das leicht juckreizstillend/anästhetisierend wirkt.

Zum faszinierenden Thema der Pflanzen-Unterhaltung möchte ich gerne drei wundervolle Bücher empfehlen, vielleicht als Urlaubs-Lektüre?!

PS Wer mehr Infos und wissenschaftliche Arbeiten zum Eukalyptus-Wirkstoff p-Menthan-3,8-diol sucht, kann sie sich entweder g00glen oder in meinem früheren Artikel zum Thema (klick!) aufgelistet finden. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich zu meinen Blog-Beiträgen nicht noch zusätzliche Informationen recherchieren kann. Das Suchfeld hier rechts oben ist gut dazu geeignet, in den bislang circa 650 Beiträgen, die ich seit 2008 verfasse, wirklich sehr viele Antworten auf die am meisten gefragten Fragen zu geben. Einfach einige Stichwörter, die interessieren eingeben, es kommt fast immer etwas dazu!

impressionen vom aromatherapie-kongress ’30 jahre farfalla’ – teil 2


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDer zweite Tag des Aromatherapie-Kongresses ’30 Jahre Farfalla‘ im schwül-heißen Zürich am ersten Juni-Wochenende startete mit meinem Vortrag über Hydrolate. Ich wies zunächst darauf hin, dass wir nicht nur noch in den Kinderschuhen stecken, was das Wissen um diese wertvollen Pflanzenwässer anbelangt, sondern dass die Babysöcken gerade erst gestrickt werden – so sehr am Anfang befindet sich die Informationslage. Insofern habe ich mehr über Indizien und über Fragezeichen berichtet, als über wissenschaftlich abgesicherte Tatsachen. Und ich habe betont, dass der Einsatz der duften Tropfen die perfekte Aromapflege und Aromatherapie komplett macht, alle drei Teile tragen enorm zur Stabilisierung von Gesundheit und Schönheit bei. Zudem sind diese Fläschchen wertvoll für AnfängerInnen, die sich noch nicht ans Verdünnen von ätherischen Ölen trauen, denn die Verdünnung ist bereits perfekt. Mit Hydrolaten können ganz besonders die sehr empfindlichen Menschen gepflegt werden: Babys, Kleininder, sehr alte Menschen, sterbende Menschen und nicht zu vergessen Tiere.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Sicher ist, dass Hydrolate wichtige Pflanzensäuren enthalten. Das macht sie sehr hautfreundlich und sogar hautheilend. Zudem wirken einige der in Hydrolaten vorkommenden Säuren wie die Rosmarinsäure, die Ellagsäure, die Gallussäure sehr antioxidativ und sie liefern einen hohen Anti-Ageing-Faktor. So sind sie als Gesichts- und Rasierwasser hoch interessant. [In Kürze stelle ich ein großartiges neues Kosmetikum vor, das ausschließlich mit Rosenhydrolat statt mit Wasser hergestellt wurde, möglicherweise erstmalig in der Naturkosmetik-Szene]. Besonders förderlich für die Heilung von wunder und ekzematischer Haut sind die in etlichen Hydrolaten in völlig ungefährlicher Menge vorkommenden Monoterpenketone wie beispielsweise Italidion, Menthon und Bornan-2-on (Campher). Der im Rosenhydrolat anteilsmäßig recht hoch vorkommenden aromatische Alkohol Phenylethanol besitzt unglaublich wertvolle schmerzlindernde, entzündungshemmende und juckreizstillende Wirkungen, zudem wirkt er bakteriostatisch, kann also gut für selbstgemachte, brustfreundliche Deos verwendet werden.

Wissenschaftliche Studien finden wir fast nur im Bereich der Lebensmittelforschung, Hydrolate können beispielsweise als Eiswürfel gefroren den Frisch-Fisch-Verkauf erleichtern, der Fisch hält etwas länger.

In den letzten drei Jahren sind vier wertvolle Bücher über Hydrolate erschienen:

  • Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch bin mit einem 24-teiligen Adventskalender-Beitrag hier auf dem Blog als Erste ins Rennen gegangen (Dezember 2011), daraus wurde zunächst ein E-Book und dann ein „richtiges“ Buch mit 12 heraus trennbaren Karten: Hydrolate – Die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege (klick!).
  • Kurz auf mein E-Book folgte Ingrid Kleindienst-John, die bereits „ewig“ destilliert: Hydrolate – Dufte Helfer aus dem Pflanzenreich (klick!).
  • Die Pionierin auf dem Gebiet der duften Medizin Susanne Fischer-Rizzi gab bald darauf ein dickes, schönes und sehr umfassendes Werk heraus: Das große Buch der Pflanzenwässer (klick!)
  • Eine „Bibel“ der Hydrolate Harvest to Hydrosol (klick!) folgte von der us-amerikanischen Pionierin Ann Barker-Harman, sie kommt nicht aus dem Heilkunde-Bereich, sondern baut Bio-Pflanzen an und destilliert sie selbst. Sie vergleicht beispielsweise Haltbarkeiten der jeweiligen Hydrolate, je nachdem ob sie in einer Kupferdestille oder in einer Edelstahldestille hergestellt worden sind. Ann sucht derzeit mit ihrem Circle H (klick!) Sponsoren, um ihre Forschungsarbeit mit und an Hydrolaten finanzieren und veröffentlichen zu können, beispielsweise durch den Verkauf ihres Buches und durch ihr schönes Poster.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIn diesem Blogbeitrag (klick!) kann noch einiges über den Kauf von Destillen und über die Bücher nachgelesen werden. Nach meinem Vortrag gab es einige Fragen zur Haltbarkeit, das ist das negativste Thema im Bereich der Hydrolate, sie neigen mehr oder weniger schnell zur Kontamination mit Schimmel, sie sollten also – wie manche Lebensmittel – innerhalb von wenigen Monaten aufgebraucht werden. Ich wurde gelobt, dass ich zum Hydrolate-Selbermachen aufforderte, denn ätherische Öle lassen sich durch Heimdestillation nur in Tröpfchenmengen gewinnen, sehr hochwertige Hydrolate jedoch in ausreichender Menge. Vielleicht könnte sich also eine kleine Destille auf den Weihnachtswunschzettel schleichen??? 😉 Infos dazu, auch zu den herben rechtlichen Beschränkungen der Heimdestillation, gibt es bei destillatio.de. Eine neue Erkenntnis über die sonnenschützende Wirkung von Lavendelhydrolat kann im aktuellen Blog-Beitrag (klick!) von Christine Lamontain nachgelesen werden.

