die rolle von ätherischen ölen bei resistenten bakterien


Adnane_Remmal_EPO

Der marokkanische Pharmazeut Professor Adnane Remmal gewann dieser Tage (15. Juni 2017) den European Inventor Award 2017, ihm wurden nach seiner Nominierung mehr als 119 000 Online-Stimmen gegeben. Die Verleihungs-Zeremonie im Arsenale di Venezia wurde vom Präsidenten des Europäischen Patentamtes EPO Benoît Battistelli und Carlo Calenda, dem italienischen Minister für Wirtschaftliche Entwicklung eröffnet, circa 600 Gäste vieler Branchen aus Politik, Business, Geistiges Eigentum und Wissenschaft waren anwesend.

So neu ist seine Arbeit für Insider zwar nicht, doch er hat es geschafft, eine clevere Kombination aus (nicht mehr wirklich wirksamem) Antibiotika und Inhaltsstoffen aus ätherischen Ölen wie Carvacrol und 1,8-Cineol zu patentieren und zu vermarkten. Sein Patent EP1879655 (B1) lautet „Pharmaceutical composition comprising an anti-bacterial agent and an active ingredient selected from carveol, carvacrol, alpha-ionone, beta-ionone, and thymol“: es ist hier nachzulesen, ein kurzes englischsprachiges, hübsch anzuschauendes Video kann bei Youtube angeschaut werden.

„Adnane Remmal’s Innovation bietet ein neues Werkzeug im Kampf gegen die wachsende Bedrohung durch antibiotika-resistente Mikroben“ sagte der Präsident des EPO. „Seine Arbeit zeigt, dass traditionelle Antibiotika und natürliche ätherische Öle zum Zweck der besseren Wirksamkeit kombiniert werden können. Durch seine Arbeit hilft Remmal auch, die pharmazeutische Entwicklung in seinem Heimatland Marokko vorwärts zu bringen.“

Der engagierte Forscher selbst sagt: „Auch bevor ich ein Wissenschaftler wurde, war ich davon überzeugt, dass aromatische Pflanzen pharmazeutisch aktive Inhaltsstoffe enthalten“. Seit der Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verwendete der Pharmakologe ätherische Öle von marokkanischen Pflanzen, um die antibakterielle Wirkung von Antibiotika zu verstärken. Bereits 2014 erhielt der an der Sidi Mohamed Ben Abdellah Universität in Fez arbeitende Forscher ein Europäisches Patent für sein Antibiotika-Verstärker-Mittel, dass sich derzeit in letzten Phase erforderlicher klinischer Experimente (an Menschen) befindet. Es wird erwartet, dass das Medikament Ende 2017 auf dem (marokkanischen) Markt erhältlich sein wird [ob sich die Pharma-Riesen in anderen Ländern sich dieses viel versprechende Geschäft weg nehmen lassen, sei noch dahin gestellt :-/ ].

Mit der Mischung aus Antibiotika und natürlichen Ätherische-Öle-Bestandteilen wird eine Behandlungsmöglichkeit geschaffen, die stärker ist als die Summe der einzelnen Bestandteile. „Dieser Mix ist auch etwas, dass die zähesten Mikroben der Welt bislang noch nicht gesehen haben – stark genug um multiresistente Keime los zu werden, welche derzeit für 700 000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich sind“ so die Pressemeldung des Europäischen Patentamtes. Das (oder auch mehrere neue) Mittel sollen recht preiswert werden, denn die natürlichen Inhaltsstoffe sind bekannt und gut verfügbar, sie sind auch bereits gut untersucht. (Quellen: englischsprachige Pressemeldung des EPO und französischsprachiger Beitrag in Capital), danke Anne-Laure für den Hinweis auf dieses wichtige Thema!)

Ganz neu ist das Thema – wie erwähnt – nicht, die damals 17-jährige Schülerin Ute Runkel hatte 2002 diese Synergie bereits vor vielen Jahren systematisch erforscht – zusammen mit Apothekerin Dorle Hamm aus Karlsruhe im Rahmen einer ‚Jugend forscht‘-Arbeit. Utes bemerkenswertes Werk kann hier runterladen werden [Achtung, man muss, wie dort unterhalb des Artikels erklärt, die nur fehlerhaft verlinkbare Adresse im Browser-Fenster korrigieren].

Ich erläuterte das Thema der synergistischen Zusammenarbeit von ätherischem Öl und Antibiotikum bzw nicht-antibiotischen Inhaltsstoffen von ätherischen Ölen bereits einmal in diesem Blogbeitrag. Beide Substanzen bilden eine hervorragende Synergie, Professor Adnane Remmal betont, dass Antibiotika wie ein Schlüssel wirken. „Sie machen die Tür vom Schloss auf. Wenn der Schlüssel nach einer Genmutation nicht mehr zum Schloss passt, wirken Antibiotika nicht mehr, der Keim ist resistent gegen das Gift. Ätherische Öle sind dagegen keine Schlüssel, die die Zellen aufmachen, sondern große Hammer, die die Türe kaputt machen.“

Wirklich prima, dass dieses Thema ein wenig mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit tritt, denn wir alle könnten irgendwann an einer lebensbedrohlichen Infektion leiden, und dieses Wissen dringend benötigen.

Ich empfehle darum seit Jahren, im Fall einer (drohenden) schweren bakteriellen Infektion, ätherische Öle zusammen mit einer antibiotischen Behandlung einzusetzen und auch bereits VOR dem Gang ins Krankenhaus anzuwenden, idealerweise als Einreibung eine Woche vorher und als Riechstift oder duftende Kompresse auf dem Kopfkissen oder direkt am Bett (um die Bettnachbarn nicht zu belästigen, sonst freilich auch als Raumspray). Perfekt wäre es, mit diese Maßnahme mit der rechtzeitigen Einnahme von inzwischen erhältlichen Oreganokapseln, zu ergänzen. Sie sind von Fairvital, dem belgischen Anbieter Pranarom und der britischen Nahrungsergänzungsmittel-Firma Higher Nature erhältlich, sie gehören definitiv zu den Mitteln, die ich für den Fall der Fälle immer im Haus habe. Foto A. Remmal: EPO

IN EIGENER SACHE Die Duft-Erlebnis-Wochen-Termine für 2018 stehen nun, die ersten Anmeldungen sind bereits eingetroffen, nicht zuletzt wegen eines schönen Artikels, der letzte Woche in diversen Tageszeitungen und auch in Spiegel Online über unsere Gegend und auch über unsere Arbeit erschienen ist. Ein herzliches Danke an Autorin Brigitte Geiselhart! Auch im aktuellen Magazin der Fluggesellschaft Swiss [#154 Juni 2017] ist unsere Arbeit Teil eines schönen Berichtes über Cork, die zweitgrößte Stadt der Grünen Insel, 65 km von unserer Gäste-Unterkunft entfernt, welche (in den Sommermonaten) nun endlich direkt von Zürich angeflogen wird. Ab Seite 16 hier im Artikel des Bordmagazins der Swiss kann über Südwest-Irland geträumt und studiert werden, auf Seite 32 stehen die „Meet-the-local-Tipps“ meines Mannes. Auch ein dicker Dank an Gero Günther und Peter Neusser für diesen hervorragenden Artikel!

Aromatherapie-Wochen_Termine_2018_Eliane_Zimmermann

Details zu Inhalten, Preise, Anreisemöglichkeiten etc kommen im Spätsommer. Je nach Datum und Veranstaltung kosten diese Wochen ab 850 € (ohne Vollpension) jedoch inklusive 7 Übernachtungen, 7 Mal Frühstück, Transfers zu den Exkursionen bzw. Wanderzielen, Eintritte, bei manchen Wochen Bootsfahrten, Rohstoffe und Gefäße bei den Aromatherapie-Wochen; oder etwas mehr als 1000 € zusätzlich inklusive reichhaltige Picknickboxen für das Mittagessen sowie fünf Dreigänge-Abendessen; wir nehmen ab sofort unverbindliche Platzreservierungen an und auch Gutscheine zum Verschenken einer Veranstaltung sind zu haben: duftreisen [ät] aromapraxis [punkt] de (bitte korrekt schreiben, Spamschutz).

