heuschnupfen: JETZT vorsorgen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFast jedes Jahr im Herbst erinnere ich meine LeserInnen an die Vorzüge der wunderbar samtig-holzig duftenden Öle der beiden echten Zedernarten. Die Himalaya-Zeder [Cedrus deodara (Roxb. ex D.Don) G.Don.] ist eine enge Verwandte der Atlas-Zeder [Cedrus atlantica (Endl.) Manetti ex Carrière]. Diese Methusalems unter den Bäumen können weit über 1000 Jahre alt werden – es sind auch einzelne Prachtexemplare mit über 2000 Jahren bekannt – zudem ist die majestätisch wirkende Zeder einer der ganz großen und unübersehbaren Bäume. Ich nenne beide sehr ähnlichen Öle die „Stark-wie-ein-Löwe-Öle“. Zedern sind übrigens mit den Kiefern, Fichten, Tannen und Lärchen verwandt, doch anders als bei jenen, werden nicht die Nadeln sondern die Holzstückchen destilliert, so dass es von besonderen Sesquiterpenen und deren Abkömmlingen geprägt wird.
Zedernöl wirkt stabiliserend und kräftigend, sowohl körperlich als auch im seelischen Bereich. Es stimuliert die Aktivität der Lymphgefässe, wirkt der Steinbildung entgegen und wird wegen seiner lipolytischen („fettauflösend“) Fähigkeiten Cellulitemischungen beigegeben.
Verblüffende Erfolge erzielt man mit einer rechtzeitig begonnenen Anti-Heuschnupfen-Maßnahme: Acht bis zehn Wochen vor Beginn der Pollenflugsaison verwendet man mehrmals täglich ein Dekolleté-Spray und fast alle Benutzer berichteten bislang von deutlich weniger Juckreiz, Schniefen und Augenbrennen. Es wird wie ein Raumspray, jedoch in Kopfnähe, versprüht, so dass man etwas davon einatmet.
In der Psycho-Aromatherapie hat das fast ewig haltbare Öl mit dem Thema „Präsenz im Hier und Jetzt“ zu tun, es unterstützt große und kleine Menschen, die sich mickrig und fehl am Platz fühlen. Es ist auch ein wertvoller Begleiter bei jeder Art von Wechsel und Neubeginn: Umzug, Schulwechsel, Partnerschaft, Beruf, Schwangerschaft. Der Inhaltsstoff Atlanton ist ein Sesquiterpenketon und kann nicht als schädigend bezeichnend werden, somit ist die Anwendung in der Schwangerschaft – im Gegensatz zu dem, was in vielen Büchern zu lesen ist – kein Problem. Die veralteten Warnungen kamen durch eine Verwechslung mit den amerikanischen „Zedern“ (Red Cedar) zustande, die vereinzelt neurotoxisch wirken können.

Ein Rezeptbeispiel, da bereits sehr viele Heuschnupfengeplagte überzeugen konnte:
50 ml Wodka
20 Tropfen Zypressenöl
10 Tropfen Zedernholzöl
2 Tropfen Melissenöl
Alles in einer Sprühflasche aus lichtgeschütztem Glas (Apotheke) gut verschütteln, vor jedem Versprühen immer wieder gut schütteln, da kein Emulgator die Mischung stören soll. Mehrmals täglich um sich herum versprühen, etwas davon einatmen und/oder auf die Haut geben. Diese Ölmischung kann freilich auch mit einen guten fetten Öl hergestellt werden und als Körperöl verwendet werden.

von zedern und cedars


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIn der englischsprachigen Welt werden sehr viele Bäume, welche Nadeln und Zapfen tragen, einfach ‚cedar‘ genannt. Diese umgangssprachlich unkorrekte Benennung völlig unterschiedlicher Pflanzen – bei einigen ist das ätherische Öl sogar mit einer nicht unerheblichen Toxizität belastet – hat schon für manche Verwirrung gesorgt. ‚Red cedar‘ ist der Lieferant von den „Zedernklötzchen“ für den Kleider- und Küchenschrank, von schönem Fassadenholz  und auch des ätherischen Thuja-Öles (Thuja occidentalis und Thuja plicata). Das ätherische Öl der Virginia-Zeder stammt von einer Wacholderart (Juniperus virginiana), es enthält ganz andere Inhaltsstoffe als das gebräuchlichere ätherische Öl der Atlaszeder und ist übrigens nicht gefährlich, wie manchmal behauptet wird. Die Texas-Zeder (Juniperus mexicana) ist auch eine Wacholderart.

Für die Erleichterung von allergischen Symptomen werden die ätherischen Öle der echten Zedern Cedrus atlantica (Atlaszeder) und von Cedrus deodara (Himalajazeder) eingesetzt. Letzteres findet in seiner indischen Heimat durch seine enorm, spasmolytische Wirkung ein hilfreiches Einsatzgebiet bei erhöhtem Blutdruck und bei psychischen Störungen. Beide Zedernöle sind wunderbare Helfer nach schweren Zeiten und bei allgemeiner Abwehrschwäche (bezüglich des Immunsystems und bezüglich der Widrigkeiten des Lebens).

