aromapflege bei zahnschmerzen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWenn das neue Jahr mit einer Beerdigung und mit einer Backenzahn-Entfernung anfängt, kann es nur besser werden! Darum teile ich heute erst einmal eine Rezeptur, die vorbeugend gegen blau-lila-grün-gelbe Bäckchen nach so einem blutigen Gemetzel wirkt, man mische:

  • 10 ml Johanniskrautöl
  • 1 Tropfen Immortelleöl (Helichrysum italicum)
  • 1 Tropfen Lorbeeöl (Laurus nobilis)
  • 1 Tropfen Pfefferöl (Piper nigrum) oder
  • 1 Tropfen Palo Santo-Öl (Bursera graveolens) 0der
  • 1 Tropfen Manukaöl (Leptospermum scoparium)

Am besten den Ölmix leicht warm halten (Fläschchen in Hosentasche) und mehrfach täglich sanft von außen auf die Wange in der betroffenen Gegend auftragen. Diese Mischung hilft, die Schmerzen zu lindern, sie hilft Stauungen im verletzten Gewebe zu reduzieren und verhindert (ganz oder fast) die Hämatombildung. Zur verbesserten Wundheilung können Zinktabletten als Nahrungsergänzung eingenommen werden.

Sollte es mit der Blutstillung hapern, kann ein Schlückchen Cistrosenhydrolat in den Mundraum gegeben werden, dieses lässt man circa 5 Minuten dort ohne stark zu spülen, nur leicht hin und her bewegen, es schmeckt jedoch sehr gewöhnungsbedürftig. Oder einen halben Tropfen Cistrosenöl auf eine kleine gefaltete Kompresse geben, diese an die Wunde legen und circa 20 Minuten sanft „zubeißen“. Wer sehr zu Hämatomen neigt, kann die betroffene Wange bereits vor dem Eingriff ein paar Male mit Immortellehydrolat benetzen und dieses jedes Mal vor dem vorsichtigen Ein“reiben“ der Ölmischung aufsprühen.

Wer starke Schmerzen nach dem Eingriff hat, kann sich Eiswürfel aus Rosenhydrolat und auch aus Immortellehydrolat machen (1:1 mischen geht auch), und diese, in ein Tüchlein oder kleines Gäsetehandtuch eingehüllt, auf die schmerzende Wange legen. Die vom Zahnarzt empfohlene Salzwasser“spülung“ (nur so wenig hochwertiges Salz in ein Glas lauwarmes Wasser geben, dass es nach Tränen schmeckt) reicherte ich mit einigen Spritzern der antiseptisch wirksamen Hydrolate aus Bohnenkraut und Zimtrinde an, da ich die Einnahme eines Antibiotikums ablehnte. Diese „Spülung“ (man darf den die Wunde versiegelnden Blutpfropf nicht kaputt spülen) schmeckte so richtig lecker, erinnerte an Moussaka!

Bis auf Palo Santo können diese erwähnten Produkte bei Feeling, Farfalla, Primavera, Jophiel und Wadi bestellt werden. Bei Neumond gibt es ein vergleichbares fertig gemischtes Öl, jede dieser Firmen hat Anti-Prellungsmischungen mit Immortelle. Das weihrauch-ähnliche Palo Santo-Öl gibt es bei Maienfelser (bei Interesse die gefetteten Firmennamen einfach anklicken, ich kenne und schätze die Gründer/innen und Geschäftsführer/innen jeder dieser zuverlässigen Firmen persönlich und seit langer Zeit).

bella-by-antje

Unsere Stöckchen-Spezialistin Bella vor zwei Jahren

Da drei Hunde zu unserem Haushalt gehören und ich einen tiefen Respekt für die Tierseele habe, möchte ich heute auch auf ein wichtiges Tages-Seminar am 3. Februar in einem schönen Blockhaus im idyllischen Hunsrück hinweisen, d.h. von Luxemburg bis zu Frankfurt und Limburg ist die Anfahrt gut machbar. Denn wir Aroma-Leute werden so oft gefragt, wie man den geliebten Vierbeinern helfen kann, wenn diese unpässlich sind. Die Tierärztin Dr. Cäcilia Brendieck-Worm wird viele Antworten dazu geben, und auch wichtige Erklärungen, denn etliche Fakten aus der Welt der Aromatherapie lassen sich nicht vom Menschen aufs Tier übertragen, besonders bei Katzen müssen diverse Dinge beachtet werden.

Die Referentin ist Co-Autorin vom Buch ‚Heilende Kräuter für Tiere: Pflanzliche Hausmittel für Heim- und Nutztiere‚ (klick!), sie studierte Veterinärmedizin in Gießen und arbeitete in einer tierärztlichen Praxis für Groß- und Kleintiere. Nach der Phytotherapie-Ausbildung der Akademie für tierärztliche Fortbildung (ATF) schloss sie sich dem Arbeitskreis Phytotherapie der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin (GGTM) an, den sie seit 2008 leitet. Seit über 10 Jahren engagiert sie sich für Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Veterinärphytotherapie in Deutschland und der Schweiz. Ihr Heilpflanzenwissen gibt sie in Vorträgen, Seminaren, Zeitschriftenartikeln und Büchern weiter – nicht nur an Tiermediziner, sondern auch an Tierhalter. Denn sie ist überzeugt, dass jeder, der Tiere in seiner Obhut hält, ob Landwirt, Imker, Pferde- oder Hundehalter mit einem profunden Heilpflanzenwissen einen wesentlichen Beitrag zum Wohlergehen seiner Tieren leisten kann. Infos und Anmeldung zum Tagesseminar am 3. Februar: hier (klick!)

Letztes Jahr sind noch zwei Bücher über Pflanzenheilkunde bei Tieren erschienen: Prof. Jürgen Reichling ist sicherlich etlichen AromaexpertInnen als Kenner der ätherischen Öle gegen Viren bekannt, viele haben ihn sicherlich bereits aus seinen kurzweiligen Vorträgen hören können: Er und ein Autorenteam veröffentlichten die dritte Auflage eines Buches, das sich vor allem an Veterinäre wendet: Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis (klick!). Eher an Pferdehalter wendet sich Aromatherapie für Pferde von Sylvia Preuss-Giesen. Und zur Erinnerung, ich habe es bereits einmal vorgestellt: Aromatherapie für Hunde von Kerstin Ruhsam, ich kenne sie von einem meiner Seminare.

So, nun last not least für heute: Die drei GewinnerInnen der Verlosung ermittle ich erst in den nächsten Tagen und gebe sie dann bekannt. Ich habe noch nicht ausgezählt; aber es sieht so aus, als ob „Weise Frau“ und Gedankengeplapper“ ganz weit oben stehen bei den Wünschen und „Beschwerden“ aller Mitmacher/Innen.

bella_stock

Bella in unserem „Vorgarten“, auch am und im Wasser des Atlantik Stöckchenjägerin, unser schöner Ausblick fast bis nach Neufundland interessiert sie dagegen nicht im geringsten…

Die Versendung der Gewinne wird sich ohnehin verzögern, denn leider kann ich die Roll-ons nicht per Post verschicken, da hier in Irland wegen der Terroristen-Phobie keinerlei Flüssigkeiten in Päckchen mehr verschickt werden dürfen 😦 , also muss ich erstmal mit unserem GLS-Kurier-Mann sprechen. So ist das mit dem Leben auf dem Land, am seit Tagen sonnigen Meer, am Ende der Welt! Notfalls nehme ich sie zum Hydrolateseminar mit, das ich am 29. Januar im Hunsrück halten werde, also kurz vorm Dufte-Tiere-Seminar. [© Hundefotos: Antje Wendel]

insektenschutz für groß und klein


Insekt_Mücke_xsIch stellte dieser Tage verwundert fest, dass ich hier noch keinen Beitrag über ätherische Öle geschrieben habe, die diverse Insekten auf natürliche Weise (einigermaßen) vertreiben können. Dabei schreibe ich die relevanten Öle so oft an das Flipchart, in meinen Kursen ist das ein regelmäßig wiederkehrendes Thema! Also hole ich dieses Versäumnis heute nach, denn im verregneten Kontinental-Sommer haben die Biester Hochsaison und Hilfe ist gefragt!

Nun muss man wissen, dass Insekten wie auch viele Pflanzen sich mit Hilfe von ätherischen Ölen bzw. deren einzelnen Molekülen „unterhalten“. Pflanzen rufen mit flüchtigen Riechstoffen „alliierte“ Insekten bei Schädlingsbefall zu Hilfe, sie können auch mit Hilfe dieser Riechstoffe Feinde verscheuchen. Sie können sogar sich selbst bzw. Teile von sich selbst warnen, wie letztes Jahr am Beispiel  der Maispflanze festgestellt werden konnte. Mit dem frei gesetzten Stinkstoff Indol, der in Jasmin-Absolue und in zahlreichen anderen Blütendüften vorkommt, „benachrichtigt“ eine frisch angeknabberte Maispflanze ihre „unteren Etagen“, also tiefer gelegene Blätter, die dann ihren Abwehr-Stoffwechsel aktivieren [ein Artikel dazu ist hier (klick!) nachzulesen].

Insekten wiederum sind in der Lage, viele uns aus ätherischen Ölen bekannte Duftmoleküle zu bauen und sie als „Sprache“ untereinander einzusetzen.

