ätherische öle bei vermindertem speichelfluss wegen karzinombehandlung


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIn einer kleinen randomisierten, kontrollierten Studie bei Patienten die an differenzierten Schilddrüsenkarzinomen litten, konnte gezeigt werden, dass die Inhalation mit einer Mischung aus Zitronenschalenöl (destilliert) und Ingweröl den gestörten Speichelfluss anregen konnte. Somit konnte sich die Ernährungssituation der Patienten verbessern.

Es handelte sich um 71 japanische PatientInnen, die Probleme mit dem Speichelfluss nach der der Entfernung der Schilddrüse und der danach üblicherweise folgenden Radiojodtherapie (RJT/RIT) hatten. Diese unangenehme bis sehr schmerzhafte Folge der Behandlung tritt bei 11 bis 67 Prozent der erkrankten und behandelten Menschen auf (Sialadenitis).

Die zufällig ausgewählten PatientInnen wurden zwischen Juni 2014 und März 2016 rekrutiert und dann in zwei Gruppen eingeteilt (35 bzw 36 Personen;25 Frauen, 10 Männer). Statistisch gesehen erkranken mehr Frauen als Männer an diesen Tumoren der Schilddrüse (in drei von vier Fällen erwischt es Frauen), die jedoch insgesamt sehr gute Heilungschancen haben. Allerdings erwartete man für 2016 Neudiagnosen bei 64.300 Menschen allein in den USA (warum schreiben die japanischen Forscher nicht über Erkrankungen in ihrem Land, in dem Teile aufgrund des Nuklearunglücks von Fukushima radioaktiv verseucht sind?…).

Die aktive Gruppe (Alter: 35-78 Jahre) inhalierte das Ätherisch-Öl-Gemisch 14 Tage lang für 10 Minuten jeweils vor den Mahlzeiten. Die Kontrollgruppe inhalierte Wasser (Alter 30-86 Jahre;30 Frauen, 6 Männer). Die Aktivität und Effektivität der Ohrspeicheldrüsen und der Unterkieferspeicheldrüsen wurde vor und nach den Interventionen ermittelt, diese verbesserte sich bei der „Duftgruppe“ signifikant (𝑃 < 0,05). Die Autoren dieses Experiments, was nicht sehr befriedigend beschrieben ist (man erfährt nicht, ob jeweils mit 1 ml Zitronenöl und 0,5 ml Ingweröl oder nur einem Teil davon inhaliert wurde), diskutieren am Ende ihrer Arbeit, dass auch Pfefferöl die gewünschten Ergebnisse liefern könnte.

Dennoch meine ich, erhalten wir durch diese kleineStudie eine nützliche Anregung, welche die bereits durchgeführte Anwendung von Zitronensaft zur Anregung des Speichelflusses, ergänzen könnte. Die Arbeit: Nakayama M, Okizaki A, Takahashi K. A Randomized Controlled Trial for the Effectiveness of Aromatherapy in Decreasing Salivary Gland Damage following Radioactive Iodine Therapy for Differentiated Thyroid Cancer. Biomed Res Int. 2016;2016:9509810 ; sie kann hier (klick) kostenlos runter geladen werden.

PS. Heute sind 1500 Abonnenten dieser Informations-Seite erreicht, und noch ein ‚like‘ fehlt zur Zahl 4500 auf meiner Aromatherapie-Facebook-Seite. Vielen Dank für die vielen treuen LeserInnen und ein ganz besonderer Dank geht an die Personen, die auch ab und zu kommentieren und meine Arbeit mit Tipps, Adressen und Erfahrungen ergänzen (dann stehe ich nicht so alleine da!).

aromapflege – effektiv und wohltuend


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZwei wertvolle Bücher über den Einsatz von naturbelassenen ätherischen Ölen in der Pflege und Begleitung von leicht erkrankten oder schwer kranken Menschen sind 2015 und 1016 erschienen:

Ich werde gelegentlich gefragt, welches denn „das Bessere“ Buch sei. Wie so oft, kann man diese Frage nicht beantworten. Denn beide Bücher sind von renommierten und wirklich sehr erfahrenen KollegInnen zusammengestellt worden. Ich möchte an dieser Stelle eher auf einige Unterschiede und auch auf Gemeinsamkeiten eingehen, so dass jeder für sein individuelles Interesse und für ihren beruflichen Schwerpunkt eine Entscheidung fällen kann.

Als erstes fällt auf, dass das Buch von Ingeborg Stadelmann handlich, biegsam mit einem eher femininen Look in Lila und Aquarellfarben ausgestattet ist (mit angenehm abgerundeten Ecken), das Buch der beiden Männer sieht etwas mehr nach Fachbuch aus, ist dick, schwer, mit festem Einband ausgestattet, die Grundfarbe ist ein gesund aussehendes Frühlingsgrün, dazu ein Foto eines Braunglasfläschchens und einer tropfenden Pipette.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas Inhaltsverzeichnis von Ingeborg Stadelmann ist sechs Seiten lang, das vom Team Wabner-Theierl ist auf einer Seite zusammen gefasst, der jeweilige Kapiteleinstieg auf zwei ganz in dunkelgrün und hellgrün gehaltenen Seiten listet dann die Themen des jeweils folgenden Kapitels auf. Die Sortierung der einzelnen Kapitel bzw. Abschnitte erfolgt nach Pflegegebieten bzw medizinischen Bereichen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIm Buch von Ingeborg Stadelmann sind über siebzig ätherische Öle ganz kurz (zwei bis vier Zeilen) vorgestellt,…

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie…das männliche Autorenteam hat 11 wichtige pflegerelevante ätherische Öle recht ausführlich, inklusive der Inhaltsstoffe des jeweiligen Öles, auf jeweils circa einer Buchseite vorgestellt.

Beide Bücher enthalten jeweils einen kurzen, jedoch völlig ausreichenden Einsteig in die Welt der ätherischen Öle: Gewinnung, Qualität, Verdünnungen, Chemie, wissenschaftliche Situation, juristische Hintergründe, Haltbarkeit, Anwendungsmöglichkeiten, Vorsichtsmaßnahmen, Riechsinn u.v.m., also alles, um loslegen zu können, ohne andere Bücher (der Autoren) zu Rate ziehen zu müssen. Etliche fette Öle und Hydrolate sind bei Ingeborg Stadelmann mit mindestens vier Zeilen beschrieben, sie beschreibt auch andere Rohstoffe wie Bienenwachs und Wollwachs. Bei Dietrich Wabner und Stefan Theierl werden fette Öle und Hydrolate auf einer Doppelseite eher kurz abgehandelt. Es fällt auf, dass sich viele Hinweise in den Einstiegskapiteln und auch später zahlreiche Anwendungsempfehlungen im Buch auf die in der Bahnhof-Apotheke Kempten erhältliche Stadelmann®-Aromamischungen beziehen.

Bei Dietrich Wabner und Stefan Theierl wird ausführlich auf die Implementierung der Aromapflege und auf klinische Standards samt gesetzlichen Hintergründen eingegangen (arbeits- und standesrechliche Aspekte). Die Arbeitsteilung zwischen Pflegenden und Ärzten wird angesprochen und der Einsatz von ätherischen Ölen im ganzen Versorgungsspektrum von Pflegeberufen wird erläutert. Es ist darum aufgrund dieser wertvollen Informationen für mich nicht nachvollziehbar, warum der Buchtitel nicht „Klinikhandbuch Aromapflege“ lautet, denn „Aromatherapie“ darf im beschrieben Kontext, also in Pflegeinstitutionen nur von Ärzten und HeilpraktikerInnen durchgeführt werden, das ist im deutschsprachigen Gebiet noch die Ausnahme.