Kürzlich besuchten wir mit einer Duft-Erlebniswoche-Gruppe die enorm duftenden Reste einer über hundertjährigen Atlaszeder, die von einem der 12 Stürme, die Irland im Winter geplagt hatten, umgehauen wurde. Jemand hatte die Jahresringe gezählt und Weltereignisse wie die beiden Weltkriege auf die Schnittstelle aufgetragen. Die Gruppe sammelte die aromatischen Sägespäne, um ganz oft dran zu schnuppern, um Kraft zu tanken und um eventuell ein Hydrolat daraus zu destillieren. Es wurde gespürt, wie dieser Baum stärkt, stabilisiert und ungeahnte Kräfte wecken kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Das sind die ErLEBnisse, die man als Dozent in keinem noch so schönen Unterrichtsraum dieser Welt vermitteln kann. Die mich so froh machen, dass ich oft draußen mit und bei den Pflanzen – unseren ‚Ölelieferanten‘ – von ihren besonderen Eigenschaften erzählen kann. Ich bin dankbar, dass die KursteilnehmerInnen diese selbst erfahrenen und erspürten besonderen Erlebnisse mit nach Hause nehmen können, dass sie das Gelernte verinnerlichen können, ohne von Lernblockaden geplagt zu werden. Das ist ganzheitliches Lernen und Be-Greifen im besten Sinne!

Über die Umweltproblematik bei der Verwendung von Holzölen hatte ich bereits hier geschrieben, über die Zeder die keine Zeder ist, kann man hier nachlesen.

Der Sommer hat mit der kürzesten Nacht des Jahres bereits seinen Zenit überschritten, die letzte Dufterlebnis-Woche wird bald stattfinden (ab 12.7.), die Termine für nächstes Jahr sind hier (klick!) nachzulesen.

vertrautes und neues


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHuch, wo bin ich denn jetzt gelandet???

Wiese_TokyoTja, so klein ist die Welt! Das ist die Firma Wiese in Tokyo, die das ganze Land bzw. Läden, in denen auf gute ätherische Öle und g’scheite Naturkosmetik geachtet wird, mit duftenden Produkten beliefert.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDiese Bücherei gehört zu einer der ganz großen Ätherische-Öle-Firmen Japans, mit Laden und Schule. Hier kann man Tee trinken und in vielen Büchern schmökern. Auf dem Einband dieses beliebten Buches sind die Farben von ganz unterschiedlichen ätherischen und fetten Ölen sehr hübsch und anschaulich abgebildet.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapySo laufen ziemlich viele Menschen herum, vor allem in den U-Bahn-Labyrinthen, meistens mit weißem Billig-Mundschutz, manchmal gepolstert (wie atmen die???), gelegentlich mit Blümchendesign oder in rosa und hier aus Bio-Baumwolle. Derzeit sind offensichtlich sehr viele Menschen gegen den reichhaltigen Pollen eines meiner Lieblingsbäume (neugierig? dann klick!) allergisch sein – der größte seiner Art in Irland wächst im Park unseres Seminar- und Gästehauses, er liefert zwei schöne ätherische Öle – aus Grünzeug/Zweigen und aus seinem Holz).

Ich hatte meine Übersetzerin im Vorfeld der Reise gefragt, ob die Kirschen schon blühen und die Magnolien noch blühen. Sie musste beides verneinen, wir sind hier circa auf dem Breitengrad von Gibraltar. Doch gastfreundlich wie die JapanerInnen sind (thank you dear Chika for the wonderful tour!), war kein Weg zu weit, um mich zu einer NOCH blühenden Pracht-Magnolie zu führen, ich liebe den Duft von Magnolien und das destillierte Öl von Magnolia alba ist für mich eines der schönsten Öle! Auch ein eher seltenes ätherisches Öl wird aus Hinoki gewonnen, das ist die anmutige Muschelzypresse (Chamaecyparis obtusa). Dieses imposante Tor zum Meiji-Schrein (eine große „Tempel“anlage inmitten eines fast mystischen sehr naturnahen Waldes, mitten in Tokyo gelegen und direkt in der Nachbarschaft zu den quirligsten Shoppingmeilen) wurde aus dem leicht zitronig duftenden Holz dieses Baumes gearbeitet.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDas und die diversen Shops mit ätherischen Ölen waren jedoch noch nicht das olfaktorische Highlight dieser Reise, denke ich zumindest, man darf gespannt bleiben. Ob ich morgen in Kyoto Internetzugang habe, weiß ich jedoch noch nicht. (Sorry für die leicht unscharfen Fotos, meine Ersatzbatterie für die gute Kamera hat trotz voller Ladung den Geist aufgegeben, grrr)

kleine tropfen, große wirkung


Eine Kursteilnehmerin schickte mir kürzlich folgendes kleine aber wundervolle Feedback. Mit ihrer Erlaubnis veröffentliche ich diesen (leicht anonymisierten) Text, um Menschen Mut zu machen, IHREN Duft zu finden, sich von natürlichen ätherischen Öle auch durch finstere seelische Täler begleiten zu lassen:

„Hallo Eliane, muss dir einfach einmal meine Begeisterung für ätherische Öle mitteilen! Ich befasse mich nun seit einem Jahr mit ihnen und nehme inzwischen an einer Ausbildung teil. Heute morgen wusste ich, dass das beruflich ein strenger Tag wird und ich „meine Frau“ stehen musste. Intuitiv tropfte ich einen Tropfen Atlaszeder auf ein Kleenex und stopfte es in meinen BH. Ich hatte einen superstrengen Tag ohne Pause, aber managte alles so selbstbewusst und souverän, immer wieder kam mir der Duft der Zeder in die Nase. Es war wie ein Zaubertrunk! Bin stolz auf mich und denke, es ist an der Zeit, die Antidepressiva herunterzufahren! Danke dir vielmal für vielen Inputs! Liebe Grüsse XY“

