im dschungel der paragraphen rund um ätherische öle


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Diese Musiknoten sind von Johann Sebastian Bach, er ist mehr als 70 Jahre tot, sie sind also nicht mehr geschützt. Doch eine Grafik, die daraus gemacht wurde, unterliegt dem Urheberrecht des Grafikers der sie angefertigt hat, er oder sie bestreitet sogar seinen Unterhalt durch die Herstellung solcher Arbeiten, wie auch solcher anatomischer Zeichnungen. Beides darf also nicht „einfach so“, also ohne Erlaubnis des Urhebers, für eigene Websites, Werbemittel und Unterrichtsmaterialien verwendet werden.

Es ist mal wieder an der Zeit, dass ich mich mit dem juristischen Umfeld der Aromapflege, der Aromatherapie und der ätherischen Öle auseinander setze. Und auch mit dem immer krasser werdenden Märchen-Marketing, das sich in unserer Branche breit macht. Einst war ich im Paragraphen-Bereich ziemlich fit, mittlerweile finde ich die Beschäftigung mit §§§ nur noch nervig. In meinem Studium waren mindestens zwei Semester Urheberrecht zu belegen, das waren äußerst unbeliebte Vorlesungen und Tests, das meiste davon hatte ich ganz schnell vergessen.

Doch in unserer Branche gehen einerseits wilde Gerüchte und Unwahrheiten um, andererseits kommen mir immer wieder Urheberrechts-Verletzungen zu Ohren, so dass ich an dieser Stelle ein paar Stückchen Aufklärung verteilen möchte (und bitte um freundliche Korrekturen, wenn ich in Teilbereichen nicht ganz auf dem Laufenden sein sollte 😉 ). [[Wer nichts dagegen hat, dass Pflanzen, Tiere und Menschen ausgebeutet werden, sollte heute nicht weiter lesen.]]

Immer mehr Interessent/innen Anhänger/innen einiger US-amerikanischer Ätherische-Öle-„Schüttgut-Anbieter“ lassen sich von vermeintlichen Siegeln und Analysen blenden, werfen dann sogar langjährigen und erfahrenen Ätherisch-Öle-Fachmenschen mangelnde Recherche sowie Nicht-Wissen und Ähnliches vor. Interessanterweise wird alle paar Jahre „eine andere Sau durchs Dorf getragen“, also gibt es regelmäßig neuartige Behauptungen. Diese werden dann mit der Zeit doch durch Fakten widerlegt und dann schwirren eines Tages wieder neue „Qualitätsaussagen“ durch die Welt der Naturdüfte.

Vor ein paar Jahren waren das die AFNOR-zertifizierten Öle, die angeblich so unglaublich viel besser als alle anderen ätherischen Öle sein sollten. Dieses französische Zertifikat der ‚Association Française de Normalisation‘ sollte gemäß den Anhängern dieser „Duft-Konzerne“ (es gibt im deutschsprachigen Bereich inzwischen mindestens drei davon) wesentlich bessere Öle auszeichnen, als jene von seit zwei bis drei Jahrzehnten etablierten deutschsprachigen Öleanbietern, die hervorragende und ehrliche Qualitäten anbieten. Dieses Industrie-Siegel sagt jedoch rein gar nichts über die wirkliche Qualität aus: Das N im Namen bedeutet ’normalisation‘ und das bedeutet soviel wie Standardisierung und Normierung. Es regelt beispielsweise den Mindesthalt und Maximalgehalt bestimmter Inhaltsstoffe (ich habe über einige Siegel hier [klick!] beschrieben). Jedoch genau das wollen wir FreundInnen vom respektvollen Umgang mit unserer Erde, Pflanzen und Bauern nicht. Das wäre so, als würde man behaupten, dass ein Blatt Papier, das vom deutschen DIN-Institut normiert wurde, also beispielsweise exakt DIN-A-4 entspricht, eine wesentlich höhere Qualität gegenüber einem frei zugeschnittenen Blatt Papier, vielleicht sogar handgeschöpft, aufweisen würde.

gefahrensymbole_a%cc%88therische_o%cc%88le_u%cc%88bersicht

Fast alle ätherischen Öle, welche als Bedarfsgegenstände (oder ‚Bedarfsmittel‘, beispielsweise zur Raumbeduftung) deklariert sind, müssen mit mindestens einem dieser Gefahren-Piktogramme versehen sein, Ausnahmen: Benzoe, Myrrhe, Mimose, Patchouli und Sandelholz. Ätherische Öle, welche als Lebensmittel zertifiziert sind, benötigen diese Deklaration nicht, auch nicht solche, welche als Kosmetika oder Lebensmittel in Verkehr gebracht werden (diese dürfen jedoch bestimmte Inhaltsstoffe nicht oder kaum enthalten).

Neuerdings wird von besagten  US-amerikanischen-Öleanbietern behauptet, ihre Öle seien ganz besonders rein und könnten (und sollten) darum in recht großen Mengen eingenommen werden. Sie stammen jedoch nicht aus von neutraler und anerkannter Stelle zertifiziertem kontrolliert biologischem Anbau. Die angebliche Reinheit wird damit „bewiesen“, dass die vorgeschriebenen Gefahrensymbole, die auf „Bedarfsgegenständen“ (wie Düfte zur Raumbeduftung) zu erscheinen haben, bei ihnen nicht aufgedruckt sind. Wer eine wirklich gute und ausreichend lange Basisausbildung mit ätherischen Ölen (ÄÖ) genießen durfte (nicht nur an einem Abend oder zwei Wochenenden), sollte sich mit den aktuell in Europa geltenden Gefahrensymbolen und korrekten Kennzeichnungen auskennen. Mehr zu den Gefahrstoffen und ihren Piktogrammen findet man auch auf Wikipedia.

Nach deutschem wie europäischem Recht sind kosmetische Mittel von den Pflichten zur Kennzeichnung nach dem Chemikalienrecht ausgenommen, d.h. sie tragen KEINE Gefahrensymbole, MÜSSEN jedoch u.a. mit der Liste der Bestandteile (INCI) gekennzeichnet sein. So haben die meisten Firmen ihre ÄÖ auf die Anforderungen der Kosmetik-Verordnung umgestellt (auch die besagten Firmen mit den „besonderen“ Ölen) und die Gefahrensymbole sind damit von den Etiketten der meisten Fläschchen verschwunden.

Also bitte auf den bestimmungsgemäßen Verwendungszweck des ÄÖ schauen und dann ist die Kennzeichnung kein Problem mehr! Bei ÄÖ mit „therapeutischen“ Qualitätsmerkmalen, wäre zu prüfen, ob diese ÄÖ nicht unter das Arzneimittelgesetz fallen und damit dann ein entsprechendes langes und kostenintensives Zulassungsverfahren durchlaufen müssten. Anbieter ätherischer Öle haben also die Freiheit, ihre Öle nach einer von vier Kategorien in Vertrieb zu bringen:

  • Kosmetikum
  • Lebensmittel
  • Bedarfsgegenstand/Bedarfsmittel
  • Arzneimittel

Auf den Fläschchen bzw beim Verkauf der Öle, die nach den drei ersten Kategorien gekennzeichnet sind, dürfen KEINERLEI therapeutische Aussagen gemacht werden.

Von den Hochdosierer-Firmen wird auch behauptet, dass ’nur unberührter Boden  bepflanzt wird‘. Wie viel unberührten Boden braucht es, für die Mengen an ÄÖ, die wie „Schüttgut“ verwendet werden (manchmal über 100 Tropfen unverdünntes ÄÖ für eine Rückenbehandlung)?! Wie viel Pflanzenmenge wird da tatsächlich verbraucht und wie viel ‚jungfräuliche‘ Erde muss dafür bereit stehen? Geschäft und Umsatz sollen kontinuierlich gesteigert werden, wie ist das vereinbar mit behutsam bewirtschafteter Erde? In einem Vertriebssystem, das auf Empfehlungsmarketing und Gewinnstufen basiert, ist nun mal das Streben nach maximalem Gewinn ein entscheidender Faktor. Viel Verbrauch – viele Dollar/Euro!

Inzwischen werden etliche ätherische Öle nach dem Lebensmittelgesetz zugelassen, diese unterliegen dann wieder anderen Vorschriften, diese brauchen beispielsweise auch nicht die Warnhinweise zu zeigen.

Zu diesem Themenbereich der Siegel und Warnhinweise kann auch auf Sabrinas Blog nachgelesen werden. Je besser und vielfältiger man sich informiert, desto mehr wird man zur/m mündigen Verbraucher/in und fällt nicht auf teures Märchenmarketing rein. Sabrina hat auch eine schöne (nicht vollständige!) Übersicht eingefügt, bei welchen ethisch denkenden und agierenden Anbietern wir einkaufen können.

Wie können wir unterscheiden lernen, was Märchenmarketing und was Tatsachen sind? Ja, beispielsweise durch ein klein wenig das Hirn einschalten und einer Destillation im Original, nicht im Labor oder Vorführraum, beiwohnen. Dann kommt ein natürlicher Respekt gegenüber dem Inhalt der kleinen ÄÖ Fläschchen und auch hinsichtlich der Dosierungen von ganz alleine. Hat man einmal miterlebt, wie viel Pflanzenmaterial für das ÄÖ benötigt wird und wie viel WASSER für die Destillation erforderlich ist (und das ist eine Größenordnung, da schluckt das ökologische Gewissen erst einmal sehr kräftig, vom Stromverbrauch ganz zu schweigen), schaut man mit viel mehr Respekt auf die ätherischen Öle. Wenn man sogar das Glück (und das Interesse) hat, sich anzuschauen, was vor der Destillation geschieht, nämlich aufwändiges pflanzen, jäten, beobachten und ggfs mit natürlichen Pflanzenschutzmitteln stärken, ohne abgasverbreitende Maschinen oder gar von Hand ernten, dann sollte jedem/r Anwender/in mit gesundem Menschenverstand ganz klar werden, wie wenig ätherisches Öl benötigt wird, um effektiv und menschenfreundlich beHANDeln zu können.