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Wabner & Theierl Seiten 146 und 147 (Neurodermitis und Schuppenflechte)

Im Klinikhandbuch Aromatherapie geht es auf Seite 87 dann so richtig los mit Lösungen für die unterschiedlichsten Indikationen, angefangen mit dem Bereich der Chirurgie und einer entstauenden Rezeptur bei Analprolaps. Operationsbegleitung, Maßnahmen im Aufwachraum und die Nachbehandlung von chirurgischen Eingriffen sind meines Erachtens nach überaus wichtige Gebiete einer institutionellen Aromapflege, da das Wohlergehen der leicht oder traumatisierten PatientInnen im „steril“ und befremdlich riechender Umgebung mit einfachen Maßnahmen stark gefördert werden.

Das Problem im Pflegealltag ist jedoch zunehmend – vor allem in Deutschland und in Österreich, weniger in der Schweiz, dass immer seltener Mischungen durch Pflegende hergestellt werden dürfen, vielmehr sind die jeweiligen Krankenhaus- oder Heim-Apotheken nun fast immer dafür zuständig. Ich höre oft von den „Kämpfen“ an der Überzeugungsfront, von kaum überwindbaren Widerständen der stark engagierten Pflegenden, die ihren Schützlingen Gutes zukommen lassen möchten, und die durch immer restriktivere Gesetze an ihrem Idealismus verzweifeln. Ganzheitliche und individuelle Pflege wird immer mehr an den Rand gedrängt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Ingeborg Stadelmann Seiten 146 und 147 (Schuppenflechte und Juckreiz)

Dieses Dilemma kann viel einfacher gelöst werden, wenn auf hochwertige Fertigmischungen zurück gegriffen wird. Das ist das wiederum die Stärke vom Ingeborg Stadelmanns Buch: Sie stellt ab Seite 75 für unzählige Indikationen die zahlreichen von ihr entwickelten Stadelmann®-Aromamischungen vor und gibt hier und da noch zusätzliche Tipps mit einzelnen Hydrolaten, Heilwolle, Quarkanwendungen, Heilkräuteraufgüsse, Ernährungsveränderung etc. und beschreibt auch Mischungen für so genannte „Rezepturarzneimittel“, die also vom Arzt rezeptiert werden und in einer Apotheke hergestellt werden müssen.

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Ingeborg Stadelmann Seite 296 und 297 (Anregen des Lymphflusses)

Mein Fazit: Der ganz grundsätzliche Unterschied dieser beiden hervorragenden Bücher ist also, dass Pflegende, die nicht selbst mischen wollen oder dürfen (oder es sich noch nicht zutrauen), im Buch von Ingeborg Stadelmann genaueste Hinweise für die Anwendungsbereiche der inzwischen so zahlreichen und qualitativ sehr hoch stehenden Stadelmann®-Aromamischungen nachschlagen können und diese dann (hoffentlich) relativ unkompliziert in ihrem Pflegebereich einführen können.

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Wabner & Theierl Seiten 336 und 337 (Anregen des Lymphflusses)

Mit dem Buch von Dietrich Wabner und Stefan Theierl wiederum kann auf über 600 dosierte Rezeptideen für mehr als 250 Einzelindikationen mit den eigenen vorhandenen (oder noch anzuschaffenden ätherischen Ölen) zurück gegriffen werden. Die Dosierungen bewegen sich im absolut sicheren und verträglichen Bereich, sind also sanft und zart duftend [oft weniger als 20 Tropfen ätherisches Öl auf 50 ml Basisöl, gelegentlich, wie bei „Restless Legs“ oder „schmerzhaftem Stuhlgang“ deutlich höher, jedoch immer noch im sicheren Bereich, wenn man bedenkt, dass durch moderne Tropfeinsätze über 30 Tropfen ein Milliliter ätherisches Öl ergeben, ich habe hier (klick!) darüber geschrieben und Beispiele aufgelistet]. Laut Vorwort sind alle vorgestellten Rezepturen in der Praxis des Klinikalltags erprobt. Dieses Buch hilft also Aromapflege-Fachkräften, die durch engagierte, geschulte und manchmal auch mutige Vorgesetzte grünes Licht erhalten, entweder selbst auf Station zu mischen (das ist in Deutschland offiziell nicht mehr erlaubt) oder durch einen guten Kontakt zur jeweiligen Apotheke passend zu ihrem „Fall“ zugeschnittene Rezepturen herstellen zu lassen. Wenn man es nicht weiß, ahnt man beim Schmökern in diesem Buch nicht, dass Herr Wabner eine eigene Ätherische-Öle-Firma namens Wadi (klick!) betreibt und übrigens auch ganz hervorragende Pflegemischungen sowie therapeutische Mixturen (eher für den Privatbereich) anbietet.Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas Buch von Dietrich Wabner und Stefan Theierl ist vom Platzverbrauch etwas großzügiger gestaltet, die Zeilen sind also etwas lockerer und lesefreundlich zweispaltig umbrochen. Das Buch von Ingeborg Stadelmann mag für manche LeserIn eine Brille erfordern, ist jedoch durch kalligrafische Symbole, Fotos, farbig unterlegte Kästen, Trennungslinien und gut strukturierte Überschriften trotz allem sehr augenfreundlich. Ich könnte mich nicht zwischen beiden Werken entscheiden und bin froh, dass ich auf beide Nachschlagewerke zurück greifen kann!

Wo gibt es sonst noch hochwertige Aromapflege-Produkte (alle gemischt aus ätherischen und fetten Ölen aus [von neutraler/unabhängiger Stelle zertifiziertem] biologischem Anbau, keine Mineralölprodukte)?

Aromapflege Evelyn Deutsch (klick!)

Feeling (klick!)

Jophiel (klick!)

Neumond und Neumond-Flyer (klick!)

Primavera Aromapflege (neu!) und Primavera Aroma Health Care (klick!)

aromapflege bei riechenden tumoren


Eukalyptusblüte

Eukalyptusblüten: Die Deckel einiger Kapseln öffnen sich

Kann man in der Palliativmedizin etwas gegen den üblen Geruch, den zerfallende Tumore abgeben, unternehmen? Gestern und heute lief mir diese Frage über den Weg, darum hole ich diesen sieben Jahre alten Blog-Artikel hoch. Betroffene, Angehörige und vor allem Pflegende leiden sehr unter Tumorgerüchen und fühlen sich gar abgestoßen. Die Belastung ist enorm, denn Geruchsekel gehört zu den ältesten Emotionen, die den Menschen vor Gefahren, vor Tod, Verwesung, gefährlichem Zerfall durch Mikroorganismen sollen. Der Mensch, der sowas riechen muss, ist ständig in Abwehrstress, das Unbewusste befindet sich im Alarm-Bereitschafts-Modus. Neben einer oder zwei breitflächigen Schalen mit Kaffeebohnen, die den Geruch ein wenig absorbieren und neutralisieren, könnte man eine ähnliche Mischung wie das unten beschriebene Fertigprodukt herstellen (lassen).