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie wertvolle Arbeit von Martin Henglein, die Integrale Osmologie, kann beim Suchen und Finden dieses Begleiter- und Stärkungsduftes ein wertvoller Wegweiser sein. Es gibt inzwischen viele AbsolventInnen seiner Ausbildungen, die diese Beratungsarbeit anbieten. Ich bin besonders stolz auf eine meiner ersten Schülerinnen, Christine Lamontain, die diese eher energetische Arbeit auch gründlich gelernt hat und demnächst bei mir auf einer der Duft-Erlebnis-Wochen weiter geben wird. Sie vereint auf erstaunliche Weise Intuition, Fingerspitzengefühl und gleichzeitig ihren wissenschaftlich geprägten hauptberuflichen Hintergrund. Mit dem Duftkreis nach Martin Henglein und meinen 40 Psycho-Aromatherapie-Karten werden wir unserem „Ich-könnte-mich-Reinsetzen-Duft“ auf die Spur gehen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieUnd noch ein zweites Feedback möchte ich mit euch teilen: Auf dem Foto sieht man  eine sehr unkonventionelle Methode ein Buch zu lesen: Das ist Ann Harman, DIE us-amerikanische Hydrolatekennerin und Destillateurin, deren hoch-interessanten Vortrag ich auf der Botanica2012-Konferenz in Dublin hörte. Da ich ihr dankte und ihr erzählte, dass sie  in meinem Hydrolate-Buch erwähnt wird, bestellte sie dieses und bekam dann ihr Exemplar über den weiten Teich geschickt. Aber sie spricht kein einziges Wort deutsch! Und bis Juli warten, wenn ihre deutschstämmige Freundin vorbeischauen wird, wollte sie nicht. Sie fand nun eine App, die es ihrem Tablett-Computer ermöglicht, den Text zu übersetzen und auf dem Bildschirm ihres Gerätes zu lesen. So hat sie beides: Ein Buch am Bildschirm und ein „echtes Buch“ zum Blättern. Technik kann manchmal recht nützlich sein!!! Man kann sie dieses Jahr zweimal in Europa erleben: Anfang Mai gibt sie einen Destillations-Workshop in Portugal und Anfang September wird sie auf der großen Konferenz Botanica2014 (klick!) in Dublin ihre 40 Hydrolate verkaufen. Ihre Website: Botannicals (klick! man achte darauf, wie ihr Name in den Firmennamen „eingewebt“ wurde, sie lebt mitten in der Botanik oder Prairie oder Pampa im Staat Washington im Nordwesten der USA).

buch über palo santo – nur heute kostenlos


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieWer mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich ein Fan des digitalen Lesens werden würde, den hätte ich für völlig ’spinnert‘ gehalten 😉 . Niiiie, ich liiiiebe meine Kilometer von Regalreihen voller Bücher… (aber nicht das Abstauben und auch nicht die Holzverschwendung). Doch es ist anders gekommen, ich bin ein Fan des Kindle (klick!) geworden, den ich mir vom Weihnachtsgeld 2011 meiner lieben Schwiegereltern geleistet habe. Was ich genial finde, ist dass man soviele Bücher völlig kostenlos bekommen kann. Neulich war ich im Kafka-Museum in Prag und habe mir abends im Hotel gleich zehn seiner Bücher gratis runtergeladen, eine ideale Reiselektüre (vor allem weil die Batterie bei täglichem Lesen circa einen Monat hält). Denn ich habe die gesammelten Werke zwar aus Papier zu Hause stehen, doch würde ich sowas niemals mit auf Reisen nehmen (ich habe mich im Grafik-Studium intensiv mit Kafka beschäftigt). Und ich, die das I-Phone zurückgeben müsste wegen absoluter Unfähigkeit und Ungeduld habe meinen Kindle gaaaaanz alleine zum Laufen gebracht!!!

KindleFast alle Bücher von Goethe, Schiller, Novalis, Arthur Schnitzler, Oscar Wilde, Virginia Woolf etc bekommt man kostenlos, ich habe mir eine umfangreiche Klassiker-Bibliothek anlegen können (mal auf deutsch, auch auf englisch, spanisch und französisch, man bekommt ganz vieles von Autoren, die seit 70 Jahren und mehr tot sind). Das Lesen auf dem Kindle ist papierartig, also ohne Hinterleuchtung, so dass die Augen geschont werden, wirklich wie bei Papier – und man kann bei Müdigkeit mit einem Klick die Schrift vergrößern, man könnte seine Bücher sogar noch Fast-Blind lesen!

Da wir hier am Ende der Welt leben, ist mein größter Nutzen jedoch die Möglichkeit, dass ich „eben mal so“ ein Buch kaufen kann – sogar bei unserer lahmer Leitung. In circa 10 Sekunden kann ich anfangen zu lesen. Und da ich ja nicht jünger werde (und meine Arme immer „kürzer“), finde ich es mittlerweile richtig doof, ein dickes „echtes“ Buch zu halten, das auch noch dauernd zuklappen will, wenn es schlecht gebunden ist – auf dem Kindle sind es leichte 140 Gramm, die mit einem Fingerchen zu blättern sind – egal wie dick oder dünn das Buch ist! Hach, schwärm, sorry. Sagte ich schon, dass JEDE(R) kostenlos eine Lese-Software für den Kindle auf seinen Computer oder sein Tablett laden kann? So kann jeder alle Kindle-Bücher lesen, ob gratis oder gekauft.