Roland_Kunz_Palliative_CareDer nächste Vortrag war ein Doppelvortrag: Zunächst hielt der erfahrene Palliativmediziner Dr. med. Roland Kunz vom Spital Affoltern den Vortrag ‚Medizinische Begleitung im Sterbeprozess‘, anschließend rundete die Aromatologin und Autorin Barbara Bernath-Frei die hervorragende Aufklärung durch Praxisbeispiele und Rezeptideen ab in ihrer Präsentation ‚Aromapflege und Sterbebegleitung‘. Dr. Kunz wies darauf hin, dass weder der Begriff Palliativpflege noch der Einsatz von Morphium bedeuten müssen, dass bereits der Todesengel seine Kreise über einem zieht. Er verwendet den Begriff Palliative Care, der sich inzwischen langsam einbürgert, weil dieser wesentlich mehr als die reine Krankenpflege umfasst, sondern auch das soziale Umfeld, die persönliche Biographie und den spirituellen Hintergrund der Betroffenen in die Betreuung mit einbezieht.

Der Ursprung des Wortes ‚palliativ‘ bedeutet ‚einen Mantel umlegen‘, also eine Person schützend begleiten, sie umsorgen, ihr Leben so angenehm und schmerzfrei wie möglich zu gestalten, auch wenn sie an einer unheilbaren Krankheit leidet. Der erkrankte Mensch kann mit diesem „Mantel“ durchaus noch sehr lange leben, gar Jahrzehnte. Wir bekamen berührende Fotos von Bewohnern der Villa Sonnenberg zu sehen. Menschen, die teilweise ein bis zwei Wochen nach den Aufnahmen der Bilder verstorben waren, die jedoch Fröhlichkeit und Lebensfreude ausstrahlten. Dr. Kunz betonte, dass es überaus wichtig ist, die Betroffenen immer wieder nach ihren Wünschen, Bedürfnissen und momentanen Befindlichkeiten zu befragen, damit möglichst viel für sie getan werden dann. Das betrifft auch, manchmal sogar vor allem, nicht-medizinische Bereiche: Vielleicht müssen persönliche Dinge erledigt werden oder Versicherungen und juristische Papiere geklärt werden. All das umfasst eine runde Palliativ-Versorgung und erfordert ganzheitliches Denken von Seiten des Betreuungsteams und dazu viel Flexibilität sowie Engagement.

Barbara_Bernath-Frei_Zürich2015Barbara erläuterte dann neben den Rezepturen die hervorragende Aufklärungsarbeit des „Sterbespezialisten“ Gian Domenico Borasio (einziger Lehrstuhl in Palliativmedizin in der Schweiz, Lausanne) dessen Bücher im Bücherverkauf auslagen, eines davon habe ich daraufhin gleich verschlungen, da es mit den Gedanken und Empfehlungen von Dr. Kunz und von Barbara Bernath-Frei übereinstimmt: Über das Sterben: Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen. (9,90 €, klick!). Meiner Meinung nach ist dieses mit dem Preis ‚Wissensbuch des Jahres 2012‚ (Kategorie ‚Zündstoff‘) eine wichtige Pflichtlektüre für jedermann und jederfrau, denn diesen Weg werden wir ALLE gehen müssen, warum also nicht vorher einigermaßen informiert und vorbereitet sein! Danke Barbara für diesen wertvollen Tipp!

An anderer Stelle habe ich bereits folgendes Buch von dem Mitarbeiter von Prof. Dr. Wabner, dem Krankenpfleger Stefan Theierl empfohlen, es bietet eine Übersicht für Anfänger der Aromapflege, insbesondere der aromatischen Palliativpflege: Aromapflege Palliative Care für Einsteiger (29,99 € klick!). Ein mega-ausführliches Buch dagegen, ja eine „Bibel“ zur aromatischen Palliativpflege, ist vor zwei Wochen in einer englischsprachigen Übersetzung (aus dem Niederländischen) von Fachfrau Madeleine Kerkhof-Knapp Hayes erschienen, ich wälze mich noch durch die 400 großen Seiten von Complementary Nursing in End of Life Care (klick!) und stelle es demnächst an dieser Stelle ausführlicher vor. Auch die Präsentation von Barbara werde ich mit ihrer Erlaubnis demnächst ausführlicher zeigen, denn mit gekonnter und wohlduftender Aromapflege kann so viel Hilfe geleistet werden! In Großbritannien ist Palliative Care ohne Aromatherapie inzwischen gar nicht mehr denkbar!

Maja_Dal_Cero_2015In der kurzen Pause konnten diese ernsten, jedoch wichtigen Erkenntnisse etwas sacken, bevor es mit der fröhlichen Ethnobotanikerin, Umweltnaturwissenschaftlerin und Autorin Maja Dal Cero (klick!) weiter ging. Sie entführte uns mit wunderschönen Fotos in den Mikro- und Makrokosmos der Pflanzen, streifte kurz die Evolution und die Auswirkungen davon auf unsere heutige Flora. Viele Vorgänge wie die Kommunikation zwischen Pflanzen und mit Insekten mit Hilfe von ätherischen Ölen wurden uns anschaulich und lebendig nahe gebracht und bereiteten auf den späteren Vortrag einer Kollegin vor. Majas Buch Unsere Heilpflanzen (klick!) erläutert die 150 wichtigsten Heilpflanzen, die in der Schweiz wachsen.

