wenn ätherische öle standardisiert werden


bergamot_fruits_vienna_xsKürzlich fragte mich jemand, ob Bergamotteöl, das frei von den vermeintlich gefährlichen Furocumarinen ist (FCF), noch genau so gut sei wie das naturbelassene Bergamotteöl. Viele ätherische Öle werden verändert, entweder um gesetzlichen Vorschriften zu genügen oder weil die dem Produzenten nicht gut genug sind (im Duft oder in den Wirkungen). Eukalyptusöl beispielsweise wird gerne so „eingestellt“, dass der Gehalt an Eukalyptol (=1 ,8-Cineol) möglichst hoch ist, also 80 Prozent und mehr, wenn die Natur das nicht so hinbekommt, wird nachgeholfen.

Diverse Minzeöle, vor allem Ackerminzeöl (Mentha arvensis), sollen möglichst viel Menthol enthalten, also wird nachgeholfen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieYsop- und Salbeiöl gibt es bei guten Firmen mit niedrigem Thujon-Gehalt, doch es kann auch einfach nachgeholfen werden, so dass dieser vermeintlich „böse“ Stoff entfällt oder zumindest reduziert wird. Thujon kann bei falscher Anwendung neurotoxisch wirken, bei korrekter Verdünnung und nur äußerlich aufgetragen jedoch neurotonisch, also konzentrationsanregend, thujonhaltige Öl können auch prima zur Wundheilung eingesetzt werden und helfen enorm bei Inhalationen, wenn das HNO-System verschleimt ist.

Bei Rosenölen wird seit Anfang der 2000er Jahre entweder auf Rosen-Sorten zurück gegriffen, die kaum Methyleugenol enthalten, oder man muss als Mensch das Öl manipulieren, damit die Höchstwerte dieses fein duftenden entspannend wirksamen Moleküls nicht überschritten werden. Denn bei damit überfütterten Nagetieren entwickelten sich nach Monaten der Fehlernährung damit Leberprobleme bis hin zu Leberkrebs.

Bergamotte_im_SupermarktZitrusöle dürfen so gut wie keine Furocumarine enthalten, wenn sie in Kosmetika verarbeitet werden oder als Kosmetika deklariert werden, weil sie als krebsauslösend gelten, und zumindest Pigmentflecken bilden, wenn die entsprechenden ätherischen Öle über 1%ig in der Sonne oder im Solarium auf der Haut angewendet werden. Auch Angelikawurzel- und Kreuzkümmelöl sowie einige andere Öle enthalten Furocumarine.

Ich habe zur Gedankenanregung folgende Fragen zurück gestellt: Wenn ein Inhaltsstoff starke Wirkungen hat und trotzdem (oder gerade deswegen) entfernt wird, wie soll das Öl dann noch dieselben Wirkungen haben, also die Wirkungen, die in guten Büchern nachzulesen sind? Furocumarine wirken laut einigen Studien antitumoral, sie wirken stimmungsaufhellend zumindest in dem Sinn, dass sie die Wirkung einiger Monoterpen-Ester wie Linalylacetat verstärken. Dieser kommt in Bergamotteöl und auch in Lavendel, Bergamotteminze sowie in vielen anderen fein duftenden ätherischen Ölen reichlich vor. Vermutlich wirken Furocumarine leicht antidepressiv, weil sie die „Lichtausbeute“ verstärken, das ist wichtig bei Winterdepressionen (jedoch im Sommer eher nicht so relevant). Furocumarine wirken auch haltbarkeitsfördernd auf die sowieso sehr empfindlichen Zitrusöle.

So, hat ein „amputiertes“ Bergamotteöl dann noch dieselbe Wirkung? Hochwichtige Inhaltsstoffe, auch wenn sie nur zu ein Prozent und weniger in einem Öl vorkommen, zu entfernen, kann über wichtige Wirkungen des betreffenden ätherischen Öles entscheiden. Vor allem über die psychischen Wirkungen. Das ist ein bisschen so, als würde man Ihnen ein Auge weg schneiden, es macht ja nur weniger als 1% Ihrer Körpermasse aus, doch Ihr Aussehen und auch diverse Ihrer Fähigkeiten würden sich erheblich verändern, auch wenn Sie nach gewisser Gewöhnung sicher gut damit leben könnten.

Es ist also sehr kurzsichtig und zeugt von einer sehr einseitigen Betrachtung der Natur, wenn man einem „wohl gestalteten“ Naturprodukt ein Kleinigkeit weg nimmt und dann davon ausgeht, dass es weiterhin seine wohltuenden bis heilenden Eigenschaften ausüben kann. Der Duft  von „amputiertem“ Bergamotteöl (FCF) bleibt übrigens recht gut und unterscheidet sich nicht stark vom naturbelassenen gleichnamigen Öl.

PS ich Durch die neuere Gesetzgebung, die besagt, dass so gut wie keine Furocumarine mehr in Kosmetika enthalten sein dürfen, ist es ausgeschlossen, dass gute Produkte für die Haut noch Furocumarine in nennenswerten Mengen enthalten.

insektenschutz für groß und klein


Insekt_Mücke_xsIch stellte dieser Tage verwundert fest, dass ich hier noch keinen Beitrag über ätherische Öle geschrieben habe, die diverse Insekten auf natürliche Weise (einigermaßen) vertreiben können. Dabei schreibe ich die relevanten Öle so oft an das Flipchart, in meinen Kursen ist das ein regelmäßig wiederkehrendes Thema! Also hole ich dieses Versäumnis heute nach, denn im verregneten Kontinental-Sommer haben die Biester Hochsaison und Hilfe ist gefragt!

Nun muss man wissen, dass Insekten wie auch viele Pflanzen sich mit Hilfe von ätherischen Ölen bzw. deren einzelnen Molekülen „unterhalten“. Pflanzen rufen mit flüchtigen Riechstoffen „alliierte“ Insekten bei Schädlingsbefall zu Hilfe, sie können auch mit Hilfe dieser Riechstoffe Feinde verscheuchen. Sie können sogar sich selbst bzw. Teile von sich selbst warnen, wie letztes Jahr am Beispiel  der Maispflanze festgestellt werden konnte. Mit dem frei gesetzten Stinkstoff Indol, der in Jasmin-Absolue und in zahlreichen anderen Blütendüften vorkommt, „benachrichtigt“ eine frisch angeknabberte Maispflanze ihre „unteren Etagen“, also tiefer gelegene Blätter, die dann ihren Abwehr-Stoffwechsel aktivieren [ein Artikel dazu ist hier (klick!) nachzulesen].

Insekten wiederum sind in der Lage, viele uns aus ätherischen Ölen bekannte Duftmoleküle zu bauen und sie als „Sprache“ untereinander einzusetzen.