Weil WordPress offenbar nicht mehr ermöglicht, Fotos, die groß hochgeladen wurden, durch Anklicken zu vergrößern, hier die Tabelle im offenen Format.

2018 AiDA Aromatherapy & Wanderlust
Datum Veranstaltungen 2018 :: in Bantry, Glengarriff und Adrigole, West Cork in Südwest-Irland
28.04. – 05.05.2018 Irland Wandern 1 :: Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
05. – 12.05. 2018 Aromatherapie 1 :: Kräuterwandern & Hausapotheken-Workshop :: mit Markus Bäuchle und Team
12. – 19.05. 2018 Garten-Reise 1 :: Die besonderen Gärten an Irlands Atlantikküste :: mit Eliane Zimmermann und Team
19. – 26.05. 2018 Irland Wandern 2 :: Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
26.05. – 02.06.2018 Natur-Retreat 1 ::  Erden und Zentrieren in der Stille der irischen Berge :: mit Markus Bäuchle und Team
02. – 09.06.2018 Aromatherapie 2 :: ‘Happy Düfte’ und Osmologie :: mit Christine Lamontain und mit Eliane Zimmermann
09. – 16.06.2018 Irland Wandern 3 ::  Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
16. – 23.06.2018 Garten-Reise 2 :: Die besonderen Gärten an Irlands Atlantikküste :: mit Eliane Zimmermann und Team
16. – 23.06.2018 Berg-Wandern 1 :: Die Naturferien für geübte Wanderer :: mit Markus Bäuchle und Team
30.06. – 07.07.2018 Irland Wandern 4 :: Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
07.– 14.07.2018 Garten-Reise 3 :: Die besonderen Gärten an Irlands Atlantikküste :: mit Eliane Zimmermann und Team
07.– 14.07.2018 Natur-Retreat 2 ::  Erden und Zentrieren in der Stille der irischen Berge :: mit Markus Bäuchle und Team
14.  – 21.07.2018 Aromatherapie 3:: Kräuterwandern & Hausapotheken-Workshop :: mit Eliane Zimmermann
21.– 28.07.2018 Irland Wandern 5 ::  Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
28.07. – 04.08.2018 Aktiv-Ferien 1 :: Unterwegs in Irland zu Fuß, mit Fahrrad und Kajak :: mit Markus Bäuchle und Team
11.  – 18.08.2018 Irland Wandern 6 :: Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
18. – 25.08.2018 Aromatherapie 4 :: Hydrolate und Öle für Kinder und sensible Menschen, Destillation :: mit Eliane Zimmermann
25.08. – 01.09.2018 Natur-Retreat 3 ::  Erden und Zentrieren in der Stille der irischen Berge :: mit Markus Bäuchle und Team
01.  – 08.09.2018 Aktiv-Ferien 2 :: Unterwegs in Irland zu Fuß, mit Fahrrad und Kajak :: mit Markus Bäuchle und Team
01.– 08.09.2018 Berg-Wandern 2 :: Die Naturferien für geübte Wanderer :: mit Markus Bäuchle und Team
08. – 15.09.2018 Irland Wandern 7 ::  Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste :: mit Markus Bäuchle und Team
Mehr Infos auf www.irland-wandern.de und http://www.blog.aromapraxis.de

 

entzündungen und ätherische öle


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieAls ich vor vielen Jahren lernte, dass heutzutage viel mehr Krankheiten durch Entzündungen verursacht werden, als noch in meinem Heilpraktiker-Unterricht in den späten achtziger Jahren gelernt, so auch der Herzinfarkt oder sogar demenzielle Veränderungen, wurde mir so Einiges klar. Bereits eine einzige aromatherapeutische Behandlung kann in diese Richtung wirksam sein und so kann eine unmittelbare Verbesserung der unterschiedlichsten Symptome vom Kunden bemerkt werden. Insbesondere wenn ihre/seine unspezifischen Beschwerden aufgrund von entzündlichen Reaktionen im Körper ausgelöst worden waren. Worunter wir fast alle mehr oder weniger leiden, ob wir es bemerken oder nicht.

Wir tun in unserem modernen Leben so ziemlich alles, um ständig von Mikro-Entzündungen geplagt zu werden. Oft werden diese gesunden Reaktionen des Gewebes auf „Störenfriede“ wie denaturierte Nahrungsbestandteile, Ethanol und Aromen in Getränken und Speisen, Konservierungs- und Farbstoffe in Kosmetik, Giftstoffe in Kleidung und Haushaltsgegenständen, tägliches Essen von tierischen Produkten, die Einnahme bestimmter Medikamenten-Cocktails etc, CHRONISCH. Dazu Reaktionen auf Stress und ungute Lebensweisen, die auch pro-inflammatorisch (entzündungsfördernd) wirken können. In unserem Körper lodern also dauernd „Flammen“. Der Versuch der Korrektur, der Abwehr, des Erhaltes der Balance diverser Gesunderhaltungssysteme erlahmt mit der Zeit immer mehr. Wir werden schwer krank.

Ätherische Öle bzw. etliche ihrer Inhaltsstoffe dagegen wirken entzündungshemmend sind also ideale tägliche Begleiter für eine stabile Gesundheit. Ihre antiinflammatorischen Mechanismen sind bereits recht gut erforscht, die obige Grafik erläutert diese. Ein paar Beispiele für entzündungshemmend wirksame ätherische Öle:

  • Lavandula angustifolia, Echter Lavendel
  • Melaleuca alternifolia, Teebaum
  • Pelagonium graveolens, Rosengeranie
  • Myristica fragrans, Muskatnuss
  • Thymus vulgaris, Thymian v.a. Ct. Thymol und Ct. Carvacrol
  • Mentha spicata, Spearmint, Nanaminze
  • Cymbopogon flexuosus/citratus, Lemongrass
  • Salvia officinalis, Echter Salbei
  • Lemongrass, Cymbopogon flexuosus und C. citratus
  • Blaue Kamille, Matricaria recutita
  • Copaiva (Copaiba), Copaifera reticulata
  • Terpineol-4
  • Eugenol
  • Sesquiterpenlactone
  • Carvacrol
  • Matrizin und Azulen

Wer sich ein klein wenig mit den vielfältigen Inhaltsstoffen von ätherischen Ölen auskennt, sieht, dass die aufgeführten Inhaltsstoffe noch in vielen anderen ätherischen Ölen in kleinen oder großen Anteilen enthalten sind. Somit können wir mit fast allen Naturdüften den Entzündungstendenzen des modernen Menschen entgegen wirken.

Inspirationen und Quellen: Inoue S, Abe S. An invitation to anti-infectious aromatherapy. 1st ed., Fragrance Journal, Tokyo, pp. 141–224 (2011) Studie zu Terpineol-4 aus dem Jahr 2013  (klick!), Copaiba, Rose

dufte plakate zum freuen und lernen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNachdem auf Facebook der erste Ansturm auf drei Ätherische-Öle-Plakate, die Sabrina Herber und ich im Winter konzipiert und gestaltet haben, vorbei ist, zeige ich sie hier auf meinem Blog nun auch. In unseren Kursen besteht immer häufiger Bedarf an Lernmaterial, das Lernenden der Aromapflege und Aromatherapie hilft, schnell und angenehm die vielen Informationen rund um die duften Helferlein aufzunehmen und einzuordnen. Auch zur reinen Dekoration sind diese Plakate gut geeignet, sie können hübsch gerahmt werden und über dem Schreitisch oder einer anderen Stelle im Haus aufgehängt werden. So ein Plakat wäre sicher auch eine hübsche Geschenkidee für ein(en) Düfte-Freund(in).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEs befinden sich kleine Infos zu Studien darauf, einige Rezeptideen, unbekanntere Fakten und vieles mehr. Da wir beide jeweils viele Duftpflanzen in unseren Gärten hegen und pflegen, und zudem gerne fotografieren, stammen viele der Fotos von unseren grünen Schützlingen, oder aber wir haben wie woanders selbst fotografiert.

