sanfte starke helfer – fette pflanzenöle und hydrolate


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFette Pflanzenöle haben es in sich und werden dennoch meistens unterschätzt, sowohl in Büchern, in Kursen als auch bei vielen Öleanbietern! Oft werden ein paar wenige davon zu ‚Trägerölen‘  reduziert. Dabei können sie so viel mehr als nur als Verdünnungsmedien zu dienen. Die darin enthaltenen ungesättigten Fettsäuren können in vielen Bereichen kleine Wunder bewirken: Manche haben venenstraffende Wirkung, andere helfen bei eitrigen Wunden, reduzieren Cellulite, schrecken Zecken ab, lassen Narben verschwinden. Ja, ein Öl kann sogar demenz-anfällige Nervenzellen umhüllen und ein anderes schützt nachweislich gesunde Haut und Schleimhaut rund um Gebiete, die durch Bestrahlungstherapien gehen müssen. Fette Pflanzenöle sind besonders für sehr sensible Haut geeignet, für Menschen die durch schwerwiegende medizinische Therapien gehen müssen und die ätherische Öle nicht gut vertragen. Und klar, sie sind ideale Helfer in der Hausapotheke für Kinder und Haustiere. An diesem Wochenend-Workshop werden wir zahlreiche dieser wichtigen natürlichen Heil- und Pflegemittel kennen lernen, sie riechen, schmecken, spüren, vergleichen.

Auch Hydrolate sind kleine Powerpakete – wer ahnt, dass sich hinter diesem eigenartigen Wort wahre kleine Wunder der Therapie und Hautpflege verbergen! Sie sind sehr viel mehr als nur die „Nebenprodukte“ der Destillation von Duft-Pflanzen. Ihre heilsamen Inhaltsstoffe und ihr meistens leicht saurer pH-Wert – durch stark ‚anti-ageing‘ wirksame Pflanzensäuren – wirken nicht nur hautfreundlich, sondern gleichzeitig entzündungshemmend, keimtötend, blutstillend und schmerzlindernd. Streng genommen sind Hydrolate die „Aromatherapie für Einsteiger“, denn sie sind ideal verdünnt und man kann darum fast nichts damit falsch machen. Wir werden von diesen „Wunderwässern“ einige riechen, schmecken und einsprühen, ihre therapeutische Wirkung als wertvolle Begleiter von Krebstherapien besprechen und ihren Einsatz als natürliche Luxuskosmetik kennen lernen. Am schönsten ist es, wenn man beide kombiniert, beispielsweise in einem wohltuenden und sehr hautpflegenden Schüttel-Elixier, wie auf dem Foto links zu sehen. Je nach gewählten Rohstoffen eignet es sich bei Gürtelrose, bei Schuppenflechte, bei zu Rötungen neigender Haut, bei chemo-strapzierter Haut und auch ganz trivial als Bodylotion und/oder Abschmink-Lotion.

Ich werde ab 2017 meine Reisetätigkeit nochmals reduzieren, so dass dieser Termin in sechs Wochen am Bodensee zu den paar letzten Möglichkeiten gehören wird, ein solches Seminar mit mir zu erleben. Es ist für Laien und Fortgeschrittene gleichermaßen interessant und wird am 28. und 29. Oktober 2016 im Aromainstitut am See in Kreuzlingen statt finden (nur 2 km von Konstanz am Bodensee entfernt, ist also für Schweizer und Deutsche, aber auch für InteressentInnen auf dem Westen Österreichs gleichermaßen gut erreichbar und als Kurzurlaub ideal). Infos und Anmeldung bei Doris Ilg-Hewelt und Volker Hewelt Tel: +41 (0)71 670 12 62, Mobil: +49 (0)171 623 28 40, ihre Website ist hier. Vielleicht bis bald!

PS. Kurz vorher, am 19. und 20. Oktober werde ich in Bern zusammen mit Sibylle Broggi-Läubli einen zweitägigen Hydrolate-Workshop anbieten, in dem auch destilliert wird, Infos bei ihrer Schule Sela (klick!) [derzeit ausgebucht, Warteliste, nächstes Mal wieder am 20. und 21. Oktober 2017].

hautzellen können nicht nur riechen sondern auch schmecken


Enziantee ohne Text-1Es war Ende des Jahres 2010, ein Professor, der sich seit Jahren für eine naturheilkundlich orientierte Dermatologie stark macht, sitzt im ICE von Berlin nach Freiburg. Er befand sich auf der Rückfahrt vom Europäischen Kongress für Integrative Medizin (ECIM). Der Arzt und Biologe Christoph Schempp hatte dort zwei Vorträge über die Wirkung von Birkenrinde und Johanniskraut auf die Haut gehalten, und saß jetzt auf der Rückfahrt im Zug.

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Prof. Dr. Christoph Schempp

Er blätterte gedankenverloren in der „Neuen Zürcher Zeitung“. Plötzlich durchzuckte es ihn wie ein Blitz, als er die Seite „Wissen“ aufschlug und dort die Überschrift las: „Bittere Medizin hilft gegen Asthma. Bitterstoffe führen zu einer Entspannung der Muskulatur in den Atemwegen“. Sofort war seine Aufmerksamkeit wiederhergestellt.

Bitterstoffe sollten gegen Asthma helfen? Der Artikel in der NZZ berichtete über neue Forschungsergebnisse amerikanischer Wissenschaftler, die herausgefunden hatten, dass Bitterstoffe die Beweglichkeit von Flimmerhärchen im Nasenepithel und in der Lunge anregen und so zu einer verstärkten Reinigung der Atemwege führen. Der Dermatologe fand jedoch den Bericht über eine Publikation in der führenden medizinischen Zeitschrift „Nature Medicine“, die im Oktober 2010 publiziert worden war, besonders interessant.

Das Team um den Wissenschaftler Steve Liggett von der Universität Baltimore hatte herausgefunden, dass glatte Muskelzellen in den Atemwegen Rezeptoren für Bitterstoffe besitzen, und dass die Anwendung von Bitterstoffen zu einer Entspannung dieser Muskelzellen und Atemwege führt (zum Bericht in der renommierten Fachzeitschrift Nature geht es hier). Prof. Schempp erinnert sich: „Wir hatten schon früher einmal mit Bitterstoffen experimentiert und antibakterielle Wirkungen von Enzian, Bitterklee und Tausendgüldenkraut nachgewiesen. In weiteren Screenings waren die Bitterstoffe aber nicht besonders aufgefallen.“ Nun fragte er sich, ob sie nicht damals etwas übersehen hatten.

Könnte es sein, dass Bitterstoffrezeptoren nicht nur in der Nase und in der Lunge vorkommen, sondern auch in der Haut, und dort eine bisher unentdeckte Rolle spielten? „Zurück in Freiburg besorgte ich mir sofort die bis jetzt vorhandene Literatur über Bitterstoffrezeptoren, und auch die in der NZZ erwähnte Publikation. Am nächsten Tag diskutierten wir in unserer Arbeitsgruppe den Bericht aus der NZZ, und alle waren sogleich fasziniert von der Idee, dass die Haut auch schmecken kann. Unser neues Forschungsprojekt ‚Bitterstoffrezeptoren in der Haut‘ war geboren.“ Bisher hatte noch niemand diese Frage bearbeitet, deshalb galt es keine Zeit zu verlieren und den Vorsprung zu nutzen.

Ab jetzt arbeiteten die Freiburger Wissenschaftler daran, Bitterstoffrezeptoren in Haut und Schleimhaut zu finden. Die Freude war groß, als es mit Hilfe monoklonaler Antikörper gelang, das Vorhandensein von verschiedenen Bitterstoffrezeptoren sowohl in der Schleimhaut, als auch in der Haut eindeutig nachzuweisen. Es gelang den Wissenschaftlern sogar, mit verschiedenen Bitterstoffen und einem Extrakt aus Enzian diese Bitterstoffrezeptoren zu stimulieren. Zu ihrer Überraschung führte die Aktivierung der Bitterstoffrezeptoren in der Haut zu einem Einstrom von Kalzium und zu einer Synthese verschiedener Lipide und Eiweiße, die wichtige Bausteine beim Aufbau der Hautbarriere sind.

Velan_Serie KopieAußerdem konnte das Team um Prof. Schempp und Dr. Wölfle antiallergische und stoffwechselanregende Wirkungen von Bitterstoffen in der Haut nachweisen. „Nun war es an der Zeit, diese Entdeckung zum Patent anzumelden, um damit eine neuartige Hautpflege mit Bitterstoffen entwickeln zu können“ so Schempp. Am 28.Oktober 2013 wurde die Patentanmeldung beim Europäischen Patentamt eingereicht und die Entwicklung der Hautpflegeserie VELAN mit Bitterstoffen nahm ihren Weg.
Velare (lat.) heißt einhüllen, umhüllen. Ein Velum (lat.) ist eine Hülle, ein Tuch, das uns einhüllt und schützt, so wie unsere Haut. „Es war nicht einfach, geeignete Rohstoffe und Extrakte zu finden“, erinnert sich Schempp.