Diese Frage nach der Linderung von Tumorgerüchen wurde nämlich bereits wissenschaftlich beleuchtet, als sich vor circa 15 Jahren auch ein Team von Wissenschaftlern rund um PD Dr. Dr. Patrick Warnke von der Universität Kiel und der Bond University In Australien (Robina, Queensland) damit beschäftigten. Sie kreierten und testeten eine Ätherisch-Öl-Mischung namens Kielmix®. (Leider ist das Produkt nicht mehr auf der australischen hersteller-Seite gelistet, es scheint gänzlich aus dem Internet verschwunden).

Diese Mischung wurde von Medizinern auf stinkende Krebstumore gegeben. Die Idee war zunächst, einfach die Gerüche zu reduzieren, indem die Ausbreitung der Zerfallsbakterien eingedämmt werden sollte. Die erfreuliche Nebenwirkung war, dass die Wunden begannen, Zeichen von Heilung zu zeigen, der Bakterienbefall ging wirklich zurück (auch MRSA) und dass sogar bei einigen Patienten das Tumorwachstum sich verlangsamte. Kielmix® enthält laut Herstellerfirma:

  • Eukalyptusöl 136mg
  • Teebaumöl 131mg
  • Lemongrassöl 86mg
  • Zitronenöl 71mg
  • Gewürznelkenöl 73mg
  • Thymianöl 26mg
  • Ethanol (Weingeist) 347mg

Es wäre mit etwas mehr gesundem Menschenverstand und vor allem mit mehr Aufgeschlossenheit so einfach, in der heutigen Zeit einfach ein paar Labore zu bemühen, um diese Rezepturen und Fallbeschreibungen zu verifizieren, die Mischungen ggfs. den betreffenden Umständen anzupassen, sie beispielsweise mit Jojobaöl und Johanniskrautöl anzufertigen. So könnte man den betroffenen MENSCHEN wirklich helfen, ihre ohnehin oft höllenmäßig empfundene Situation besser zu ertragen. Welcher Mensch ist schon gerne pflegebedürftig und muss sich obendrein auch noch für eklige Ausdünstungen schämen… Die obigen ätherischen Öle sind übrigens allesamt preiswert, selbst wenn sie von hervorragender Quelle stammen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Lemongrass in Brasilien

[Stephan T. Becker, Eugene Sherry, Sureshan Sivananthan, Harald Essig, Jörg Wiltfang, Ingo N. Springer, Joachim Bredée, Patrick H. Warnke. Behandlung fötider Tumorulzerationen mit ätherischen Ölen (KIELMIX®) in der Palliativmedizin · Zeitschrift für Phytotherapie 06/2006] Probeheft dieser Fachzeitschrift aus dem Hippokrates Verlag: MVS Medizinverlage Stuttgart. Ein kleiner Bericht aus der renommierten Onkologie-Fachzeitschrift ‚Journal of Clinical Oncology‘ ist hier (in englischer Sprache) nachzulesen. Der gesamte Artikel in deutscher Sprache ist für knapp 30 britische Pfund hier online zu bestellen und runterzuladen.

Inzwischen haben Prof. Warnke und sein Team auch eine Reihe von ätherischen Ölen gegen diverse krankenhausübliche und antibiotikaresistente Bakterien- und Hefestämme durchgetestet und für eine preiswerte, effektive und „vielversprechende Kraft“ befunden. Sie testen die ätherischen Öle von Eukalyptus, Teebaum, Thymian (weiß ?), Lavendel, Zitrone, Lemongrass, Zimt, Grapefruit, Nelkenknospe, Sandelholz, Pfefferminze, Kunzea und Salbei  [Warnke PH, Becker ST, Podschun R, Sivananthan S, Springer IN, Russo P A, Wiltfang, J, Fickenscher H, Sherry E (2009). The battle against multi-resistant strains: Renaissance of antimicrobial essential oils as a promising force to fight hospital-acquired infections. Journal of craniomaxillofacial surgery, 37(7), 392-397

PS Wer ein kritisches, jedoch sehr lesenswertes  Buch eines Gynäkologen lesen möchte: Wirtschaftfaktor Brustkrebs von Prof. Dr. Franz Fischl der seine Ordination nach etlichen Jahren an der Uni Mainz in Wien (am AKH) hat.

aromapflege bei schmerzen nach verbrennungen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAus dem Land der Erzählungen der zauberhaften Sheherazadevon in ‚Tausendundeiner Nacht‘, also dem Iran, lesen wir regelmäßig schöne Erkenntnisse zur lindernden Wirkung von ätherischen Ölen bei Frauenleiden rund um die Monatsblutung und rund um Geburt und Stillzeit.

In einer aktuellen Arbeit aus der Universität Hamadan geht es um Schmerzlinderung bei und nach dem regelmäßig erforderlichen Verbandswechsel, wenn die PatientInnen an starkenVerbrennungen leiden. Die einfach verblindete, randomisierte klinische Studie erfolgte an 50 PatientInnen zwischen 18 und 65 Jahren mit Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Sie atmeten an zweit Tagen jeweils für 20 Minuten entweder fünf Tropfen 40%-ig in Wasser verschütteltes ätherisches Rosenöl (Rosa damascena) ein oder – in der Placebogruppe – reines Wasser. Beide Substanzen wurden jeweils auf ein Gazestück gegeben, das 20 cm von der Nase entfernt an der Kleidung der TeilnehmerInnen befestigt wurde. Die Pflegeperson, die die Gazestücke anbrachte, trug eine Atemmaske und konnte somit nicht riechen, was sie verabreichte. Die Schmerzwerte der PatientInnen wurden eine halbe Stunde vor dem Verbandswechsel ermittelt und jeweils 15 und 30 Minuten nach der schmerzhaften Prozedur.

Es wurde ein signifikanter Unterschied vor und nach dem Verbandswechsel notiert (P < 0.001), auch wurde ein signifikanter Unterschied (P < 0.05) der Schmerzintensität vor und nach der aromatherapeutischen Anwendung registriert. Zudem wurde die Schmerzintensität bei der Placebogruppe und der „Duftgruppe“ verglichen und als signifikant errechnet (P < 0.05).

Die Autoren dieser Arbeit folgern, dass die ergänzend zur Schmerzmedikation erfolgende Inhalation von Damaszener-Rosenöl hilfreich sein könnte, um die Schmerzen beim Verbandswechsel nach Verbrennungen zu reduzieren. [Bikmoradi A, Harorani M, Roshanaei G, Moradkhani S, Falahinia GH: The effect of inhalation aromatherapy with damask rose (Rosa damascena) essence on the pain intensity after dressing in patients with burns: A clinical randomized trial. Iran J Nurs Midwifery Res. 2016 May-Jun;21(3):247-54]. Diese neue Studie kann kostenfrei hier (klick!) herunter geladen werden.

aromapflege-kurse der besonderen art


P1000218Oft wird beklagt, dass alle spannenden Kurse und Kongresse über Aromapflege und Aromatherapie im Süden stattfinden. Tatsächlich herrscht ein nicht nachzuvollziehbares Nord-Süd-Gefälle, dass seit circa 10 Jahren noch viel ausgeprägter als zur Zeit meiner ersten aromatischen Tätigkeiten vor bald 30 Jahren geworden ist. Denn in Österreich konnte nach Zeiten vieler Verbote und Einschränkungen die Aromapflege gemäß §64 GuKG in vielen Pflegeinstitutionen erfolgreich etabliert werden, seitdem boomen Ausbildungsangebote, kleine Praxen und auch Ölebieter mit eigenartigen Produkten tummeln sich inzwischen dort vermehrt.

sabrina_herber_seminarhaus_vivere2In Deutschland gibt es nach wie vor nur eine winzige Anzahl von Menschen, die unabhängig und in selbstständiger Tätigkeit ausschließlich von der Arbeit mit ätherischen Ölen leben. Die meisten KollegInnen sind entweder als Angestellte (oder feste freie MitarbeiterInnen) in Ölefirmen oder Schulen tätig oder gehen sogar völlig anderen Brotberufen nach. Einige liebe KollegInnen sind inzwischen im „Ruhestand“, widmen sich jedoch nun endlich ganz der duften Tätigkeit und genießen eine gewisse finanzielle Grundabsicherung durch ihre Rente.