Die A2-Plakate können mit Hilfe dieses Formulares (klick!) bestellt werden, jedes kostet 12 Euro, der Versand kostet 5 Euro innerhalb Deutschlands, 9 Euro ins Ausland (leider werden für Posterrollen sehr hohe Versandkosten erhoben, wir können diese nicht beeinflussen).

Plakate_AiDA_Aromatherapy2Die Plakate meiner österreichischen Kollegin Waltraud Reischer sind auch noch erhältlich. Drei große Übersichts-Lernplakate, die wir gemeinsam zusammen gestellt hatten, sind voll gepackt mit übersichtlichen Informationen über jeweils Fette Öle, Ätherische Öle und Hydrolate. Sie sind hier (klick!) anzuschauen und bei ihr erhältlich: waltraud.reischer [ät] aon . at (bitte korrekt ausschreiben, Spamschutz). Waltraud hat auch drei dufte dekorative Plakate angefertigt: Zitrusdüfte, Lavendel, Rosendüfte. Bei Bestellung von ab zwei Plakaten entfällt das Porto von 15 Euro.

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zwei grundlagenkurse am bodensee


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In den Seminarpausen einen Spaziergang am Bodensee genießen…

Alles neu macht der Mai! Wer einen kurzweiligen und kurz entschlossenen Einstieg in die Aromatherapie in wirklich wunderschöner Umgebung erleben möchte, dazu vielleicht auch einen Ausflug  zur momentan traumhaften Insel Mainau machen möchte (dort können zahlreiche exotische Ätherisch-Pflanzen besichtigt werden, auch schönste große Zitrusbäume), ist bei Doris Ilg richtig: am 6. und 7. Mai 2017 bietet sie das Seminar „Grundlagen der Aromatherapie an. Für Teil 1 der Aromamassage (18. und 19. Mai) ist allerdings nur noch ein Platz zu vergeben.

Die unabhängigen Kurse (ohne Druck, bestimmte ätherische Öle mögen oder gar kaufen zu müssen!!) finden in wunderschöner Umgebung im Seemuseum in Kreuzlingen statt, direkt am Bodensee und in einem weitläufigen Park mit Kräutergarten, ich hatte dort auch kürzlich unterrichtet.

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… und im Kräutergarten Aromatherapie- und Homöopathiepflanzen bewundern.

Dieses Seminar richtet sich an alle Interessierten der Naturheilkunde mit dem Schwerpunkt ätherische Öle und fette Öle. Sie haben nach diesem 2 Tagesseminar Ideen, die Sie in Ihren beruflichen und privaten Alltag  umsetzen können und eine Grundlage für die Entscheidung, ob Sie an der Ausbildung zum „Aromaexperte AiS – ärztlich geprüft“ teilnehmen möchten.

Einführung in die Aromatherapie

  • Geschichte der Aromatherapie
  • Stellenwert der Aromatherapie in der Naturheilkunde und in der Krankenpflege
  • Möglichkeiten und Grenzen der Aromatherapie im Vergleich zur konventionellen Medizin
  • Definition der ätherischen Öle und ihre Gewinnungsverfahren
  • Qualitätsbestimmungen, Chemotypen
  • Einführung in die Chemie der ätherischen Öle
  • Monographien der wichtigsten ätherische Öle im Klinikalltag Teil 1
  • Die fetten Öle und ihre allgemeine Anwendung und Wirkungsweisen Teil1
  • Praktischer Übungsteil (Handmassage)
  • Physiologie des Riechens
  • Anatomische Grundlagen der drei großen Riechsysteme

Mehr Infos: Aromainstitut am See (klick!)

zitronenöl enthält KEIN vitamin C


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZitrusschalenfrüchte stammen ursprünglich aus Asien. Die Öle daraus werden in der Regel durch Raspeln/Pressen, Wässern, Zentrifugierung gewonnen. Das weiß mittlerweile auch jede DuftanfängerIn. Gute Zitrusschalenöle enthalten Furocumarine, diese verstärken die Lichtausbeute im Menschen bzw auf seiner Haut. Das führt bei nicht sachgemäßer Anwendung (Auftragen vor Sonnenbad oder Solariumbesuch) zu Pigmentflecken oder gar zu schlimmen Verbrennungen (Berloque Dermatitis), insbesondere wenn sie mit Mineralölen gemischt sind. Auch das weiß mittlerweile fast jede DuftanfängerIn.

Jedoch können genau diese ganz besonderen minoritären Inhaltsstoffe (also nur circa 1 Prozent oder gar weniger) auch die Lichtausbeute im Winter beeinflussen, erfahrungsgemäß zumindest (leider habe ich dazu noch keine Studien gefunden). Damit wird ihre stark stimmungsaufhellende Wirkung erklärt, insbesondere bei SAD (Seasonal Affective Disorder), der Lichtmangel-Depression.

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Lieferung, Waschen, Reiben von Zitrusfrüchten, Zentrifugieren von Orangenöl in Brasilien

Beide Öle also, die sehr lichtempfindlich machen, wirken auch antidepressiv (vorausgesetzt sie bleiben naturbelassen, also weder durch Natronlauge furocumarinfrei [FCF] gemacht noch durch Nachdestillation): Bergamotte (Citrus x bergamia Risso u. Poit.), das ist eine enge Verwandte der Zitrone und heißt darum auf englisch bergamot lemon und Limette (Citrus aurantiifolia (Christm.) Swingle.

Leider geistert neuerdings wieder der alte Fehler durch die Ätherische-Öle-Welt, dass Zitronenschalenöl angeblich Vitamin C, also L-(+)-Ascorbinsäure, enthält (allerdings ist im Labor hergestellte isolierte Ascorbinsäure nicht hundertprozentig identisch mit dem natürlich vorkommenden Vitamin C). Auf gewissen Verkaufsveranstaltungen und Videos von Ätherische-Öle-Anbietern wird das jedoch gerne behauptet und dann ständig weiter gebetet. Ätherische Öle enthalten jedoch – wenn überhaupt – nur Spürchen von freien Säuren, denn diese sind wasserlöslich, sie können gar nicht in relevanten Mengen in den fettöslichen /lipophilen ätherischen Ölen enthalten sein. Ascorbinsäure=Vitamin C kann also aufgrund der chemischen Eigenschaften NICHT im naturbelassenen Zitronenduft im Fläschchen enthalten sein.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFlavonoide, diese Jungbrunnen- und Reparatur-Moleküle sind dagegen in Fruchtfleisch UND Schale, damit auch im ätherischen Öl, welches durch Raspeln/Pressung gewonnen wird, enthalten. Es handelt sich um polymethoxylierte Flavone, sie geben den mechanisch gewonnenen Zitrusölen ihre schönen Farben, die wichtigsten Vertreter sind Nobiletin, Tangeritin, Sinensetin und Tetra-O -methylscutellarein*.

Die Zusammensetzung eines typischen Zitronenschalenöles:

Monoterpene

  • 64 % D-(+)-Limonen
  • 15 % β-Pinen
  • 10,5 % γ-Terpinen
  • 2,9 % α-Pinen
  • 0,7 % α-Thujen
  • 1,9 % β-Myrcen
  • Camphen
  • trans-Ocimen
  • Sabinen

Sesquiterpene

  • β-Caryophyllen
  • 0,35 % β-Bisabolen

Monoterpenole

  • Geraniol
  • Nerol
  • Linalool
  • Terpineol-4
  • 0,05 % α-Terpineol

Aldehyde

  • 0,82 % Geranial
  • 0,48 % Neral
  • Citronellal
  • Nonanal, Octanal, Decanal

Monoterpenester

  • 0,27 % Nerylacetat
  • 0,25 % Geranylacetat
  • Citronellylacetat

Andere

  • 1,5 % Cumarine und Furocumarine, z.B.
    0,6 % Bergapten, 0,2 % Bergamottin
  • (farblose) Carotinoide, polymethoxylierte Flavone

insgesamt circa 100 unterschiedliche Moleküle

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Urahnin der heute bekannten Zitrone ist übrigens die größere Ur-Zitrone oder Zedrat (Citrus medica), die als Medizinalpflanze ein hohes Ansehen genoss. Das ätherische Öle daraus riecht himmlisch zitronig, es wird nur von wenigen Anbietern verkauft. Ich habe in Brasilien Zedratfrüchte geerntet, die groß wie Honigmelonen waren, ihre Schale ist oft zerfurcht und superdick, es ist so gut wie kein Fruchtfleisch mit Saft enthalten. Das zur Weihnachtszeit beliebte Zitronat wird aus diesen dicken, wochenlang in Salzlake eingelegten Fruchtschalen hergestellt.