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Gelber Enzian (Gentiana lutea L.) by © Ursel Bühring

„Schliesslich stiessen wir auf einen Familienbetrieb im Allgäu, von dem wir biologisch angebaute Enzianwurzeln beziehen konnten. Der Extrakt aus diesen Wurzeln ist heute in allen Produkten der von uns entwickelten Pflegeserie enthalten.“ Nach dreijähriger Entwicklungsarbeit waren die sechs Velan-Produkte endlich fertig und konnten über die Universität Freiburg auslizensiert werden. Eine klare und übersichtliche Website mit Shopfunktionen wurde kreiiert. „Es waren aufregende fünf Jahre seit dieser Zugfahrt von Berlin nach Freiburg“, sagt Schempp. „Derzeit untersuchen wir, welche Rolle die Bitterstoffrezeptoren der Haut im Alter und bei Neurodermitis spielen“. Man darf gespannt sein, was die Wissenschaftler noch alles über die Bitterstoffrezeptoren der Haut entdecken werden.

Ich durfte die sechs Produkte der absolut innovativen Velan-Serie testen, es befinden sich keinerlei synthetisch-chemische Substanzen in diesen Produkten, die zudem strengen NaTrue-Siegel zertifiziert sind (mehr zu seriösen Siegeln für Naturkosmetik und ätherische Öle befindet sich hier). Klar, dass ich zunächst zur roten Serie mit den hautstraffenden Produkten griff, schließlich bin ich nicht mehr die Jüngste. Neben den Bitterstoffen aus der Bio-Enzianwurzel tragen lichtschützender und antiallergisch wirksamer Schisandra-Extrakt und Granatapfel zur Pflegewirkung bei. Das Serum ist ganz leicht und trotzdem wunderbar nährend, obwohl es sich extrem sparsam auftragen lässt. Eigentlich brauche ich darüber kein anderes Produkt, vielleicht mal im Winter. Serum und und die prima einziehende Bodylotion duften ganz zart und fast pudrig nach Palmarosa und einem Hauch Lemongrass.

Mein ‚Pubertier‘ (17 Jahre) setzt in Notfällen (Party steht an) das Reine Haut Akut-Gel aus der grünen Serie ein. Dieses Gel kam wie gerufen, als er eine antibiotische Salbe „unbedingt brauchte“, die würde jeder besitzen und benutzen. Ich war froh, dass ich ihm auf der Stelle eine Alternative reichen konnte. Weidenrinde in diesen zwei Produkten enthält Polyphenole (Gerbstoffe, Flavonoide), Salicylsäure und Salicin (Weidenbitter). Manuka und Ackerminze erfrischen und klären das Hautbild, Manuka rückt zudem den lästigen Akne-Bakterien auf den Leib. Für das Testen der Peelingmaske werde ich demnächst ein weibliches ‚Pubertier‘ anheuern. Die blaue Serie kommt ganz ohne ätherische Öle aus und ist damit ideal für Menschen mit problematischer, juckender, schuppender Haut geeignet. Zudem ist denkbar, dass man den samtigen Körperbalsam und die beruhigende Gesichtscreme mit eigenen Lieblingsdüften anreichert.

Velan_Produkte_WebsiteDiese sechs Produkte kosten zwischen 5,95 € (Akut-Gel) bis 24,95 € (Pflegelotion zum Straffen), das mag zwar zunächst nicht preiswert erscheinen, doch die Produkte sind wirklich sehr ergiebig und beinhalten nur pflegende Substanzen und keinerlei mineralische Träger- oder Verlängerungsstoffe, sind also pure Naturpflege vom Feinsten. Sowas wie zartschmelzende Schoki-Trüffel für die Haut – aber garantiert kalorienfrei (wer weiß, es handelt sich ja um notfalls essbare Kosmetik…😉 ) Zu bestellen auf der Velan Shop-Seite (klick!)

Der wissenschaftliche Hintergrund

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Dr. Ute Wölfle

Die Erforschung der hautpflegenden und hautregenerierenden Inhaltsstoffe dieser kleinen aber sehr feinen Kosmetikserie  wurde am Forschungszentrum skinitial an der Klinik für Dermatologie und Venerologie der Uni Freiburg durchgeführt. Dort widmet sich ein Team um Dr. Christoph Schempp und Dr. Ute Wölfle (die übrigens schon mal bei mir hier in Irland an einer Duft-Erlebnis-Woche teilnahm) der wissenschaftlichen Erforschung der Wirkung von Pflanzen und Licht auf die Haut.

Standardisierte Pflanzenextrakte enthalten eine Vielzahl therapeutisch interessanter sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe und Naturstoffe, z.B. Antioxidanzien, entzündungshemmende und antimikrobielle Substanzen (siehe Velan Website). Die dermatologische Nutzbarkeit vieler solcher Stoffe ist erst ansatzweise erforscht.

Methodenspektrum :: Bei der Prüfung von Wirksamkeit und Verträglichkeit von Naturstoffen kommt der Dermopharmazie, die sich mit geeigneten Darreichungsformen (Galenik), der Wirkstoff-Freisetzung und der Penetration in die Haut beschäftigt, eine besondere Bedeutung zu. Dermatologisch verwendete Naturstoffe sollten kein sensibilisierendes oder phototoxisches Potenzial besitzen. Im Labor sind verschiedene Zellkultur-Modelle und molekularbiologische Methoden etabliert.

Klinisch werden die Substanzen in Hauttests (Patchtest, Ultraviolett-Erythemtest) und in Pilotstudien, z.B. bei Neurodermitis, untersucht. Zum klinischen Methodenspektrum gehören hautphysiologische Untersuchungen wie Messung der Hauthydratation, des transepidermalen Wasserverlustes, der Hautdurchblutung, des Hautfettgehaltes und der Pigmentierung. In das Forschungszentrum integriert ist ein Studienzentrum für entzündliche Hauterkrankungen, in dem zertifizierte Prüfärzte und eine Study nurse klinische Studien nach GCP (good clinical practice) durchführen.

Kooperationen :: Der integrative Ansatz des Zentrums kommt durch interdisziplinäre Forschungsprojekte mit naturwissenschaftlichen Fachrichtungen wie Allergologie, Biologie und Pharmazie zum Ausdruck, aber auch durch Einbeziehung alternativer Forschungs- und Therapieansätze wie der anthroposophischen Medizin und die Kooperation mit dem Unizentrum für Naturheilkunde.

Forschungsprojekt || Wirkung von Bitterstoffen an der Haut :: In den letzten Jahren wurde entdeckt, dass bestimmte Geschmacksrezeptoren, die Bitterstoffrezeptoren (T2Rs), nicht nur im Mund und Rachenraum vorhanden sind, sondern auch in den Bronchien der Lunge vorkommen. Die Bindung von Bitterstoffen an Bitterstoffrezeptoren in der Lunge führt zu einer Erweiterung der Bronchien, was eventuell für die Behandlung des Asthma bronchiale genutzt werden kann. Das Forschungszentrum skinitial konnte zeigen, dass auch die Haut Bitterstoffrezeptoren besitzt.

Pflanzliche Bitterstoffe aus dem Enzian oder Weidenbitter (Salicin aus der Weidenrinde) binden an diese Bitterstoffrezeptoren und bewirken einen Calciumeinstrom in die Hautzellen. Dies stimuliert die Lipidsynthese und die Produktion von bestimmten Proteinen, die entscheidend am Aufbau der Haut beteiligt sind (Keratine, Filaggrin). Bitterstoffe regen dadurch den Stoffwechsel der Haut an. Darüber hinaus besitzen sie antiallergische Wirkungen. Antiallergische Wirkung von Amarogentin.

Forschungsprojekt || Gerbstoffe bei der Behandlung von Hautentzündungen :: Gerbstoffe, zum Beispiel aus der Eiche, der Zaubernuss und der Blutwurz sind eine Gruppe von pflanzlichen Polyphenolen mit adstringierender und entzündungshemmender Wirkung. Darüber hinaus gehen Gerbstoffe chemische Bindungen mit Eiweißen ein und wurden deshalb zum Gerben von Leder verwendet. Im molekularen Bereich wirken Gerbstoffe auch als Immunmodulatoren und gegen Krebszellen. Gerbstoffe werden heute vor allem in der anthroposophischen Medizin als regulierende Therapeutika eingesetzt, um überschießende Proliferation, Ödembildung und atopische Erkrankungen zu behandeln. Die verwendeten Gerbstoff-haltigen Arzneimittel werden u.a. aus der Eichenrinde und aus dem Rhizom der Blutwurz (Potentilla officinalis) hergestellt. Das Forschungszentrum skinitial führt klinische und experimentelle Untersuchungen zu gerbstoffhaltigen Pflanzen durch.