Auch das Bauchgefühl reden lassen ist eine Hilfe. Nicht nur ich werde häufig angeschrieben und angerufen von tief verunsicherten Menschen, die gerne ätherische Öle anwenden würden, denen jedoch auf Verkaufsveranstaltungen (mit vermeintlich naturheilkundlichem Hintergrund) mehrere „Bären aufgebunden“ wurden. Tief drinnen spüren sie, dass sie angelogen worden sind, und womöglich mit „preisgünstigen“ Einsteigersets oder gar Knebelverträgen in eine ungute Richtung gelockt worden sind. Auf Christines Blog kann ein fast amüsanter Beitrag zu dieser Duft-Benebelung (klick!) nachgelesen werden.

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In manchen Ländern dürfen Gebäude und Kunstwerke im öffentlichen Raum nicht auf gewerblich genutzten Fotos, auch wenn man sie selbst fotografiert hat, gezeigt werden. In Deutschland heisst das ‚Panoramafreiheit‘ und diese gilt NOCH. Ein Kunstwerk (egal ob aus Stoff, aus Ton, Bronze, auf Leinwand etc) darf selbst, wenn es von einem selbst fotografiert wurde, nicht im kommerziellen Rahmen abgebildet werden.

Das zweite große Jura-Thema rund um die Naturdüfte sind Abmahnungen und wilde Verletzungen des Urheberrechtes. Jeder Mensch, der ein Lesestück oder ein Musikstück schreibt, ein Foto macht, sich eine Zeichnung ausdenkt und zu Papier bringt, eine Melodie komponiert, eine Grafik anfertigt u.s.w. sollte auch im Zeitalter des Internet darauf vertrauen können, dass er das Recht als Urheber des Werkes hat und behält. Er/sie sollte sich darauf verlassen können, vor einem Klau seiner geistigen Idee geschützt zu sein.  So dass mit dem eigenen Werk auch Geld verdient werden kann.

Doch leider tendiert die eher nicht ganz so kreative Hälfte der Menschheit gerne mal dazu, das World Wide Web als Selbstbedienungsladen für geistiges Eigentum anderer zu sehen. Es ist beispielsweise haarsträubend, wenn ein recht großer Online-Shop (laut eigenen Angaben 2 Millionen Kunden und über 450 Mitarbeiter) sich – ohne jemals angefragt zu haben – eines Fotos aus meinem Blog bedient (oder von der Webagentur bedienen lässt), die abgebildete Pflanze für eine andere ausgibt, die Daten im digitalen Hintergrund des Fotos „ausradiert“ (beispielsweise meine Kameramarke und das Datum, an dem ich mein Bild geschossen habe), das Foto in seinen Shop einstellt und dann noch nicht einmal auf meinen Namen als Urheberin oder wenigstens auf meine Website als Quelle verweist. Geschweige denn, dass ich ein paar „Groschen“ dafür erhalten hätte.

So ähnlich ist es bereits mehrfach mit Fotos von mir passiert und auch schon mit Texten. Einmal wurde ein Text für einen Fernkurs ‚Aromatherapie für Hunde‘ sogar „kreativ“ 😦 umgestrickt: aus ‚Mensch‘ wurde ‚Tier‘, aus ‚Patient‘ wurde in dem kommerziell angebotenen Lehrgang ‚Hund‘. Einmal konnte ich eine „Ausbildung zur Aromatherapeutin“ bei Ebay kaufen, in der sich ein Text von mir befand, die „Ausbildung“ kostete unter 20 Euro, inklusive „Diplom“. Die oben stehende Übersicht von Piktogrammen ist auch ein Beispiel, von Urheberrecht: Die Piktogramme sind frei einzusetzen (denn sie wurden für möglichst viele Produkte in Auftrag gegeben), doch die Recherche der Beispiele aus unserer Branche habe ich zusammen getragen, die tabellenartige Zusammenstellung des Textes ist also mein geistiges Eigentum, wie auch dieser gesamte Artikel, den Sie gerade lesen,.

Auch als „kleine(r) Aromatherapeut/in“ sollte man keine Texte, (Pflanzen)Fotos oder Diagramme von KollegInnen übernehmen, ohne die AutorInnen bzw. UrheberInnen um Erlaubnis zu fragen (nur die Quelle anzugeben reicht nicht!). Streng genommen, also nach dem Urheberrecht, muss sogar mit jedem Urheber, also Copyright-Inhaber, ein Vertrag geschlossen werden. So macht es auch mein Verlag, wenn ich in meinem Fachbuch Pflanzen- oder Menschenabbildungen zeige, die nicht von mir fotografiert wurden: Jeder dieser Urheber wird angeschrieben und muss schriftlich seine/ihre Einwilligung für den Abdruck geben.

Es gibt keine absoluten Geldbeträge an die Urheber eines Werkes zu zahlen, vielmehr richtet sich der Preis nach Verbreitung (soll das Logo, die Grafik, das Foto, die Werbung oder die Website 100 Menschen, 10.000 Menschen oder möglichst die ganze Weltbevölkerung ansprechen (wie bei bekannten Limonademarken oder bei berühmten Fast-Food-Burgern), nach Art der Medien (nur auf Visitenkarten, auch auf Websites, dazu im Lokalblättchen, im Fernsehen etc), nach Länge des Zeitraumes der Verwendung und sogar nach Bekanntheitsgrad des Auftraggebers. Letztendlich ist jeder einzelne Posten Verhandlungssache.

Natürlich kann mir keiner verbieten, ein Foto oder eine Grafik aus dem Internet auszudrucken und an meine Wohnzimmerwand zu hängen, das ist private Nutzung. Aber ich darf diese eben nicht für geschäftliche Zwecke verwenden, ohne sie zu bezahlen und die Quelle vorschriftsmäßig anzugeben. Übrigens können Rezepte – sowohl für Kosmetik- und Ölemischungen als auch für kulinarische Schlemmereien, und auch körperliche Übungsabfolgen, etwa zur Muskelstärkung oder im Sinne von Yoga, nicht geschützt werden, diese unterliegen also nicht dem Copyright (Auskunft von einem meiner Verlage).

Freilich kann es passieren, dass man aus Versehen das Urheberrecht verletzt. Beispielsweise weil man nicht bemerkt hat, dass man durch eine technische Panne, etwa durch einen Computerabsturz und dem Löschen einer Quellenangabe, einen juristischen Fauxpas begeht. Oder man hat ein eher unsortiertes Archiv, in dem viele eigene, aber auch für den Privatgebrauch herunter geladene Dateien lagern. Man nimmt ganz arglos eine falsche Datei und veröffentlicht diese auf seiner Website oder auf seiner Shopseite. Solche Fälle sind ein gefundenes Fressen für inzwischen darauf spezialisierte „Urheberrechtsverletzungen-Jäger/innen“. Damit lässt sich übrigens gut Geld verdienen. Wenn man so eine geldpflichtige Abmahnung erhält, muss diese gar nicht vom Urheber ausgelöst sein: Es gibt Juristen, die sich auf das Abgrasen des WWW spezialisiert haben, manchmal unterstützt von Branchen-Insidern. Ich kenne KollegInnen, die wegen solcher Versehen auf ihren Websites viel Geld lassen mussten, einmal ging es sogar um mehrere Monatsgehälter. Darum warne ich regelmäßig vor dem gedankenlosen Umgang mit Fotos, Grafiken und anderen Infos, die einem nicht gehören. Es gibt auch keine Gnade, wenn man den Urheber nicht kennt. Dann einfach die Finger vom Werk lassen!

Infos zur Reduzierung der Panoramafreiheit können hier (klick!) nachgelesen werden, Infos zum Urheberrecht bezüglich der eigenen Website befinden sich auf einer kostenlosen Broschüre (Wert 12,90 €), die hier bei eRecht24 angefordert werden kann.

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wenn ätherische öle standardisiert werden


bergamot_fruits_vienna_xsKürzlich fragte mich jemand, ob Bergamotteöl, das frei von den vermeintlich gefährlichen Furocumarinen ist (FCF), noch genau so gut sei wie das naturbelassene Bergamotteöl. Viele ätherische Öle werden verändert, entweder um gesetzlichen Vorschriften zu genügen oder weil die dem Produzenten nicht gut genug sind (im Duft oder in den Wirkungen). Eukalyptusöl beispielsweise wird gerne so „eingestellt“, dass der Gehalt an Eukalyptol (=1 ,8-Cineol) möglichst hoch ist, also 80 Prozent und mehr, wenn die Natur das nicht so hinbekommt, wird nachgeholfen.

Diverse Minzeöle, vor allem Ackerminzeöl (Mentha arvensis), sollen möglichst viel Menthol enthalten, also wird nachgeholfen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieYsop- und Salbeiöl gibt es bei guten Firmen mit niedrigem Thujon-Gehalt, doch es kann auch einfach nachgeholfen werden, so dass dieser vermeintlich „böse“ Stoff entfällt oder zumindest reduziert wird. Thujon kann bei falscher Anwendung neurotoxisch wirken, bei korrekter Verdünnung und nur äußerlich aufgetragen jedoch neurotonisch, also konzentrationsanregend, thujonhaltige Öl können auch prima zur Wundheilung eingesetzt werden und helfen enorm bei Inhalationen, wenn das HNO-System verschleimt ist.

