auch darmkrebszellen reagieren auf riechmoleküle


RUB Duftforschung - neue Riechrezeptoren in menschlichen Hautzellen

Prof. Dr. Hatt ist regelmäßig ein spannend vortragender Gast auf Aromatherapie-Konferenzen, hier schnuppert sich durch Düfte

Regelmäßig hören wir von neuen Erkenntnissen vom kreativen Team von Zellphysiologen rund um Professor Hanns Hatt. Zusammen mit Dr. Lea Weber ging es um Darmkrebszellen, welche durch die Begegnung mit dem Riechstoff des Lisgusterstrauches anfangen zu schrumpfen (viele haben den Liguster zu Hause als Hecke, alle Harry Potter-Fans wissen, dass er im Ligusterweg 4 wohnt 😉 ) [im Dezember 2016 ging es hier um die Entdeckung dieses Teams von Wissenschaftlern, dass Caspaicin das Wachstum von Bruskrebszellen dämpft]. Die aktuelle Pressemeldung der Ruhr-Universität Bochum:

RIECHREZEPTOREN
Neue Angriffsziele in Darmkrebszellen entdeckt

Diese Ergebnisse aus der Riechforschung könnten zu einem weiteren Therapieansatz verhelfen.
Das Wachstum von Darmkrebszellen lässt sich mit dem Duftstoff Troenan bremsen. Das berichten Forscher um Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt und Dr. Lea Weber von der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift „PLOS One“. Die Wissenschaftler entdeckten in Tumorzellen aus dem Enddarm den Riechrezeptor OR51B4. Sie analysierten, welcher Duftstoff den Rezeptor aktiviert und wie sich die Aktivierung auf die Zellen auswirkt.

Das Team vom Bochumer Lehrstuhl für Zellphysiologie kooperierte für die Studie mit der Abteilung für Molekulare Gastroenterologische Onkologie der Ruhr-Universität, die Prof. Dr. Stephan Hahn leitet. Die erforderlichen Gensequenzierungen führte das Team vom Cologne Center for Genomics durch.

Ligusterblüte_xs

Die Blüte von Ligustrum vulgare

Blütenduft aktiviert Rezeptor
Riechrezeptoren wurden bereits in verschiedenen gesunden Geweben und Krebsgeweben nachgewiesen. Nun fanden die Bochumer Forscher den Rezeptor OR51B4 in großen Mengen in Darmkrebszellen. Sie identifizierten das Molekül Troenan als Aktivator für OR51B4. Es duftet nach Liguster, einer Strauchpflanze, die häufig als Hecke genutzt wird.

Im nächsten Schritt behandelten die Wissenschaftler Krebszellen der Zelllinie HCT116 und Tumorgewebeproben von Patienten mit Troenan. Das Ergebnis: Die Zellen wuchsen nicht mehr so schnell und bewegten sich langsamer als zuvor – ein Hindernis für die Bildung von Metastasen. Außerdem starben durch die Troenan-Behandlung vermehrt Krebszellen ab. In weiterführenden Experimenten mit Mäusen, die den menschlichen Tumor ausbildeten, konnten die Duftwirkungen inzwischen bestätigt werden.

Potenzieller Ansatz für Therapie
Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung, an der mehr als sechs Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens leiden. Bei dem in der vorliegenden Studie verwendeten Material handelte es sich um kolorektale Tumoren, die 95 Prozent der bösartigen Darmtumoren ausmachen und die häufigste Ursache für Todesfälle durch Darmkrebs sind. Die Heilungschancen, wenn Ärzte einen solchen Tumor chirurgisch entfernen, liegen bei 50 Prozent. Sie hängen entscheidend vom Krankheitsstadium ab, in dem der Darmkrebs entdeckt wird. Eine gezielte pharmakologische Behandlung gibt es bisher nicht, nur die allgemeine Chemotherapie.

„Wir gehen davon aus, dass unsere Ergebnisse einen neuen Ansatz für die Darmkrebstherapie ermöglichen könnten“, sagt Hanns Hatt. Die Tumoren seien häufig vom inneren Hohlraum des Darms zu erreichen. „Daher ist denkbar, dass eine orale oder rektale Aufnahme den Duftstoff Troenan in den wirksamen Konzentrationen direkt an den Tumor bringen würde. Hierzu sind allerdings noch klinische Studien mit Patienten notwendig“, so Hatt weiter.

Die Originalveröffentlichung vom 8. März 2017 in PLOS One: Lea Weber, Klaudia Al-Refae, Juliane Ebbert, Peter Jägers, Janine Altmüller, Christian Becker, Stephan Hahn, Günter Gisselmann, Hanns Hatt: Activation of odorant receptor in colorectal cancer cells leads to inhibition of cell proliferation and apoptosis (hier kann sie gelesen und runtergeladen werden). Abbildung Prof. Hatt: Ruhr-Universität, Abbildung Liguster: Andrew Butko

ätherische öle bei vermindertem speichelfluss wegen karzinombehandlung


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIn einer kleinen randomisierten, kontrollierten Studie bei Patienten die an differenzierten Schilddrüsenkarzinomen litten, konnte gezeigt werden, dass die Inhalation mit einer Mischung aus Zitronenschalenöl (destilliert) und Ingweröl den gestörten Speichelfluss anregen konnte. Somit konnte sich die Ernährungssituation der Patienten verbessern.

Es handelte sich um 71 japanische PatientInnen, die Probleme mit dem Speichelfluss nach der der Entfernung der Schilddrüse und der danach üblicherweise folgenden Radiojodtherapie (RJT/RIT) hatten. Diese unangenehme bis sehr schmerzhafte Folge der Behandlung tritt bei 11 bis 67 Prozent der erkrankten und behandelten Menschen auf (Sialadenitis).

Die zufällig ausgewählten PatientInnen wurden zwischen Juni 2014 und März 2016 rekrutiert und dann in zwei Gruppen eingeteilt (35 bzw 36 Personen;25 Frauen, 10 Männer). Statistisch gesehen erkranken mehr Frauen als Männer an diesen Tumoren der Schilddrüse (in drei von vier Fällen erwischt es Frauen), die jedoch insgesamt sehr gute Heilungschancen haben. Allerdings erwartete man für 2016 Neudiagnosen bei 64.300 Menschen allein in den USA (warum schreiben die japanischen Forscher nicht über Erkrankungen in ihrem Land, in dem Teile aufgrund des Nuklearunglücks von Fukushima radioaktiv verseucht sind?…).