Forschungsprojekt || Wirkung von Antioxidanzien auf die Haut :: Oxidativer Stress spielt eine wichtige Rolle bei der Hautalterung, aber auch bei Entzündungen der Haut und bei der Entstehung bestimmter Hautkrebs-Arten. Deshalb sind Antioxidanzien interessante Wirkstoffe für die Prävention und Behandlung dieser Hautprobleme. Antioxidanzien neutralisieren schädliche Sauerstoff-Radikale, wie sie z.B. durch UV-Bestrahlung entstehen. Neben Vitamin E und C und Ubichinon (Coenzym Q10) sind Carotinoide und pflanzliche Polyphenole die wichtigsten Antioxidanzien. Zu den Polyphenolen gehören das Resveratrol, die Tannine und die Flavonoide. Bekannte Flavonoide sind Quercetin und Luteolin, die wegen ihrer antioxidativen Wirkung häufig in Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt werden. Das Forschungszentrum skinitial erforscht insbesondere das Flavonoid Luteolin und die Pflanze Reseda luteola, und deren Wirkung auf UV-induzierte Entzündungen der Haut.

Forschungsprojekt || Wirkung von Birkenkorkextrakt auf die Haut :: Das Forschungszentrum skinitial beteiligte sich in den letzten Jahren an der klinischen und experimentellen Erforschung von Betulinen aus der Birkenrinde und deren Wirkung auf die Haut. Es wurden explorative Anwendungsbeobachtungen durchgeführt, bei denen sich zeigte, dass insbesondere Hauterkrankungen mit einer geschädigten Barrierefunktion gut auf die äusserliche Anwendung von Betulin ansprechen (Intertrigo, Verbrennungen, akute Ekzeme, oberflächliche Wunden). In experimentellen Untersuchungen wurde von skinitial gezeigt, dass Birkenkorkextrakt differenzierungsfördernde Wirkungen auf Hautzellen hat.

wenn die rose und das gänseblümchen…


Kleindienst_DIY_CoverHier in Irland blühen die ersten Gänseblümchen und werden fast übersehen ob der majestätischen Kamelienblüten, die man nun überall sieht. Passend dazu kam dieser Tage ein Umschlag aus Österreich, darin befand sich ein neues „Baby“ von Ingrid Kleindienst-John übrigens ihr sechstes: DIY Schönheitswasser (klick!).

Beim Auspacken fällt auf, das sich das netten kleine Büchlein schön anfasst, auch die Innenseiten sind aus einem angenehm matten Papier und etwas nostalgisch anmutend. Wer auch immer das hübsche Layout in der Hand hatte, zeigt (seinen?) ihren Bezug zum Thema „Schönheitswasser selber machen“.

Kleindienst_DIY5Das Buch ist eher wie ein Notizheft für Kräuterrezepte konzipiert, ist liebevoll mit einem Faden gebunden (statt der so oft vorhandenen Rückenklebung, die bei stärkeren Aufklappen auseinander bricht), es wirkt wie ein Hardcover obwohl es einen flexiblen Einband hat und hat übersichtliche 64 Seiten, ist alphabethisch geordnet.

Kleindienst_DIY1Es sind sehr einfach nachzumachende Rezepturen von A wie Augentrost bis Z wie Zitronenmelisse, sozusagen für jede Jahreszeit jeweils einige super-einfache Schönheitselixiere zum Rühren in der heimischen Küche. Die Rose bekommt ganz zum Start ihre eigenen Seiten. Einige der 18 Pflanzen sind wirklich überall zu finden wie das unscheinbare und mega-gesunde Gänseblümchen und die Holunderblüten, einige sind schon eher „exotisch“ wie die Madonnenlilie oder nicht so bekannt wie Augentrost oder die Wiesenflockenblume. Die weiteren Zutaten sind  – vielleicht bis auf den bio-konformen Emulgator Montanov – wirklich absolute Grundzutaten, die wirklich sehr vielseitig einzusetzen sind und allesamt ein Jahr oder mehr haltbar sind. Oder sowieso in der Küche stehen wie Honig oder Buttermilch. Natürliches Glycerin kann man hier bestellen, es ist auch für zahlreiche andere Haushaltsdinge nützlich wie Dichtungen (am Auto) geschmeidig halten, Montanov gibt es hier.

Kleindienst_DIY3Die Herstellung der Pflanzenwässer erfolgt nach der Espressomaschinenmethode, die am Anfang und am Ende des Buches mit Illustrationen kurz erläutert wird. Das Endprodukt ist gekühlt maximal eine Woche haltbar (anders als echte Hydrolate). Damit handelt es sich um Frischekosmetik, die im Maximalfall, wenn sie mit Apfelessig hergestellt wird, vier Wochen haltbar ist. Gesichtsmasken macht man ohnehin frisch für eine Anwendung (das schaffe jede moderne Aphrodite: Heilerde oder zerdrückte Avocado mit einem Pflanzenwasser mischen, auftragen, entspannen, abwaschen).

Kleindienst_DIY2Sogar an hübsche Vorlagen für die Beschriftung der Hauskosmetik hat Ingrid gedacht, sie können vergrößert und farbig kopiert werden.

Kleindienst_DIY4.JPGDer einzige Nachteil: Das Buch riecht sehr streng nach Druckerfarbe. Aber es ist ja erst wenige Tage alt, vielleicht vergeht das noch.

Dieses Buch ist ein schönes Verschenkbuch für Frühlingskinder, vielleicht mit einem Sträußchen Gänseblümchen oder einem Tiegel Sheabutter, damit Naturkosmetik-Interessentinnen ganz schnell mit diesem Hobby durchstarten können (aber Vorsicht, kann „süchtig“ machen!). Ich finde es prima, dass man der Haut nur das „zu futtern“ gibt, was man auch ganz normal essen kann. In diesem Sinne passen die Ideen in diesem Rezeptbüchlein prima zu meiner Facebook-Gruppe „Essbare Kosmetik“ (die aus Versehen auf „geheim“ gestellt wurde und nun nicht mehr zu öffnen ist, bitte auf meiner persönlichen Facebook-Seite „um Einlass bitten“). Auf der Facebook-Aromatherapie-Seite gibts Studien, Blogbeiträge und verlinkte Artikel von anderen Kolleginnen. Und wer nun nicht genug bekommt vom Selbermachen, kann sich noch Ingrids Buch DIY Wolle färben zulegen, ich wette, auch dieses Hobby hat ein Suchtpotenzial!

aromapflege für’s baby und kleinkind


Evelyn_Deutsch_Pflege-Ampel

Diese drei Bio-Aromapflegeprodukte im Wert von über 45 Euro sind zu gewinnen

Noch fünf Tage zum Eintragen und Gewinnen, bitte-bitte-bitte nur HIER (klick!) im Original-Artikel ‚Bloggi-Burtstag‘ [auf der grauen Sprechblase rechts oberhalb der Überschrift] bis um Mitternacht am 25. November aufschreiben, welches eurer erfolgreichster Öle-Einsatz war oder ist; andere Einträge wie hier bei diesem Text oder auf Facebook kann ich leider nicht berücksichtigen.

Neben dem praktischen, weil winzigen Öleetui-Schlüsselanhänger und den fünf klinik-erprobten Aromapflegeölen von Neumond bekommt ein(e) dritte(r) glückliche(r) GewinnerIn eine „Pflege-Ampel“ im Wert von über 45 Euro aus den wunderbaren Aromapflege-Serien von Evelyn Deutsch Aromapflegeprodukte, gerade vor ein paar Tagen frisch von mir aus Wien mitgebracht. Die grüne Kinderpflegeserie ist erst kürzlich auf den Markt gekommen. Damit bietet meine hoch geschätzte Kollegin eine maßgeschneiderte Lösung für alle ganz jungen Aromapflegefans an. Bislang waren Evelyns Aromapflegeprodukte für Erwachsene konzipiert und für Kinder unter 8 Jahre nur in Verdünnung anzuwenden. Sie hat jetzt sowohl ein paar der bestehenden Produkte bezüglich der Konzentration und der Inhaltsstoffe speziell für Babys und Kinder angepasst, dazu auch einige spannende und wichtige neue Produkte kreiert. Um die neuen Kinderprodukte klar von den Aromapflegeprodukten für Erwachsene abzugrenzen, hat sie die Etiketten in ein kräftiges (beruhigend wirkendes) Grün getaucht!