  • Bienen beispielsweise stellen Geraniol, Citral (auch in Rosen- und Lemongrassöl enthalten) und andere Terpene her und verwenden sie als Markierungs-Pheromone.
  • Der Sterzelduft von Bienen besteht aus trans-Farnesol (auch in Ylang Ylang, römischer Kamille und Rosenöl enthalten und in Äpfeln, Erdbeere, Heidelbeeren, Trauben, Pilzen, Spinat, Tee, Tomaten).
  • Blattläuse stellen trans-beta-Farnesen als Alarm-Pheromon her (auch in Schafgarbenöl enthalten).
  • Die Wanze Eurygaster integriceps stellt Vanillin als Sexuallockstoff her (in Vanille-, Benzoe- und Toluextrakt sowie in Styraxöl enthalten) [mehr dieser Beispiele werden im Herbst in der stark erweiterten 6. Auflage meines Fachbuches ‚Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe‘ nachzulesen sein]

Und wer im Duftchemie-Unterricht aufgepasst hat 😉 weiß, dass alle diese Moleküle bei uns Menschen nachweisbare körperliche und seelische Prozesse steuern können. Ich stehe wieder einmal staunend vor diesen modernen Erkenntnissen und bewundere den Kreislauf, das Ganz-Sein, die Zusammenhänge in der Natur. Wir Menschen haben also noch Spuren der Pflanzen- und Insektenvergangenheit in uns! Zumindest sind wir mit den entsprechenden Rezeptoren ausgestattet.

Aber nun zurück zum Vertreibungsmittel, das kleine stechende und beißende und saugende Monster abstoßen und irritieren soll. Aufgrund der obigen Erkenntnisse kann man sich unschwer vorstellen, dass wir den lästigen und bisweilen sogar gefährlichen Plagetierchen mit einem Riechstoffcocktail vorgaukeln können, dass sie selbst von einer Schar von Feinden umzingelt sind, so dass sie schnellstmöglich „die Fliege“ machen, uns also in Ruhe lassen. Diverse Stechmücken können einige unserer ätherischen Öle so gar nicht leiden, ganz vorne auf der Liste stehen:

  • Citronella (Cymbopogon nardus und C. winterianus, insektifuger Inhaltsstoff: Citronellal)
  • Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora, insektifuger Inhaltsstoff: Citronellal)
  • Rosengeranie (Pelargonium asperum und P. graveolens,insektifuge Inhaltsstoffe: Geranial/Geraniol)
  • Atlas-Zeder, Himalaya-Zeder (insektifuge Inhaltsstoffe: Gemisch aus Sesquiterpenen und Sesquiterpenolen)
  • Katzenminze (Nepeta cataria, insektifuge Inhaltsstoffe: Nepetalacton und andere Lactone)

Doch durch die Zugabe von einigen anderen Ölen, die anscheinend auch nicht sonderlich beliebt beim summenden Völkchen ist, können wir die Wirkung unserer Abwehr“waffe“ verstärken. Durch Patchouliöl können wir unsere Haut schützen, was insbesondere bei Zubereitungen für Kinder wichtig ist, denn einige der insektifugen Inhaltsstoffe können minimal hautreizend wirken, insbesondere wenn die Fläschchen älter als 6-9 Monate nach erstem Anbrechen sind und auf erhitzter Haut verwendet werden:

  • Lavandin (Lavandula x Intermedia Super, besser noch Lavandula x intermedia Abrial, Lavandula x intermedia Grosso und Lavandula x intermedia Reydovan, diese enthalten mehr Campher [Bornan-2-on] als insektifugen Inhaltsstoff)
  • Patchouli (Pogostemon cablin, insektifuge Inhaltsstoffe: Gemisch aus Sesquiterpenen und Sesquiterpenolen)
  • Teebaum (Melaleuca alternifolia, insektifuge Inhaltsstoffe, nicht gesichert: Gemisch aus Monoterpenen und Sesquiterpenolen wie Globulol und Viridoflorol)
  • Gewürznelkenknospe (Syzygium aromaticum, insektifuger Inhaltsstoff: Eugenol)
  • Eukalyptus (Eucalyptus globulus, insektifuge Inhaltsstoffe: Mix aus 1,8-Cineol und einigen Monoterpen-Ketonen)

Das Ganze mit nativem Kokosfett, das reich an Laurinsäure ist, anzureichern, ist insbesondere in Zecken-Gebieten hilfreich, denn diese schmecken viel lieber die auf unserer Haut befindliche Buttersäure als die Laurinsäure! Bei den anderen fetten Ölen bitte unbedingt darauf achten, dass sie einigermaßen oxidationsstabil sind, also dass die fein auf die Haut aufgetragene Schicht in Wärme und Sonne nicht zu schnell ranzig wird. Von den bekannteren Ölen sind dies Jojobaöl (korrekt: Jojobawachs) und Olivenöl. Zwei deutlich insektenvertreibende fette Öle  müssen an dieser Stellen noch erwähnt werden:

  • Neem (Azadirachta indica): es  riecht nicht so toll, wäre jedoch als kleine Zugabe auch noch denkbar, es ist bekannt durch die starke Wirkung gegen Milben und Kopfläuse
  • Andiroba (Carapa guaianensis): ein enger Verwandter von Neem mit ähnlicher Wirkung

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor einigen Jahren konnte wissenschaftlich bestätigt werden, dass ein weiterer Bestandteil im zitronig duftenden Öl des Zitroneneukalyptus zur Abwehr von Mücken/Stech-Insekten eingesetzt werden kann. Man hat den Stoff identifiziert, der für diese starke Wirkung verantwortlich ist, er wird inzwischen fleißigst aus dem Pflanzenmaterial des schnell nachwachsenden hitzeliebenden Baumes isoliert und für hoch wirksame Anti-Insekten-Mittel eingesetzt. Der „Zauberstoff“, der sogar gegen Malaria-Mücken in den Tropen erfolgreich getestet wurde (mindestens 5 Stunden mit 98 Prozent Sicherheit) heißt p-Menthan-3,8-diol (oder para-menthane-diol, PMD), er wird durch einen kleinen chemischen Eingriff aus dem Haupt-Inhaltsstoff der Zitroneneukalyptusblätter (Citronellal) gewonnen und inzwischen vermehrt isoliert angeboten, um in natürliche Insektenschutzmittel eingearbeitet zu werden. In etlichen Studien konnte er sogar gegen Deet bestehen, eines der schärften (und toxischsten) Insektenschutzmittel. Und die noch bessere Nachricht: sogar Zecken finden das Zeug widerlich (zumindest für einige Stunden)! Bereits eingearbeitet wurde dieser Stoff in das in das Mückenstop-Spray von Taoasis und in das praktische Mückenstop-Tuch für unterwegs.

Ein Selbermach-Rezeptbeispiel für knapp 3%-ig verdünnten ätherischen Ölen, also für Erwachsene und Jugendliche könnte folgendermaßen aussehen:

  • 30 ml Jojobawachs
  • 20 g Kokosfett
  • 15 Tropfen Citronella und/oder Zitroneneukalyptus
  • 5 Tropfen Rosengeranie
  • 5 Tropfen Atlaszeder
  • 5 Tropfen Lavandin
  • 3 Tropfen Teebaum oder Eukalyptus oder Gewürznelkenknospe

Kokosfett ggfs im Wasserbad sehr sanft schmelzen, mit den Ölen vermischen und in Braunglasflasche, am besten mit Pumpmechanismus, füllen. Bei sommerlichen Temperaturen bleibt dieser Mix flüssig. Für Babies und Kleinkinder die Menge der ätherischen Öle halbieren! Wer den Duftmix ähnlich aber als Fertigprodukt mag, kann sich bei Feeling den ‚Insektenschutz‚ (klick!) bestellen, er ist auch als Körper- und Raumspray erhältlich. Nach Stichen und Bissen helfen Bio-Aloe vera-Gel (ohne schädliche Synthetik-Verdicker oder Konservierungsstoffe), Lavendelöl, Pfefferminzeöl und diverse Hydrolate wie Rosenhydrolat, das leicht juckreizstillend/anästhetisierend wirkt.

Zum faszinierenden Thema der Pflanzen-Unterhaltung möchte ich gerne drei wundervolle Bücher empfehlen, vielleicht als Urlaubs-Lektüre?!

PS Wer mehr Infos und wissenschaftliche Arbeiten zum Eukalyptus-Wirkstoff p-Menthan-3,8-diol sucht, kann sie sich entweder g00glen oder in meinem früheren Artikel zum Thema (klick!) aufgelistet finden. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich zu meinen Blog-Beiträgen nicht noch zusätzliche Informationen recherchieren kann. Das Suchfeld hier rechts oben ist gut dazu geeignet, in den bislang circa 650 Beiträgen, die ich seit 2008 verfasse, wirklich sehr viele Antworten auf die am meisten gefragten Fragen zu geben. Einfach einige Stichwörter, die interessieren eingeben, es kommt fast immer etwas dazu!

aromapflege bei schmerzen nach verbrennungen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAus dem Land der Erzählungen der zauberhaften Sheherazadevon in ‚Tausendundeiner Nacht‘, also dem Iran, lesen wir regelmäßig schöne Erkenntnisse zur lindernden Wirkung von ätherischen Ölen bei Frauenleiden rund um die Monatsblutung und rund um Geburt und Stillzeit.

In einer aktuellen Arbeit aus der Universität Hamadan geht es um Schmerzlinderung bei und nach dem regelmäßig erforderlichen Verbandswechsel, wenn die PatientInnen an starkenVerbrennungen leiden. Die einfach verblindete, randomisierte klinische Studie erfolgte an 50 PatientInnen zwischen 18 und 65 Jahren mit Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Sie atmeten an zweit Tagen jeweils für 20 Minuten entweder fünf Tropfen 40%-ig in Wasser verschütteltes ätherisches Rosenöl (Rosa damascena) ein oder – in der Placebogruppe – reines Wasser. Beide Substanzen wurden jeweils auf ein Gazestück gegeben, das 20 cm von der Nase entfernt an der Kleidung der TeilnehmerInnen befestigt wurde. Die Pflegeperson, die die Gazestücke anbrachte, trug eine Atemmaske und konnte somit nicht riechen, was sie verabreichte. Die Schmerzwerte der PatientInnen wurden eine halbe Stunde vor dem Verbandswechsel ermittelt und jeweils 15 und 30 Minuten nach der schmerzhaften Prozedur.