Die aktive Gruppe (Alter: 35-78 Jahre) inhalierte das Ätherisch-Öl-Gemisch 14 Tage lang für 10 Minuten jeweils vor den Mahlzeiten. Die Kontrollgruppe inhalierte Wasser (Alter 30-86 Jahre;30 Frauen, 6 Männer). Die Aktivität und Effektivität der Ohrspeicheldrüsen und der Unterkieferspeicheldrüsen wurde vor und nach den Interventionen ermittelt, diese verbesserte sich bei der „Duftgruppe“ signifikant (𝑃 < 0,05). Die Autoren dieses Experiments, was nicht sehr befriedigend beschrieben ist (man erfährt nicht, ob jeweils mit 1 ml Zitronenöl und 0,5 ml Ingweröl oder nur einem Teil davon inhaliert wurde), diskutieren am Ende ihrer Arbeit, dass auch Pfefferöl die gewünschten Ergebnisse liefern könnte.

Dennoch meine ich, erhalten wir durch diese kleineStudie eine nützliche Anregung, welche die bereits durchgeführte Anwendung von Zitronensaft zur Anregung des Speichelflusses, ergänzen könnte. Die Arbeit: Nakayama M, Okizaki A, Takahashi K. A Randomized Controlled Trial for the Effectiveness of Aromatherapy in Decreasing Salivary Gland Damage following Radioactive Iodine Therapy for Differentiated Thyroid Cancer. Biomed Res Int. 2016;2016:9509810 ; sie kann hier (klick) kostenlos runter geladen werden.

PS. Heute sind 1500 Abonnenten dieser Informations-Seite erreicht, und noch ein ‚like‘ fehlt zur Zahl 4500 auf meiner Aromatherapie-Facebook-Seite. Vielen Dank für die vielen treuen LeserInnen und ein ganz besonderer Dank geht an die Personen, die auch ab und zu kommentieren und meine Arbeit mit Tipps, Adressen und Erfahrungen ergänzen (dann stehe ich nicht so alleine da!).

aromapflege bei riechenden tumoren


Eukalyptusblüte

Eukalyptusblüten: Die Deckel einiger Kapseln öffnen sich

Kann man in der Palliativmedizin etwas gegen den üblen Geruch, den zerfallende Tumore abgeben, unternehmen? Gestern und heute lief mir diese Frage über den Weg, darum hole ich diesen sieben Jahre alten Blog-Artikel hoch. Betroffene, Angehörige und vor allem Pflegende leiden sehr unter Tumorgerüchen und fühlen sich gar abgestoßen. Die Belastung ist enorm, denn Geruchsekel gehört zu den ältesten Emotionen, die den Menschen vor Gefahren, vor Tod, Verwesung, gefährlichem Zerfall durch Mikroorganismen sollen. Der Mensch, der sowas riechen muss, ist ständig in Abwehrstress, das Unbewusste befindet sich im Alarm-Bereitschafts-Modus. Neben einer oder zwei breitflächigen Schalen mit Kaffeebohnen, die den Geruch ein wenig absorbieren und neutralisieren, könnte man eine ähnliche Mischung wie das unten beschriebene Fertigprodukt herstellen (lassen).

Diese Frage nach der Linderung von Tumorgerüchen wurde nämlich bereits wissenschaftlich beleuchtet, als sich vor circa 15 Jahren auch ein Team von Wissenschaftlern rund um PD Dr. Dr. Patrick Warnke von der Universität Kiel und der Bond University In Australien (Robina, Queensland) damit beschäftigten. Sie kreierten und testeten eine Ätherisch-Öl-Mischung namens Kielmix®. (Leider ist das Produkt nicht mehr auf der australischen hersteller-Seite gelistet, es scheint gänzlich aus dem Internet verschwunden).

Diese Mischung wurde von Medizinern auf stinkende Krebstumore gegeben. Die Idee war zunächst, einfach die Gerüche zu reduzieren, indem die Ausbreitung der Zerfallsbakterien eingedämmt werden sollte. Die erfreuliche Nebenwirkung war, dass die Wunden begannen, Zeichen von Heilung zu zeigen, der Bakterienbefall ging wirklich zurück (auch MRSA) und dass sogar bei einigen Patienten das Tumorwachstum sich verlangsamte. Kielmix® enthält laut Herstellerfirma:

  • Eukalyptusöl 136mg
  • Teebaumöl 131mg
  • Lemongrassöl 86mg
  • Zitronenöl 71mg
  • Gewürznelkenöl 73mg
  • Thymianöl 26mg
  • Ethanol (Weingeist) 347mg

Es wäre mit etwas mehr gesundem Menschenverstand und vor allem mit mehr Aufgeschlossenheit so einfach, in der heutigen Zeit einfach ein paar Labore zu bemühen, um diese Rezepturen und Fallbeschreibungen zu verifizieren, die Mischungen ggfs. den betreffenden Umständen anzupassen, sie beispielsweise mit Jojobaöl und Johanniskrautöl anzufertigen. So könnte man den betroffenen MENSCHEN wirklich helfen, ihre ohnehin oft höllenmäßig empfundene Situation besser zu ertragen. Welcher Mensch ist schon gerne pflegebedürftig und muss sich obendrein auch noch für eklige Ausdünstungen schämen… Die obigen ätherischen Öle sind übrigens allesamt preiswert, selbst wenn sie von hervorragender Quelle stammen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Lemongrass in Brasilien

[Stephan T. Becker, Eugene Sherry, Sureshan Sivananthan, Harald Essig, Jörg Wiltfang, Ingo N. Springer, Joachim Bredée, Patrick H. Warnke. Behandlung fötider Tumorulzerationen mit ätherischen Ölen (KIELMIX®) in der Palliativmedizin · Zeitschrift für Phytotherapie 06/2006] Probeheft dieser Fachzeitschrift aus dem Hippokrates Verlag: MVS Medizinverlage Stuttgart. Ein kleiner Bericht aus der renommierten Onkologie-Fachzeitschrift ‚Journal of Clinical Oncology‘ ist hier (in englischer Sprache) nachzulesen. Der gesamte Artikel in deutscher Sprache ist für knapp 30 britische Pfund hier online zu bestellen und runterzuladen.