Aromapflegeprodukte herzustellen obliegt einer ganz besonderen Verantwortung, da diese für den Einsatz bei pflegebedürftigen und kranken Menschen bestimmt sind. Daher entsprechen die Evelyn Deutsch Aromapflegeprodukte nicht nur der aktuellen Kosmetikverordnung, sondern darüber hinaus wird die Herstellung nach arzneimittelrechtlichen Vorschriften durchgeführt. Alle Produkte sind zertifiziert, notifiziert (CPNP), sicherheitsbewertet, verfügen über eine österreichische Pharmazentralnummer (PZN) und wurden dermatologisch getestet! (Sie sind jedoch auch in Deutschland ohne höheres Porto bestellbar.) Alle ätherischen Öle und fetten Pflanzenöle in Evelyns Produkten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Es werden keinerlei synthetische Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe, sowie keine Rohstoffe auf Mineralölbasis verwendet. Die Standards, die der Gesetzgeber für Naturkosmetik festgelegt hat, genügen ihren Ansprüchen schon lange nicht mehr, daher verzichtet sie ganz bewusst auf eines der vielen Siegel.

Evelyn_Deutsch_Pflege-ProdukteDer zarte Brustbalsam für Babys und Kinder, der also zu den diesjährigen Gewinnen gehört, wird bei Bedarf sanft auf den Brust- und Rückenbereich aufgetragen. Er ist auch sehr gut in Form einer Ölkompresse anzuwenden! Das rein natürliche Produkt verbessert das freie und tiefe Durchatmen, sorgt für ein ruhigeres Durchschlafen und ist sehr wohltuend bei Hustenreiz. Evelyn hat mir noch ein Gläschen ihrer neuen Harzsalbe mitgegeben, die ein perfekter Schutz für die Haut bei besonderen Strapazen ist: extreme Wind- und Wettereinflüsse, häufiges Händewaschen, Inkontinenz und viele mehr. Das dritte Gläschen enthält den bewährten Atem-Aktiv-Balsam, der das freie Durchatmen verbessert und hilft, die Atemwege ganz sanft zu befreien, ohne in der Nase zu stechen oder den Eindruck von Schärfe zu vermitteln. In der institutionellen Pflege ist er eine wertvolle Unterstützung zur Pneumonieprophylaxe.

Wer als Pflegende unter meinen LeserInnen noch nicht mitbekommen hat, dass es eine ganz neue Untersuchung zur Nicht-Keimbelastung von ätherischen Ölen gibt, kann dies in der Herbst-Ausgabe von ‚Hand in Hand mit der Natur‘ nachlesen, hier (klick!) online lesen (alle BestellerInnen von Evelyns Shop bekommen die ‚echte‘ Zeitschrift mit ins Päckchen gelegt). Ab Seite 8 wird eindrucksvoll beschrieben, wie vier ätherische Öle und ein Raumbeduftungs-Gerät absichtlich mit den üblichen Krankenhauskeimen (Candida, ESBL, MRSA und ein normaler Staphylococus aureus-Stamm) verunreinigt wurden und wie schnell diese sich wieder erholt haben, d.h. wieder steril geworden sind, das ist ein mega-wichtiges Ergebnis für die institutionelle Pflege.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFür alle Interessierten wird es zum Thema ‚Aromatogramm – Mikrobiologische Diagnostik in der Aromatherapie‘ drei Seminare in Wien geben. Die sympathische und engagierte Fachärztin für Medizinische und Chemische Labordiagnostik Dr. Gerda Dorfinger, die die beschriebene Untersuchung machte, wird an den drei Seminartagen eindrucksvoll zeigen und erklären, wie solche reproduzierbaren Nachweise erstellt werden können. Die Termine: nächste Woche 27. November 2015 (ausgebucht jedoch mit kurzer Warteliste), 27.4.2016 und 10.11.2016, Infos und Anmeldung hier (klick!). ZU GUTER LETZT: Die Termine für meine Duftwochen stehen zwar bereits seit dem Frühsommer (auch wenn Google bei manchen InteressentInnen offensichtlich anderer Meinung ist), doch ich habe nun endlich auch geschafft, meine schön bebilderte Duftreisen-Broschüre mit allen Details über Themen, Ausflüge, Unterkunft, Essen, Anreise etc zu aktualisieren, das 14-seitige Heft kann hier (klick!) kostenlos runtergeladen werden (oder auf das Cover klicken, 3 MB).

1Duftreise_MeditationsgartenDen Frühbucher-Rabatt von 50 Euro gibt es für alle Anmeldungen, die bis zum 20. Dezember erfolgt sind (und wenn bis dahin 20% des Teilnahmepreises ab 940 Euro gezahlt sind: dieser Preis enthält 7 Übernachtungen im Zweibettzimmer, Vollpension auf Wunsch auf vegetarisch, die Exkursionen und Eintritte, den theoretischen Unterricht samt Unterlagen, Rohstoffe und Gefäße). Andere Ernährungswünsche und Einzelzimmer gegen Aufpreis. Die kurze Termine-Übersicht samt Anmeldeformular ist hier (klick!) zu finden (das praktische Formular kann am Computer ausgefüllt werden, gespeichert werden und an uns gemailt werden). Wunderschöne Foto-Impressionen von 2015 zeigt Christine Lamontain auf ihrem Blog hier und hier.

das traurige ABC – aluminium, brust und carzinome


Eliane Zimmermann Rezepte für selbst gemachte DeosIn der englischen Universität Reading (aus der auch etliche Ätherische-Öle-Studien stammen) forscht eine Frau, die der Kosmetikindustrie sicherlich ein Dorn im Auge ist. Insbesondere der Deodorant-Industrie. Philippa Darbre untersucht hormonähnliche Moleküle, die sich in unzähligen Alltagsgegenständen befinden – von Babyfläschchen bis zu Käseverpackungen – und deren Wirkungen auf die Entstehung und das Wachstum von Tumoren. Sie bemerkte per einfacher Beobachtung, die auch jeder Laie, jede Frau, machen kann, dass Brustkrebs überproportional oft in den achselnahen Regionen (‚Quadranten‘) entsteht. Statistisch gesehen müssten diese Tumore fröhlich rundum in der Brust mit ihrem fetthaltigen Gewebe sprießen, tun sie aber nicht. Die wissenschaftliche Begründung, dass sich diese achselnahen, äußeren Quadranten durch besonders dichtes Gewebe, das reich an Lymphbahnen und Milchdrüsen ist, auszeichnen, genügte der Wissenschaftlerin nicht. Insbesondere als sie herausfand, dass in der 30er Jahren Krebs an diesen Stellen eine Häufigkeit von 30 Prozent aufwies und heutzutage bis zu 60 Prozent. Ob dieses nahezu verdoppelte Aufkommen der schrecklichen Krankheit an der Zusammensetzung von Kosmetika liegt und somit vermeidbar wäre? Vermeidung von angeblich sozial unverträglicher Geruchsbildung durch Opferung der Gesundheit? Und das in ‚westlichen‘ Ländern, wo es ÜBERALL Waschbecken, Seife und sogar Handtücher gibt – kostenlos!

Philippa Darbre hat Deodorants, insbesondere Antitranspirants (Antiperspirants) im Verdacht. Und jeder Mensch (leider bekommen inzwischen auch Männer Brustkrebs) kann sich selbst seine/ihre Gedanken zu diesem Thema machen und einfach den gesunden Menschenverstand bemühen: Was macht ein Antiperspirant mit 24-, 36- oder gar 72-Stunden-Wirkung an meinem Körper? Ein für viele kleine Moleküle gut aufnahmebereites Gewebe (reichlich Poren und Öffnungen der Schweißdrüsen und Haare/Haarkanäle, die den Weg nach innen ebnen, egal ob sie vorhanden sind ob abrasiert werden) wird tagtäglich mit künstlichen Duftstoffen, Konservierungsstoffen und anderen schillernden Molekülen aus den Laboren dieser Welt traktiert. Viele dieser Substanzen, beispielsweise die teilweise verbotenen Moschusketone, reichern sich dann fleißig im Brustgewebe an (und sind nicht zu knapp in der Muttermilch nachweisbar). Zudem verschließen die typischen Deowirkstoffe wie diverse Aluminiumsalze diesen Weg nach außen, sie unterbinden also ein wichtiges Entgiftungsprinzip des Körpers. Hier bitte mal nachdenken: An diesen Körperstellen soll und muss etwas raus, wird jedoch daran gehindert. Dazu wird ein Cocktail an Chemikalien tagtäglich nachgeliefert, die wirklich nicht dort reingehören (ich schrieb in meinem zweimeist besuchten Blogeintrag [klick!] bereits darüber und biete darin Alternativen).

