botanica2018 jetzt buchen, noch zum extra-frühbucher-rabatt


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBereits dreimal nahm ich an den zweijährlichen Botanica-Konferenzen teil, bei der ersten war ich Referentin und berichtete der englischsprachigen Aromatherapie-Welt über Lasea: Wie dieses neuartige Medikament entwickelt wurde, wie, wo und welche klinischen Studien vor der Marktzulassung durchgeführt wurden und über meine Erfahrungen mit diesen Lavendelkapseln.

https://blog.aromapraxis.de/2012/07/12/lasea-lavendelolkapseln-behaupten-sich-bei-posttraumatischen-storungen/

Rhiannon Lewis und die us-amerikanische Phytotherapeutin Bevan Clare

Inzwischen bin ich mit einigen KollegInnen und TeilnehmerInnen, die ich dort kennen und schätzen lernte, in regelmäßigem Austausch, ich schätze die mega-engagierte Rhiannon Harris, die diese Riesen-Veranstaltung ins Leben rief, als eine der kompetentesten Aroma-Frauen weltweit. Was mir in dieser Umgebung besonders gut gefällt: Es wird am Anfang der Konferenz betont, dass Respekt und Kollegialität die Atmosphäre bestimmen werden, und dass es für das Ego keinen Platz gibt. Das funktioniert und diese entspannte Stimmung lässt mich immer gerne an die vergangenen Botanica-Tage zurück denken.

Zum vierten Mal habe ich die Ehre, Konferenz-Botschafterin für das deutschsprachige Gebiet zu sein. Ich kann Fragen beantworten und auch sonst behilflich sein. Bis morgen um Mitternacht ist es noch möglich, die Teilnahme für 2018 zum EXTRA-FRÜHBUCHER-RABATT von 300 Pfund zu buchen (90 Pfund weniger als bei Spontan-Buchung ab März 2018). Das große Zusammenkommen von Aroma-und Pflanzenheilkunde-EnthusiastInnen aus mehr als 30 Ländern wird vom 31. August bis 3. September 2018 in Brighton stattfinden, einer supercharmanten „Vorstadt“ von London am Meer, dort wo die Haute Vollée einst Urlaub machte (mit entsprechen wundervollen viktorianischen Gebäuden und eine schnuckeligen Altstadt sowie ewiger Strandpromenade).

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Ein bunt gemischtes Auditorium auf der Botanica2016 in Brighton

Da der Pfund-Wechselkurs momentan günstiger als in den vergangenen Jahren ist, kann die Teilnahme sogar preiswerter denn je sein! Bis zum 30.9.2017 (Mitternacht) sind also 300 Pfund zu bezahlen, das sind circa 335 Euro (vor einigen Jahren waren das noch knapp 400 Euro!). Inklusive der Konferenzunterlagen, Snacks und einer Tasche mit Proben. Die wirklich schönen Übernachtungsmöglichkeiten im Einzelzimmer auf dem weitläufigen Campus der University of Sussex kosten 60 Pfund, so dass auch dieser Faktor nicht extrem budgetsprengend ist. Zum Flughafen London-Gatwick gibt es von etlichen Airlines auch recht preiswerte Flüge, wenn man rechtzeitig bucht. In Gatwick nimmt man einen Zug, der einen in gut 30 Minuten zum Campus bringt.

Ab Sonntag dem 1.10.2017 kostet die dreitägige Konferenz im normalen Frühbucher-Early-Bird-Modus (bis Ende März 2018) 355 Pfund, danach für eher spontane Entscheidungen 390 Pfund. Die Workshops am Freitag Vormittag und am Montag kosten extra, zwischen 60 und 70 Pfund.

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v. l. Caroline Ingraham, Rhianon Lewis, Gabriel Mojay

Die Sprecher und Sprecherinnen kommen wieder aus aller Welt, sozusagen hand-ausgesucht von Rhiannon, die über ein unglaubliches Netzwerk von talentierten KollegInnen verfügt. Ihre rechte Hand Gabriel Mojay, Autor von einem der ersten Psycho-Aromatherapie-Büchern „Aromatherapie für die Seele“ (hier noch antiquarisch erhältlich) und Inhaber einer alteingesessenen Aromatherapie-Schule in London, ist ihr dabei eine wertvolle Stütze, denn auch er ist weltweit unterwegs, um einen sinnvollen und respektvollen Umgang mit hochwertigen ätherischen Ölen zu lehren. Beide geben die Fachzeitschrift The International Journal of Clinical Aromatherapy (ICJA) raus.

Der von mir so geschätzte Kinderarzt Luc Marlier wird wieder dabei sein, er hatte letztes Mal so beeindruckend über Frühchen gesprochen, die durch Vanilleduft bessere Überlebenschancen haben und durch das übliche Bombardement mit hunderten von Gerüchen im Laufe ihrer Wochen im Krankenhaus unnötige Probleme haben. Mich hat auch die super-sympathische und kompetente Tier-Aromatherapeutin und Buchautorin Caroline Ingraham sehr beeindruckt, sie zeigte u.a. ein Video über die besondere Heilung eines chronisch kranken Hundes mit ätherischen Ölen.

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Zwei der weltweit führenden Experinnen für „neue Antibiotika“, die sich also mit Resistenzen und der Wirkweise von bestimmten ätherischen Ölen bestens auskennen

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Die niederländische Palliativ-Aromaspezialistin Madeleine Kerkhof berichtete 2016 über die Vorzüge von CO2-Extrakten

Vor langer Zeit (2009) berichtete ich hier über die japanische Wissenschaftlerin Takae Ebihara, die heraus fand, dass sanfte Stimulation mit Pfefferminzeprodukten bzw Menthol sowohl Gang und Haltung als auch das Schluckvermögen von sehr alten PatientInnen deutlich verbessern kann. Somit können Sturzanfälligkeit und sogar eine der ganz häufigen Todesursachen, die Pneumonie als Folge von Verschlucken, verhindert werden (mehr dazu auf meiner Zusammenfassung nach der Konferenz hier).

https://blog.aromapraxis.de/2009/12/06/bessere-korperhaltung-und-sichereres-schlucken-durch-atherische-ole/

Selfie mit Wissenschaftlerin Takae Ebihara

Selbst wenn man nicht sehr gut englisch kann, sind die meisten hervorragenden Folien prima zu verstehen, die sympathische Persönlichkeit der meisten Vortragenden wirkt mitreißend. Am Rande des hochkarätigen Symposiums findet immer eine vielfältige Produkte-Messe statt, es gibt auch für mich nach über 30 Jahren Aromatherapie noch viel zu entdecken. Letztes Mal waren es vor allem seltene isländische ätherische Öle und wunderschöne Kupferdestillen, die von der engagierten Hydrolate-Forscherin und Destillateurin Ann Harman mitgebracht wurden. Man hat auch ausreichend Zeit, sich mit drei Destillateuren zu unterhalten (zu jeder Botanica-Konferenz wurden bislang jeweils drei ländliche Klein-Destillateure eingeladen).

Infos zu und über die angekündigten Sprecher sind hier nachzulesen, zu Preisen und zur Anmeldung geht es hier, zu den Workshops am Montag geht es hier, für die anschließende dreitägige sicher mega-inspirierende geführte Tour (3.-6. September 2018) durch das traumhafte Südost-England kann hier Interesse bekundet werden. Also, vielleicht: See you in Brighton!

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über uns, die welt, artenschutz und gewinnmaximierung


Die Verwendung von ätherischen Ölen wird oft in eine recht egoistische Richtung gelehrt: Was tut dir weh? Dagegen nimmst du dieses Öl. Punkt. Erfahrene Menschen wissen, dass in den meisten Fällen von Unwohlbefinden Verdünnungen zwischen 1 und 3 Prozent wirksam sind. Nun werden Rezepturen, die ein Vielfaches an kostbaren ätherischen Ölen enthalten, empfohlen. Viel hilft viel? Das stimmt das beim Umgang mit ätherischen Ölen nur selten.

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Rosenholz-Baum: Der Amazonas Baumriese, der vorm Aussterben bedroht ist [Foto: ©Sigrun Scherneck]

Umsatzsteigerung und Gleichgültigkeit gegenüber der Natur und den öleliefernden Pflanzen stehen inzwischen immer mehr im Vordergrund. Es sollte sich von selbst verstehen, dass bei Wildsammlung von Duft- und Heilpflanzen nur soweit geerntet werden sollte, dass ihr Bestand nicht gefährdet wird. Für Standards und Vorsichtsmaßnahmen in diesem Bereich setzen sich unter anderem die Organisationen Fairwild und Fair Trade ein (dazu ist ein bebilderter Artikel über die unterschiedlichsten Siegel hier nachzulesen).

Mittlerweile gelten etliche öleliefernde Baumarten aus Wildbeständen laut CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) als stark gefährdet bzw. dezimiert, wie beispielsweise Santalum album (Ostindisches Sandelholz), Amyris balsamifera (Westindisches Sandelholz), alle Aniba-Arten in Südamerika (Rosenholz) sowie Cedrus atlantica in Nordafrika (Atlaszeder). Aquilaria malaccensis (Oud, Adlerholz) in Laos, Vietnam und Kambodscha wird vermutlich noch zu unserer Lebenszeit ausgerottet sein. Nardostachys jatamansi (Nardenwurzel) wurde aufgrund der extremen Verknappung und Bestandsgefährdung von Farfalla aus dem Programm genommen (schade, so ein wichtiges Schlaf- und Beruhigungsöl).

Europäische Öleanbieter, die sich der Erhaltung unserer so ausgebeuteten und zerbrechlichen schönen Welt verpflichtet fühlen, beachten diese Prinzipien der Nachhaltigkeit und treiben ihre Umsatzsteigerung nicht „auf Teufel komm raus“. Immer wieder passiert es, dass Öle aus gefährdeten Pflanzen ausgelistet werden. Auch betreuen sie oft Plantagen, in denen Versuche des Anbaus von stark gefährdeten Pflanzen unternommen werden. So wurde beispielsweise bereits untersucht, ob man ein hochwertiges Rosenholzöl aus den Zweigen und Blättern gewinnen kann, diese Art der Gewinnung zerstört den Baum nicht. Doch soweit mir bekannt ist, wird das daraus destillierte Öl lange nicht so „voll“ und „blumig“ wie das Öl aus dem Holz (für dieses muss der ausgewachsene Amazonas-Baum gefällt werden). Auch wird fleißig daran gearbeitet, diverse Baumarten zu infizieren, so dass sich im Schnelltempo der wundervolle Oud-Duft gewinnen lässt.

Vor genau einer Woche, am 18. September 2017, wurde die Pressemeldung 17-1023 des us-amerikanischen Justizministeriums veröffentlicht. Sie beschreibt in Kürze die Hintergründe des illegalen Handels mit Rosenholz im Marktwert zwischen 3,5 und 9 Millionen Dollar, entsprechend etwa 1 900 Litern Rosenholzöles, durch einen großen us-amerikanischen Ätherisch-Öl-Anbieter. Auch der illegale Handel mit Nardenwurzel ist Bestandteil dieser Anklage. Dieser weltweit agierende Anbieter wurde verurteilt, insgesamt 760 000 US-Dollar an Strafen und kommunaler Arbeit zu entrichten, in diesem Betrag ist auch die Beschlagnahme von Gütern enthalten. Zudem muss diese Firma einen Plan abliefern, durch den garantiert wird, dass bestimmte Auflagen eingehalten werden; das alles auf fünf Jahre Bewährung.

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Pressemeldung des US Justizministeriums vom 18. September 2017

„Der Import von illegal geerntetem Holz und Holzprodukten schadet gesetzestreuen Amerikanischen Unternehmen und Arbeitern, zudem bedroht er weltweite Wald-Ressourcen“ verlautet es aus dem Justizministerium bzw von der Generalstaatsanwaltschaft um Jeffrey H. Wood (Abteilung Umwelt und natürliche Ressourcen). Während die Vergehen gegen den Schutz von natürlichen Ressourcen durch gewisse Mitarbeiter des angeklagten Öleanbieters absichtlich und substantiell erfolgten, wird in der Pressemeldung hervorgehoben, dass diese Firma kooperativ eine interne Untersuchung und auch freiwillig die Offenlegung der Verstöße ankündigte.