Inzwischen haben Prof. Warnke und sein Team auch eine Reihe von ätherischen Ölen gegen diverse krankenhausübliche und antibiotikaresistente Bakterien- und Hefestämme durchgetestet und für eine preiswerte, effektive und „vielversprechende Kraft“ befunden. Sie testen die ätherischen Öle von Eukalyptus, Teebaum, Thymian (weiß ?), Lavendel, Zitrone, Lemongrass, Zimt, Grapefruit, Nelkenknospe, Sandelholz, Pfefferminze, Kunzea und Salbei  [Warnke PH, Becker ST, Podschun R, Sivananthan S, Springer IN, Russo P A, Wiltfang, J, Fickenscher H, Sherry E (2009). The battle against multi-resistant strains: Renaissance of antimicrobial essential oils as a promising force to fight hospital-acquired infections. Journal of craniomaxillofacial surgery, 37(7), 392-397

PS Wer ein kritisches, jedoch sehr lesenswertes  Buch eines Gynäkologen lesen möchte: Wirtschaftfaktor Brustkrebs von Prof. Dr. Franz Fischl der seine Ordination nach etlichen Jahren an der Uni Mainz in Wien (am AKH) hat.

schärfemolekül bremst wachstum von brustkrebszellen


RUB;  RiechforschungEinige Tage vor Weihnachten veröffentlichte ein Team um den sicher vielen meiner LeserInnen bekannten Professor Hanns Hatt der Ruhr-Universität Bochum folgende spannende Pressemeldung:

„Der Geschmacksstoff Capsaicin macht Peperoni scharf. Ein feuriges Geschmackserlebnis ist aber längst nicht die einzige Wirkung, die er auf den Körper haben kann. Capsaicin, ein Inhaltsstoff von scharfen Substanzen wie Peperoni oder Pfeffer, hemmt das Wachstum von Brustkrebszellen. Das berichtet ein Team um den Bochumer Duftforscher Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt und Dr. Lea Weber nach Experimenten an kultivierten Zellen. In der Zeitschrift „Breast Cancer – Targets and Therapy“ stellen die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum ihre Ergebnisse vor, gemeinsam mit Kollegen der Augusta-Kliniken Bochum, des Herz-Jesu-Krankenhauses Dernbach sowie dem Kölner Zentrum für Genomik.

Die Versuche erfolgten mit der Zelllinie SUM149PT, die ein Modellsystem für eine besonders aggressive Brustkrebsform ist, den Triple-negative-Typ. Für diese Krebsart ist die Chemotherapie derzeit die einzige mögliche Behandlung.

Besonders häufiger Rezeptor

In den kultivierten Zellen fand das Team eine Reihe klassischer Riechrezeptoren. Besonders häufig vertreten war aber vor allem ein Rezeptor, der sonst im fünften Hirnnerv, dem Nervus trigeminus, vorkommt. Er gehört zu den sogenannten Transient-Receptor-Potential-Kanälen und trägt den Namen TRPV1. Neben dem Schärfemolekül Capsaicin aktiviert auch Helional – ein Duft nach frischer Meeresbrise – diesen Rezeptor.

In Kooperation mit Privatdozentin Dr. Gabriele Bonatz vom Brustzentrum der Augusta-Kliniken Bochum bestätigte Hatts Team die Existenz von TRPV1 in Tumorzellen in neun verschiedenen Burstkrebsproben.

Krebszellen sterben ab

Die Forscher aktivierten den TRPV1-Rezeptor in Zellkultur mit Capsaicin oder Helional, indem sie die Stoffe für mehrere Stunden oder Tage zu der Kultur hinzugaben. Dadurch vermehrten sich die Krebszellen langsamer. Außerdem starben durch die Behandlung verstärkt Tumorzellen ab. Die überlebenden Zellen waren zudem nicht mehr in der Lage, sich so schnell zu bewegen wie zuvor; das lässt darauf schließen, dass sie im Körper schlechter Metastasen bilden könnten.

„Wenn wir den TRPV1-Rezeptor gezielt durch Medikamente anschalten könnten, könnte sich ein neuer Ansatz für die Behandlung dieser Krebsform ergeben“, sagt Hanns Hatt. Eine Aufnahme über die Nahrung oder durch Einatmen reicht dazu nicht aus.

Wirksam in Mäusen

Die Chemikalie Arvanil – chemisch ähnlich zum Schärfemolekül Capsaicin – hatte sich in früheren Studien anderer Gruppen bereits als wirksam gegen Hirntumoren bei Mäusen erwiesen; sie reduzierte das Tumorwachstum in den Tieren. Aufgrund zu starker Nebenwirkungen ist diese Substanz aber nicht für Menschen zugelassen. Neben Capsaicin und Helional aktivieren auch die körpereigenen Endovanilloide den TRPV1-Rezeptor.“

Die komplette Veröffentlichung: Lea V. Weber, Klaudia Al-Refae, Gerhard Wölk, Gabriele Bonatz, Janine Altmüller, Christian Becker, Günter Gisselmann, Hanns Hatt: Expression and functionality of TRPV1 in breast cancer cells, in: Breast Cancer – Targets and Therapy, 2016. © des Fotos: Ruhr-Universität Bochum

PS. Es kann noch zwei Tage an der Verlosung der drei kostbaren Roll-on’s der Firma Tazeka mitgemacht werden, zum Teilnehmen kann der ansprechendste Name der Roll-on’s  als Kommentar zum Verlosungstext (klick!) aufgeschrieben werden.

puder selbst herstellen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Reispulver

Wie versprochen, geht es weiter mit Mitbringseln aus meiner „Fliegenden Wundertüte“. Ich war auf meiner Seminarereise begeistert von einer klasse Möglichkeit, feinsten Körper- oder Babypuder herzustellen. Nichts ist einfacher! Noch angenehmer, als Mais- oder Kartoffelstärke zu verarbeiten, wie ich es bislang kannte, ist Reispulver zu Puder zu verarbeiten. Ich kannte bislang allerdings eher eine etwas miefige Bio-Qualität, die schon beim Eintreffen etwas ranzig roch, dafür habe ich ein viel zu feines Näschen. Umso begeisterter war ich, als Evelyn Deutsch mir das samtige Reispulver (klick!) zeigte, das man in zwei Minuten in einen Luxuspuder verwandeln kann. Ich bin so eine Pudertante, vor allem seit ich keine Chemiedeos mehr verwende, ist Puder eine wunderbare Möglichkeit, sich nach schweißtreibenden Tätigkeiten auf die Schnelle wieder frisch zu machen.

Man gibt einfach einige Tropfen ätherisches Öl in eine gebrauchte oder neue Puderdose (notfalls tut es sogar ein gläserner ausgedienter Kräuter- oder Gewürzstreuer mit feinen Öffnungen), beispielsweise 15 Tropfen Iris 1%ig, oder 2 Tropfen Rose mit 2 Tropfen Rosengeranie/Palmarosa. Auch 5 Tropfen Lavendel und 2 Tropfen Vetiver sind fein, sie duften wesentlich herber. Für ein Baby reicht 1 Tropfen Rosenöl, eventuell noch mit 2-3 Tropfen Bio-Vanilleextrakt. Die Wände der Dose oder des Glases gleichmäßig mit den Naturdüften benetzen, Reispulver einfüllen, gut vermischen, einige Tage ziehen lassen.

Das Reispulver ist prima geeignet, wenn man die Haut von krebsauslösender Mineralöl-„Kosmetik“ auf Naturkosmetik umstellen möchte, es bindet Haut-Ausscheidungen wie Fett, Feuchtigkeit und eventuell nicht verträgliche Übersäuerungs-Ausscheidungsprodukte. Mineralöle und die sie begleitenden MOAHs, die Hautbestandteile von konventionellen Pflegeprodukten, stehen immer mehr im Verdacht, sich im Körper anzureichern (vor allem wenn sie wie bei Lippenpflegestiften und Lippenstiften „gegessen“ werden, dazu kann auch hier nachgelesen werden).

