dufte kids


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Seit etlichen Wochen verwende ich selbst zwei wirklich fein duftende Raum- und Kragensprays von aetherio (ich habe in den letzten Wochen so einiges zu verdauen gehabt). Sie wurden von der Biochemikerin und Molekularbiologin Bettina Görner aus Heidelberg, Mutter von zwei kleinen Kindern, für die Kleinsten der Kleinen zusammengestellt. Unsere ‚Zwerge‘ werden einerseits in der heutigen Zeit viel zu sehr mit penetranten synthetischen Gerüchen aus Weichspülern, Parfüms, Bauausdünstungen, Putzmitteln etc konfrontiert. Andererseits müssen sie ständig Dinge in unserem hektischen Erwachsenen-Leben verarbeiten und kämpfen dann oft – was nicht verwunderlich ist – mit Stress-Symptomen wie Überreiztheit, hyperaktivem Verhalten, schlechter Laune, Einschlafproblemen, Albträumen, Weinerlichkeit usw. Da wir Eltern meistens selbst genug um die Ohren haben, ist es nicht immer leicht, angemessen zu trösten und zu beruhigen.

Da Bettina sehr fein dosierte Helfersprays suchte und dazu den Anspruch hat, dass möglichst nur zertifizierte Bio-Qualität an die Näschen ihrer (und aller) Kids kommen sollte, hat sie sich selbst an die Produktion dieser zwei Produkte gemacht. Auch der Nachwuchs von Bekannten durfte die Sprays testen, sie wurden für gut und hilfreich befunden und nun können diese professionell gestalteten Produkte von allen Eltern, die etwas dufte Begleitung suchen, bestellt werden.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDas bio Helferspray bei ‚überreizt und müde‚ hilft an Tagen, an denen die Kleinen zu viel erlebt haben und dann möglicherweise Schwierigkeiten haben, zur Ruhe zu kommen. Müdigkeit und Überreiztheit äußern sich unterschiedlich, oft durch Quengeln oder Weinen oder sogar Wutanfälle. In diesen Momenten, egal ob zu Hause oder unterwegs, kann das Spray mit zwei ätherische Ölen helfen: bio Lavendel und bio Mandarine rot, die Öle sind babygerecht nur 0,5%-ig dosiert.

orangenteller_xsDas bio Helferspray bei ‚schlecht gelaunt‚ hilft in Situationen, in denen die Kleinen einfach nicht gut drauf sind. Es gibt viele Gründe für sie, irritiert oder unpässlich oder wütend zu sein – das gehört zum Großwerden dazu. Das Spray kann in diesen Situationen mit zwei fruchtigen ätherischen Ölen, die prima auf die Stimmung wirken, zur Seite stehen: bio Orange und bio Mandarine rot, auch diese Öle sind babygerecht 0,5%-ig verdünnt. Orangenöl wurde bereits in mehreren wissenschaftlichen Arbeiten als angstlösend und stimmungsaufhellend befunden.
MandarineNeben den ätherischen Ölen enthalten diese Sprays destilliertes Wasser, ein klein wenig bio-Alkohol für die bessere Verdunstung sowie einen Emulgator, der die ätherischen Öle mit Wasser mischt. Nach dem richtigen Emulgator hat Bettina lange gesucht und sich für ein Produkt entschieden, das naturkosmetik-konform ist (zertifiziert durch Natrue, BDIH, Cosmos, EcoCert). Es besteht aus Polyglycercyl-10-Laurat und Zitronensäure (Expertin für Naturkosmetik Heike Käser beschreibt und bewertet diesen Emulgator auf ihrer Super-Website Olionatura).

Bettina verrät auf ihrer ansprechend gestalteten Website, dass manche Erwachsene berichten, selbst eine Flasche am Bett parat zu haben. Nervt das Gedankenkarrussel am Abend, oder ist an ein Wiedereinschlafen nach dem nächtlichen Kind-Beruhigen nicht zu denken, dann kann das Spray auch uns Großen beim Abschalten helfen.

Diese zwei Produkte sind für kleine Nasen ab 6 Monaten geeignet, 50 ml kosten 14 Euro, beide Fläschchen werden innerhalb Deutschlands portofrei versendet. In Österreich sind sie in Innsbruck im Der Kinderladen erhältlich. Sie können im Raum versprüht werden (2-3 Sprühstöße), es kann etwas davon auf ein Kuscheltuch oder auch auf das Nickytuch eines Kuscheltieres gegeben werden.

Nachdem ich beide Sprays nun gut kenne, könnte ich mir vorstellen, dass sie auch ideal für sehr sensible und unruhige Menschen im Bereich der Seniorenpflege und Hospizarbeit geeignet sein müssten. Insbesondere das Spray mit Lavendel müsste ältere Menschen an „alte Zeiten“ erinnern, es duftet sehr subtil nach dem „blauen Wunder“. Wie wir inzwischen gut wissen, können hoch verdünnte ätherische Öle sehr fein auf seelische Dysbalancen wirken.

wissenschaftler belegen und warnen


Es geht weiter mit der Zusammenfassung der vielen wundervollen und hochkarätigen Vorträge, die auf der Botanica2016 in Brighton zu hören waren.

1_valerie_edwards_jones_xsDie den Insidern unserer Branche bekannte Professorin für Mikrobiologie Valerie Edwards-Jones (Universität Manchester, GB) eröffnete den Samstag-Vormittag. Sie ist Spezialistin für resistente Mikroorganismen, ein Thema, das jedes Jahr bedrohlicher wird. Seit 1987 gab es keine Neuentdeckungen mehr auf dem Feld der Antibiotika, allenfalls nur Modifikationen der bekannten Mittel. Sie erinnerte daran, dass der Entdecker des ersten Antibiotikums (Penicillin 1928) Sir Alexander Fleming (1818-1955) kurz nachdem er 1945 dafür den Nobelpreis erhielt warnte: „The time may come when penicillin can be bought by anyone in the shops. Then there is the danger that the ignorant man may easily underdose himself and by exposing his microbes to non-lethal quantities of the drug make them resistant.“ („Es könnte die Zeit kommen, in der Penicillin für jedermann in den Geschäften erhältlich sein wird. Dann besteht die Gefahr, dass der ungebildete Mensch es unterdosiert anwenden wird und somit seine Mikroben nicht-tödlichen Mengen des Medikamentes aussetzt und sie dadurch resistent macht.“) [Seine Rede zur Verleihung des Preises ist hier runterzuladen]

Val Edwards-Jones geht davon aus, dass wenn nicht ganz bald hoch wirksame neue bakterienhemmende Mittel entdeckt werden, sehr viele medizinische Errungenschaften wie Transplantationen und Krebstherapien nicht mehr möglich sein werden, denn diese konnten nur so erfolgreich werden, weil sie unter dem Schutz von Antibiotika stattfanden. Sie berichtet, dass die momentane Situation bereits fatal sei („dire“) und dass sie deswegen nach neuen Wegen suche, sie sei ein bisschen ein „Hippie“ und würde jenseits der abgetretenen Wege denken. Darum beschäftige sie sich seit vielen Jahren mit ätherischen Ölen, über deren antimikrobielle Wirksamkeit sie bereits zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht hat. Sie arbeitet an einer Kampagne, die folgende Ziele hat:

  • Das Wissen zu diesem Themenbereich zu vertiefen und die mikrobiellen Resistenzen besser zu verstehen
  • Erhalten und verwalten der Wirkung der existierenden Behandlungsmöglichkeiten
  • Die Entwicklung neuer Antibiotika, der Diagnosen und neuer Behandlungsansätze fördern

Sie hatte sich bereits ausführlich mit den vielfältigen antimikrobiellen Wirkungen von Teebaumöl beschäftigt, doch kam sie nicht weiter, da die Finanzierung nicht ausgebaut werden konnte, man benötigt circa 1 Million Pfund (Dollar, Euro etc), um ein schlüssiges Experiment bis zur Veröffentlichung durchzuführen. Ähnlich wie manche andere Wissenschaftler erwähnt sie, dass Einzelstoffe aus Teebaumöl toxischer wirken als das gesamte ätherische Öl. Aus ihrer Erfahrung

  • wirken Mischungen besser als Einzelöle
  • wirken Dämpfe der ätherischen Öle in vielen Fällen genau so gut wie direkt aufgetragene Öle

Sie führte beispielsweise 2009 eine Studie zur erfolgreichen keim-sanierenden Raumbeduftung mit Lemongrass- und Rosengeranienöl durch [Vapour-phase activities of essential oils against antibiotic sensitive and resistant bacteria including MRSA, diese Arbeit kann hier kostenlos herunter geladen werden]. Demnächst erscheint dazu als eine Art Neuauflage die Studie ‚Reducing airborne bacteriae in a hospital burns unit using essential oil vapours‘. Interessant fand ich ihre zusammenfassende Feststellung, dass der intensiv mit ätherischen Ölen beduftete Raum ganz drei Monate brauchte, um wieder in dem ursprünglichen verkeimten Zustand zu sein. Was wir jedoch eher nicht tun: Sie lässt die Beduftungsmaßnahmen mehr oder weniger nonstop laufen, die Geräte werden nur ausgestellt, wenn die PatientInnen mit den Gerüchen ganz und gar nicht klar kommen. Ähnliche Erfahrungen hat sie auch bereits aus Gewächshäusern, wo auf diese Weise die Tomatenfäule unterbunden werden konnte.