Nicht so Sabrina Herber, sie ist jung und arbeitet seit 2002 ausschließlich für die Erfüllung ihres duften Traumes. Als keines Mädchen bereits erlernte sie von ihrer Mutter, die Altenpflegerin ist, was das Kümmern um gebrechliche oder kranke Menschen bedeutet. Ihr Interesse für naturheilkundliche Betreuung führte sie ins Allgäu und sie wurde Aromaexpertin im Fachbereich Pflege. Inzwischen ist sie auch Gesundheitspraktikerin BfG, die sich auf Duftkommunikation spezialisiert hat, dazu auch Hospizbegleiterin und MediAkupresspraktikerin nach dem Konzept „Begleitende Hände“. In den letzten 13 Jahren betreute die engagierte Mutter von drei Kindern ein Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser und Hospize im Bereich der Aromapflege und der Schulung der Mitarbeiter. Sie legt Wert auf eine Auswahl an Öleanbietern mit denen sie behandelt und schult, so dass die KursteilnehmerInnen immer selbst entscheiden können, welche Öle und Angebote am besten jeweils zu ihnen passen

sabrina_herber_seminarhaus_vivereIm Jahr 2008 konnte sie dann ihr kleines, aber feines Seminarhaus in Schwollen im schönen Hunsrück eröffnen, die Vivere Schule für Aromatherapie und Aromapflege. Dort werden seitdem umfangreiche Fachweiterbildungen angeboten. Schnell erweiterte Sabrina das Seminarangebot auch mit anderen erfolgreichen komplementären Pflegemethoden wie z.B. der MediAkupressur. Die Seminarteilnehmer kamen und kommen aus ganz Deutschland, aus dem nahen Luxemburg und Belgien, sogar aus Österreich und der Schweiz.

sabrina_herber_seminarhaus_vivere_edelsteinweg

Man wandelt durch den Kies, schaut vielleicht nach unten und siehe da, dort funkeln kleine Halb-Edelsteine in der Sonne!

Die kleine Schule ist stetig gewachsen und platzte bald aus allen Nähten, so stand Anfang Mai der Umzug in ein neues Gebäude an: ein Blockhaus aus Holz mit mehr Bewegungsfreiheit, nach und nach pflanzt Sabrina auch wieder einem tollen Kräutergarten an (im früheren Garten hat mich ihr origineller Edelsteinweg toootal begeistert). Sabrina freut sich, dass sie einen wirklich ganz besonderen Ort gefunden hat (oder hat der Ort sie gefunden???)

Sie hat nun die Möglichkeit, parallel in zwei gemütlichen Räumen Seminare, Workshops, Beratungen und Schulungen durchzuführen. Das naturnahe Gebäude ist großzügig und trotzdem sehr gemütlich gestaltet. Ihr Referenten Team besteht inzwischen aus drei ViVere-Team Dozenten und derzeit sieben Gastreferenten (zu denen ich auch gelegentlich gehöre!). Dies macht es ihr möglich, auch die Fachweiterbildung zur ViVere-Praktikerin für komplementäre und naturheilkundliche Pflege anzubieten.

sabrina_herber_seminarhaus_vivere_außenIm Außenbereich des schönen Holzhauses hat die talentierte Hobbygärtnerin und Sammlerin von schönen teils antiken Deko-Stücken bereits wieder begonnen, einen Kräuter- und Duftgarten anzulegen. Eine Wildblumenwiese, sowie Beerensträucher zum Naschen werden sich dazu gesellen. Die großzügige Holzterrasse lädt dazu ein, die Seminarpausen draußen zu verbringen. Ganz besonders freut sie sich, dass sie jetzt auch Übernachtungsmöglichkeiten für Referentinnen und Seminarteilnehmer zur Verfügung stellen kann. Ihre sympathische Teamkollegin Gertrud Schneider bietet nach Terminvereinbarung gesundheitspraktische Beratung, auch für pflegende Angehörige, Massagen, Wärmepackungen, Wickel, Auflagen, MediAkupress-Anwendungen und gesundheitspraktische Duftkommunikation in ihrem wunderschön gestalteten Raum an.

Sabrina gehört zu den fleißigen Blog-Schreiberinnen, hier kann man aus einem inzwischen riesigen Fundus an Rezepturen und Ideen schöpfen. Und wer all die tollen Sachen life erleben möchte: 2014 hat sie mit ihren Kolleginnen Gertrud Schneider und Sarah Schütz den 1. Fachkongress für komplementäre Aromapflege und Prävention im Gesundheitswesen organisiert. Sie durften am Umwelt Campus in Birkenfeld 180 Gäste begrüßen. Der nächste Fachkongress wird im Jahre 2017 stattfinden. Über Kurse, Termine und die genaue Lage ihrer Schule im beschaulchen Hunsrück (das Edelsteinstädchen Idar-Oberstein liegt um die Ecke, Koblenz, Trier, Mainz, Saarbrücken und die Stadt Luxemburg sind nicht weit entfernt, die Adresse lautet Am Geissler 10, 55767 Leisel), informiert man sich auf Sabrinas neu gestalteter Website. Sie gibt auch auf zahlreichen sozialen Netzwerken Infos und kostenlosen Rat [Facebook und Instagram]

sabrina_herber_seminarhaus_vivere3Ach ja, HAPPY BIRTHDAY liebe Sabrina, mögen die feinen Düfte dir noch viel Freude, Erfolg und Gesundheit bringen.

keimsanierung durch raumbeduftung


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNeben fast zwei Dutzend anderen Beratungswünschen bekam ich vor einigen Tagen die Frage, ob ich Studien zur Raumbeduftung kenne, die belegen, dass die Raumluft mit ätherischen Ölen eher gesundheitsförderlich ist statt gefährlich und die Menschen schädigend. Prompt bekomme ich „zufällig“ und ohne danach zu fragen von einer meiner kompetentesten englischsprachigen Kolleginnen den Link zu einer neuen wissenschaftlichen Arbeit von einem Team von Forschern von der Universität Milano (Mailand, Italien).

Ich habe bislang allerdings nur das vielversprechende Abstract (Zusammenfassung) und noch nicht die volle Studie vorliegen. In einer Pflegeeinrichtung mit 112 auf zwei Etagen verteilten Betten (circa 1060 qm) wurde fünf Monate lang beobachtet, wie sich das Standard-Hygiene-Protokoll und dieses zusammen mit Beduftung durch ätherische Öle kombiniert auswirkt. Vor und nach der Raumduft-Maßnahme wurden mikrobiologische Abstriche (von Oberflächen) gemacht. Die Ergebnisse zeigten, dass in beiden Varianten die Keimlast (Pilze und Bakterien) sich um durchschnittlich 90 Prozent reduzierte (gesamt p < 0.01 und p < 0.05 für Hefen und Pilze).