Bei Rosenölen wird seit Anfang der 2000er Jahre entweder auf Rosen-Sorten zurück gegriffen, die kaum Methyleugenol enthalten, oder man muss als Mensch das Öl manipulieren, damit die Höchstwerte dieses fein duftenden entspannend wirksamen Moleküls nicht überschritten werden. Denn bei damit überfütterten Nagetieren entwickelten sich nach Monaten der Fehlernährung damit Leberprobleme bis hin zu Leberkrebs.

Bergamotte_im_SupermarktZitrusöle dürfen so gut wie keine Furocumarine enthalten, wenn sie in Kosmetika verarbeitet werden oder als Kosmetika deklariert werden, weil sie als krebsauslösend gelten, und zumindest Pigmentflecken bilden, wenn die entsprechenden ätherischen Öle über 1%ig in der Sonne oder im Solarium auf der Haut angewendet werden. Auch Angelikawurzel- und Kreuzkümmelöl sowie einige andere Öle enthalten Furocumarine.

Ich habe zur Gedankenanregung folgende Fragen zurück gestellt: Wenn ein Inhaltsstoff starke Wirkungen hat und trotzdem (oder gerade deswegen) entfernt wird, wie soll das Öl dann noch dieselben Wirkungen haben, also die Wirkungen, die in guten Büchern nachzulesen sind? Furocumarine wirken laut einigen Studien antitumoral, sie wirken stimmungsaufhellend zumindest in dem Sinn, dass sie die Wirkung einiger Monoterpen-Ester wie Linalylacetat verstärken. Dieser kommt in Bergamotteöl und auch in Lavendel, Bergamotteminze sowie in vielen anderen fein duftenden ätherischen Ölen reichlich vor. Vermutlich wirken Furocumarine leicht antidepressiv, weil sie die „Lichtausbeute“ verstärken, das ist wichtig bei Winterdepressionen (jedoch im Sommer eher nicht so relevant). Furocumarine wirken auch haltbarkeitsfördernd auf die sowieso sehr empfindlichen Zitrusöle.

So, hat ein „amputiertes“ Bergamotteöl dann noch dieselbe Wirkung? Hochwichtige Inhaltsstoffe, auch wenn sie nur zu ein Prozent und weniger in einem Öl vorkommen, zu entfernen, kann über wichtige Wirkungen des betreffenden ätherischen Öles entscheiden. Vor allem über die psychischen Wirkungen. Das ist ein bisschen so, als würde man Ihnen ein Auge weg schneiden, es macht ja nur weniger als 1% Ihrer Körpermasse aus, doch Ihr Aussehen und auch diverse Ihrer Fähigkeiten würden sich erheblich verändern, auch wenn Sie nach gewisser Gewöhnung sicher gut damit leben könnten.

Es ist also sehr kurzsichtig und zeugt von einer sehr einseitigen Betrachtung der Natur, wenn man einem „wohl gestalteten“ Naturprodukt ein Kleinigkeit weg nimmt und dann davon ausgeht, dass es weiterhin seine wohltuenden bis heilenden Eigenschaften ausüben kann. Der Duft  von „amputiertem“ Bergamotteöl (FCF) bleibt übrigens recht gut und unterscheidet sich nicht stark vom naturbelassenen gleichnamigen Öl.

PS ich Durch die neuere Gesetzgebung, die besagt, dass so gut wie keine Furocumarine mehr in Kosmetika enthalten sein dürfen, ist es ausgeschlossen, dass gute Produkte für die Haut noch Furocumarine in nennenswerten Mengen enthalten.

Kann beim Verschlucken oder Eindringen in die Atemwege tödlich sein


Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

Eliane Zimmermann und Dietrich Wabner

Da ich auf Seminare-Tournee unterwegs bin und dieses Thema sozusagen todernst ist, stelle ich ohne weiteren Kommentar und in Absprache mit dem lieben und geschätzten Autor, Mentor und Kollegen Prof. Dr. Dr. Dietrich Wabner einen wichtigen Aufruf hier auf meinen Blog. Ich hoffe, dass wir ein klitzekleines bisschen bewegen können und irgendwie verhindern können, dass der nächste Schildbürgerstreich unseren wundervollen Beruf, unser Hobby, unsere Leidenschaft kaputt machen kann.

Liebe Freundinnen und Freunde der Düfte, der Öle und der Aromatherapie,

als Gründer der Firma WADI erschrecke ich regelmäßig, wenn ich neue Nachrichten aus Brüssel bekomme. Die natürlichen Öle und ihre Mischungen stellen als Teile der Naturmedizin und der Naturkosmetik eine starke Konkurrenz dar zu Pharmazie und Großkosmetik mit deren synthetischen Produkten. Seit Jahren schon findet ein intensivster Kampf statt mit den Behörden und Kommissionen in Brüssel um den Erhalt der Anwendung von Naturstoffen. Die Konkurrenz soll ausgeschaltet werden. Sie als Kunden wissen, dass wir seit einiger Zeit die Mehrheit der etherischen Öle mit dem liegenden Andreaskreuz auf orangenem Grund kennzeichnen müssen, dazu den Text: Gesundheitsschädlich, kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen. Dies wird in nächster Zeit ersetzt durch: „Kann beim Verschlucken oder Eindringen in die Atemwege tödlich sein“. Wir konnten bisher nicht herausfinden, wie solche Behauptungen zustande kommen; wann ist jemals ein Mensch beim Riechen von Lavendelöl gestorben???

Teebaumöl sollte schon 2004 Europaweit verboten werden. Wir haben zum Kampf gegen solche Absichten eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern und Anwendern der Öle gegründet. Die Gruppe ist die Natural Oils Research Association, N.O.R.A.-International (klick!). Mit einer scharfen wissenschaftlichen Veröffentlichung und Aktionen in Brüssel ist es uns bis heute gelungen, dieses Verbot zu verhindern. Wir arbeiten auch an der Klarstellung des angeblichen Allergie-Problems. Eine zusammenfassende Darstellung der Probleme der etherischen Öle und der Aromatherapie mit Brüssel und unseren Kampf dagegen finden Sie in unserer Webseite www.nora-international.de.

Der Kampf kostet nicht wenig. Die finanziellen Möglichkeiten von NORA sind nun weitgehend erschöpft. Der Kampf kann nur fortgesetzt werden, wenn dem Verein dafür zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen, aber selbstverständlich auch über neue Mitglieder, die uns regelmäßig mit Rat und Geld unterstützen wollen. Ich bitte Sie daher sehr herzlich um eine großzügige Spende. Natürlich ist jede Spende willkommen. Die NORA ist als eingetragener Verein vollständig als gemeinnützig anerkannt. Spenden-Quittungen werden selbstverständlich ausgestellt.

Spenden bitte an: Sparkasse Freising, BLZ 700 510 03 Konto 25 32 72 14
IBAN: DE39 7005 1003 0025 3272 14, SWIFT-BIC: BYLADEM1FSI

Ich bedanke mich im Voraus und verbleibe mit herzlichen und duftenden Grüßen

Ihr Dietrich Wabner, Prof.Dr.Dr.

verdünnung, haltbarkeit und verantwortung im umgang mit ätherischen ölen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDurch die unschönen Meldungen über einen bekannten Versandhandels-Riesen, der mir – dank eurer Unterstützung und Mini-Provisionen – ein regelmäßiges kleines Taschengeld für das Blogschreiben ermöglicht, bin ich in eine Zwickmühle geraten*. Mir ist spätestens vor einem Jahr, seitdem wir das geplante gigantische Käfig-Lachsprojekt in unserer Bucht zu bekämpfen versuchen, klar geworden, dass wir diesem weltumspannenden menschen- und tierverachtenden Moloch kaum noch entkommen können. Selbst ein bekanntes „Naturschutzsiegel“ ist in diesen Korruptionssumpf eingebunden. Fast jedes Produkt in Supermärkten ist betroffen: Fleisch sowieso, Wasser und Getränke immer mehr, Fertiggerichte, Süßigkeiten, auch Kosmetika, Putzmittel und so vieles andere sind so gut wie nicht mehr aus ethisch korrekter Herkunft erhältlich. Noch nie gab es so viele Sklaven, also ausgebeutete und geschundene Menschen, wie heutzutage – weltweit und leider auch in mitten unter uns.** Seit einigen Jahren langt eine dieser geldgierigen expandierenden krakenartigen Riesenfirmen zunehmend auch in der deutschsprachigen Ätherische-Öle-Welt kräftig zu. (Nicht nur) mir kommt es so vor, dass sogar die Denkfähigkeit potenzieller Anwender/innen auf eine erschreckende Art vernebelt wird.

Auf mehr oder weniger großen Veranstaltungen sowie per direkte Ansprache durch Distributor/innen werden Unterstützer/innen für dieses System angeworben. Mal mehr und mal weniger penetrant, immer wieder mit Heilsversprechungen und Dosierungsempfehlungen, die langjährig geschulten und erfahrenen Personen die Haare zu Berge stehen lassen. Es wurde beispielsweise schon empfohlen, bei Kopfschmerzen einfach jeweils einen Tropfen des „besonders reinen“ Pfefferminzeöles in jedes Auge zu geben, über den Sehnerv werde genau die Stelle des Kopfschmerzes erreicht und so werde der Schmerz dann behoben. Auch bemerkenswert fand ich die Schilderung einer Behandlung, in der man einem Kind mit Schienbein-Schmerzen einige Tropfen Zimtöl eingerieben habe, worauf es angeblich keinerlei Beschwerden mehr hatte. Derzeit sind anscheinend noch einige andere Öle im Trend, die gut seien, um sie IN die Augen zu geben.