„Dieses Strafmaß spiegelt die Schwere der Vergehen und das Akzeptieren der Verantwortung durch die Firma“ erläuterte der Staatsanwalt vom Distrikt Utah John W. Huber for the District of Utah.

Von Juni 2010 bis Oktober 2014 ernteten, transportierten und destillierten etliche Angestellte dieses Anbieters Rosenholz (Aniba roseaodora) in Peru und importierten Teile des gewonnenen Öles über Ecuador in die USA. Die Peruanische Gesetzgebung verbietet die nicht genehmigte Ernte und den Transport von Holz, einschließlich Rosenholz. Peru verbietet zudem den Export von Arten, die nach CITES geschützt sind (Convention on International Trade in Endangered Species), wenn die erforderlichen Genehmigungen nicht vorliegen. Weder der angeklagte Öleanbieter noch seine Lieferanten, Angestellten oder Mittelspersonen waren in Besitz einer gültigen Genehmigung der Peruanischen Regierung. Die Firma erhielt also keine CITES-Export-Papiere von Peru. Es wurden circa 86 Tonnen illegales Rosenholz gefällt und geerntet, es sollte destilliert werden und in die USA exportiert werden, ein Teil davon war bereits ins Land gebracht worden.

Die Öle-Firma konnte nicht nachweisen, dass sie ein Programm zur Einhaltung von formellen Prozeduren vorliegen hatte, auch Training and anderweitige Fachkenntnisse zur Vermeidung von möglichen Vergehen gab es nicht. Am 20. Juli 2015, als die internen Untersuchungen vollständig waren, legte die Firma der Regierung unterschiedliche Fakten, welche die illegalen Übertretungen aufzeigte, offen.

Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde auch offenkundig, dass Nardenöl (Nardostachys jatamansi) von Nepal nach Großbritannien exportiert wurde, auch ohne CITES-Genehigung. Das Nardenöl war zunächst durch eine Firma importiert, die eine CITES-Genehigung hatte. Beim US-Anbieter wurde das Öl jedoch als nicht zufriedenstellend eingestuft, und zurück nach Großbritannien geschickt. Nachträglich, am 23. März 2016 wurde von einem Mitarbeiter des US-Anbieters ein Cites-Genehmigungsantrag gestellt.

faszination duftkommunikation


duftkreis_copyright_christine_lamontainIm Frühling war Christine Lamontain zum dritten Mal bei mir in Irland. Ihre wundervolle Art, die vielschichtigen und zunächst verschachtelt wirkenden Informationen rund um die Duftkommunikations zu vermitteln, faszinert mich jedes Jahr mehr. Wer bei ihr erfahren und spüren lernt, wie tief Düfte gehen können, wie sie uns berühren, umarmen und abschrecken können, wenn man sie nur achtsam WAHRnimmt, wird Aromapflege und Aromatherapie mit neuen Augen (Nase) betrachten. Und ätherische Öle sehr behutsam anwenden und weiter geben. Christines Arbeit basiert auf den Erkenntnissen des Pioniers Martin Henglein, der den Duftkreis in den achtziger Jahren „erfunden“ und veröffentlicht hat.

Durch Stornierungen sind für das Modul 1 der neuen Duftkommunikations-Gruppe am 29.-30. September zwei Plätze freigeworden. Eine gute Chance für Sofortentschlossene, wirklich ganz besondere Erfahrungen rund um das Riechen und den Kontakt der feinen Duftmoleküle mit unseren Innenwelten kennen zu lernen. Sogar neue Einblicke ins eigenen Innenleben können entstehen.

Die vier spannenden Module finden in schönster Natur, inmitten von Wiesen und übervollen Apfelbäumen des Hunsrück (westlich von Koblenz), im schönen Blockhaus der Vivere Schule von Sabrina Herber statt. Dort habe ich vor einigen Tagen selbst unterrichtet! Infos bei Vivere (klick!). Nächstes Jahr kommt Christine auch wieder zu mir, noch sind Plätze zum Frühbucherpreis zu haben (Infos hier).

selbstschutz und naturschutz durch erlernen der INCI-sprache


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Um mir bewusst zu machen, was an meine Haut kommen darf, habe ich mal die Produkte meiner (fast) täglichen Morgen- und Abendroutine zusammen gestellt. Darunter sind einige Immer-Produkte, die ich also seit Jahren und Jahrzehnten immer kaufe (wie das Deo von Farfalla und Wimperntusche von Dr. Hauschka und der Nagellack von Santé) und auch Produkte, die öfters wechseln, wie Duschgels und Bodylotions. Etliche Produkte wie Mundwasser, duftende Körperöle und Vielzweck-Schüttellotion stelle ich regelmäßig frisch her. Gekaufte und selbst destillierte Hydrolate in allen Varianten setze ich je nach Bedürfnis und drohendem Verfallsdatum ein.

Ich lebe in einer schönen natürlichen Umgebung, dort am westlichsten Zipfel Europas, wo die Welt noch einigermaßen in Ordnung ist. Wo Toleranz und Freundlichkeit den Alltag (fast immer) bestimmen. Hier biete ich meine Duftwochen an, hier kann ich unzählige subtropische Duftpflanzen in ihrem inzwischen heimatlichen Habitat zeigen. So dass meine Kursteilnehmer/innen sowohl den Duft aus den zu den Exkursionen mitgenommen Fläschchen kennen lernen können als auch das Aussehen, die Größe, das „Verhalten“, die Farbgebung der jeweiligen Duftpflanze WAHR-nehmen und be-GREIF-en können (Termine und Infos für 2018 hier – klick!).

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Da ich viele unterschiedliche fette Öle und noch mehr ätherische Öle allerhöchster Qualität zur Verfügung habe, wäre mein Ziel, nur noch eine gute, rückfettende Seife, selbst gemachtes Zahnpulver aus Kreide, und grüner Tonerde und etwas Bio-Makeup-Puder zu verwenden. Dazu freilich Hydrolate für allerlei Einsatzzwecke. Doch davon bin ich noch weit entfernt.

Zu meiner kleinen „heilen Welt“ gehört auch meine persönliche Körperpflege, die zu 99 Prozent aus bio-zertifizierter Naturkosmetik von unterschiedlichen Anbietern stammt. Oder die selbst hergestellt ist. Ich würde gerne etwas minimalistischer mit meiner Haut umgehen, doch als Duft- und Kosmetikfan fällt es mir schwer. Wie froh bin ich, dass es im deutschsprachigen Bereich so wundervolle Kosmetik gibt, die sehr genau auf ehrliche Verträglichkeit untersucht ist und auf die man sich verlassen kann. Vor allem, weil ich die Menschen und die Herstellung hinter den meisten abgebildeten Produkten persönlich kennen lernen durfte.

Durch meine Tätigkeit als „Gästehaus-Mutter“ sehe ich allerdings, was die großen Kosmetik-Konzerne den heutigen unwissenden Menschen so andrehen. Ich bin regelmäßig entsetzt, wenn ich „Proben“ erhalte, die beispielsweise nicht mehr in den mit tollen irischen Einkäufen überfüllten Koffer unserer Gäste passen. Da stinkt und reizt es nur so vor sich hin.

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Das sind so Grausamkeiten, die ich im Laufe des letzten Jahres von wohlmeinenden Gästen „geerbt“ habe. Sie sind ausnahmslos mit hautreizenden Tensiden, krebsverdächtigen Paraffinen und Parabenen, Aluminiumverbindungen und anderen wortwörtlich haarsträubenden Inhaltsstoffen hergestellt. Vom Mikroplastik, das unsere Welt in rasender Geschwindigkeit komplett durchseucht, ganz zu schweigen.

In meiner Naivität halte ich es für entsetzlich, dass Konsumenten so belogen und betrogen werden. Da wird ein Shampoo namens „Wahre Schätze“ angeboten, mit einer hübschen Zitronenabbildung und einem „Stempel“, der auf natürliche Extrakte hinweisen soll. Bei Blick auf die INCI-Deklaration steigt in mir die Wut hoch und ich fühle mich verars…t (besonders im Namen der Person, die auf die frech-unwahren Marketingsprüchlein rein gefallen ist). Erstens wird das grüne Mäntelchen präsentiert, welches besagt, dass neben den tollen Inhaltsstoffen Tonerde und Zitrone Nachhaltigkeit groß geschrieben wird. Weil die Plastikverpackung recyclebar sei und weil sie in einer Fabrik hergestellt werde, die sich für die Entwicklung nachhaltiger Produkte einsetzte. Na und??? Was besagt diese sinnentleerte Satz? Nix.

Aber es kommt noch viel, viel gravierender. Und deprimierender. Ich meine, wenn die Kosmetikverbraucher/innen nicht endlich aufwachen, wird unsere schöne Erde innerhalb von nunmehr sehr wenigen Jahren so sehr von Mikroplastik verseucht sein, dass nicht nur unsere Kinder durch den Müll der aktuellen Verbraucher-Generationen zu 100 Prozent krank werden. Wie können wir uns so von den geldgierigen Kosmetikkonzernen zur lebensgefährlichen Verdreckung der Abwässer, der Flüsse, des Meeres und damit wieder unseres Trinkwassers und der Nahrung verleiten lassen?! Selbst wenn wir keinen Fisch und keine Krustentiere essen, deren Abfälle werden wiederum in den unterschiedlichsten Lebensmitteln verarbeitet, genau so still und heimlich wie im Kosmetikbereich.

Wahre-Schätze_vorne_Inci

WARUM? Warum muss in einem Shampoo Mikroplastik stecken? Warum hautreizende (billige) Tenside? Die versprochene Zitrone befindet sich nur als „Hauch“ am Ende der Zutatenliste. Einmal als Extrakt (eventuell sogar als ätherisches Öl) und einmal als Säureregulator in Form von Zitronensäure (vermutlich künstlich hergestellt, eventuell mit Hilfe von Schimmelorganismen). „Ohne Silikone“ soll sehr geschickt davon ablenken, dass noch etwas viel Schlimmeres enthalten ist: Acrylates Copolymer. „Wahres ist wertvoll“, ein wirklicher Hohn der Käufer von so einem aus billigsten Rohstoffen produzierten Umweltmülls.

Nun wird also nicht nur Plastik in Scrubs für Körper und Gesicht eingesetzt, nein, ein Shampoo wird mit „Nebelmitteln“, also Trübstoffen aus Mikroplastik, verseucht. Dieses Zellgift verbirgt sich hinter dem Wortungetüm Acrylates Coploymer, das JEDE(R) auf den INCI-Deklarationen auswendig lernen müsste. Dieses fast nicht sichtbare Gespenst wird gemäß den technischen Angaben verschiedener Hersteller in Form fester Partikel in einer Partikelgröße ab 170 Nanometer und größer hergestellt. Beim Recherchieren über dieses Gift, das jede unserer Zellen durchdringen wird, weil es inzwischen fast in jedem Trinkwasser steckt, konnte ich nur entsetzt und ungläubig den Kopf schütteln: Mikroplastik wird bislang nicht von der deutschen Regierung und auch nicht von der sonst so strengen Europäischen Kosmetikverordnung reglementiert. Dabei gehört es ab sofort verboten, je schneller, desto besser! Im Bundesumweltamt schreibt man nur ganz lau: „Aus Sicht des Umweltbundesamtes sollten die Verbraucherinnen und Verbraucher daher bevorzugt zu Produkten greifen, die solche Stoffe nicht enthalten.“ Aber wie lange will man denn noch warten?! Mikroplastik ist ein Thema das uns ALLE angeht, und das nicht nur die Haut, in der wir stecken, angeht, sondern es betrifft bereits JETZT fast jeden Menschen. Die wichtigsten Mikroplastikmoleküle, die unsere Kosmetik und unsere Gewässer belasten, sollten wie Vokabeln einer Fremdsprache auswendig gelernt werden, fast alle enthalten (mindestens) zweimal den Buchstaben Y:

  • Polyethylen
  • Polypropylen
  • Polyethylenterephthalat
  • Nylon-12
  • Nylon-6
  • Polyurethan
  • Acrylates Copolymer
  • Acrylates Crosspolymer
  • Polyacrylat
  • Polymethylmethacrylat
  • Polystyren

Diese Übersicht mit den Namen dieser Plastik-Zeitbomben und mit Produkten, die damit verseucht sind, hat der B.U.N.D. zusammengestellt, sie kann hier (klick!) kostenlos runter geladen werden, ein Artikel dazu ist hier (klick!) nachzulesen. Allerdings ist dieser Einkaufsratgeber von 2015 und der Absatz „Teilerfolg gegen Mikroplastik: Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. hat erklärt, dass er seinen Mitgliedern empfehlen werde, Mikroplastik aus Kosmetika zu entfernen. Außerdem haben sich viele Hersteller beim BUND direkt gemeldet und den Ausstieg aus Mikroplastik angekündigt.“ klingt für mich nicht wirklich erfolgversprechend.