Es wurde ein signifikanter Unterschied vor und nach dem Verbandswechsel notiert (P < 0.001), auch wurde ein signifikanter Unterschied (P < 0.05) der Schmerzintensität vor und nach der aromatherapeutischen Anwendung registriert. Zudem wurde die Schmerzintensität bei der Placebogruppe und der „Duftgruppe“ verglichen und als signifikant errechnet (P < 0.05).

Die Autoren dieser Arbeit folgern, dass die ergänzend zur Schmerzmedikation erfolgende Inhalation von Damaszener-Rosenöl hilfreich sein könnte, um die Schmerzen beim Verbandswechsel nach Verbrennungen zu reduzieren. [Bikmoradi A, Harorani M, Roshanaei G, Moradkhani S, Falahinia GH: The effect of inhalation aromatherapy with damask rose (Rosa damascena) essence on the pain intensity after dressing in patients with burns: A clinical randomized trial. Iran J Nurs Midwifery Res. 2016 May-Jun;21(3):247-54]. Diese neue Studie kann kostenfrei hier (klick!) herunter geladen werden.

hautzellen können nicht nur riechen sondern auch schmecken


Enziantee ohne Text-1Es war Ende des Jahres 2010, ein Professor, der sich seit Jahren für eine naturheilkundlich orientierte Dermatologie stark macht, sitzt im ICE von Berlin nach Freiburg. Er befand sich auf der Rückfahrt vom Europäischen Kongress für Integrative Medizin (ECIM). Der Arzt und Biologe Christoph Schempp hatte dort zwei Vorträge über die Wirkung von Birkenrinde und Johanniskraut auf die Haut gehalten, und saß jetzt auf der Rückfahrt im Zug.

Schempp_Christoph.jpg

Prof. Dr. Christoph Schempp

Er blätterte gedankenverloren in der „Neuen Zürcher Zeitung“. Plötzlich durchzuckte es ihn wie ein Blitz, als er die Seite „Wissen“ aufschlug und dort die Überschrift las: „Bittere Medizin hilft gegen Asthma. Bitterstoffe führen zu einer Entspannung der Muskulatur in den Atemwegen“. Sofort war seine Aufmerksamkeit wiederhergestellt.

Bitterstoffe sollten gegen Asthma helfen? Der Artikel in der NZZ berichtete über neue Forschungsergebnisse amerikanischer Wissenschaftler, die herausgefunden hatten, dass Bitterstoffe die Beweglichkeit von Flimmerhärchen im Nasenepithel und in der Lunge anregen und so zu einer verstärkten Reinigung der Atemwege führen. Der Dermatologe fand jedoch den Bericht über eine Publikation in der führenden medizinischen Zeitschrift „Nature Medicine“, die im Oktober 2010 publiziert worden war, besonders interessant.

Das Team um den Wissenschaftler Steve Liggett von der Universität Baltimore hatte herausgefunden, dass glatte Muskelzellen in den Atemwegen Rezeptoren für Bitterstoffe besitzen, und dass die Anwendung von Bitterstoffen zu einer Entspannung dieser Muskelzellen und Atemwege führt (zum Bericht in der renommierten Fachzeitschrift Nature geht es hier). Prof. Schempp erinnert sich: „Wir hatten schon früher einmal mit Bitterstoffen experimentiert und antibakterielle Wirkungen von Enzian, Bitterklee und Tausendgüldenkraut nachgewiesen. In weiteren Screenings waren die Bitterstoffe aber nicht besonders aufgefallen.“ Nun fragte er sich, ob sie nicht damals etwas übersehen hatten.

Könnte es sein, dass Bitterstoffrezeptoren nicht nur in der Nase und in der Lunge vorkommen, sondern auch in der Haut, und dort eine bisher unentdeckte Rolle spielten? „Zurück in Freiburg besorgte ich mir sofort die bis jetzt vorhandene Literatur über Bitterstoffrezeptoren, und auch die in der NZZ erwähnte Publikation. Am nächsten Tag diskutierten wir in unserer Arbeitsgruppe den Bericht aus der NZZ, und alle waren sogleich fasziniert von der Idee, dass die Haut auch schmecken kann. Unser neues Forschungsprojekt ‚Bitterstoffrezeptoren in der Haut‘ war geboren.“ Bisher hatte noch niemand diese Frage bearbeitet, deshalb galt es keine Zeit zu verlieren und den Vorsprung zu nutzen.

Ab jetzt arbeiteten die Freiburger Wissenschaftler daran, Bitterstoffrezeptoren in Haut und Schleimhaut zu finden. Die Freude war groß, als es mit Hilfe monoklonaler Antikörper gelang, das Vorhandensein von verschiedenen Bitterstoffrezeptoren sowohl in der Schleimhaut, als auch in der Haut eindeutig nachzuweisen. Es gelang den Wissenschaftlern sogar, mit verschiedenen Bitterstoffen und einem Extrakt aus Enzian diese Bitterstoffrezeptoren zu stimulieren. Zu ihrer Überraschung führte die Aktivierung der Bitterstoffrezeptoren in der Haut zu einem Einstrom von Kalzium und zu einer Synthese verschiedener Lipide und Eiweiße, die wichtige Bausteine beim Aufbau der Hautbarriere sind.

Velan_Serie KopieAußerdem konnte das Team um Prof. Schempp und Dr. Wölfle antiallergische und stoffwechselanregende Wirkungen von Bitterstoffen in der Haut nachweisen. „Nun war es an der Zeit, diese Entdeckung zum Patent anzumelden, um damit eine neuartige Hautpflege mit Bitterstoffen entwickeln zu können“ so Schempp. Am 28.Oktober 2013 wurde die Patentanmeldung beim Europäischen Patentamt eingereicht und die Entwicklung der Hautpflegeserie VELAN mit Bitterstoffen nahm ihren Weg.
Velare (lat.) heißt einhüllen, umhüllen. Ein Velum (lat.) ist eine Hülle, ein Tuch, das uns einhüllt und schützt, so wie unsere Haut. „Es war nicht einfach, geeignete Rohstoffe und Extrakte zu finden“, erinnert sich Schempp.

Enzian_gelb_Ursel_Bühring

Gelber Enzian (Gentiana lutea L.) by © Ursel Bühring

„Schliesslich stiessen wir auf einen Familienbetrieb im Allgäu, von dem wir biologisch angebaute Enzianwurzeln beziehen konnten. Der Extrakt aus diesen Wurzeln ist heute in allen Produkten der von uns entwickelten Pflegeserie enthalten.“ Nach dreijähriger Entwicklungsarbeit waren die sechs Velan-Produkte endlich fertig und konnten über die Universität Freiburg auslizensiert werden. Eine klare und übersichtliche Website mit Shopfunktionen wurde kreiiert. „Es waren aufregende fünf Jahre seit dieser Zugfahrt von Berlin nach Freiburg“, sagt Schempp. „Derzeit untersuchen wir, welche Rolle die Bitterstoffrezeptoren der Haut im Alter und bei Neurodermitis spielen“. Man darf gespannt sein, was die Wissenschaftler noch alles über die Bitterstoffrezeptoren der Haut entdecken werden.

Ich durfte die sechs Produkte der absolut innovativen Velan-Serie testen, es befinden sich keinerlei synthetisch-chemische Substanzen in diesen Produkten, die zudem strengen NaTrue-Siegel zertifiziert sind (mehr zu seriösen Siegeln für Naturkosmetik und ätherische Öle befindet sich hier). Klar, dass ich zunächst zur roten Serie mit den hautstraffenden Produkten griff, schließlich bin ich nicht mehr die Jüngste. Neben den Bitterstoffen aus der Bio-Enzianwurzel tragen lichtschützender und antiallergisch wirksamer Schisandra-Extrakt und Granatapfel zur Pflegewirkung bei. Das Serum ist ganz leicht und trotzdem wunderbar nährend, obwohl es sich extrem sparsam auftragen lässt. Eigentlich brauche ich darüber kein anderes Produkt, vielleicht mal im Winter. Serum und und die prima einziehende Bodylotion duften ganz zart und fast pudrig nach Palmarosa und einem Hauch Lemongrass.

Mein ‚Pubertier‘ (17 Jahre) setzt in Notfällen (Party steht an) das Reine Haut Akut-Gel aus der grünen Serie ein. Dieses Gel kam wie gerufen, als er eine antibiotische Salbe „unbedingt brauchte“, die würde jeder besitzen und benutzen. Ich war froh, dass ich ihm auf der Stelle eine Alternative reichen konnte. Weidenrinde in diesen zwei Produkten enthält Polyphenole (Gerbstoffe, Flavonoide), Salicylsäure und Salicin (Weidenbitter). Manuka und Ackerminze erfrischen und klären das Hautbild, Manuka rückt zudem den lästigen Akne-Bakterien auf den Leib. Für das Testen der Peelingmaske werde ich demnächst ein weibliches ‚Pubertier‘ anheuern. Die blaue Serie kommt ganz ohne ätherische Öle aus und ist damit ideal für Menschen mit problematischer, juckender, schuppender Haut geeignet. Zudem ist denkbar, dass man den samtigen Körperbalsam und die beruhigende Gesichtscreme mit eigenen Lieblingsdüften anreichert.

Velan_Produkte_WebsiteDiese sechs Produkte kosten zwischen 5,95 € (Akut-Gel) bis 24,95 € (Pflegelotion zum Straffen), das mag zwar zunächst nicht preiswert erscheinen, doch die Produkte sind wirklich sehr ergiebig und beinhalten nur pflegende Substanzen und keinerlei mineralische Träger- oder Verlängerungsstoffe, sind also pure Naturpflege vom Feinsten. Sowas wie zartschmelzende Schoki-Trüffel für die Haut – aber garantiert kalorienfrei (wer weiß, es handelt sich ja um notfalls essbare Kosmetik… 😉 ) Zu bestellen auf der Velan Shop-Seite (klick!)