Regula_Rudolf_von_RohrNach der Mittagspause berichtete die engagierte Aromatherapeutin und Psychiatrie-Pflegende am Universitätsspital Basel Regula Rudolf von Rohr (klick!) über ihre Erfahrungen und ihren Einsatz von ätherischen Ölen bei Menschen mit psychiatrischen Störungen. Es ist wirklich beeindruckend, wie fortschrittlich man dort arbeitet und wie erfahren man in der Begleitung mit den duften Helfern ist. Das Ziel des ‚Basler Modells‘ ist der Auf- und Ausbau von Selbstfürsorge, möglichst über den stationären Aufenthalt der PatientInnen hinaus, es soll eine Erweiterung des eigenverantwortlichen Handlungsraumes (Empowerment) aufgebaut werden, also Hilfe zur Selbsthilfe mit gegeben werden.

Besonders schön ist ihr neuer Therapiegarten, dessen Entwicklungsschritte Regula uns in Fotos gezeigt hat: vom ersten Entwurf, an dem einiges verworfen oder geändert werden musste über die noch kahle Anlage mit frisch gepflanztem Grünzeug bis zum wuchernden Duftgarten mit Bänkli zum Genießen und Gesundwerden. Nicht nur das Schnuppern wird den PatientInnen nahe gelegt, mit Hilfe der Pflanzen sollen die eher abstrakten Düfte in den Fläschli sozusagen ein Gesicht bekommen und können dazu noch helfen bei folgenden Tätigkeiten:

  • Trockensträusse binden zum Mitnehmen
  • Kräuter ernten für Tees, inkl. Zubereitung
  • Ernten für Potpourris
  • Bei der Pflege des Gartens mithelfen
  • Lernen, wie Duftpflanzen zu Hause auf dem Balkon oder im Garten angepflanzt und gepflegt werden

Regula hat ein gut funktionierendes Netzwerk für Pflegende mit aufgebaut, das DreiLänderSymposium (klick!), das einmal im Jahr einen spannenden Fortbildungs-Kongress entweder in der Schweiz, in Österreich oder in Deutschland anbietet. Im Übergang zum nächsten Vortrag stellte Ingeborg Stadelmann kurz ihre Arbeit beim Aromatherapie- und Aromapflege-Verein Forum Essenzia (klick!) vor.

Farfalla_Team_Zürich2015Anschließend amüsierten die vier GründerInnen von Farfalla (klick!) mit Bildern und Anekdoten aus der Vergangenheit, sie haben ihre damals vor 30 Jahren gesteckten Ziele im Großen und Ganzen erreicht, sie bleiben sich nach wie vor treu, indem sie kompromisslos für höchste Bio-Qualität, für Umweltschutz und fairen Handel eintreten. Wir hatten in den letzten Jahren viele Gespräche zum Thema, ich konnte mir Lager und Labor anschauen, ich habe viele MitarbeiterInnen kennen lernen dürfen und habe einen Großteil des umfangreichen Sortiments ausprobiert.

Nach wie vor reisen die Farfalla-Menschen gerne zu den vielen Orten, an denen ihre Duftpflanzen gedeihen und von wo sie ihre kostbaren ätherischen Öle beziehen und tauschen sich mit denen aus, die die „Drecksarbeit“ rund um die Felder machen. Den Ärmsten der Armen wird unter die Arme gegriffen, beispielsweise auf Madagaskar, von wo 20 feinste ätherische Öle kommen. Was sich seit den Hippie-Tagen mit langen Haaren und Rauschebärten verändert hat: Sie können inzwischen auch auf ein gut sortiertes Angebot von sehr hochwertiger Naturkosmetik stolz sein, diese wird im eigenen Labor produziert. Zudem bekam das eine Starter-Ladengeschäft in Zürich-Seefeld nach und nach Geschwister in mehreren Orten der Schweiz und Farfalla-Produkte sind nun auch außerhalb der eidgenössischen Grenzen erhältlich und beliebt. Derzeit ist das „alte“ (jedoch sehr jung gebliebene) Team dabei, ihre Arbeit in jüngere Hände zu geben.

Zum Abschluss dieses gelungenen Kongresses referierte – wie bereits vor fünf Jahren – die Biologin und Chemikerin Florianne Koechlin über ‚Feigen flüstern, Weiden wispern‘. Wir lernten spannende neue Erkenntnisse aus dem Bereich des ‚Pflanzenpalavers‘, also der Kommunikation zwischen Pflanzen, zu der sie bereits vor einigen Jahren ein wundervoll zu lesendes kleines Buch (klick!) herausgegeben hat. In Erstaunen versetzte die Forschung mit dem vorhandenen ‚Gedächtnis‘ von grünen Wesen, wie man an Mimosenpflanzen, die man fallen ließ, beobachten konnte. Es kostet die ’sensible‘ Pflanze Energie, immer wieder ihre gefiederten Blättchen zusammenzuklappen und zu öffenen. Nach mehreren Malen des Fallens taten die beobachteten Pflanzen dies nicht mehr. Klar, denkt sich der Forscher, die Power ist verbraucht, das Pflänzlein ist irgendwie müde. Doch auch in den nächsten Tagen reagierten die im Fall nun geübten Gewächse, dass es keinen Grund zum Zuklappen gibt, sie müssen sich das also irgendwie „gemerkt“ haben.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFrau Koechlin informierte uns auch über das WWW der Pflanzenwelt, das Wide Wood Web: Man kommt sich als Mensch schon ein wenig erbärmlich vor, wenn man erläutert bekommt, dazu auf so unterhaltsame Weise, welche Kommunikationsprozesse in der Pflanzenwelt unterirdisch abgehen. Nur weil wir die Klopfgeräusche einer Pflanze nicht hören können, heißt das nicht, dass es sich um stumme und dumme Kreaturen handelt! Jedes Jahr gibt es neue faszinierende technische Möglichkeiten, diese Ausdrucksweisen der Pflanzen so umzuwandeln, dass wir sie mit unseren doch recht armseligen Sinnen erfassen können. Und siehe da, wer offen dafür ist, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Ich war nicht nur vom kurzweiligen Vortragsstil von Frau Koechlin mitgerissen, mir haben ihre vielen kleinen erläuternden Aquarelle besonders gut gefallen: Sie ist nicht nur forschend, sondern auch künstlerisch tätig und illustriert ihre Folien mit entzückenden leicht kolorierten Strichzeichnungen. Ein neues Buch, das Frau Koechlin mit herausgegeben hat, soll inspirieren und aufklären, so dass wir Menschen Pflanzen mehr ernst nehmen können und mehr Achtung vor ihren Fähigkeiten aufbauen können: Jenseits der Blattränder (klick!). Das Buch schildert Eigenheiten der Pflanzen und beschreibt ihre Kommunikationskünste und Beziehungsnetze, die sie mit anderen Lebewesen und uns Menschen knüpfen. Auszug aus der Buchbeschreibung vom Lenos Verlag April 2014: „So erfahren wir, wie Pflanzen mit Duftstoffen kommunizieren oder dass das Wurzelsystem einer jungen Roggenpflanze fast fünf Kilometer pro Tag wächst und wie es mit Pilzfäden ein dichtes unterirdisches Netz bildet, über das auch Nährstoffe und Informationen ausgetauscht werden. Ein weiteres Fragment berichtet aus der neuesten Forschung: Pflanzen erinnern sich an vergangene Ereignisse – und vererben diese Erinnerungen sogar an ihren Nachwuchs. So können sich Tomaten, die einmal von Raupen attackiert wurden, beim zweiten Mal viel effizienter wehren. Und auch deren Nachkommen sind gegen Fraßfeinde besser gewappnet – sie haben die Erinnerungen an den Raupenangriff von ihren Eltern geerbt. Pflanzen sind also keine passiven und isolierten Objekte. Sie sind Subjekte im großen Beziehungsgeflecht der Natur, in das auch wir eingebunden sind. Da stellt sich die Frage unserer Verantwortung ihnen gegenüber neu.“