  • Bienen beispielsweise stellen Geraniol, Citral (auch in Rosen- und Lemongrassöl enthalten) und andere Terpene her und verwenden sie als Markierungs-Pheromone.
  • Der Sterzelduft von Bienen besteht aus trans-Farnesol (auch in Ylang Ylang, römischer Kamille und Rosenöl enthalten und in Äpfeln, Erdbeere, Heidelbeeren, Trauben, Pilzen, Spinat, Tee, Tomaten).
  • Blattläuse stellen trans-beta-Farnesen als Alarm-Pheromon her (auch in Schafgarbenöl enthalten).
  • Die Wanze Eurygaster integriceps stellt Vanillin als Sexuallockstoff her (in Vanille-, Benzoe- und Toluextrakt sowie in Styraxöl enthalten) [mehr dieser Beispiele werden im Herbst in der stark erweiterten 6. Auflage meines Fachbuches ‚Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe‘ nachzulesen sein]

Und wer im Duftchemie-Unterricht aufgepasst hat 😉 weiß, dass alle diese Moleküle bei uns Menschen nachweisbare körperliche und seelische Prozesse steuern können. Ich stehe wieder einmal staunend vor diesen modernen Erkenntnissen und bewundere den Kreislauf, das Ganz-Sein, die Zusammenhänge in der Natur. Wir Menschen haben also noch Spuren der Pflanzen- und Insektenvergangenheit in uns! Zumindest sind wir mit den entsprechenden Rezeptoren ausgestattet.

Aber nun zurück zum Vertreibungsmittel, das kleine stechende und beißende und saugende Monster abstoßen und irritieren soll. Aufgrund der obigen Erkenntnisse kann man sich unschwer vorstellen, dass wir den lästigen und bisweilen sogar gefährlichen Plagetierchen mit einem Riechstoffcocktail vorgaukeln können, dass sie selbst von einer Schar von Feinden umzingelt sind, so dass sie schnellstmöglich „die Fliege“ machen, uns also in Ruhe lassen. Diverse Stechmücken können einige unserer ätherischen Öle so gar nicht leiden, ganz vorne auf der Liste stehen:

  • Citronella (Cymbopogon nardus und C. winterianus, insektifuger Inhaltsstoff: Citronellal)
  • Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora, insektifuger Inhaltsstoff: Citronellal)
  • Rosengeranie (Pelargonium asperum und P. graveolens,insektifuge Inhaltsstoffe: Geranial/Geraniol)
  • Atlas-Zeder, Himalaya-Zeder (insektifuge Inhaltsstoffe: Gemisch aus Sesquiterpenen und Sesquiterpenolen)
  • Katzenminze (Nepeta cataria, insektifuge Inhaltsstoffe: Nepetalacton und andere Lactone)

Doch durch die Zugabe von einigen anderen Ölen, die anscheinend auch nicht sonderlich beliebt beim summenden Völkchen ist, können wir die Wirkung unserer Abwehr“waffe“ verstärken. Durch Patchouliöl können wir unsere Haut schützen, was insbesondere bei Zubereitungen für Kinder wichtig ist, denn einige der insektifugen Inhaltsstoffe können minimal hautreizend wirken, insbesondere wenn die Fläschchen älter als 6-9 Monate nach erstem Anbrechen sind und auf erhitzter Haut verwendet werden:

  • Lavandin (Lavandula x Intermedia Super, besser noch Lavandula x intermedia Abrial, Lavandula x intermedia Grosso und Lavandula x intermedia Reydovan, diese enthalten mehr Campher [Bornan-2-on] als insektifugen Inhaltsstoff)
  • Patchouli (Pogostemon cablin, insektifuge Inhaltsstoffe: Gemisch aus Sesquiterpenen und Sesquiterpenolen)
  • Teebaum (Melaleuca alternifolia, insektifuge Inhaltsstoffe, nicht gesichert: Gemisch aus Monoterpenen und Sesquiterpenolen wie Globulol und Viridoflorol)
  • Gewürznelkenknospe (Syzygium aromaticum, insektifuger Inhaltsstoff: Eugenol)
  • Eukalyptus (Eucalyptus globulus, insektifuge Inhaltsstoffe: Mix aus 1,8-Cineol und einigen Monoterpen-Ketonen)

Das Ganze mit nativem Kokosfett, das reich an Laurinsäure ist, anzureichern, ist insbesondere in Zecken-Gebieten hilfreich, denn diese schmecken viel lieber die auf unserer Haut befindliche Buttersäure als die Laurinsäure! Bei den anderen fetten Ölen bitte unbedingt darauf achten, dass sie einigermaßen oxidationsstabil sind, also dass die fein auf die Haut aufgetragene Schicht in Wärme und Sonne nicht zu schnell ranzig wird. Von den bekannteren Ölen sind dies Jojobaöl (korrekt: Jojobawachs) und Olivenöl. Zwei deutlich insektenvertreibende fette Öle  müssen an dieser Stellen noch erwähnt werden:

  • Neem (Azadirachta indica): es  riecht nicht so toll, wäre jedoch als kleine Zugabe auch noch denkbar, es ist bekannt durch die starke Wirkung gegen Milben und Kopfläuse
  • Andiroba (Carapa guaianensis): ein enger Verwandter von Neem mit ähnlicher Wirkung

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor einigen Jahren konnte wissenschaftlich bestätigt werden, dass ein weiterer Bestandteil im zitronig duftenden Öl des Zitroneneukalyptus zur Abwehr von Mücken/Stech-Insekten eingesetzt werden kann. Man hat den Stoff identifiziert, der für diese starke Wirkung verantwortlich ist, er wird inzwischen fleißigst aus dem Pflanzenmaterial des schnell nachwachsenden hitzeliebenden Baumes isoliert und für hoch wirksame Anti-Insekten-Mittel eingesetzt. Der „Zauberstoff“, der sogar gegen Malaria-Mücken in den Tropen erfolgreich getestet wurde (mindestens 5 Stunden mit 98 Prozent Sicherheit) heißt p-Menthan-3,8-diol (oder para-menthane-diol, PMD), er wird durch einen kleinen chemischen Eingriff aus dem Haupt-Inhaltsstoff der Zitroneneukalyptusblätter (Citronellal) gewonnen und inzwischen vermehrt isoliert angeboten, um in natürliche Insektenschutzmittel eingearbeitet zu werden. In etlichen Studien konnte er sogar gegen Deet bestehen, eines der schärften (und toxischsten) Insektenschutzmittel. Und die noch bessere Nachricht: sogar Zecken finden das Zeug widerlich (zumindest für einige Stunden)! Bereits eingearbeitet wurde dieser Stoff in das in das Mückenstop-Spray von Taoasis und in das praktische Mückenstop-Tuch für unterwegs.

Ein Selbermach-Rezeptbeispiel für knapp 3%-ig verdünnten ätherischen Ölen, also für Erwachsene und Jugendliche könnte folgendermaßen aussehen:

  • 30 ml Jojobawachs
  • 20 g Kokosfett
  • 15 Tropfen Citronella und/oder Zitroneneukalyptus
  • 5 Tropfen Rosengeranie
  • 5 Tropfen Atlaszeder
  • 5 Tropfen Lavandin
  • 3 Tropfen Teebaum oder Eukalyptus oder Gewürznelkenknospe

Kokosfett ggfs im Wasserbad sehr sanft schmelzen, mit den Ölen vermischen und in Braunglasflasche, am besten mit Pumpmechanismus, füllen. Bei sommerlichen Temperaturen bleibt dieser Mix flüssig. Für Babies und Kleinkinder die Menge der ätherischen Öle halbieren! Wer den Duftmix ähnlich aber als Fertigprodukt mag, kann sich bei Feeling den ‚Insektenschutz‚ (klick!) bestellen, er ist auch als Körper- und Raumspray erhältlich. Nach Stichen und Bissen helfen Bio-Aloe vera-Gel (ohne schädliche Synthetik-Verdicker oder Konservierungsstoffe), Lavendelöl, Pfefferminzeöl und diverse Hydrolate wie Rosenhydrolat, das leicht juckreizstillend/anästhetisierend wirkt.