Der wissenschaftliche Hintergrund

Wölfle_Ute_2016

Dr. Ute Wölfle

Die Erforschung der hautpflegenden und hautregenerierenden Inhaltsstoffe dieser kleinen aber sehr feinen Kosmetikserie  wurde am Forschungszentrum skinitial an der Klinik für Dermatologie und Venerologie der Uni Freiburg durchgeführt. Dort widmet sich ein Team um Dr. Christoph Schempp und Dr. Ute Wölfle (die übrigens schon mal bei mir hier in Irland an einer Duft-Erlebnis-Woche teilnahm) der wissenschaftlichen Erforschung der Wirkung von Pflanzen und Licht auf die Haut.

Standardisierte Pflanzenextrakte enthalten eine Vielzahl therapeutisch interessanter sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe und Naturstoffe, z.B. Antioxidanzien, entzündungshemmende und antimikrobielle Substanzen (siehe Velan Website). Die dermatologische Nutzbarkeit vieler solcher Stoffe ist erst ansatzweise erforscht.

Methodenspektrum :: Bei der Prüfung von Wirksamkeit und Verträglichkeit von Naturstoffen kommt der Dermopharmazie, die sich mit geeigneten Darreichungsformen (Galenik), der Wirkstoff-Freisetzung und der Penetration in die Haut beschäftigt, eine besondere Bedeutung zu. Dermatologisch verwendete Naturstoffe sollten kein sensibilisierendes oder phototoxisches Potenzial besitzen. Im Labor sind verschiedene Zellkultur-Modelle und molekularbiologische Methoden etabliert.

Klinisch werden die Substanzen in Hauttests (Patchtest, Ultraviolett-Erythemtest) und in Pilotstudien, z.B. bei Neurodermitis, untersucht. Zum klinischen Methodenspektrum gehören hautphysiologische Untersuchungen wie Messung der Hauthydratation, des transepidermalen Wasserverlustes, der Hautdurchblutung, des Hautfettgehaltes und der Pigmentierung. In das Forschungszentrum integriert ist ein Studienzentrum für entzündliche Hauterkrankungen, in dem zertifizierte Prüfärzte und eine Study nurse klinische Studien nach GCP (good clinical practice) durchführen.

Kooperationen :: Der integrative Ansatz des Zentrums kommt durch interdisziplinäre Forschungsprojekte mit naturwissenschaftlichen Fachrichtungen wie Allergologie, Biologie und Pharmazie zum Ausdruck, aber auch durch Einbeziehung alternativer Forschungs- und Therapieansätze wie der anthroposophischen Medizin und die Kooperation mit dem Unizentrum für Naturheilkunde.

Forschungsprojekt || Wirkung von Bitterstoffen an der Haut :: In den letzten Jahren wurde entdeckt, dass bestimmte Geschmacksrezeptoren, die Bitterstoffrezeptoren (T2Rs), nicht nur im Mund und Rachenraum vorhanden sind, sondern auch in den Bronchien der Lunge vorkommen. Die Bindung von Bitterstoffen an Bitterstoffrezeptoren in der Lunge führt zu einer Erweiterung der Bronchien, was eventuell für die Behandlung des Asthma bronchiale genutzt werden kann. Das Forschungszentrum skinitial konnte zeigen, dass auch die Haut Bitterstoffrezeptoren besitzt.

Pflanzliche Bitterstoffe aus dem Enzian oder Weidenbitter (Salicin aus der Weidenrinde) binden an diese Bitterstoffrezeptoren und bewirken einen Calciumeinstrom in die Hautzellen. Dies stimuliert die Lipidsynthese und die Produktion von bestimmten Proteinen, die entscheidend am Aufbau der Haut beteiligt sind (Keratine, Filaggrin). Bitterstoffe regen dadurch den Stoffwechsel der Haut an. Darüber hinaus besitzen sie antiallergische Wirkungen. Antiallergische Wirkung von Amarogentin.

Forschungsprojekt || Gerbstoffe bei der Behandlung von Hautentzündungen :: Gerbstoffe, zum Beispiel aus der Eiche, der Zaubernuss und der Blutwurz sind eine Gruppe von pflanzlichen Polyphenolen mit adstringierender und entzündungshemmender Wirkung. Darüber hinaus gehen Gerbstoffe chemische Bindungen mit Eiweißen ein und wurden deshalb zum Gerben von Leder verwendet. Im molekularen Bereich wirken Gerbstoffe auch als Immunmodulatoren und gegen Krebszellen. Gerbstoffe werden heute vor allem in der anthroposophischen Medizin als regulierende Therapeutika eingesetzt, um überschießende Proliferation, Ödembildung und atopische Erkrankungen zu behandeln. Die verwendeten Gerbstoff-haltigen Arzneimittel werden u.a. aus der Eichenrinde und aus dem Rhizom der Blutwurz (Potentilla officinalis) hergestellt. Das Forschungszentrum skinitial führt klinische und experimentelle Untersuchungen zu gerbstoffhaltigen Pflanzen durch.

Forschungsprojekt || Wirkung von Antioxidanzien auf die Haut :: Oxidativer Stress spielt eine wichtige Rolle bei der Hautalterung, aber auch bei Entzündungen der Haut und bei der Entstehung bestimmter Hautkrebs-Arten. Deshalb sind Antioxidanzien interessante Wirkstoffe für die Prävention und Behandlung dieser Hautprobleme. Antioxidanzien neutralisieren schädliche Sauerstoff-Radikale, wie sie z.B. durch UV-Bestrahlung entstehen. Neben Vitamin E und C und Ubichinon (Coenzym Q10) sind Carotinoide und pflanzliche Polyphenole die wichtigsten Antioxidanzien. Zu den Polyphenolen gehören das Resveratrol, die Tannine und die Flavonoide. Bekannte Flavonoide sind Quercetin und Luteolin, die wegen ihrer antioxidativen Wirkung häufig in Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt werden. Das Forschungszentrum skinitial erforscht insbesondere das Flavonoid Luteolin und die Pflanze Reseda luteola, und deren Wirkung auf UV-induzierte Entzündungen der Haut.

Forschungsprojekt || Wirkung von Birkenkorkextrakt auf die Haut :: Das Forschungszentrum skinitial beteiligte sich in den letzten Jahren an der klinischen und experimentellen Erforschung von Betulinen aus der Birkenrinde und deren Wirkung auf die Haut. Es wurden explorative Anwendungsbeobachtungen durchgeführt, bei denen sich zeigte, dass insbesondere Hauterkrankungen mit einer geschädigten Barrierefunktion gut auf die äusserliche Anwendung von Betulin ansprechen (Intertrigo, Verbrennungen, akute Ekzeme, oberflächliche Wunden). In experimentellen Untersuchungen wurde von skinitial gezeigt, dass Birkenkorkextrakt differenzierungsfördernde Wirkungen auf Hautzellen hat.

puder selbst herstellen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Reispulver

Wie versprochen, geht es weiter mit Mitbringseln aus meiner „Fliegenden Wundertüte“. Ich war auf meiner Seminarereise begeistert von einer klasse Möglichkeit, feinsten Körper- oder Babypuder herzustellen. Nichts ist einfacher! Noch angenehmer, als Mais- oder Kartoffelstärke zu verarbeiten, wie ich es bislang kannte, ist Reispulver zu Puder zu verarbeiten. Ich kannte bislang allerdings eher eine etwas miefige Bio-Qualität, die schon beim Eintreffen etwas ranzig roch, dafür habe ich ein viel zu feines Näschen. Umso begeisterter war ich, als Evelyn Deutsch mir das samtige Reispulver (klick!) zeigte, das man in zwei Minuten in einen Luxuspuder verwandeln kann. Ich bin so eine Pudertante, vor allem seit ich keine Chemiedeos mehr verwende, ist Puder eine wunderbare Möglichkeit, sich nach schweißtreibenden Tätigkeiten auf die Schnelle wieder frisch zu machen.

Man gibt einfach einige Tropfen ätherisches Öl in eine gebrauchte oder neue Puderdose (notfalls tut es sogar ein gläserner ausgedienter Kräuter- oder Gewürzstreuer mit feinen Öffnungen), beispielsweise 15 Tropfen Iris 1%ig, oder 2 Tropfen Rose mit 2 Tropfen Rosengeranie/Palmarosa. Auch 5 Tropfen Lavendel und 2 Tropfen Vetiver sind fein, sie duften wesentlich herber. Für ein Baby reicht 1 Tropfen Rosenöl, eventuell noch mit 2-3 Tropfen Bio-Vanilleextrakt. Die Wände der Dose oder des Glases gleichmäßig mit den Naturdüften benetzen, Reispulver einfüllen, gut vermischen, einige Tage ziehen lassen.

Das Reispulver ist prima geeignet, wenn man die Haut von krebsauslösender Mineralöl-„Kosmetik“ auf Naturkosmetik umstellen möchte, es bindet Haut-Ausscheidungen wie Fett, Feuchtigkeit und eventuell nicht verträgliche Übersäuerungs-Ausscheidungsprodukte. Mineralöle und die sie begleitenden MOAHs, die Hautbestandteile von konventionellen Pflegeprodukten, stehen immer mehr im Verdacht, sich im Körper anzureichern (vor allem wenn sie wie bei Lippenpflegestiften und Lippenstiften „gegessen“ werden, dazu kann auch hier nachgelesen werden).

Das fein-samtige Reispulver wirkt leicht kühlend, beruhigend und kann helfen, kleine Entzündungen auf der Haut zu reduzieren. Das ist ein ideales Einsatzgebiet für bettlägerige PatientInnen, vor allem wenn sie stark schwitzen, heftige Medikamente nehmen müssen und intertrigo-gefährdet sind (Hautprobleme an Stellen, wo Haut auf Haut scheuert wie in Fettfalten oder unter der weiblichen Brust). Mit Rosenhydrolat kann man die Reste später schonend reinigen und die Pflegewirkung unterstützen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Bärlapp-Sporen

Wenn entzündliche und ekzematische Haut mit Puder gepflegt wird, kann die Wirkung durch den Zusatz von einem Teelöffel der seidenweichen Bärlapp-Sporen (klick! Lycopodium clavatum), welche etwas Schwefel enthalten, verstärkt werden.