Haarwasser_InciGemeinsam sind fast allen Massen-Kosmetika die Starkschäumer-Teufelchen Natriumlaurethsulfat und das (früher?) überall eingesetzte Natriumlaurylsulfat. Das sind anionische Tenside, ersteres löst sehr stark Fett und Öl auf (Shampoo, Duschgel), zweiteres hat eine stark denaturierende Wirkung auf Proteine (was hat es bloß in den vielen Zahnpasten angerichtet!?). Ich habe ersteres in einem „haarwuchsfördernden“ Shampoo gefunden. Wozu? Um den Haarausfall noch zu verstärken, indem das schützende Kopffett aufgelöst wird? Dass Proteine in unserer Haut geschädigt und angegriffen werden und Allergien durch das Zeug „gezüchtet“ werden könnten, scheint auch billigend in Kauf genommen zu werden, Hauptsache billig. Durch das besagte Shampoo wird die sehr aufnahmefähige Kopfhaut auch noch das potenziell krebsauslösende Methylparaben und das umstrittene Konservierungsmittel Phenoxyethanol in den Körper schleusen. 200 ml Shampoo mit einem Hauch Koffein, etwas Schaumbildner und bedenklichen Chemikalien angereichert für gut 6 Euro, bravo! Ein Geschäft mit der Hoffnung…

Body_Cream_InciWarum nicht gleich, wenn man die trockene Haut wirklich nähren und pflegen möchte, zu einem ehrlich wohltuenden Produkt mit Bio-Pflanzenölen samt deren wertvollen Fettbegleitstoffen greifen? Die meisten Hautpflegecremes bewirken das Gegenteil. Durch einen zu hohen Anteil an billigem Glyzerin trocknen sie eher aus, Silikon (Dimethicone) spachtelt allenfalls die Oberfläche zu, Phenoxyethanol und die enthaltenen Parabene würde ich nicht gerne auf meiner Haut haben, obwohl diese eher unempfindlich ist.

Gesichtspflege_INCIGesichtspflege in zartrosa-feiner Anmutung vom Kosmetikgiganten mit der blauen Dose, angereichert mit dem Antischuppen-Wirkstoff Piroctone Olamine? Huch, da fallen einem doch glatt die Schuppen von den Augen! Wird der Schuppenshampoo-Stoff nun als gut fungizid wirksames Konservierungsmittel eingesetzt? Dazu wieder ein Kunststoff! Warum bitteschön ist darin Sodium Polyacrylate (Natrium Polyacrylate) enthalten, ein Superabsorber, der 200 bis 300 Mal mehr Wasser binden kann als seine eigene Masse? Diese Chemikalie kenne ich aus Babywindeln und Inkontinenzmaterial! Darin ist sie sicher sehr zweckmäßig, sie landen dann wohl in Müllsäcken und Verbrennungsanlagen Auch als Fußbodenpolitur ist dieses kristalline Material beliebt, da „schmutzabweisend“. Doch als Inhaltsstoff in einer Gesichtspflege für die Dusche ist die Endbestimmung leider wieder unser kostbares Trinkwasser.

Das waren nur ein paar kleine Beispiele aus der Badezimmer-Wirklichkeit. Über andere Giftstoffe informiert die Verbraucherzentrale.

Wenn man/frau also täglich eine vergleichbare Menge an Kosmetik wie ich verwendet, und in jedem dieser Produkte befinden sich diese und noch viel mehr bedrohliche Inhaltsstoffe, geht man ein unkalkulierbares Risiko ein. Eine Zeitbombe kann entstehen, denn kein Mensch weiß bislang, was diese ganzen Kunststoffe IN und mit unserem Körper anrichten, sofern sie resorbiert werden, was nicht unwahrscheinlich ist. Freilich muss jedes der Produkte auf seine Verträglichkeit untersucht sein, jedes für sich mag sogar ein sehr geringes Risiko bergen, doch kein Mensch hat je untersucht, was dieser brisante Molekülecocktail vieler Produkte die tagtäglich benutzt werden, mit uns macht (dazu kommen noch die noch bedenklicheren Stoffe aus Reinigungsmitteln, aus Computern & Druckern, aus Wohnungs- und Baustoffen, sowie die Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln).

Es gibt inzwischen tolle Apps, die man im Geschäft vor dem geplanten Einkauf konsultieren kann, so dass man potenziell gefährdende Chemikalien einfach im Ladenregal stehen lässt. Man muss also gar nicht die Vokabeln dieser wichtigen neuen internationalen Sprache der INCI-Welt auswendig lernen.

Codecheck (klick!) [auch prima, um unehrliche Lebensmittel auszufiltern)

Toxfox (klick!) [nur Kosmetik, vom B.U.N.D.)

Bio-Kosmetika (klick!) [meine frühere Schülerin Ingrid Schreier ist eine erfahrene Naturkosmetik-Fachfrau mit Geschäft in Wien

Oder man kauft einfach nur noch Kosmetik mit einem der zuverlässigen unabhängigen Bio-Siegel, beispielsweise mit dem NaTrue-Siegel oder der Schweizer Bio-Knospe [einen Beitrag mit Abbildungen dieser Siegel habe ich hier (klick!) zusammen gestellt]. Das ist die (unvollständige) Liste der Anbieter, der Gründer und/oder Geschäftsführer/innen ich persönlich kenne und schätze, viele von deren Kosmetik-Produkten verwende ich seit bald dreißig Jahren (die folgenden Websites sind alle verlinkt, bei Interesse anklicken):

Wer sich gerne in einem echten Buch lesend informieren möchte, kann dies bei Giftcocktail Körperpflege: Der schleichende Tod aus dem Badezimmer von Marion Schimmelpfennig und Rüdiger Dahlke oder mit Naturkosmetik: Was ist drin? Wie erkenne ich Qualität? Wie finde ich das Produkt, das zu mir passt? von Elfriede Dambacher. [Werbung] {damit die Profi-Abmahner happy sind} Wer Englisch lesen kann, sollte sich die hervorragenden, jedoch bedrückenden Artikel auf der renommierten britischen Tageszeitung The Guardian (klick!) antun, heute erschien wieder einer: 83 Prozent aller untersuchten Wasserproben sind bereits mit Mikroplastik kontaminiert. Unsere Plastikkeidung trägt übrigens tüchtig zu dieser Bedrohung bei, denn bei jedem Waschgang gelangen die fast unverrottbaren Mikrofasern in mittlerweile unvorstellbaren Mengen ins Wassersystem.

Wer auf Facebook ist, kann meiner Gruppe „Essbare Kosmetik“ beitreten. Denn Selbermachen ist am besten, da weiß man, was drin ist! Und kann von den schönen Verwöhnprodukten auch guten Gewissens naschen!

Ach wäre es schön, wenn durch Aufklärung und Verbraucher-Boykotts weniger umweltschädigende und gesundheitsgefährdende Chemikalien verkauft werden würden! Um unsere Welt auch noch in 10 und 20 und 50 Jahren lebenswert zu machen. Momentan sieht es leider nicht einer Umkehr zu reinem Wasser und den entsprechenden Folgen aus. Der Verseuchungsgrad ist bereits enorm und die Regierungsmitglieder haben andere „Sorgen“, als unser aller Heimat giftfrei zu halten.

von altem wissen und neuen erkenntnissen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIn Zeiten von immer mehr verdrehten Behauptungen und dubiosen Anwendungsempfehlungen ist es wichtig, sich mit sachlichen Informationen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und auch mit den erprobten sowie sicheren Rezepturen und Tipps von KollegInnen auszustatten, will man mit ätherischen Ölen verantwortungsvoll umgehen lernen.

Zahlreiche Studien und sonstige fundierte Erkenntnisse werden sich in meinem Köfferchen befinden, wenn ich am 13. und 14. September 2017 im schönen Blockhaus von Sabrinas Schule mitten zwischen Wiesen im schönen Hunsrück (westlich von Frankfurt und Koblenz) unterrichten werde. Ich freue mich, dort einen meiner immer seltener werdenden Kurse in Deutschland geben zu dürfen.

An diesen zwei Tagen geht es um Folgendes:

  • Was ist die jeweilige Besonderheit von Doppelblind-Experimenten, randomisierten Studien und multizentrischen Studien.
  • Was zeichnet eine wissenschaftliche Studie aus, wo liegen die Grenzen, welche besonderen Herausforderungen ergeben sich in der Arbeit mit Riechstoffen.
  • Gewebestudien vs. Tierexperimente vs. klinische Studien mit und an Menschen.
  • Kritische Diskussion, dass Studien nicht der „letztendliche Beweis“ sind, in der heutigen Arbeitswelt jedoch als solcher gelten.
  • Etwas Geschichte: Nachweise über die Wirksamkeit von ätherischen Ölen gibt es bereits seit über 100 Jahren.
  • Warum ergeben sich aus den überzeugenden und Mut machenden Studien so wenig Konsequenzen für die Gesundheitspflege?
  • Vorstellung von vielfältigen Studienergebnissen, welche für die Aromapflege besonders interessant sind, insbesondere im Bereich der bakteriellen Multiresistenzen, der antitumoralen, entzündungshemmenden und radioprotektiven Wirkung von Ölen und der Linderung von Demenz-Symptomen
  • Einige recht neue Erkenntnisse, die noch in keinem Buch über Aromatherapie oder Aromapflege nachzulesen sind, werden auch erläutert.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie und DuftreisenDieses Seminar soll Ihnen einen Blumenstrauß an nachgewiesenen Fakten mit auf den Weg geben und Sie selbst mit überzeugenden Argumenten ausrüsten. Mein Wissen als langjährige Dozentin für Aromatherapie beziehe ich aus 30 Jahren Erfahrung im Umgang mit ätherischen Ölen unterschiedlichster Bio-Anbieter, auch vom regelmäßigen Austausch mit Wissenschaftlern, von jährlichen Besuchen auf Fortbildungs-Kongressen wie der Botanica2016 (die in einem Jahr wieder in Brighton stattfinden wird), sowie aus den anerkanntesten Fachbüchern unserer Branche – in vier Sprachen 😉 . All dies ist leider keine Selbstverständlichkeit in Fortbildungen.