Spannend ist die Reduktion von benötigten Medikamenten:

  • 70% weniger Antibiotika-Einnahmen
  • 100% weniger Einnahmen von schleimlösenden Produkten
  • 100% weniger Einnahmen von bronchienerweiternden Mitteln
  • 67% weniger Bedarf an steroidalen entzündungshemmenden Medikamenten
  • 33% weniger Bedarf an nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten

Es wird zudem wird angemerkt, dass keine unerwünschten Nebenwirkungen auftraten. Die Autoren folgern, dass die von ihnen gewählte Mischung von ätherischen Ölen sowohl effektiv bei der Verminderung der Keimlast in der Umgebung von Patienten in einer klinisch-pflegerischen Umgebung ist als auch sinnvoll, um bei ihnen die Einnahme von chemischen Medikamenten zu reduzieren.

So schön diese Ergebnisse klingen, bitte daran denken: Diese Maßnahmen erfolgten ZUSAMMEN mit konventionellen Hygiene-Maßnahmen. Zudem wird eine Reduktion von Medikamenten nicht immer willkommen geheißen, denn das hieße weniger Geld in die Kassen bestimmter Groß-Konzerne. Da ich jedoch stark dafür bin, dass die Gesundheit eines jeden einzelnen Menschen so schonend wie möglich unterstützt werden wollte, werde ich noch recherchieren, welche ätherischen Öle auf welche Weise eingesetzt wurden. [Gelmini F, Belotti L, Vecchi S: Air dispersed essential oils combined with standard sanitization procedures for environmental microbiota control in nosocomial hospitalization rooms, diese Studie kann für 31.50 $ bei Elsevier erworben werden]

puder selbst herstellen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Reispulver

Wie versprochen, geht es weiter mit Mitbringseln aus meiner „Fliegenden Wundertüte“. Ich war auf meiner Seminarereise begeistert von einer klasse Möglichkeit, feinsten Körper- oder Babypuder herzustellen. Nichts ist einfacher! Noch angenehmer, als Mais- oder Kartoffelstärke zu verarbeiten, wie ich es bislang kannte, ist Reispulver zu Puder zu verarbeiten. Ich kannte bislang allerdings eher eine etwas miefige Bio-Qualität, die schon beim Eintreffen etwas ranzig roch, dafür habe ich ein viel zu feines Näschen. Umso begeisterter war ich, als Evelyn Deutsch mir das samtige Reispulver (klick!) zeigte, das man in zwei Minuten in einen Luxuspuder verwandeln kann. Ich bin so eine Pudertante, vor allem seit ich keine Chemiedeos mehr verwende, ist Puder eine wunderbare Möglichkeit, sich nach schweißtreibenden Tätigkeiten auf die Schnelle wieder frisch zu machen.

Man gibt einfach einige Tropfen ätherisches Öl in eine gebrauchte oder neue Puderdose (notfalls tut es sogar ein gläserner ausgedienter Kräuter- oder Gewürzstreuer mit feinen Öffnungen), beispielsweise 15 Tropfen Iris 1%ig, oder 2 Tropfen Rose mit 2 Tropfen Rosengeranie/Palmarosa. Auch 5 Tropfen Lavendel und 2 Tropfen Vetiver sind fein, sie duften wesentlich herber. Für ein Baby reicht 1 Tropfen Rosenöl, eventuell noch mit 2-3 Tropfen Bio-Vanilleextrakt. Die Wände der Dose oder des Glases gleichmäßig mit den Naturdüften benetzen, Reispulver einfüllen, gut vermischen, einige Tage ziehen lassen.

Das Reispulver ist prima geeignet, wenn man die Haut von krebsauslösender Mineralöl-„Kosmetik“ auf Naturkosmetik umstellen möchte, es bindet Haut-Ausscheidungen wie Fett, Feuchtigkeit und eventuell nicht verträgliche Übersäuerungs-Ausscheidungsprodukte. Mineralöle und die sie begleitenden MOAHs, die Hautbestandteile von konventionellen Pflegeprodukten, stehen immer mehr im Verdacht, sich im Körper anzureichern (vor allem wenn sie wie bei Lippenpflegestiften und Lippenstiften „gegessen“ werden, dazu kann auch hier nachgelesen werden).

Das fein-samtige Reispulver wirkt leicht kühlend, beruhigend und kann helfen, kleine Entzündungen auf der Haut zu reduzieren. Das ist ein ideales Einsatzgebiet für bettlägerige PatientInnen, vor allem wenn sie stark schwitzen, heftige Medikamente nehmen müssen und intertrigo-gefährdet sind (Hautprobleme an Stellen, wo Haut auf Haut scheuert wie in Fettfalten oder unter der weiblichen Brust). Mit Rosenhydrolat kann man die Reste später schonend reinigen und die Pflegewirkung unterstützen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Bärlapp-Sporen

Wenn entzündliche und ekzematische Haut mit Puder gepflegt wird, kann die Wirkung durch den Zusatz von einem Teelöffel der seidenweichen Bärlapp-Sporen (klick! Lycopodium clavatum), welche etwas Schwefel enthalten, verstärkt werden.

Die meisten konventionellen Puder werden aus Talkum hergestellt, dieser steht im Verdacht, vor allem wenn er im Intimbereich ständig eingesetzt wird, Eierstockkrebs auszulösen. Talkum wird aus Talkgestein gewonnen und nach der Reinigung feinst vermahlen, die winzigen Partikel werden als ähnlich toxisch wie Asbest eingestuft, insbesondere, wenn sie eingeatmet werden. Eine Zumutung für Babys und auch für deren junge Eltern. Wer englisch lesen kann, findet auf der Seite der American Association for Cancer Research (klick!) einige wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Risiko von krebs durch Talkum befassen.

So oder so ein guter Grund, bei Groß und Klein auf pflanzlichen Puder aus Reispulver umzusteigen!

palliativpflege mit wärme, düften und mehr


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor gut vier Jahren, im Januar 2012, habe ich hier ein wundervolles und nützliches Buch für Pflegende, die im Bereich der komplementären, ganzheitlichen Palliativpflege tätig sind, vorgestellt. Der Haken war nur: Das Buch ist für uns nicht so gut zu lesen, da die engagierte Verfasserin Niederländerin ist. Ich wurde gefragt, ob es eine Übersetzung gibt, und ich musste leider verneinen. Irgendwann schrieb mir Toke Bezuijen, die liebenswerte Autorin, die eine Duft-Erlebniswoche hier bei mir in Irland besucht hatte, dass sie diesen Kraftakt begonnen hatte. Denn die heimatsprachliche Auflage hat sie im Eigenverlag gestaltet (viel Arbeit, viel Zeit, kein Einkommen).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor einigen Tagen flatterte der wunderbar gelungene Schmetterling nun zu mir, wieder ein Kraftakt, noch mehr Arbeit, noch mehr Zeit, wieder kein Einkommen. Doch herausgekommen ist eine Version, die meiner Meinung noch schöner und übersichtlicher als die niederländische Ausgabe geworden ist. Ich finde, dieses Werk ist eine „Bibel“ für Menschen, die Patient/innen in sehr schmerzhaften und angsterfüllten Phasen pflegen müssen und möchten. Der Titel „Berührt werden durch äußere Anwendungen“ zeigt den Ursprung in der anthroposophischen Medizin und Pflege, in der Toke zu Hause ist. Seit 1978 kombiniert die engagierte Pflegefachfrau ihre Liebe zur Natur mit ihrem Einsatz für menschenwürdige Pflege. Sie wurde an der bekannten Ita Wegman Klinik ausgebildet, ist in den Niederlanden eine der Pionierinnen der anthroposophischen Krankenpflege und arbeitete 18 Jahre in der Eltern- und Kindersprechstunde einer therapeutischen Einrichtung. Sie liebt es, Kinder wie auch Erwachsene mit wärmenden und wohltuenden Wickeln, Kompressen, Einreibungen in schweren Zeiten zu verwöhnen. Darum entwirft sie auch naturbelassene Wickel-Materialien und verkauft sie in ihrem Shop Wikkelfee.nl.