Die meisten konventionellen Puder werden aus Talkum hergestellt, dieser steht im Verdacht, vor allem wenn er im Intimbereich ständig eingesetzt wird, Eierstockkrebs auszulösen. Talkum wird aus Talkgestein gewonnen und nach der Reinigung feinst vermahlen, die winzigen Partikel werden als ähnlich toxisch wie Asbest eingestuft, insbesondere, wenn sie eingeatmet werden. Eine Zumutung für Babys und auch für deren junge Eltern. Wer englisch lesen kann, findet auf der Seite der American Association for Cancer Research (klick!) einige wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Risiko von krebs durch Talkum befassen.

So oder so ein guter Grund, bei Groß und Klein auf pflanzlichen Puder aus Reispulver umzusteigen!

wenn die rose und das gänseblümchen…


Kleindienst_DIY_CoverHier in Irland blühen die ersten Gänseblümchen und werden fast übersehen ob der majestätischen Kamelienblüten, die man nun überall sieht. Passend dazu kam dieser Tage ein Umschlag aus Österreich, darin befand sich ein neues „Baby“ von Ingrid Kleindienst-John übrigens ihr sechstes: DIY Schönheitswasser (klick!).

Beim Auspacken fällt auf, das sich das netten kleine Büchlein schön anfasst, auch die Innenseiten sind aus einem angenehm matten Papier und etwas nostalgisch anmutend. Wer auch immer das hübsche Layout in der Hand hatte, zeigt (seinen?) ihren Bezug zum Thema „Schönheitswasser selber machen“.

Kleindienst_DIY5Das Buch ist eher wie ein Notizheft für Kräuterrezepte konzipiert, ist liebevoll mit einem Faden gebunden (statt der so oft vorhandenen Rückenklebung, die bei stärkeren Aufklappen auseinander bricht), es wirkt wie ein Hardcover obwohl es einen flexiblen Einband hat und hat übersichtliche 64 Seiten, ist alphabethisch geordnet.

Kleindienst_DIY1Es sind sehr einfach nachzumachende Rezepturen von A wie Augentrost bis Z wie Zitronenmelisse, sozusagen für jede Jahreszeit jeweils einige super-einfache Schönheitselixiere zum Rühren in der heimischen Küche. Die Rose bekommt ganz zum Start ihre eigenen Seiten. Einige der 18 Pflanzen sind wirklich überall zu finden wie das unscheinbare und mega-gesunde Gänseblümchen und die Holunderblüten, einige sind schon eher „exotisch“ wie die Madonnenlilie oder nicht so bekannt wie Augentrost oder die Wiesenflockenblume. Die weiteren Zutaten sind  – vielleicht bis auf den bio-konformen Emulgator Montanov – wirklich absolute Grundzutaten, die wirklich sehr vielseitig einzusetzen sind und allesamt ein Jahr oder mehr haltbar sind. Oder sowieso in der Küche stehen wie Honig oder Buttermilch. Natürliches Glycerin kann man hier bestellen, es ist auch für zahlreiche andere Haushaltsdinge nützlich wie Dichtungen (am Auto) geschmeidig halten, Montanov gibt es hier.

Kleindienst_DIY3Die Herstellung der Pflanzenwässer erfolgt nach der Espressomaschinenmethode, die am Anfang und am Ende des Buches mit Illustrationen kurz erläutert wird. Das Endprodukt ist gekühlt maximal eine Woche haltbar (anders als echte Hydrolate). Damit handelt es sich um Frischekosmetik, die im Maximalfall, wenn sie mit Apfelessig hergestellt wird, vier Wochen haltbar ist. Gesichtsmasken macht man ohnehin frisch für eine Anwendung (das schaffe jede moderne Aphrodite: Heilerde oder zerdrückte Avocado mit einem Pflanzenwasser mischen, auftragen, entspannen, abwaschen).

Kleindienst_DIY2Sogar an hübsche Vorlagen für die Beschriftung der Hauskosmetik hat Ingrid gedacht, sie können vergrößert und farbig kopiert werden.

Kleindienst_DIY4.JPGDer einzige Nachteil: Das Buch riecht sehr streng nach Druckerfarbe. Aber es ist ja erst wenige Tage alt, vielleicht vergeht das noch.

Dieses Buch ist ein schönes Verschenkbuch für Frühlingskinder, vielleicht mit einem Sträußchen Gänseblümchen oder einem Tiegel Sheabutter, damit Naturkosmetik-Interessentinnen ganz schnell mit diesem Hobby durchstarten können (aber Vorsicht, kann „süchtig“ machen!). Ich finde es prima, dass man der Haut nur das „zu futtern“ gibt, was man auch ganz normal essen kann. In diesem Sinne passen die Ideen in diesem Rezeptbüchlein prima zu meiner Facebook-Gruppe „Essbare Kosmetik“ (die aus Versehen auf „geheim“ gestellt wurde und nun nicht mehr zu öffnen ist, bitte auf meiner persönlichen Facebook-Seite „um Einlass bitten“). Auf der Facebook-Aromatherapie-Seite gibts Studien, Blogbeiträge und verlinkte Artikel von anderen Kolleginnen. Und wer nun nicht genug bekommt vom Selbermachen, kann sich noch Ingrids Buch DIY Wolle färben zulegen, ich wette, auch dieses Hobby hat ein Suchtpotenzial!

aromapflege für’s baby und kleinkind


Evelyn_Deutsch_Pflege-Ampel

Diese drei Bio-Aromapflegeprodukte im Wert von über 45 Euro sind zu gewinnen

Noch fünf Tage zum Eintragen und Gewinnen, bitte-bitte-bitte nur HIER (klick!) im Original-Artikel ‚Bloggi-Burtstag‘ [auf der grauen Sprechblase rechts oberhalb der Überschrift] bis um Mitternacht am 25. November aufschreiben, welches eurer erfolgreichster Öle-Einsatz war oder ist; andere Einträge wie hier bei diesem Text oder auf Facebook kann ich leider nicht berücksichtigen.

Neben dem praktischen, weil winzigen Öleetui-Schlüsselanhänger und den fünf klinik-erprobten Aromapflegeölen von Neumond bekommt ein(e) dritte(r) glückliche(r) GewinnerIn eine „Pflege-Ampel“ im Wert von über 45 Euro aus den wunderbaren Aromapflege-Serien von Evelyn Deutsch Aromapflegeprodukte, gerade vor ein paar Tagen frisch von mir aus Wien mitgebracht. Die grüne Kinderpflegeserie ist erst kürzlich auf den Markt gekommen. Damit bietet meine hoch geschätzte Kollegin eine maßgeschneiderte Lösung für alle ganz jungen Aromapflegefans an. Bislang waren Evelyns Aromapflegeprodukte für Erwachsene konzipiert und für Kinder unter 8 Jahre nur in Verdünnung anzuwenden. Sie hat jetzt sowohl ein paar der bestehenden Produkte bezüglich der Konzentration und der Inhaltsstoffe speziell für Babys und Kinder angepasst, dazu auch einige spannende und wichtige neue Produkte kreiert. Um die neuen Kinderprodukte klar von den Aromapflegeprodukten für Erwachsene abzugrenzen, hat sie die Etiketten in ein kräftiges (beruhigend wirkendes) Grün getaucht!

Aromapflegeprodukte herzustellen obliegt einer ganz besonderen Verantwortung, da diese für den Einsatz bei pflegebedürftigen und kranken Menschen bestimmt sind. Daher entsprechen die Evelyn Deutsch Aromapflegeprodukte nicht nur der aktuellen Kosmetikverordnung, sondern darüber hinaus wird die Herstellung nach arzneimittelrechtlichen Vorschriften durchgeführt. Alle Produkte sind zertifiziert, notifiziert (CPNP), sicherheitsbewertet, verfügen über eine österreichische Pharmazentralnummer (PZN) und wurden dermatologisch getestet! (Sie sind jedoch auch in Deutschland ohne höheres Porto bestellbar.) Alle ätherischen Öle und fetten Pflanzenöle in Evelyns Produkten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Es werden keinerlei synthetische Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe, sowie keine Rohstoffe auf Mineralölbasis verwendet. Die Standards, die der Gesetzgeber für Naturkosmetik festgelegt hat, genügen ihren Ansprüchen schon lange nicht mehr, daher verzichtet sie ganz bewusst auf eines der vielen Siegel.

Evelyn_Deutsch_Pflege-ProdukteDer zarte Brustbalsam für Babys und Kinder, der also zu den diesjährigen Gewinnen gehört, wird bei Bedarf sanft auf den Brust- und Rückenbereich aufgetragen. Er ist auch sehr gut in Form einer Ölkompresse anzuwenden! Das rein natürliche Produkt verbessert das freie und tiefe Durchatmen, sorgt für ein ruhigeres Durchschlafen und ist sehr wohltuend bei Hustenreiz. Evelyn hat mir noch ein Gläschen ihrer neuen Harzsalbe mitgegeben, die ein perfekter Schutz für die Haut bei besonderen Strapazen ist: extreme Wind- und Wettereinflüsse, häufiges Händewaschen, Inkontinenz und viele mehr. Das dritte Gläschen enthält den bewährten Atem-Aktiv-Balsam, der das freie Durchatmen verbessert und hilft, die Atemwege ganz sanft zu befreien, ohne in der Nase zu stechen oder den Eindruck von Schärfe zu vermitteln. In der institutionellen Pflege ist er eine wertvolle Unterstützung zur Pneumonieprophylaxe.