Sie erläuterte auch kurz ihre MRSA-Arbeit von 2004, die ich bereits in meinem Fachbuch und im Kapitel über Studien im Aromapflege Handbuch erläuterte, die verwendeten Öle waren Lavendel, Patchouli, Teebaum, Rosengeranie und Grapefruitkern-Extrakt [The effect of essential oils on methicillin-resistant Staphylococcus aureus using a dressing model].

1_sandy_vanvuurenDie nächste Sprecherin Sandy van Vuuren ist Professorin der Pharmazie an der Universität Witwatersrand in Südafrika. Auch sie präsentierte antiinfektiöse Eigenschaften von ätherischen Ölen, vor allem in Kombination miteinander. Sie unterscheidet dabei synergistische und additive Effekte, sowie nicht-interaktive und antagonistische Wirkungen. Da sie unglaublich viele komplexe Grafiken schnell aufeinander folgend zeigte, war ich etwas überfordert, doch zwei wichtige Dinge habe ich notiert:

  • Der Haupt-Inhaltsstoff (Leitsubstanz) eines ätherischen Öles ist NICHT immer für die Hauptwirkung verantwortlich, das hat ihr Team ausgiebig nachgewiesen.
  • Einige Trägeröle verstärken die therapeutische Wirkung von ätherischen Ölen, besonders bei Infektionen der Haut, beispielsweise Aloe vera-Öl, Calendulaöl (Ringelblume), Johanniskrautöl, Aprikosenkernöl, Jojobaöl (Wachs) und insbesondere Avocadoöl. Die ätherischen Öle von Patchouli (Pogostemon cablin), Melisse (Melissa officinalis) und Ylang Ylang (Cananga odorata) wirkten in diesem dermatologischen Bereich besonders gut.

Sandy van Vuuren stellte noch etliche südafrikanische Pflanzen vor, vor allem Lippia javanica (Fever tea) mit 62% Linalool und Artemisia afra, eine lokale „Allheilpflanze“, die unserem Wermut sehr ähnlich ist, die bei Erkältungen, Husten und Magenbeschwerden eingesetzt wird. Ihr Team hat herausgefunden, dass diese Artemisia-Art gut zur Ergänzung mit Tetracyclinen (Breitband-Antibiotikum) geeignet ist, jedoch die Wirkung von Amphotericin B (Antimykotikum) aufhebt.

1_Takae_Ebihara.jpgÜber die sensationellen Erkenntnisse der folgenden Wissenschaftlerin, Takae Ebihara aus Japan, berichtete ich bereits in den Urzeiten dieser meiner Blog-Seite (2009). Sie ist Ärztin und Professorin für Geriatrische Medizin an der Tohoku Universität in Tokyo. Ich schrieb damals über die Vorsorge vor Lungenentzündungen (Aspirations-Pneumonie) bei sehr alten Menschen mit Schluckstörungen (teils aufgrund von neurologischen Ausfallserscheinungen), freilich nicht ahnend, dass ich vor einigen Tagen – nach dieser Konferenz in Brighton – nach Deutschland fliegen musste, um die sterblichen Überreste meines Vaters beizusetzen, der sehr alt an Lungenentzündung gestorben war, kein Antibiotikum hatte mehr helfen können. Insofern berührte mich das Kennenlernen dieser engagierten Wissenschaftlerin ganz besonders. Capsaicin, Pfefferöl und Pfefferminzeöl (bzw. Menthol) helfen, beispielsweise vor dem Essen  sanft dosiert in Form eines Gelatine-Puddings eingenommen, den Schluckreflex dahin gehend zu stimulieren, dass er wieder zuverlässiger arbeitet. Menthol stimuliert die TRPM8-Rezeptoren, das haben einige von uns bereits bei Professor Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt gelernt. Die „Reizung“ mit Pfefferöl, das in der destillierten Form keinerlei Scharfstoffe enthält, wird auch für Kinder mit Schluckstörungen empfohlen. Man hat eine Art Duft-Schmuck entwickelt, der um den Hals der alten Bewohner gehängt wird, der duftende „Kettenanhänger“ sondert die hilfreichen Duftmoleküle kontinuierlich ab.

Lavendel und Grapefruit verhalfen alten Menschen im international standardisierten ‚Timed up and go test‘ (TUG), sich koordinierter zu bewegen und somit weniger sturzgefährdet zu sein, damit können fatale Brüche wie des Oberschenkelhalses vermieden bzw reduziert werden. Bei der anschließenden Frage-Runde der begeisterten Zuhörer, fragte jemand, ob sie diese sensationellen (und doch so einfachen) Anwendungen bereits weit in Japan verbreiten konnte. Als sie dies – sehr bescheiden – verneinte, und sagte: „I struggled to spread my method in Japan“ (ich kämpfe [dafür], meine Methode in Japan zu verbreiten), sagte die fragende Person laut und anerkennend „You are a pioneer!“ (Sie sind ein Pionier!)

Der Psychologe Dr. Mark Moss von der Northumbria University (GB) sprach vor der Mittagspause über Rosmarinöl und das prospektive Gedächtnis, ich schrieb über seine Arbeiten im Mai dieses Jahres (hier). Vor ihm berichtete der französische Kinderarzt Luc Marlier über den Einfluss von Gerüchen auf das Wohlbefinden und die Überlebensrate von früh geborenen Babys. Er zeigte einen Videoclip in dem wir  erkennen konnten, dass ein Frühchen eindeutig auf einen schlechten Geruch reagieren kann (Buttersäure), dem das Kind für 10 Sekunden (auf einem Wattestäbchen wenige cm vor der Nase) exponiert war. Der Gesichtausdruck zeigte Missempfinden, vielleicht sogar Entsetzen, jedenfalls Unruhe. Ganz anders reagiert das winzige Menschlein, wenn es einen Hauch echter Vanille zu schnuppern bekommt. Entspannung der Gesichtszüge und kleine Schmatzerchen sind die nonverbale Sprache. Leider bekommen hospitalisierte Babies täglich, ggfs über wochenlang, einen erschreckenden Cocktail an chemischen, teils stechenden Gerüchen, zugemutet. Dahingegen konnte beobachtet werden, dass ein zarter Wohlgeruch die Gefahr der Atemaussetzer (Apnoe) deutlich reduzieren kann. Ganz ohne die üblichen Gaben an Koffein/Theophyllin. Da ich letztes Jahr darüber in der Neuauflage meines Fachbuches geschrieben habe, möchte ich hier noch nicht allzu viel verraten (leider verzögert sich die Fertigstellung immer noch).

dufter lernen im schlaf mit rosen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKurz vor dem Schlafen Lerninhalte zu wiederholen, galt schon lange als effektiv, man sprach ja gerne vom Schulbuch unter dem Kopfkissen, es sollte vor Klassenarbeiten eine gute Hilfe sein.

Nun hat sich die Wissenschaft eines weiteren Faktors des „Lernens im Schlaf“ angenommen: Wenn der Duft von Rosen in einer bestimmten Schlafphase eingeatmet wird, verbessert sich die Leistung des Gedächtnisse noch einmal. Dieser Versuch wurde an der Universität Tübingen mit ProbandInnen gemacht, die sich Memorykarten-Paare samt deren Position einprägen sollten, sie schnupperten beim Lernen Rosenduft. Anschließend gingen alle TeilnehmerInnen schlafen, die eine Hälfte bekam im Schlaf Rosenduft zu riechen, die andere roch ein Placebo.