Toke empfiehlt vor allem viele bekannte Fertig-Produkte (mit und ohne ätherische Öle), beispielsweise von Dr. Hauschka und Weleda, als Heil- und Pflegemittel. So kann auch in Pflege-Institutionen, in den das Selber-Mischen mit ätherischen Ölen (noch) nicht erwünscht oder durchsetzbar ist, mit schönen Düften und wirksamen Pflegemöglichkeiten gepflegt werden. Dieses onkologische Pflegekonzept sieht eine höchstmögliche Betreuung der krebskranken Menschen vor, sie sollen berührt werden, sie sollen sich soweit es geht kuschelig und warm fühlen, angenommen, bestens betreut, ernst genommen. Ihnen wird mit Achtung begegnet.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas sehr handliche Buch hat 130 Seiten, ist angenehm zweispaltig gestaltet und mit zart-pastelligen Hintergrund-Illustrationen versehen, die Kapitel werden mit ansprechenden Pflanzenfoto eröffnet. Es beginnt mit einem sehr schönen Vorwort des Oberarztes der Onkologischen Tagesklinik Arlesheim (früher Ita Wegman Klinik) Maurice Orange MSc Clinical Oncology. Die nächsten 20 Seiten widmen sich der Geschichte der äußeren Anwendungen im Speziellen und der Anthroposophischen Pflege im Allgemeinen.

Im zweiten Kapitel beschreibt Toke die Misteltherapie und ihr besonderes Verhältnis bei Tumorerkrankungen. Auf Seite 32 folgt eine Exkursion in die Arbeit mit Wärme: so wichtig, so wohltuend, so sehr vergessen in der Welt der technologisierten Fließband-Medizin. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Haut und mit dem Kokon-Feeling von Wärme und Umhülltwerden, welches so wichtig für die Heilung ist. Ab Seite 49 geht es „auf die Reise“: So fühlen sich PatientInnen während der beHANDlungen, manche dösen oder schlafen gar („Tempelschlaf“), sie schalten ihren Kopf ab, vergessen ihre Ängste und Sorgen, kommen ein Stück entlasteter wieder im Alltag an. Toke empfiehlt, Sie mit einer Tasse Tee oder einem Glas Wasser willkommen zu heißen, sie werden buchstäblich ent-wickelt, bekommen mit diesen Äußeren Anwendungen die Chance, sich aus ihrem krankmachenden Geschehen raus-zu-entwickeln.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAb Kapitel 6 werden die Phasen einer Krebserkrankung erläutert und unterschiedliche Ansätze vorgestellt, wie in Würde und Achtung begleitet werden kann. In der Schockphase nach der Diagnose begegnet man dem Menschen anders als einige Wochen oder Monate später. Sollten alle Behandlungsansätze nicht anschlagen, kann in der palliativen Phase (‚einen Mantel umlegen‘) immer noch genügend getan werden, damit der betroffene Mensch seinen Abschied vorbereiten kann und sich noch so wohl in seiner Haut fühlen kann wie möglich.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBemerkenswert finde ich das 7. Kapitel, in dem Toke sich auch um die Angehörigen kümmert. Das ist möglicherweise sogar der wichtigste Teil der Palliativpflege, denn die Erkrankten können sich oft eher mit ihrem Weg versöhnen als die Familie. Danach, auf Seite 68, startet der Repertorium-Teil des Buches, den übrigens die deutsche Pflegefachfrau Gisela Blaser begleitet hat: Das sind übersichtliche seitenfüllende Tabellen für alle vorher erwähnten Phasen der Krebserkrankung mit klaren Anweisungen und Dosierungsempfehlungen. Mir gefällt, dass Toke ihr Buch so knapp wie möglich und doch so ausführlich wie nötig geschrieben hat. Sie schließt ihr Werk mit einem Zitat des Künstlers Joseph Beuys: „die Mysterien finden am Hauptbahnhof statt„. Sie versteht seine Worte so, dass Mysterien (kleine Wunder) in der Öffentlichkeit stattfinden, wir uns jedoch nicht getrauen, sie als Mysterien anzuerkennen.

http://www.lenmedhealth.com/news/entry/international-nurses-day-2015Toke schreibt, dass es an der Zeit ist, in der Pflege vieles zu ändern. Getreu dem Motto des International Nurses Day 2015: „Nurses: a force for change. Care effective, Cost effective, improving Health and Wellbeing“ (Krankenpflegende – eine Kraft die Veränderung bewirken kann. Effektiv in der Pflege, kosteneffektiv und sowohl Gesundheit als auch Wohlbefinden verbessernd). Ich wünsche diesem ästhetischen Buch, dass es eine ganz große Verbreitung findet, dass möglichst viele von den wunderbaren Anwendungen umgesetzt werden können, dass sterbende Menschen in Frieden und von Düften und Wärme umhüllt gehen dürfen und dass vielleicht jemand zu Toke sagen wird (wie ich es auf einem meiner Kurse vernahm): „Bei dir haben es die Menschen gut, zu dir möchte ich zum Sterben kommen!“

Das wichtige Werk kann bei Amazon (klick!) für knapp 33 Euro bestellt werden. Auch direkt im Verlag ist es erhältlich, vor allem für InteressentInnen aus Österreich oder andern Ländern, zu denen Amazon nicht liefert. Ich habe inzwischen ein langes Gespräch mit Toke geführt und sie bat mich darauf hinzuweisen, dass bei Bestellungen ab 5 Stück, etwas für Kurse über Wickel und Kompressen, ein Rabatt gewährt wird (danke Toke!).

Nur eines vermisse ich am neuen Buch: Das niederländische Wörtchen ‘Lavendelbloempjes‘, es hört sich einfach entzückend an und viel schöner als nur trocken-deutsch: ‚Lavendel‘! 😉

tropfen pro milliliter in der aromapflege


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZu den Mythen in der Aromatherapie und Aromapflege gehört die Falschzählung, was die Tropfen und Verdünnungen anbelangt. Das würde mich als passionierte Dyskalkulie-Leidende (so eine Art Legasthenie mit Zahlen) nicht weiter stören, doch führt es oft zu wilden Diskussionen. Ich bin immer wieder für’s Ausprobieren statt sich theoretisch den Kopf heiß zu reden. Schon vor vielen Jahren, als ich mein Reiseset mit 100 2ml-Fläschchen ätherischen Ölen füllte, wunderte ich mich, dass ich meistens mindestens 50, wenn nicht sogar 60 oder mehr Tropfen einfüllen konnte. Dann füllte ich über die Jahre viele unterschiedliche Reiseset und immer wieder dasselbe Ergebnis. Doch das kann doch nicht sein, auch ich lehr(t)e doch, dass 20 Tropfen eines ätherischen Öles einen Milliliter ergeben!