Wer als Pflegende unter meinen LeserInnen noch nicht mitbekommen hat, dass es eine ganz neue Untersuchung zur Nicht-Keimbelastung von ätherischen Ölen gibt, kann dies in der Herbst-Ausgabe von ‚Hand in Hand mit der Natur‘ nachlesen, hier (klick!) online lesen (alle BestellerInnen von Evelyns Shop bekommen die ‚echte‘ Zeitschrift mit ins Päckchen gelegt). Ab Seite 8 wird eindrucksvoll beschrieben, wie vier ätherische Öle und ein Raumbeduftungs-Gerät absichtlich mit den üblichen Krankenhauskeimen (Candida, ESBL, MRSA und ein normaler Staphylococus aureus-Stamm) verunreinigt wurden und wie schnell diese sich wieder erholt haben, d.h. wieder steril geworden sind, das ist ein mega-wichtiges Ergebnis für die institutionelle Pflege.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFür alle Interessierten wird es zum Thema ‚Aromatogramm – Mikrobiologische Diagnostik in der Aromatherapie‘ drei Seminare in Wien geben. Die sympathische und engagierte Fachärztin für Medizinische und Chemische Labordiagnostik Dr. Gerda Dorfinger, die die beschriebene Untersuchung machte, wird an den drei Seminartagen eindrucksvoll zeigen und erklären, wie solche reproduzierbaren Nachweise erstellt werden können. Die Termine: nächste Woche 27. November 2015 (ausgebucht jedoch mit kurzer Warteliste), 27.4.2016 und 10.11.2016, Infos und Anmeldung hier (klick!). ZU GUTER LETZT: Die Termine für meine Duftwochen stehen zwar bereits seit dem Frühsommer (auch wenn Google bei manchen InteressentInnen offensichtlich anderer Meinung ist), doch ich habe nun endlich auch geschafft, meine schön bebilderte Duftreisen-Broschüre mit allen Details über Themen, Ausflüge, Unterkunft, Essen, Anreise etc zu aktualisieren, das 14-seitige Heft kann hier (klick!) kostenlos runtergeladen werden (oder auf das Cover klicken, 3 MB).

1Duftreise_MeditationsgartenDen Frühbucher-Rabatt von 50 Euro gibt es für alle Anmeldungen, die bis zum 20. Dezember erfolgt sind (und wenn bis dahin 20% des Teilnahmepreises ab 940 Euro gezahlt sind: dieser Preis enthält 7 Übernachtungen im Zweibettzimmer, Vollpension auf Wunsch auf vegetarisch, die Exkursionen und Eintritte, den theoretischen Unterricht samt Unterlagen, Rohstoffe und Gefäße). Andere Ernährungswünsche und Einzelzimmer gegen Aufpreis. Die kurze Termine-Übersicht samt Anmeldeformular ist hier (klick!) zu finden (das praktische Formular kann am Computer ausgefüllt werden, gespeichert werden und an uns gemailt werden). Wunderschöne Foto-Impressionen von 2015 zeigt Christine Lamontain auf ihrem Blog hier und hier.

aromapflege-öle zu gewinnen


1Neumond_Pflegeöle

Die fünf Bio-Aromapflege-Öle von Neumond (je 20 ml) im Wert von circa 30 Euro, die ein(e) glückliche(r) Gewinner(in) testen kann

Vor 10 Tagen habe ich eine Verlosung (klick!) angekündigt und geschrieben, dass ich neben dem praktischen Etui für drei Erste-Hilfe-Öle noch etwas verlosen werde. Es handelt sich um ein Set der überaus erfolgreichen Bio-Pflegeöle der Firma Neumond (klick!). Diese wurden von Pflegefachleuten für reale Patienten und ihre konkreten Bedürfnisse in einer süddeutschen Klinik entwickelt und von der engagierten Ätherische-Öle-Firma aus der Nähe von München für jedermann und jederfrau zu einem vernünftigen Preis zur Verfügung gestellt.

Da es sich nicht um eine Pharmafirma handelt, die millionenschwere Budgets für Wirksamkeitsbeweise zur Verfügung hat, mussten die Verantwortlichen bei Neumond Namen für jedes Produkt finden, die klar machen, worum es sich handelt, ohne medizinisch-therapeutische Versprechen auf das Etikett zu drucken. Zunächst dürfen die Öle nur als ‚kosmetische Produkte‘ geführt werden, sie gelten also als Naturkosmetik. Wenn nicht ‚gegen Schmerzen‘ oder ’schmerzlindernd‘ auf einer Packung stehen darf, muss man sich eben etwas einfallen lassen, beispielsweise ‚wohltuend für Muskeln und Gelenke‘ oder so ähnlich. Wenn nicht die Anti-Decubitus-Vorsorgewirkung angepriesen werden darf, muss man Wörter wie ‚Haut‘ und ‚Regeneration‘ oder ‚Vitalität‘ oder etwas ähnliches schreiben.

Neumond_Öle2010_xsDie Begriffe ‚Erkältung‘, ‚Schlafstörungen‘ oder Hämatom (blaue Flecken)‘ sind auch zu meiden, es muss kreativ nach verständlichen Alternativen gesucht werden. Insider wissen sowieso, dass eine Ölemischung, in der sie Immortelleöl vorfinden, bei Prellungen und blauen Flecken äußerst hilfreich ist. Wenn von Stärkung der Widerstandskraft der Haut die Rede ist, kann man sich fast denken, dass damit Druckgeschwüre (Decubitus) – insbesondere bei immobilen Langzeit-Patienten – vorgebeugt werden kann. Diese Produkte können übrigens auch ohne Verlosung hier (klick!) gekauft werden.

Dem Team von Neumond ist neben der sorgfältigen Produktherstellung dieser juristische Spagat einer vorgeschriebenen Produkt-Prosa gelungen. Sie verwenden hochwertige zertifizierte Bioöle, anders als gängige Pharmaprodukte, die oft nur so von Mineralölen, Parfümstoffen, Farbstoffen, Konservierungsstoffen und anderen Seltsamkeiten strotzen (dafür halten sie ewig lange). Auf Naturbasis zusammen gestellte Rezepturen halten „nur“ circa zwei Jahre, in manchen Fällen zwingt der Gesetzgeber sogar, noch kürzere Daten aufzudrucken. Diese Aromapflegemittel ziehen – anders als Erdölprodukte – prima ein, sie pflegen ganzheitlich, da sie auch der Seele gut tun, sie duften in vielen Fällen gut oder sogar wundervoll und wirken sehr überzeugend bei der Linderung von diversen Beschwerden, die einen als Mensch so plagen können. Ich durfte erst vor einer Woche bei kofferschlepp-bedingten Knieschmerzen die Mischung für ‚Muskeln und Gelenke‘ ausgiebig testen, Zitroneneukalyptus in Johanniskraut-Mazerat (und noch weiteren ätherischen Ölen) ist einfach ein prima Helfer.

Fünf Öle dieser wunderbaren Aromapflege-Serie gibt es im Rahmen meiner Blog-Geburtstag-Verlosung als Set zu je 20 ml gewinnen. 68 gewinnwillige LeserInnen haben sich bereits eingetragen, ich hoffe, es werden noch ein paar mehr, bei meiner letzten Verlosung waren es 240 BewerberInnen (allerdings gab es eine ganze Duftwoche bei mir zu gewinnen 😉 ). Es ist noch eine gute Woche Zeit: Einfach bis zum 25. November hier (klick! es zählen nur Kommentare auf diesem verlinkten Blogbeitrag, sonst verliere ich die Übersicht) im vergangenen Blog-Text im Kommentarefeld (klick auf Sprechblase rechts neben der Überschrift) ganz kurz aufschreiben, bei welcher Beschwerde oder Stimmungslage Ihr nur (oder fast nur) mit ätherischen Ölen erfolgreich behandelt (beispielsweise bei Kopfschmerzen, Prellungen, Müdigkeit, Akne, Heuschnupfen, PMS, Krampfadern, Raumbeduftung bei Stress etc). Bitte maximal drei Anwendungsgebiete nennen, diese können Dich persönlich betreffen oder auch eine andere Person, der man etwas Gutes tut.

Wer ‚einfach‘ eine Duftwoche inmitten der subtropischen Duftpflanzenwelt Südwest-Irlands für nächstes Jahr einplanen möchte, findet das Termine- und Anmeldeformular hier (klick!). Impressionen und wunderschöne Fotos über die Happy-Düfte-Woche sowie die Pflanzen samt Landschaft hat Christine Lamontain heute auf ihrem lesenswerten Blog ‚Das olfaktorische Duftgespräch‚ (klick!) zusammen getragen.

zitronenduftende ätherische öle


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Zitronen-Manuka (Zitronen-Teebaum)

In den letzten zwei Tagen durfte ich an einer anspruchsvollen Aromatherapie-Abschlussprüfung in Bern teilnehmen, genauer gesagt musste ich die aufgeregten Prüflinge mit jeweils knapp zwei Dutzend Fragen durch die mündliche Prüfung „quälen“. Es sollten Duft- und Ölpflanzenpflanzen, die auf dem Tisch standen, erkannt und erläutert werden, oft ganz freiwillig wurde auch einiges zur Chemie der ätherischen Öle mitgeteilt, es wurden Anwendungsgebiete und Vorsichtsmaßnahmen erläutert und freilich auch Düfte verglichen und erkannt. Eine Verwechslung von Sanddorn und Feuerdorn wurde aufgeklärt und Begriffe wie „Spreitverhalten“ von fetten Ölen wurden abgefragt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Zitroneneukalyptus

Wir hatten sogar ein mega-seltenes Pflänzchen dabei, einen jungen Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora), dessen haarige Blättchen von jeder Teilnehmerin sanft gerieben wurden, der Inhaltsstoff Citronellal oder zumindest die Gruppe der Aldehyde wurden immer erkannt. Es wurde erstaunlich viel richtig beantwortet, bravo an die tapferen Damen, die wirklich viel gelernt hatten! Die Diplomarbeiten waren auch alle sehr spannend, ihre Inhalte wurden jeweils in einem Vortrag präsentiert, alle Teilnehmerinnen durften also dazu lernen, schnuppern, einreiben.