Auf diesem kleinen Video vom großen italienischen Zitrusöl- und Zitrussafthersteller Fratelli Indelicato (klick!) kann man das Abraspeln der Schalen gut sehen. Auch auf Wikipedia findet man Interessantes zur alten Medizinalzitrone.

* laut Prof. Dr. Elisabeth Stahl-Biskup, Universität Hamburg: ‚Die Chemische Extravaganz der Zitrusfrüchte‘ in Forum Essenzia, Heft Nr. 26 (2004); für Mitglieder von Forum Essenzia gibt es dieses hervorragende Heft als E-Paper, als „echte“Ausgabe ist es leider vergriffen.

aqua aromatica – die welt der hydrolate


hydrolate_kongress_illertissen2017Am 1. und 2. Juli 2017 findet der erste internationale Kongress über Hydrolate „Aqua Aromatica – Die Wiederentdeckung der Pflanzenwässer“ in Illertissen bei Ulm statt. Diese zwei Tage widmen sich – zum ersten Mal – ganz den Pflanzenwässern. Es wird mitten in den Pflanzen bei der Staudengärtnerei Gaissmayer im „Museum der Gartenkultur“ getagt. Ausgewählte Hydrolate-Hersteller und -Verarbeiter werden einen kleinen Markt mit Produkten bester Qualität bestücken. Ausserdem wird es eine sinnliche Führung zum Thema Pflanzenwässer durch die Staudengärtnerei Gaissmayer angeboten werden.
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch hätte auch an diesem wunderschönen Ort an einem ganz besonderen Event dabei sein sollen, bekam bereits ganz früh eine Einladung, doch war ich für dieses Wochenende bereits belegt. Es wird jedoch meine wundervolle Kollegin Ann Harman aus dem Westen der USA anreisen, ich berichtete hier bereits öfters über ihre Pionier-Arbeit rund um die Hydrolate. Wer ihre engagierte Forschungsarbeit unterstützen möchte und im Gegenzug Zugang zu fast 100 Analysen von Hydrolaten erhält, kann diese beim Circle H Institute tun. Ihr Buch kann man auf Annies Website Botannicals bestellen.
Pflanzenwässer werden schon seit dem Altertum in Küche, Kosmetik und Heilkunde verwendet. Am Kongress werden die Themen Heilkunde, Pflege, Aromatherapie, Kulinarik, Geschichte und Olfaktorik im Zusammenhang mit Pflanzenwässern in Vorträgen und Workshops von verschiedenen Seiten her beleuchtet.
Dieses innovative Symposium organisiert von Kailo, dem Bildungsnetzwerk für nachhaltige Entwicklung, Gesundheit & Bewusstsein, in Kooperation mit Arven, der Schule für Heilpflanzenkunde, Aromatherapie und Wildniswissen von Susanne Fischer-Rizzi. Die Platzzahl für diese Tagung ist beschränkt.
Es wird  deshalb eine frühzeitige Anmeldung empfohlen. Wer nicht warten kann, dem sei Susannes umfangreiches Werk für lange Winterabende ans Herz gelegt: Das große Buch der Pflanzenwässer (klick!) Susannes nächster Kurs zum Thema Hydrolate findet am 6/8 Oktober 2017 statt (Warteliste), sie bietet jedes Jahr zwei Kurse an, Infos auf ihrer Seite.
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBegleitend zum Kongress wird die Ausstellung „Opus mulierum – Die vergessene Kunst der Frauen“ gezeigt, diese wird derzeit  Diese Ausstellung stellt Frauen aus vier Jahrtausenden vor, die in den Bereichen Alchemie, Heilkunde, Kosmetik und Parfümherstellung wirkten. Vielfach haben sie Pionierarbeit an der Destille und bei der Verarbeitung von Heilpflanzen geleistet. „Opus mulierum“ ist das Werk der (Haus)Frauen, denn die praktischen Erfahrungen aus dem Haushalt beim Kochen, Töpfern, Brotbacken, Bierbrauen usw. wurden von ihnen für alchemistische Zwecke verwendet.Die Ausstellung nimmt Sie mit nach Zypern, wo die ältesten bekannten Destillen gefunden wurden, Sie gelangen auf der Reise in die Vergangenheit bis nach Ägypten, Byzanz, Italien und begegnen kaum bekannten Frauenbiographien aus Thüringen, Sachsen und dem Allgäu. Wohlgerüchte, Heilkunst und Schönheit finden sich dabei in vielerlei Form.

Ein Kreis von 13 heute lebenden kräuterkundigen Frauen hat intensiv geforscht und Material zusammengetragen um die Geschichten und Werke der historischen Frauen bekannt zu machen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKürzlich ist passend zu diesem Themenbereich die „Schule der Destillierkunst “ gegründet worden. Susanne Fischer-Rizzi und ihr Team möchten damit fundierte  Informationen über das Destillieren und die Destillen weitergeben. In letzter Zeit passieren immer wieder mal Unfälle durch die unsachgemäße Handhabung von Destillen. Es gibt zur Zeit zudem einige nicht ungefährliche Glasdestillen im Handel. Deshalb bietet diese Schule eine kleine Glasdestille an, die sogenannte „Wanderdestille“.
Sie wurde nach Angaben des Alchemielehrers Manfred Junius konzipiert, und ist absolut sicher und sehr pflegeleicht, inzwischen konnte sie sich seit 3 Jahrzehnten bewähren. Sie kann nach dem 2-tägigen Kurs erworben werden. Susanne Fischer-Rizzi hat damit alle 70 Hydrolate aus ihrem schönen Hydrolate-Buch  destilliert. In Kürze wird es dazu eine Website geben, am besten ab und zu hier in diesen Text schauen, ich werde den Link einfügen, wenn die Seite steht.
Sofort und noch mehr Infos zu Hydrolaten gewünscht?! 😉
  • Hier auf dem Blog kann man den 24-teiligen Adventskalender-Beitrag nachlesen vom Dezember 2011, ich bin sozusagen als Erste mit den duften Pflanzenwässern ins Rennen gegangen. Einfach rechts unten bei den Kategorien das Wort ‚Hydrolate‘ anklicken, dann kommt eine Beitrag unter dem anderen. Daraus wurde zunächst ein E-Book und dann ein „richtiges“ Buch mit 12 heraus trennbaren Karten: Hydrolate – Die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege (klick!), auch bei Feeling (klick!) zu bestellen.
  • Ganz kurz auf mein E-Book folgte Ingrid Kleindienst-John, die bereits „ewig“ destilliert: Hydrolate – Dufte Helfer aus dem Pflanzenreich (klick!).

© Abb Tropfen: Antje Wendel

teebaumöl, das sanfte kraftpaket


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAnfang der neunziger Jahres des vergangenen Jahrhunderts kam das Teebaumöl in die deutsche Aromatherapie-Szene, mit ihm einige Bücher, welche die Besonderheiten dieses ungewöhnlichen ätherischen Öles erläuterten (siehe ganz unten). Einige Bücher wurden aus dem Englischen übersetzt, andere von deutschen AutorInnen recherchiert und zusammen gestellt. Alle sind inzwischen aus den Regalen der Bücherläden verschwunden, vermutlich weil das Wissen um dieses Tausendsassa-Öl inzwischen zum Allgemeinwissen gehört, man möchte es im Falle von Infektionen nicht mehr missen.