Zum faszinierenden Thema der Pflanzen-Unterhaltung möchte ich gerne drei wundervolle Bücher empfehlen, vielleicht als Urlaubs-Lektüre?!

PS Wer mehr Infos und wissenschaftliche Arbeiten zum Eukalyptus-Wirkstoff p-Menthan-3,8-diol sucht, kann sie sich entweder g00glen oder in meinem früheren Artikel zum Thema (klick!) aufgelistet finden. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich zu meinen Blog-Beiträgen nicht noch zusätzliche Informationen recherchieren kann. Das Suchfeld hier rechts oben ist gut dazu geeignet, in den bislang circa 650 Beiträgen, die ich seit 2008 verfasse, wirklich sehr viele Antworten auf die am meisten gefragten Fragen zu geben. Einfach einige Stichwörter, die interessieren eingeben, es kommt fast immer etwas dazu!

ätherische öle bei epilepsie


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyÄtherische Öle bei Epilepsie – eines der großen Verwirr-Themen im Bereich der Aromatherapie und Aromapflege. Meine eigene Erfahrung nach gut 25 Jahren der Arbeit mit ätherischen Ölen kann erfreulicherweise von NULL negativen Zwischenfällen berichten! Ich habe noch nie einen Zwischenfall dieser Art gehabt, nehme allerdings von Anbeginn nur allerreinste Öle, fast immer aus (neutral zertifiziertem) kontrolliert biologischem Anbau von kleinen Firmen (deren Gründer oder Geschäftsführer oder gar Destillateure ich oft persönlich kenne und schätze). Dazu selbstverständlich immer in einer Verdünnung wie die lebende Pflanze uns die Öle „präsentiert“ (0,5 bis maximal 3 Prozent). Zudem verwende ich niemals ätherische Öle, die grundsätzlich als bedenklich gelten, bei fremden Menschen (Thuja, Flohminze etc). Salbei verwende ich nur in thujonarmer Qualiät (thujonfrei würde auch das Fehlen von Vorteilen der Monoterpenketone bedeuten, weniger schleimlösend, weniger wundheilend etc).

Es ist im Gegenteil so, dass viele ätherische Öle, vor allem solche die Linalylacetat (Lavendel, Muskatellersalbei, Petit Grain), Terpineol-4 (Teebaum, Majoran, Wacholderfrucht) und Linalool (Ho-Baum, Koriandersamen, Thymian Ct. Linalool), enthalten, krampflösend wirken können. Prof. Buchbauer bzw. sein Team in Wien haben bereits entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse dazu erbracht.
Es gibt in der Literatur Missverständnisse und Abschreibe-Fehler, die von Erkenntnissen aus der Parfüm- und Pharmaindustrie stammen, beispielsweise zu Fenchel: Der „gefährliche“ Fenchel ist der Bitterfenchel (Foeniculum vulgare var. amara), er kann größere Mengen des Monterpenketons Fenchon enthalten. Ich kenne jedoch keine Ölefirma, die daraus ein ätherisches Öl anbietet. Das üblicherweise erhältliche Fenchelöl wirkt durch den hohen Anteil an Anethol sogar krampflösend, wie jeder der es bei Blähungen benutzt, erfahren kann.
Buchautor/Innen müssen jedoch immer ein wenig zuviel warnen, denn wir kennen ja unsere Leser nicht und wissen nicht, ob sie den Unterschied zwischen Pfeffer- und Flohminze, zwischen Salbei aus Südfrankreich und aus Dalmatien kennen, ob sie nicht zum nächsten Drogeriemarkt rennen und dort zweifelhafte Öle kaufen und gleich einnehmen (weil es ist ja alles nur Natur und viel hilft viel). Oder ob sie nach der neumodischen Anwendung 100 Tropfen puren Öles auf die Haut von fremden Menschen geben…
Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch habe sehr wohl drei Erfahrungsberichte von Fehlanwendungen mit Salbei erhalten. Einmal bekam ein Hund (gut medikamentös eingestellter Epileptiker) nach einer Duftlampenanwendung mit vielen, wirklich vielen Tropfen Salbeiöl unbekannter Herkunft zweimal einen Krampfanfall. Jemand anderes hatte eine Frühjahreskur mit Salbeiöl unternommen: am ersten Tag einen Tropfen eingenommen, am zweiten Tag zwei Tropfen, am dritten Tag drei Tropfen etc. (bis zum zehnten Tag mit 10 Tropfen und dann wieder rückwärts). Es kam zu einem Klinikaufenthalt wegen Verdacht auf Vergiftung. Klar, die im Öl enthaltenen Monoterpenketone wirken neurotonisch (leicht stimulierend-anregend auf das Nervensystem, laut Studien sogar hilfreich bei demenziell veränderten Menschen) und einige der Monoterpenketone wirken bei grober  Überdosierung/Falschanwendung neurotoxisch (nur ein Buchstabe Unterschied zur giftigen Wirkung!, Pulegon, Thujon, Pinocamphon/Isopinocamphon und bei empfindlichen Menschen auch Borneon=Kampfer).
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZudem können es sich diese eher selten gehäuft auftretenden Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen für einige Tage in der Leber gemütlich machen, so dass ein kumulativer Effekt entstehen kann. Eine liebe Kollegin hat sich mit einigen Litern täglich ihres Lieblingstees mit Salbei zumindest in Richtung Schwindel gebracht.
Durch eine potenziell neurotoxische Wirkung (bei innerer Einnahme, zu starker Konzentration, zu häufiger Anwendung) können Falschanwendungen auch fatal auf einen Embryo/Fötus wirken, dessen sich bildendes Nervensystem davon überfordert wird (führt ggfs. zu abortiver Wirkung).
Die relative Toxizität hängt von vielen Faktoren ab, vom Zustand der Leber, vom Körpergewicht der betreffenden Person, von der Zusammensetzung des Öles, von der Menge und von der Art der Anwendung. Man kann nur immer wieder betonen, dass ätherische Öle nicht in Mengen eingenommen werden dürfen, die nicht der Nahrung entsprechen. Wenn man sich also bewusst macht, dass in einem einzigen Tropfen Salbeiöl circa eine Einkaufstüte voller Salbeiblätter steckt, wird man NIEMALS drei oder vier oder gar zehn Tropfen davon einnehmen. Selbst als Fan der italienischen Küche, der gerne Gnocchi mit in Butter gebratenen Salbeiblättern isst oder mit Salbei gefüllter Saltimbocca. Dabei handelt es sich immer um die Einnahme eines Bruchteiles von Tropfen! Ein Tropfen Zitronenöl in der Süßspeise oder im Getränk (pro 500 g bzw. 1 Liter), vorverdünnte Gewürz- und Kräuteröle (5-6 Tropfen auf 30 ml Sirup oder Olivenöl, davon wenige Tropfen) sind eher eine gesundheitsfördernde Maßnahme, vor allem wenn man aufgehört hat, mit frischen Kräutern zu kochen. Kaum jemandem ist bewusst, dass wir mit Cola-Getränken und Bitter Lemon echte ätherische Öle innerlich aufnehmen. Kaum jemandem ist bewusst, dass Tomaten, Aprikosen, Sellerie, Knoblauch und Orangensaft (auch aus der Packung) teilweise erhebliche Mengen des Ätherisch-Öl-Inhaltsstoffes Limonen (und andere) enthalten und somit innerlich aufgenommen werden.
Eine korrekt ausgeführte Aromamassage, ein aromatisches Fußbad, eine Inhalation mit nur einem Tropfen eines natürlichen und hochwertigen ätherischen Öles werden bei nicht gebrechlichen, nicht hypersensiblen oder sehr kleinen Menschen (erst ab 4 oder 5 Jahre) keinen epileptischen Krampf auslösen.
Some essential oils containing monoterpenones might be neurotoxic instead of neurotonic (just one letter from beneficial to fatal) if used in the wrong way. Taken in the wrong amounts and even swallowing them might prove dangerous to people with epilepsy, especially if the origin of the oil is dubious. We book authors have to warn much more than is really necessary as we don’t know where our readers have their oils from or what they actually do with them. It isn’t dangerous to apply even ‚toxic‘ oils like a sage-oil of high quality (low in thujone) externally and well diluted (3-4 drops in 10 ml carrier oil), i.e. for a few days if you have a cold. I wouldn’t recommend though to use thuja, hyssop and pennyroyal oils. Some essential oils containing monoterpenol-4, linalool and linalylacetate can even prevent seizures as Prof. Dr. Buchbauer and his team from the University of Vienna could show – at least on animal experiments .