Besonders das selbst gemacht feuchte Toilettenpapier fand großen Anklang, diese mit Lavendelhydrolat und Palmarosa gesättigten Tücher wurden für ein junges Schulkind mit einst extremer Verstopfung kreiert. Mit Hilfe von diversen Ätherisch-Öl-Anwendungen, auch solche die das Kind selbst bei Bedarf durchführen kann, konnte es von Abführmitteln entwöhnt werden. Es ging in einer anderen Arbeit um einen ganz schlimmen Reizdarm, der seiner Inhaberin das Leben so schwer machte, dass sie ihren Bauch am liebsten „heraus schneiden“ wollte. Sie hat durch ätherische Öle inzwischen wesentlich mehr an Lebensqualität gewinnen können.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Der Prüfungstisch bei der Sela Schule in Bern

Zweimal ging es um die Haut: das Verschwinden von vielen Warzen am Fuß wurde eindrucksvoll mit Fotos dokumentiert (die junge Inhaberin der Füße hasste einst ihre Füße), dabei helfen immer wieder die zitronenduftenden monoterpenaldehyd-haltigen Öle; auch die deutliche Reduktion einer extrem schlimmen Akneform wurde uns anhand von vielen Bildern geschildert.

Starke Rückenverspannungen und die Linderung von ADHS mit ätherischen Ölen waren zwei weitere der gewählten Facharbeiten. Auch die erfolgreiche Linderung von Menstruationsschmerzen sowie die lange und sorgfältig geplante Entwicklung einer erfolgreichen Mundspülung für BewohnerInnen eines Pflegeheimes haben uns begeistert.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Zitronen-Manuka (Zitronen-Teebaum)

Als Dank bekam ich (unter anderem) ein Fläschchen des frisch eingetroffenen und gestern abgefüllten Öles des Zitronen-Teebaum (Leptospermum petersonii F.M. Bail., früher Leptospermum citratum, englisch: lemon tea-tree,) der Schweizer Firma Florentia geschenkt. Was für ein Freude, ich hatte erst kürzlich mein Öl einer anderen Firma verschenkt, weil jemand so wild drauf war, und hatte noch nicht nachgeordert. Dieses neue Öl ist sogar noch schöner, es duftet stark nach Litsea und Zitronemyrte, dazu ist im Hintergrund eine Ähnlichkeit mit Zitroneneukalyptus und Melisse wahrnehmbar. Durch einen Anteil an Geraniol schimmert auch schon mal ein Hauch Rosenduft durch. Laut Aroma-Zone kann es enthalten:

  • Geranial: 34.26%
    Neral: 33.67%
    Citronnellal: 18.90%
    Citronnellol: 4,07%

Das Öl stammt aus den Blättern eines circa 4 Meter hohen und 3 Meter breiten Groß-Strauches, der in warmen Klimazonen gerne als kleiner Straßenbaum kultiviert wird. Mein Sträuchlein zu Hause ist noch nicht mal einen halben Meter hoch, die ovalen Blättchen duften wirklich wundervoll zitronig. es ist sehr durtig und schnell beleidigt, wenn man nicht ordentlich gießt. Bereits 1942 wurde das ätherische Öl daraus vom australischen Wissenschaftler Penfold als antibakteriell eingestuft. Inzwischen wird die Pflanze nicht nur dort, sondern auch im Süden Afrikas und in Guatemala angebaut.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Prüfungsfrage: Was haben alle diese Pflanzen gemeinsam?

Wie alle aldehydreichen Öle in starker Verdünnung wirkt das ätherische Öl beruhigend und entzündungshemmend. Insbesondere virale Erkrankungen vom Schnupfen über die Grippe und viele Kinderkrankheiten können damit begleitet werden. Herpesviren, insbesondere in Warzen, dürften das Öl gar nicht schätzen. In Australien wird es gerne in Ergänzung zu Teebaum (Melaleuca alternifolia) verwendet, um die Wirkung zu verstärken und um den eher ‘medizinischen’ Duft aufzuhübschen.

In einer Studie von 2009 kann man nachlesen, dass dieses Öl ein spannendes Gebiet für Aspergillosen der Lunge sein könnte, insbesondere Menschen, die mit Cystischer Fibrose (Mukoviszidose) zu kämpfen haben, werden oft von diesem tückischen Pilz angegriffen. Das Öl wurde in vitro und in Tierexpirimenten (Inhalation) untersucht und für hervorragend wirksam befunden – besser als handelsübliche Medikamente, die derzeit eingesetzt werden –  zudem wirkt es nicht toxisch. [Hood JR, Burton D, Wilkinson JM, Cavanagh HMA: Antifungal activity of Leptospermum petersonii oil volatiles against Aspergillus spp. in vitro and in vivo. J Antimicrob Chemother. 2010 Feb;65(2):285-8.]

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Eine der Diplomarbeiten, die verwendeten Öle dieser Einzelbeobachtungs-Studie und das feuchte Toilettenpapier

Das feine ätherische Öl ist auf der Website von Florentia zu finden, dort findet man auch so seltene Öle wie Bischofskraut (Ammi visnaga), das bei obstruktiven Atemwegerkrankungen und sogar bei Angina pectoris unterstützend eingesetzt werden kann. Das zauberhafte und fast ebenso seltene Öl der Indianernessel (Monarda fistulosa) ist dort zu haben und auch die „Psycho-Bombe“ Petit Grain Mandarinier, das knapp 50 Prozent Methylanthranilat enthält (es riecht nicht umwerfend, kann jedoch als Mini-Zugabe in stimmungsaufhellenden Mischungen eine große Hilfe sein). Im Moment gibt einige eher kostenintensive fette und ätherische Öl (wie Immortelle) sogar zum Sonderpreis. Die deutschen InteressentInnen finden es auch bei Maienfelser Naturkosmetik.

Eine der Prüfungsfragen übrigens lautete: Nenne ätherische Öle, die reich an Monoterpen-Aldehyden sind. Manche sind reich an Citral (Geranial und Neral) und duften mehr oder weniger nach frisch abgeriebenen Zitronenschalen, andere sind eher reich an Citronellal und erinnern im Duft eher an Anti-Mücken-Kerzen und Autan. Zitronen-Manuka tendiert eher zu ersterem. Wer sein Wissen auffrischen möchte, kann die Unterschiede mal raus suchen.

  • Zitronen-Manuka (Zitronen-Teebaum, Leptospermum petersonii)
  • Zitronenmyrte (Backhousia citriodora)
  • Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora)
  • Litsea cubeba (‚Zitronen-Lorbeer‘, Litsea cubeba)
  • Zitronenverbene (fälschlicherweise Eisenkraut genannt, Aloysia triphylla, früher Lippia citriodora)
  • Zitronenmelisse (Echte Melisse, Melissa officinalis)
  • Citronella (Zitronella, Cymbopogon winterianus und C. nardus)
  • Lemongrass (Zitronengras,Cymbopogon flexuosus und C. citratus)

impressionen vom aromatherapie-kongress ’30 jahre farfalla‘ – teil 1


Zürich_See_Volkmar_HeitmannEs herrschte traumhaftes super-heißes Wetter: Am 6. und 7. Juni wurde das 30-jährige Bestehen einer großen Ätherische-Öle-und-Naturkosmetik-Firma ausgiebig im wunderschönen Botanischen Garten Zürich gefeiert: Farfalla.

Farfalla_Kongress_2015_Volkmar_HeimannIch war als Moderatorin und Vortragende dabei. Darum kann ich mit meinen schnellen Handy-Fotos auch nur sehr mäßig Eindrücke wiedergeben (vielen Dank an Volkmar Heitmann für das Auffüllen mit scharfen Fotos!). Der Kongress war ausverkauft und der schöne Vorlesungssaal somit voll.

Evelyn_Deutsch_xsDer Samstag wurde von der bekannten und erfahrenen Krankenpflegenden, Schulleiterin, Autorin und Drogistin Evelyn Deutsch-Grasl aus Tirol eingeläutet. Sie berichtete ausführlich über den erfreulichen Einzug der Aromapflege im professionellen Pflegealltag. Neben „technischen“ und juristischen Rahmenbedingungen berichtete sie von interessanten wissenschaftlichen Arbeiten, beispielsweise von einer Intensivstation, auf der PatientInnen erfolgreich mit dem von ihr entwickelten Pflegeprodukt ‚Atem-Aktiv-Pflegeöl‘ gepflegt wurde, die Kontrollgruppe nur mit Mandelöl. Nachzulesen auf Seite 14 in ihrer kostenlosen Zeitschrift ‚Hand in Hand mit der Natur‘, die hier (klick!) gelesen werden kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEvelyn berichtete ferner von der Krankenpflegenden Susanne Mild, die ätherische Öle bei demenziell veränderten Menschen erfolgreich einsetzt. (Die Bachelorarbeit von S. Mild ‚Aromapflegeanwendungen bei dement kranken Patienten: Eine Übersicht über Aromapflegeanwendungen, welche die Agitiertheit bei dement kranken Patienten reduzieren können‘ kann für 23,90 € hier als kleines Buch gekauft werden, einen Powerpoint-Vortrag kann man auf der Seite der OeGWA runterladen).

Besonders spannend ist die angekündigte Veröffentlichung einer neuen Aromatogramm-Arbeit von Dr. Gerda Dorfinger (Wien), in der sie zeigen konnte, dass in ätherischen Ölen, die absichtlich mit Keimen kontaminiert wurden, nach 30 Minuten bei 20 Grad die jeweiligen Keime nicht mehr nachgewiesen werden konnten. Getestet wurden die Keime Staphylococcus aureus, Staphylococcus aureus MRSA, Escherichia coli ESBL. Die Öle waren Thymian Ct Thymol, Thymian Ct Linalool, Lavendel fein und Teebaum (bush oil). Das ist eine Art Auffrischungs-Studie einer inzwischen als veraltet geltende, aber für den Pflegebereich hoch wichtigen Studie von Kerr und Maudsley (1999). Viele der von Evelyn angesprochenen Themen sind in der dritten Auflage des Aromapflege Handbuch (klick!) nachzulesen, inzwischen eine Art Bibel für Aromapflegende 😉 .