Es war ein rundherum gelungener und abwechslungsreicher Kongress, wir haben viel gelernt und auch viel gelacht. Bleibt nur noch zu sagen: MERCI, Farfalla, auf die nächsten 10 oder 20 oder 30 Jahre! Danke auch, dass ich moderieren durfte, es war mir eine freudige Ehre! Es folgt zum Abschluss noch die erste Folie aus meiner Präsentation:

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieSo umschrieb ich auf einem selbst gebastelten T-Shirt meine Tätigkeit als relativ frisch gebackene Aromatherapeutin, ausgebildet bei und ausgestattet mit dem Diplom von SPICA, dem College der englischsprachigen Pionierin Shirley Price: Aromatherapeuten tun es mit Duft und Liebe. Das war nicht vor 30 Jahren, jedoch vor circa 27 oder 28 Jahren.

Fotos: © Volkmar Heitmann (Zimmermann, Kunz, Bernath-Frei, Rudolf von Rohr, Farfalla-Team), Maja Dal Cero (Dal Cero)

arbeitsmaterialien


Aromatherapie Eliane ZimmermannEine Duft-Erlebniswoche jagt die andere, ich wandele mit vielen „Nasen“ durch die duftenden Landschaften Südwest-Irlands. Zwischendrin etwas „Arbeit“ am Frühstückstisch: Den Andruck, also die Prototypen Korrektur lesen. Also: demnächst sind die lang erwarteten Lieblinge erhältlich! Viele Grüße aus dem Blütendschungel und den seltenen Aromapflanzen (Schirmtanne, Harzeibe, japanische Sicheltanne, Skimmia, Muschelzypresse etc).

hydrolate und mehr buntes text-konfetti


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieSo, nun bin ich von meiner bunten Tournee durch Schweiz und Österreich zurück und staune immer noch über all die feinen Menschen, die interessanten Themen und die farbenfrohen Geschenke, die ich bekam. Auch das Wetter war ein Traum (wenn auch viel zu trocken für die zu früh erwachte Natur). Aber erst möchte ich daran erinnern, dass aller guten Dinge DREI sind und das lang erwartete Hydrolate-Buch von Susanne Fischer-Rizzi nun zu bestellen ist: Das große Buch der Pflanzenwässer – Pflegen, Heilen, gesund bleiben mit Hydrolaten (klick! zu Amazon). Die deutsche Pionierin der Heilenden Düfte portraitiert 80 Hydrolate, sie erzählt die Geschichte der Destillation von der Antike bis heute inklusive eines Sammel- und Destillationskalenders und berichtet von Anwendungen in Kosmetik, Gesundheits- und Krankenpflege und im Sozialbereich. Freilich mit vielen Rezepten (39,90 Euro). Wer beim ethischen Buchhändler, der Anteile des Gewinns wohltätigen Organisationen zukommen lässt, bestellen möchte, kann das 350 Seiten dicke Buch hier bei Buch7 (klick!) bestellen.

Und noch ein neues und neuartiges Buch möchte ich euch vorstellen: Aromatherapie für Hunde von Kerstin Ruhsam (klick! zu Amazon). Auf 124 super-nett illustrierten Seiten erfahren Hundefreunde und -freundinnen, die ihrem Tier vor allem Naturpflege und natürliche Heilmöglichkeiten zukommen lassen möchten, alles Wichtige über ätherische und fette Pflanzenöle sowie über einige hundetaugliche Hydrolate. Er oder sie lernt wichtige Vorsichtsmaßnahmen und zahlreiche Anwendungstipps bei typischen Hunde-Wehwehchen (verschiedene Inhalationsmöglichkeiten, Waschlotionen, Roll-ons), etliche Rezepturen wie Pfotenbalsam, Parasitenschutz und Fellmassage-Gel. Ein ideales Buch für Hunde-Aromatherapie-EinsteigerInnen, es ist übersichtlich und für Laien verständlich! Wer beim ethischen Buchhändler bestellen möchte, kann das 19,95 Euro kostende Buch der sympathischen Hundesalon-Inhaberin und Spezialistin für Hunde-Aromatherapie und Physiotherapie hier bei Buch7 (klick!) bestellen. Etliche Tipps erfährt man auch auf Kerstins Website namens Dogwell.

'Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch weiß nicht warum, auf dieser Tournee gab es besonders viele dufte Geschenke, für die ich mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bedanken möchte (und bei der tollen Airline Aer Lingus, die die 2,4 Kilo Übergepäck und das [zu] dicke Handgepäck hat durchgehen lassen). Es gab ein tolle Seife mit den Kräutern des alten Liedes ‚Scarborough Fair‘ von der Tiroler Outdoorschulen-Inhaberin Barbara Hoflacher, einen traumhaft duftenden Vanillezucker von Huberta Kunkel (dazu eine Pulle reinen Alkohol für Kosmetikzwecke, weil ich den hier in Irland so gut wie nirgendwo bekomme), ein „Fresspaket“ mit tollen Bio-Produkten (nunja, die dreieckige Schoki nicht) von der engagierten Pflanzenwerkstatt-Inhaberin Sandra Limacher Hofstetter, bei ihr in der Schweiz kann man Räucherkurse, Kräutersammel-Veranstaltungen und auch Balsame herstellen lernen. Von Thomas Friese gab es einen feinen knallroten Granatapfeltrunk und von Evelyn Deutsch selbst gemachtes Bärlauchpesto und flugtauglichen feucht eingepackten Bärlauch (wächst hier kaum).

'Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas ist Frühjahreskur und Leber-Reinigung pur, auch wenn man dann etwas knoblauchig mieft… Aber nicht jede Aromatherapie duftet…

anis – die heilpflanze des jahres 2014


Schule für Aromatherapie Eliane ZimmermannNachdem diese hocharomatische und ästhetische Pflanze vom  Verein NHV Theophrastus ausgezeichnet wurde, ist es mal wieder an der Zeit, dass ich mich ihrem ätherischen Öl zuwende. Es hat hier dem meinem Blog bislang wenig Beachtung gefunden, jedoch weil ich den feinen würzigen Duft durchaus sehr schätze, bekam es bereits vor langer Zeit ein ausführliches Portrait hier auf meiner Website (klick!).

Neben Limettenduft, der bei mir sofort Erinnerungen an sorglose Strandtage in Brasilien weckt, erinnert mich das Aroma von Anis an sonnige Tage in Griechenland. Neben Anisauszügen enthält der dort so viel verwendete Schnaps Ouzo übrigens eine ganze Palette an ätherischen Ölen (Koriander, Gewürznelke, Mastix, je nach Rezeptur vermutlich auch noch Kamille und Angelikawurzel).

Bei der Pflanzenfamilie der Apiaceae/Doldenblütengewächse, zu denen Anis zählt,  spricht man nicht von ‚Samen‘, aus denen die Teedroge gewonnen wird, sondern von ‚Früchten‘. Deutsche Lieferanten verkaufen entweder die destillierten Früchte der zarten Heilkrautes Pimpinella anisum L. oder die destillierten Samen und Samenhüllen des 20 Meter hohen tropischen Baumes Illicium verum Hook. F. (Sternanis, Familie der Schisandraceae). Aus Illicium anisatum kann auch ätherisches Öl gewonnen werden, es enthält jedoch toxisches Isosafrol. Aus der Shikimisäure der Illiciumbäume wird übrigens das während der Vogelgrippenpanik gepriesene antivirale Medikament gewonnen, ich schrieb hier darüber.

Schule für Aromatherapie Eliane ZimmermannAnisöl wird in der Aromatherapie kaum verwendet, vielleicht weil es so nach Essen und Trinken duftet, vielleicht weil das ähnlich wirkende und duftende Fenchelöl besser erhältlich ist, vielleicht auch weil in alten Büchern vor der Toxizität gewarnt wird. Wer abschalten möchte, Entspannung und tiefen Schlaf sucht, den Alltag etwas vergessen möchte, wird jedoch mit diesem Duft seine helle (aufhellende) Freude haben. Auch eignet sich dieses Öl wunderbar für Menschen, denen Ereignisse auf den Magen schlagen. Wenn man zu viel „Unverdauliches“ erleben musste, kann eine Ölauflage auf dem Bauch samt Wärmflasche Wunder wirken (1 Tropfen Anisöl auf einen großen Esslöffel mit Olivenöl, sanft auf schmerzenden Bauch einreiben. Ergänzend dazu (oder alternativ) kann Basilikum eingesetzt werden, ich schrieb im letzten Blogbeitrag ausführlich darüber.

Tisserand_Safety_CoverDas ätherische Öl des wärmeliebenden Aniskrautes kommt meistens aus Frankreich oder Spanien, es enthält 75 bis 96 Prozent trans-Anethol, ein Phenylether. Da diese Gruppe von Molekülen eine deutliche psychische Wirkung ausüben können, kann die Raumbeduftung mit diesem Öl einerseits stark entspannend wirken, kann bei sensiblen Menschen angeblich auch Träume intensiver und bunter werden lassen. Vermutlich ist ein Cocktail aus Spuren von Anisketon, Anisaldehyd und Estragol für diese spannende Eigenschaft verantwortlich. Tisserand warnt in seinem neuen supergroßen, superschweren, superinformativen Buch „Essential Oil Safety“ (klick! unter 50 Euro für über 4000 Referenzen zu Studien mit ätherischen Ölen!) vor oxidierten Ölen, die reich an Anethol sind, also das angebrochene Fläschchen bitte innerhalb von 1,5 bis 2 Jahren verbrauchen oder es nicht mehr für Hautanwendungen einsetzen. Dieser Stoff kann – zumindest innerlich verwendet – auch die Blutgerinnung verzögern, also Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Bei Experimenten mit Ratten beobachtete man zudem eine antidiuretische Wirkung, dh der Leitstoff von Anis fördert eventuell Wasseranlagerungen bei entsprechend vorbelasteten Personen. Untersuchungen bezüglich der östrogenähnlichen Wirkung zeigen nach wie vor unterschiedliche Ergebnisse, bei vernünftiger Verdünnung und bei nur äußerlicher Anwendung scheint keine Gefahr für schwangere und stillende Frauen zu bestehen, bei hormonabhängigen Krebserkrankungen sollten jedoch Fenchel- und Anistees nicht ständig und in großen Mengen getrunken werden.