wintergrün und methylsalicylat


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWintergrünöl [aus Gaultheria fragrantissima Wall. und aus Gaultheria procumbens L.] ist ein wirksames Schmerzmittel. Wintergrünöl besteht fast nur aus Methylsalicylat. Methylsalicylat ist in vielen Schmerzsalben enthalten. Und doch gibt es einen Unterschied in der Anwendung. Erstens benötigt natürliches Methylsalicylat keine (mindestens) drei Prozent an Trägerstoffen. Diese oft chlorierten Moleküle können bei sehr empfindlichen Menschen zu Unverträglichkeiten führen. Zweitens besteht natürliches Wintergrünöl aus einigen weiteren Inhaltsstoffen, welche auch eine Anti-Schmerz-Wirkung aufweisen, so dass man dieses therapeutischste aller üblicherweise erhältlichen ätherischen Öle nicht sehr hoch dosieren muss:

  • Alpha-Pinen 0,40%
    Myrcen 0,20%
    delta-3-Caren 0,90%
    Limonen 0,50%
    Methylsalicylat 97,40%
    3,7-Guaiaden 0,10%
    delta-Cadinen 0,30%

Man SOLL ES GAR NICHT HOCH dosieren, man darf sich als medizinischer Laie immer im Verdünnungsbereich um 1 Prozent bewegen, denn Methylsalicylat kann sehr leicht durch die Haut eindringen und sich im Körper anreichern. Dennoch wird eine großzügige Anwendung des unverdünnten Öles immer wieder von zwei us-amerikanischen Ätherisch-Öl-„Konzernen“, die auch in Europa immer mehr Fuß fassen, empfohlen und verharmlost. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieLange Jahre schreckten us-amerikanische Warnungen bezüglich Methylsalicylat in Wintergrünöl AromatherapeutInnen vom Gebrauch dieses nützlichen Öles ab. 14 g Wintergrünöl – innerlich – können bereits tödlich wirken, für ein Kind wirken geschluckte 4 ml tödlich. Die IFRA (International Fragrance Research Association) lehnt es für die Parfümherstellung ab. Dennoch ist es für den menschlichen Konsum zugelassen. Der medizinisch-frische Geschmack und Geruch von Wintergrün ist in den USA fast omnipräsent. Fast allen Zahnpastamarken, dazu Mundwässern, Softgetränken (beispielsweise Root Beer, Foto links), Kaugummis und viele anderen Süßigkeiten verleiht Wintergrün den typischen Geschmack. Man könnte sagen, dass diese Geschmacksnote der europäischen Vorliebe für Menthol in Zahnpasten, Mundwässern, Kaugummis, Zigaretten und vielen anderen Dingen entspricht. Meistens wird das süßlich-frische Aroma den Produkte in synthetischer Form beigemischt. So dass es viele dokumentierte Vergiftungsfälle gibt, in denen eine Überdosierung von Methylsalicylat eine Rolle spielt. Wintergreen_poisoning_Arielle_NewmanInsbesondere wenn immer wieder über 40% der Körperoberfläche mit diesem starken Wirkstoff bedeckt sind (beispielsweise durch regelmäßige und großzügige Anwendung einer Salbe), besteht Vergiftungsgefahr. 2007 erlangte die 17-jährige us-amerikanische Sportlerin Arielle Newman traurige Schlagzeilen, weil sie an einer Überdosis einer bekannten Schmerzsalbe verstarb. Man muss bedenken, dass 1 Teelöffel (5 ml) Wintergrünöl einer Menge von circa 7000 mg Salicylat entspricht oder circa 21,5 Aspirintabletten (Quelle). Oder praktischer: In einem 10-ml-Fläschchen an ätherischem Wintergrünöl befinden sich circa 43 Aspirintabletten (laut Gabriel Mojay). Der Wirkstoff Methylsalicylat liegt übrigens in der frischen Pflanze so nicht vor, er entsteht erst durch Antrocknen der Blättchen und anschließender Wasserdampfdestillation aus dem Molekül Gaultherin. Umso erstaunter war ich, als ich sah, wie einfach man in einer deutschen Apotheke eine 50 ml-Flasche kaufen kann (für nur gut 7 Euro, siehe Foto ganz oben), damit könnte man also mindestens 10 Kinder oder 5 Erwachsene umbringen. Aber bei in normaler äußerlicher Dosierung harmlosen Ätherisch-Öl-Inhaltsstoffen wie Methyleugenol, der 2%-ig in Rosenöl vorkommen kann, spricht der Gesetzgeber Verkaufsverbote aus, so dass 2004 alle Naturkosmetikfirmen ihre Rezepturen ändern mussten. Man kann immer seltener so ein ursprüngliches fein-würzig duftendes Rosenöl kaufen, zumindest wenn es als Kosmetikum deklariert wird. Als ob man jeden Tag eine Tasse davon trinken würde… Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNun aber endlich zur guten Nachricht: Wendet man Wintergrünöl in einer in der Aromatherapie üblichen Verdünnung von 0,5-1 Prozent bei akuten Schmerzzuständen an, hat man damit eines der schmerzstillendsten Öle überhaupt zur Verfügung. Es ist aus der natürlichen Therapie von Fibromyalgie (Weichteilrheumatismus) kaum noch weg zu denken. Denn es hat gleichzeitig eine seelisch entspannende Komponente, die bei dieser Erkrankung, welche durch psychogene Faktoren verstärkt wird, für die ganzheitliche Therapie wichtig ist. Auch aus der Seniorenpflege ist dieses Öl nicht wegzudenken. Denn es kann bei vielen altersbedingten „Zipperlein“ schnelle Hilfe geben. Man mischt in diesem Fall beispielsweise 10 ml Johanniskrautmazerat mit 1-2 Tropfen Wintergrünöl, 1-2 Tropfen Lavendel und 1-2 Tropfen Cajeput (je nach Empfindlichkeit des älteren Menschen). Hier bei Feeling (klick!) kann man Wintergrünöl pur bestellen. Wer nicht mischen mag oder kann und eine perfekte Mischung sucht, kann die feine „Gelenkeinreibung“ von Primavera hier (klick!) bestellen. Handelsübliche (nicht-bio) Apotheken-Präparate sind mit fünf bis sogar dreissig Prozent deutlich höher dosiert und wirken aufgrund ihres Counter-Irritant-Effektes: die Haut wird gereizt und stark durchblutet und es kommt zu einer verminderten Wahrnehmung der Schmerzen. Aspirin und ähnliche Medikamente mit Acetylsalicylsäure haben eine stark schleimhautschädigende Wirkung, so dass sie für viele Menschen nicht magenverträglich sind. Sie können auch nicht durch die Haut aufgenommen werden. Die kleine Methylgruppe am Molekül macht den Unterschied. Dadurch, dass sie das Molekül um ein C-Atom und um drei H-Atome „bereichert“, wird es fettlöslicher und kann dann von der Haut resorbiert werden. Enzyme in der Haut können diese Methylgruppe wieder abspalten, so dass die schmerzlindernde Salicylsäure in Aktion treten kann. Ich habe bereits hier (klick!) ausführlich über das Öl berichtet. Vergiftungserscheinungen wegen einer zu hohen (vor allem inneren) Aufnahme: Verwirrtheit, Erbrechen, schnelle Atmung, Fieber, hoher Blutdruck, epilepsie-artige Krämpfe, Koma. Mehr dazu im MSD Manual – Handbuch Gesundheit.