Daniela_RyfDer nächste Vortrag beschäftigte sich mit einem Thema, das mir in gut 25 Jahren Aromapraxis so noch nicht begegnet ist: ‚Aromatherapie im Spitzensport‘. Die in der Schweiz sehr bekannte Triathletin Daniela Ryf berichtete, wie sie nach kleinen, jedoch sehr lästigen Krankheiten mit Hilfe von ätherischen Ölen wieder fit für ihre harten Wettbewerbe wurde. Ihr bevorzugtes „aromatisches Doping“ (welches nicht verboten ist) sind Zitronenöl und Pfefferminzeöl, um ihr oft angeschlagenes Immunssystem fit zu halten, und Rosmarin, um eine deutliche Leistungssteigerung zu erreichen und auch Schmerzen zu reduzieren. Um eine maximale Erholung nach so hartem Training zu erreichen, schwört sie auf Lavendel- und Melissenöl. Daniela Ryf musste nach dem Vortrag auch gleich wieder zum Training eilen und gewann prompt den Ironman in Rapperswil des folgenden Tages! Gratulation!

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieProfessor Dr. rer. nat. habil. Jürgen Reichlings Kommen war besonders schön, da er immer noch ein bisschen an den Folgen einer orthopädischen Operation leidet. Er hat sich „Ewigkeiten“ an der Uni Heidelberg mit Viren, Bakterien und ätherischen Ölen beschäftigt und erinnert uns immer wieder daran, dass die Summe der Bestanteile vieler ätherischer Öle klar nachweisbar wirksamer ist als einzelne Inhaltsstoffe (anders als gerne in der Wissenschaft behauptet).

Dr. Reichling berichtete in seinem Vortrag „Ätherische Öle als Phyto-Antiinfektiva“ u.a. von Erkenntnissen mit dem kommerziell erhältlichen Ätherisch-Öl-Mix namens Olbas-Tropfen (klick!), dass es bei einer Spalthautoperation (Transplantation) besser desinfizierend wirkte als die üblicherweise eingesetzten Jodpräparate. Die Arbeit zu diesem Themenkreis seiner Kollegin Manuela Böhm wurde zwar noch nicht veröffentlicht, doch kann man einiges dazu auf folgenden zwei Studien nachlesen: Heidary Navid M, Reichling J, Schnitzler P. Antiherpetic activity of the traditionally used complex essential oil Olbas. Pharmazie. 2013 Aug;68(8):702-5 und Hamoud R, Sporer F, Reichling J, Wink M. Antimicrobial activity of a traditionally used complex essential oil distillate (Olbas(®) Tropfen) in comparison to its individual essential oil ingredients. Phytomedicine. 2012 Aug 15;19(11):969-76.

Am Beispiel von Teebaumöl erläuterte Dr. Reichling, wie dieses einer Escherichia coli-Bakterie (in vitro) schaden kann:

  • es fördert die Bildung extrazellulärer Blasen
  • die Zellatmung (des Keimes) wird gehemmt
  • es bilden sich Mesosomen (Auffaltung der Zytoplasmamembran)
  • die Permeabilität der Zellmembran verändert sich

Das Ganze nennt der Wissenschaftler Multitarget, d.h. es werden sozusagen einige unterschiedliche Ziele in und an der Bakterie angeschossen, so erhöht sich der therapeutische und pflegerische Erfolg gegenüber pharmazeutischen Produkten, die nur auf ein Ziel ausgerichtet sind (und wenn das ausgewählte Produkt das Ziel verfehlt, verringern sich die Heilungschancen). Prof. Reichling empfahl folgende neuere interessante wissenschaftliche Arbeit zum Thema: Nazzaro F, Fratianni F, De Martino L, Coppola R, De Feo V. Effect of Essential Oils on Pathogenic Bacteria. Pharmaceuticals 2013, 6(12), 1451-1474. Sie kann hier (klick!) kostenlos runtergeladen werden.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

ingeborg_stadelmann_volkmar_heitmann_2015 Im kleinen Hörsaal konnten wir mit vier Absolventinnen der Farfalla-Aromatherapie-Ausbildung sprechen und ihre Abschluss-Arbeiten bewundern, viele Bücher, nicht nur der ReferentInnen konnten angeschaut und gekauft werden, auch ein verführerisches Angebot von ätherischen und fetten Ölen sowie Hydrolaten konnte geschnuppert und gekauft werden.

Im Foyer konnte auch der Wissenshunger gestillt werden: Man konnte in der neuen und in alten Ausgaben von Forum Essenzia blättern, Ingeborg Stadelmann und Volkmar Heitmann hielten dem Backofen an der sonnigen Fensterfront tapfer stand und standen zu vielen Gesprächen und Fragen bereit.

Forum_Essenzia_Stand_Zürich2015Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapiePriv.-Doz. Mag. Pharm. Dr. rer. nat. Dr. phil. Sabine Krist entführte uns nach der Mittagspause in die Welt der Fette und Öle. Sie betonte die Rolle der wertvollen Fettbegleitstoffe, die in billigen raffinierten Supermarkt-Ölen nicht mehr vorhanden sind (beispielsweise weil sie schnell ranzig werden, weil sie dem Öl einen unerwünschten Farbton geben, weil sie ausflocken etc). Für die Gesundheit sind sie jedoch immens wichtig, genau so für die Hautpflege, insbesondere wenn die Haut gesundheitlich angeschlagen ist.

Für mich ganz neu war, dass es auch flüchtige Substanzen in fetten Ölen gibt, wie wir sie aus Ätherischen Ölen kennen, wie beispielsweise das alpha-Pinen, welches in Sonnenblumenöl enthalten ist. Mit Hilfe modernster Methoden kann man diese Inhaltsstoffe finden und daran Qualitätsnachweise führen. Beispielsweise aufdecken, dass Olivenöl mit Haselnussöl gestreckt wird, was sehr häufig der Fall ist. Das unglaublich ausführliche Buch von Frau Dr. Krist ‚Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle kann hier (klick!) angeschaut und bestellt werden. Ihr Buch über die flüchtigen Inhaltsstoffe von Fetten und Ölen ‚Volatile Compounds: The Utilisation of Volatile Compounds in the Characterisation of Vegetable Oils and Fats and in Reducing the Bacterial Count of Ambient Air‘ gibt es auf englisch hier (klick!), es kostet circa 52 Euro.

Anschließend wurden wir mit einem Film und schönen Fotos nach Madagaskar gebeamt: Von dort bezieht Farfalla etliche ätherische Öle und hat Austausch und Handel mit den unterschiedlichsten Menschen. So können wir europäische Endkunden beim Kauf und Gebrauch von ätherischen Ölen die Armen der Ärmsten unterstützen. Mir macht es zudem ein gutes Gefühl, dass das Farfalla-Team regelmäßig zwischenmenschlichen Kontakt mit engagierten und ehrlichen Bio-Produzenten pflegt, so dass ich mich darauf verlassen kann, dass meine Öle weder von riesigen ungesunden Plantagen kommen noch von Sklaven in der dritten Welt unter riesigem Druck produziert werden. Sondern von Menschen, denen etwas an der Natur und am Menschen liegt, vom Samenkorn bis zum duftenden Tropfen, den ich meinen Kunden und Kindern (verdünnt!) auf die Haut gebe.

Ebberfeld_Ingelore_Zürich_2015Was Beteiligung des Publikums und Betätigung der Lachmuskeln anbelangte, war der überaus lebendige Vortrag von Dr. habil. Ingelore Ebberfeld der Höhepunkt des Tages. Sie ist Buchautorin zu ungewöhnlichen Themen rund um Körpergerüche und Sexualität, ihr Thema ‚Botenstoffe der Liebe‘ war gleichermaßen amüsant wie ernst. Auch wenn es sozusagen immer wieder ‚unter die Gürtellinie‘ ging, trug Frau Dr. Ebberfeld äußerst plakativ und dazu rasend schnell vor. Sie brachte die geheimnisvolle Welt von geruchlichen Tabus auf den Punkt, erläuterte unter wirklich schallenden Lachsalven der Zuhörer, wie Körperdüfte faszinieren, manipulieren und stimulieren. Unter anderem forderte sie uns Frauen dazu auf, uns „da unten“ nicht allzu gründlich zu waschen, wirken weibliche Gerüche doch so verführerisch auf die Männerwelt…

Die Bücher von Frau Dr. Ebberfeld (teilweise nur noch antiquarisch erhältlich) haben so neugierig machende Namen wie: Sex ist alles, alles ist Sex – Diktierte Lust und manipulierte Wünsche (klick!) welches Mitte Oktober erscheinen wird, Von der Unmöglichkeit der Liebe; Küss mich: Eine unterhaltsame Geschichte der wollüstigen Küsse; Das Kussbuch: Eine romantische Verführung; Botenstoffe der Liebe: Über das innige Verhältnis von Geruch und Sexualität, Blondinen bevorzugt: Wie Frauen Männer verführen – Eine Kulturgeschichte des weiblichen Balzverhaltens; Körperdüfte: Erotische Geruchserinnerungen; Sexualität von Frauen im Alter.

Dieser rundum gelungene und äußerst unterhaltsame Vortrag ohne Powerpoint oder Notizzettel, dafür mit viel eindeutig-zweideutiger Körpersprache 😉 war ein Feuerwerk an Informationen, man konnte (und wollte) nicht mitschreiben. Nicht nur wegen der Hitze des Tages verließen die meisten Gäste den Saal mit rotem Kopf und fröhlich-schmerzenden Lachmuskeln.

© Fotos: Evelyn Deutsch, Zürich, Zuschauer, Forum Essenzia, Heitmann & Stadelmann: Volkmar Heitmann