Gibt es Voraussetzungen zum Besuch dieses Seminars? Ein Minimum an Wissen über die Zusammensetzung und Wirkweise von ätherischen Ölen ist nützlich, jedoch keine Bedingung, ein großes Interesse an den angebotenen Themen ist wichtiger! Infos und das Anmeldeformular gibt es auf der Vivere-Website von Sabrina Herber (klick!).

im dschungel der paragraphen rund um ätherische öle


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Diese Musiknoten sind von Johann Sebastian Bach, er ist mehr als 70 Jahre tot, sie sind also nicht mehr geschützt. Doch eine Grafik, die daraus gemacht wurde, unterliegt dem Urheberrecht des Grafikers der sie angefertigt hat, er oder sie bestreitet sogar seinen Unterhalt durch die Herstellung solcher Arbeiten, wie auch solcher anatomischer Zeichnungen. Beides darf also nicht „einfach so“, also ohne Erlaubnis des Urhebers, für eigene Websites, Werbemittel und Unterrichtsmaterialien verwendet werden.

Es ist mal wieder an der Zeit, dass ich mich mit dem juristischen Umfeld der Aromapflege, der Aromatherapie und der ätherischen Öle auseinander setze. Und auch mit dem immer krasser werdenden Märchen-Marketing, das sich in unserer Branche breit macht. Einst war ich im Paragraphen-Bereich ziemlich fit, mittlerweile finde ich die Beschäftigung mit §§§ nur noch nervig. In meinem Studium waren mindestens zwei Semester Urheberrecht zu belegen, das waren äußerst unbeliebte Vorlesungen und Tests, das meiste davon hatte ich ganz schnell vergessen.

Doch in unserer Branche gehen einerseits wilde Gerüchte und Unwahrheiten um, andererseits kommen mir immer wieder Urheberrechts-Verletzungen zu Ohren, so dass ich an dieser Stelle ein paar Stückchen Aufklärung verteilen möchte (und bitte um freundliche Korrekturen, wenn ich in Teilbereichen nicht ganz auf dem Laufenden sein sollte 😉 ). [[Wer nichts dagegen hat, dass Pflanzen, Tiere und Menschen ausgebeutet werden, sollte heute nicht weiter lesen.]]

Immer mehr Interessent/innen Anhänger/innen einiger US-amerikanischer Ätherische-Öle-„Schüttgut-Anbieter“ lassen sich von vermeintlichen Siegeln und Analysen blenden, werfen dann sogar langjährigen und erfahrenen Ätherisch-Öle-Fachmenschen mangelnde Recherche sowie Nicht-Wissen und Ähnliches vor. Interessanterweise wird alle paar Jahre „eine andere Sau durchs Dorf getragen“, also gibt es regelmäßig neuartige Behauptungen. Diese werden dann mit der Zeit doch durch Fakten widerlegt und dann schwirren eines Tages wieder neue „Qualitätsaussagen“ durch die Welt der Naturdüfte.

Vor ein paar Jahren waren das die AFNOR-zertifizierten Öle, die angeblich so unglaublich viel besser als alle anderen ätherischen Öle sein sollten. Dieses französische Zertifikat der ‚Association Française de Normalisation‘ sollte gemäß den Anhängern dieser „Duft-Konzerne“ (es gibt im deutschsprachigen Bereich inzwischen mindestens drei davon) wesentlich bessere Öle auszeichnen, als jene von seit zwei bis drei Jahrzehnten etablierten deutschsprachigen Öleanbietern, die hervorragende und ehrliche Qualitäten anbieten. Dieses Industrie-Siegel sagt jedoch rein gar nichts über die wirkliche Qualität aus: Das N im Namen bedeutet ’normalisation‘ und das bedeutet soviel wie Standardisierung und Normierung. Es regelt beispielsweise den Mindesthalt und Maximalgehalt bestimmter Inhaltsstoffe (ich habe über einige Siegel hier [klick!] beschrieben). Jedoch genau das wollen wir FreundInnen vom respektvollen Umgang mit unserer Erde, Pflanzen und Bauern nicht. Das wäre so, als würde man behaupten, dass ein Blatt Papier, das vom deutschen DIN-Institut normiert wurde, also beispielsweise exakt DIN-A-4 entspricht, eine wesentlich höhere Qualität gegenüber einem frei zugeschnittenen Blatt Papier, vielleicht sogar handgeschöpft, aufweisen würde.

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Fast alle ätherischen Öle, welche als Bedarfsgegenstände (oder ‚Bedarfsmittel‘, beispielsweise zur Raumbeduftung) deklariert sind, müssen mit mindestens einem dieser Gefahren-Piktogramme versehen sein, Ausnahmen: Benzoe, Myrrhe, Mimose, Patchouli und Sandelholz. Ätherische Öle, welche als Lebensmittel zertifiziert sind, benötigen diese Deklaration nicht, auch nicht solche, welche als Kosmetika oder Lebensmittel in Verkehr gebracht werden (diese dürfen jedoch bestimmte Inhaltsstoffe nicht oder kaum enthalten).

Neuerdings wird von besagten  US-amerikanischen-Öleanbietern behauptet, ihre Öle seien ganz besonders rein und könnten (und sollten) darum in recht großen Mengen eingenommen werden. Sie stammen jedoch nicht aus von neutraler und anerkannter Stelle zertifiziertem kontrolliert biologischem Anbau. Die angebliche Reinheit wird damit „bewiesen“, dass die vorgeschriebenen Gefahrensymbole, die auf „Bedarfsgegenständen“ (wie Düfte zur Raumbeduftung) zu erscheinen haben, bei ihnen nicht aufgedruckt sind. Wer eine wirklich gute und ausreichend lange Basisausbildung mit ätherischen Ölen (ÄÖ) genießen durfte (nicht nur an einem Abend oder zwei Wochenenden), sollte sich mit den aktuell in Europa geltenden Gefahrensymbolen und korrekten Kennzeichnungen auskennen. Mehr zu den Gefahrstoffen und ihren Piktogrammen findet man auch auf Wikipedia.

Nach deutschem wie europäischem Recht sind kosmetische Mittel von den Pflichten zur Kennzeichnung nach dem Chemikalienrecht ausgenommen, d.h. sie tragen KEINE Gefahrensymbole, MÜSSEN jedoch u.a. mit der Liste der Bestandteile (INCI) gekennzeichnet sein. So haben die meisten Firmen ihre ÄÖ auf die Anforderungen der Kosmetik-Verordnung umgestellt (auch die besagten Firmen mit den „besonderen“ Ölen) und die Gefahrensymbole sind damit von den Etiketten der meisten Fläschchen verschwunden.

Also bitte auf den bestimmungsgemäßen Verwendungszweck des ÄÖ schauen und dann ist die Kennzeichnung kein Problem mehr! Bei ÄÖ mit „therapeutischen“ Qualitätsmerkmalen, wäre zu prüfen, ob diese ÄÖ nicht unter das Arzneimittelgesetz fallen und damit dann ein entsprechendes langes und kostenintensives Zulassungsverfahren durchlaufen müssten. Anbieter ätherischer Öle haben also die Freiheit, ihre Öle nach einer von vier Kategorien in Vertrieb zu bringen:

  • Kosmetikum
  • Lebensmittel
  • Bedarfsgegenstand/Bedarfsmittel
  • Arzneimittel

Auf den Fläschchen bzw beim Verkauf der Öle, die nach den drei ersten Kategorien gekennzeichnet sind, dürfen KEINERLEI therapeutische Aussagen gemacht werden.

Von den Hochdosierer-Firmen wird auch behauptet, dass ’nur unberührter Boden  bepflanzt wird‘. Wie viel unberührten Boden braucht es, für die Mengen an ÄÖ, die wie „Schüttgut“ verwendet werden (manchmal über 100 Tropfen unverdünntes ÄÖ für eine Rückenbehandlung)?! Wie viel Pflanzenmenge wird da tatsächlich verbraucht und wie viel ‚jungfräuliche‘ Erde muss dafür bereit stehen? Geschäft und Umsatz sollen kontinuierlich gesteigert werden, wie ist das vereinbar mit behutsam bewirtschafteter Erde? In einem Vertriebssystem, das auf Empfehlungsmarketing und Gewinnstufen basiert, ist nun mal das Streben nach maximalem Gewinn ein entscheidender Faktor. Viel Verbrauch – viele Dollar/Euro!

Inzwischen werden etliche ätherische Öle nach dem Lebensmittelgesetz zugelassen, diese unterliegen dann wieder anderen Vorschriften, diese brauchen beispielsweise auch nicht die Warnhinweise zu zeigen.

Zu diesem Themenbereich der Siegel und Warnhinweise kann auch auf Sabrinas Blog nachgelesen werden. Je besser und vielfältiger man sich informiert, desto mehr wird man zur/m mündigen Verbraucher/in und fällt nicht auf teures Märchenmarketing rein. Sabrina hat auch eine schöne (nicht vollständige!) Übersicht eingefügt, bei welchen ethisch denkenden und agierenden Anbietern wir einkaufen können.

Wie können wir unterscheiden lernen, was Märchenmarketing und was Tatsachen sind? Ja, beispielsweise durch ein klein wenig das Hirn einschalten und einer Destillation im Original, nicht im Labor oder Vorführraum, beiwohnen. Dann kommt ein natürlicher Respekt gegenüber dem Inhalt der kleinen ÄÖ Fläschchen und auch hinsichtlich der Dosierungen von ganz alleine. Hat man einmal miterlebt, wie viel Pflanzenmaterial für das ÄÖ benötigt wird und wie viel WASSER für die Destillation erforderlich ist (und das ist eine Größenordnung, da schluckt das ökologische Gewissen erst einmal sehr kräftig, vom Stromverbrauch ganz zu schweigen), schaut man mit viel mehr Respekt auf die ätherischen Öle. Wenn man sogar das Glück (und das Interesse) hat, sich anzuschauen, was vor der Destillation geschieht, nämlich aufwändiges pflanzen, jäten, beobachten und ggfs mit natürlichen Pflanzenschutzmitteln stärken, ohne abgasverbreitende Maschinen oder gar von Hand ernten, dann sollte jedem/r Anwender/in mit gesundem Menschenverstand ganz klar werden, wie wenig ätherisches Öl benötigt wird, um effektiv und menschenfreundlich beHANDeln zu können.

Auch das Bauchgefühl reden lassen ist eine Hilfe. Nicht nur ich werde häufig angeschrieben und angerufen von tief verunsicherten Menschen, die gerne ätherische Öle anwenden würden, denen jedoch auf Verkaufsveranstaltungen (mit vermeintlich naturheilkundlichem Hintergrund) mehrere „Bären aufgebunden“ wurden. Tief drinnen spüren sie, dass sie angelogen worden sind, und womöglich mit „preisgünstigen“ Einsteigersets oder gar Knebelverträgen in eine ungute Richtung gelockt worden sind. Auf Christines Blog kann ein fast amüsanter Beitrag zu dieser Duft-Benebelung (klick!) nachgelesen werden.

zeichng_stoffidee

In manchen Ländern dürfen Gebäude und Kunstwerke im öffentlichen Raum nicht auf gewerblich genutzten Fotos, auch wenn man sie selbst fotografiert hat, gezeigt werden. In Deutschland heisst das ‚Panoramafreiheit‘ und diese gilt NOCH. Ein Kunstwerk (egal ob aus Stoff, aus Ton, Bronze, auf Leinwand etc) darf selbst, wenn es von einem selbst fotografiert wurde, nicht im kommerziellen Rahmen abgebildet werden.

Das zweite große Jura-Thema rund um die Naturdüfte sind Abmahnungen und wilde Verletzungen des Urheberrechtes. Jeder Mensch, der ein Lesestück oder ein Musikstück schreibt, ein Foto macht, sich eine Zeichnung ausdenkt und zu Papier bringt, eine Melodie komponiert, eine Grafik anfertigt u.s.w. sollte auch im Zeitalter des Internet darauf vertrauen können, dass er das Recht als Urheber des Werkes hat und behält. Er/sie sollte sich darauf verlassen können, vor einem Klau seiner geistigen Idee geschützt zu sein.  So dass mit dem eigenen Werk auch Geld verdient werden kann.