Der Geruch, den die fein gefiederten Blättchen dieses australischen Baumes absondern, ist allerdings selten ein Duftlampen-Duft, meine KursteilnehmerInnen hier in Irland haben auch immer die Möglichkeit, einen echten Tea tree-Tee zu trinken, der allerdings nicht wirklich zu den großen Genüssen zählt. Aber wie man früher so schön sagte: Wirklich wirksame Medizin muss/darf nicht schmecken.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDer Name dieses bis zu sieben Meter hohen Baumes stammt vom in England und Australien sehr bekannten Botaniker Sir Joseph Banks (1742-1820), der um 1770 mit dem legendären Weltenumsegler Captain Cook unterwegs war und bei Ureinwohnern sah, dass sie ein teeartiges Getränk aus den zarten Zweigen machten. Nach Banks sind übrigens etliche Pflanzen benannt, unter ihm als Direktor wurde Kew Gardens bei London zum führenden Botanischen Garten weltweit. Wer so pflanzenbücherbesessen wie ich ist und englischsprachige Lektüre mag, wird sich köstlich amüsieren über ein kleines Büchlein: Sex, Botany, and Empire: The Story of Carl Linnaeus and Joseph Banks von Patricia Fara. Mindestens genau so eine schöne Zeitreise in die damalige Zeit, als Botanik noch Pornografie war und Staubgefäße zählen nur Männern vorbehalten war (bei der puscheligen Teebaum-Blüte vermutlich besonders erotisch!!! 😉 ), bietet die deutsche Übersetzung eines spannenden Romans, der leider vergriffen ist, jedoch noch antiquarisch erhältlich ist: Die Pflanzenmalerin von Martin Davies. Doch zurück zum Teebaum, der Stoff für zahlreiche Bücher bieten würde.

phenol

Phenol (Benzenol)

1925 bewies der australische Chemiker Arthur de Ramon Penfold (1890–1980), dass unverdünntes Teebaumöl 11 bis 13 Mal stärker antiseptisch wirkt als das damals fast überall verwendete Desinfektionsmittel Karbolsäure (Phenol, synthetisch). Anders als dieses scharfe Antiseptikum, das die Haut stark angreift, hatte Teebaum nicht diese schädigende Wirkung und wurde so zum beliebtesten Haushalts-Desinfektionsmittel Australiens. Das Öl wurde besonders wichtig, um Wunden im zweiten Weltkrieg zu behandeln. Es war gar so hoch angesehen, dass angeblich Menschen, die in der Teebaumöl-Produktion arbeiteten, vom Militärdienst frei gestellt wurden, bis wieder genügend Reserven davon produziert waren, so dass jeder australische Soldat in seinem Erste-Hilfe-Set ein Röhrchen Teebaumöl dabei hatte.

Das Öl aus den Zweigen dieses wunderschön cremeweiß-pfeifenputzerähnlichen blühenden Baumes namens Melaleuca alternifolia besteht aus circa 20 Inhaltsstoffen (gezählt bei einer 99,26%-Analyse, „Minis“ mit Anteilen weit unter 0,1% können freilich auch noch vorhanden sein). Jedes einzelne dieser Moleküle sind für sich genommen gar nicht so besonders. Doch das Zusammenspiel dieser natürlichen Bausteine ergibt eine seltene Kombination aus BREITBAND-WIRKUNG bei unterschiedlichsten Infektionen und doch gleichzeitig großer MILDE. Das einzige „Problem“ bei Teebaumölen ist ihre recht kurze Haltbarkeit bzw Verträglichkeit. Bei sehr empfindlicher Haut kann ein unsachgemäß gelagertes Teebaumöl bereits nach 6-9 Monaten hautreizend wirken. Von robuster, gesunder Haut kann es auch viel länger vertragen werden.

Die relativ kurze Haltbarkeit hat zum einem mit einem eher geringen Anteil an stabilisierend wirksamen Sesquiterpenen (meistens circa 4%) und Sesquiterpenolen (meistens unter 2%) zu tun. Andererseits findet durch Wärme, Licht und Sauerstoff im Teebaumöl ein chemischer Prozess statt, in dem sich Moleküle im Öl von bestens verträglich zu hautreizend verändern. Im eher realitätsfernen Experiment bei sehr ungünstiger Lagerung (hell, warm, zu kalt, unverschlossen) – kann das Öl innerhalb von wenigen Wochen stark oxidieren, es können aggressive Peroxide, Hydroperoxide und Endoperoxide aus den Monoterpenen, die im Öl enthalten sind, entstehen, u.a. hyperämisierendes (hautrötendes) Ascaridol, welches zu ernsthaften Dermatiden und Allergien führen kann (es reagiert in isolierter Form mit organischen Säuren, der weibliche Genitalbereich befindet sich im sauren pH-Bereich, also Achtung!). Jedoch keine Sorge, im lichtgeschützten dunklen Fläschchen und bei weder zu kalten noch zu warmen Temperaturen hält Teebaumöl ein gutes Jahr oder gar mehr.

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Umwandlung von Terpineol-4 zu Ascaridol

Dermatologen entdeckten ferner, dass der natürlicher- und frischerweise niedrige Gehalt an p-Cymen im Laufe der Zeit von 3 auf 11,5 Prozent steigen kann. Dieses Molekül wirkt in kleinen Mengen deutlich schmerzlindernd und zart durchblutungsanregend (Counterirritant Effect), schon eine etwas erhöhte Menge kann bei sehr feiner und empfindlicher Haut zu (leichten) Reizungen führen. Es beschädigt jedoch besonders die Zellwand von Bakterien auf eine Weise, dass antibiotische Stoffe (natürlich oder synthetisch) den Krankheitskeim schädigen können (ich berichtete hier über dieses neu entdeckte Phänomen). Umgekehrt schrumpfte der Gehalt an Alpha- und Gamma-Terpinen sowie an Terpinolen auf die Hälfte der ursprünglichen Konzentration. Das ist im Buch Dermatologie an der Schwelle zum neuen Jahrtausend von B. M. Hausen (Dermatol. Klinik Buxtehude), Seiten 154-156 nachzulesen und in der Arbeit: Hausen BM, Reichling J, Harkenthal M. Degradation products of monoterpenes are the sensitizing agents in tea tree oil. Am J Contact Dermat. 1999 Jun;10(2):68-77.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Autoren dieser Arbeit betonen ausdrücklich „Während frisch destilliertes Teebaumöl selten zu Hautveränderungen führt, induziert autoxidiertes Öl eine Kontaktallergie„. Ich kenne übrigens jemanden, der ein bei einem Discounter gekauftes Teebaumöl hat gaschromatographisch untersuchen lassen, es kam leider bereits oxidiert aus der sehr preiswerten Flasche. Geht man also behutsam mit diesem Öl um, sorgt der Inhaltsstoff Terpineol-4 (oder Terpinen-4-ol, ein Monoterpenol) für eine hervorragende antiseptische Wirkung, ohne auch nur im geringsten reizend zu wirken.

thymol_molekul

Thymol

Wir kennen bei den üblicherweise verwendeten ätherischen Ölen noch eine zweite Gruppe von Inhaltsstoffen, die über eine ausgeprägte Breitband-Wirkung bei Infektionen verfügt: die Monoterpenphenole (meistens einfach Phenole genannt, diese sind ähnlich, jedoch nicht identisch mit dem oben erwähnten Phenol, welches korrekt ein Benzenol ist). Doch diese können bereits in kleinen Mengen hautreizend und vor allem schleimhautreizend wirken. In isolierter und synthetischer Form allerdings wesentlich schlimmer, als eingebettet in das Zusammenspiel mit anderen Molekülen. Bei manchen Anwendungen ist die heftige Wirkung okay und man nimmt vielleicht sogar minimale Reizungen in Kauf, beispielsweise bei einem hartnäckigen Fußpilz. Man muss ätherische Öle, die diese Inhaltsstoffe enthalten, sehr verantwortungsvoll verdünnen. In einem französischen Buch über Aromatherapie wurde die Hautanwendung nur für die Fußsohlen als zumutbar betrachtet (Philippe Mailhebiau: La nouvelle aromathérapie). Die ätherischen Öle folgender Pflanzen sind Beispiele für Öle, die von Natur aus reich an Phenolen sind :

  • Thymian Ct. Thymol (Thymus vulgaris)
  • Thymian Ct. Carvacrol (Thymus vulgaris)
  • Spanischer Thymian (Thymus zygis)
  • Quendel (Thymus serpyllum)
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Spanischer Oregano (Corydothymus capitatus)
  • Bohnenkraut (Satureja montana)
  • Gewürznelkenknospe und -blätter
  • Tulsi (Ocimum sanctum)
  • Piment und Bay (Pimenta dioica und P. racemosa)                       ABER
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durch Klicken wird diese Vergleichs-Tabelle von Teebaumöl-Analysen größer!