Vielen Dank für diesen Hinweis vom Arzt für Allgemeinmedizin Dr. Erwin Häringer: Kampf gegen Windmühlenflügel: ein Teelöffel fasst maximal 2,5 ml und ich benutze kein Puppengeschirr! Die Acetgruppe ist für die Thrombozytenaggregation zuständig, nicht die Salicylsäure, die in den Arachidonsäurezyklus eingreift und irreversibel bindet und die Schutzfaktoren für Magenschleimhaut etc. (wie beispielsweise Prostaglandin E2 etc.) hemmt; so kommt es zu etwa 6000 fatalen Magendarmblutungen allein in Deutschland! Danke, dass Du in Deinem Blog auf die Unterschiede hingewiesen hast. Die Quelle drugs.com sollte den toxikologischen Teil überarbeiten! Übrigens: ASS ist lipophil und in Alkohol und Ether (und heißem Wasser!) löslich. Toxikologische Mythen gleichen einem Blumenstrauß: von Zeit zu Zeit neu ordnen. Dr. Erwin Häringer, München

Blog_Anzeige_Termine2015

die zweiklassen-gesellschaft der duftstoffe


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDiese „Petition“ hat viele Reaktionen, Fragen und Unsicherheiten hervor gerufen. „Petition“ in Anführungsstrichen, weil es sich um eine simple Online-Unterschriftenliste handelt. Das Wort Petition ist irreführend verwendet worden, denn dieses suggeriert eine Eingabe an offizielle Behörden/Regierungsstellen. Da ich, wie erwähnt, die Anfrage aus verlässlicher Quelle erhielt, habe ich das nicht hinterfragt, Monika Volkmann ist jedoch dem Impressum mal auf den Grund gegangen. Ich finde es dennoch okay, Dr. Dietrich Wabner mit seinem Verein N.O.R.A. International eine kleine Unterstützung in Form einer Unterschriftenliste zukommen zu lassen, denn er ist einer der wenigen Aroma-Leute, der sich für den Erhalt von „bedrohten“ ätherischen Ölen einsetzt und der – gegen Windmühlen kämpfend – auch bemüht ist, diesem bürokratischen Unsinn die Stirn zu bieten. Es scheint jedoch nicht möglich, selbst für einen zweifachen Doktor und Chemiker, die Eurokraten und nicht in dieser Materie beheimateten Schutzwächter davon zu überzeugen, dass synthetische, also menschengemachte Moleküle anders beschaffen sind, als ihre kopierten Vorbilder (nicht Ebenbilder) aus der Natur.

Dazu eine kleine Fantasiereise: Stellen Sie sich einen Teppich vor, weich und wuschelig, das Etikett sagt „100 Prozent Wolle“. Dann schauen Sie unter den Teppich und sehen ein feinmaschiges Netz, das eindeutig aus Nylon/Plastik ist, es trägt die Wollfasern und gibt dem Teppich Zusammenhalt und Haltbarkeit, ist hauchdünn, ist fast nicht vorhanden, macht nur 1 Prozent des Teppichgewichtes aus. Doch der eigentliche, der sichtbare Teppich besteht aus reiner Wolle. So ähnlich verhält es sich mit synthetischem Geraniol, Citral, Linalylacetat, Menthol. Wir riechen diese auch in billigen Aromaölen, doch die geschulte Nase schaut automatisch auch unter den Teppich, sie erkennt sofort, da sticht etwas, da fehlt etwas, das ist nicht rund. Was die Laiennase auf den ersten Blick Schnupperer nicht merkt, erkennt jedoch ein anderer Teil des komplexen Systems Mensch und sagt „Halt! Hier stimmt etwas nicht, hier ist etwas drin, was nicht rein gehört“ und löst beispielsweise einen Niesattacke aus oder rote Hautpusteln. Geschieht der Kontakt mit dem Chemiegeruch zu oft, kann sich auch das Immunsystem empören und löst dann irgendwann schlimmere Symptome aus, eben eine Allergie. Das kann selbstverständlich auch mit Naturdüften passieren wie mit allem, was uns im Leben so begegnet auch.

Der Chemiker sagt stolz: „Ach, dieses eine Prozent („im Teppich“ oder „im Aromaöl“) kann man wirklich vernachlässigen, es hat mit dem tollen von mir geschaffenen Duftmolekül eigentlich nichts zu tun, es dient lediglich als Trägersubstanz.“ Je billiger so ein „Parfümöl“ oder „Aromaöl“, desto größer ist dieses „Trägernetz“ und desto wahrscheinlich ist es, dass es aus chlorierten Substanzen besteht. Wer jemals im Schwimmbad, in der Sauna, in öffentlichen Toiletten penetranten Chlorgeruch wahrgenommen hat, weiß was ich meine. Diese ach so minimalen Anteile an chlorierten Substanzen scheinen insbesondere für ungewollte Reaktionen wie Kopfschmerzen, Unverträglichkeiten und sogar Allergie verantwortlich zu sein. Eigentlich muss man entsprechenden Immunsystemen nun geradezu gratulieren, dass sie auf sowas überhaupt noch reagieren, und dankbar sein, dass sie Alarm schlagen. So degeneriert und dumm ist der menschliche Körper auch heute nicht, dass er nicht bemerkt: „Da stimmt etwas nicht, da muss ich mich wehren, da ist Gift mit im Spiel.“

Die natürlichen „Zwillinge“ kommen nicht nur ohne Chlor aus, sie sind auch eingebettet in ein Meer von anderen Inhaltsstoffen im jeweiligen Öl. Ein schönes Beispiel ist ein hochwertiges Öl der Gewürznelkenknospe. Es enthält zwar reichlich das potenziell hautreizenden, durchblutungsfördernden und anregenden Phenols Eugenol (bis zu 80%), doch in den verbleibenden 20 bis 30 Prozent finden wir auch andere Goodies, welche entkrampfen/entspannen (bis 22% Eugenylacetat), entzündungshemmend wirken (13% beta-Caryophyllen) und schmerzlindernd wirken (Methylsalicylat). Eugenol an sich hat nicht nur negative Eigenschaften, wie so gerne behauptet wird, sondern wirkt als Breitbandmittel stark keimtötend und auch schmerzlindernd. Man muss also die ganze Symphonie der Inhaltsstoffe betrachten und nicht nur einen einzelnen schrillen und schrägen Flötenton, der im Gesamtkonzert vielleicht gerade das i-Tüpfelchen ausmacht, jeder Klassik-Konzertgänger weiß das.