David_CrowDavid_Crow_Palo_SantoDoch nun zum heutigen Geschenk: Der bekannte us-amerikanische Aromaspezialist und Autor David Crow hat ein neues Buch herausgegeben „Sacred Smoke – The Magic und Medicine of Palo Santo“. Heute – und nur heute – ist es kostenlos erhältlich, zumindest beim amerikanischen Amazon hier, wo ich meine – auch deutschen – Bücher kaufen muss (die Copyrightvorschriften sind undurchschaubar, ich kann meine Kindle-Bücher weder beim deutschen noch beim britischen Amazon erwerben – nehme dazu gerne Rückmeldungen entgegen, ob es bei euch in Mitteleuropa klappt – wenn ja bis Mitternacht in den USA). Das Buch handelt also von dem sehr selten erhältlichen und sehr kostbaren Öl Palo Santo aus Ecuador bzw. den Galapagos Inseln (Heiliges Holz). Ich schrieb bereits hier darüber, weil es mir so wunderbar bei Schwellungen und Schmerzen im Ringfinger half.

schweben auf adlers schwingen


psychoaromatherapie bei eliane zimmermannFür die Kursteilnehmerinnen in Prag hatte ich drei unscheinbare Stückchen eines dunkel-gefleckten Holzes, vielleicht 20 Gramm schwer, im Gepäck. Da ich kurz vor der Reise Holzstückchen rund um unseren Kamin zusammen gekehrt hatte, musste ich schmunzeln: Diese Holzstückchen hätte jeder andere mit in den Feuerholz-Korb gegeben.
Dann wären jedoch viele zig Euro mit verbrannt. Vielleicht wäre nur ein eigenartiger Duft aus unserem geschlossenen Bollerofen entwichen. Denn es handelt sich um Adlerholz, Aquilaria malaccensis Lam. [früher: Aquilaria agallocha Roxb.], dessen beste Qualitäten einen höheren Grammpreis als Gold erzielen (aktueller Goldpreis: 43,65 Euro pro Gramm). Das ätherische Öl ist nur bei gut sortierten Firmen erhältlich, inzwischen meistens verdünnt. Das daumennagelgroße Fläschchen hat mich vor Jahren bereits ein kleines Vermögen (circa 70 Euro) gekostet!
Dieses auch unter dem geheimnisvoll klingenden Namen Oud bekannte ätherische Öl ist sicherlich auch der ungewöhnlichste Duft, den wir für die Aromatherapie zur Verfügung haben. Gleichzeitig ist es eines der teuersten ätherischen Öle der Welt: 1 ml kostet je nach Firma 70 Euro und mehr. In der Bibel wird diese Pflanze unter oft unter dem Namen Aloeholz oder Aloth (Agarwood) als Kostbarkeit erwähnt.
Der begehrte Duftstoff kann nur gewonnen werden, wenn dieser bis zu 40 Meter hohe Tropenbaum aus der Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae) von bestimmten Pilzarten (u. a. Aspergillus niger) befallen wird und wenn anschließend über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte entsprechende Abwehr- und/oder Heilungs-Reaktionen im Holz stattfinden, die zur Absonderung dieses schweren rauchig-erdigen Duftstoffes führen. Spezialisierte Duftstoffjäger dringen immer tiefer in die Regenwälder Vietnams, Kambodschas, Koreas oder von Laos ein, um infizierte Bäume zu finden. Dabei werden auch (noch) nicht-infizierte Bäume zerstört, da man den Befall nicht unbedingt von außen sieht.
Da das heiß begehrte Agarwood sowohl für die Herstellung von hochwertigem japanischen Räucherwerk unentbehrlich ist als auch – bis zur Erfindung des pharmazeutischen Produktes – als hoch wirksames pflanzliches „Viagra“ galt, muss Aquilaria malaccensis und auch etliche andere Aquilaria-Arten als fast ausgerottet eingestuft werden. Ausführliche Informationen dazu (in englisch) von Cropwatch (klick!) vom britischen Nachhaltigkeitsspezialisten Tony Burfield.