Die fachliche Kompetenz der vortragenden und beratenden Personen lässt immer wieder zu wünschen übrig: Es war beispielsweise zu hören, dass ein bestimmtes Öl die Photosynthese der Haut fördere (Photosynthese ist nur Pflanzen aufgrund ihres Gehaltes an Chlorophyll möglich). Manche lernwillige Menschen sind vielleicht auch beeindruckt von der eindrucksvoll klingenden Behauptung, Monoterpene und Sesquiterpene in ätherischen Ölen könnten falsch geschriebene Informationen in der zellulären Erinnerung (DNA) umprogrammieren. Die geäußerte Überzeugung, bis auf Zitrusöle seien alle ätherischen Öle extrem lange oder gar unbegrenzt haltbar, ist nicht nur falsch, sie kann sogar zu schweren Hautreizungen führen, sollten oxidierte Öle auf der Haut von Kund/innen angewendet werden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieKein Wunder also, dass sich sehr regelmäßig verunsicherte Menschen an mich wenden (und auch an Kolleg/innen). Sie möchten wissen, was es mit den Vergleichen auf sich hat, welche gerne im Zusammenhang mit Verkaufsveranstaltungen geäußert werden: Die beworbenen ätherischen Öle seien reiner als die Öle der Firma XY (es werden dann konkrete Firmennamen genannt). Irritierte Menschen erkundigen sich, wie die fast immer angepriesene „besondere“ Destillationsmethode aussehen mag, sie soll für die extreme Reinheit sorgen. Warum diese hochgelobten Öle in therapeutischer Qualität angeboten werden und andere ätherische Öle deutschsprachiger Firmen nicht [diese Aussage ist nach deutscher Rechtsprechung ohnehin nicht rechtens]. Warum auf den Ölen anderer Firmen diese gefährlich anmutenden Gefahrenzeichen aufgedruckt seien, auf den beworbenen Flaschen jedoch nicht (die „braven“ deutschsprachigen Firmen richten sich nach den aktuell geltenden Gesetzen). Auch ob es wahr sei, dass die etablierten und renommierten Ölefirmen minderwertige Waren anbieten würden, welche für die Behandlung nicht geeignet seien, will so mancher Öle-Interessent wissen. Der Slogan, Geld zu verdienen und gleichzeitig Gutes zu tun, erscheint diesen fragenden Menschen reizvoll, doch verursacht er bei ihnen gleichzeitig ein mehr oder weniger ausgeprägtes Magengrummeln. Und so wenden sie sich regelmäßig und immer häufiger an uns „alte Hasen“. Ich erwidere gerne, dass schon alleine die Tatsache, dass man sich die Mühe macht, uns anzuschreiben, ein Hinweis sei, dass das Thema STINKT. Dass das verspürte Unbehagen durchaus seinen Grund hat (sonst würde man sich nicht die Mühe machen).

Unsere Branche hat es in gut 25 Jahren leider versäumt, viele der engagierten, hilfsbereiten und ehrlichen Menschen, die gerne mit den duften Helferchen arbeiten und Geld verdienen möchten, zu ernähren. Kaum jemand kann sich in Deutschland und Österreich als Aromaexpert/in oder als Aromapraktiker/in hauptberuflich selbstständig machen. In der Schweiz ist es auch nicht viel leichter. Niemand kann mehr selbst hergestellte Naturdüfte-Kosmetik verkaufen, Menschen auf dem Weg zur Genesung von Krankheiten aromatisch zu begleiten ist zu einer juristischen Gratwanderung geworden. Selbst unter uns Dozent/innen gibt es ganz wenige, die unabhängig, also ganz ohne kontinuierliche Unterstützung von Ölefirmen, sich und ihre Familie ernähren können/konnten. Veraltete Gesetze für die Praxis und immer mehr Restriktionen rund um die Beratung sowie den Verkauf von natürlichen ätherischen Ölen erlauben in vielen Fällen nur nebenberufliches „Aromatisieren“. Eher muss ein Auftreten unter dem „Deckmantel“ der Kosmetikerin und des Wellness-Masseurs in Betracht gezogen werden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIn diese Lücke tritt nun seit einigen Jahren besagte welteroberungsfreudige Großfirma (inzwischen ergänzt durch eine abgespaltene Konkurrenzfirma) mit einer fast bewundernswerten Dreistheit. Da wird fleißig vom Heilen auch schlimmster Krankheiten gesprochen, da werden Mengen für die Behandlung empfohlen, die uns „altmodischen“ Aromamenschen eine Gästehaut allein bei der Vorstellung verursacht. Es werden Assoziationen zu christlichen Schriften und Wunderheilungen hergestellt: Jedem sei ja bekannt, dass bereits Jesus kranke Menschen salbte und mit duftenden Ölen heilte. Die ganz speziellen Öle dieser Firmen seien etwas ganz Besonderes, darum sei der Preis über einem Mehrfachen der bekannten deutschsprachigen Firmen absolut gerechtfertigt. Ein Marketingexperte kann zu dieser gelungenen Maßnahme nur gratulieren: Höchste Qualität durch marktunübliche, ja extrem hohe Preise zu suggerieren ist ein genialer Schachzug. Und wenn dann 5 ml (100 Tropfen und mehr) unverdünntes Öl (Oregano, Pfefferminze, Thymian Ct. Thymol, Wintergrün, also keine babyzarten Öle) pro Behandlung auf die Haut der Klienten gegeben werden, kann man zumindest der Gründer der Firma reich werden. Hautreaktionen wie Rötungen und Blasen werden als Erfolg umgedeutet, als eine Art Reinigungseffekt, der helfen solle, Altlasten loszuwerden.***

Was angesichts der hochgelobten angeblichen Super-Qualität und Reinheit jedoch nicht erwähnt wird, ist dass mit dem Anbau dieser Ätherische-Öle-Pflanzen keine (kleinen) Familienbetriebe unterstützt werden, wie es viele der deutschsprachigen Firmen mit viel Hingabe praktizieren. Viel mehr Öle als nötig haben zudem unnötig lange Transportwege hinter sich, sie kommen oft von jenseits des Ozeans. Doch wir haben in Mittel- und Süd-Europa großartige Zitrus-Nadel- und Kräuteröle zur Verfügung, meistens aus behutsam praktiziertem und unabhängig zertifiziertem biologischem Anbau (kbA). Seriöse deutschsprachige Firmen haben zudem sehr hohe Standards bei ihren Qualitätskontrollen, diese Selbstverständlichkeit hängt nur niemand an die große Glocke. Bei der Vermarktung von Anwendungen mit Mengen wie beispielsweise 5 ml unverdünnter ätherischer Öle auf der Haut von ahnungslosen Kund/innen, müssen freilich riesige Plantagen im Spiel sein, auch um den Expansionsdrang der Firma zu befriedigen. Wer schon einmal destilliert hat, weiß welche riesigen Mengen an Pflanzenmaterial in wenigen Tropfen ätherischen Öles stecken. Ein verschwenderischer Umgang mit den kostbaren Pflanzendüften zeichnet meiner Meinung nach eine Haltung aus, die nicht zur Naturheilkunde passt und schon gar nicht zur ganzheitlichen und ehrlichen Arbeit mit (Hilfe suchenden) Menschen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieÜbrigens sind auch die besten ätherischen Öle dieser Welt nicht vor Oxidationsschäden sicher und bergen somit – bei unsachgemäßer Anwendung – ein hautreizendes Potenzial. Egal wie sorgfältig die entsprechenden Duftpflanzen angebaut wurden oder mit welchen WunderDestillen sie gewonnen wurden. Die angebliche ungewöhnliche Haltbarkeit wird jedoch gerne angeführt, um die hohen Preise dieser Öle zu begründen (der Transport aus Übersee mit Zwischenstop in einem europäischen „Lager“ sowie die Zollgebühren werden nicht erwähnt). Bei ätherischen Ölen gilt jedoch nach wie vor: Teebaum (Melaleuca alternifolia) ist nur 6-9 Monate nach dem Öffnen „haltbar“. „Haltbarkeit“ ist bei ätherischen Ölen eine sehr relative Angabe, damit ist meistens die Verträglichkeit auf empfindlicher Haut und in vernünftiger Verdünnung umschrieben. Beispielsweise verändert der wunderbare antibakteriell wirksame Hauptinhaltsstoff Terpinen-4-ol seine Molekülkonfiguration unter Einfluss von Sauerstoff und bestimmten Wellenlängen des Lichtes und kann dann im ungünstigen Fall zu sehr hautreizenden Peroxiden wie Ascaridol „mutieren“. Selbst mit Lavendelöl muss man umsichtig umgehen, dieses Öl kann leider auch schnell oxidieren und nach einem guten Jahr empfindliche Haut reizen. Nadelöle oxidieren auch mit Vorliebe, wenn sie unter Einfluss von Sauerstoff kommen, genau so Eukalyptusöle, beide Duftgruppen sind auch nur circa anderthalb Jahre  auf der Haut benutzbar. Lemongrass und ähnlich duftende Öle wie Litsea, Zitronenmyrte und Zitronenverbene verwende ich ein Jahr nach Öffnen nicht mehr auf der Haut von Kund/innen, ich verwende sie dann lieber nur noch zur Raumbeduftung. Das enthaltene Citral kann bei empfindlicher und zu Allergien neigender Haut ernsthafte Probleme verursachen. DasThema ‚Haltbarkeit‘ hat also wirklich NICHTS mit der angeblichen Reinheit oder einer exorbitant guten und schier unbezahlbaren Qualität zu tun, sondern hängt mit der Reaktion einiger Inhaltsstoffe der Öle mit Sauerstoff und Licht zusammen. Wenn man die Öle benutzt, kommt nunmal Sauerstoff in die Fläschchen, egal wie rein der Inhalt ist. Im Gegenteil, je reiner und naturbelassener, desto empfindlicher können sie sein. Nicht umsonst wird oft der Vergleich mit teuren Weinen gezogen: Diese würde man auch nicht unbegrenzt aufbewahren, nachdem sie einmal geöffnet worden sind. Naturreine und hochwertige Produkte zeichnen sich – anders als Industrie-Massenware – im Allgemeinen durch eine begrenzte Lebensdauer aus.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich sehe mal wieder dunkle Wolken am Naturdüfte-Horizont und es macht mich unglaublich traurig, dass nun durch die oben genannten Behauptungen und Praktiken Gefahren für die Gesundheit von gutgläubigen kranken Menschen lauern. Zwei Jahrzehnte lang haben wir Dozent/innen und Autor/innen den Menschen versucht klar zu machen, dass selbst eine dreiprozentige Verdünnung für manche Patient/innen zu hoch sein kann. Wir haben vielmehr in den letzten Jahren mit 2- und 1-prozentigen Verdünnungen erfreuliche Erfahrungen gemacht (denn diese entsprechen mehr dem Vorkommen der ätherischen Öle in den Pflanzen, also bereits haut- und magenfreundlich „verpackt“). Mir graut vor der Vorstellung, dass solche brachialen Anwendungen durch medizinische Laien und minimal geschulte „Expert/innen“ gar einen Todesfall verursachen könnten, beispielsweise durch einen anaphylaktischen Schock  (ich weiß, dieser kann selbstverständlich auch bei zarten Behandlungen durch gut geschulte Personen auftreten, genau so wie bei der Anwendung von Kosmetika oder bei Verzehr von bestimmten Speisen). Zudem drohen „im Falle eines Ernstfalles“ noch mehr Restriktionen von Seiten der Gesetzgeber, schnell kann dann der freie Verkauf von unseren duften Naturhelfern der Vergangenheit angehören. Und die engagierte Arbeit von unzähligen Pflegenden wäre in ernsthafter Gefahr.