Der Bericht von Dr. Susanne Diekelmann von der Uni Tübingen ist hier (klick!) nachzulesen, sie stellt fest: „In einer weiteren Studie mit Kernspintomographie führte die Präsentation des Rosendufts im Tiefschlaf zu einer Aktivierung des Hippokampus sowie kortikaler Bereiche. Der Geruch scheint also die neuen Erinnerungen zu reaktivieren und damit den Transfer der neu gelernten Inhalte in den kortikalen Langzeitspeicher anzustoßen.“ Foto: Antje Wendel

insektenschutz für groß und klein


Insekt_Mücke_xsIch stellte dieser Tage verwundert fest, dass ich hier noch keinen Beitrag über ätherische Öle geschrieben habe, die diverse Insekten auf natürliche Weise (einigermaßen) vertreiben können. Dabei schreibe ich die relevanten Öle so oft an das Flipchart, in meinen Kursen ist das ein regelmäßig wiederkehrendes Thema! Also hole ich dieses Versäumnis heute nach, denn im verregneten Kontinental-Sommer haben die Biester Hochsaison und Hilfe ist gefragt!

Nun muss man wissen, dass Insekten wie auch viele Pflanzen sich mit Hilfe von ätherischen Ölen bzw. deren einzelnen Molekülen „unterhalten“. Pflanzen rufen mit flüchtigen Riechstoffen „alliierte“ Insekten bei Schädlingsbefall zu Hilfe, sie können auch mit Hilfe dieser Riechstoffe Feinde verscheuchen. Sie können sogar sich selbst bzw. Teile von sich selbst warnen, wie letztes Jahr am Beispiel  der Maispflanze festgestellt werden konnte. Mit dem frei gesetzten Stinkstoff Indol, der in Jasmin-Absolue und in zahlreichen anderen Blütendüften vorkommt, „benachrichtigt“ eine frisch angeknabberte Maispflanze ihre „unteren Etagen“, also tiefer gelegene Blätter, die dann ihren Abwehr-Stoffwechsel aktivieren [ein Artikel dazu ist hier (klick!) nachzulesen].

Insekten wiederum sind in der Lage, viele uns aus ätherischen Ölen bekannte Duftmoleküle zu bauen und sie als „Sprache“ untereinander einzusetzen.

  • Bienen beispielsweise stellen Geraniol, Citral (auch in Rosen- und Lemongrassöl enthalten) und andere Terpene her und verwenden sie als Markierungs-Pheromone.
  • Der Sterzelduft von Bienen besteht aus trans-Farnesol (auch in Ylang Ylang, römischer Kamille und Rosenöl enthalten und in Äpfeln, Erdbeere, Heidelbeeren, Trauben, Pilzen, Spinat, Tee, Tomaten).
  • Blattläuse stellen trans-beta-Farnesen als Alarm-Pheromon her (auch in Schafgarbenöl enthalten).
  • Die Wanze Eurygaster integriceps stellt Vanillin als Sexuallockstoff her (in Vanille-, Benzoe- und Toluextrakt sowie in Styraxöl enthalten) [mehr dieser Beispiele werden im Spätherbst 2017 in der stark erweiterten 6. Auflage meines Fachbuches ‚Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe‘ nachzulesen sein]

Und wer im Duftchemie-Unterricht aufgepasst hat 😉 weiß, dass alle diese Moleküle bei uns Menschen nachweisbare körperliche und seelische Prozesse steuern können. Ich stehe wieder einmal staunend vor diesen modernen Erkenntnissen und bewundere den Kreislauf, das Ganz-Sein, die Zusammenhänge in der Natur. Wir Menschen haben also noch Spuren der Pflanzen- und Insektenvergangenheit in uns! Zumindest sind wir mit den entsprechenden Rezeptoren ausgestattet.

Aber nun zurück zum Vertreibungsmittel, das kleine stechende und beißende und saugende Monster abstoßen und irritieren soll. Aufgrund der obigen Erkenntnisse kann man sich unschwer vorstellen, dass wir den lästigen und bisweilen sogar gefährlichen Plagetierchen mit einem Riechstoffcocktail vorgaukeln können, dass sie selbst von einer Schar von Feinden umzingelt sind, so dass sie schnellstmöglich „die Fliege“ machen, uns also in Ruhe lassen. Diverse Stechmücken können einige unserer ätherischen Öle so gar nicht leiden, ganz vorne auf der Liste stehen:

  • Citronella (Cymbopogon nardus und C. winterianus, insektifuger Inhaltsstoff: Citronellal)
  • Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora, insektifuger Inhaltsstoff: Citronellal)
  • Rosengeranie (Pelargonium asperum und P. graveolens, insektifuge Inhaltsstoffe: Geranial/Geraniol)
  • Atlas-Zeder, Himalaya-Zeder (insektifuge Inhaltsstoffe: Gemisch aus Sesquiterpenen und Sesquiterpenolen)
  • Katzenminze (Nepeta cataria, insektifuge Inhaltsstoffe: Nepetalacton und andere Lactone)

Doch durch die Zugabe von einigen anderen Ölen, die anscheinend auch nicht sonderlich beliebt beim summenden Völkchen ist, können wir die Wirkung unserer Abwehr“waffe“ verstärken. Durch Patchouliöl können wir unsere Haut schützen, was insbesondere bei Zubereitungen für Kinder wichtig ist, denn einige der insektifugen Inhaltsstoffe können minimal hautreizend wirken, insbesondere wenn die Fläschchen älter als 6-9 Monate nach erstem Anbrechen sind und auf erhitzter Haut verwendet werden:

  • Lavandin (Lavandula x Intermedia Super, besser noch Lavandula x intermedia Abrial, Lavandula x intermedia Grosso und Lavandula x intermedia Reydovan, diese enthalten mehr Campher [Bornan-2-on] als insektifugen Inhaltsstoff)
  • Patchouli (Pogostemon cablin, insektifuge Inhaltsstoffe: Gemisch aus Sesquiterpenen und Sesquiterpenolen)
  • Teebaum (Melaleuca alternifolia, insektifuge Inhaltsstoffe, nicht gesichert: Gemisch aus Monoterpenen und Sesquiterpenolen wie Globulol und Viridoflorol)
  • Gewürznelkenknospe (Syzygium aromaticum, insektifuger Inhaltsstoff: Eugenol)
  • Eukalyptus (Eucalyptus globulus, insektifuge Inhaltsstoffe: Mix aus 1,8-Cineol und einigen Monoterpen-Ketonen)

Das Ganze mit nativem Kokosfett, das reich an Laurinsäure ist, anzureichern, ist insbesondere in Zecken-Gebieten hilfreich, denn diese schmecken viel lieber die auf unserer Haut befindliche Buttersäure als die Laurinsäure! Bei den anderen fetten Ölen bitte unbedingt darauf achten, dass sie einigermaßen oxidationsstabil sind, also dass die fein auf die Haut aufgetragene Schicht in Wärme und Sonne nicht zu schnell ranzig wird. Von den bekannteren Ölen sind dies Jojobaöl (korrekt: Jojobawachs) und Olivenöl. Zwei deutlich insektenvertreibende fette Öle  müssen an dieser Stellen noch erwähnt werden:

  • Neem (Azadirachta indica): es  riecht nicht so toll, wäre jedoch als kleine Zugabe auch noch denkbar, es ist bekannt durch die starke Wirkung gegen Milben und Kopfläuse
  • Andiroba (Carapa guaianensis): ein enger Verwandter von Neem mit ähnlicher Wirkung

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor einigen Jahren konnte wissenschaftlich bestätigt werden, dass ein weiterer Bestandteil im zitronig duftenden Öl des Zitroneneukalyptus zur Abwehr von Mücken/Stech-Insekten eingesetzt werden kann. Man hat den Stoff identifiziert, der für diese starke Wirkung verantwortlich ist, er wird inzwischen fleißigst aus dem Pflanzenmaterial des schnell nachwachsenden hitzeliebenden Baumes isoliert und für hoch wirksame Anti-Insekten-Mittel eingesetzt. Der „Zauberstoff“, der sogar gegen Malaria-Mücken in den Tropen erfolgreich getestet wurde (mindestens 5 Stunden mit 98 Prozent Sicherheit) heißt p-Menthan-3,8-diol (oder para-menthane-diol, PMD), er wird durch einen kleinen chemischen Eingriff aus dem Haupt-Inhaltsstoff der Zitroneneukalyptusblätter (Citronellal) gewonnen und inzwischen vermehrt isoliert angeboten, um in natürliche Insektenschutzmittel eingearbeitet zu werden. In etlichen Studien konnte er sogar gegen Deet bestehen, eines der schärften (und toxischsten) Insektenschutzmittel. Und die noch bessere Nachricht: sogar Zecken finden das Zeug widerlich (zumindest für einige Stunden)! Bereits eingearbeitet wurde dieser Stoff in das in das Mückenstop-Spray von Taoasis und in das praktische Mückenstop-Tuch für unterwegs.