Die Aufzucht der Bäume in Plantagen (klick!) und die Infektion durch Menschenhand haben noch nicht zu befriedigendem Ersatz geführt, der Faktor Zeit kann eben nicht beschleunigt werden. Zudem kann man die Bäume nicht „einfach so“ mit dem Pilz „impfen“, nur 10 Prozent der Bäume erzeugen diese harzartige Substanz. Das „Impfen“ kann man auf diesem nicht sehr guten Filmchen sehen.
Aus den Holzstückchen von infizierten und gereiften Bäumen wird mit Wasser eine Maische gebildet und diese dann – oft vor Ort mitten im Wald – destilliert.
psycho-aromatherapie-kurse bei eliane zimmermannWenige ätherische Öle berühren Menschen so tief wie dieser Duft. Er hat so viele Facetten wie Inhaltsstoffe, die meisten davon im Einprozent-Bereich oder gar weniger. Die Beschreibungen reichen von verbrannt, modrig, erdig über pudrig, balsamisch, warm-einhüllend. Ich habe ihn in meinem zweiten Buch „Das Zugang-zur-Tiefe-der-Seele-Öl“ genannt. Man kann genau so in die Tiefen seiner Seele abtauchen wie auch zu Höhenflügen ansetzen – wie ein Adler. Überblick und Durchblick durch Abstand. Ich erlebte es einmal und fand es erschütternd wie eine meiner frühen Kursteilnehmerinnen in der Sekunde des ersten Schnupperns an diesem Duft in Tränen ausbrach. Nach einer Räucherung mit „Eaglewood“ passieren in Träumen oft seltsame oder wenigstens auffällige Dinge. Euphorie und Hochgefühle (Fliegen wie ein Adler) ergreifen manche Menschen, je nachdem, in welchem Seelenzustand sie sich gerade befinden.
Schon auf Grund des hohen Preises ist Adlerholz kein Alltagsöl, es wird wohl auch kaum für die körperlichen Indikationen wie Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt werden. Es schenkt einem vielmehr eine kleine Auszeit aus dem Alltagstrott, es führt in einen Besinnungsmoment auf das Wesentliche und kann als Verwöhnöl für sich oder seine(n) Liebste(n) das sprichwörtliche Hohe Lied der Liebe olfaktorisch untermalen. Dafür verdünnt man es maximal 0,5-prozentig und mischt es mit feinen Lieblingsölen wie Champaca, Jasmin oder Vanille in Jojobaöl. Oder ganz biblisch mit Myrrhe, Weihrauch und Rose sowie jeweils einer Spur Kalmuswurzel und Cassiazimt. Eine solch biblisch inspirierte Mischung kann man in Deutschland als Körperöl oder auch pur für die Räucherlampe bei Professor Wabner’s Ätherische-Öle-Firma Wadi erwerben. Bei Feeling gibt es das erschwingliche Oud-Attar (klick!) mit oder ohne Jojobaöl (ab 9,50 Euro, Attar bedeutet, dass das Öl gegen Ende des Destillationsvorgangs in bereit gestelltem Sandelholzöl aufgefangen und gebunden wird, eine wunderschöne samtige Kombination entsteht, sie ist nicht so erschlagend-schwer wie das reine Adlerholzöl).
In Japan, dem recht westlich orientierten Land im fernen Osten, hat die Räucher-Zeremonie des Duft-Lauschens noch einen hohen Stellenwert: Kodo. Sie ist ohne Adlerholzduft nicht denkbar. Die abgebildeten Räucherstäbchen japanischen Traditionsmanufaktur Shoyeido duften deutlich nach Oud und laden zur Achtsamkeit und Sparsamkeit ein: Das Päckchen hat mich mal fast 60 DM gekostet! Aber sie sind es wert, man benötigt ohnehin nur wenige Zentimeter für einen wundervollen Duft im Zimmer.
Wer englisch lesen kann, sollte sich auf folgenden zwei Websites die Artikel über die Hintergründe der Gewinnung von Adlerholz lesen: Trygve Harris, ein Fachfrau für erlesene ätherische Öle aus New York berichtet über eine Reise in die Adlerholz-Wälder und zeigt auch sehr informative Fotos (und hier geht es um die Gefährdung des Baumes). Düfte-Experte und Indienreisender Christopher McMahon vermittelt auf seiner sehr informationsreichen Website auch wichtige Infos über Oud.
PS. Kenner werden mir Recht geben, dass die japanische Traditionsfirma Shoyeido exzellente Räucherstäbchen liefert, eigentlich müsste man ein neues Wort für diese edle Räucherware erfinden, denn sie hat rein gar nicht mit den weithin erhältlichen chemikalienbeladenen Riechglimmstengeln zu tun. Zum Ausprobieren und Genießen des edlen Oud-Duftes gibt es bei mir 5 oder 10 Minuten feinsten Rauch von Shoyeido’s „Emerald-Awareness“ (Smaragd-Bewusstheit), er duftet waldig-moosig-würzig-herb. Meistens ist mir jedoch der Duft zu schwer, meine Luxus-Belohungs-Stäbchen, die bislang wirklich fast jedem Besucher sehr, sehr gefallen haben, duften pudrig-süß, minimal vanillig-zimtig, warm-würzig, sie heißen „Amethyst-Balance“ (beide Röllchen kosten je circa 7 Euro inklusive eine kleinen Stäbchenhalters). Es gibt auch ein Probierset für 3,50 Euro, in dem noch drei weitere Düfte enthalten sind (Diamant, Rubin und Saphir). Ähnlich lecker-zart-süßlich duftet auch Kyonishiki, das Herbstlaub in Kyoto, die Rolle kostet ’nur‘ circa 3,50 Euro, sie eignen sich hervorragend für die tägliche Prise von Duftwölkchen.

allergiesymptome mit ätherischen ölen lindern


Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy InternationalEinen Tag nachdem ich den Beitrag über Haymax (das natürliche Mittelchen als physikalische Pollenbarriere) geschrieben hatte, war ein Mann bei uns zu Gast, dessen Augen rot waren und immer röter wurden. Plötzlich tunkte er ein Papiertaschentuch in sein Trinkglas mit Wasser und wusch mehrmals die Augen damit aus. Seine Heuschnupfenbeschwerden seien schlimmer denn je, erläuterte er auf meine zunächst zögerliche Art, ihn nach dem Grund des Schniefens zu befragen. Ich riet ihm, für den Herbst eine aromatische Heuschnupfenprophylaxe mit Atlaszeder (Cedrus atlantica) und Zypresse (Cupressus sempervirens) vorzunehmen. Nun sind Männer nicht allzu oft schnell für Naturheilmittel zu begeistern, er wollte jedoch sofort wissen, worum es sich handelt, sein Leidensdruck war riesengroß.