Doch leider tendiert die eher nicht ganz so kreative Hälfte der Menschheit gerne mal dazu, das World Wide Web als Selbstbedienungsladen für geistiges Eigentum anderer zu sehen. Es ist beispielsweise haarsträubend, wenn ein recht großer Online-Shop (laut eigenen Angaben 2 Millionen Kunden und über 450 Mitarbeiter) sich – ohne jemals angefragt zu haben – eines Fotos aus meinem Blog bedient (oder von der Webagentur bedienen lässt), die abgebildete Pflanze für eine andere ausgibt, die Daten im digitalen Hintergrund des Fotos „ausradiert“ (beispielsweise meine Kameramarke und das Datum, an dem ich mein Bild geschossen habe), das Foto in seinen Shop einstellt und dann noch nicht einmal auf meinen Namen als Urheberin oder wenigstens auf meine Website als Quelle verweist. Geschweige denn, dass ich ein paar „Groschen“ dafür erhalten hätte.

So ähnlich ist es bereits mehrfach mit Fotos von mir passiert und auch schon mit Texten. Einmal wurde ein Text für einen Fernkurs ‚Aromatherapie für Hunde‘ sogar „kreativ“ 😦 umgestrickt: aus ‚Mensch‘ wurde ‚Tier‘, aus ‚Patient‘ wurde in dem kommerziell angebotenen Lehrgang ‚Hund‘. Einmal konnte ich eine „Ausbildung zur Aromatherapeutin“ bei Ebay kaufen, in der sich ein Text von mir befand, die „Ausbildung“ kostete unter 20 Euro, inklusive „Diplom“. Die oben stehende Übersicht von Piktogrammen ist auch ein Beispiel, von Urheberrecht: Die Piktogramme sind frei einzusetzen (denn sie wurden für möglichst viele Produkte in Auftrag gegeben), doch die Recherche der Beispiele aus unserer Branche habe ich zusammen getragen, die tabellenartige Zusammenstellung des Textes ist also mein geistiges Eigentum, wie auch dieser gesamte Artikel, den Sie gerade lesen,.

Auch als „kleine(r) Aromatherapeut/in“ sollte man keine Texte, (Pflanzen)Fotos oder Diagramme von KollegInnen übernehmen, ohne die AutorInnen bzw. UrheberInnen um Erlaubnis zu fragen (nur die Quelle anzugeben reicht nicht!). Streng genommen, also nach dem Urheberrecht, muss sogar mit jedem Urheber, also Copyright-Inhaber, ein Vertrag geschlossen werden. So macht es auch mein Verlag, wenn ich in meinem Fachbuch Pflanzen- oder Menschenabbildungen zeige, die nicht von mir fotografiert wurden: Jeder dieser Urheber wird angeschrieben und muss schriftlich seine/ihre Einwilligung für den Abdruck geben.

Es gibt keine absoluten Geldbeträge an die Urheber eines Werkes zu zahlen, vielmehr richtet sich der Preis nach Verbreitung (soll das Logo, die Grafik, das Foto, die Werbung oder die Website 100 Menschen, 10.000 Menschen oder möglichst die ganze Weltbevölkerung ansprechen (wie bei bekannten Limonademarken oder bei berühmten Fast-Food-Burgern), nach Art der Medien (nur auf Visitenkarten, auch auf Websites, dazu im Lokalblättchen, im Fernsehen etc), nach Länge des Zeitraumes der Verwendung und sogar nach Bekanntheitsgrad des Auftraggebers. Letztendlich ist jeder einzelne Posten Verhandlungssache.

Natürlich kann mir keiner verbieten, ein Foto oder eine Grafik aus dem Internet auszudrucken und an meine Wohnzimmerwand zu hängen, das ist private Nutzung. Aber ich darf diese eben nicht für geschäftliche Zwecke verwenden, ohne sie zu bezahlen und die Quelle vorschriftsmäßig anzugeben. Übrigens können Rezepte – sowohl für Kosmetik- und Ölemischungen als auch für kulinarische Schlemmereien, und auch körperliche Übungsabfolgen, etwa zur Muskelstärkung oder im Sinne von Yoga, nicht geschützt werden, diese unterliegen also nicht dem Copyright (Auskunft von einem meiner Verlage).

Freilich kann es passieren, dass man aus Versehen das Urheberrecht verletzt. Beispielsweise weil man nicht bemerkt hat, dass man durch eine technische Panne, etwa durch einen Computerabsturz und dem Löschen einer Quellenangabe, einen juristischen Fauxpas begeht. Oder man hat ein eher unsortiertes Archiv, in dem viele eigene, aber auch für den Privatgebrauch herunter geladene Dateien lagern. Man nimmt ganz arglos eine falsche Datei und veröffentlicht diese auf seiner Website oder auf seiner Shopseite. Solche Fälle sind ein gefundenes Fressen für inzwischen darauf spezialisierte „Urheberrechtsverletzungen-Jäger/innen“. Damit lässt sich übrigens gut Geld verdienen. Wenn man so eine geldpflichtige Abmahnung erhält, muss diese gar nicht vom Urheber ausgelöst sein: Es gibt Juristen, die sich auf das Abgrasen des WWW spezialisiert haben, manchmal unterstützt von Branchen-Insidern. Ich kenne KollegInnen, die wegen solcher Versehen auf ihren Websites viel Geld lassen mussten, einmal ging es sogar um mehrere Monatsgehälter. Darum warne ich regelmäßig vor dem gedankenlosen Umgang mit Fotos, Grafiken und anderen Infos, die einem nicht gehören. Es gibt auch keine Gnade, wenn man den Urheber nicht kennt. Dann einfach die Finger vom Werk lassen!

Infos zur Reduzierung der Panoramafreiheit können hier (klick!) nachgelesen werden, Infos zum Urheberrecht bezüglich der eigenen Website befinden sich auf einer kostenlosen Broschüre (Wert 12,90 €), die hier bei eRecht24 angefordert werden kann.

blutverdünnung und ätherische öle


Aufgrund der immer wiederkehrenden Frage „Darf ich bei Menschen, die blutverdünnende Medikamente nehmen müssen, bestimmte ätherische Öle einsetzen?“ möchte ich heute zwei wichtige Artikel wiederholen. Zwei unserer in der Schmerztherapie gerne eingesetzten Naturdüfte sind nach wie vor umrankt von Gerüchten und falschen Warnungen. Eines ist das stimmungsaufhellende und stark analgetisch wirksame Wintergrünöl, das andere ist der wundervoll nach Vanille und Waldmeister duftende Tonkabohnen-Extrakt, dieser wirkt genauso perfekt in der Schmerztherapie, vor allem, wenn es um chronische Schmerzen geht, insbesondere wenn sie eine starke seelische Komponente aufweisen.

Bitte daran denken: Vorausgesetzt wir verwenden Naturdüfte allerhöchster Qualität, also nicht gepantscht oder sonstwie „aufgehübscht“, und wir arbeiten mit einer gut verträglichen physiologischen Verdünnung (0,5 bis maximal 5%), dann haben wir es mit Molekülen zu tun, die regulierend wirken. Sie weisen keinesfalls so „gnadenlose“ und gezielte Eigenschaften wie die diversen vom Menschen als lebensrettend designten Moleküle bzw Medikamente auf. Sie sind so gebaut, dass sie sehr konkrete Ziele im Organismus ansprechen, oft nach dem Motto „Friss oder stirb“. In der Naturheilkunde haben wir es meistens mit Multi-Target-Substanzen zu tun, es werden damit also unterschiedliche Ziele angesprochen und über einen gewissen Zeitraum dazu angeregt, sich selbst wieder ins Lot zu bringen. Darum kann man mit Naturheilkunde bei lebensbedrohlichen Krankheiten und Zuständen meistens nicht viel bewirken (so haben beide Richtungen im besten Sinne komplementär ihren Platz in der Medizin).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieTONKABOHNEN-EXTRAKT [Dipteryx odorata (Aubl) Willd.] :: Sein Hauptinhaltsstoff sind bestimmte Cumarine. Das ist eine recht große Molekülegruppe mit kleinen Variationen. Etliche sind natürlichen Ursprungs und kommen in diversen Leckereien wie Aprikosen (Marillen), Brombeeren, Erdbeeren, Datteln, Kirschen, in den Heilkräutern Salbei, Dill und Kamille vor sowie auch in dem bei uns Aroma-Fachleuten beliebtem und äußerst fein duftendem Tonkaextrakt. Es handelt sich meistens um 7-Hydroxycumarine (mit einer OH-Gruppe am SIEBTEN Kohlenstoff-Atom der Kette). Die licht-sensitivierenden und stimmungsaufhellenden sowie antitumoral wirkendenden Fur(an)ocumarine (wir kennen sie von Zitrusschalenölen, von Angelikawurzelöl und von Kreuzkümmelöl) und Dihydropyranocumarine gehören auch zu den Cumarinen. Eine weitere Bezeichnung für Cumarin lautet 2H-1-Benzopyran-2-on, es handelt sich um das zyklische Lakton einer entsprechenden Hydroxyzimtsäure-Verbindung.

Andere Cumarine werden von Chemikern gebaut bzw das Grundgerüst des in der Natur vorkommenden Cumarin-Moleküls wird verändert. Solche mit der OH-Gruppe am VIERTEN Kohlenstoff-Atom der Kette werden sowohl in der Medizin als auch bei der Schädlingsbekämpfung eingesetzt, sie wirken je nach Dosierung leicht oder stark blutverdünnend bzw antikoagolierend.

Die Fachautoren Dieter Loew, Hermann Hauer und Egon Koch erläutern Verwechslungen dieser zwei grundsätzlich unterschiedlich wirksamen „Designs“ von Cumarinen und halten fest: „Im Gegensatz zu den in der Natur weit verbreiteten an Position 3 und 4 nicht substituierten Cumarinderivaten besitzen Antikoagulanzien vom Cumarintyp eine OH-Gruppe an C-4, die die Voraussetzung für die antikoagulatorische Wirkung bildet, sowie eine lipophile Seitenkette an C-3, die verantwortlich für die Resorption und hohe Bioverfügbarkeit ist. Trotz dieser eindeutigen Erkenntnisse werden 3,4-unsubstituierten Cumarinderivaten aber immer wieder ähnliche gerinnungshemmende Effekte wie den oralen Antikoagulanzien vom Cumarintyp unterstellt.“ [Der Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung ist zwar nicht mehr taufrisch, da von 2009, doch wirklich sehr lesenswert.]

Weil das später Warfarin getaufte Molekül in den frühen 1920er Jahren zum Tod von tausenden von Rindern in Nordamerika führte – sie verendeten an inneren Blutungen, wurde dieser Stoff erst einmal verteufelt. Man fand dann nach längerer Zeit heraus, dass der „sweet clover“ (süße Klee) durch Lagerung und die Infektion mit einem Pilz am Drama schuld war. Im verschimmelten Heu hatte eine Umwandlung des ungiftigen Cumarin im Heu in das gerinnungshemmende Dicoumarol statt gefunden, die Kühe konnten kein Prothrombin für die Blutgerinnung mehr bilden. Diesen Stoff stellte man dann im Labor her und er wurde als Antithrombotikum verschrieben, er hemmt die Verarbeitung von Vitamin K.

Noch größeren Erfolg hatte diese Substanz als Rattengift namens Warfarin und hatte dann ihren Negativ-Stempel weg. Am Menschen wurde sie erst wieder eingesetzt und für sicher befunden, nachdem ein Navy-Soldat versucht hatte, sich damit das Leben zu nehmen, jedoch durch die einfache Gabe von Vitamin K gerettet werden konnte. Der Name Warfarin kommt übrigens von WARF, der Wisconsin Alumni Research Foundation, diese finanzierte die Erforschung von synthetischen Blutgerinnungshemmern auf Cumarin-Basis, sie erhielten dann auch das Patent auf die Warfarin-Herstellungsmethode (drei schöne pharmazeutische Zufalls-Entdeckungs-Geschichten sind hier in Phlebologie 2/2014 nachzulesen, teils in deutsch, größtenteils in englisch).