Ein Selbermach-Rezeptbeispiel für knapp 3%-ig verdünnten ätherischen Ölen, also für Erwachsene und Jugendliche könnte folgendermaßen aussehen:

  • 30 ml Jojobawachs
  • 20 g Kokosfett
  • 15 Tropfen Citronella und/oder Zitroneneukalyptus
  • 5 Tropfen Rosengeranie
  • 5 Tropfen Atlaszeder
  • 5 Tropfen Lavandin
  • 3 Tropfen Teebaum oder Eukalyptus oder Gewürznelkenknospe

Kokosfett ggfs im Wasserbad sehr sanft schmelzen, mit den Ölen vermischen und in Braunglasflasche, am besten mit Pumpmechanismus, füllen. Bei sommerlichen Temperaturen bleibt dieser Mix flüssig. Für Babies und Kleinkinder die Menge der ätherischen Öle halbieren! Wer den Duftmix ähnlich aber als Fertigprodukt mag, kann sich bei Feeling den ‚Insektenschutz‚ (klick!) bestellen, er ist auch als Körper- und Raumspray erhältlich. Nach Stichen und Bissen helfen Bio-Aloe vera-Gel (ohne schädliche Synthetik-Verdicker oder Konservierungsstoffe), Lavendelöl, Pfefferminzeöl und diverse Hydrolate wie Rosenhydrolat, das leicht juckreizstillend/anästhetisierend wirkt.

Zum faszinierenden Thema der Pflanzen-Unterhaltung möchte ich gerne drei wundervolle Bücher empfehlen, vielleicht als Urlaubs-Lektüre?!

PS Wer mehr Infos und wissenschaftliche Arbeiten zum Eukalyptus-Wirkstoff p-Menthan-3,8-diol sucht, kann sie sich entweder g00glen oder in meinem früheren Artikel zum Thema (klick!) aufgelistet finden. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich zu meinen Blog-Beiträgen nicht noch zusätzliche Informationen recherchieren kann. Das Suchfeld hier rechts oben ist gut dazu geeignet, in den bislang circa 650 Beiträgen, die ich seit 2008 verfasse, wirklich sehr viele Antworten auf die am meisten gefragten Fragen zu geben. Einfach einige Stichwörter, die interessieren eingeben, es kommt fast immer etwas dazu!

neues erinnert man anders, wenn es riecht forscher untersuchen das gedächtnis


NaseVon der Ruhr-Universität Bochum werden wir regelmäßig mit spannenden Erkenntnissen rund um das Riechen versorgt. Erst letzte Woche sah ich im deutschen Fernsehen, wie für einen Produkt-Test einer großen Schuhkette lange getragene Schuhe von Riechexperten auf den gespeicherten Geruch hin untersucht wurden, also mit der Nase beschnuppert. Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt wurde in diesem Zusammenhang zu neu gefundenen Geruchsrezeptoren befragt (eher gegen Ende der Sendung in der ARD). Wie überraschend, diese Signal-Empfangs-Organe riechen Käsegeruch 😉 .

Vor ein paar Tagen wurde eine Pressemeldung veröffentlicht, in der über neue interessante Vorgänge im menschlichen Gehirn, vor allem in der ‚Erinnerungs- und Riechzentrale‘ unseres Gehirns, dem Hippocampus, berichtet wird. Dieses kleine Nervenorgan ist auch eine der ersten Strukturen, die bei einer Alzheimer-Erkrankungen sozusagen kaputt gehen, das nicht mehr Riechen-Können kann also ein Indiz für diese und einige andere neurodegenerative Erkrankungen sein (muss aber nicht!).

Die im Folgenden zusammen gefassten Experimente an der Uni Bochum und an der Uni Düsseldorf untermauern meine Empfehlung, beim Lernen von umfangreichen Themen, wie etwa ‚Chemie der Düfte‘, Wirtschafts-Englisch, Physik-Klassenarbeit oder auch Theaterrollen unbedingt die Nase zu beteiligen und jedem Fach beim Pauken einen speziellen Duftmix zuzuordnen. Bei der Prüfung oder der Vorstellung hilft dieser Geruch dann, das betreffende gespeicherte Gedankengut besser „anzuzapfen“. Ein befreundeter Schauspieler und Regisseur, Peter Bamler, nutzt diese Erkenntnisse, um sich auf ganz unterschiedliche Stücke und Rollen vorzubereiten. Insbesondere wenn er parallel mehrere Projekte in sein Hirn dreschen muss, hilft die Begleitung mit Düften enorm. Doch lesen Sie selbst, was man nun in Bochum und Düsseldorf heraus gefunden hat:

‘‘ Die Nase denkt mit.
Unser Geruchssinn beeinflusst, wie unser Gehirn die Informationen über neuartige Objekte abspeichert. Ein bestimmter Bereich im Hippocampus spielt dabei eine besondere Rolle.

Aus Kinderspielzeug Versuchsobjekte gebaut
Wenn wir Neues kennenlernen, nehmen wir die Informationen darüber mit allen Sinnen auf. Wie das Gehirn diese Eindrücke abspeichert, haben jetzt Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf untersucht. Dabei bedienten sie sich einer besonderen Methode.

Mit einem Konstruktionsspielzeugsystem für Kinder kreierten sie neuartige Objekte, die den Probanden vorher nicht bekannt waren. So konnten sie untersuchen, wie die Testpersonen Objekte wahrnehmen, ohne die Ergebnisse durch vorherige Erfahrung zu verfälschen.

Geruchssinn ist wenig erforscht
Das Team um Prof. Dr. Boris Suchan von der Abteilung für klinische Neuropsychologie der RUB und Prof. Dr. Christian Bellebaum vom Institut für Experimentelle Psychologie der Heinrich-Heine-Universität ist besonders an der Rolle des Geruchssinns interessiert, da dieser im Vergleich zu anderen Sinnen noch wenig erforscht ist.

In der Trainingsphase zeigten die Forscher den Probanden verschiedene unbekannte Objekte und setzten gleichzeitig einen jeweils spezifischen Geruch frei. Zum Vergleich stellten sie den Testpersonen andere Objekte ohne Geruch vor. Die Probanden durften die Objekte anschauen, jedoch nicht anfassen.

In der anschließenden Untersuchung im Magnetresonanztomografen (MRT) mussten die Versuchspersonen auf Bildern erkennen, ob es sich um ihnen bekannte oder unbekannte Objekte handelt. Die Wissenschaftler beobachteten derweil, welche Regionen dabei im Gehirn aktiv waren.

hippocampus_Gray

Hippocampus integriert verschiedene Sinneseindrücke
„Die Analyse der Gehirnaktivität hat uns gezeigt, dass der rechte vordere Hippocampus stärker aktiviert ist, wenn die Objekte mit einem Geruch verbunden waren“, erklärt Suchan. Über die Ergebnisse berichten die Forscher in der Zeitschrift „Behavioural Brain Research“.

Als Schaltzentrale für Erinnerungen ist der Hippocampus an vielen Gedächtnisprozessen beteiligt. Die Studie zeigt, dass es innerhalb dieser Gehirnregion einen speziellen Bereich gibt, der involviert ist, wenn Erinnerungen an Gerüche verarbeitet werden.

Die Forscher vermuten zudem, dass an dieser Stelle auch die Informationen verschiedener Sinneseindrücke zusammengeführt werden. Ob dies nur für Sehen und Riechen gilt oder auch für andere Sinne, muss nun weiter erforscht werden.