Ich gab ihm einen Tropfen Zypressenöl und einen Bruchteil eines Tropfen Himalajazeder (Cedrus deodara) auf seine Handinnenfläche, er sollte beides verreiben und daran riechen, ob er mit diesen beiden eher herben Düften überhaupt klar käme. [Ich persönlich mag den etwas zarteren Duft der Himalajazeder lieber, die Wirkung ist dem Öl der Atlaszeder erfahrungsgemäß gleichzusetzen.] Unser Gast fand den Duft klasse und nach einigen Minuten fragte er irritiert, ob das auch sofort helfen könne. Ich erklärte ihm, dass die langjährige Erfahrung gezeigt habe (leider sind mir keine wissenschaftlichen Studien dazu bekannt), dass es einige Wochen braucht, bis die Sesquiterpen- und Diterpenverbindungen in beiden Ölen das hyperaktive Immunsystem davon „überzeugen“ können, nicht mehr so hysterisch auf Pollen und andere grundsätzlich harmlose Stoffe (also Allergene) zu reagieren. Dann jedoch meistens mit viel Erfolg.

Nein, meinte er, es habe jetzt bereits gewirkt, ihm ginge es nun deutlich besser. Er konnte jedenfalls nach circa 10 Minuten aufhören, die schmerzenden und triefenden Augen mit kühlem Wasser zu besänftigen. Er war völlig überrascht und begeistert. Und dann rückte er raus, dass er am nächsten Tag zu einer kleinen Hämorrhiden-Operation antreten sollte, ob es sein könne, das sein schmerzender Allerwertester auch von der Inhalation dieser zwei Düfte profitiert habe, er könne nun viel besser sitzen.

Hm, dachte ich bei mir, normalerweise würde ich sagen „Nein“. Ich schloss auch einen Placeboeffekt aus, denn der Mann hatte nun wirklich null Ahnung von Aromatherapie, wusste nicht, dass Zypresse eines der wichtigsten Öle bei Hämorrhiden ist und Zeder durchaus auch passend ist und er war zudem vollgepumpt mit Antihistaminika und Cortison. Die reine Inhalation eines Öles hilft nach meiner Erfahrung nicht bei solchen lokalen, eher mechanischen Symptomen (wunde, ausgeleierte und vermutlich dadurch entzündete Blutgefäße). Doch irgendwie waren diese beiden Düfte Volltreffer für dieses Individuum und so kann offenbar auch eine Wirkung eintreten, welche fast im homöopathischen Bereich stattfindet. Ich war genau so verblüfft wie dieser Mann und er ist freudestrahlend losgezogen, um die Öle für sich zu kaufen.

Ein vergleichbares Feedback hatte ich kürzlich von einem Gast in der Wanderwoche meines Mannes. Diese Frau fragte bei ihrer geplanten Anmeldung im Herbst 2011 nach, wie im Frühsommer der Pollenflug in unserer Region sei, sie könne bei starker Pollenlast ansonsten nicht zum Wandern kommen. Mein Mann weiß natürlich, dass ich diesbezüglich eine „Zaubermischung“ auf der aromatischen Palette habe, wir teilten sie der Frau mit und sie setzte den Tipp tatsächlich um. Und teilte mir kürzlich begeistert mit, wie winzig ihre Beschwerden im Vergleich zu früher geworden seien und dass sie unsere Wanderwoche auch diesbezüglich sehr genossen habe.

Kleine Hilfe, riesige Wirkung. Dazu geringere Chemikalienlast auf dem Körper der Betroffenen. Studien zur entzündungshemmenden und anti-allergenen Wirkung der Himalaja-Zeder: Shinde UA, Phadke AS, Nair AM, Mungantiwar AA, Dikshit VJ, Saraf MN. Membrane stabilizing activity — a possible mechanism of action for the anti-inflammatory activity of Cedrus deodara wood oil. Fitoterapia 1999(70;3):251–257 und Shinde UA, Kulkarni KR, Phadke AS, Nair AM, Mungantiwar AA, Dikshit VJ, Saraf MN. Mast cell stabilizing and lipoxygenase inhibitory activity of Cedrus deodara (Roxb.) Loud. wood oil. Indian J Exp Biol. 1999 Mar;37(3):258-61

PS Mehr zu Aromapflege bei Heuschnupfen, dazu Rezeptideen gibt es hier (klick!) und hier (klick!).

juniperus virginiana, die edle virginiazeder


 

 

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannDas zederholzartig duftende ätherische Öl der Bleistiftzeder (oder Virginiazeder oder Rote Zeder, Juniperus virginiana) ist nicht so bekannt wie das Öl aus den Holzstückchen der Atlaszeder (Cedrus atlantica). Oder es ist nur indirekt bekannt, da es zum Verfälschen und Strecken des echten (teureren) Zedernöles verwendet wird.