Die engagierte Wissenschaftlerin konzentrierte sich in ihren Studien auf den circa 25%-ig in den allermeisten Deos enthaltenen Stoff Aluminiumhydroxychlorid (Aluminium Chlorohydrat). Beim Auftragen des Deo reagiert der Wirkstoff mit den Hautzellen, er denaturiert darin enthaltene Eiweiße: Das Aluminium bindet an die Hautzellen und verändert diese dahingehend, dass die Schweißdrüsen dicht machen. Juhu, Ende mit dem lästigen Schwitzen! Dummerweise kann Aluminium ganz ungehindert die Haut durchdringen und ziemlich schnell in Blutbahnen und zu Organen unterwegs sein. Anders beim Essen oder Trinken: Wenn Aluminium über belastete Nahrungsmittel aufgenommen wird, bleibt nur relativ wenig davon im Organismus, weil der Magen-Darm-Trakt recht gut unbrauchbare Fremdkörper erkennen und dann durchzuschleusen kann. Frau Darbre zeigte dies mit einem Dauer-Bad (entsprechend einem monatelangen Gebrauch eines Deos) von gesunden Brustzellen einerseits in Wasser und andererseits in einer Nährlösung mit Aluminiumhydroxychlorid. Diese zweite Gruppe von Zellen verändert sich erschreckend. Und schlimmer noch: Es ist hoch wahrscheinlich dass Aluminiumverbindungen die Tumorzellen zum Wandern anregen, sprich die Metastasenbildung fördern. All das hat der Medizinjournalist Bert Ehgartner im Labor von Philippa Darbre beobachten dürfen und in seinem hervorragenden Blog-Eintrag (klick!) beschrieben – ein Auszug aus seinem neuen Buch Dirty Little Secret – Die Akte Aluminium (klick!). Kürzlich gab es übrigens von Frau Darbres Team eine Aktualisierung zur viel kritisierten Studie zum Parabengehalt von Brustkrebszellen, insbesondere der Konservierungstoff N-Propylparaben wurde überproportional oft in Tumorzellen aus der Nähe der Achselhöhlen identifiziert. Die Kosmetikindustrie wird nun wieder eine Weile damit beschäftigt sein, diese Erkenntnisse als Blödsinn abzustempeln.

Was lernen wir daraus?

  • Öfters mal waschen anstatt dauernd zu sprühen und zu rollen.
  • Öfters mal kein oder ein selbstgemachtes Deo verwenden.
  • Deos von seriösen Naturkosmetikherstellern verwenden.
  • Deos eher auf die Kleidung als auf die Haut sprühen.
  • Lieber Naturkleidung als Synthetikfasern direkt and er Haut tragen. Wollunterwäsche nimmt nur sehr langsam Gerüche an und kann sogar durch Lüften entmüffelt werden.
  • Auf Deopackungen nach dem Wort ‚Aluminium-xxx‘ fahnden und diese links liegen lassen.
  • Nur an heißen ‚Kampftagen‘ solche Deos einsetzen und dann die Haut wieder erholen lassen.
  • Lernen dazu zu stehen, dass Gesundheit vorgeht und dass ein kleiner Schweißgeruch-Unfall nichts Schlimmes ist (solange man sich regelmäßig wäscht…)

Hier mal wieder ein Rezept für ein schnell gemachtes Sprühdeo (muss geschüttelt werden und kurz angetrocknet werden, bevor man sich anzieht, also bitte eine Extraminute bei der Morgentoilette einplanen!) In eine 50-ml-Sprühflasche geben wir:

  • 25 ml Rosenhydrolat (enthält – wenn es ein natürliches Produkt aus der Rosendestillation ist – unter anderem gut verträglichen und bakterienvermindernden Phenylethanol, dazu Citronellol, Geraniol und Nerol, welche nachgewiesenermaßen präventiv und antitumoral wirken)
  • oder ein anderes Hydrolat wie Salbei-, Zypresse- oder Nerolihydrolat
  • 25 ml Wodka (40% Alkohol; wird auch bakterienhemmend und hilft beim Verdunsten nach dem Auftragen)
  • 1-2 Messerspitzen Natron (=Natriumhydrogencarbonat; für ein paar Cents aus dem Backregal im Supermarkt erhältlich, sprudelt zunächst etwas bei Kontakt mit Wasser/Hydrolat)
  • 15 Tropfen Limetten-, Bergamotte- oder Zitronenöl oder anderer Zitrusöle, diese sind reich an Limonen, welches nachgewiesenermaßen präventiv und antitumoral wirkt (jedoch nicht im Solarium benutzen)
  • je 2 Tropfen natürliches Lavendel-, Rosengeranien- und Bergamotteminzeöl, möglichst aus zertifiziertem k.b. Anbau; oder andere ätherische Öle, die reich an Monoterpenolen wie Linalool, Geraniol, Terpineol etc sind (Rose, Petit Grain, Neroli, Palmarosa etc), diese wirken laut etlichen Studien antitumoral
  • 2-3 Tropfen Salbei- oder Zypressenöl, wirken schweißregulierend
  • nach Wunsch noch 5 Tropfen Vanille– und/oder Tonka-Alkoholextrakt, duften lecker und wirken appetitregulierend und stimmungsaufhellend
  • bei sehr trockener oder empfindlicher Haut können einige Tropfen Bio-Jojobaöl zugefügt werden

Eliane Zimmermann Naturdeo-RezepteVon den unzähligen Natur-Deos die ich bereits ausprobiert habe, hat mich bislang ‚Daily Pleasure‘ von Farfalla am meisten überzeugt – im fein-frischen Duft und in der Wirkung. Es hält etwas länger frisch als die bei vielen Naturdeos üblichen drei bis vier Stunden – und nach dieser Zeit garantiere ich für einen Wasserhahn, der Ihnen hundertprozentig irgendwo über den Weg läuft! Von den knapp 12 Euros, die dieses Produkt kostet, darf man sich übrigens nicht irritieren lassen, die Flasche ist nicht – wie fast alle anderen Deoflaschen – größtenteils mit Treibgas gefüllt, sondern bis zum Schluss ist der gesamte kostbare Inhalt benutzbar. Und man kann sie anschließend wunderbar für eigene Raum- und Körpersprays recyclen.

PS. Bei Wadi – Professor Dietrich Wabner – gibt es in der Weihnachtsaktion (bis Ende Dezember) das alkoholfreie Bio-Rosenhydrolat aus Bulgarien zu einem unschlagbar günstigen Preis (zB 1 Liter 24 Euro)

das andreaskreuz und die ätherischen öle


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch bekam dieser Tage das Angebot, für eine große und bunte Website zu werben, wo Retortendüfte Raumbeduftungsmöglichkeiten in allen Farben, Varianten und Preiskategorien angeboten werden. Mir wurde wieder einmal bewusst, was für ein riesiger Markt inzwischen entstanden ist. Parallel dazu kam die Anfrage einer besorgten Person, die von ihrer Heilpraktikerin ein ätherisches Öl für ihr spezielles Gesundheitsproblem empfohlen bekommen hatte. Sie fragte dann bei mir besorgt nach (bin ich denn Aroma-Pedia????😉 ), wo sie denn dieses Öl ohne das Andreaskreuz bekommen könnte. Deswegen muss ich hier mal klar darstellen, warum dieses lästige Zeichen – zumindest auf naturreinen ätherischen Ölen – keine Sorge bereiten sollte. Und ich hoffe, dass diese Person nicht ihr empfohlenes „Aroma-Öl“ ohne Andreaskreuz kaufen wird, denn dann wird es höchstwahrscheinlich nicht geeignet sein, um ihr gesundheitliches Problem zu korrigieren, vielmehr könnte es ihr dann sogar schaden. Oder sie erwischt bereits ein ganz neues Öl, denn viele Ölefirmen deklarieren seit Kurzem einen Teil ihrer ätherischen Öle als Kosmetika und brauchen dann das Andreaskreuz nicht mehr aufzudrucken. Auch wenn der Inhalt der Gleiche geblieben sein wird. Zitrusöle werden allerdings vermutlich mit dem orangefarbenen Warnhinweis gebrandmarkt etikettiert verbleiben, da sie, würden sie per Umdeklarierung zum Kosmetikum mutieren, ohne Furocumarine daher kommen müssten und gerade diese Stoffe machen die stark stimmungsaufhellende Wirkung dieser Ätherisch-Öl-Gruppe aus.

Ich weiß gar nicht mehr, wann das fatale Zeichen, das wir als Warnung auf Maler- und Lackiererzubehör und auf heftigen Putzmitteln kennenlernten, für die Etiketten ätherischer Öle Pflicht wurde. Ich war alarmiert und ging davon aus, dass der Verkauf einbrechen würde. Denn aufmerksame Kunden werden davon verunsichert. Öleanbieter hatten immense Kosten zu tragen, weil die Etiketten neu designt werden mussten und bei nicht allzu farbigen Etiketten musste eine zusätzliche Farbe in der Druckerei mit finanziert werden. Doch insgesamt lief alles ganz gut ab, ich weiß jedoch freilich nicht, ob die synthetischen Aromaöle (dieser Name bezeichnet meistens Duftlampenöle aus der Retorte) nicht Aufwind bekamen und seitdem besser verkaufbar sind. Denn ein Duftkompositeur kann in seinem Labor eben die Stoffe, die in einem naturreinen Öl zur Andreaskreuz-Pflicht führen, einfach weg lassen und vermeintlich harmlose Nuancen nach Belieben hinzufügen. Je fruchtiger und quietschiger es duftet, desto besser.