Förderung
Mit der Frage, wie Sinneseindrücke im Gehirn abgebildet werden und zu Gedächtnis führen, beschäftigt sich seit 2010 der Sonderforschungsbereich (SFB) 874 an der Ruhr-Universität Bochum, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Die aktuelle Studie entstand im von Prof. Dr. Boris Suchan geleiteten Teilprojekt B8 des SFB 874, das sich mit der perzeptuellen Funktion des Hippocampus beschäftigt. ‘‘

Originalveröffentlichung. M. Ghio, P. Schulze, B. Suchan, C. Bellebaum (2016): Neural representation of novel objects associated with olfactory experience, Behavioural Brain Research, DOI: 10.1016/j.bbr.2016.04.013   Text: Annegret Kalus   ::   Abbildung Hippocampus: Henry Vandyke Carter, Henry Gray (1918) Anatomy of the Human Body

eigenartige beduftung für babys


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNicht schlecht staunte ich – nein, ich geriet in Schnappatmung – als ich dieses Produkt für Babys ab drei Monaten gestern in einem Drogeriemarkt in Wien sichtete. Da liest und lernt man seit einem Vierteljahrhundert, dass der Inhaltsstoff Campher (=Bornan-2-on, nicht korrekt und der Einfachheit halber auch Borneon genannt) nicht für sehr empfindliche Menschen geeignet ist. Dazu zählen sehr junge Kinder, sehr alte und in der Atmung beeinträchtigte Menschen, Menschen mit Anfalls-Leiden. Auch Menschen mit obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma sind vorsichtig damit zu behandeln. Campher ist der relevante Inhaltsstoff in Rosmarinöl (Rosmarinus officinalis):

  • Im Campher-Chemotyp sind circa 30 Prozent davon enthalten, deswegen wirkt dieses Öl stark kreislaufanregend, den Blutdruck steigernd, durchblutungsfördernd, sekretolytisch (bei Erkältungen den Schleim verflüssigend und lösend).
  • Der etwas teurere Chemotyp 1,8-Cineol, der meistens nur von wirklichen Aromatherapie-Insider-Anbietern verkauft wird, enthält circa 10 Prozent dieses Moleküls.
  • Sehr wenige Firmen bieten den auch selteneren und teureren Chemotypen Verbenon-Myrtenylacetat (ABV) an, kaum ein Apotheker weiß um diese Rarität, die null bis 5 Prozent Campher enthalten kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieUnd da sehe ich einen Pad für ein medizinisches Luftbeduftungsgerät, der Rosmarinöl ausdrücklich für Säuglinge ab 3 Monaten anbietet (schwerer als 4,5 kg). Die Anwendung scheint ähnlich zu funktionieren wie in die Steckdose zu gebende elektrische Insektenvertreibungs-Geräte. Hm, ich bin irritiert. Vor allem, warum wird anregender Rosmarinduft mit beruhigendem Lavendelduft kombiniert? Sorgt das Produkt wirklich für ruhigen Schlaf, wie angepriesen? Wäre eine relevante sekretolytische Menge Rosmarinöl enthalten, so dass ein verstopftes Näschen und verschleimte Bronchien Befreiung erfahren würden, wäre ein sehr kleines Baby (zumindest rein theoretisch) gefährdet, weil es den gelösten Schleim noch nicht richtig abhusten kann, vor allem wenn es auf dem Rücken liegt.

Manche Kinderärzte, die fast hysterisch auf den Einsatz von ätherischen Ölen reagieren, begründen ihre Warnung auf genau diese schleimlösende Eigenschaft von sehr vielen Naturdüften. Ich jedenfalls wäre bei meinen Söhnen nie auf die Idee gekommen, ihnen Rosmarin bei Erkältungskrankheiten zuzumuten. Ich habe das fein duftende Öl auch noch nie Eltern mit jungen kranken Kindern empfohlen. Vielleicht ist die in diesen Pads enthaltene Menge dieses Öles auch so extrem gering, so dass sie mehr als Werbeversprechen für ‚Natürlichkeit‘ zu verstehen ist und dieses Pad sorgt tatsächlich ein beruhigend wirksame Lavendelbeduftung.

Es werden also entweder zwei Prinzipien der ganzheitlichen Aromatherapie und Aromapflege nicht beachtet oder es ist keine nennenswerte Menge Rosmarin im Produkt enthalten. Hat jemand von euch dieses Produkt bereits ausprobiert? Ich würde gerne über die Duftqualität und die Erfahrungen hören!

chemotypen – warum bescheid wissen nützlich ist [teil 1]


Thymianarten_beschrKürzlich verfolgte ich auf Facebook eine Diskussion, in der es um Chemotypen vom Thymianöl ging. Jemand meinte, es sei doch nicht wichtig, sich mit diesem Unterschied zu befassen. Hoppla, dachte ich mir, da hat jemand allenfalls eine theoretische „Ausbildung“ in Aromatherapie durchlaufen. Wer die Gelegenheit hatte, die unterschiedlichen Thymianöle ausgiebig schnuppernd zu vergleichen, wird Welten zwischen diesen Düften fest stellen können.

In Prüfungen, die ich abnehme, bekommt jede/r Proband/in zwei konträre Öle zu riechen, also beispielsweise Thymian Ct. Linalool und Thymian Ct. Thymol. Weil die Prüflingen naturgemäß immer sehr aufgeregt sind, muss gar nicht identifiziert werden, um welche Pflanze oder um welches Öl es sich handelt, schon gar nicht verlange ich den wissenschaftlichen Namen der Pflanze. Nein, ich frage ganz einfach: Welches Öl würdest du einem Kleinkind geben, welches nicht? Welches Öl passt eher zu einem robusten und ingesamt gesunden Mann (der momentan erkältet ist)? Welches Öl würdest du eher einer sehr alten zarten Frau gegen ihren Husten einreiben?

Bislang konnte jede/r diese Fragen beantworten, wenn die Nase sich beteiligen durfte/konnte. Das ist einer der Gründe, warum ich gegen Fernstudien ganz ohne Präsenzunterricht bin. Bei manchen Naturdüften geht es nicht ohne Nase (eigentlich bei allen!). Als zukünftige Fachperson für ätherische Öle, MUSS man sich mit den unterschiedlichen Gerüchen der Chemotypen mancher Öle auskennen und sie möglichst er-riechen können. Ist in einem Rosmarin besonders viel Campher enthalten, verwende ich es nicht bei Kleinkindern und schwangeren Frauen, duftet Myrtenöl eher blumig-süß statt eukalyptusartig, werde ich ersteres eher dem Asthmatiker empfehlen. Ganz zu schweigen von der Gesamtqualität von ätherischen Ölen: Diese sollte nach einiger Erfahrung gerochen werden können, also ob etwa bei Rosenöl oder Jasminabsolue tüchtig mit Labormolekülen nachgeholfen wurde oder nicht, ob Lindenblüte natürlichen Ursprungs ist oder synthetisch (letzteres duftet sogar meistens viel besser 😦 ).

Thymian_x_citriodorus_xsAuch ist die geschulte Nase beim Beurteilen, ob ein Naturduft zumutbar für die Haut ist, immens wichtig: Selbst Lavendel hält nicht ewig (strenge Stimmen sagen nur 1,5 Jahre, wenn empfindliche Haut damit behandelt werden soll), Lemongrass verliert mit der Zeit seine frisch-zitronige Note, Mandarine erinnert leider viel zu schnell an verschimmeltes Obst, Teebaum weckt Assoziationen an Pinselreiniger. Wie soll man diese immens wichtige Qualitätskontrolle per Fernstudium lernen?! Und wie soll man die tiefe innere/seelische Wirkung von Naturdüften erfahren können, wenn man nicht in Ruhe an ihnen schnuppern kann!!?? Doch nun zurück zum Thymian.

Das ätherische Öl aus den Zweiglein und Blättchen des  Thymus vulgaris wird aus (mindestens) sechs Chemotypen destilliert, also aus Thymianpflanzen mit sechs unterschiedlichen chemischen Schwerpunkten (oder Leitsubstanzen). Je nachdem wie hoch auf dem Berg oder wie nah am Meer das Heilkraut wächst, reagiert es unter anderem auf die UV-Strahlung und bildet andere Inhaltstoffe in unterschiedlichen Zusammensetzungen aus.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDas klassische, seit Jahrhunderten in der Medizin bekannte Thymianöl stammt aus Pflanzen in eher niedrigen Lagen und ist reich an Thymol und Carvacrol, das sind stark wirksame Monoterpen-Phenole (Moleküle aus 10 Kohlenstoffatomen, die sich innerhalb des Moleküls zu einer Sechserkette „verknoten“). Diese sind für fast jeden krank machenden Mikroorganismus fatal. Man nannte diese zwei streng duftenden Öle früher Thymian rot (Ct. Thymol) und Thymian schwarz (Ct. Carvacrol), da beide Moleküle die Eisendestille angreifen und sich das Öl dann entsprechend verfärbt. Heute werden jedoch fast nur noch Edelstahldestillen bei der Produktion eingesetzt, so dass das Öl transparent-hellgelb ist. Die bekanntesten Chemotypen von Thymus vulgaris L. sind:

Thymian Ct. Thymol (Thymus vulgaris L.) enthält – je nach Lieferant – zwischen 35 und 55 Prozent Thymol und ist somit eines der besten Öle bei der Abwehr von Infektionen im HNO-Bereich und bei Pilzinfektionen, vor allem der Füße. Zudem ist es hilfreich bei Schmerzen von Gelenken und Muskeln. Da die Monoterpen-Phenole jedoch auch stark haut- und schleimhautreizend wirken, darf für den Hausgebrauch immer nur eine maximal 1%-ige Verdünnung auf die Haut aufgetragen werden

Die selteneren Thymianöle gedeihen nur in hohen und mittleren Lagen (benötigen also mehr ultraviolettes Licht, um die sanften Inhaltsstoffe auszubilden), sie sind wesentlich kostenintensiver, eignen sich jedoch wegen ihres hohen Gehaltes an verschiedenen hautfreundlichen Monoterpenalkoholen Linalool, Thujanol-4 und Geraniol besser für die Selbstbehandlung.