Teebaumöl aus Melaleuca alternifolia enthält keine Phenole, darum ist ein frisches Teebaumöl bereits bei Kleinkindern anwendbar, freilich in den dem Alter des Kindes angepassten Verdünnungen von circa 1 Prozent. Es gibt allerdings einen Öleanbieter, dessen Teebaumöl angeblich einen erheblichen Anteil an Phenolen haben soll (35-70% Monoterpene, 25-40% Phenolalkohole, 2-8% Alkohole, 8-20% Sesquiterpene, 5-18% Sesquiterpene, 1-5% Sesquiterpenole, siehe Tabelle ganz rechts). Sollte das angebotene Öl tatsächlich so zusammen gesetzt sein, würde es sich nicht um ein naturreines, frisches ätherisches Öl aus Melaleuca alternifolia handeln, es würden dann nicht die üblichen Empfehlungen gelten und es wäre möglicherweise auch nicht so hautverträglich wie normalerweise erhältliche hochqualitativen Teebaumöle.

Ich gehe jedoch davon aus, dass diese Behauptung nicht wahr ist, denn die Konkurrenz schläft nicht und es passiert jedem Ätherische-Öle-Anbieter, dass die Mitbewerber mal das eine oder andere Produkt buchstäblich unter die Lupe nehmen. Es wäre viel zu riskant, ein derart verfremdetes „Teebaumöl“ auf den Markt zu bringen. Ich vermute vielmehr, dass man mit dieser „neuartigen Inhaltsstoffe-Analyse“ für Teebaumöl versucht, passend zu machen, was nicht passt, und dieses wirklich unglaublich potente Öl in eine von diesem Anbieter erfundene/verwendete Skala zu pressen. Diese Zahlen-Skala soll das Qualitäts- und Heilungspotenzial von ätherischen Ölen auf einen Blick erkennbar machen, besonders hoch angepriesene ätherische Öle enthalten in diesem System Phenole. Im Prinzip eine prima Sache! Macht man beispielsweise auch bei Lebensmitteln*.

Laut diesem Öle-Anbieter, der stets extrem hohe Dosierungen empfiehlt, hat das Teebaumöl auf der firmeneigenen Skala 100 von 100 Punkten. An die Spitze dieser in der Branche nicht anerkannten Bewertungsskala kommt Teebaum allerdings nur, wenn man ihm einen hohen Anteil an nachweislich nicht vorhandenen Phenolen andichtet. Ebenso wie Wintergrünöl und Majoranöl Phenole enthalten sollen. Dichtung und Wahrheit: Kommerziell funktioniert diese Marketing-Prosa bestens, auch oder weil sie auf völlig falschen Grundannahmen basiert.

Quelle, Infos zur Tabelle: ATTIA, Australian Tea Tree Industry Association  http://www.teatree.org.au/
ISO http://www.iso.org/iso/iso_catalogue/catalogue_tc/catalogue_detail.htm?csnumber=37033

  • Die Teebaumöle dieser Tabelle stammen von sieben renommierten Anbietern aus Deutschland, USA, Frankreich, Brasilien. „Öl 3“ bezeichnet Mittelwerte eines Labors, das mehrere Teebaumöle analysiert hat.
  • Die grünen Zeilen enthalten Monoterpenole (Monoterpen-Alkohole), die blauen Zeilen enthalten Monoterpene (C10-Kohlenstoffketten ohne funktionelle Gruppe), die orangefarbenen Zeilen enthalten Sesquiterpene (C15-Kohlenstoffketten ohne funktionelle Gruppe), die grauen Zeilen enthalten Sesquiterpenole (Sesquiterpen-Alkohole), die gelbe Zeile enthält das Monoterpen-Oxid 1,8-Cineol (=Eukalyptol).
  • In der rechten weißen Spalte befinden sich die Angaben einer Repräsentantin des erwähnten Anbieters, der Phenole in seinem Teebaum haben soll. Diese Angaben weichen sowohl von den international geforderten Inhaltsstoffemengen ab als auch vom Durchschnitt aller von mir durchgesehenen GC-Analysen von unterschiedlichsten Teebaumölen.
  • Sp bedeutet Spuren.
  • Das Zeichen :: bedeutet, dass 2-3 minoritäre Inhaltsstoffe nicht aufgelistet sind.
  • Das Zeichen ::: bedeutet, dass mehr als 5 minoritäre Inhaltsstoffe nicht aufgelistet sind, die in den anderen Analysen nicht aufgeführt sind.
  • Die beiden Öleanbieter, unter denen in der letzten, weißen Spalte eine Zahl steht, stellten annähernd 100%-Analysen zur Verfügung.
  • Viridifloren wird in den USA oft Leden genannt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZum Vertiefen des Wissens rund um Teebaumöle im weitesten Sinne hier noch ein Link der Universität Hamburg zu einer Dissertation (Doktorarbeit) über unterschiedliche Melaleuca- und andere Teebaumöle von Frank Christoph, sie lautet: „Chemische Zusammensetzung und antimikrobielle Eigenschaften der ätherischen Öle von Leptospermum scoparium J. R. et G. Forst. und anderer Teebaumöle der Gattungen Kunzea, Leptospermum und Melaleuca unter besonderer Berücksichtigung von Handelsölen“

Nachfolgend liste ich meine uralten Bücher zum Thema auf, falls jemand antiquarische Schätze sammeln möchte, bei den beiden schönen Büchlein von Ruth von Braunschweig tut es mir richtig Leid, dass sie vom Markt verschwunden sind:

* indem man beispielsweise den ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorbance Capacity) angibt, der anzeigt, wie stark antioxidativ ein ‚Superfood‘ wirken soll (z.B. Kurkuma 127068, Hagebutten 96150, Gojibeeren 3290, Quelle).

aromapflege bei zahnschmerzen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWenn das neue Jahr mit einer Beerdigung und mit einer Backenzahn-Entfernung anfängt, kann es nur besser werden! Darum teile ich heute eine Rezeptur, die wirklich hervorragend und vorbeugend gegen blau-lila-grün-gelbe Bäckchen nach so einem blutigen Gemetzel wirkt, man mische:

  • 10 ml Johanniskrautöl
  • 1 Tropfen Immortelleöl (Helichrysum italicum)
  • 1 Tropfen Lorbeeöl (Laurus nobilis)
  • 1 Tropfen Pfefferöl (Piper nigrum) oder
  • 1 Tropfen Palo Santo-Öl (Bursera graveolens) 0der
  • 1 Tropfen Manukaöl (Leptospermum scoparium)

Am besten den Ölmix leicht warm halten (Fläschchen in Hosentasche) und mehrfach täglich sanft von außen auf die Wange in der betroffenen Gegend auftragen. Diese Mischung hilft, die Schmerzen zu lindern, sie hilft Stauungen im verletzten Gewebe zu reduzieren und verhindert (ganz oder fast) die Hämatombildung. Zur verbesserten Wundheilung können Zinktabletten als Nahrungsergänzung eingenommen werden.

Sollte es mit der Blutstillung hapern, kann ein Schlückchen Cistrosenhydrolat in den Mundraum gegeben werden, dieses lässt man circa 5 Minuten dort ohne stark zu spülen, nur leicht hin und her bewegen, es schmeckt jedoch sehr gewöhnungsbedürftig. Oder einen halben Tropfen Cistrosenöl auf eine kleine gefaltete Kompresse geben, diese an die Wunde legen und circa 20 Minuten sanft „zubeißen“. Wer sehr zu Hämatomen neigt, kann die betroffene Wange bereits vor dem Eingriff ein paar Male mit Immortellehydrolat benetzen und dieses jedes Mal vor dem vorsichtigen Ein“reiben“ der Ölmischung aufsprühen.