Doch das heute geltende Paradigma will uns mit erschreckend roher Gewalt und gesetzlichen Vorschriften wirklich ins Gehirn einhämmern, dass wir mit ganzheitlichem Denken und Betrachten falsch liegen, dass wir Einzelstoffe anzuerkennen haben, dass diese einfach und schnell und billig von Menschenhand herzustellen seien (gerne als „naturidentisch“ bezeichnet). Und dass viele Naturstoffe unvollkommen, schlecht, böse, fehlerbehaftet seien. Darum sind, aus Kosmetikgesetzgeber-Sicht und zugespritzt gesagt, Fenchel und Anis, Basilikum und Estragon, Zimt und Rose, „böse Pflanzen“, denn sie produzieren „gefährliche Stoffe“, welche hautschädigend und leberschädigend (durch die Haut???) wirken. Die wissenschaftlichen Experimente, die zu diesen Erkenntnissen führten, werden jedoch einerseits oft mit menschengemachten Laborduftstoffen an (Nage-)Tieren mit anders arbeitendem Stoffwechselsystem gemacht. Dazu werden diese Tiere damit zwangsernährt, obwohl Rose, Fenchel, Basilikum vielleicht nicht zu ihrem Beute- und Nahrungsschema gehören und ihr Metabolismus nicht jahrtausende Jahre lang Zeit hatte, sich auf den Abbau dieser Pflanzeninhaltsstoffe einzustellen. Diesen Tieren wird zudem das Fell wegrasiert, bevor sie mit den fraglichen Substanzen eingeschmiert werden (wer sich als Mensch rasiert, wird sich an diesen Stellen nicht anschließend mit scharfen und reizenden Kosmetika einreiben, weil das Rasieren immer Mikroverletzungen zur Folge hat). Und damit man wirklich nachweisen kann, wie gefährlich diese „Pflanzenstoffe“ (aus dem Labor, hm) sind, werden sie hoch/überdosiert und über lange Zeiträume an den Tieren verwendet. Wenn ein menschliches „Versuchskaninchen“ wochenlang ausschließlich mit Heu gefüttert werden würde, könnte man beweisen, dass Heu unverdaulich ist, zu Giftgasen in den Eingeweiden führt und schließlich zum Tod durch Darmverschluss.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Der Faktor Mensch wird dabei völlig vernachlässigt: Dass der Mensch recht schnell „die Nase voll“ hat von einem Duft, dass er vergesslich ist, selbst wenn er sich jeden Tag mit etwas einschmieren wollte, dass ihm nach kurzer Zeit penetrante Überdosierungen stinken, dass er einen komplexeren Stoffwechsel als ein Meerschweinchen hat, dass er Kleidung trägt, die das Kosmetikum abreibt, dass er Milch trinkt, die zu viel gegessene Duftstoffe emulgiert und resorbieren helfen kann, dass er andere und viel mehr Auswahl an Dingen isst, die mit dem Duftstoff interagieren werden…. all das, also das „wahre Leben“, findet im Labor nicht statt. Wie sollte es auch! Dazu kommt, dass beispielsweise Rosen- und Lavendelöl aus jeweils einigen hundert Inhaltsstoffen bestehen! Dies kann und will man nicht separat untersuchen. Und diese kann oder will man nicht herstellen, um ein „naturidentisches“ Aromaöl auf den Markt zu bringen (man könnte es – technisch gesehen – zu 99,5% herstellen, doch dann wäre das billige Aromaöl vermutlich viel teurer als seine natürliche Variante).

Und weil man an technische und vor allem an preisliche Grenzen stößt, reduziert man beispielsweise Lavendelöl auf drei „böse Inhaltsstoffe“ (Linalool, Linalylacetat, Geraniol), die kunstvoll zusammengemischt sicherlich fast wie Lavendelöl riechen würden) und will den naiven Verbrauchern suggerieren, dass man sie vor diesen negativen Komponenten schützt. Damit zurück zur Petition und zur Kosmetikverordnung: Bei einigen, wie diesen Lavendelstoffen, schreibt man „nur“ die Deklaration vor (was für Allergiker natürlich hilfreich beim Einkauf ist), obwohl laut Duftstoffe-Fachmann Erich Schmidt  bei etlichen der gebranntmarkten deklarierungspflichtigen Stoffe nachgewiesen werden konnte, dass sie nicht allergener wirken als tausend andere Dinge des täglichen Lebens. Bei anderen Naturdüften wie Rosenöl muss verdünnt werden, damit der eine „böse Stoff“ (Methyleugenol) kaum noch im Kosmetikum enthalten ist, bei anderen muss verdünnt werden, um bestimmte Gefahrenhinweise auf dem Etikett zu vermeiden (ich hatte hier eine Liste zusammengetragen). Man kann als Laie wirklich nicht mehr mitkommen, Öle-Firmen müssen Anwälte anheuern.

Volkmar Heitmann hat mir und euch netterweise den Link zu diesem „behördlichen Duftkrimi“ geschickt, hier kann er gelesen werden (auf englisch und ellenlang, die meisten EU-Bürger haben somit keinen Zugang zu diesem „Meinungspapier“ (opinion), ich wüsste zu gerne, wer die am Anfang namentlich aufgeführten Meinungsgeber sind bzw. für wen sie arbeiten. Für solche Recherchen bedürfte es eines eigens eingerichteten und bezahlten Arbeitsplatzes. Hallo Ätherische-Öle-Firmen, hat jemand da draußen Zeit und Kapazitäten dafür frei?! Immerhin wird ganz demokratisch auch eine Meinungsseite für die EU-Bürger eingerichtet, wenn man sich also durch diesen englisch verfassten Fachtext gewühlt haben sollte, kann man seine Meinung auch kundgeben. (Selbst mir mit Fließend-Englisch-Fähigkeiten graut vor dieser Seite).

Ich war jedenfalls vergangene Woche – sehr schön passend zum Thema – zweimal mehr oder weniger freiwillig mit Chemieduftbomben konfrontiert. Einmal stand der Wäscheständer mit zu trocknender Wäsche im Schlafzimmer, sie war mit „eben mal ganz schnell“ gekauftem Waschmittel („mit ätherischen Ölen“) gewaschen worden, weil das Biowaschmittel leer war. Kaum zu glauben, was für Emissionen da im Zimmer umher waberten, sie lösten ein starkes Irritation im Sinne von „Achtung, Störung, hier stimmt etwas nicht, weg laufen!“ aus. Beim zweiten Mal führte der Besuch des Schweden-Kaufhauses bzw. zum Glück erst ganz am Ende die Kerzenabteilung, zu einem über 24 Stunden währendem leisen Kopfschmerz. Auf diesen beiden Produkten würde ich gerne die neue Etikettenvorschrift sehen: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. Aber diese ist für solche Produkte, die man unter Umständen tagelang und wochenlang einatmet, nicht vorgesehen. Ein typisches Beispiel für den Zwei-Klassen-Duft.