Dieser Satz war sicherlich wahr, als ich noch Lernende der Aromatherapie war (Mitte bis Ende der achtziger Jahre) und sicher auch noch, als ich anfing zu unterrichten (1992). Damals gab es wirklich fürchterliche Tropfer, die dicke, fette Tropfen rausließen, teilweise ganz schnell, man konnte sie manchmal kaum abbremsen. Doch Dinge ändern sich. Inzwischen haben die meisten Firmen auf Tropfer umgestellt, die viel feinere Tropfen raus lassen, manchmal ist es dazu je nach Viskosität (zähflüssig oder nicht) eines ätherischen Öle sogar richtig nervig, weil man so lange auf das ersehnte Tröpfchen warten muss.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

So wie es verschiedene Hersteller und Modelle von Tropfern gibt, so können die Tropfer von Öleanbieter zu Öleanbieter minimal variieren. Doch insgesamt sind die Tropfen tatsächlich kleiner geworden. Den meisten guten Anbietern kommt es nicht auf maximale Gewinne und maximale Verschwendung von Seiten der Anwender an. Vielmehr wünschen sie sich alle Inhabern/Geschäftsführer der Firmen, die ich gut kenne und schätze (die Liste steht hier), einen behutsamen und vor allem sicheren Umgang mit den pflanzlichen Kostbarkeiten (die ja teilweise in unverdünnter und/oder oxidierter Form hautreizend sein können).

Erleichert war ich, als ich im Buch Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis des Herausgebers Dr. Wolfgang Steflitsch die seitenlange Tabelle von Gerlinde Engelhardt von der Bahnhof Apotheke in Kempten und von Ingeborg Stadelmann sah, wo die korrekten Tropfenmengen einem Milliliter zugeordnet sind (Seiten 447 bis 451*). Den Auszug aus diesem dicken Buch, dass ich im Oktober 2013 rezensierte, habe ich mal als kleine Tabelle zum ausdrucken (und laminieren) rausgezogen (durch anklicken wird sie etwas größer):

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas Schöne bei unserer traditionellen Falschzählung ist, dass sich fast alle seriösen Aromapflegenden und AromatherapeutInnen im stark unterdosierten Bereich bewegen, das ist gut so. Demzufolge braucht nie jemand Panik zu schieben, wenn ein oder zwei Tropfen eines Öles mehr in die Mischung hüpfen (bis auf bei Zimtöl und anderen phenoligen Ölen oder im Falle von sehr kostenaufwändigen Ölen wie Rose). Ich habe für mein Verdünnungs-Kapitel für die 6. Neuauflage meines Fachbuches in einem dicken französischen Lehrbuch der Aromatherapie nachgeschlagen und noch wesentlich höhere Angaben gefunden: In Frankreich wie auch hier in Irland verwendet man meistens noch viel feinere Tropfeinsätze als im deutschsprachigen Bereich. Ich bleibe in meinem Unterricht bei der veralteten „Formel 20 Tropfen = 1 ml“, schon alleine weil ich mich dran gewöhnt habe und weil es sich auch als Dyskalkulikerin ganz gut rechnen lässt, erläutere jedoch seit einigen Jahren die hier vorgestellte Veränderung.

Wer also seine Rezepturen ganz korrekt herstellen möchte und insbesondere reproduzierbar arbeiten möchte, muss sich einer fein einstellbaren Waage mit Milligramm-Bereich bedienen. Diese sind heutzutage sehr preiswert erhältlich, knapp 15 Euro inklusive eines Kalibriergewichts bei bis zu 100 g zu wiegender Ware und unter 20 Euro, will man Rohstoffe bis 500 g wiegen. Auch prima zum Abwiegen von getrockneten Kräutern, denn für diesen Zweck sind normale Küchenwaagen oft zu grob eingestellt. Im privaten Rühr- und Mixbereich ist so ein Gerät prima, wenn es offizieller wird, muss wohl eher eine teurere Apothekerwaage her. Dann kann man auch besser abwiegen, wie schwer ein einzelner Tropfen ätherisches Öl wiegt, ansonsten schätzt man ganz grob 25 mg

*immer bezogen auf die Tropfeinsätze der Bahnhof-Apotheke in Kempten.

restless legs und hämodialyse


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Fuß- und Beinstreichungen können auch selbst vorgenommen werden, am besten 1 Stunde vor Schlafengehen oder vor „bedenklichen“ Situationen wie einem Kinobesuch.

Egal ob jemand „einfach so“ unter dem Symptom der ‚restless legs‘ (RLS) leidet, oder weil die Ursache am chronischen Versagen der Niere liegt: Es ist ein scheußliches Gefühl, dass sicherlich viele Menschen schonmal irgendwie und kurz erleben ‚durften‘.

Man kann nicht still liegen, die Beine – vor allem die Unterschenkel – kribbeln, sie müssen ständig bewegt werden, Ruhe und Ausruhen werden unmöglich. Ja, beim Versuch der Ruhe tritt das Phänomen erst recht auf, gerne noch gepaart mit Verkrampfungen und Krämpfen. Vor allem Menschen der älteren Semester sind betroffen, aber auch jüngere Personen können von den ‚unruhigen Beinen‘ überfallen werden. Der Schlaf wird immer unerquicklicher, aus Angst, nicht schlafen zu können, kann man nicht mehr entspannen, ein Teufelskreis ist zugange. Darum zählt man diese neurologische Erkrankungen zu den schlafbezogenen Bewegungsstörungen.

Statistiken besagen, dass jede(r) zwanzigste Person unter RLS leidet, das Problem gilt als nicht heilbar. Die Lebensqualität der Betroffenen kann schwer beeinträchtig sein, jedoch medizinisch gesehen gilt RLS als eher harmlos. Medikamente, die den mutmaßlich gestörten Dopamin-Stoffwechsel ansprechen, wie L-Dopa, bringen oft Besserung, können andererseits heftige Nebenwirkungen entwickeln. Dopamin ist ein Botenstoff des Nervensystems. Es wird eine mangelnde Versorgung mit Sauerstoff als Ursache diskutiert. Leichte Bewegung bessert die Symptome meistens sofort.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZunächst sollte mal der Eisenstatus überprüft werden, insbesondere bei Frauen und bei Menschen, die auf das Essen von toten Tieren verzichten und dazu noch wenig Grünzeug verspeisen, können der Eisenhaushalt und auch der Magnesiumhaushalt aus der Balance geraten sein. Billigpräparate sind zu meiden, viele Eisenzubereitungen machen Verstopfung und Bauchschmerzen, simple und billige Sprudeltabletten mit Magnesiumoxid haben keine „Tiefenwirkung“. Wenn kein extremer Eisenmangel vorliegt, kann eine Kur mit dem recht angenehm schmeckende Floradix mit Eisen (klick!) sinnvoll sein, dieses Natur-Mittel kann auch bei Frühjahresmüdigkeit hilfreich sein. Magnesiumcitrat kostet ein Vielfaches von Billigmagnesium vom Discounter, dafür wirkt es erfahrungsgemäß nachhaltiger, es ist beispielsweise als Magnesium Verla Dragees oder als Granulat zum Auflösen und Trinken in jeder Apotheke sowie unter verschiedenen Namen in fast allen Drogeriemärkten erhältlich (man muss das Kleingedruckte auf den Packungen studieren, in den überwiegenden Fällen handelt es sich um Magnesiumoxid). Als auch gut bioverfügbar gelten Magnesiumaspartat und Magnesiumorotat sowie Magnesiumöl*.