Wer starke Schmerzen nach dem Eingriff hat, kann sich Eiswürfel aus Rosenhydrolat und auch aus Immortellehydrolat machen (1:1 mischen geht auch), und diese, in ein Tüchlein oder kleines Gäsetehandtuch eingehüllt, auf die schmerzende Wange legen. Die vom Zahnarzt empfohlene Salzwasser“spülung“ (nur so wenig hochwertiges Salz in ein Glas lauwarmes Wasser geben, dass es nach Tränen schmeckt) reicherte ich mit einigen Spritzern der antiseptisch wirksamen Hydrolate aus Bohnenkraut und Zimtrinde an, da ich die Einnahme eines Antibiotikums ablehnte. Diese „Spülung“ (eher eine Schwenkung, denn man darf den die Wunde versiegelnden Blutpfropf nicht kaputt spülen) schmeckte so richtig lecker, erinnerte an Moussaka!

Bis auf Palo Santo können diese erwähnten Produkte bei Feeling, Farfalla, Primavera, Jophiel und Wadi bestellt werden. Bei Neumond gibt es ein vergleichbares fertig gemischtes Öl, jede dieser Firmen hat Anti-Prellungsmischungen mit Immortelle. Das weihrauch-ähnliche Palo Santo-Öl gibt es bei Maienfelser (bei Interesse die gefetteten Firmennamen einfach anklicken, ich kenne und schätze die Gründer/innen und Geschäftsführer/innen jeder dieser zuverlässigen Firmen persönlich und seit langer Zeit).

PS. Dieser Beitrag hat einer Zahnärztin gefallen, ich „kannte“ sie bereits seit Langem, da sie Co-Autorin einer meiner Lieblingsstudien ist, in der es um Reduzierung von Zahnarztangst mit Orangen- und Lavendelöl geht: Frau Dr. Gabriele Marwinski. Sie schreibt auch eine Blog-Website. Zur Studie von 2005, die ich im Aromapflege Handbuch von Evelyn Deutsch vorstelle ‚Ambient odors of orange and lavender reduce anxiety and improve mood in a dental office‘, sie wurde in Wien durchgeführt, geht es hier.

hochkarätige weiterbildung in wien


o%cc%88gwa_kongress_programm2017Frau Dr. Gerda Dorfinger ist die Präsidentin des österreichischen gemeinnützigen Vereines ÖGwA, der Österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie. Sie, dazu Evelyn Deutsch und ein ganzes Team von engagierten MitmacherInnen planen derzeit am Jubiläumskongress zum 10-jährigen Bestehen des Vereins. Das Motto wird lauten:

Aromatherapie und Aromapflege: „Die Zukunft beginnt heute!“
Samstag, 04. März 2017, 09:00 bis 18:00 Uhr
Europahaus, 1140 Wien, Linzer Straße 429

 

Seit der Gründung im Juni 2006 erlebte die ÖGwA im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens, eine turbulente Zeit des Auf- und Umbruchs. Die ÖGwA widmete sich mit ganzer Kraft den wissenschaftlichen, praktischen und rechtlichen Grundlagen der Aromatherapie und Aromapflege sowie der österreichweiten und internationalen Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit.

Der Jubiläumskongress 2017 bietet ein breites Spektrum von Botanik über Metabolismus ätherischer Öle, Neues aus der Welt der Aromapflege, Wissenswertes über pflanzliche Fette und Öle, sowie wertvolle Hilfestellungen für den Praxisalltag bis hin zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Eine „Open Space-Konferenz“ soll den BesucherInnen die Möglichkeit zu direktem Kontakt mit den Experten in Kleingruppen geben und Gelegenheit für einen anregenden Erfahrungsaustausch bieten. Bei einem Publikumsquiz dürfen diese Ihr Wissen unter Beweis stellen und können spannende Preise gewinnen.

Für den Abschlussvortrag konnte ein Stargast aus der Schweiz, Herrn Univ. Prof. Dr. Claus Wedekind, gewinnen, der aus zahlreichen Medienauftritten bekannt ist und dann endlich auch in Österreich live zu erleben sein wird. Mich haben seine Forschungen ganz am Anfang meiner duften Laufbahn überaus zum Staunen gebracht: Es gehörte zur Faszination der frühen Tage der deutschsprachigen Aromatherapie, dass Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, einen „schwangeren Geruchssinn“ haben, der nicht in der Lage ist, den (genetisch) geeigneten Partner auszusuchen (um gesunde Nachfahren mit einer ‚guten‘ Ausstattung an Genen zu zeugen). Inzwischen ist die Forschung in diese Richtung ein ganzes Stück weiter voran geschritten, so dass der Vortrag von Prof. Wedekind mit Spannung erwartet werden darf.

Den überaus innovativen Ansatz von Dr. Sabine Krist durfte ich bereits letztes Jahr kennenlernen, sie erkennt Verfälschungen von fetten Ölen an winzigen Spuren von Ätherisch-Öl-Molekülen, die in diesen jeweils ganz individuell enthalten sind. Diese Erkenntnisse gibt uns Aromapflegenden die wissenschaftliche Evidenz, dass fette Öle viel mehr als reine Trägersubstanzen sind, dass sie Stoffe enthalten, welche üblicherweise nur den ätherischen Ölen zugeschrieben werden (wenn auch nur in winzigen Mengen). Neben den wertvollen Fettsäuren, und den haut-heilenden Fettbegleitstoffen rücken nun auch diese Inhaltsstoffe in den Fokus und zeigen einmal mehr, dass Pflanzenöle viel mehr können als ‚tote‘ Mineralöle [in diesem Artikel – ziemlich weit unten – vom vergangenen Jahr beschreibe ich das Thema kurz und dort befinden sich auch Links zu zwei Büchern von Frau Dr. Krist].

Die beiden „Super-Forscher“ und eingefleischten Kenner der ätherischen Öle Dr. Gerhard Buchbauer und Dr. Walter Jäger sollte man unbedingt einmal live erlebt haben!

o%cc%88gwa_seite„Die Zukunft der ÖGwA beginnt heute“. In diesem Sinne soll gemeinsam mit den BesucherInnen eine zukunftsweisende Weiterentwicklung von Aromatherapie und Aromapflege mit hohen Qualitätsstandards erarbeitet werden. Frau Dr. Dorfinger fordert auf:“Lassen Sie uns diesen Start in das zweite Jahrzehnt der ÖGwA miteinander feiern. Wir freuen uns auf einen interessanten und vielseitigen Kongress!“

Das Programm ist folgendermaßen geplant (Änderungen vorbehalten):

08:15 – 09:00 Uhr Einlass und Registrierung

09:00 – 09:15 Uhr Begrüssung, Eröffnung

09:15 – 09:50 Uhr Zur Botanik von Aromapflanzen: Univ. Prof. Mag. pharm. Dr. Johannes Saukel, Wien

09:50 – 10:25 Uhr Aromapflege am Puls der Zeit: Evelyn Deutsch-Grasl, Wien

10:25 – 10:55 Uhr Pause

10:55 – 11:30 Uhr Wechselwirkung ätherischer Öle mit Arzneimitteln: Univ. Prof. Mag. pharm. Dr. Gerhard Buchbauer, Wien

11:30 – 12:05 Uhr Resorption, Verteilung, Metabolismus und Ausscheidung von Terpenen: Einfluss auf die Wirksamkeit: Univ. Prof. Mag. pharm. Dr. Walter Jäger, Wien

12:05 – 13:30 Uhr Mittagspause

13:30 – 15:00 Uhr OPEN SPACE: Fünf Aktions- und Diskussions-Points

  • Ätherische Öle und Mikrobiologie: Dr. med. Gerda Dorfinger, Wien
  • Vom Zauber des Duftes: Ingrid Kleindienst-John, Buchbach
  • Düfte für Kinder: Mag. pharm. Dr. Barbara Nasel, Wien
  • Ätherische Öle in der Welt der Wissenschaft: Ass. Prof. Mag. pharm. Dr. Iris Stappen, Wien
  • Reflexzonenarbeit am Fuß nach Hanne Marquardt: Dr. med. Wolfgang Steflitsch, Wien