PS Ähnlich wie beim Beispiel „100 Prozent Wolle“ des Teppichs verhält es sich übrigens mit sehr vielen Kleidungsstücken und sonstigen Textilien aus „100% Baumwolle“, diese bestehen immer öfter aus einigen Prozenten an anderen Stoffen.

aroma-chemie für dödels und blondinen [teil 3] :D


Nun haben wir bereits gelernt, wie Kohlenstoff seine Bindungen eingeht. Er kann übrigens auch unter sich bleiben, also alle vier Gliedmaßen ausschließlich mit seinesgleichen beschäftigen, also einen Haufen oder eine Kugel oder ein Gitter nur aus Kohlenstoff bilden. Das nennt der Mensch dann Diamant (superharter Edelstein). Oder in einem anderen Fall Graphit (Bleistiftmine). Auch der Ruß von Kamin und Kerze ist so ein Kohlenstoff-Clübchen. Aber wir wollen es ja lieber duftend haben, weiter geht’s.

AiDA AromatherapyKohlenstoff bildet auch gerne Fünfergrüppchen, diese spielen für die belebte Natur und für unsere Gesundheit eine wichtige Rolle. In diesem Fall kommt etwas Gymnastik auf seine Arme und Beine hinzu, denn er bildet in dieser Fünferkette so genannte Doppelbindungen. Zwei seiner Arme verbinden sich mit zwei Armen des kettennächsten Kohlenstoffs. Die restlichen Arme und Beine greifen jedoch zum bewährten Wasserstoff H, wie wir es in der letzten Lektion gelernt haben. AiDA AromatherapyDiese Fünferkette aus Kohlenstoffatomen ist ein spezielles Molekül, das auf den Namen Isopren getauft wurde. Es heißt weltweit so, allenfalls mal mit geringen Abweichungen wie einem Akzent. Ein unter Chemikern ganz berühmter „Ahne“ ist der Entdecker der ‚Isoprenregel‘ Otto Wallach (1847-1931). Er bekam 1910 den Nobelpreis für Chemie für seine Erkenntnisse im Bereich der organischen Chemie, mit denen erstmalig Qualitätsstandards in der Parfümindustrie möglich wurden. Vieles von dem, was wir heute zum Thema ätherische Öle wissen, haben wir ihm zu verdanken. Natürlich singen auch die Hersteller von synthetischen Düften ein hohes Lied auf seine Forschungsergebnisse.

Diese speziell „zusammengestrickten“ Fünferpakete aus Kohlenstoff mit einer Doppelbindung mittendrin sind die Ausgangs-Sets für viele dem Menschen wichtigen größere Moleküle (hoffentlich ist Ihnen noch die Fünferreihe aus dem Einmaleins geläufig!!!!). Zweimal fünf ergibt, ja richtig, zehn und hat in dieser speziellen Konfiguration irgendwann einmal den Namen Monoterpen (auch einfach nur Terpen) erhalten. Weltweit und überall. Monoterpene sind Riechstoffe und werden von der Natur als Lock- und Abwehrstoffe, als antimikrobielle „Kampfstoffe“ und als Antioxidanzien eingesetzt. Neuerdings gibt es immer mehr wissenschaftliche Arbeiten, die auch eine antikanzerogene Wirkung belegen, also sind es Stoffe, die Krebs verhindern oder zumindest mindern können). AiDA AromatherapyEs handelt sich um fettlösliche (lipophil) und wasserabstoßende (hydrophob) Moleküle, die den Fetten bzw. Fettsäuren zwar in der Struktur ähnlich sind, aber eben nicht ölig sind.

Der Name Terpen stammt vom Terpentin, das der Maler und Anstreicher benutzt, es ist das destillierte Harz vieler Nadelbäume (anders als Tannennadel oder Kiefernnadelöl in unseren Koffern, welche aus den Nadeln der jeweiligen Bäume destilliert werden). Wenn unsere terpen-reichen ätherischen Öle oxidieren, also alt werden, riechen sie zunehmend nach Terpentin. Sollte also Ihr Zitronen-, Orangen-, Weißtannen- oder Fichtennadelöl irgendwie ans Maler- und Lackierergeschäft erinnern und kaum noch fruchtig oder waldig, gehört es nicht mehr auf Haut und Schleimhaut. Leider sind in natura die Ketten nicht so schön übersichtlich kettig aufgebaut, sondern man muss sie sich im dreidimensionalen Bereich und zudem verschlungen vorstellen, aber grundsätzlich kann man sie auch folgendermaßen visualisieren (und mit Tomaten oder Kastanien so nachbauen):AiDA AromatherapyDie schlauen Isopreneinheiten können aber noch mehr als sich nur zu „verdoppeln“: Fünf mal drei ist fünfzehn und heißt dann in der Fachsprache Sesquiterpen. Es sind also 15 Kohlenstoffatome und drei Doppelbindungen in dieser Kette zu verzeichnen. Alle freien Bindungsmöglichkeiten darüber hinaus sind mit „einarmigen“ Wasserstöffchen besetzt. Das ist dann schon ein recht dickes-fettes-schweres Molekül und lässt sich nicht mehr so gerne per Wasserdampf aus den Duftpflanzen raus jagen. Darum kommt es in ätherischen Ölen fast immer nur in Spuren vor, selten in großen Mengen. Viermal fünf, also eine solche Zwanzigerkette, gar ist schon fast unmöglich aus dem Grünzeug mit Hilfe von Wasserdampf zu extrahieren, es heißt Diterpen und ist in unserer Duftwelt schon eine Rarität.

Aus weiterer Multiplikation erstellt die Natur Steroide her, welche die Grundsubstanzen für unsere Geschlechtshormone und auch für die Stresshormone darstellen, sie enthalten dreissig (+/-) Kohlenstoffatome. Und wenn wir unsere Fünfermultiplikation noch weiter betreiben, kommen wir zu den Carotinoiden bzw. auf Vitamin A mit 40 Kohlenstoffatomen in der Kette, pflanzliche Farbstoffe, die genau wie die Monoterpene zu den wichtigen Sekundären Pflanzenstoffen zählen (SPS) und die genauso fettlöslich sind.

AiDA AromatherapyInsgesamt sind über 8.000 Terpene bekannt und circa 30.000 terpenartige (terpenoide) Verbindungen. Man kann als Aromainteressent erahnen, wie wichtig und grundlegend unsere Zehnerkettchen für den Weiterbau zu anderen Substanzen sind. Vielleicht hat die Natur sie deshalb (oft) so unwiderstehlich duftend gemacht, damit wir uns magisch von ihnen angezogen fühlen. Und wie gut, dass wir uns in diesem Kurs (fast) nur mit Zehnergruppen beschäftigen müssen, davon sind auch nur einige wenige für die Duft-Chemie relevant. Für heute gilt: Dritter Lernsatz der Aroma-Chemie: Kohlenstoffketten mit 10 Kohlenstoffatomen und (mindestens) zwei Doppelbindungen heißen Monoterpene. Diese wirken antimikrobiell, antioxidativ, schmerzlindernd und einige davon gegen Krebsgeschwüre. Anders als die oben abgebildete Bausteinkette handelt es sich um verzweigte Moleküle im 3-D-Raum, wie das Beispiel Limonén rechts zeigt (Betonung auf der letzten Silbe!). Davon bald mehr.

aroma-chemie für dödels und blondinen [teil 2] :D


AiDA AromatherapyGut gelernt! ACDB hat seine ersten Fanninen. Nun lassen wir unseren Freund C, auch genannt Carbonium (oder ist es eine Freundin?) einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: Kaffeeklatsch mit vier Freundinnen. Genauer gesagt handelt es sich um Geschwister,  sie sind die eineiigen Vierlinge der Familie Hydrogenium, abgekürzt mit H. C trifft also H.