Thymian Ct. Linalool (Thymus vulgaris L.) findet man fast immer bei gut sortierten Ölefirmen, dieses fein duftende Öl beeinflusst den Atemtrakt positiv bei Erkältung, Husten, Bronchitis, Ohrenschmerzen und Stirnhöhlenentzündung – insbesondere sehr empfindlichen (älteren) oder beeinträchtigten Menschen und bei Kindern.

Thymian Ct. Thujanol-4 (Thymus vulgaris L.) ist schwer zu kultivieren und darum eher eine seltene und kostenintensive Rarität (das Öl kann über 30 Euro für 5 ml kosten!). Es wirkt stark antiviral und zeigt insbesondere bei gynäkologischen Clamydien-Infektionen gute Erfolge.

Thymian Ct. Paracymen [auch p-Cymen] (Thymus vulgaris L.) ist in der französischen Aromatherapie beliebt als starkes Mittel bei Gelenk- und Muskelschmerzen, das Öl kann je nach Gehalt an p-Cymen bei empfindlicher Haut irritierend wirken.

Thymus_serpyllum_Sandthymian_xs

Andere Thymian-Arten, die also keine Thymus vulgaris L. sind, können auch gut in der Aromatherapie eingesetzt werden, auch unter ihnen sind Chemotypen bekannt.

  • Thymus mastichina (L.) L. enthält bis zu 75 Prozent 1,8-Cineol, duftet also eukalyptusartig-frisch. Da das Öl in seiner Heimat Spanien als mejorana bekannt ist, ist es im deutschsprachigen Bereich oft als (Wald-)Majoran zu finden, es setzt sich jedoch völlig anders als das Öl des echten Majoran (Origanum majorana) zusammen. Es ist ein ausgezeichnetes Anti-Erkältungsöl, das auch Kinder gut vertragen, da es weder stechend noch medizinisch riecht.
  • Thymus serpyllum L. ist der in ganz Europa auch wild wachsende Quendel, sein Öl kann in Zusammensetzung und Duft sehr unterschiedlich ausfallen.
  • Thymus zygis L. aus Spanien gilt gegenüber dem Thymian Ct. Thymol-Öl aus der Provence als nicht so hochwertig, seine bis zu 75 Prozent an hautreizendem Thymol machen die Anwendung für Laien schwierig. Diese Pflanze kann auch einen seltenen milden Linalool-Chemotyp hervorbringen.
  • Thymus capitatus (L.) Hoff. et Link. (oder Coridothymus capitatus) wird auch Spanischer Oregano genannt, durch den Gehalt von bis zu 70 Prozent hautreizendem Carvacrol ist es nicht für den Hausgebrauch geeignet.
  • Thymus citriodora ist eine unkorrekte Bezeichnung für Thymus x citriodorus (Pers.) Schreb., das ist der Zitronenthymian, oft wird jedoch der Linalool-Typ auch
    als Zitronenthymian bezeichnet.

Achtung: Die phenolhaltigen Thymianöle, also Chemotyp Thymol und Chemotyp Carvacrol sollten niemals unverdünnt auf der Haut verwendet werden und nicht dauerhaft bei sehr hohem Blutdruck im Einsatz sein, sie gehören nicht in die Hände von medizinischen Laien.

Studie: Eine nützliche wissenschaftliche Arbeit zu Thymianöl und seine Wirkung gegen vielfach resistente Bakterienstämme, die im klinischen Bereich vorkommen: Sienkiewicz M, Lysakowska M, Denys P, Kowalczyk E: The Antimicrobial Activity of Thyme Essential Oil Against Multidrug Resistant Clinical Bacterial Strains. Microb Drug Resist. Microb Drug Resist. 2012 Apr;18(2):137-48.

Thymus_mastichina_webAusprobieren: Zwei Öleanbieter führen jeweils etliche Thymianöle: Maienfelser hat derzeit 17 (!) unterschiedliche Thymianöle im Angebot, Oshadhi und Ronald Reike bieten immerhin jeweils acht unterschiedliche Thymiandüfte.

Abbildung T. mastichina: Vielen Dank an Patrizia Wyler Cassani, die extra für mich in den Botanischen Garten zum Fotografieren ging, damit auch ich mal lerne, wie die Rarität des hübschen Thymus mastichina aussieht!

aromapflege bei reiz- und keuchhusten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHilfe, halb München leidet an Reiz- und Krampfhusten, bei welchem es sich eventuell sogar um den hoch ansteckenden Keuchhusten handeln könnte (ausgelöst durch Bordetella pertussis). Das schrieb mir eine Heilpraktikerin aus Bayern, ob ich einen Tipp für ihre PatientInnen hätte.

Eine der ältesten Studien zu ätherischen Ölen soll sich mit dem erfolgreichen Einsatz von Zypressenöl (Cupressus sempervirens) bei Keuchhusten befassen. Monika Werner berichtete darüber in ihrem tollen (vergriffenen) Buch Ätherische Öle auf Seite 89, dass dieses Öl bereits in Zeiten lange vor der Gründung der DDR in Leipzig durch den engagierten Kinderarzt aus Breslau und Leipzig Dr Otto Soltmann (1844-1913) erfolgreich eingesetzt worden sei:

„Aufgrund bahnbrechender Untersuchungen, die in großem Umfang im Leipziger Kinderkrankenhaus von Dr. Soltmann durchgeführt wurden, wird Zypressenöl heute mit bestem Erfolg als Mittel gegen Keuch- und Krampfhusten angewendet.“

Leider habe ich diese Veröffentlichung von Dr. Otto Soltmann bislang nicht auftreiben können (kennt sie jemand?). Ich meine jedoch, Einreibungen und vorsichtige Inhalationen mit dem recht sanften Öl (sofern es nicht oxidiert ist, also nach Öffnen nicht älter als 6-9 Monate werden lassen) sind einen Versuch wert. Idealerweise setzt man auch krampflösende ätherische Öle wie Bergamotteminze, Bergamotte oder Mandarine dazu ein, wenn gemocht freilich auch Lavendelöl. Auch inhaliertes fein vanillig duftendes Benzoeresionoid kann als wichtiger und kindgerechter Krampföser gut helfen (Benzoe wird nicht destilliert sondern in Alkohol ausgezogen/verlängert, dann heißt es Resionoid).

Die Unterstützung der Psyche kann durch dieses Öl gleichermaßen optimal erfolgen: Der gebeugte, sich krümmende Hustenpatient kann sich aufrichten, wie der Baum, der mit allen Winden und Stürmen mitgehen kann, seine Struktur behält, sich nicht umhauen lässt. Beispiel für eine Einreibung (Brust und Rücken, evtl auch die „kitzelige“ Halsregion):

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieJe nach Stärke und Häufigkeit empfehle ich aus eigener bester Erfahrung (einer unserer Söhne hatte Keuchhusten) das homöopathische Kombinationsmittel Monapax-Tropfen (oder Monapax Saft). Die Kombination aus u. a. Sonnentau (Drosera) und Efeu wirkt sensationell bei allen Arten von „Reizhusten“, wenn dieser also eher nicht schleimig ist, sondern durch ein ständiges „Kitzeln“ und Krampfen, auch begleitet von Brechreiz, ausgelöst wird.

Wichtig ist noch der Hinweis: Durch beide Maßnahmen kann man diese schwere und schwächende Erkrankung freilich nicht weg zaubern, jedoch die Symptome deutlich lindern und somit die Erholung des Körpers stark unterstützen. Denn Dauerhusten ist unglaublich anstrengend.