Wir brauchen also in der verantwortungsvoll praktizierten Aromapflege, also mit Ölen und Extrakten bester (Bio-)Qualität, in physiologischen Verdünnungen (0,5-3%) sowie bei äußerer Anwendung keinerlei Angst haben, dass wir unsere PatientInnen schädigen. Und wir dürfen auch PatientInnen, die Marcumar und Warfarin einnehmen, mit den fein duftenden Tonka-Wölkchen umhüllen. Denn damit können wir helfen, körperliche und seelische Schmerzen deutlich zu lindern. Tonka ist erhältlich beispielsweise hochkonzentriert (50:50 in Alkohol) bei Feeling und 30-ig-prozentig in Alkohol bei Aromapflege-Farfalla [Auch der wundervoll marzipanig duftenden jedoch stark hautaggressive Cassiazimt enthält Cumarine, das ätherische Öl daraus auch, es wird jedoch höchst selten in der Aromapflege eingesetzt.]

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieWINTERGRÜNÖL [Gaultheria fragrantissima Wall. und Gaultheria procumbens L.]: Bei der ersten Veröffentlichung dieses Artikels erinnerte Dr. Erwin Häringer, Allgemeinarzt aus München daran: Die Acetylgruppe (in ASS-Schmerzmitteln) hat einen Einfluss darauf, wie und ob die Thrombozyten (Blutplättchen=Gerinnungszellen im Blut) verklumpen oder nicht, NICHT die Salicylsäure.

Wintergrünöl ist ein wirksames Schmerzmittel, es besteht fast nur aus Methylsalicylat. Dieser Stoff ist auch in vielen Schmerzsalben enthalten. Und doch gibt es einen Unterschied in der Anwendung. Erstens verwendet die Natur bei der „Herstellung“ von natürlichem Methylsalicylat keine (mindestens) drei Prozent an Trägerstoffen, wie sie im Labor meistens eingesetzt werden. Diese oft chlorierten Moleküle können bei sehr empfindlichen Menschen zu Unverträglichkeiten führen. Zweitens besteht natürliches Wintergrünöl aus einigen weiteren Inhaltsstoffen, welche auch eine Anti-Schmerz-Wirkung aufweisen, so dass man dieses therapeutischste aller üblicherweise erhältlichen ätherischen Öle nicht sehr hoch dosieren muss:

  • Alpha-Pinen 0,40%
    Myrcen 0,20%
    delta-3-Caren 0,90%
    Limonen 0,50%
    Methylsalicylat 97,40%
    3,7-Guaiaden 0,10%
    delta-Cadinen 0,30%

Man SOLL ES GAR NICHT HOCH dosieren, man darf sich als medizinischer Laie immer im Verdünnungsbereich um 1 Prozent bewegen, denn Methylsalicylat kann sehr leicht durch die Haut eindringen und sich im Körper anreichern. Dennoch wird eine großzügige Anwendung des unverdünnten Öles regelmäßig von zwei us-amerikanischen Ätherisch-Öl-„Konzernen“, die auch in Europa immer mehr Fuß fassen, empfohlen und für die Anwendung durch Laien verharmlost. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieLange Jahre schreckten us-amerikanische Warnungen bezüglich Methylsalicylat in Wintergrünöl AromatherapeutInnen vom Gebrauch dieses nützlichen Öles ab. 14 g Wintergrünöl – innerlich verwendet – können bereits tödlich wirken, für ein Kind wirken geschluckte 4 ml tödlich. Die IFRA (International Fragrance Research Association) lehnt es für die Parfümherstellung ab. Dennoch ist es für den menschlichen Konsum zugelassen. Der medizinisch-frische Geschmack und Geruch von Wintergrün bzw.(synthetischem) Methylsalicylat ist in den USA fast omnipräsent. Fast allen Zahnpastamarken, dazu Mundwässern, Softgetränken (beispielsweise Root Beer, Foto links), Kaugummis und vielen anderen Süßigkeiten verleiht Wintergrün den typischen Geschmack. Man könnte sagen, dass diese Geschmacksnote der europäischen Vorliebe für Menthol in Zahnpasten, Mundwässern, Kaugummis, Zigaretten und vielen anderen Dingen entspricht. Meistens wird das süßlich-frische Aroma den Produkten in synthetischer Form beigemischt. So dass es viele dokumentierte Vergiftungsfälle gibt, in denen eine Überdosierung von Methylsalicylat eine Rolle spielt. Wintergreen_poisoning_Arielle_NewmanInsbesondere wenn immer wieder über 40% der Körperoberfläche mit diesem starken Wirkstoff bedeckt sind (beispielsweise durch regelmäßige und großzügige Anwendung einer Salbe), besteht Vergiftungsgefahr. 2007 erlangte die 17-jährige us-amerikanische Sportlerin Arielle Newman traurige Schlagzeilen, weil sie an einer Überdosis einer bekannten Schmerzsalbe verstarb. Man muss bedenken, dass 1 Teelöffel (5 ml) Wintergrünöl etlichen Aspirintabletten entspricht (wenn sich auch die Hauptinhaltsstoffe nicht gleichen, sondern nur ähnlich sind).

Der Wirkstoff Methylsalicylat liegt übrigens in der frischen Pflanze so nicht vor, er entsteht erst durch Antrocknen der Blättchen und anschließender Wasserdampfdestillation aus dem Molekül Gaultherin.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNun aber endlich zur guten Nachricht: Wendet man Wintergrünöl in einer in der Aromatherapie üblichen Verdünnung von 0,5-1 Prozent bei akuten Schmerzzuständen an, hat man damit eines der schmerzstillendsten Öle überhaupt zur Verfügung. Es ist aus der natürlichen Therapie von Fibromyalgie (Weichteilrheumatismus) kaum noch weg zu denken. Denn es hat gleichzeitig eine seelisch entspannende Komponente, die bei dieser Erkrankung, welche durch psychogene Faktoren verstärkt wird, für die ganzheitliche Therapie wichtig ist. Auch aus der Seniorenpflege ist dieses Öl nicht wegzudenken. Denn es kann bei vielen altersbedingten „Zipperlein“ schnelle Hilfe geben. Man mischt in diesem Fall beispielsweise 10 ml Johanniskrautmazerat mit 1-2 Tropfen Wintergrünöl, 1-2 Tropfen Lavendel und 1-2 Tropfen Cajeput (je nach Empfindlichkeit des älteren Menschen). Hier bei Feeling (klick!) kann man Wintergrünöl pur bestellen. Wer nicht mischen mag oder kann und eine perfekte Mischung sucht, kann die feine „Gelenkeinreibung“ von Primavera hier (klick!) bestellen. Handelsübliche (nicht-bio) Apotheken-Präparate sind mit fünf bis sogar dreissig Prozent deutlich höher dosiert und wirken aufgrund ihres Counter-Irritant-Effektes: die Haut wird gereizt und stark durchblutet und es kommt zu einer verminderten Wahrnehmung der Schmerzen. Aspirin und ähnliche Medikamente mit Acetylsalicylsäure haben eine stark schleimhautschädigende Wirkung, so dass sie für viele Menschen nicht magenverträglich sind. Sie können auch nicht durch die Haut aufgenommen werden. Die kleine Methylgruppe am Molekül macht den Unterschied. Dadurch, dass sie das Molekül um ein C-Atom und um drei H-Atome „bereichert“, wird es fettlöslicher und kann dann von der Haut resorbiert werden. Enzyme in der Haut können diese Methylgruppe wieder abspalten, so dass die schmerzlindernde Salicylsäure in Aktion treten kann. Ich habe bereits hier (klick!) ausführlich über das Öl berichtet. Vergiftungserscheinungen wegen einer zu hohen (vor allem inneren) Aufnahme: Verwirrtheit, Erbrechen, schnelle Atmung, Fieber, hoher Blutdruck, epilepsie-artige Krämpfe, Koma.

Ich hoffe, ich konnte mit dieser erläuternden Wiederholung, etwas Licht in dieses aromapflegerische Dunkel bringen. So dass wir Schmerzpatienten, egal was sie für sonstige Medikamente nehmen müssen, etwas Gutes tun können, indem wir ihnen diese zwei wundervoll hilfreichen und fein duftenden Stoffe nicht vorenthalten. Danke D. für die Inspiration!!!!!

hilfen für demenziell veränderte menschen


Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

Im Verlauf einer demenziellen Erkrankung kommt es bei den Betroffenen immer mehr zu Einschränkungen in den kommunikativen Fähigkeiten wie auch in den Alltagskompetenzen.
Persönliche Bedürfnisse, Ängste, Gefühle der Überforderung wie häufig auch Schmerzen des Erkrankten können nicht mehr verbal mitgeteilt werden, sondern finden ihren Ausdruck in einem veränderten Verhalten.
Dieses kann sich in abwehrenden, agitierten oder auch als aggressiv bezeichneten Verhaltensweisen äußern und das Miteinander im Pflegealltag stark belasten. 
Das gezeigte herausfordernde Verhalten der Patienten führt  in stationären Einrichtungen  oft zum Einsatz von Psychopharmaka.

Doch gerade diese Patientengruppe reagiert sehr sensibel auf den Einsatz von Neuroleptika, ernste gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge sein. Was lässt sich im Gegenzug tun? 
Die Arbeit mit ätherischen Ölen findet in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz immer mehr Beachtung. 
Studien und Erfahrungsberichte können heute bestätigen, dass der Einsatz unterschiedlicher aromapflegerischer Anwendungen bei Unruhe und Erregtheit sehr positiven Einfluss auf die psychische Befindlichkeit des an Demenz erkrankten Menschen nimmt und ihm/ihr zu deutlich mehr Wohlbefinden und seelischer Entspannung verhilft (Eva Maria Anslinger)
.

Einfühlsamer Kontakt auf Augenhöhe bei Menschen mit Demenz, kann den Alltag sowohl in der häuslichen, als auch in der stationären Pflege einfacher machen. Solche Gespräche können eine verblüffenden Wirkung erzielen, denn es ist nicht immer einfach, den richtigen Zugang zu Menschen mit einer demenziellen Erkrankung zu finden. Wenn der Vater die eigene Tochter nicht mehr erkennt, nicht mehr zeitlich und örtlich orientiert ist, Angehörige des Diebstahls bezichtigt ist es schwierig die richtigen Worte zu finden, damit die Situation nicht eskaliert.

Wertschätzendes Verhalten und eine sensible Kommunikation ermöglicht den Zugang zu Menschen mit Demenz. Wir Gesunde können nicht erwarten, dass der an Demenz erkrankte Mensch uns versteht, vielmehr müssen wir uns in seine derzeitige Situation versetzen, um ihn und sein Verhalten besser zu verstehen und um damit umgehen zu können.

Weiterbildung

Sowohl Pflegende, als auch betroffene Angehörige können an einem 2-tägigen Workshop im gemütlichen und landschaftlich wunderschön gelegenen Blockhaus der Vivere-Schule für Aromatherapie und Aromapflege (westlich von Koblenz, bei Idar Oberstein, nah beim Flughafen Frankfurt-Hahn, auch nicht allzu weit von Luxemburg) viel über die einfühlsame Kommunikation erfahren und in Übungsbeispielen erlernen. Auch die Aromapflege bietet sowohl den Pflegenden, als auch den an Demenz erkrankten Menschen eine Vielzahl an Möglichkeiten um in Kommunikation zu treten. Es ist den beiden erfahrenen Referentinnen eine Herzensangelegenheit, dass die Arbeit für Pflegende mit demenziell erkrankten Menschen nicht nur als Belastung, sondern auch als Bereicherung empfunden werden kann, dass Pflegende besser das Verhalten von diesen Patienten verstehen und lernen, damit umgehen zu können, dass für alle am Pflegeprozess Beteiligten (Patienten, Angehörige, Pflegende) ein Gefühl von gegenseitigem Vertrauen und Verständnis entsteht.