Und nun noch ein paar andere Pflanzen, denen ab morgen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte:

Ich wünsche allen meinen LeserInnen einen guten Start in eine neue Zeit und bedanke mich insbesondere bei allen, die hier ab und zu  mitmachen und die mich mit Kommentaren, Informationen und Anregungen begleiten, unterstützen und anspornen. (So eine kostenlose Informationsseite macht sich nicht ganz alleine.) Ein besonderer Dank geht auch nochmals an die UnterstützerInnen, die mir (und euch) durch Buch- und Sach-Bestellungen dieses Projekt seit über 5 Jahren (finanziell) möglich machen (vor allem geht ein dicker Knuddel an Patrick, dem Mega-Unterstützer!).

Eine BITTE noch habe ich zum Schluss dieses Beitrages und dieses Jahres an Euch/Sie: Nach wunderbaren Bewertungen der ersten Auflagen haben auf Amazon inzwischen ein paar fiese, neidische und dümmliche Kritiken die wichtige Sternchenzahl meines Fachbuches (klick!) auf ein unansehliches Maß rutschen lassen. Nun hat es leider die schlechteste Bewertung auf Seite 1 der Aromatherapie-Bücher, schade und wie ich meine, wirklich unverdient).

Schule für Aromatherapie Eliane ZimmermannIch würde mich sehr freuen, wenn sich das Lob, das mir in Life-Begegnungen ausgesprochen wird, sich auch bei Amazon widerspiegeln würde. Könnten einige von euch, geschätzte LeserInnen, ein paar Worte der Wertschätzung, gerne auch von konstruktiver Kritik, als Bewertung verfassen? Vielleicht auch den Sinn der oft kritisierten lateinischen Namensgebung der Pflanzennamen erläutern? Denn wenn man beispielsweise unterschiedliche Pfefferminzeöle vergleichen möchte (was man als Student und Dozent der Aromatherapie durchaus immer wieder mal machen sollte), muss man nicht unter A wie Ackerminze, B wie Bergamotteminze, F wie Flohminze, P wie Pfefferminze und W wie Wasserminze nachschlagen, sondern hat sie alle unter M wie Mentha beisammen. Ähnliches gilt für Thymianöle, Eukalyptusöle, Zitrusöle und noch einige mehr. Zudem gibt es das Lesezeichen mit lateinischen und deutschen Namen zum kostenlosen Download auf meiner Website (klick!). Dass Farbe und bunte Grafiken fehlen, habe nicht ich zu verantworten, ich erhielt nicht die Unterstützung einer einzelnen Ölefirma, die beim Mitbewerberbuch die Zusatzkosten für den Vierfarbdruck getragen hat. Die nächste (völlig zu überarbeitende Auflage) wird jedoch bunt, endlich :-)!

wenn ein arzt, ein apotheker und ein pharmazeutischer chemiker sich zusammentun… (teil 1)


Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie…entsteht ein ‚Schinken‘ von einem Mega-Fachbuch! Mein Exemplar schleicht zwar derzeit noch zu mir in Richtung supersonnige Grüne Insel, doch wer die knapp 95 Euro für fast 900 Seiten bereits jetzt investieren möchte, kann Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis (klick! zur portofreien Bestellung) nun ordern oder sich auch erst einmal ein Bild mit dieser kostenlosen Leseprobe (klick!) machen. Die Herausgeber sind Dr. Wolfgang Steflitsch (Facharzt für Lungenheilkunde in Wien), Dietmar Wolz (Bahnhof Apotheke Kempten) und Prof. Dr. Gerhard Buchbauer (Pharmazeutischer Chemiker im Ruhestand, Uni Wien), dazu kommen noch viele andere AutorInnen. Ich bin sehr gespannt und werde euch nach Ankunft des dicken Wälzers eine detaillierte Beschreibung liefern. Dem Stadelmann Verlag herzlichen Glückwunsch zur langen Schwangerschaft und Geburt dieses Riesen-Babys! Die Aromatherapie-Szene hat inzwischen eine grandiose Auswahl an hochkarätigen Büchern – wenn ich an meine breite und doch magere Bibliothek vor 25 Jahren denke, kommt mir der Gedanke, dass unser dufter Beruf nun dabei ist, erwachsen zu werden und immer mehr den Erfordernissen einer evidenzbasierten Therapie nachkommen kann. Derweil bastele ich an einer totalen Renovierung für mein eigenes Fachbuch (6. Auflage 2014) sowie an drei anderen Veröffentlichungen, die meine Multitasking-Fähigkeiten fordern…

ein fast vergessenes buch geschenktipp #7


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieEin Buch, das mich in den ersten Jahren meiner Aromatherapie-Erfahrungen stark beeindruckt hatte und dessen Nicht-mehr-neu-aufgelegt-werden mich sehr traurig machte, war Duftheilkunde – der Weg, Düften zu begegnen von Renato (René) Strassmann. Das sehr persönlich geschriebene Buch wurde ganz zu Beginn der deutschsprachigen Aromatherapie-Bewegung im Schweizer AT Verlag heraus gegeben, es ist ganz, ganz anders als alle Bücher, die es jemals über ätherische Öle gab. Es befand sich ganz oben auf der Liste der zu lesenden Bücher in meinen Ausbildungen (denn jeder musste ein Referat zu einem speziellen Werk schreiben). Besonders auffällig und wirklich einzigartig: Es werden nur drei Öle ausführlich beschrieben (jene sind in meiner Ur-Ausgabe in drei nicht zusammenhängenden Abschnitten auf türkisfarbenem Papier gedruckt). Es handelt sich nicht etwa um Lavendel, Orange und Pfefferminze oder andere sehr häufig gebräuchliche und beliebte Öle, sondern um Angelikawurzel, Muskatellersalbei und Iris. Der Autor aus einem kleinen Dorf in der Schweiz entwickelte sich schon früh von einem – zunächst eher etabliertem – Heilkräuterspezialisten (in der Schweiz: Drogist) zu einem Mann, dem eine tiefe Verbundenheit zur Natur innewohnt und ihren Lebewesen mit tiefem Respekt begegnet – heute lebt er in Österreich. Möglicherweise ist sein Ansatz ähnlich wie der von Wolf-Dieter Storl – wenn jemand einen Vergleich braucht. Auf seiner Facebook-Seite erzählt er davon. Ich war so glücklich zu entdecken, dass dieses Buch seit diesem Sommer wieder erhältlich ist und werde es mit viel Freude weiter empfehlen. Auf dem oben angegebenem Buchtitel-Link kann man sich ganz gut einlesen in die einzigartige Erzählweise dieses Buches.