PS Eine sehr schöne Beschreibung der möglichen seelischen Wirkung der Zypresse, eingebettet in ein passendes Beispiel der seelischen Unterstützungsarbeit anhand der Integralen Osmologie nach Martin Henglein hat Osmologie-Dozentin und -Fachfrau Christine Lamontain vor einigen Tagen auf ihrem Blog hier (klick!) veröffentlicht.

aromapflege für’s baby und kleinkind


Evelyn_Deutsch_Pflege-Ampel

Diese drei Bio-Aromapflegeprodukte im Wert von über 45 Euro sind zu gewinnen

Noch fünf Tage zum Eintragen und Gewinnen, bitte-bitte-bitte nur HIER (klick!) im Original-Artikel ‚Bloggi-Burtstag‘ [auf der grauen Sprechblase rechts oberhalb der Überschrift] bis um Mitternacht am 25. November aufschreiben, welches eurer erfolgreichster Öle-Einsatz war oder ist; andere Einträge wie hier bei diesem Text oder auf Facebook kann ich leider nicht berücksichtigen.

Neben dem praktischen, weil winzigen Öleetui-Schlüsselanhänger und den fünf klinik-erprobten Aromapflegeölen von Neumond bekommt ein(e) dritte(r) glückliche(r) GewinnerIn eine „Pflege-Ampel“ im Wert von über 45 Euro aus den wunderbaren Aromapflege-Serien von Evelyn Deutsch Aromapflegeprodukte, gerade vor ein paar Tagen frisch von mir aus Wien mitgebracht. Die grüne Kinderpflegeserie ist erst kürzlich auf den Markt gekommen. Damit bietet meine hoch geschätzte Kollegin eine maßgeschneiderte Lösung für alle ganz jungen Aromapflegefans an. Bislang waren Evelyns Aromapflegeprodukte für Erwachsene konzipiert und für Kinder unter 8 Jahre nur in Verdünnung anzuwenden. Sie hat jetzt sowohl ein paar der bestehenden Produkte bezüglich der Konzentration und der Inhaltsstoffe speziell für Babys und Kinder angepasst, dazu auch einige spannende und wichtige neue Produkte kreiert. Um die neuen Kinderprodukte klar von den Aromapflegeprodukten für Erwachsene abzugrenzen, hat sie die Etiketten in ein kräftiges (beruhigend wirkendes) Grün getaucht!

Aromapflegeprodukte herzustellen obliegt einer ganz besonderen Verantwortung, da diese für den Einsatz bei pflegebedürftigen und kranken Menschen bestimmt sind. Daher entsprechen die Evelyn Deutsch Aromapflegeprodukte nicht nur der aktuellen Kosmetikverordnung, sondern darüber hinaus wird die Herstellung nach arzneimittelrechtlichen Vorschriften durchgeführt. Alle Produkte sind zertifiziert, notifiziert (CPNP), sicherheitsbewertet, verfügen über eine österreichische Pharmazentralnummer (PZN) und wurden dermatologisch getestet! (Sie sind jedoch auch in Deutschland ohne höheres Porto bestellbar.) Alle ätherischen Öle und fetten Pflanzenöle in Evelyns Produkten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Es werden keinerlei synthetische Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe, sowie keine Rohstoffe auf Mineralölbasis verwendet. Die Standards, die der Gesetzgeber für Naturkosmetik festgelegt hat, genügen ihren Ansprüchen schon lange nicht mehr, daher verzichtet sie ganz bewusst auf eines der vielen Siegel.

Evelyn_Deutsch_Pflege-ProdukteDer zarte Brustbalsam für Babys und Kinder, der also zu den diesjährigen Gewinnen gehört, wird bei Bedarf sanft auf den Brust- und Rückenbereich aufgetragen. Er ist auch sehr gut in Form einer Ölkompresse anzuwenden! Das rein natürliche Produkt verbessert das freie und tiefe Durchatmen, sorgt für ein ruhigeres Durchschlafen und ist sehr wohltuend bei Hustenreiz. Evelyn hat mir noch ein Gläschen ihrer neuen Harzsalbe mitgegeben, die ein perfekter Schutz für die Haut bei besonderen Strapazen ist: extreme Wind- und Wettereinflüsse, häufiges Händewaschen, Inkontinenz und viele mehr. Das dritte Gläschen enthält den bewährten Atem-Aktiv-Balsam, der das freie Durchatmen verbessert und hilft, die Atemwege ganz sanft zu befreien, ohne in der Nase zu stechen oder den Eindruck von Schärfe zu vermitteln. In der institutionellen Pflege ist er eine wertvolle Unterstützung zur Pneumonieprophylaxe.

Wer als Pflegende unter meinen LeserInnen noch nicht mitbekommen hat, dass es eine ganz neue Untersuchung zur Nicht-Keimbelastung von ätherischen Ölen gibt, kann dies in der Herbst-Ausgabe von ‚Hand in Hand mit der Natur‘ nachlesen, hier (klick!) online lesen (alle BestellerInnen von Evelyns Shop bekommen die ‚echte‘ Zeitschrift mit ins Päckchen gelegt). Ab Seite 8 wird eindrucksvoll beschrieben, wie vier ätherische Öle und ein Raumbeduftungs-Gerät absichtlich mit den üblichen Krankenhauskeimen (Candida, ESBL, MRSA und ein normaler Staphylococus aureus-Stamm) verunreinigt wurden und wie schnell diese sich wieder erholt haben, d.h. wieder steril geworden sind, das ist ein mega-wichtiges Ergebnis für die institutionelle Pflege.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFür alle Interessierten wird es zum Thema ‚Aromatogramm – Mikrobiologische Diagnostik in der Aromatherapie‘ drei Seminare in Wien geben. Die sympathische und engagierte Fachärztin für Medizinische und Chemische Labordiagnostik Dr. Gerda Dorfinger, die die beschriebene Untersuchung machte, wird an den drei Seminartagen eindrucksvoll zeigen und erklären, wie solche reproduzierbaren Nachweise erstellt werden können. Die Termine: nächste Woche 27. November 2015 (ausgebucht jedoch mit kurzer Warteliste), 27.4.2016 und 10.11.2016, Infos und Anmeldung hier (klick!). ZU GUTER LETZT: Die Termine für meine Duftwochen stehen zwar bereits seit dem Frühsommer (auch wenn Google bei manchen InteressentInnen offensichtlich anderer Meinung ist), doch ich habe nun endlich auch geschafft, meine schön bebilderte Duftreisen-Broschüre mit allen Details über Themen, Ausflüge, Unterkunft, Essen, Anreise etc zu aktualisieren, das 14-seitige Heft kann hier (klick!) kostenlos runtergeladen werden (oder auf das Cover klicken, 3 MB).

1Duftreise_MeditationsgartenDen Frühbucher-Rabatt von 50 Euro gibt es für alle Anmeldungen, die bis zum 20. Dezember erfolgt sind (und wenn bis dahin 20% des Teilnahmepreises ab 940 Euro gezahlt sind: dieser Preis enthält 7 Übernachtungen im Zweibettzimmer, Vollpension auf Wunsch auf vegetarisch, die Exkursionen und Eintritte, den theoretischen Unterricht samt Unterlagen, Rohstoffe und Gefäße). Andere Ernährungswünsche und Einzelzimmer gegen Aufpreis. Die kurze Termine-Übersicht samt Anmeldeformular ist hier (klick!) zu finden (das praktische Formular kann am Computer ausgefüllt werden, gespeichert werden und an uns gemailt werden). Wunderschöne Foto-Impressionen von 2015 zeigt Christine Lamontain auf ihrem Blog hier und hier.

ätherische öle in der schwangerschaft


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDa ich immer wieder zum Thema ‚Ätherische Öle in der Schwangerschaft‘ angeschrieben werde, überarbeite ich heute mal einen alten Artikel, denn ich bin sehr zeitknapp, also derzeit vergraben im Endspurt meiner Fachbuch-Neuauflage.

In seriösen Büchern über Aromatherapie muss meistens mehr gewarnt werden als im realen Leben tatsächlich nötig wäre. Als Autorin kenne ich ja nur wenige meiner Leserinnen und kann nicht ahnen, ob unbekannte Leserinnen beispielsweise einen Hang zum Übertreiben haben wie “was, nur zwei Tropfen, das ist doch alles Natur, ich nehme mal 10 Tropfen“. Auch der neue Trend zur Anwendung von unverantwortlich großen Mengen an unverdünnten Ölen kann zu Problemen führen. Drogeriemarkt-Düften kann man auch nicht ansehen, ob sie wirklich so naturrein sind, wie es der Anschein erwecken soll. Darum veröffentlichen wir AutorInnen möglichst niedrige Rezepturen und sprechen auch Warnungen vor bestimmten Ölen aus. Im Einzelfall und bei Bedarf würden wir möglicherweise dennoch „gefährliche“ Öle einsetzen oder auch höher dosieren.