Ich würde hier nicht darüber schreiben, wenn sich die Anfragen in letzter Zeit nicht gehäuft hätten (auch bei einigen Kolleg/innen, die wir uns das nahende aromatische Unwetter mit großer Sorge anschauen). Ich habe lange gezögert, dies zu tun. Doch die geköderten und verunsicherten Menschen sollten eine Möglichkeit bekommen, sich über eine sichere Form der Anwendung und über transparente und ethisch handelnde Firmen informieren zu können. Ich habe hier allerdings ganz bewusst keine Namen genannt und werde sie auch NICHT nennen („alte Hasen“ der Aromabranche wissen warum). Wer sich über eine sichere und menschen- sowie pflanzenfreundliche Anwendung von ätherischen Ölen informieren möchte, kann dies auf dieser Seite des österreichischen Vereines ÖGwA (klick!) tun. Zudem sollte bei der Arbeit mit anderen Menschen immer der gesunde Menschenverstand beteiligt sein: Eine Körpereinreibung mit dem Inhalt vieler großer Körbe gefüllt mit Kräutern (das entspricht der Anwendung von mehreren Millilitern unverdünnter ätherischer Öle) kann nicht gesundheitsförderlich sein! Mal abgesehen von den Behandler/innen, die bei einer erfolgreichen Praxis dieser Art ständig mit unverantwortlichen Mengen an ätherischen Ölen konfrontiert sind.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie* Für alle, die meine Arbeit weiterhin ohne den ‚Versandhausriesen‘ unterstützen möchten: Bücher können – seit Jahren – selbstverständlich auch über die beiden anderen Bücher-Links hier in der rechten Spalte bestellt werden, und mir wird eine kleine Provision gutgeschrieben; hochwertige Naturkosmetika, Naturtextilien-Mode, Öko-Putzmittel, gesunde Haushaltstextilien und andere umweltfreundliche Produkte können bei Waschbär und Hess Natur bezogen werden, deren Logos sich auch seit Langem in der rechten Spalte befinden. Einfach drauf klicken, bestellen, die Software weiß, von wo der Auftrag kommt und ich bekomme meine „Miniprovision“. 😉 Bei aller Kritik sollte jedoch auch berücksichtigt werden, dass Amazon sehr vielen ‚kleinen‘ Händler/innen, die beispielsweise mit ätherischen Ölen und Naturkosmetik handeln, wie beispielsweise Alles Natur Pur, ein gewerbliches ‚Zuhause‘ bietet. Zudem hat die Firma bereits erste Schritte zur Besserung eingeleitet.

** Wer erfahren möchte, wie viele Sklaven – also reale Menschen wie du und ich, jedoch wegen unseres Konsumverhaltens geknechtet – man durch sein Konsumverhalten beschäftigt, kann dies mit Hilfe der Website Slaveryfootprint ausrechnen lassen. Aber Achtung, das Ergebnis kann auch bei sehr bewusstem Konsumverhalten schockierend ausfallen und unglücklich machen.

*** Ich kenne und schätze selbstverständlich das (gewünschte) Phänomen der Erstverschlimmerung, auch habe ich in meiner Heilpraktikerausbildung gelernt, dass in der Naturheilkunde manchmal „verletzt“ werden muss, um die Selbstheilungskräfte anzuregen (beispielsweise beim Quaddeln). Ich weiß auch, dass man manche ätherische Öle (in bestimmten Situationen) durchaus in höherer Dosierung als üblicherweise empfohlen, einsetzen kann. Doch was ich im privaten Umfeld und mit meiner Familie mache und machen darf, entspricht nicht dem ethischen Verhaltenskodex der gewerblich ausgeübten Arbeit mit ätherischen Ölen. Entsprechend geschulte Ärzte und Ärztinnen setzen ätherische Öle in hohen Dosierungen ein (hauptsächlich in Frankreich), jedoch verfügen sie über entsprechende Erfahrungen und wissen um Gegenmaßnahmen, sollte eine unerwünschte Reaktion vorkommen, zudem sind sie haftpflichtversichert (wie übrigens auch die seriösen Aromatherapeut/innen in Großbritannien, die sich verpflichten, mit einer Verdünnung von maximal 3 Prozent zu behandeln. Und um es abschließend klarzustellen: Ich spreche mich in keinster Weise gegen die Qualität der betreffenden ätherischen Öle aus!

natürliche vorsorge vor heuschnupfensymptomen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEigenartig, da lehrt (und lernt) man in Deutschland und in Österreich pausenlos, dass man keine medizinischen Versprechen oder gar Andeutungen machen darf, wenn man mit ätherischen Ölen arbeitet. Schließlich sind wir in Europa und da gilt einerseits die Europäische Kosmetikverordnung (neuer Stand vom 6. Juli 2012 hier runterzuladen), die im Laufe der letzten Jahre immer strenger geworden ist. Andererseits muss man sich den Paragraphen, die das Arzneimittelgesetz ausmachen, beugen und keine Produkte herstellen, welche an Medikamente auch nur erinnern. Und schon gar nicht mit medizinischen Aussagen auf dem Etikett.

Heute bekam ich das britische Produkt Haymax gegen Heuschnupfen (hayfever), das aus nichts anderem besteht als Sonnenblumenöl mit etwas Bienenwachs und Lavendel. Es kostet knapp 10 Euro für 5 ml. Sowohl auf der Dose als auf dem Umkarton steht eben dieser medizinische Begriff. Zwar fehlt das Wörtchen „gegen“ doch die Suggestionswirkung mit den Wörtern „Heuschnupfen“ und „stoppt den Pollen“ ist sehr deutlich. Der Hersteller, dessen Produkt man in vielen britischen Läden, auch in bekannten Supermarktketten, kaufen kann, schreibt auf den Umkarton „Heuschnupfen? Niesen? STOP den Pollen“. Auf deren Website wird auf eine kleine Studie der The National Pollen and Aerobiology Research Unit (NPARU) an der Universität von Worcester hingewiesen:

“….die Anwendung von HayMax™ im unteren Bereich und am Rand der Nasenöffnungen bindet signifikant mehr Pollen als eine ungeschützte Nasenöffnung.“

Wäre so ein Marketing im deutschsprachigen Bereich möglich, weiß jemand mehr? Da Großbritannien bekanntlich zu Europa und zur EU gehört, müsste doch so etwas auch auf dem Kontinent machbar sein! Was wird auf der Insel anders gemacht (außer dass die komplementär-therapeutischen Berufe nicht stark geknebelt werden)?!