Inhalte

  • Grundlagen und Grundprinzipien für einen wertschätzenden Umgang
  • Non-verbale Kommunikation bei Menschen mit Demenz
  • Die gute Kontaktaufnahme am Krankenbett /Aspekte von Vertrauen und Sicherheit
  • Richtig kommunizieren bei altersbedingten Einschränkungen und Erkrankungen der Sinnesorgane
  • Die Bedeutung generationsspezifischer Prägungen für den kommunikativen Umgang in der Pflege
  • Verständnisvoller Umgang bei Realitätsverlusten des Patienten
  • Einfühlsam kommunizieren mit anderen Erlebenswirklichkeiten

Anwendungen aus der Aromapflege

  • Duftbiografie/ Duftanker setzen
  • Hilfen bei Hilfen bei Unruhe, Erregtheit, Wut,
  • Hilfen bei Angst und Ängstlichkeit
  • Hilfen bei Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, depressiven Verstimmungen, Traurigkeit
  • Einreibungen, Auflagen, Duftkompressen,
  • Teilbäder wie Hand- und Fußbäder
  • Hilfen aus der MediAkupressur ® 

Pflegekonzept bei alten und demenziell erkrankten Menschen
Alte Menschen leiden oft unter vielen unterschiedlichen Erkrankungen oder auch Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität), bekommen viele unterschiedliche Medikamente (Polymedikation) und sind durch vorhandene funktionelle Einschränkungen belastet. Gerade dadurch treten nicht-medikamentöse Therapien bei an Demenz Erkrankten immer öfter in den Vordergrund. Die Wirkung der Aromatherapie konnte in einigen Studien belegt werden, beispielsweise:

  • Mit dem Einreiben von verdünntem Melissenöl konnte in einer placebokontrollierten Studie an 72 Menschen mit schwerer Demenz gezeigt werden, dass bei 60% der Patienten nach vier Wochen dieser Anwendung auf Gesicht und Arme eine 30%ige Verbesserung der Unruhezustände zu verzeichnen war.  [Ballard, C.G.; O’Brien, J.T.; Reichelt, K., Perry, E.K.: Aromatherapy as a safe and effective treatment for the management of agitation in severe dementia: the results of a double-blind, placebo-controlled trial with Melissa. in J Clin Psychiatry. 63/7, Juli 2002].
  • Bei Senioren mit Schlafmedikation wurde der Schlaf untersucht. Danach beobachtete man, wie sie ohne die  Medikamente schliefen (schlecht), anschließend inhalierten sie mit Lavendelöl. Der Schlaf war wieder genau so gut wie mit den Schlafmedikamenten. [Hardy M, Kirk-Smith M, Strech D: Replacement of drug treatment for insomnia by ambient odour. Lancet 346:701· 1995]

Zu den sehr häufig verabreichten Medikamenten bei alten Menschen zählen Benzoediazepine, diese werden eingesetzt als Antidepressiva, Neuroleptika und bei der Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen. Sie haben jedoch erhebliche Nebenwirkungen, z.B. unterdrücken sie die Tiefschlafphase, was wiederum verhindert, dass der Schlaf als erholsam  empfunden wird. Daraus resultiert, das der Patient sich müde fühlt, traurig (depressive Verstimmungen) ist, Schwindelgefühle können auftreten, diese wiederum begünstigen das Sturzrisiko ………

Bei Schlafstörungen bietet uns die Aromatherapie viele Möglichkeiten der Unterstützung. In einem von mir betreuten Pflegeheim in Andernach berichteten mir die Pflegekräfte bei der letzten Schulung von schönen Erfolgen mit Lavendel-Waschungen, Einreibungen und warmen Handwickeln. Bei einer Bewohnerin wurde die Schlafmedikation vom Hausarzt sogar abgesetzt. Die Bewohnerin nimmt wieder am Leben teil, fühlt sich ausgeschlafen und ausgeglichen.

Lavandula angustifolia zählt zu den ätherischen Ölen, die am besten erforscht sind.
Ätherische Öle, welche Ester, Linalool (Monoterpenalkohol) oder Sesquiterpenverbindungen enthalten wirken unter anderem entspannend, beruhigend und schlaffördernd. Sie können als Badezusatz, Einreibung oder Inhalation angewendet werden und das (bei richtiger Dosierung) ganz ohne Nebenwirkungen!

5 Kopie

Pflegeöl bei Schlafstörungen:

  • 50 ml Johanniskrautöl
  • 5 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
  • 4 Tropfen Melisse (Melissa officinalis)
  • 3 Tropfen Narde (Nardostachys jatamansi)
  • 2 Tropfen Majoran (Origanum majorana)
  • 3 Tropfen Mandarine rot (Citrus reticulata)

 Sinnesbiographie

In Alten- und Pflegeheimen in Deutschland werden immer mehr Angebote für demenziell erkrankte Menschen geschaffen, um ihnen ihre Würde und ihre Selbständigkeit so lange wie möglich zu erhalten und zu verbessern.

Mit ätherischen Ölen haben Pflegekräfte eine wundervolle Möglichkeit die Erkrankten auf „sinnliche“ Weise vielfältig zu „berühren“. Das Leben der Bewohner besteht nicht nur aus ihrer Akte und Pflegeplanung, aus Daten und Fakten, die Vergangenheit wird oftmals erst wieder lebendig durch die verschiedensten Sinneseindrücke.

Zu einem der wichtigsten Sinneseindrücke gehört das Riechen, denn in unserem „Riechhirn“ dem limbischen System, werden alle „Geruchserinnerungen“ gespeichert. So kommt es auch, dass wir z.B. beim Geruch von Zimt, Mandarine, Vanille & Co. unweigerlich an die Weihnachtszeit erinnert werden. Viele Kindheitserinnerungen werden geweckt und ein wohliges Gefühl ausgelöst.
Umgekehrt kann es sein, dass der Duft von Lavendel uns an die Seife der ungeliebten Tante erinnert, die bei jedem Besuch ein Küsschen wollte…….

Biographiearbeit in Verbindung mit ätherischen Ölen – duftende Erinnerungen

… Nichts ist drinnen, nichts ist draußen: Denn was innen, das ist außen. So ergreifet ohne Säumnis Heilig öffentlich Geheimnis… (J.W. Goethe)

Naturreine ätherische Öle wirken auch, wenn sie nicht bewusst wahrgenommen werden: Prof. Hildebert Wagner (Direktor des Instituts für pharmazeutische Biologie an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität) wies in Versuchen mit gesunden Personen und Probanden ohne Geruchssinn (Anosmie) nach, dass z.B.  durch Einatmen von Rosmarinöl bei beiden Gruppierungen die Durchblutung des Gehirns gesteigert wurde.

Im Rahmen der Aromapflege bei demenziell Erkrankten ist eine „gute“ Biographie Arbeit durchaus sinnvoll – hierbei kann herausgefunden werden, welche Gerüche der Patient besonders gerne gerochen, bzw. welche er abgelehnt hat. Diese Kenntnisse können im Rahmen der Pflegeplanung mit einbezogen werden. Dadurch kann auch die Stimmung des Patienten positiv beeinflusst werden.

Anwendungsmöglichkeiten bei:
•   Ängsten
•   Unruhe
•   Schlafstörungen
•   Herausforderndes Verhalten
•   zur Steigerung des Wohlbefindens
•   als Duftanker -> in Verbindung z.B. mit Basaler Stimulation oder der Duftkommunikation
•   in der Sterbebegleitung

Handbäder

die „einfache“ alternative zu aufwändigen Fußbädern
Durchführung: einfach; Zeitaufwand: mäßig 
:: aktivierend: Rosmarin cineol, Lavandin, Pfefferminze, Wacholderbeere
:: beruhigend: Lavendel fein, Rose, Rosengeranie, Kamille römisch, Palmarosa, Neroli 10 %, Melisse 10 %
:: erwärmend: Ingwer, Benzoe, Tonkaextrakt, Vanilleextrakt
stärkend: Zeder, Narde Vetiver, Patchouli, AngelikawurzelFolie2

Kompressen

  • zur Schlafförderung mit Lavendel fein, Melisse 10 %, Rose, Petit Grain
  • bei Ängsten und Unruhe mit Melisse 10 %, Lavendel fein, Kamille römisch, Neroli 10 %

Rezeptur für eine Ölkompresse bei Unruhe

  • 1 Eßl. Pflanzenöl (z.B. Johanniskrautöl)
  • 2 gtt. Melisse 10 % (Melissa officinalis)
  • 1 gtt. Neroli 10 % (Citrus aurantium ssp aurantium)

Dieser Text und die Rezepte stammen vom sehr empfehlenswerten Blog von Sabrina Herber (klick!), die in ihrer Schule für Aromatherapie und Aromapflege regelmäßig Fortbildungen zu unterschiedlichsten Themen rund um die ätherischen Öle anbietet. Mehr Infos zu diesen zwei Tagen (28. und 29. August 2017) gibt es hier (klick!).

die rolle von ätherischen ölen bei resistenten bakterien


Adnane_Remmal_EPO

Der marokkanische Pharmazeut Professor Adnane Remmal gewann dieser Tage (15. Juni 2017) den European Inventor Award 2017, ihm wurden nach seiner Nominierung mehr als 119 000 Online-Stimmen gegeben. Die Verleihungs-Zeremonie im Arsenale di Venezia wurde vom Präsidenten des Europäischen Patentamtes EPO Benoît Battistelli und Carlo Calenda, dem italienischen Minister für Wirtschaftliche Entwicklung eröffnet, circa 600 Gäste vieler Branchen aus Politik, Business, Geistiges Eigentum und Wissenschaft waren anwesend.

So neu ist seine Arbeit für Insider zwar nicht, doch er hat es geschafft, eine clevere Kombination aus (nicht mehr wirklich wirksamem) Antibiotika und Inhaltsstoffen aus ätherischen Ölen wie Carvacrol und und einem Inhaltsstoff aus dem Eukalyptus zu patentieren und zu vermarkten (vermutlich handelt es sich um 1,8-Cineol, da diese Leitsubstanz der Eukalyptusblätter schon seit Längerem als so genannter Penetrationsverstäker genutzt wird) . Sein Patent EP1879655 (B1) lautet „Pharmaceutical composition comprising an anti-bacterial agent and an active ingredient selected from carveol, carvacrol, alpha-ionone, beta-ionone, and thymol“: es ist hier nachzulesen, ein kurzes englischsprachiges, hübsch anzuschauendes Video kann bei Youtube angeschaut werden.

„Adnane Remmal’s Innovation bietet ein neues Werkzeug im Kampf gegen die wachsende Bedrohung durch antibiotika-resistente Mikroben“ sagte der Präsident des EPO. „Seine Arbeit zeigt, dass traditionelle Antibiotika und natürliche ätherische Öle zum Zweck der besseren Wirksamkeit kombiniert werden können. Durch seine Arbeit hilft Remmal auch, die pharmazeutische Entwicklung in seinem Heimatland Marokko vorwärts zu bringen.“

Der engagierte Forscher selbst sagt: „Auch bevor ich ein Wissenschaftler wurde, war ich davon überzeugt, dass aromatische Pflanzen pharmazeutisch aktive Inhaltsstoffe enthalten“. Seit der Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verwendete der Pharmakologe ätherische Öle von marokkanischen Pflanzen, um die antibakterielle Wirkung von Antibiotika zu verstärken. Bereits 2014 erhielt der an der Sidi Mohamed Ben Abdellah Universität in Fez arbeitende Forscher ein Europäisches Patent für sein Antibiotika-Verstärker-Mittel, dass sich derzeit in letzten Phase erforderlicher klinischer Experimente (an Menschen) befindet. Es wird erwartet, dass das Medikament Ende 2017 auf dem (marokkanischen) Markt erhältlich sein wird [ob sich die Pharma-Riesen in anderen Ländern sich dieses viel versprechende Geschäft weg nehmen lassen, sei noch dahin gestellt :-/ ].