Die Nase einer schwangeren Frau ist meistens extrem sensibel, manchmal ist sie schon durch Allerweltsgerüche so gereizt, dass der betreffenden Frau oft schlecht wird. Meine Erfahrung ist, dass schwangere Frauen sehr gut “der Nase nach” gehen können und ein sehr genaues Gespür haben, welche Öle sie wann und in welchen Mengen einsetzen können. Das überfeine Näschen hat die Natur der Ur-Frau mit gegeben, damit sie ihr Kleines vor schlechter Nahrung und potenziell giftigen Kräutern und Beeren bewahrt.

Die fürchterlich klingenden Warnungen über Aromatherapie in der Schwangerschaft kommen aus alten Büchern, in denen vor allem die Einnahme von synthetischen und isolierten Duftmolekülen bewertet worden war. Denn so wie manche Kräuter sind auch ätherische Öle immer wieder zur Beendigung von unerwünschten Schwangerschaften eingesetzt worden. Doch Aromapflege mit physiologisch verdünnten Ölen, also im ein- und zweiprozentigen Bereich, stellt für eine gesunde Schwangere und ihr Baby keinerlei Bedrohung dar.

Der mit Billigöl angemachte Salat, die schreiend-beduftete Billigkosmetik, das Herumstehen an der Tankstelle, das Lackieren von Möbeln etc bergen eher ein Gefahrenpotenzial.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIm Folgenden zeige ich ein paar grundsätzliche Hinweise zum Gebrauch von ätherischen Ölen in dieser Zeit, in der frau ein anderes – hochempfindliches – Lebewesen schützen muss. Die Anlagen des werdenden Menschen entstehen vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel (Trimenon), anschließend wachsen und verfeinern sich die angelegten Organe und Körperteile; in diesen nun folgenden beiden Dritteln geht es im Wesentlichen um das Wachstum. Somit sind besonders in den ersten zwölf bis fünfzehn Wochen der Schwangerschaft toxische Substanzen sowie alle Öle zu meiden, die stark durchblutungsfördernd und somit blutungsauslösend oder gar krampfartige Erscheinungen auslösend wirken könnten. Insbesondere sind sehr empfindliche Frauen und solche mit bereits unglücklich verlaufenen Schwangerschaften von diese Warnhinweisen betroffen, gesunde Frauen können bei entsprechender Indikation und betreut durch eine sachkundige Hebamme auch die folgenden Öle verwenden.

  • Achillea millefolium, Schafgarbe (wegen des Kampfergehaltes, der einen starken Einfluss auf das Nervensystem hat und durchblutungsfördernd wirkt)
  • Cinnamomum zeylanicum cort & fol, Zimtblätter und Zimtrinde aus Sri Lanka
  • Cinnamomum aromaticum, Cassiazimt aus China (wegen der extrem starken Durchblutungsförderung)
  • Foeniculum vulgare, Fenchel (wegen der leicht östrogenähnlichen Wirkung)
  • Melaleuca viridiflora, Niaouli (weges des den Hormonhaushalt regulierenden Inhaltsstoffes Viridiflorol)
  • Pimpinella anisum, Anis (wegen der leicht östrogenähnlichen Wirkung)
  • Aloysia triphylla/Lippia citriodora (wegen der bei manchen Frauen wehenauslösenden Wirkung)
  • Salvia officinalis, Salbei (wegen der leicht östrogenähnlichen Wirkung und des manchmal hohen Gehaltes an Thujon und Kampfer, die einen starken Einfluss auf das Nervensystem haben, eingenommenes Thujon kann abortiv wirken)
  • Ocimum basilicum, Basilikum (wegen des bei manchen Ölen hohen Gehaltes an Methylchavicol, welches einen starken Einfluss auf das Nervensystem hat und auch die Leber [nur in verrückter Dosierung] schädigen kann)

Auch sollten vor allem empfindliche Frauen in dieser Zeit mit den Ölen anderer Lippenblütler wie Thymian, Oregano, Bohnenkraut vorsichtig sein. Selbstverständlich müssen während der ganzen Schwangerschaft alle ätherischen Öle vermieden werden, die bestimmte Monoterpenketone enthalten, da diese das Nervensystem des Kleinen überstrapazieren können und bei Fehlanwendung abortiv wirken können.

  • Hyssopus officinalis, Ysop
  • Salvia officinalis, Salbei
  • Lavandula stoechas, Schopflavendel
  • Thuja occidentalis, Thuja/Lebensbaum
  • Mentha pulegium, Flohminze
  • Cinnamomum camphora, Kampfer
  • Rosmarinus officinalis Ct. Borneon, Rosmarin

Auch die seltenen Öle mit Sabinylacetatgehalt sind nicht erlaubt, da dieser Inhaltsstoff zu den wenigen Estern gehört, die (embryo-) toxisch wirken, z.B. Salvia lavandulifolia (Lavendelsalbei) und Juniperus sabina (Sade, eine Wacholderart). Methylsalicylat-haltige Öle müssen auch gemieden werden (Betula lenta, Birke; Gaultheria fragrantissima, Wintergrün und Syzygium aromaticum, Gewürznelke).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Nur in Ausnahmefällen und unter Aufsicht einer in Aromatherapie erfahrenen Person sollten stark phenolhaltige Öle (z.B. Oregano, Bohnenkraut, Thymian Ct. Carvacrol und Ct. Thymol, Bay, Tulsi und Gewürznelke) verwendet werden. Stark 1,8-Cineol-haltige Öle sollten nur im Bedarfsfall (z. B. Erkältung) und sparsam in Inhalationen oder Brustsalben verwendet werden (Eucalyptus globulus, Myrtus communis Ct. Cineol, Rosmarinus officinalis Ct. Cineol). Auch mentholhaltige Öle (Mentha piperita, Mentha arvensis) nur wenig und nur wirklich bei Bedarf. Aber immer daran denken: die Nase mit entscheiden lassen!!!

Umgekehrt, welche Öle kann eine schwangere Frau “einfach so” zum Wohlfühlen, Entspannen, und Loslassen verwenden oder auch bei Schnupfen, Rückenschmerzen, Krampfadern? Neben allen Ölen die ihr gut tun und die maximal 1-prozentig verdünnt werden (beispielsweise 2 Tropfen auf 10 ml Mandelöl) sind die Klassiker sicherlich:

  • Lavandula angustifolia, Echter Lavendel (nicht zu verwechseln mit oft kampferhaltigem billigem Lavandin)
  • Mentha citrata, Bergamottminze
  • CItrus reticulata, Mandarine und andere Zitrusschalenöle
  • Rosa damascena, Rose
  • Bursera delpechiana, Linaloeholz und Linaloefrüchte
  • Cinnamomum camphora Ct. Linalool, Ho-Blätter
  • Citrus aurantium flos, Neroli
  • Citrus aurantium fol, Petit Grain
  • Eucalyptus staigeriana, Zitronenduftender Eukalyptus
  • Myrtus communis Ct. Myrtenylacetat, Nordafrikanische Myrte
  • Backhousia citriodora, Zitronenmyrte
  • Santalum album, Sandelholz
  • Boswellia sacra, Weihrauch
  • Pogostemon cablin, Patchouli
  • alle Blütendüfte (in Maßen!)

dazu die drei fein-lecker duftenden alkoholischen Extrakte:

  • Vanilla planifolia, Vanille
  • Styrax tonkinensis, Benzoeharz
  • Dipteryx odorata, Tonkabohne

Säuglinge sollten bis zur Ausbildung einer Brustmuskulatur, die abhusten kann, also bis das Kind flott krabbelt und sich hochzieht, nur von gut geschulten Menschen mit über 0,5%-igen ätherischen Ölen behandelt werden. Pflegende und reinigende Öle mit kosmetischen Verdünnungen sind bei gesunden Kindern möglich, beispielsweise 100 ml Mandelöl mit 5 Tropfen Rosenöl. Fast jedes Öl wirkt zumindest leicht sekretolytisch (schleimlösend), das könnte einem noch passiv herum liegenden Säugling gefährlich werden, sofern er sich nicht selbst umdrehen kann und zuverlässig abhusten kann. Nur Fachleute können beurteilen, welche Inhaltsstoffe bedenklich sein können, kaum jemand ahnt beispielsweise, dass selbst im babyfreundlichen Mandarinenöl der eher scharfe Inhaltsstoff Thymol enthalten ist, wenn auch unter einem Prozent.