Das Andreaskreuz mit dem Xn wurde gemäß der global geltenden Gefahrstoff-Verordnung für fast alle ätherische Öle eingeführt, da sie mehr als 10 Prozent flüchtiger Monoterpene enthalten. Es signalisiert, wie auch der Text dazu, dass wenn man diese Produkte (in größeren Mengen) verschluckt, sie die Lunge reizen können. [Demnächst wird ein noch harscherer Warnsatz Pflicht.] Es handelt sich nicht um per se  giftige, sondern um stark flüchtige Inhaltsstoffe, die aus winzigen Molekülen bestehen (und bei falscher Anwendung Schäden verursachen können). Es wird bei dieser Kennzeichnung nicht unterschieden, ob es sich um einen chemischen und auch in winzigen Mengen toxischen Stoff handelt oder um natürlich und in ganz vielen Lebensmittel vorkommende Moleküle.

Auch Zitronen und Orangen müssten vermutlich diesen Aufkleber tragen, wenn die Vorschriften konsequent wären, denn die Schalen enthalten u.U. mehr als 10% dieser flüchtigen Monoterpene. Auch Tomaten, Aprikosen, Kirschen, Sellerie, Zwiebeln, Knoblauch, Bärlauch etc enthalten diese flüchtigen Moleküle namens Monoterpene. Interessant ist, dass eines dieser Monoterpene (Limonen) sogar antitumoral wirkt, wie in etlichen wissenschaftlichen Arbeiten Studien nachgewiesen werden konnte. Diese Moleküle sind sind also bei korrekter Anwendung sogar ur-gesund (nur nicht zum Trinken geeignet, wie auch Kochsalz nicht zum Auslöffeln geeignet ist.)

Ich habe dieses Thema bereits beschrieben, beispielsweise hier  und hier (auf gefettete Wörter klicken!). Wer wirklich verlässliche Öle kaufen möchte, kann Firmennamen hier direkt über den aktiven Link anschauen! Ich kenne alle aufgeführten Firmengründer und/oder Geschäftsführer (oder entscheidende MitarbeiterInnen) persönlich. Diese Liste bedeutet natürlich nicht, dass es nicht noch andere zuverlässige Firmen gäbe, ich kann nicht alle kennen!

die zweiklassen-gesellschaft der duftstoffe


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDiese „Petition“ hat viele Reaktionen, Fragen und Unsicherheiten hervor gerufen. „Petition“ in Anführungsstrichen, weil es sich um eine simple Online-Unterschriftenliste handelt. Das Wort Petition ist irreführend verwendet worden, denn dieses suggeriert eine Eingabe an offizielle Behörden/Regierungsstellen. Da ich, wie erwähnt, die Anfrage aus verlässlicher Quelle erhielt, habe ich das nicht hinterfragt, Monika Volkmann ist jedoch dem Impressum mal auf den Grund gegangen. Ich finde es dennoch okay, Dr. Dietrich Wabner mit seinem Verein N.O.R.A. International eine kleine Unterstützung in Form einer Unterschriftenliste zukommen zu lassen, denn er ist einer der wenigen Aroma-Leute, der sich für den Erhalt von „bedrohten“ ätherischen Ölen einsetzt und der – gegen Windmühlen kämpfend – auch bemüht ist, diesem bürokratischen Unsinn die Stirn zu bieten. Es scheint jedoch nicht möglich, selbst für einen zweifachen Doktor und Chemiker, die Eurokraten und nicht in dieser Materie beheimateten Schutzwächter davon zu überzeugen, dass synthetische, also menschengemachte Moleküle anders beschaffen sind, als ihre kopierten Vorbilder (nicht Ebenbilder) aus der Natur.

Dazu eine kleine Fantasiereise: Stellen Sie sich einen Teppich vor, weich und wuschelig, das Etikett sagt „100 Prozent Wolle“. Dann schauen Sie unter den Teppich und sehen ein feinmaschiges Netz, das eindeutig aus Nylon/Plastik ist, es trägt die Wollfasern und gibt dem Teppich Zusammenhalt und Haltbarkeit, ist hauchdünn, ist fast nicht vorhanden, macht nur 1 Prozent des Teppichgewichtes aus. Doch der eigentliche, der sichtbare Teppich besteht aus reiner Wolle. So ähnlich verhält es sich mit synthetischem Geraniol, Citral, Linalylacetat, Menthol. Wir riechen diese auch in billigen Aromaölen, doch die geschulte Nase schaut automatisch auch unter den Teppich, sie erkennt sofort, da sticht etwas, da fehlt etwas, das ist nicht rund. Was die Laiennase auf den ersten Blick Schnupperer nicht merkt, erkennt jedoch ein anderer Teil des komplexen Systems Mensch und sagt „Halt! Hier stimmt etwas nicht, hier ist etwas drin, was nicht rein gehört“ und löst beispielsweise einen Niesattacke aus oder rote Hautpusteln. Geschieht der Kontakt mit dem Chemiegeruch zu oft, kann sich auch das Immunsystem empören und löst dann irgendwann schlimmere Symptome aus, eben eine Allergie. Das kann selbstverständlich auch mit Naturdüften passieren wie mit allem, was uns im Leben so begegnet auch.

Der Chemiker sagt stolz: „Ach, dieses eine Prozent („im Teppich“ oder „im Aromaöl“) kann man wirklich vernachlässigen, es hat mit dem tollen von mir geschaffenen Duftmolekül eigentlich nichts zu tun, es dient lediglich als Trägersubstanz.“ Je billiger so ein „Parfümöl“ oder „Aromaöl“, desto größer ist dieses „Trägernetz“ und desto wahrscheinlich ist es, dass es aus chlorierten Substanzen besteht. Wer jemals im Schwimmbad, in der Sauna, in öffentlichen Toiletten penetranten Chlorgeruch wahrgenommen hat, weiß was ich meine. Diese ach so minimalen Anteile an chlorierten Substanzen scheinen insbesondere für ungewollte Reaktionen wie Kopfschmerzen, Unverträglichkeiten und sogar Allergie verantwortlich zu sein. Eigentlich muss man entsprechenden Immunsystemen nun geradezu gratulieren, dass sie auf sowas überhaupt noch reagieren, und dankbar sein, dass sie Alarm schlagen. So degeneriert und dumm ist der menschliche Körper auch heute nicht, dass er nicht bemerkt: „Da stimmt etwas nicht, da muss ich mich wehren, da ist Gift mit im Spiel.“

Die natürlichen „Zwillinge“ kommen nicht nur ohne Chlor aus, sie sind auch eingebettet in ein Meer von anderen Inhaltsstoffen im jeweiligen Öl. Ein schönes Beispiel ist ein hochwertiges Öl der Gewürznelkenknospe. Es enthält zwar reichlich das potenziell hautreizenden, durchblutungsfördernden und anregenden Phenols Eugenol (bis zu 80%), doch in den verbleibenden 20 bis 30 Prozent finden wir auch andere Goodies, welche entkrampfen/entspannen (bis 22% Eugenylacetat), entzündungshemmend wirken (13% beta-Caryophyllen) und schmerzlindernd wirken (Methylsalicylat). Eugenol an sich hat nicht nur negative Eigenschaften, wie so gerne behauptet wird, sondern wirkt als Breitbandmittel stark keimtötend und auch schmerzlindernd. Man muss also die ganze Symphonie der Inhaltsstoffe betrachten und nicht nur einen einzelnen schrillen und schrägen Flötenton, der im Gesamtkonzert vielleicht gerade das i-Tüpfelchen ausmacht, jeder Klassik-Konzertgänger weiß das.