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermanEs besteht fast ausschließlich aus Sesquiterpenen (Cedren) und Sesquiterpenolen (Cedrol) und gehört somit zu den besonders hautmilden oder gar bei Hautrötungen entzündungswidrig wirksamen Ölen. Wie viele andere Holzöle wirkt es regulierend und stabilisierend auf chronische Prozesse und aufbauend nach langen Krankheiten und Erschöpfungszuständen. Auch bei Haarausfall und juckenden Kopfhauterkrankungen ist es einen Versuch wert.

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermanEs ist ein idealer Zusatz in Mischungen, welche „schwere Beine“ entstauen helfen sollen, da es den Lymphfluss sanft ankurbelt. Auch hilft das Öl, das Bindegewebe zu entlasten (was beispielsweise bei Entschlackungskuren nützlich ist). Auch können damit Krampfadern und geschwollene Hämorrhoiden gepflegt werden.

  • 40 ml Jojobaöl
  • 10 ml Calophyllum inophyllum-Öl
  • 10 Tropfen Citrus limon, Zitronenschale
  • 5 Tropfen Juniperus virginiana, Virginiazeder
  • 5 Tropfen Cupressus sempervirens, Zypresse
  • evtl 5 Tropfen Mentha piperita, Pfefferminze (besonders im Sommer)

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermanIm Botanischen Garten der wunderschönen englischen Universitätsstadt Oxford lernte ich vor einigen Tagen, dass aus diesem Wacholderbaum ein Wirkstoff gewonnen wird, der in der Chemotherapie gegen bestimmte Tumore eingesetzt wird. Holzstückchen und Kleiderbügel gegen Motten werden meistens aus diesem „Zedern“holz angefertigt oder aus der nahen Verwandten Thuja. Virginiazedernöl ist ein gutes Fixativ für herb-holzig duftende Naturparfums und es ist – bei korrekter Lagerung – sozusagen ewig haltbar.

The essential oil of the red cedar (Juniperus virginiana) consists mainly of sesquiterpenes which means it is an excellent oil in mixtures to treat swollen legs, hemoroids and inflamed skin conditions. Furthermore the tree contains a molecule which is used to manufacture a medication against certain tumors. 

holzöle aus atlaszeder und ihren „verwandten“


Dieser Tage lief mir beim vormittäglichen Aufräumen eine beträchtliche Menge eines fast 10 Jahre alten Zedernholzöles über die rechte Hand. Meine angebrochene 500ml-Flasche war nicht richtig verschlossen, ich hatte das Öl einst in riesigen Mengen in die Haus-Isolierung aus echter Schafwolle gesprüht. Ich wischte und schmierte und wusch, doch der schwere Duft hatte sich sofort in sämtlichen Hautporen „verewigt“. Im Laufe des Nachmittags wurde ich ungemein bleischwer müde… das war wohl die Wirkung dieses „erdenden“ ätherischen Öles.

Beim Lehren und Abfragen von botanischem Grundwissen stolpern wir DozentInnen immer wieder mal über Verwirrungen bezüglich der Familienzugehörigkeit diverser Zedern (und der dazugehörigen „Zedern“öle). Zudem gibt es manchmal Verwirrung, denn wenn wir von Nadelölen sprechen, meinen wir meistens die Kieferngewächse als Sammelbegriff. Das wunderbar holzig-balsamische ätherische Öl aus der Atlaszeder, die auch zu den Kieferngewächsen/Pinaceae gehört, ist jedoch fast immer ein Holzöl, denn es wird aus den zerkleinerten Holzstückchen aus Stämmen und Ästen destilliert. Wie bei allen Holzölen besteht bei der Gewinnung die Gefahr der Ausrottung der jeweiligen Spezies bzw. des unnachhaltigen Umgangs mit der Natur. Die südfranzösische Atlaszeder gehört bereits zu den bedrohten Arten, wie Tony Burfield in Cropwatch beschreibt.

Ich finde, es ist eine zweifelhafte Art der Gewissensberuhigung, wenn man nun auf nordafrikanische Zedern zurückgreift und munter weiter verschwendet. Ähnlich verhält es sich mit Rosenholzöl und Sandelholzöl, in beiden Fällen wird meistens der Baum gefällt/abgetötet. Im Fall von Sandelholz muss der Baum sogar extrem sorgfältig „gehoben“ werden (früher mit der Hilfe von Elefanten), da sich das wertvolle ätherische Öl auch in den Wurzeln befindet. Wenn man nun als vermeintlicher Umweltschützer reichlich Rosenholzöl statt aus Aniba rosaeodora aus anderen, ähnlich duftenden Amazonasbäumen wie Ocotea verwendet und statt im „Echten Sandelholzöl“ nun in Amyrisöl oder kaledonisch-australischen Sandelholzölen schwelgt, sollte man an die nächsten Generationen denken. So gierig wie die heutige Industrie und Wirtschaft agiert, ist denkbar, dass auch diese „alternativen“ Ressourchen bald ausgeschöpft sind.