Das fein-samtige Reispulver wirkt leicht kühlend, beruhigend und kann helfen, kleine Entzündungen auf der Haut zu reduzieren. Das ist ein ideales Einsatzgebiet für bettlägerige PatientInnen, vor allem wenn sie stark schwitzen, heftige Medikamente nehmen müssen und intertrigo-gefährdet sind (Hautprobleme an Stellen, wo Haut auf Haut scheuert wie in Fettfalten oder unter der weiblichen Brust). Mit Rosenhydrolat kann man die Reste später schonend reinigen und die Pflegewirkung unterstützen.

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Bärlapp-Sporen

Wenn entzündliche und ekzematische Haut mit Puder gepflegt wird, kann die Wirkung durch den Zusatz von einem Teelöffel der seidenweichen Bärlapp-Sporen (klick! Lycopodium clavatum), welche etwas Schwefel enthalten, verstärkt werden.

Die meisten konventionellen Puder werden aus Talkum hergestellt, dieser steht im Verdacht, vor allem wenn er im Intimbereich ständig eingesetzt wird, Eierstockkrebs auszulösen. Talkum wird aus Talkgestein gewonnen und nach der Reinigung feinst vermahlen, die winzigen Partikel werden als ähnlich toxisch wie Asbest eingestuft, insbesondere, wenn sie eingeatmet werden. Eine Zumutung für Babys und auch für deren junge Eltern. Wer englisch lesen kann, findet auf der Seite der American Association for Cancer Research (klick!) einige wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Risiko von krebs durch Talkum befassen.

So oder so ein guter Grund, bei Groß und Klein auf pflanzlichen Puder aus Reispulver umzusteigen!

aromapflege-patientenratgeber bei krebs


AromatherapieIch war lange unterwegs und habe viele interessante und neue Duft-Dinge mitgebracht. Nun werde ich versuchen, diese nach und nach hier vorzustellen. Von fantastischem Reispulver, mit dem man feine Körperpuder herstellen kann über den besten nachhaltig wachsenden Rosenholzöl-Ersatz, der mir je unter die Nase gekommen ist. Dazu ein völlig neuartiger Ansatz zum Inhalieren von befreienden Duftstoffen, ein neues fein-frisches Naturparfüm und ein feines Heftchen für kranke Menschen – all das enthält dieses Mal meine „fliegende Wundertüte“, wirklich großartige neue Produkte.

Ich fange bei der Broschüre von Yvonne Bonertz aus der Nähe von Trier an, welche sie als ihre Abschlussarbeit ihrer Aromapflege-Ausbildung bei Sabrina Herber von Vivere Aromapflege zusammen gestellt hat. Yvonne ist auf der onkologischen Station im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier für die praktische Umsetzung der Aromapflege zuständig. Sie ist seit über 15 Jahren als examinierte Krankenschwester in verschiedenen Fachbereichen tätig. Ihre Freude am ganzheitlichen Arbeiten mit Menschen führte sie zu den ätherischen Ölen. Die vielfältigen Möglichkeiten der Naturdüfte faszinierten sie so sehr, dass sie eine Fachausbildung zur Aromapflegerin und zusätzlich die Ausbildung als Aroma-Gesundheitspraktikerin (BfG) absolvierte; sie ist nun Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für alternative Medizin (DGAM).
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBonerz_YvonneEs war und ist Yvonne ein Anliegen, ihren schwer kranken und oft verzweifelten PatientInnen eine konkrete Hilfestellung an die Hand zu geben, und aufzuzeigen, wie sie sich mit ätherischen Ölen bei den diversen unangenehmen Begleiterscheinungen der konventionellen Krebs-Therapie helfen können. Ihr Ziel ist die fachliche Begleitung mit ätherischen Ölen, als wichtige zusätzliche Möglichkeit zur Gesundheitserhaltung.

Mir ist sehr positiv aufgefallen, dass auf den knapp 40 wunderschön gestalteten Seiten „nur“ das Allerwichtigste erläutert wird. So werden die sicherlich meistens sehr verstörten und deprimierten PatientInnen, die an Tumoren erkrankt sind, nicht überfordert. Die Broschüre macht wirklich Lust zum Blättern und Lesen und ehe man es realisiert, hat man über drei Dutzend sympathische Seiten und klasse Rezeptideen zur Kenntnis genommen. Am Anfang wird ganz kurz erläutert, was ätherische Öle, fette Öle und Hydrolate überhaupt sind und wie sie über die Haut aufgenommen werden. Die folgenden acht kleinen Abschnitte sind nach möglichen häufig auftretenden Beschwerden geordnet, also viele Probleme, die als Begleitung der aggressiven Behandlungen auftreten können, und wie sie mit ätherischen Ölen, Hydrolaten und fetten Pflanzenölen vermindert werden können:

  1. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHaut: Rötung & Juckreiz, Hand-Fuß-Syndrom, Bestrahlung, Ödeme
  2. Mund- und Schleimhäute: Speichelfluss, schlechter Geschmack, Schmerzen
  3. Magen & Darm: Übelkeit, Erbrechen, Stuhlverstopfung, Durchfall, Blähungen
  4. Blase & Intimbereich: Harnverhalt, Entzündungen, Intimpflege
  5. Atemwege: Hilfe beim Durchatmen
  6. Bewegungsapparat: Schmerzen und Schutz
  7. Kopf: Kopfschmerzen und Konzentrationsförderung
  8. Psyche: Müdigkeit, Ängste, Entspannung, Sexualität

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie„Mir ist es wirklich eine Herzensangelegenheit, dass nur soviel Info drin steht, dass jeder Laie sich auch traut, etwas auszuprobieren“ sagt Yvonne und ich denke, dieser Ansatz ist ihr hervorragend gelungen. Diese Broschüre wird sicher ein wertvoller Begleiter von ganz vielen PatientInnen und deren Angehörigen werden. Für die in liebevoller Handarbeit hergestellte Kleinauflage fällt eine Schutzgebühr von 8 Euro pro Stück an, dazu kommen 2,00 Euro Versand innerhalb Deutschlands oder 4,50 Euro innerhalb EU. Für Bestellungen kann eine E-Mail an Yvonne geschickt werden [aroma-vita (at) gmx . de bitte korrekt ausschreiben, Spamschutz] oder unten auf ihrer Website www.aroma-vita.de ein Bestellformular ausgefüllt werden. Nach Erhalt der Bankverbindung wird vorab überwiesen, nach Eintreffen des Betrages wird sofort versendet.