Mit der Mischung aus Antibiotika und natürlichen Ätherische-Öle-Bestandteilen wird eine Behandlungsmöglichkeit geschaffen, die stärker ist als die Summe der einzelnen Bestandteile. „Dieser Mix ist auch etwas, dass die zähesten Mikroben der Welt bislang noch nicht gesehen haben – stark genug um multiresistente Keime los zu werden, welche derzeit für 700 000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich sind“ so die Pressemeldung des Europäischen Patentamtes. Das (oder auch mehrere neue) Mittel sollen recht preiswert werden, denn die natürlichen Inhaltsstoffe sind bekannt und gut verfügbar, sie sind auch bereits gut untersucht. (Quellen: englischsprachige Pressemeldung des EPO und französischsprachiger Beitrag in Capital), danke Anne-Laure für den Hinweis auf dieses wichtige Thema!). Inzwischen ist der deutschsprachige Text des EPO wieder verfügbar, den Film habe ich nun auch auf deutsch gefunden.

Ganz neu ist das Thema – wie erwähnt – nicht, die damals 17-jährige Schülerin Ute Runkel hatte 2002 diese Synergie bereits vor vielen Jahren systematisch erforscht – zusammen mit Apothekerin Dorle Hamm aus Karlsruhe im Rahmen einer ‚Jugend forscht‘-Arbeit. Utes bemerkenswertes Werk kann hier runterladen werden [Achtung, man muss, wie dort unterhalb des Artikels erklärt, die nur fehlerhaft verlinkbare Adresse im Browser-Fenster korrigieren].

Ich erläuterte das Thema der synergistischen Zusammenarbeit von ätherischem Öl und Antibiotikum bzw nicht-antibiotischen Inhaltsstoffen von ätherischen Ölen bereits einmal in diesem Blogbeitrag. Beide Substanzen bilden eine hervorragende Synergie, Professor Adnane Remmal betont, dass Antibiotika wie ein Schlüssel wirken. „Sie machen die Tür vom Schloss auf. Wenn der Schlüssel nach einer Genmutation nicht mehr zum Schloss passt, wirken Antibiotika nicht mehr, der Keim ist resistent gegen das Gift. Ätherische Öle sind dagegen keine Schlüssel, die die Zellen aufmachen, sondern große Hammer, die die Türe kaputt machen.“

Wirklich prima, dass dieses Thema ein wenig mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit tritt, denn wir alle könnten irgendwann an einer lebensbedrohlichen Infektion leiden, und dieses Wissen dringend benötigen.

Ich empfehle darum seit Jahren, im Fall einer (drohenden) schweren bakteriellen Infektion, ätherische Öle zusammen mit einer antibiotischen Behandlung einzusetzen und auch bereits VOR dem Gang ins Krankenhaus anzuwenden, idealerweise als Einreibung eine Woche vorher und als Riechstift oder duftende Kompresse auf dem Kopfkissen oder direkt am Bett (um die Bettnachbarn nicht zu belästigen, sonst freilich auch als Raumspray). Perfekt wäre es, mit diese Maßnahme mit der rechtzeitigen Einnahme von inzwischen erhältlichen Oreganokapseln, zu ergänzen. Sie sind von Fairvital, dem belgischen Anbieter Pranarom und der britischen Nahrungsergänzungsmittel-Firma Higher Nature erhältlich, sie gehören definitiv zu den Mitteln, die ich für den Fall der Fälle immer im Haus habe. Foto A. Remmal: EPO

IN EIGENER SACHE Die Duft-Erlebnis-Wochen-Termine für 2018 stehen nun, die ersten Anmeldungen sind bereits eingetroffen, nicht zuletzt wegen eines schönen Artikels, der letzte Woche in diversen Tageszeitungen und auch in Spiegel Online über unsere Gegend und auch über unsere Arbeit erschienen ist. Ein herzliches Danke an Autorin Brigitte Geiselhart! Auch im aktuellen Magazin der Fluggesellschaft Swiss [#154 Juni 2017] ist unsere Arbeit Teil eines schönen Berichtes über Cork, die zweitgrößte Stadt der Grünen Insel, 65 km von unserer Gäste-Unterkunft entfernt, welche (in den Sommermonaten) nun endlich direkt von Zürich angeflogen wird. Ab Seite 16 hier im Artikel des Bordmagazins der Swiss kann über Südwest-Irland geträumt und studiert werden, auf Seite 32 stehen die „Meet-the-local-Tipps“ meines Mannes. Auch ein dicker Dank an Gero Günther und Peter Neusser für diesen hervorragenden Artikel!

Die Termine:

2018 AiDA Aromatherapy & Wanderlust
Datum Veranstaltungen 2018 :: in Bantry, Glengarriff und Adrigole, West Cork in Südwest-Irland
28.04. – 05.05.2018 Irland Wandern 1 :: Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
05. – 12.05. 2018 Aromatherapie 1 :: Kräuterwandern & Hausapotheken-Workshop :: mit Eliane Zimmermann
12. – 19.05. 2018 Garten-Reise 1 :: Die besonderen Gärten an Irlands Atlantikküste :: mit Eliane Zimmermann und Team
19. – 26.05. 2018 Irland Wandern 2 :: Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
26.05. – 02.06.2018 Natur-Retreat 1 ::  Erden und Zentrieren in der Stille der irischen Berge :: mit Markus Bäuchle und Team
02. – 09.06.2018 Aromatherapie 2 :: ‘Happy Düfte’ und Osmologie :: mit Christine Lamontain und mit Eliane Zimmermann
09. – 16.06.2018 Irland Wandern 3 ::  Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
16. – 23.06.2018 Garten-Reise 2 :: Die besonderen Gärten an Irlands Atlantikküste :: mit Eliane Zimmermann und Team
16. – 23.06.2018 Berg-Wandern 1 :: Die Naturferien für geübte Wanderer :: mit Markus Bäuchle und Team
30.06. – 07.07.2018 Irland Wandern 4 :: Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
07.– 14.07.2018 Garten-Reise 3 :: Die besonderen Gärten an Irlands Atlantikküste :: mit Eliane Zimmermann und Team
07.– 14.07.2018 Natur-Retreat 2 ::  Erden und Zentrieren in der Stille der irischen Berge :: mit Markus Bäuchle und Team
14.  – 21.07.2018 Aromatherapie 3:: Kräuterwandern & Hausapotheken-Workshop :: mit Eliane Zimmermann
21.– 28.07.2018 Irland Wandern 5 ::  Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
28.07. – 04.08.2018 Aktiv-Ferien 1 :: Unterwegs in Irland zu Fuß, mit Fahrrad und Kajak :: mit Markus Bäuchle und Team
11.  – 18.08.2018 Irland Wandern 6 :: Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
18. – 25.08.2018 Aromatherapie 4 :: Hydrolate und Öle für Kinder und sensible Menschen, Destillation :: mit Eliane Zimmermann
25.08. – 01.09.2018 Natur-Retreat 3 ::  Erden und Zentrieren in der Stille der irischen Berge :: mit Markus Bäuchle und Team
01.  – 08.09.2018 Aktiv-Ferien 2 :: Unterwegs in Irland zu Fuß, mit Fahrrad und Kajak :: mit Markus Bäuchle und Team
01.– 08.09.2018 Berg-Wandern 2 :: Die Naturferien für geübte Wanderer :: mit Markus Bäuchle und Team
08. – 15.09.2018 Irland Wandern 7 ::  Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
Mehr Infos auf www.irland-wandern.de und http://www.blog.aromapraxis.de

Details zu Inhalten, Preisen, Anreisemöglichkeiten etc kommen im Spätsommer. Je nach Datum und Veranstaltung kosten diese Wochen ab 850 € (ohne Vollpension) jedoch inklusive 7 Übernachtungen, 7 Mal Frühstück, Transfers zu den Exkursionen bzw. Wanderzielen, Eintritte, bei manchen Wochen Bootsfahrten, Rohstoffe und Gefäße bei den Aromatherapie-Wochen; oder etwas mehr als 1000 € zusätzlich inklusive tägliche reichhaltige Picknickboxen für das Mittagessen sowie fünf Dreigänge-Abendessen; wir nehmen ab sofort unverbindliche Platzreservierungen an und auch Gutscheine zum Verschenken einer Veranstaltung sind zu haben: duftreisen [ät] aromapraxis [punkt] de (bitte korrekt schreiben, Spamschutz).

entzündungen und ätherische öle


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieAls ich vor vielen Jahren lernte, dass heutzutage viel mehr Krankheiten durch Entzündungen verursacht werden, als noch in meinem Heilpraktiker-Unterricht in den späten achtziger Jahren gelernt, so auch der Herzinfarkt oder sogar demenzielle Veränderungen, wurde mir so Einiges klar. Bereits eine einzige aromatherapeutische Behandlung kann in diese Richtung wirksam sein und so kann eine unmittelbare Verbesserung der unterschiedlichsten Symptome vom Kunden bemerkt werden. Insbesondere wenn ihre/seine unspezifischen Beschwerden aufgrund von entzündlichen Reaktionen im Körper ausgelöst worden waren. Worunter wir fast alle mehr oder weniger leiden, ob wir es bemerken oder nicht.

Wir tun in unserem modernen Leben so ziemlich alles, um ständig von Mikro-Entzündungen geplagt zu werden. Oft werden diese gesunden Reaktionen des Gewebes auf „Störenfriede“ wie denaturierte Nahrungsbestandteile, Ethanol und Aromen in Getränken und Speisen, Konservierungs- und Farbstoffe in Kosmetik, Giftstoffe in Kleidung und Haushaltsgegenständen, tägliches Essen von tierischen Produkten, die Einnahme bestimmter Medikamenten-Cocktails etc, CHRONISCH. Dazu Reaktionen auf Stress und ungute Lebensweisen, die auch pro-inflammatorisch (entzündungsfördernd) wirken können. In unserem Körper lodern also dauernd „Flammen“. Der Versuch der Korrektur, der Abwehr, des Erhaltes der Balance diverser Gesunderhaltungssysteme erlahmt mit der Zeit immer mehr. Wir werden schwer krank.

Ätherische Öle bzw. etliche ihrer Inhaltsstoffe dagegen wirken entzündungshemmend sind also ideale tägliche Begleiter für eine stabile Gesundheit. Ihre antiinflammatorischen Mechanismen sind bereits recht gut erforscht, die obige Grafik erläutert diese. Ein paar Beispiele für entzündungshemmend wirksame ätherische Öle:

  • Lavandula angustifolia, Echter Lavendel
  • Melaleuca alternifolia, Teebaum
  • Pelagonium graveolens, Rosengeranie
  • Myristica fragrans, Muskatnuss
  • Thymus vulgaris, Thymian v.a. Ct. Thymol und Ct. Carvacrol
  • Mentha spicata, Spearmint, Nanaminze
  • Cymbopogon flexuosus/citratus, Lemongrass
  • Salvia officinalis, Echter Salbei
  • Lemongrass, Cymbopogon flexuosus und C. citratus
  • Blaue Kamille, Matricaria recutita
  • Copaiva (Copaiba), Copaifera reticulata
  • Terpineol-4
  • Eugenol
  • Sesquiterpenlactone
  • Carvacrol
  • Matrizin und Azulen

Wer sich ein klein wenig mit den vielfältigen Inhaltsstoffen von ätherischen Ölen auskennt, sieht, dass die aufgeführten Inhaltsstoffe noch in vielen anderen ätherischen Ölen in kleinen oder großen Anteilen enthalten sind. Somit können wir mit fast allen Naturdüften den Entzündungstendenzen des modernen Menschen entgegen wirken.

Inspirationen und Quellen: Inoue S, Abe S. An invitation to anti-infectious aromatherapy. 1st ed., Fragrance Journal, Tokyo, pp. 141–224 (2011) Studie zu Terpineol-4 aus dem Jahr 2013  (klick!), Copaiba, Rose