Wie schön wäre es, wenn man mehr solcher Produkte mit unseren wunderbar wirksamen ätherischen Ölen bekannt machen dürfte! Die sehr effektive Mischung aus Zeder, Zypresse (mehr Info: auf rote/blaue gefettete Begriffe klicken!) und einigen anderen Ölen rechtzeitig vor der Heuschnupfensaison würde geradezu danach rufen, da sie sooo vielen Menschen das Leid im Frühling verringern würde. Das Pfefferminze-Roll-on würde so unendlich vielen Menschen den häufigen Griff zu leberschädigenden Schmerzmitteln ersparen, die Niaouli-Sanddornmischung würde bei vielen KrebspatientInnen die unnötigen Verbrennungen samt möglichen infektiösen Folgen verringern helfen. Doch das alles darf nicht auf die Etiketten der Ölefläschchen gedruckt werden, selbst damit „gebastelt“ werden darf auch nicht (nur für den Privatbedarf, zum Glück!!!!).

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Wer zumindest seine Lieben mit selbst gemachten gesundheitsstabilisierenden Mitteln versorgen möchte und wer in der Hochsaison der Heilpflanzen „in der Hexenküche“ werkeln möchte, kann übrigens im schönen Shop von Evelyn Deutsch zu sehr fairen Preisen die (leeren) Roll-ons für Kopfschmerzzubereitungen, Tuben, Teetüten, Rührgläser, Duftglasflaschen mit Bambusstäben, Roll-ons für „alzheimerfreie“ Deodorants, Lippenpflegestifthülsen, Cremetiegel aus Glas oder aus Kunststoff und vieles mehr bestellen. Zusätzlich kann man dort alle klinisch bewährten Aromapflegeprodukte von Evelyn Deutsch erhalten sowie sämtliche Produkte von Farfalla. Da sich Evelyn’s Firma mehr oder weniger auf der deutsch-österreichischen Grenze befindet, ist auch das Porto innerhalb Deutschlands und innerhalb Österreich fair gestaltet (4,50 Euro pro Lieferung, ab 100 Euro portofrei).

disharmonie durch das global harmonisierte system GHS


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDer Kommentar-Artikel von Christine vom Olfaktorischen Duft-Gespräch ist zu schade (und zu traurig), als dass er im unterem Feld verschwunden wäre. Sie schreibt:

Das Andreaskreuz wird bald verschwunden sein und dann sieht es so aus, wie es Monika Volkmann in ihrem Blog zeigt. Die Einstufung und Kennzeichnung nach GHS (Global Harmonisiertes System) basiert auf den intrinsischen Eigenschaften der betrachteten Stoffe und Gemische. Die CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging) regelt inhaltlich Einstufung, Kennzeichnung und Verpackungsanforderungen und bis 2015 müssen auch Gemische so gekennzeichnet sein ( wie die Stoffe jetzt schon).
Sas Andreaskreuz mit den Kennbuchstaben Xn (Gesundheitsschädlich) u. Xi (Reizend) wird entfallen.

Stattdessen kommt: „Gesundheitsgefahr“ ( der schwarze Oberkörper mit der“ inneren Explosion“ im roten auf der Spitze stehenden Quadrat); “Ausrufezeichen“ (schwarzes Ausrufezeichen im roten auf der Spitze stehenden Quadrat) und die „Gasflasche“ neu hinzu.

Sowie die Signalwörter „GEFAHR“ für die schwerwiegenden Gefahrenkategorien und „ACHTUNG“ für die weniger schwerwiegenden Gefahrenkategorien.
Das Orange ist zwar weg, sieht jedoch nicht wirklich besser aus.

Der Lieferant eines Stoffes oder Gemisches ist für diese Kennzeichnung verantwortlich. D.h., wenn die ätherischen Öle „losgeschickt“ werden, müssten sie alle so gekennzeichnet sein. Sie werden grundsätzlich als chemische Substanz mit entsprechenden Eigenschaften behandelt. Im ehrwürdigen Gildemeister/Hoffmann spricht man auch schon von chemischen Stoffen, denn die Ätherisch-Öl-Pflanze hat beispielsweise durch die Destillation eine „Bearbeitung“ erfahren, mehr oder weniger chemische Reaktionen. Würde aus dem gleichen Pflanzenmaterial eine Infusion hergestellt (Teeaufguß) hätte sie keine Kennzeichnung.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyUrsprünglich und grundsätzlich müssen alle ätherischen Öle als „gefährlich gekennzeichnet“ werden. Auf ihrem Weg zum Verbraucher beispielsweise als Arzneimittel, als ein Kosmetikum, als Lebensmittelaroma oder als Futtermittelzusatz, entfällt die Pflicht zu diesen Warnhinweisen, sie müssen dann „nur“ nach ihrem neuen „Outfit“ gekennzeichnet werden. Lediglich ätherische Öle, die für die Raumbeduftung bestimmt sind – welche also ein so genannter Bedarfsgegenstand sind, wie über zwei Jahrzente lang deklariert – bleiben „gefährlich chemisch“ und behalten die Sicherheits- und Warnhinweise.
Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch glaube, da ätherische Öle nicht als unveränderte Naturstoffe betrachtet werden (wie Heil- oder Wildkräuter) und die Erforschung ihrer Einzelstoffe so umfassend ist, sind sie gesetzlich zum chemischen Stoff bzw. Gemisch geworden. Durch ihren bestimmungsgemäßen Verwendungszweck (Absicht der Verwendung) fallen sie dann unter die entsprechenden Gesetze mit deren Regelungen. Zu der ganzen Kennzeichnungsgeschichte ist über das für die CLP-Verordnung zuständige Umweltbundesamt (Publikationen) und die BAuA (REACH-Help desk) etwas zu finden. Teil 2 dieses Artikels ist hier nachzulesen.

das andreaskreuz und die ätherischen öle


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch bekam dieser Tage das Angebot, für eine große und bunte Website zu werben, wo Retortendüfte Raumbeduftungsmöglichkeiten in allen Farben, Varianten und Preiskategorien angeboten werden. Mir wurde wieder einmal bewusst, was für ein riesiger Markt inzwischen entstanden ist. Parallel dazu kam die Anfrage einer besorgten Person, die von ihrer Heilpraktikerin ein ätherisches Öl für ihr spezielles Gesundheitsproblem empfohlen bekommen hatte. Sie fragte dann bei mir besorgt nach (bin ich denn Aroma-Pedia???? 😉 ), wo sie denn dieses Öl ohne das Andreaskreuz bekommen könnte. Deswegen muss ich hier mal klar darstellen, warum dieses lästige Zeichen – zumindest auf naturreinen ätherischen Ölen – keine Sorge bereiten sollte. Und ich hoffe, dass diese Person nicht ihr empfohlenes „Aroma-Öl“ ohne Andreaskreuz kaufen wird, denn dann wird es höchstwahrscheinlich nicht geeignet sein, um ihr gesundheitliches Problem zu korrigieren, vielmehr könnte es ihr dann sogar schaden. Oder sie erwischt bereits ein ganz neues Öl, denn viele Ölefirmen deklarieren seit Kurzem einen Teil ihrer ätherischen Öle als Kosmetika und brauchen dann das Andreaskreuz nicht mehr aufzudrucken. Auch wenn der Inhalt der Gleiche geblieben sein wird. Zitrusöle werden allerdings vermutlich mit dem orangefarbenen Warnhinweis gebrandmarkt etikettiert verbleiben, da sie, würden sie per Umdeklarierung zum Kosmetikum mutieren, ohne Furocumarine daher kommen müssten und gerade diese Stoffe machen die stark stimmungsaufhellende Wirkung dieser Ätherisch-Öl-Gruppe aus.

Ich weiß gar nicht mehr, wann das fatale Zeichen, das wir als Warnung auf Maler- und Lackiererzubehör und auf heftigen Putzmitteln kennenlernten, für die Etiketten ätherischer Öle Pflicht wurde. Ich war alarmiert und ging davon aus, dass der Verkauf einbrechen würde. Denn aufmerksame Kunden werden davon verunsichert. Öleanbieter hatten immense Kosten zu tragen, weil die Etiketten neu designt werden mussten und bei nicht allzu farbigen Etiketten musste eine zusätzliche Farbe in der Druckerei mit finanziert werden. Doch insgesamt lief alles ganz gut ab, ich weiß jedoch freilich nicht, ob die synthetischen Aromaöle (dieser Name bezeichnet meistens Duftlampenöle aus der Retorte) nicht Aufwind bekamen und seitdem besser verkaufbar sind. Denn ein Duftkompositeur kann in seinem Labor eben die Stoffe, die in einem naturreinen Öl zur Andreaskreuz-Pflicht führen, einfach weg lassen und vermeintlich harmlose Nuancen nach Belieben hinzufügen. Je fruchtiger und quietschiger es duftet, desto besser.

Das Andreaskreuz mit dem Xn wurde gemäß der global geltenden Gefahrstoff-Verordnung für fast alle ätherische Öle eingeführt, da sie mehr als 10 Prozent flüchtiger Monoterpene enthalten. Es signalisiert, wie auch der Text dazu, dass wenn man diese Produkte (in größeren Mengen) verschluckt, sie die Lunge reizen können. [Demnächst wird ein noch harscherer Warnsatz Pflicht.] Es handelt sich nicht um per se  giftige, sondern um stark flüchtige Inhaltsstoffe, die aus winzigen Molekülen bestehen (und bei falscher Anwendung Schäden verursachen können). Es wird bei dieser Kennzeichnung nicht unterschieden, ob es sich um einen chemischen und auch in winzigen Mengen toxischen Stoff handelt oder um natürlich und in ganz vielen Lebensmittel vorkommende Moleküle.