Doch das heute geltende Paradigma will uns mit erschreckend roher Gewalt und gesetzlichen Vorschriften wirklich ins Gehirn einhämmern, dass wir mit ganzheitlichem Denken und Betrachten falsch liegen, dass wir Einzelstoffe anzuerkennen haben, dass diese einfach und schnell und billig von Menschenhand herzustellen seien (gerne als „naturidentisch“ bezeichnet). Und dass viele Naturstoffe unvollkommen, schlecht, böse, fehlerbehaftet seien. Darum sind, aus Kosmetikgesetzgeber-Sicht und zugespritzt gesagt, Fenchel und Anis, Basilikum und Estragon, Zimt und Rose, „böse Pflanzen“, denn sie produzieren „gefährliche Stoffe“, welche hautschädigend und leberschädigend (durch die Haut???) wirken. Die wissenschaftlichen Experimente, die zu diesen Erkenntnissen führten, werden jedoch einerseits oft mit menschengemachten Laborduftstoffen an (Nage-)Tieren mit anders arbeitendem Stoffwechselsystem gemacht. Dazu werden diese Tiere damit zwangsernährt, obwohl Rose, Fenchel, Basilikum vielleicht nicht zu ihrem Beute- und Nahrungsschema gehören und ihr Metabolismus nicht jahrtausende Jahre lang Zeit hatte, sich auf den Abbau dieser Pflanzeninhaltsstoffe einzustellen. Diesen Tieren wird zudem das Fell wegrasiert, bevor sie mit den fraglichen Substanzen eingeschmiert werden (wer sich als Mensch rasiert, wird sich an diesen Stellen nicht anschließend mit scharfen und reizenden Kosmetika einreiben, weil das Rasieren immer Mikroverletzungen zur Folge hat). Und damit man wirklich nachweisen kann, wie gefährlich diese „Pflanzenstoffe“ (aus dem Labor, hm) sind, werden sie hoch/überdosiert und über lange Zeiträume an den Tieren verwendet. Wenn ein menschliches „Versuchskaninchen“ wochenlang ausschließlich mit Heu gefüttert werden würde, könnte man beweisen, dass Heu unverdaulich ist, zu Giftgasen in den Eingeweiden führt und schließlich zum Tod durch Darmverschluss.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Der Faktor Mensch wird dabei völlig vernachlässigt: Dass der Mensch recht schnell „die Nase voll“ hat von einem Duft, dass er vergesslich ist, selbst wenn er sich jeden Tag mit etwas einschmieren wollte, dass ihm nach kurzer Zeit penetrante Überdosierungen stinken, dass er einen komplexeren Stoffwechsel als ein Meerschweinchen hat, dass er Kleidung trägt, die das Kosmetikum abreibt, dass er Milch trinkt, die zu viel gegessene Duftstoffe emulgiert und resorbieren helfen kann, dass er andere und viel mehr Auswahl an Dingen isst, die mit dem Duftstoff interagieren werden…. all das, also das „wahre Leben“, findet im Labor nicht statt. Wie sollte es auch! Dazu kommt, dass beispielsweise Rosen- und Lavendelöl aus jeweils einigen hundert Inhaltsstoffen bestehen! Dies kann und will man nicht separat untersuchen. Und diese kann oder will man nicht herstellen, um ein „naturidentisches“ Aromaöl auf den Markt zu bringen (man könnte es – technisch gesehen – zu 99,5% herstellen, doch dann wäre das billige Aromaöl vermutlich viel teurer als seine natürliche Variante).

Und weil man an technische und vor allem an preisliche Grenzen stößt, reduziert man beispielsweise Lavendelöl auf drei „böse Inhaltsstoffe“ (Linalool, Linalylacetat, Geraniol), die kunstvoll zusammengemischt sicherlich fast wie Lavendelöl riechen würden) und will den naiven Verbrauchern suggerieren, dass man sie vor diesen negativen Komponenten schützt. Damit zurück zur Petition und zur Kosmetikverordnung: Bei einigen, wie diesen Lavendelstoffen, schreibt man „nur“ die Deklaration vor (was für Allergiker natürlich hilfreich beim Einkauf ist), obwohl laut Duftstoffe-Fachmann Erich Schmidt  bei etlichen der gebranntmarkten deklarierungspflichtigen Stoffe nachgewiesen werden konnte, dass sie nicht allergener wirken als tausend andere Dinge des täglichen Lebens. Bei anderen Naturdüften wie Rosenöl muss verdünnt werden, damit der eine „böse Stoff“ (Methyleugenol) kaum noch im Kosmetikum enthalten ist, bei anderen muss verdünnt werden, um bestimmte Gefahrenhinweise auf dem Etikett zu vermeiden (ich hatte hier eine Liste zusammengetragen). Man kann als Laie wirklich nicht mehr mitkommen, Öle-Firmen müssen Anwälte anheuern.

Volkmar Heitmann hat mir und euch netterweise den Link zu diesem „behördlichen Duftkrimi“ geschickt, hier kann er gelesen werden (auf englisch und ellenlang, die meisten EU-Bürger haben somit keinen Zugang zu diesem „Meinungspapier“ (opinion), ich wüsste zu gerne, wer die am Anfang namentlich aufgeführten Meinungsgeber sind bzw. für wen sie arbeiten. Für solche Recherchen bedürfte es eines eigens eingerichteten und bezahlten Arbeitsplatzes. Hallo Ätherische-Öle-Firmen, hat jemand da draußen Zeit und Kapazitäten dafür frei?! Immerhin wird ganz demokratisch auch eine Meinungsseite für die EU-Bürger eingerichtet, wenn man sich also durch diesen englisch verfassten Fachtext gewühlt haben sollte, kann man seine Meinung auch kundgeben. (Selbst mir mit Fließend-Englisch-Fähigkeiten graut vor dieser Seite).

Ich war jedenfalls vergangene Woche – sehr schön passend zum Thema – zweimal mehr oder weniger freiwillig mit Chemieduftbomben konfrontiert. Einmal stand der Wäscheständer mit zu trocknender Wäsche im Schlafzimmer, sie war mit „eben mal ganz schnell“ gekauftem Waschmittel („mit ätherischen Ölen“) gewaschen worden, weil das Biowaschmittel leer war. Kaum zu glauben, was für Emissionen da im Zimmer umher waberten, sie lösten ein starkes Irritation im Sinne von „Achtung, Störung, hier stimmt etwas nicht, weg laufen!“ aus. Beim zweiten Mal führte der Besuch des Schweden-Kaufhauses bzw. zum Glück erst ganz am Ende die Kerzenabteilung, zu einem über 24 Stunden währendem leisen Kopfschmerz. Auf diesen beiden Produkten würde ich gerne die neue Etikettenvorschrift sehen: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. Aber diese ist für solche Produkte, die man unter Umständen tagelang und wochenlang einatmet, nicht vorgesehen. Ein typisches Beispiel für den Zwei-Klassen-Duft.

PS Ähnlich wie beim Beispiel „100 Prozent Wolle“ des Teppichs verhält es sich übrigens mit sehr vielen Kleidungsstücken und sonstigen Textilien aus „100% Baumwolle“, diese bestehen immer öfter aus einigen Prozenten an anderen Stoffen.

hydrolat }{ rosengeranie


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDiese weit verbreitete Zimmerpflanze fristet oft ein Eckendasein und damit gibt sie sich meistens auch zufrieden. Darum nannte ich sie früher ‚Studentenpflanze‘, denn ich lernte sie in einer Wohngemeinschaft kennen, wo man sich nur ab und zu dieser südafrikanischen Schönheit annahm. Warm oder kalt, Wasser oder keines, sonnig oder halbschattig, Zuwendung oder Vernachlässigung, sie nimmt kaum etwas übel. Zudem kann man ratzfatz Ableger draus machen, sie wurzelt sehr bereitwillig. Sie und ihre engen Verwandten duften nach Rose, nach Zitronenmelisse, nach Aprikose, nach Schokolade, nach Minze, nach Minzschokolade, nach Muskat und vielen anderen Gerüchen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDiese Fähigkeit zur Adaption, zur Anpassung an sehr unterschiedliche Lebensumstände, wurde uns Menschen normalerweise mit auf den Lebensweg gegeben. Doch immer wieder kommt sie uns – zumindest phasenweise – abhanden. Das nennt man dann im fortgeschrittenen chronischen Stadium ‚Krankheit‘. Viele Bereiche der Naturheilkunde nennen sich ‚Regulative Medizin‘, denn sie unterstützen den kranken Körper und die angeschlagene Seele dabei, sich wieder in die Balance zu bringen, sich wieder selbst zu regulieren. Genau in diesem Bereich springt auch die Rosengeranie hilfreich ein. Sie wird meistens einfach Geranie oder Geranium genannt, (obwohl sie eine Pelargonie ist). Sie reguliert. Sie balanciert. Sie lotet das wieder aus, was aus dem Lot geraten ist. Egal ob sich das anregende und das beruhigende Nervensystem nicht einig sind, ob sich die Stresshormone zu sehr in den Vordergrund spielen, ob der Feuchtigkeits- und Fetthaushalt der Haut Amok laufen, ob die Geschlechtshormone vergessen haben, wie eine Schwangerschaft zustande kommt. Manche Leute sind sich sicher, das Rosengeranienduft sogar stockende Konferenzen und wichtige Business-Gespräche auf Vordermann bringt und dass miese Stimmungen weniger Chancen haben.