Sein zweites nie verschwundenes (oder nur kurz nicht neu aufgelegtes) Buch war mir immer Wegweiser bei meinen eigenen Entdeckungen und Erkenntnissen in der Natur der eher großen Pflanzen: Baumheilkunde war eines der ersten umfassenden Bücher über die Heilwirkung von Bäumen – es ist sowas wie eine Bibel in unserem Haushalt geworden. Inzwischen haben sich in unseren Regalen sicherlich noch zwei Dutzend Baum-Bücher dazu gesellt, doch das meist konsultierte Werk ist und bleibt das von Renato Strassmann.Wir haben ja auf unserem Privatgrundstück Dutzende von Bäumen und unser neu dazu gekommenes Seminar- und Gästehaus ist sogar von einem der ältesten Arboreten (Arboretum=Baumsammlung/Baum-Museum) Irlands umgeben – gegründet 1800 von der Familie der ersten Botanikerin Irlands. Viele von euch haben die dortige Magie ja bereits kennen- und lieben gelernt.

Blätter_von_Bäumen_Fischer-RizziEin weiteres wundervolles Buch über die Heilkraft von Bäumen ist übrigens auch ein von mir innig geliebtes (Früh-)Werk von Susanne Fischer-Rizzi: Blätter von Bäumen. Ein wunderbarer Bildband von Thomas Pakenham Bäume – die 72 größten und ältesten Bäume der Welt, dem Begründer der Irish Tree Society, gibt es inzwischen auf deutsch nur noch antiquarisch, der adlige Sohn eines bekannten britischen Politikers ist begnadeter Bäume-Fotograf, Botanik-Spezialist und Historiker, eine prima Kombination, um so ein spannendes und ästhetisches Buch über die wichtigsten Sauerstoffspender für uns Erdenmenschen zusammen zu stellen. Sir Pakenham war übrigens vor einigen Jahren im erwähnten Baumpark rund um unser Seminar- und Gästehaus und hat attestiert, dass es hier den größten und schönsten Wald der Andenmyrte (Myrtus luma oder Luma apiculata) gibt.

iris im buch: geschenktipp #5


Eliane Zimmermann Aromatherapie-SchuleEin Geschenk, das immer gut ankommt, ist ein beduftetes Buch (tja, mal etwas das nicht mit dem Kindle geht 😉 ). Man tropft etwas ätherisches Öl auf ein paar Streifen Küchenpapier oder Papiertaschentuch und legt sie so zusammengefaltet an einige Stellen in ein passendes Buch, so dass keine Öleflecken auf dem Papier entstehen. In eine Plastiktüte gut einwickeln und mindestens eine Woche ziehen lassen. Lasst sich für’s kleine Budget auch prima mit Briefpapier machen oder – noch preiswerter und doch effektiv – mit einem Packen buntem Kopierpapier, eventuell in allen Farben des Regenbogens. Ich habe mit dem bedufteten Buch Iris, das ist ein wunderschönes spirituelles Märchen von Hermann Hesse, immer wieder erstaunte Komplimente bekommen. Die Original-Zeichnungen von Peter Dorn in der handgeschriebenen Ausgabe vom Silberschnur Verlag hatte ich vor fast 25 Jahren life gesehen, auf matten Packpapier pastellig gezeichnet sahen sie umwerfend aus, in der gedruckten Version geht natürlich etwas vom Zauber verloren. Doch es fragte schon mal jemand ungläubig: ich bilde mir ein, diese schöne Iriszeichnung duftet…. Das in Alkohol gelöste Irisöl von Primavera ist für diesen Zweck besonders geeignet: es ist erschwinglich, bereits verdünnt  und damit nicht färbend und fein-pudrig-holzig-veilchenartig duftend. Ein Tupfer Vanille würde auch noch zum Buch passen (Vorsicht, Papier gut einschlagen, sonst Fleckengefahr, aufpassen auch bei den preiswerteren und nicht so fein duftenden Iris-Absolues). Zitrus- und Nadelöle sind für beduftete Papiere nicht gut geeignet, da sie nach Oxidation, die in so feinen Öleschichten recht schnell erfolgt, unangenehm terpentinig riechen werden.

gesund leben mit lebkuchen geschenktipp #3


eliane zimmermann aromakücheEs ist nicht gesichert, woher das Wort Lebkuchen kommt, der Wortbestandteil LEBEN ist jedoch sicherlich ein wichtiger Hinweis auf den ursprünglichen Sinn der gehaltvollen Bäckerei. Leb hat auch etwas mit speziell hergestelltem Honig zu tun und auch mit ‚Leib‘ im Sinne von ‚Brot‘ und ‚Fladen‘ (also flache, fladenartige Backware). In vielen Regionen war und ist Lebkuchen oder Honigkuchen kein Saison-Gebäck, sondern wichtige Wegzehrung – so eine Art Müsliriegel-Schnellimbiss. In Basel beispielsweise kann man Lebkuchen in Form von feinen Basler Leckerli das ganze Jahr über im Läckerli Huus kaufen (danke Regula!!!).