Auch Zitronen und Orangen müssten vermutlich diesen Aufkleber tragen, wenn die Vorschriften konsequent wären, denn die Schalen enthalten u.U. mehr als 10% dieser flüchtigen Monoterpene. Auch Tomaten, Aprikosen, Kirschen, Sellerie, Zwiebeln, Knoblauch, Bärlauch etc enthalten diese flüchtigen Moleküle namens Monoterpene. Interessant ist, dass eines dieser Monoterpene (Limonen) sogar antitumoral wirkt, wie in etlichen wissenschaftlichen Arbeiten Studien nachgewiesen werden konnte. Diese Moleküle sind sind also bei korrekter Anwendung sogar ur-gesund (nur nicht zum Trinken geeignet, wie auch Kochsalz nicht zum Auslöffeln geeignet ist.)

Ich habe dieses Thema bereits beschrieben, beispielsweise hier  und hier (auf gefettete Wörter klicken!). Wer wirklich verlässliche Öle kaufen möchte, kann Firmennamen hier direkt über den aktiven Link anschauen! Ich kenne alle aufgeführten Firmengründer und/oder Geschäftsführer (oder entscheidende MitarbeiterInnen) persönlich. Diese Liste bedeutet natürlich nicht, dass es nicht noch andere zuverlässige Firmen gäbe, ich kann nicht alle kennen!

die zweiklassen-gesellschaft der duftstoffe


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDiese „Petition“ hat viele Reaktionen, Fragen und Unsicherheiten hervor gerufen. „Petition“ in Anführungsstrichen, weil es sich um eine simple Online-Unterschriftenliste handelt. Das Wort Petition ist irreführend verwendet worden, denn dieses suggeriert eine Eingabe an offizielle Behörden/Regierungsstellen. Da ich, wie erwähnt, die Anfrage aus verlässlicher Quelle erhielt, habe ich das nicht hinterfragt, Monika Volkmann ist jedoch dem Impressum mal auf den Grund gegangen. Ich finde es dennoch okay, Dr. Dietrich Wabner mit seinem Verein N.O.R.A. International eine kleine Unterstützung in Form einer Unterschriftenliste zukommen zu lassen, denn er ist einer der wenigen Aroma-Leute, der sich für den Erhalt von „bedrohten“ ätherischen Ölen einsetzt und der – gegen Windmühlen kämpfend – auch bemüht ist, diesem bürokratischen Unsinn die Stirn zu bieten. Es scheint jedoch nicht möglich, selbst für einen zweifachen Doktor und Chemiker, die Eurokraten und nicht in dieser Materie beheimateten Schutzwächter davon zu überzeugen, dass synthetische, also menschengemachte Moleküle anders beschaffen sind, als ihre kopierten Vorbilder (nicht Ebenbilder) aus der Natur.

Dazu eine kleine Fantasiereise: Stellen Sie sich einen Teppich vor, weich und wuschelig, das Etikett sagt „100 Prozent Wolle“. Dann schauen Sie unter den Teppich und sehen ein feinmaschiges Netz, das eindeutig aus Nylon/Plastik ist, es trägt die Wollfasern und gibt dem Teppich Zusammenhalt und Haltbarkeit, ist hauchdünn, ist fast nicht vorhanden, macht nur 1 Prozent des Teppichgewichtes aus. Doch der eigentliche, der sichtbare Teppich besteht aus reiner Wolle. So ähnlich verhält es sich mit synthetischem Geraniol, Citral, Linalylacetat, Menthol. Wir riechen diese auch in billigen Aromaölen, doch die geschulte Nase schaut automatisch auch unter den Teppich, sie erkennt sofort, da sticht etwas, da fehlt etwas, das ist nicht rund. Was die Laiennase auf den ersten Blick Schnupperer nicht merkt, erkennt jedoch ein anderer Teil des komplexen Systems Mensch und sagt „Halt! Hier stimmt etwas nicht, hier ist etwas drin, was nicht rein gehört“ und löst beispielsweise einen Niesattacke aus oder rote Hautpusteln. Geschieht der Kontakt mit dem Chemiegeruch zu oft, kann sich auch das Immunsystem empören und löst dann irgendwann schlimmere Symptome aus, eben eine Allergie. Das kann selbstverständlich auch mit Naturdüften passieren wie mit allem, was uns im Leben so begegnet auch.

Der Chemiker sagt stolz: „Ach, dieses eine Prozent („im Teppich“ oder „im Aromaöl“) kann man wirklich vernachlässigen, es hat mit dem tollen von mir geschaffenen Duftmolekül eigentlich nichts zu tun, es dient lediglich als Trägersubstanz.“ Je billiger so ein „Parfümöl“ oder „Aromaöl“, desto größer ist dieses „Trägernetz“ und desto wahrscheinlich ist es, dass es aus chlorierten Substanzen besteht. Wer jemals im Schwimmbad, in der Sauna, in öffentlichen Toiletten penetranten Chlorgeruch wahrgenommen hat, weiß was ich meine. Diese ach so minimalen Anteile an chlorierten Substanzen scheinen insbesondere für ungewollte Reaktionen wie Kopfschmerzen, Unverträglichkeiten und sogar Allergie verantwortlich zu sein. Eigentlich muss man entsprechenden Immunsystemen nun geradezu gratulieren, dass sie auf sowas überhaupt noch reagieren, und dankbar sein, dass sie Alarm schlagen. So degeneriert und dumm ist der menschliche Körper auch heute nicht, dass er nicht bemerkt: „Da stimmt etwas nicht, da muss ich mich wehren, da ist Gift mit im Spiel.“

Die natürlichen „Zwillinge“ kommen nicht nur ohne Chlor aus, sie sind auch eingebettet in ein Meer von anderen Inhaltsstoffen im jeweiligen Öl. Ein schönes Beispiel ist ein hochwertiges Öl der Gewürznelkenknospe. Es enthält zwar reichlich das potenziell hautreizenden, durchblutungsfördernden und anregenden Phenols Eugenol (bis zu 80%), doch in den verbleibenden 20 bis 30 Prozent finden wir auch andere Goodies, welche entkrampfen/entspannen (bis 22% Eugenylacetat), entzündungshemmend wirken (13% beta-Caryophyllen) und schmerzlindernd wirken (Methylsalicylat). Eugenol an sich hat nicht nur negative Eigenschaften, wie so gerne behauptet wird, sondern wirkt als Breitbandmittel stark keimtötend und auch schmerzlindernd. Man muss also die ganze Symphonie der Inhaltsstoffe betrachten und nicht nur einen einzelnen schrillen und schrägen Flötenton, der im Gesamtkonzert vielleicht gerade das i-Tüpfelchen ausmacht, jeder Klassik-Konzertgänger weiß das.

Doch das heute geltende Paradigma will uns mit erschreckend roher Gewalt und gesetzlichen Vorschriften wirklich ins Gehirn einhämmern, dass wir mit ganzheitlichem Denken und Betrachten falsch liegen, dass wir Einzelstoffe anzuerkennen haben, dass diese einfach und schnell und billig von Menschenhand herzustellen seien (gerne als „naturidentisch“ bezeichnet). Und dass viele Naturstoffe unvollkommen, schlecht, böse, fehlerbehaftet seien. Darum sind, aus Kosmetikgesetzgeber-Sicht und zugespritzt gesagt, Fenchel und Anis, Basilikum und Estragon, Zimt und Rose, „böse Pflanzen“, denn sie produzieren „gefährliche Stoffe“, welche hautschädigend und leberschädigend (durch die Haut???) wirken. Die wissenschaftlichen Experimente, die zu diesen Erkenntnissen führten, werden jedoch einerseits oft mit menschengemachten Laborduftstoffen an (Nage-)Tieren mit anders arbeitendem Stoffwechselsystem gemacht. Dazu werden diese Tiere damit zwangsernährt, obwohl Rose, Fenchel, Basilikum vielleicht nicht zu ihrem Beute- und Nahrungsschema gehören und ihr Metabolismus nicht jahrtausende Jahre lang Zeit hatte, sich auf den Abbau dieser Pflanzeninhaltsstoffe einzustellen. Diesen Tieren wird zudem das Fell wegrasiert, bevor sie mit den fraglichen Substanzen eingeschmiert werden (wer sich als Mensch rasiert, wird sich an diesen Stellen nicht anschließend mit scharfen und reizenden Kosmetika einreiben, weil das Rasieren immer Mikroverletzungen zur Folge hat). Und damit man wirklich nachweisen kann, wie gefährlich diese „Pflanzenstoffe“ (aus dem Labor, hm) sind, werden sie hoch/überdosiert und über lange Zeiträume an den Tieren verwendet. Wenn ein menschliches „Versuchskaninchen“ wochenlang ausschließlich mit Heu gefüttert werden würde, könnte man beweisen, dass Heu unverdaulich ist, zu Giftgasen in den Eingeweiden führt und schließlich zum Tod durch Darmverschluss.

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Der Faktor Mensch wird dabei völlig vernachlässigt: Dass der Mensch recht schnell „die Nase voll“ hat von einem Duft, dass er vergesslich ist, selbst wenn er sich jeden Tag mit etwas einschmieren wollte, dass ihm nach kurzer Zeit penetrante Überdosierungen stinken, dass er einen komplexeren Stoffwechsel als ein Meerschweinchen hat, dass er Kleidung trägt, die das Kosmetikum abreibt, dass er Milch trinkt, die zu viel gegessene Duftstoffe emulgiert und resorbieren helfen kann, dass er andere und viel mehr Auswahl an Dingen isst, die mit dem Duftstoff interagieren werden…. all das, also das „wahre Leben“, findet im Labor nicht statt. Wie sollte es auch! Dazu kommt, dass beispielsweise Rosen- und Lavendelöl aus jeweils einigen hundert Inhaltsstoffen bestehen! Dies kann und will man nicht separat untersuchen. Und diese kann oder will man nicht herstellen, um ein „naturidentisches“ Aromaöl auf den Markt zu bringen (man könnte es – technisch gesehen – zu 99,5% herstellen, doch dann wäre das billige Aromaöl vermutlich viel teurer als seine natürliche Variante).