palliativpflege mit wärme, düften und mehr


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor gut vier Jahren, im Januar 2012, habe ich hier ein wundervolles und nützliches Buch für Pflegende, die im Bereich der komplementären, ganzheitlichen Palliativpflege tätig sind, vorgestellt. Der Haken war nur: Das Buch ist für uns nicht so gut zu lesen, da die engagierte Verfasserin Niederländerin ist. Ich wurde gefragt, ob es eine Übersetzung gibt, und ich musste leider verneinen. Irgendwann schrieb mir Toke Bezuijen, die liebenswerte Autorin, die eine Duft-Erlebniswoche hier bei mir in Irland besucht hatte, dass sie diesen Kraftakt begonnen hatte. Denn die heimatsprachliche Auflage hat sie im Eigenverlag gestaltet (viel Arbeit, viel Zeit, kein Einkommen).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor einigen Tagen flatterte der wunderbar gelungene Schmetterling nun zu mir, wieder ein Kraftakt, noch mehr Arbeit, noch mehr Zeit, wieder kein Einkommen. Doch herausgekommen ist eine Version, die meiner Meinung noch schöner und übersichtlicher als die niederländische Ausgabe geworden ist. Ich finde, dieses Werk ist eine „Bibel“ für Menschen, die Patient/innen in sehr schmerzhaften und angsterfüllten Phasen pflegen müssen und möchten. Der Titel „Berührt werden durch äußere Anwendungen“ zeigt den Ursprung in der anthroposophischen Medizin und Pflege, in der Toke zu Hause ist. Seit 1978 kombiniert die engagierte Pflegefachfrau ihre Liebe zur Natur mit ihrem Einsatz für menschenwürdige Pflege. Sie wurde an der bekannten Ita Wegman Klinik ausgebildet, ist in den Niederlanden eine der Pionierinnen der anthroposophischen Krankenpflege und arbeitete 18 Jahre in der Eltern- und Kindersprechstunde einer therapeutischen Einrichtung. Sie liebt es, Kinder wie auch Erwachsene mit wärmenden und wohltuenden Wickeln, Kompressen, Einreibungen in schweren Zeiten zu verwöhnen. Darum entwirft sie auch naturbelassene Wickel-Materialien und verkauft sie in ihrem Shop Wikkelfee.nl.

Toke empfiehlt vor allem viele bekannte Fertig-Produkte (mit und ohne ätherische Öle), beispielsweise von Dr. Hauschka und Weleda, als Heil- und Pflegemittel. So kann auch in Pflege-Institutionen, in den das Selber-Mischen mit ätherischen Ölen (noch) nicht erwünscht oder durchsetzbar ist, mit schönen Düften und wirksamen Pflegemöglichkeiten gepflegt werden. Dieses onkologische Pflegekonzept sieht eine höchstmögliche Betreuung der krebskranken Menschen vor, sie sollen berührt werden, sie sollen sich soweit es geht kuschelig und warm fühlen, angenommen, bestens betreut, ernst genommen. Ihnen wird mit Achtung begegnet.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas sehr handliche Buch hat 130 Seiten, ist angenehm zweispaltig gestaltet und mit zart-pastelligen Hintergrund-Illustrationen versehen, die Kapitel werden mit ansprechenden Pflanzenfoto eröffnet. Es beginnt mit einem sehr schönen Vorwort des Oberarztes der Onkologischen Tagesklinik Arlesheim (früher Ita Wegman Klinik) Maurice Orange MSc Clinical Oncology. Die nächsten 20 Seiten widmen sich der Geschichte der äußeren Anwendungen im Speziellen und der Anthroposophischen Pflege im Allgemeinen.

Im zweiten Kapitel beschreibt Toke die Misteltherapie und ihr besonderes Verhältnis bei Tumorerkrankungen. Auf Seite 32 folgt eine Exkursion in die Arbeit mit Wärme: so wichtig, so wohltuend, so sehr vergessen in der Welt der technologisierten Fließband-Medizin. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Haut und mit dem Kokon-Feeling von Wärme und Umhülltwerden, welches so wichtig für die Heilung ist. Ab Seite 49 geht es „auf die Reise“: So fühlen sich PatientInnen während der beHANDlungen, manche dösen oder schlafen gar („Tempelschlaf“), sie schalten ihren Kopf ab, vergessen ihre Ängste und Sorgen, kommen ein Stück entlasteter wieder im Alltag an. Toke empfiehlt, Sie mit einer Tasse Tee oder einem Glas Wasser willkommen zu heißen, sie werden buchstäblich ent-wickelt, bekommen mit diesen Äußeren Anwendungen die Chance, sich aus ihrem krankmachenden Geschehen raus-zu-entwickeln.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAb Kapitel 6 werden die Phasen einer Krebserkrankung erläutert und unterschiedliche Ansätze vorgestellt, wie in Würde und Achtung begleitet werden kann. In der Schockphase nach der Diagnose begegnet man dem Menschen anders als einige Wochen oder Monate später. Sollten alle Behandlungsansätze nicht anschlagen, kann in der palliativen Phase (‚einen Mantel umlegen‘) immer noch genügend getan werden, damit der betroffene Mensch seinen Abschied vorbereiten kann und sich noch so wohl in seiner Haut fühlen kann wie möglich.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBemerkenswert finde ich das 7. Kapitel, in dem Toke sich auch um die Angehörigen kümmert. Das ist möglicherweise sogar der wichtigste Teil der Palliativpflege, denn die Erkrankten können sich oft eher mit ihrem Weg versöhnen als die Familie. Danach, auf Seite 68, startet der Repertorium-Teil des Buches, den übrigens die deutsche Pflegefachfrau Gisela Blaser begleitet hat: Das sind übersichtliche seitenfüllende Tabellen für alle vorher erwähnten Phasen der Krebserkrankung mit klaren Anweisungen und Dosierungsempfehlungen. Mir gefällt, dass Toke ihr Buch so knapp wie möglich und doch so ausführlich wie nötig geschrieben hat. Sie schließt ihr Werk mit einem Zitat des Künstlers Joseph Beuys: „die Mysterien finden am Hauptbahnhof statt„. Sie versteht seine Worte so, dass Mysterien (kleine Wunder) in der Öffentlichkeit stattfinden, wir uns jedoch nicht getrauen, sie als Mysterien anzuerkennen.

http://www.lenmedhealth.com/news/entry/international-nurses-day-2015Toke schreibt, dass es an der Zeit ist, in der Pflege vieles zu ändern. Getreu dem Motto des International Nurses Day 2015: „Nurses: a force for change. Care effective, Cost effective, improving Health and Wellbeing“ (Krankenpflegende – eine Kraft die Veränderung bewirken kann. Effektiv in der Pflege, kosteneffektiv und sowohl Gesundheit als auch Wohlbefinden verbessernd). Ich wünsche diesem ästhetischen Buch, dass es eine ganz große Verbreitung findet, dass möglichst viele von den wunderbaren Anwendungen umgesetzt werden können, dass sterbende Menschen in Frieden und von Düften und Wärme umhüllt gehen dürfen und dass vielleicht jemand zu Toke sagen wird (wie ich es auf einem meiner Kurse vernahm): „Bei dir haben es die Menschen gut, zu dir möchte ich zum Sterben kommen!“

Das wichtige Werk kann bei Amazon (klick!) für knapp 33 Euro bestellt werden. Auch direkt im Verlag ist es erhältlich, vor allem für InteressentInnen aus Österreich oder andern Ländern, zu denen Amazon nicht liefert. Ich habe inzwischen ein langes Gespräch mit Toke geführt und sie bat mich darauf hinzuweisen, dass bei Bestellungen ab 5 Stück, etwas für Kurse über Wickel und Kompressen, ein Rabatt gewährt wird (danke Toke!).