  • Pelargonium graveolens [auch P. odoratissimum, P. asperum] (Geraniaceae, Storchschnabelgewächse)

Herstellung: Destillation der Blätter/Zweige

pH-Wert: 4,9-5,2; relativ unstabil je nach Herkunft*

Geruch/Geschmack: zart blumig, süßlich, lecker, je nach Firma leicht rosig und/oder zitronig

Inhaltsstoffe im lipophilen Anteil: bis 39% Isomenthon, bis 33% Linalool, bis 9% Geraniol (Len & Shirley Price 2004)

Körperliche Wirkung und äußerliche Anwendung: extrem ausgleichend bei allem was mit ‚zu‘ beschrieben wird: zu wach, zu müde, zu heiß, zu kalt, zu dick, zu dünn etc; wichtiges Gesichtswasser sowohl bei zu trockener als auch bei zu fettiger Haut (auch 1:1 mit Rosenhydrolat vermischt), als kühlendes und erfrischendes Körperspray im Hochsommer, bei Hitzewallungen, nach zuviel Sonne(nbrand), als Grundlage für Deo-Rezepturen (‚zu‘ viel Schweiß); wirkt leicht zusammenziehend, darum gut bei Couperose, als Rasierwasser-Grundlage und auch bei kleinen blutenden Wunden (insbesondere für Kinder), bei schweren Beinen (‚zu ausgeleierte‘ Venen), als Auflage bei Hämorrhiden, nach Insektenstichen

Seelische Wirkung und Einnahme: als Grundlage für Raumsprays insbesondere im Bürobereich; lecker in Getränken (auch in Kräutertees), Süßspeisen (Gelatine, Obstsalat), Zuckerguss

23. Merksatz zu Hydrolaten:  Destillationsprofi Dr. Albrecht von Keyserlingk, der viele hochkarätige Ätherisch-Öl-Firmen beliefert, betont, dass hochwertige Hydrolate mit bestem Trinkwasser destilliert werden müssen. Oder aber mit der indirekten Dampfzufuhr, das bedeutet dass das zu verwendende Wasser in einem Gerät außerhalb des Alambics erzeugt wird und somit nur noch der Wasserdampf in Kontakt mit der zu destillierenden Pflanze kommt. Ich habe das bei einer alten Destillationsanlage in Brasilien gesehen: In einer Art – oder gar umgebauten – altertümlichen Dampflokomotive wurde der Wasserdampf erzeugt und dieser wurde dann in die eigentliche Destillationsanlage geleitet. So wird das Hydrolat nicht durch unreines Wasser verfälscht, auch kommen keine Chemikalien (etwa zur Wasserentkalkung) mit den Heilpflanzen in Berührung.   * nach Suzanne Catty

Mehr zum Thema sowie 12 heraustrennbare Taschenkärtchen zu den wichtigsten Indikationen gibt es im Hydrolate-Buch von Eliane Zimmermann, hier (klick!) zu bestellen.

alpenkosmetik handgerührt


Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Gestern brachte der Briefträger eine nette Überraschung. Eine KursteilnehmerIn meines Botanik-Kurses hatte letztes Jahr meinen Mega-Wucher-Rosmarin gründlichst beschnitten, um daraus zu Hause eine Kräuterzubereitung zu machen. Inzwischen ist Heidi (Walheide) Tisch Buchautorin von Alpenkosmetik (Freya Verlag 19,90 Euro), einer schön anzusehenden Mischung von vielen Rezepturen aus ihrer Manufaktur, Fotos der Region Malta in Österreich, wo sie groß geworden ist und wohnt, und Geschichten. Heidi erzählt, wie bereits ihre Mutter ihre Schönheit und Lebendigkeit bis zum 90sten Lebensjahr mit selbst hergestellten Alpenkräuter-Mittelchen sowie eiskaltem Wasser aus dem nahen Gletscherbach bewahrte. Heidi beschreibt auch wichtige Alpenschönheiten wie die Zirbe, den Meisterwurz und das Edelweiß und erzählt zudem einiges über ihre Erfahrungen mit natürlicher Kosmetik, mit der sie sich seit 20 Jahren intensiv beschäftigt.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapySie zeigt in vielen Schritt-für-Schritt-Doppelseiten, wie man Cremes, Salben, Zahnpasten, Deos, Gesichtswässer und vieles andere mehr herstellt.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Wer die Extrakte und Tinkturen, die man dafür benötigt, nicht selbst herstellen mag, kann sie bei ihr bestellen und wer ganz bequem ist, bekommt die fertigen Alpen-Produkte auch direkt von ihr: Naturschönheit

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Nach dem Studium dieses Buches wird einem klar, wie eng Schönheit und Gesundheit zusammen hängen, dass ehrliche Kosmetik auch immer einen gesundheitsfördernden Hintergrund hat und nicht nur eine bunte Maske sein sollte.

aromakosmetik mit sonnenschein-faktor


AiDA Araomtherapy Eliane ZimmermannPassend zum Frühjahresschnitt meiner wuchernden Immortelle-Pflanze (Currykraut) erhielt ich kürzlich ein Päckchen mit fein duftender Naturkosmetik der 2009 gegründeten Firma Belmar cosmetics mit Sitz in Landshut nahe der österreichisch-deutschen Grenze. Besonders die Schampoos begeistern mich seitdem, denn sie verwöhnen mit einem ungewöhnlichen Duftmix, der mich an sonnige, heiße Landschaften in Mittelmeergegenden erinnert. Heute weiß ich, dass Immortelle, die ‚Unsterbliche‘ unter den Duftkräutern, diesen Sommerduft ausmacht. Die grau belaubte Staude mit den sonnengelben Knöpfchen-Blüten heißt in der wissenschaftlichen Nomenklatur Helichrysum, das Sonnengold.

Nicht nur dieser warme Duft entströmt dieser Naturkosmetik (100 Prozent pflanzliche Rohstoffe, 90 Prozent sogar bio-zertifiziert mit dem besonderen NaTrue-Siegel), auch andere Sommerurlaubs-Erinnerungen kommen beim Haarewaschen hoch: Myrte, Salbei, Zypresse, Wacholder, Kiefer, Eberraute (die Coca Cola-Pflanze), Lavendel, Olive und auch ganz deutlich zu vernehmen ist ein sehr feiner Honigduft. Diese Blütenwasser und ätherischen Öle kommen aus Herzegowina, jener Gegend der Südalpen, die von der Sonne mehr als verwöhnt wird. Sie sind auch in der reichhaltig-samtigen Gesichtscreme, in der Pflege-Maske und der Reinigungsmilch enthalten. Das ist Aroma-Verwöhnkosmetik für Menschen, die nicht genug Licht und Wärme bekommen können, die im Winter unter Lichtmangel leiden, die erste Fältchen und Linien zu verzeichnen haben und deren Haut mehr Spannkraft gebrauchen könnte. Denn Immortelle kurbelt sowohl die Aktivität der Collagenzellen an, das würzige Kraut verhindert zudem zerstörerische oxidative Prozesse in der Haut, so dass man diese Produkte auch als Jung-Bleiben-Kosmetik bezeichnen könnte. Anders, als die offensiv beworbenen so genannten Immortelle-Produkte eines weltbekannten Kosmetikkonzerns kann man in diesen Flaschen und Tiegeln den Pflanzenduft wirklich wahrnehmen und genießen. So dass sich die stimmungsaufhellende Wirkung der Sonnengold-Pflanze voll entfalten kann. In der Creme ist mir der Duft allerdings etwas zu stark, ich bin eine Freundin von subtilen Aromen, wer ihn jedoch liebt, wird von diesem Luxus-Produkt begeistert sein. Es ist sehr sparsam im Gebrauch, vor allem wenn man es auf die feuchte Haut aufträgt. Ein Super-Service von Belmar cosmetics ist, dass man Kennenlerngrößen bestellen kann, so dass man nicht auf gut Glück große Tiegel und Flaschen erwerben muss, deren Preise befinden sich zwischen knapp 10 [Shampoo] und knapp 50 Euro [Pflege-Maske]). Zum Belmar-Shop geht es hier, die Läden, wo man Belmar-Produkte kaufen kann, sind auf deren Website aufgeführt genau so wie die Erläuterungen zum NaTrue-Siegel und hübschen Postkarten zum kostenlosen Herunterladen.

I got a few samples of a wonderful new line of natural cosmetic  called Belmar (Made in Germany). They are all manufactured with organic hydrolats (hydrosols), mainly with Helichrysum italicum, which is reknown for its anti-hemorrhagic properties (one of the most amazing healers for bruises – similar to arnica). Recently it was found out that the precious essential oils from Corsica rejuvenates the skin and acts as a booster for the production of collagen. So cosmetic with helichrysum (helios=sun, chrysum=gold) is a real anti-aging treat for the skin of people over 40 years of age😉 Here you can find some scientific evidence for the healing properties of this lovely natural fragrance (reminding of honey with woody and balsamic untertones).

 

 

 

 

 

AiDA Aromatherapy Eliane Zimmermann