Und weil man an technische und vor allem an preisliche Grenzen stößt, reduziert man beispielsweise Lavendelöl auf drei „böse Inhaltsstoffe“ (Linalool, Linalylacetat, Geraniol), die kunstvoll zusammengemischt sicherlich fast wie Lavendelöl riechen würden) und will den naiven Verbrauchern suggerieren, dass man sie vor diesen negativen Komponenten schützt. Damit zurück zur Petition und zur Kosmetikverordnung: Bei einigen, wie diesen Lavendelstoffen, schreibt man „nur“ die Deklaration vor (was für Allergiker natürlich hilfreich beim Einkauf ist), obwohl laut Duftstoffe-Fachmann Erich Schmidt  bei etlichen der gebranntmarkten deklarierungspflichtigen Stoffe nachgewiesen werden konnte, dass sie nicht allergener wirken als tausend andere Dinge des täglichen Lebens. Bei anderen Naturdüften wie Rosenöl muss verdünnt werden, damit der eine „böse Stoff“ (Methyleugenol) kaum noch im Kosmetikum enthalten ist, bei anderen muss verdünnt werden, um bestimmte Gefahrenhinweise auf dem Etikett zu vermeiden (ich hatte hier eine Liste zusammengetragen). Man kann als Laie wirklich nicht mehr mitkommen, Öle-Firmen müssen Anwälte anheuern.

Volkmar Heitmann hat mir und euch netterweise den Link zu diesem „behördlichen Duftkrimi“ geschickt, hier kann er gelesen werden (auf englisch und ellenlang, die meisten EU-Bürger haben somit keinen Zugang zu diesem „Meinungspapier“ (opinion), ich wüsste zu gerne, wer die am Anfang namentlich aufgeführten Meinungsgeber sind bzw. für wen sie arbeiten. Für solche Recherchen bedürfte es eines eigens eingerichteten und bezahlten Arbeitsplatzes. Hallo Ätherische-Öle-Firmen, hat jemand da draußen Zeit und Kapazitäten dafür frei?! Immerhin wird ganz demokratisch auch eine Meinungsseite für die EU-Bürger eingerichtet, wenn man sich also durch diesen englisch verfassten Fachtext gewühlt haben sollte, kann man seine Meinung auch kundgeben. (Selbst mir mit Fließend-Englisch-Fähigkeiten graut vor dieser Seite).

Ich war jedenfalls vergangene Woche – sehr schön passend zum Thema – zweimal mehr oder weniger freiwillig mit Chemieduftbomben konfrontiert. Einmal stand der Wäscheständer mit zu trocknender Wäsche im Schlafzimmer, sie war mit „eben mal ganz schnell“ gekauftem Waschmittel („mit ätherischen Ölen“) gewaschen worden, weil das Biowaschmittel leer war. Kaum zu glauben, was für Emissionen da im Zimmer umher waberten, sie lösten ein starkes Irritation im Sinne von „Achtung, Störung, hier stimmt etwas nicht, weg laufen!“ aus. Beim zweiten Mal führte der Besuch des Schweden-Kaufhauses bzw. zum Glück erst ganz am Ende die Kerzenabteilung, zu einem über 24 Stunden währendem leisen Kopfschmerz. Auf diesen beiden Produkten würde ich gerne die neue Etikettenvorschrift sehen: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. Aber diese ist für solche Produkte, die man unter Umständen tagelang und wochenlang einatmet, nicht vorgesehen. Ein typisches Beispiel für den Zwei-Klassen-Duft.

PS Ähnlich wie beim Beispiel „100 Prozent Wolle“ des Teppichs verhält es sich übrigens mit sehr vielen Kleidungsstücken und sonstigen Textilien aus „100% Baumwolle“, diese bestehen immer öfter aus einigen Prozenten an anderen Stoffen.

warum bloß?


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety) Brüssel will für die Naturkosmetik neue, weitere Beschränkungen einführen.

So sollen folgende Inhaltsstoffe der Öle angeblich stark Allergie auslösend sein: Eugenol, Geraniol, Geranial, Limonen, Linalool, Linalylacetat und andere mehr. Diese Stoffe sind in den meisten natürlichen Blütenölen und Zitrusölen enthalten, einige sind die Hauptbestandteile von Rosen- und Lavendelölen. Sie sollen in Zukunft nur noch in Konzentrationen von 0,01% in Naturkosmetik enthalten sein. Mit diesen Vorgaben wird es unmöglich, naturreine ätherische Öle sinnvoll in Naturkosmetik einzusetzen. Die Wirksamkeit der Naturkosmetik würde durch ein faktisches Verbot wichtiger ätherischer Öle um ein Vielfaches herabgesetzt werden.

Auch bei den reinen natürlichen ätherischen Ölen ist eine Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen schon erfolgt: Die „alte“ Etiketten-Aufschrift mit R65 („Gesundheitsschädlich: Kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen“) ist geändert worden zu H304Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. 

Warum können die Briten ihre ätherischen Öle weitestgehend vor solchem Unsinn verschonen (u.a. mit Hilfe des Verbandes der Ölehersteller und -Lieferanten ATC) und Deutsche, Österreicher und Schweizer (zumindest jene schweizer Firmen, die ätherische Öle in die EU exportieren) geben dauernd nach, so dass die ätherische Öle-Fläschchen inzwischen wie übelste Chemikalien aussehen? Meerettich und Kochsalz in der Küche können auch recht schnell und einfach bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. Mir fehlen die Worte. Bleibt nur, die Petition zu unterschreiben und diese erneute Verrücktheit bekannt zu machen.

PS. Meine Namensvetterin Eliane aus dem Hunsrück hat mir diesen Link zur Verordnung zukommen lassen, das ist die Kosmetikrichtlinie von 2009, die in 2013 in Kraft treten wird (siehe seite 78 des pdf). Vielen Dank! Ich selbst habe derzeit keine Zeit mich um Einzelheiten dieses Wahnsinns zu kümmern (will ich auch gar nicht). Die obige Meldung kam einerseits von Prof. Dr. Wabner, den ich sehr schätze und ernst nehme, andererseits von zwei österreichischen Naturkosmetik-Firmen, so dass ich die paar Zeilen einfach ungeprüft übernommen habe. Ich denke, es ist weniger die Pharmaindustrie, welche die Eurokraten in diesem Falle berät, sondern eher einzelne weltumspannende Kosmetik-Großkonzerne, die sich „Sorgen“ um die Haut der Menschen machen, ihre fast nie oxidierenden und ewig haltbaren Mineralöle bekommen in den letzten zwei Jahrzehnten zu viel spürbare Konkurrenz.

destillation von ätherischen ölen als winterbeschäftigung


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyAls mir kürzlich beim Frühjahresputz zwei Kilo (getrocknete) Alantwurzel in die Hand fielen, dachte ich, dass der Winter eigentlich die ideale Zeit ist, um so genannte Drogen, also getrocknete Gewürze und auch Kräuter zu destillieren: Gewürznelken, Zimt, Piment, Muskatnüsse, Sternanis, Fenchel, Kümmel, Koriander  und auch Lavendelfrüchtchen sowie alle hochwertigen und schonend getrockneten Küchenkräuter. Ich muss demnächst meinen riesigen frisch-grünen Rosmarin tüchtig schneiden, auch der darf dann in den Kupferkessel wandern.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyHeilpraktikerin und Leserin Susanne M. stellte mir netterweise einige Fotos ihrer Küchendestillation in der ‚Leonardo‘ zur Verfügung. Sie erhielt nicht nur ausreichend Lavendel- und Salbeihydrolat dabei, sondern eine erstaunliche Menge an ätherischem Öl. Das zu destillierende Gut muss erst sorgfältig zerkleinert werden, am besten mit einem sehr scharfen Messer. Getrocknete Drogen kann man gut mörsern, notfalls mit einer Kaffeemühle ganz kurz grobkörnig mahlen.

https://blog.aromapraxis.de/2011/12/20/hydrolat-piment

Bei den ersten Heim-Destillationen ist es wirklich unglaublich aufregend, wenn nach einiger Zeit der erste Tropfen Hydrolat ins Auffanggefäß tropft.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Wenn dann am Ende der Prozedur auch noch ätherisches Öl auf dem Hydrolat schwimmt (hier Salbeiöl), kann man sein Glück kaum fassen! Die Sonne am Bodensee hat Susannes Salbeipflanze sichtlich gut getan! Vielen Dank für diese schönen Fotos! Ähnliche Kupfer-Destillen kann man übrigens bei Destillatio in der Nähe von Fulda bestellen, am besten auch bei der Protestaktion mitmachen, denn ungenehmigte Destillation von heimischen Kräutern und auch von Obst in größeren Destillen als 0,5 Liter wird in Deutschland (und vielen anderen Ländern) als kriminelle Tat geahndet. In der Schweiz darf man als Hobby-Destillateur immerhin Brennkessel bis zu 3 Litern einsetzen. Bücher zur Destillation: Ätherische Öle selbst herstellen von Bettina Malle und Helge Schmickl sowie   Destillatio von Kai Möller (letzteres behandelt auch das Herstellen von Schnäpsen und Alkohol für kosmetische Zwecke).