Nur eines vermisse ich am neuen Buch: Das niederländische Wörtchen ‘Lavendelbloempjes‘, es hört sich einfach entzückend an und viel schöner als nur trocken-deutsch: ‚Lavendel‘! 😉

katzenminze-molekül bei nierentumoren


Katzenminze
Gestern am Weltkatzentag wurde bei unserem Kater Leukämie diagnostiziert. Da er nur noch Fell und Knochen war, entschieden wir, ihm weiteres Dahinsiechen zu ersparen. Ein erster Tierarzt hatte ihm ein Antibiotikum verschrieben, kein Wunder, dass es dem Tierchen nicht besser ging. Vom 50-Gramm-Findling vor sechs Jahren bis gestern hatten wir viel Freude an dem immer zarten Tierchen.

Das erinnert mich an die wuchernde Katzenminze im Garten. Aus ihr kann ein bislang eher unbekanntes ätherisches Öl destilliert werden. Es kann je nach Chemotyp fast zitronig duften oder etwas dumpf-muffig. Der Name Nepeta cataria weist bereits darauf hin, dass es sich nicht um eine Minze handelt, sie sind jedoch miteinander verwandt. Die hohe Staude sieht man auch oft zur Bodenbegrünung (obwohl die eher graue Blättchen hat) von öffentlichen Grünflächen. Gartenbesitzer schätzen ihre attraktiven blau-lila Lippenblütchen, die aus der Ferne an Lavendel erinnern. Allerdings finden sie das Gewächs oft plattgedrückt und ramponiert und wer aufmerksam ist, weiß dass die eigene oder Nachbars Katze sich immer wieder darin wälzen. Das ätherische Öl wirkt regelrecht halluzinogen auf die schnurrrenden Vierbeiner (nicht jedoch auf Zweibeiner). Dr. Wabner hat mir amüsiert erzählt, wie er mit der Erlaubnis eines Tierpflegers ein Taschentuch mit etwas von diesem Öl in einen Löwenkäfig werfen durfte und die Raubkatze in Wonnen durchgedreht ist!

Eliane ZimmermannAn der Technischen Universität Dortmund wurde vom Team von Prof. Dr. Mathias Christmann entdeckt, dass ein Stoff im ätherischen Öl der Katzenminze namens Nepetalacton einem in der afrikanischen Pflanze Phyllanthus engleri entdeckten Stoff (Englerin A) sehr ähnlich ist. Es ist als hochwirksames Molekül identifiziert worden, welches etliche Zelllinien von Nierentumoren angreifen kann, ohne gesunden Zellen zu schaden. Dieses Jahr wurde veröffentlicht, dass man entschlüsseln konnte, wie dieser Mechanismus funktioniert. Ob man diese Erkenntnisse aus dem Labor in brauchbare Medikamente umsetzen kann, wird sich erst zeigen. Zu einer neuen Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft geht es hier.

Ein zweites wichtiges Einsatzgebiet dieses krautig-herb-minimal-minzig und etwas muffig riechenden Öles sind Antimückenmischungen, es hat laut Prof. Wabner eine hervorragende Abwehr-Wirkung. Wegen der enthaltenen Lactone, die sehr empfindliche Haut reizen können,  und weil es selten und teuer ist (ich hatte es früher von Primavera, ich weiß nicht, wo man es heutzutage erhält), sollte man es nur mit geringem Anteil in seine sommerlichen Mosquito-Mischungen geben.

mukositis während chemotherapie mit xylitol und glutamin verhindern


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEine engagierte Pflegefachfrau berichtete mir kürzlich von einer schier unerträglichen Gleichgültigkeit und Ignoranz bezüglich der zerstörerischen Nebenwirkung einer Krebs“therapie“ – und von einer ungewöhnlichen Hilfe. Bei Mukositis, wenn die Mundschleimhaut nach und nach zerfällt und schmerzt, das Essen unmöglich wird, Gewichtsabnahme und Schwäche folgen, gibt es keine überzeugende chemie-medizinische Vorsorge oder Therapie. Auch penible mega-sanfte Mundpflege wirkt selten wirklich überzeugend. Die Zerstörung vor allem des Dünndarmbereiches folgt. Anne Gruninger, die mit der jungen Patientin und ihrer Familie eine bislang nicht weit verbreitete Lösung fand, wünscht sich, dass JEDER diese einfache und relativ preiswerte Schutzmaßnahme kennen sollte, falls eine Chemo durchzumachen ist. Ich lasse sie berichten:

„Es geht um eine junge Patientin, die an einem Sarkom leidet, einem bösartigen Knochentumor am Bein. Sie hatte eine Odyssee durch verschiedene Krankenhäuser hinter sich, wurde mit Chemotherapie behandelt – leider ohne Erfolg. Als sie zu uns kam, war sie traumatisiert und total entkräftet, wog noch 32 kg bei 1,76m Größe. Ihr Bein war nicht zu retten, aber nach der Amputation begannen wir mit allen verfügbaren Mitteln, ihre  Kraft und ihren Lebensmut zu unterstützen – mit Erfolg. Aktuell ist sie in einer Rehabilitationsklinik und lernt das Laufen mit ihrer Prothese.

Eine Erfahrung, die die junge Frau in einer süddeutschen Uni-Klinik machte, möchte ich gerne weitergeben: Während der ersten Chemotherapie litt sie unter extrem ausgeprägter Mukositis, einer sehr schmerzhaften Entzündung der Schleimhäute im Mund, die ihr das Essen völlig unmöglich machte. Die Ärzte teilten ihr mit, dass sie nur dann eine Chance hätte, ihre Tumorkrankheit zu bewältigen, wenn sie noch eine weitere, noch stärkere Chemotherapie bekäme. Allerdings sei es bei dieser Chemo eine erneute Mukositis in noch heftigerer Ausprägung absolut unumgänglich – man bot ihr lediglich Chlorhexidinlösung (Mund-Desinfektionsmittel wie Hexal und Meridol, sehr umstritten bei angegriffener Schleimhaut) zur Vorbeugung an!