Ein Abbauprodukt des Dopamin heißt Homovanillinsäure und damit sind wir schon beim ersten ätherischen Öl (Vanille gibt es korrekterweise gesprochen nur als Extrakt, denn die braunen Schoten werden nicht destilliert). Mit einigen weiteren Molekülen aus Naturdüften, welche in der Pflanzen- und Insektenwelt als Signal- und Botenstoffe eingesetzt werden, kann man bei RLS-Patienten leichte bis enorme Linderung erreichen. Zu den ätherischen Ölen, die mutmaßlich den Dopaminhaushalt regulieren helfen, gehören:

  • Zimtblätter (Cinnamomum zeylanicum)
  • Gewürznelkenknospe (Syzygium aromaticum)
  • Tulsi (Ocimum sanctum)
  • Piment (Pimenta dioica)
  • Bay (Pimenta racemosa)
  • Muskatellersalbei (Salvia sclarea)
  • Ingwer (Zingiber officinalis)
  • Vitex agnus castus (Mönchspfeffer, Keuschlamm)

Studien zur dopamin-modulierenden Wirkung dieser ätherischen Öle:

  • Kabuto H, Yamanushi TT: Effects of zingerone [4-(4-hydroxy-3-methoxyphenyl)-2-butanone] and eugenol [2-methoxy-4-(2-propenyl)phenol] on the pathological progress in the 6-hydroxydopamine-induced Parkinson’s disease mouse model. Neurochem Res. 2011 Dec;36(12):2244-9.
  • Seol GH, Shim HS, Kim PJ, Moon HK, Lee KH, Shim I, Suh SH, Min SS: Antidepressant-like effect of Salvia sclarea is explained by modulation of dopamine activities in rats. J Ethnopharmacol. 2010 Jul 6;130(1):187-90.
  • Kabuto H, Tada M, Kohno M: Eugenol[2-methoxy-4-(2-propenyl)phenol] prevents 6-hydroxydopamine-induced dopamine depression and lipid peroxidation inductivity in mouse striatum. Biol Pharm Bull. 2007 Mar;30(3):423-7.
  • Meier B, Berger D, Hoberg E, Sticher O, Schaffner W: Pharmacological activities of Vitex agnus-castus extracts in vitro. Phytomedicine. 2000 Oct;7(5):373-81.

Eine ganz neue klinische Studie wurde im Dezember veröffentlicht: Man hat 70 PatientInnen zwischen 18 und 65 Jahren, die aufgrund von Nierenversagen dialysepflichtig waren (mindestens seit einem halben Jahr und mindestens zweimal wöchentlich) und gleichzeitig an RLS litten, in zwei Gruppen geteilt. Die Hälfte der Personen erhielt Lavendelöl-Streichungen, die andere Hälfte die übliche Pflege und Beachtung. Bei der Lavendel-Gruppe wurden drei Wochen lang, zweimal pro Woche 10 Minuten lang beide Beine von der Fußsohle bis zum Knie mit sanften Streichungen behandelt (immer eine Stunde nachdem mit der Dialyse begonnen wurde). Das Lavendelöl wurde 1.5%ig in Trägeröl verdünnt. Am Start des Experimentes war der Beschwerde-Index bezüglich RLS nicht sehr unterschiedlich (p = 0.76). Am Ende der Studie nahmen in der Lavendelgruppe die RLS-Symptome signifikant ab (p < 0.0001), im Gegensatz zur nicht behandelten Gruppe. Die iranischen Autoren folgern: Lavendelölmassage ist sinnvoll um RLS-Symptome von Hämodialyse-PatientInnen zu verbessern. Es gibt keine unerwünschten Nebeneffekte, die Behandlung ist gut und einfach durchzuführen und sie ist kostengünstig.

  • Hashemi SH, Hajbagheri A, Aghajani M: The Effect of Massage With Lavender Oil on Restless Leg Syndrome in Hemodialysis Patients: A Randomized Controlled Trial. Nurs Midwifery Stud. 2015 December; 4(4): e29617.
Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Echter Majoran (Origanum majorana)

Die Original-Arbeit kann hier kostenlos herunter geladen werden. Da auch schwangere Frauen zeitweilig unter diesen Symptomen leiden können, wären die in der Studie erwähnten Streichungen nur mit Lavendelöl empfehlenswert. Oder es wird zusätzlich Vanille-Extrakt in das Massageöl gegeben. Rosengeranie und Lemongrass sind auch einen Versuch wert. Wenn die Neigung zur Verkrampfung der Beine und richtige Krämpfe vorliegen, kann ein Tropfen des echten Majoranöles (Origanum majorana) unverdünnt oder wenig verdünnt in Johanniskraut-Mazerat oder Olivenöl aufgetragen wertvolle Erste Hilfe leisten. Es wird von empfindlichen Menschen und schwangeren Frauen gut vertragen, sollte jedoch nicht mit ‚Spanischem Majoran‘ verwechselt werden, der ein Thymian ist (Thymus mastichina).

Wem das Mischen zu umständlich ist, kann sein Glück mit einem Fertigprodukt versuchen: Professor Dr. Dietrich Wabner hat zusammen mit einem Apotheker eine Ölemischung entwickelt, die bereits an einigen Kliniken angewendet wird: ‚Silent Legs‘ kann hier (klick!) bestellt werden. Dieser Mix enthält Immortelle, Lavendel, Rosengeranie, Schafgarbe und Zypresse in Johanniskraut-Mazerat (Rotöl).

magnesium_oil_better_you*PS. Im deutschsprachigen Raum fast noch nicht angekommen ist die Anwendung von Magnesiumöl (auch Zechstein Magnesiumchlorid genannt), das äußerlich auf die Haut aufgetragen wird und so besonders intensiv wirken soll. Seit ich deutlich weniger Schokolade esse (die in guten und dunklen Qualitäten eine sinnvolle Quelle von Magnesium ist), neige ich zu gelegentlichen Wadenkrämpfen. Ich fand dieses Magnesiumöl von der britischen Firma BetterYou (klick! deutsche Bestellmöglichkeit) in unserem lokalen (irischen) Bioladen und verwende es nun seit fast einem Jahr fast täglich. Es ist dezent mit beruhigend wirksamen ätherischen Ölen angereichert (Muskatellersalbei, Kamille und Bergamotte). Da ich das eigenartige etwas stumpfe, nicht wirklich ölige Gefühl auf der Haut nicht mag, sprühe ich es einfach in eine Portion Bio-Bodylotion auf meiner Hand, verrühre mit beiden Händen und trage die Mixtur auf beiden Beinen auf. Die 100-ml-Flasche reicht laut Hersteller für 800 Anwendungen, also für 2 Jahre, wenn man es täglich einreibt, das glaube ich gerne, meine Flasche ist noch fast halb voll. Es gibt interessanterweise schon Bücher zum Thema auf deutsch, beispielsweise von der Ärztin und Salzspezialistin Dr. Barbara Hendel: Das Magnesium Buch (klick!).