Ich finde es interessant, sich mal in Erinnerung zu rufen, dass in alten Zeiten reichhaltige LEBENSmittel hergestellt werden mussten, um als Mensch mit körperlicher Arbeit durch den Winter zu kommen. Man hatte kaum oder wenig Heizmöglichkeiten, man lief weite Wege, da es wenig Fahrzeuge gab, es gab kaum oder keine Haushaltsmaschinen, und Supermärkte sowieso nicht, man musste also raus, einen Großteil seiner Nahrung zubereiten (melken, Butter, Sahne und Käse herstellen etc) ernten (Rüben, Kohl, eingelagerte Möhren/Sellerie etc) und der dabei immer der Kälte trotzen. Das ist keine 100 Jahre her, ich spreche nicht von Neandertalern!

Eliane Zimmermann Aromatherapie

Ein hochwertiger Lebkuchen ist/war gefüllt mit mineralstoffreichem Trockenobst (kandiertem Obst), essenzielle Fettsäuren liefernden Mandeln und Nüssen, energielieferndem Honig und/oder Zucker und (früher mal) frisch gemahlenem mehr oder weniger vollkornigem Mehl, das wichtige B-Vitamine liefert(e). Nun kommen die überaus wichtigen Zitrusschalen und Gewürze ins Spiel: Diese sorgen – wenn sie frisch gemahlen oder gemörsert werden – mit ihren wertvollen ätherischen Ölen für ein funktionierendes Immunsystem, sie regen die Durchblutung zart an, rücken Krankheitskeimen auf den Leib und wirken nachweislich stimmungsaufhellend. Zimtduft im Haus kann einer Studie zufolge ein Gefühl von mehr Wärme als im Raum tatsächlich vorhanden ist, erzeugen. Also LEBENSkuchen im besten Sinne! Natürlich treffen die meisten dieser Überlebenskriterien nicht mehr auf den heutigen Menschen zu, so dass wir umso mehr auf hochwertige Advents- und Weihnachtsleckereien achten sollten und uns nicht mit minderwertigen und darum überzuckerten und künstlich aromatisierten Industrie-Naschwaren voll stopfen sollten.

Ich bin ja bekanntlich der spontane und ungeduldige Typ und stehe auf schnelle Rezepturen. So habe ich gestern fünf Bleche einer einfachen Version von Lebkuchen gebacken (die leider heute bereits weg geknuspert sind 😉 ). Das Rollen und Schneiden des Teiges macht auch Kleinkindern ganz viel Spaß und nervt Mütter nicht so sehr wie das Plätzchenausstechen (weil immer Stückchen hängen bleiben, grrrr).

  • 4 Eier
  • 300 g  brauner Bio-Zucker (hier in Irland gibt es eine feine Sorte, an der noch ganz viel Melasse klebt) oder 1:1 Zucker und Birkenzucker
  • 300 g möglichst frisch gemahlene Bio-Mandeln (ich habe sie mit der braunen Haut gemahlen, auch Haselnüsse können  genommen werden)
  • 450 g möglichst frisch gemahlenes Bio-Dinkelmehl
  • 2 Esslöffel Bio-Kakaopulver
  • 2 Esslöffel Weinsteinbackpulver
  • 1 Tropfen Zimtrindenöl (Cinnamomum zeylanicum) (wirklich nur 1 Tropfen, auf gute Qualität achten, Zimtöl wird ganz oft gefälscht)
  • 5 Tropfen Bio-Blutorangenöl
  • 5 Tropfen Bio-Vanilleextrakt
  • evtl 2 Tropfen Tonkaextrakt und je eine Prise Pimentpulver, Muskatblütenpulver und Ingwerpulver (und/oder ein kleines Stückchen fein gehackte Ingwerwurzel)

1. Eier und Zucker gut zusammenrühren, die anderen Zutaten außer den Mandeln nach und nach hinzufügen, wenn der Teig schön gleichmäßig ist, die Mandeln hinzufügen
2. Vier oder fünf Rollen („Würste“) herstellen, mit scharfem Messer in viele Scheiben à circa 5 mm Dicke schneiden, circa 15 Minuten bei 20°C backen. Das Originalrezept aus Brasilien sieht es vor, die Rollen ganz zu backen (circa 30-45 Minuten) und dann – solange sie noch heiß sind – sofort in Scheiben zu schneiden.
3. Mit im noch warmen Ofen geschmolzener Couvertüre, die mit 1 Tropfen Bio-Blutorangenöl oder Fruchtschalenmix von Feeling oder Orangenzauber von Primavera angereichert werden kann, bestreichen oder betupfen. Wer es ganz edel möchte, kann – bevor die Schokolade fest ist, noch ein Paar bunte Tupfer der wundervollen Glücks-Gewürzblütenmischung von Sonnentor drauf geben. Rote Pünktchen in Form von Rosenblüten, Himbeer- und Erdbeerstückchen und rotem Pfeffer erhält man mit der Gewürzblütenmischung Alles Liebe von Sonnentor.Iburg_Geschenke_Küche

Diese Plätzchen heißen eigentlich Pumpernickelplätzchen: Sie haben einen etwas rustikalen Touch, sie sind nicht allzu süß und sind butter- und ölfrei. Aber sie sind ganz fix gemacht und lecker!

Für Menschen, die gerne gut und bequem backen und kochen, ist das Öleset mit dem Buch Aromaküche von Ursula Kutschera und Sabine Hönig „Aromaküche sweet“ ein schönes Geschenk, Freunde der herzhaften Küche werden mehr  das Set mit sehr aromatischen CO2-Extrakten „Aromaküche spicy“ schätzen. Auch das Buch Duftküche von Maria Kettenring ist eine schöne Idee für häusliche GourmetköchInnen, darin befinden sich auch einige Gebäckrezepte und eine feine Mischung für Lebkuchen-Honigsirup. Wunderschöne Inspirationen für klasse verpackte Geschenke aus der Küche kann man sich aus den Büchern von Anne Iburg holen wie beispielsweise in „Süße Geschenke zu Weihnachten„. Wer seine Speisen gerne mit bunten und gesunden Tupfern dekoriert, wird sich über das 10er-Testset Gewürzblüten-Probier-Mal von Sonnentor freuen.