Die Mutter der Patientin hatte sich schon lange mit den Möglichkeiten der Naturheilkunde beschäftigt. Gute Erfahrungen gab es in der Familie zum einen mit Sandornfruchtfleischöl und mit Xylit/Birkenzucker für die Mundpflege. Die Patientin machte sich in der Zeit der Chemotherapie täglich eine sehr stark konzentrierte Birkenzuckerlösung in Tee oder Wasser und spülte zu Beginn 1/2-stündlich später 1-2-stündlich den Mund aus.

Sie bekam nicht die kleinste Blase im Mund und überstand die Therapie ohne die vorhergesagte Mundentzündung! Jeder Versuch, die Ärzte über diese hilfreiche Erfahrung zu informieren, scheiterte. Man schaute ihr nicht einmal in den Mund! Welch eine vertane Chance, prophylaktisch und therapeutisch bei weiteren Patienten zu helfen….  Vielleicht kann auf diesem Weg – über Deinen Blog – dieses Wissen weitergegeben werden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieAuch persönlich habe ich den Birkenzucker schon vielfach genutzt – es gibt einige Firmen, die Xylit aus nachhaltiger Forstwirtschaft vertreiben – ich nehme immer den wiezucker (klick!) aus Finnland – den kann ich wirklich empfehlen.“

Anmerkung der Blog-Betreiberin: Nicht nur heftigste Schmerzen gehören zu dieser Schädigung des Mundes, sondern es besteht eine große Gefahr, einige Zeit nach der Chemo die Zähne zu verlieren, darum ist diese Pflege gleichzeitig eine wichtige Vorsorge. Da der tumor- und chemo-bedingte Verlust der Aminosäure L-Glutamin diese heftigen Schleimhautschädigungen mit verursacht, ist es zudem erforderlich, dass dieser Eiweiß-Baustein rechtzeitig substituiert wird: Er ist reichlich in Quark enthalten, als Sportlerpulver erhältlich und als freiverkäufliches Medikament namens Glutamin Verla (klick!) zu kaufen. Menge und Einnahmemodus sollte mit einem/r Orthomolekular-Mediziner/in besprochen werden. Eine wissenschaftliche Arbeit zu Glutamin in der Onkologie: Kuhn KS, Muscaritoli M, Wischmeyer P, Stehle P. Glutamine as indispensable nutrient in oncology: experimental and clinical evidence. Eur J Nutr. 2010 Jun;49(4):197-210.

Birkenzucker oder Xylitol ist fast so süß wie Zucker, wirkt etwas kühlend auf der Mundschleimhaut, zerstört laut einigen Studien Kariesbakterien und hat nicht den Suchteffekt wie Rüben- oder Zuckerrohrzucker, da er die Insulin-Ausschüttung in Ruhe lässt. Er könnte auch lutschenderweise als Bonbon zur Linderung und Kühlung der Mundschleimhautschäden eingesetzt werden, beispielsweise mit diesen (klick!) Drops. Wer beides, Sanddornfruchtfleischöl und Xylitol bestellen möchte, und detaillierte Infos über diesen „Wundersüßer“ nachlesen möchte, bekommt beide Produkte bei Feeling: Sanddornfruchtfleischöl (klick!) und Birkenzucker aus Finnland (klick!) Den Birkenzucker erhält man dort auch in praktischen Sticks für unterwegs. Ich nehme übrigens das orange-farbene Öl seit fast drei Wochen dreimal täglich, da ich mehr oder weniger nonstop Seminare gehalten habe. Bei der momentan extrem trockenen Luft in den Seminarräumen ein Muss, damit die Stimme durch halten kann.

PS Meine auf Palliativpflege spezialisierte niederländische Kollegin Madeleine Knapp Hayes von Levensboom ergänzt: „Ich habe die gleichen guten Erfahrungen mit Sanddornfruchtfleischöl. Dieses Öl enthält eine Omega-7-Fettäure, welche hilft, die Schleimhäute wieder zu regenerieren. Ich kombiniere es mit Aloe vera-Gel. Beide zusammen bilden eine Mikroschicht, die für einige Zeit den Mundinnenraum schützt. Je nach Beschwerde ergänze ich mit einer kleinen Spur von ätherischen Ölen: Pfefferminze für etwas kühlende Frische, Schmerzlinderung und Vorsorge vor mikrobiellem Befall, oder Immortelle, um Schwellungen zu reduzieren, es wirkt wie ein Kortisonpräparat. Deutsche Kamille hat sich für beide Fälle bewährt und ist wissenschaftlich belegt für Mukositis. Manukaöl  verwende ich, wenn es Pilzbefall im Mundbereich gibt.“

die krebs-rebellin


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Marita Bestler 25. Januar 1956 – 28. Februar 2015 …::… Wer vom 1999-er-Kurs liest hier noch mit?

Ich habe in vielen Kursen wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt, in denen ätherische Öle ihre erstaunlichen antitumoralen Eigenschaften zeigen konnten. Meistens werden diese Experimente an Tieren unternommen, selten an Menschen (es gilt als unethisch, Menschen nicht mit den heutzutage geltenden Medikamenten-Vorschriften zu behandeln). Die Laborversuche mit Krebszellen wirken noch vielversprechender, doch es sind eben nur isolierte Gewebekulturen, die sich von vielen Inhaltsstoffen, die wir in ätherischen Ölen (und übrigens auch in frischer Nahrung) finden, „verjagen“ lassen (siehe Abbildung unten).

Ich erwähnte in diesem Zusammenhang oft eine ehemalige Schülerin von mir, die sich nach ihrer besonders schlimmen Brustkrebs-Diagnose (bereits mit Metastasen) im Mai 2004 weigerte, den vorgeschriebenen Weg zu gehen. Man gab ihr noch maximal anderthalb Jahre zu leben, sofern sie sich mit Chemo und Co. behandeln ließe. Die Möglichkeit, ohne diese angeblichen Wunderwaffen weiter zu leben, wollte man der erfahrenen Krankenschwester gar nicht erst geben. Doch Marita ging zum Prüfungsarzt der damaligen Aromatherapie-Ausbildung, Dr. Erwin Häringer in München. Er schrieb der Kassenpatientin auf zwei Privatrezept-Blätter einige Behandlungsvorschläge mit ätherischen und fetten Ölen auf. Sie erzählte mir, dass diese zwei Stückchen Papier ihr wertvolles Symbol für die Rebellion waren. Sie empfand sie wie Bescheinigungen, dass sie sich richtig entschieden hatte. Außer einer Biopsie, mit der bestätigt wurde, dass es sich um eine besonders bösartige Tumorform handelte, und einer Antihormon-Therapie, ließ sie alle Warnungen, Ratschläge und Drohungen (ja, leider) an sich abprallen. Sie feierte jeden Mai, den sie noch in ziemlich guter Gesundheit erleben durfte, als ihren Geburtstag. Sie nahm fleißig native Pflanzenöle und andere Nahrungsergänzungmittel ein, sie schmierte den Brusttumor stets und ständig mit unterschiedlichen Ätherisch-Öl-Mischungen ein (nein, ich besitze nicht die Rezepturen!)