15:05 – 15:40 Uhr Verfälschungen von ätherischen Ölen: Dr. Jürgen Wanner, Wallerstein, D

15:40 – 16:15 Uhr Flüchtige Verbindungen in kaltgepressten pflanzlichen Fetten und Ölen: PD Mag. pharm. DDr. Sabine Krist, Wien

16:15 – 16:45 Uhr Pause

16:45 – 17:20 Uhr Der Einfluss von Körperdüften auf Partnerwahl und Schwangerschaft: Univ. Prof. Dr. Claus Wedekind, Lausanne, CH

17:20 – 17:45 Uhr Preisverleihung des Publikumsquiz, Abschiedsworte

Die Teilnahme am Kongress kostet ab 145 Euro inklusive Mittagessen, Pausengetränken und Snacks. Das Programm zum Kongress kann hier (klick!) runter geladen werden, mehr Infos befinden sich auf der Website der ÖGWA (klick!).

riechstoffe bewusst wahrnehmen und damit in kommunikation treten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKaum jemandem in der „herkömmlichen“ Aromatherapie- und Aromapflege-Szene ist bewusst, wie wichtig der ganz individuelle und aktuelle Wohlfühlduft ist und wie stark dieser helfen und stützen kann – ja, uns sogar von seelischen Knoten befreien kann. Wie nützlich wäre es, wenn man PatientInnen mit individuell, durch seine/ihre Nase ausgesuchten ätherischen Ölen helfen dürfte. Es ist äußerst spannend, wie uns unsere Nase aktuelle „Nachrichten“ aus dem Inneren schicken kann. Zudem ist es erschreckend, wie störend der „falsche“ Geruch auf jemanden wirken kann.

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Duftkommunikation sichtbar gemacht: Eine Version des Duftkreises nach Christine Lamontain

Nun wird in den meisten Ausbildungen der Pflanzenduft „von außen“ vorgestellt und wahrgenommen. Ich habe als Riechender eigentlich nichts damit zu tun, ich trete nur in seltenen Fällen in bewussten Austausch mit den Duftmolekülen. Ich sage vielleicht: „den mag ich“, oder „da könnte ich mich hineinsetzen“ oder auch „bäh, der stinkt ja!“. Doch was genau haben diese Äußerungen mit mir, mit meiner momentanen Befindlichkeit zu tun, wie können mir solche Wertungen Wege aufzeigen, tiefe Seelenschichten zu erkennen? Trete ich in WIRKlichen Kontakt mit dem Duft, erlebe ich eine Art der Kommunikation mit den Riechmolekülen. Doch wer nimmt sich die Zeit, und schnuppert mit geschlossenen Augen am Fläschchen oder noch besser am Riechstreifen, ohne den Namen der Pflanze nachzulesen? Wer spürt in sich hinein, schaut nach Innen, um zu erfassen, wo genau was passiert? Genau damit befasst sich die Osmologie: Sie ist die Lehre des Riechens und untersucht die eher psychischen Wirkungen von Pflanzendüften, Parfümstoffen und auch von „Stinkern“ auf das menschliche Empfinden und Verhalten.

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Christine im Sommer 2016 in Südwest-Irland

Ein Mensch, der in Duftkommunikation geschult ist, ist eine Art gut geschulter „Dolmetscher“. Er oder sie wird kleinste Veränderungen in der Mimik oder in der Körperhaltung während des Schnupperns beobachten. Er oder sie nimmt wahr, ob und wie der Riechstoff in Kommunikation mit dem betreffenden Menschen gegangen ist. Diese geduldige und aufmerksam-achtsame Person ist sowohl mit den chemisch-physiologischen Seiten des Riechens und der Duftmoleküle vertraut. Sie hat zudem Offenheit, Empathie und vor allem einen ganz natürlichen Respekt gegenüber ihren Klienten und KursteilnehmerInnen. Ein(e) Duftkommunkations-Expertin/e braucht niemanden zu beschwatzen oder zu überzeugen, sie/er muss und möchte gar keine Öle verkaufen, schon gar nicht einer bestimmten Marke. Es werden in einigen Fällen sogar – eher umgekehrt – unterschiedliche Düfte und Firmen mit dem gleichen Pflanzennamen zur behutsamen Auswahl angeboten. All dies habe ich in den letzten zwei Jahren in der Zusammenarbeit mit der begabten Christine Lamontain schätzen gelernt und sehr bewusst erfahren dürfen.

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Zwischen persönlichen Dufterfahrungen im geschützten Raum werden auf Exkursionen viele Duftpflanzen in ihrer natürlichen (subtropischen) Umgebung WAHRgenommen und beGRIFFEN

Ich durfte wunderbar befreiende Erlebnisse von TeilnehmerInnen mit erleben, wenn sie mit Hilfe von „ihrem“ Naturduft den einen oder anderen Knoten in ihrem Inneren lösen konnten. Ich gebe zu, auch mit über 25 Jahren Erfahrung im Bereich der ätherischen Öle war ich bisweilen fast ein wenig erschreckt darüber, dass mir bislang noch so viele neue Erkenntnisse entgangen waren. Christine schildert solche Erlebnisse auf ihrer Blog-Seite hier (klick!)

Sie hat bei Martin Henglein, dem Erschaffer der Integralen Osmologie, ihr „Handwerkszeug“ gelernt und diese Methode viele Jahre geübt und für sich angepasst, sie hat auch im Zuge ihrer osmologischen Arbeit den OsmoAnker kreiert, und ist selbst immer wieder erstaunt, wie wirksam diese Technik ist. Christine sagt dazu „Bis jetzt war dieses Werkzeug einfach nur selbstverständlich … ist es jedoch nicht, denn es gibt wesentliche Unterschiede zum allgemein bekannten ‚Duftanker‘, der im NLP oder in hypnotisch orientierten Methoden Verwendung findet.“

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Frühe unterschiedliche Versionen des Archetypischen Duftkreises von Martin Henglein (achtziger Jahre)

Deshalb heißt er auch nicht mehr „Duftanker“, sondern jetzt „OsmoAnker“. Er ist aus der Duftkommunikation mit Christines Wissen aus dem NLP (Ankern) 2014 entstanden. Sie bringt ihn mit zu der ihre Kurswochendenden und Kurswochen mit inspirierenden Dufterfahrungen.

Ich konnte Christine dafür gewinnen, im kommenden Jahr zum dritten Mal zu mir nach Irland zu kommen: Vom 27. Mai bis zum 03. Juni 2017, zur Zeit der unglaublich schönen Manukablüte, können InteressentInnen wieder Seele-Baumeln-Lassen (am Meer) und viel Neues erfahren und erfühlen; jede(r) kann dann in entspannter Atmosphäre, drinnen, im weitläufigen Park oder sogar am Meer üben, in Gruppen oder alleine mit den unterschiedlichsten Naturdüften in Kommunikation zu treten. So kann später mit diesen Erfahrungen anderen Menschen, ob in der Familie oder im beruflichen Umfeld, wirklich individuell und achtsam geholfen werden. Infos gibt es hier (klick!). Der FRÜHBUCHER-RABATT gilt noch etwas mehr als einen Monat (bis 21. Dezember 2016, ab 820 € inkl. 6 Übernachtungen im Zweibettzimmer, Exkursionen, Eintritte, Öle, Seelen-Roll-on). Wer sich entschließt, nach dieser Woche weiterzumachen, bekommt diese Kurstage angerechnet bei einer mehrteiligen Fortbildung von Christine Lamontain, beispielsweise in Kiel, Jena, Graz und im Hunsrück bei Sabrina Herber. Infos zu den unterschiedlichsten osmologischen Themengebieten sind auf ihrer super zu lesenden Website zu finden: Das olfaktorische Duftgespräch (klick!).

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Christine und Eliane heißen Sie herzlich Willkommen für 6 Tage mit spannenden Duft-Erfahrungen [Abb li. Sabrina Herber; Abb re: Christine Lamontain]