Ich meine, dass man nicht unbedingt gänzlich auf die knappen Öle verzichten muss, wenn man sie aus verantwortungsvoll handelnder Quelle erhalten kann. Rosenholzöl kann sowohl einigermaßen baumschonend aus dicken Ästen, als auch (in nicht ganz so wundervoll duftender Qualität) aus den Blättern des Amazonas-Riesen gewonnen werden, zudem vermutlich auch in kleinen Mengen aus Abfällen der Möbelindustrie (eine brasilianische Expertin vor Ort zweifelt diese Aussage jedoch an). Auf Atlaszedernöl kann man in der anspruchsvollen Therapiearbeit fast nicht verzichten, man sollte es jedoch sparsam einsetzen, der schwere Duft verlangt ohnehin eine hohe Verdünnung. Ich verzichte inzwischen fast gänzlich auf Sandelholzöl, verwende es nur für ganz ausgewählte Beschwerden und/oder Menschen. Gleiches sollte für den „Ersatz“ aus Neu-Kaledonien und Australien gelten.

Nun zum Lernen. Folgende ätherische Öle werden aus dem Holz der jeweiligen Pflanze destilliert (es gibt ganz selten auch Nadelöle aus Cedrus und den nordamerikanischen Juniperus-Arten):

  • Adlerholz (oder Oud oder Ut), Aquilaria malacchensis oder A. agallocha
  • Amyris, Amyris balsamifera
  • Atlaszeder, Cedrus atlantica
  • Blaue Zypresse, Callitris intratropica
  • Dacrydium/Harzeibe, Dacrydium pierrei
  • Himalajazeder, Cedrus deodara (Foto links)
  • Libanonzeder, Cedrus libani (extrem selten, extrem gefährdet)
  • Linaloe, Bursera delpechiana (geleg. auch Öl aus Früchten)
  • Mexikozeder, Juniperus mexicana
  • Muschelzypresse/Hinoki, Chamaecyparis obtusa
  • Rosenholz Brasilien, Aniba rosaeodora var. amazonica (Foto rechts: Sigrun Scherneck)
  • Rosenholz Peru, Ocotea caudata, O. cernua
  • Sandelholz, Santalum album
  • Virginiazeder, Juniperus virginiana (Bleistift-Zeder, keine Zeder!)
  • Palo Santo, Bursera graveolens (Foto ganz oben)

Weitere Sandelholzöle:

  • Eucarya spicatum, Fusanus spicatus (Australisches Sandelholz)
  • Osyris tenuifolia (Ostafrikanisches Sandelholz)
  • Pterocarpus santolinus (Roter Sandelbaum)
  • Santalum austrocaledonicum (‚Sandelholz Südsee‘, aus Neukaledonien und Vanuatu)
  • Santalum spicatum (Westaustralisches Sandelholz)
  • Santalum yassi (Fidschi Sandelholz)

Viel Verwirrung herrschte in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren über „Zedernöle“, Zedernöl wird in Büchern aus dieser Zeit meistens als giftig oder zumindest gefährlich bezeichnet. Das lag daran, dass im englischen Sprachgebrauch erstens viele Nadelbäume umgangsprachlich als ‚Cedar‘ bezeichnet werden (ähnlich wie wir fälschlicherweise Tannenzapfen zu Kiefernzapfen sagen). Ganz speziell die Thuja, ein Zypressengewächs, wird ‚Red cedar‘ genannt (fast alle Anti-Motten-Holzstückchen und auch gut haltbare Gartengegenstände werden daraus gefertigt). Ätherisches Thujaöl wird meistens aus den aromatisch-apfelartig duftenden Zweigen dieser großen Bäume destilliert und enthält einen sehr hohen Anteil an neurotoxisch wirksamen Thujon.

Anders die meisten der oben genannten Holzöle, die jeweils interessante Mischungen aus unterschiedlichen Sesquiterpenverbindungen enthalten. Sie wirken dadurch alle mehr oder weniger entzündungshemmend und regulierend auf das Immunsystem. Zudem stark stabilisierend auf chronische Zustände und wie eingangs berichtet, beruhigend, erdend, zentrierend. Auch wirken die meisten Holzöle insektenabweisend, so dass sie – bereits in kleinen Mengen –  eine wertvolle Ergänzung für sommerliche Abwehrmischungen sind.

Auf der Duftreise zu den Botanik-Kursen hier in Irland führen unsere Exkursionen zu einigen ganz besonderen Exemplaren von Dacrydium-Bäumen, zu Callitrisbäumen, zu einem uralten Bonsai einer Muschelzypresse und zur oben abgebildeten Himalayazeder (begleitet von den jeweiligen Öle-Fläschchen).

PS. Es gibt ein „neues Rosenholzöl“ von Tisserand, das aus den Samen eines nepalesischen Strauches namens Zanthoxylum armatum gewonnen wird.

osmanthus, die duftblüte


Ich bin kurstechnisch unterwegs, heute mit einer Gruppe von Teilnehmerinnen auf der Insel Mainau. Wenn ich es richtig erkannt habe, blühen dort an mehreren Stellen Osmanthus-Sträucher (Osm=riechen/Duft, anthus=Blüte). Das besondere Absolue aus den winzigen Blüten wird in der Parfümerie wegen des fruchtig-aprikosigen Duftes geschätzt, AromapraktikerInnen empfehlen es für Menschen, die sich nach viel Kreativität und Phantasie sehnen.

Wenn man Menschen unter echten Atlaszedern (Cedrus atlantica) stehen sieht, kann man vielleicht ahnen, dass das ätherische Öl aus dem kostbaren Holz dieses nordafrikanischen Baumes zu mehr Kraft und Stabilität verhelfen kann – im seelischen Sinne und auch im körperlichen Bereich, vor allem in Sachen Immunssystem.