Ätherische_Öle_gegen_Krebs

Wissenschaftliche Arbeiten, in denen Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen und die dazu untersuchten Tumorarten mit Erfolg durchleuchtet wurden (größtenteils In-vitro-Studien, die nicht auf den menschlichen Gesamt-Organismus übertragen werden können), kann jeder im Internet finden. Ich habe fast 150 solcher Arbeiten gefunden. [POH = Perillylalkohol, ist bereits in einigen wenigen klinischen Arbeiten untersucht worden, das ist der „Abbaustoff“ von d-Limonen, das in Zitrusschalenölen vorkommt]

Letztes Jahr, am zehnten Jahrestag nach der Diagnose lebte sie immer noch, es ging ihr insgesamt sehr gut, auch wenn sie 2012 mal fast auf der Klinge stand. Hier und da meldeten sich Organe mal ab, banale Wehwehchen verhielten sich besonders fies. Doch sie blieb davon überzeugt, dass sie auf dem richtigen Weg war und investierte all ihre Kraft, trotz der Metastasen in der Leber, andere betroffene Frauen zu beraten und im Kampf – eher gegen die Krankenkassen und gegen viele Ärzte, als gegen die Krankheit – zu unterstützen. Mit Mamazone e. V. in München hat sie Infoabende, Seminare und Tagungen organisiert und mit gestaltet.

Vor knapp zwei Jahren telefonierten wir stundenlang, ich wollte ein Interview mit ihr auf dieser Seite schreiben. Doch ich war abgeschreckt von ihren teils sehr erniedrigenden Erfahrungen mit „der Obrigkeit“. Wie hätte ich diese teils entwürdigende Odyssee sachlich aufschreiben können? Beispielsweise ging es um eine natürliche Salbe, die das fürchterliche Hand-Fuß-Syndrom, einer Nebenwirkung von bestimmten Zytostatika (Chemo) stark linderte. Sie hatte sich irgendwann (ich habe die genauen Daten nicht im Kopf) rund um das achte Jahr nach der Diagnose für eine Chemotherapie entschieden. Überraschenderweise half die Chemiebombe gut, doch Hände und Füße brauchten bald Spezialbetreuung, die Patienten können sonst vor lauter Schmerzen und aufgeplatzter Haut irgendwann nichts mehr anfassen und auch nicht mehr gehen. Diese Salbe kostet, wenn ich mich recht erinnere, weit über 100 Euro pro Tube, sie wurde nicht von der Krankenkasse erstattet. Marita wollte es aber partout durchsetzen, dass sich diese sture Haltung ändert, damit alle Betroffenen die Möglichkeit bekämen, das wirksame Mittel verwenden zu können (Marita hat es selbst bezahlt). Sie trat unbedingt und fast kompromisslos für ein selbstbestimmtes Leben (auch von Leidensgenossinnen) ein, sie wollte sich einfach weder unterkriegen noch sich nichts vorschreiben lassen. Ihr Bauchgefühl war ihr wichtig.

Traueranzeige_Mamazone_Marita_Bestler_28Feb2015Ein sehr sympathisches kleines Interview mit Marita, in dem sie einen kleinen Ausschnitt ihrer Fehl-Empfehlungen-Karriere schildert, ist hier (klick!) anzuschauen: Sie hatte im Herbst 2012 mit Aszites (Wasser im Bauch, möglicherweise, das war zunächst nicht genau feststellbar, durch neue Metastasen verursacht) und Ödemen in den Beinen zu kämpfen. Eine Ärztin kommentierte, dass sie doch Schwangerschaftskleidung tragen solle (Marita hatte ansonsten gertenschlanke Beine und einen normalen Bauchumfang). Die Medizinerin wollte wegen der Infektionsgefahr nicht punktieren, also das Gewebewasser „ablassen“. Ein anderer Arzt reagierte erstaunt über diese Einschätzung, führte die Prozedur durch und es wurden 18 Liter Flüssigkeit aus Maritas Körper entnommen! Irgendwann ging es von vorne los, dann trat das Wasser aus den Beinen aus (das muss man sich mal vorstellen). Marita musste mehrfach täglich stark saugende Maßnahmen mit speziellen Kompressionsstrümpfen durchführen. Doch alles in allem begegnete ihr immer wieder die Reaktion: Bei dieser Brustkrebsdiagnose kein Wunder, was will man da schon tun.

Bis ein anderer Arzt die zündende Idee hatte: Eiweißmangel. Ja, es war schnöder, einfacher Einweißmangel, genauer gesagt Albuminmangel! Das Fehlen dieses Eiweiß-Bausteines wird als Risikofaktor betrachtet, Krebs überhaupt erst entstehen zu lassen, bei Chemotherapie wird dann der Rest Albumin noch „aufgefressen“, so dass ein Mangel spätestens bei der Therapie der betroffenen Menschen die Regel ist.

Die rebellisch-kämpferische Wassermann-Frau bekam also Ende 2012 Infusionen mit Albumin, nahm es danach auch als konzentrierte „Babynahrung“ zu sich und siehe da, es ging relativ schnell wieder bergauf. Schade, dass niemand rechtzeitig auf diese Diagnose gekommen war, viel Leid wäre ihr erspart geblieben. Sie dachte damals, sie werde diese Beschwerden nicht überleben, konnte sich nur noch mit Rollator oder gar Rollstuhl fort bewegen (und das wegen des unerkannten Eiweißmangels!). So kämpfte sie weiter, lebte weiter ein Leben voller Höhen und Tiefschlägen, aus denen sie sich immer wieder zu befreien wusste. Ätherische und fette Öle waren ihre Begleiter. Anfang Februar ging es ihr noch ziemlich gut, doch dann ereilte sie eine Lungenembolie. Sie beschloss, dass es nun genug sei.

Einen guten Monat nach ihrem 59sten Geburtstag, am 28. Februar 2015, durfte Marita im Kreis ihrer Lieben gehen. Ich bin sicher, sie hat sehr viele Menschen inspiriert und unterstützt, vermutlich sogar Leben gerettet, indem sie anderen Mut machte, sich nicht den Urteilen und den aufgestülpten Entscheidungen der oft viel zu herablassend handelnden „Medizin-Industrie“ zu beugen. Und sie hat mich beflügelt, weiter zu recherchieren und immer wieder zu erzählen, dass ätherische Öle sehr wohl bei Tumorerkrankungen begleiten und helfen können. Ruhe in Frieden.