Die Hydrogeniums lieben es nass, ziehen alle ihre Pflanzen in Hydrokultur, haben einen großen Hydranten vor der Haustür und lieben selbstverständlich Hydrolate. Ihr Name bedeutet sogar: Wasser machend (genesis – Schöpfung, Erstellung). Darum werden sie auch gerne Wasserstoff genannt. AiDA AromatherapyAnders als Carbonium haben sie „nur“ einen Arm. Dieser verleiht ihnen jedoch eine enorme Flexibilität, sie sind ungemein vielseitig. Freundschaften mit Allem und Jedem sind ihnen überwichtig, denn sie können mit Leichtigkeit fast überall andocken. Andererseits tendieren sie auch zu einer gewissen Nervosität, können leicht gereizt werden, gehen schnell mal an die Decke, explodieren unter bestimmten Voraussetzungen sogar (im japanischen Atomkraftwerk haben sie für zusätzlichen Ärger gesorgt).

Doch zurück zum Kaffeeklatsch mit Kohlenstoff. So alleine durch die Welt ziehend bezeichnet man ihn als Atom (das macht er aber gar nicht gerne). Wenn er mit seinen vier Armen und Beinen allerlei Freunde anfasst (auch Atome), dann heißt diese Gruppe Molekül. Und das Molekül, das den heutigen Lernsatz bestimmt heißt Methan. Es heißt weltweit in jeder Sprache so (höchstens mal mit einem Extra-Buchstaben oder einem Akzent), dieses Molekül ist irgendwann einmal auf diesen Namen getauft worden, so wie du und ich auch. Es hieß auch schonmal Sumpfluft, doch mochte es diesen Namen gar nicht. Denn es entsteht bei natürlichen Fäulnisprozessen. AiDA AromatherapyMethan ist zierlich, schlank, leicht, flüchtig, gasförmig. Nicht nur auf der Erde ist es überall präsent, sondern auch auf anderen Himmelskörpern. Rindviecher stoßen bis zu 250 Liter davon pro Tag aus. Man kann damit heizen, kann Methanol (Alkohol) daraus herstellen und auch die nach Marzipan und Bittermandelöl riechende Blausäure (Cyanwasserstoff). In der Chemie-Sprache wird Methan mit der rechts abgebildeten Formel dargestellt und ich stelle nun die Frage: Wer hat Angst davor???!!! AiDA AromatherapyGanz entspannt bleiben, anschauen, den Kohlenstoff – genannt und abgekürzt C – in der Mitte betrachten, seine vier Arme und Beine zur Kenntnis nehmen und an jedem davon einen einarmigen Wasserstoff, genannt und abgekürzt H, vorfinden. Kein „Arm“ ist mehr frei, nichts mehr kann andocken, fertig ist das Molekül. Tut das weh, ist der Adrenalinspiegel bereits in bedenkliche Höhen angestiegen? Nein? Gut so. Ist nur halb so schlimm, also, Zweiter Lernsatz der Aroma-Chemie: Kohlenstoff, der sich mit allen seiner vier Bindungsmöglichkeiten mit vier Wasserstoffatomen verknüpft hat, heißt Methan. Und damit nähern wir uns bereits sehr den duftenden Verbindungen, nur noch ein klein wenig Geduld bis zu ACDB 3! AiDA AromatherapyBis dahin bekommen Sie eine kleine Hausaufgabe: Bitte basteln Sie ein Methan-Molekül. Für den Kohlenstoff nehmen Sie beispielsweise einen Apfel oder eine Zwiebel und mit Hilfe von vier Zahnstochern befestigen Sie vier Cocktailtomaten oder Trauben daran. Oder verwenden Sie Kastanien und Hagebutten, Styroprverpackungsmaterial oder Kleinkram aus dem Kinderzimmer. Aber machen Sie es, be-GREIFEN Sie es! Ich freue mich über Fotos Ihrer ersten molekularen Schöpfung namens Methan.

aroma-chemie für dödels und blondinen [teil 1] :D


AiDA AromatherapyIch bin auf dem Weg zu meinem beliebtesten Seminar „Tanzende Moleküle“, dieses Mal geht es in die Nähe von Zürich. Immer wieder werde ich nach einen „Fernkurs Dufte Chemie“ gefragt. Aber ist sowas überhaupt möglich? Kann man die Chemie der Terpene und der phenolischen Verbindungen so erklären, dass es auch absolute Laien verstehen? Leider beherrscht momentan „DAS ATOM“ die Presse und die Weltgeschichte, die sehr reale „Atomangst“ geht um, der „GAU auf Raten“ (Spiegel Online) ist bereits eingetreten. So widme ich mich Teil 1 eines (nicht ganz ernst zu nehmenden) Lehrgangs, er ist zumindest mal einen Versuch wert. Und ich freue mich auch wieder auf zahlreiche Mitmacherinnen mit Tipps, auf Erläuterungen, Eselsbrücken und Links.AiDA Aromatherapy

Wir werden uns in dieser und in den folgenden Lektionen mit Kohlenstoffatomen beschäftigen. Sie sind als schwarze kugelartige Gebilde vorzustellen. Jede dieser Kugeln hat vier „Arme“ oder Bindungsmöglichkeiten. Man kann sich genauso gut einen runden Magneten mit vier Anbauten vorstellen oder eine Comicfigur mit je zwei Beinchen und zwei Ärmchen. Oder einen Baustein mit vier Knöpfchen. Das Ding sieht sowieso ganz anders aus als alle für Laien darstellbaren Modelle.AiDA Aromatherapy

Erster Lernsatz der Aroma-Chemie: Kohlenstoff, abgekürzt C, hat vier Bindungsmöglichkeiten (ist vierwertig). Man kann also an vier Stellen andere „Dinger“ dran hängen oder anknüpfen, diese vier Stellen müssen sogar mit irgendetwas beschäftigt sein. Es muss also aus mehreren Einzelteilen ein Gebilde zusammen gebaut werden. Wie mit den bunten Bausteinen. Jedes Duftmolekül besteht aus mehreren von diesen fröhlichen Gesellen, die kunstvoll miteinander zusammen gefügt sind. Meistens treffen sich zehn von diesen Freunden, um gemeinsam-sind-wir-stark-mäßig unwiderstehlich zu duften. Davon in den nächsten Lektionen von ACDB mehr. AiDA AromatherapyWiederholerInnen dürfen nun checken, ob sie den ersten Lernsatz noch beherrschen und ob sie noch wissen, wie der kleine Kerl heißt – aber noch nicht verraten, AnfängerInnen dürfen sich ihn bis morgen einprägen. Oder bis dann, wenn ich wieder eine Unterwegs-Internet-Andock-Station finde.