ätherische öle in der palliativpflege – eine deutsche studie


Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

Können ätherische Öle das Befinden von Patient/innen mit Tumorerkrankungen beeinflussen? Um das zu untersuchen, schaute sich eine Gruppe von deutschen Forschern aus der J. W. Goethe Universität in Frankfurt/Main (Working Group Integrative Oncology), aus der Universität Jena und aus der Klinik für HNO-Erkrankungen, Kopf-Hals-Chirurgie Nordhausen an, ob Stimulationen mit ätherischen Ölen überhaupt physiologische Reaktionen hervor rufen können.

Das wurde zwar an der Uni Wien bereits eingehend untersucht und mit positiven Antworten ausgewertet, jedoch wurden die Riechimpulse meines Wissens nach nur (oder vorwiegend) an gesunden Freiwilligen untersucht. Prof. Dr. Buchbauer, Dr. Eva Heuberger und Tapanee Hongratanaworakit waren auf diesem Gebiet bereits sehr aktiv, hier kann eine Liste solcher und anderer Publikationen eingesehen werden. Man kann eine spannende diesbezügliche Arbeit, sogar doppelblind, also ohne Riechimpulse durchgeführt, herunterladen: Autonomic and Emotional Responses after Transdermal Absorption of Sweet Orange Oil in Humans. Prof. Dr. Buchbauer ist Mitherausgeber des umfassenden Fachbuches Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis, ansonsten gibt es zahlreiche englischsprachige Texte von ihm (dieses dicke Fachbuch habe ich 2013 hier ausführlich rezensiert).

In der neuen randomisierten, kontrollierten Studie wurden sowohl gesunde Probanden (10 Personen = Kontrollgruppe), als auch Palliativpatient/innen mit (15 Personen) und ohne Bewusstsein (5 Personen) angeschaut. Sie rochen entweder Zitronenöl oder Lavendelöl oder als Kontrolle Wasser. Als physiologische Parameter überwachte man die Atem- und Herzfrequenz, die Sättigung des Blutes mit Sauerstoff, den systolischen und den diastolischen Blutdruck.

Gesunde Testpersonen reagierten auf Zitronenöl mit einer signifikanten Steigerung der Atemfrequenz, der Herzfrequenz und des diastolischen Blutdrucks, während Lavendelöl bei ihnen eine signifikante Reduktion der Atemfrequenz auslöste. Bei den anderen Parametern war kein signifikanter Unterschied messbar.

Patient/innen mit und ohne Bewusstsein reagierten dagegen bei allen Parametern mit Steigerungen bei Zitronenöl und Verminderung bei Lavendelöl. Lediglich bei der Sättigung des Blutes mit Sauerstoff erfolgte keine signifikante Veränderung. Ob jemand aus der Patientengruppe bei Bewusstsein war oder nicht: Es konnte kein signifikanter Unterschied in den Reaktionen gemessen werden. Beim Kontrollstimulus (Wasser) konnten keine signifikanten Reaktionen gemessen werden. Alle Reaktionen waren sehr kurz und konnten nur während des Stimulus gemessen werden.

Die Forscher schließen aus diesem kleinen Experiment, dass gesunde Probanden anders reagieren als Palliativpatient/innen, egal ob sie bei Bewusstsein sind oder nicht.

Goepfert M, Liebl P, Herth N, Ciarlo G, Buentzel J, Huebner J. Aroma oil therapy in palliative care: a pilot study with physiological parameters in conscious as well as unconscious patients. J Cancer Res Clin Oncol. 2017 Jun 20

der jubiläumskongress der ÖGwA


ÖGwA_Kongress_2017_TaschenDie Österreichische Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie feierte im vergangenen Monat in Wien ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Kongress. Am Samstag, den 4. März, trafen sich im Europahaus zahlreiche Koryphäen der wissenschaftlich orientierten Arbeit mit ätherischen Ölen.

Da ich nicht anwesend sein konnte, bat ich meine liebe Kollegin Christine Steiner, die in Wien zu Hause ist und dadurch einen Heimvorteil hatte, für uns die spannendsten und neuesten Erkenntnisse zu notieren:

Univ. Prof. Dr. Johannes Saukel sprach über pharmakognostische Grundlagen der Verwendung von Aromen natürlichen Ursprungs in der Aromatherapie. Er beleuchtete die Vielfalt der Aromastoffe aus dem Pflanzenreich und bot einen Einblick in die chemischen Stoffklassen, denen die unterschiedlichen Aromen zugeordnet werden.

Evelyn Deutsch-Grasl sprach über ‚Aromapflege am Puls der Zeit‘ und rief im Sinne einer zukunftsorientierten, ganzheitlichen Betrachtung mit ihrem Vortrag zur natürlichen Hautpflege auf. Sie spannte den Bogen von den grundlegenden Aufgaben der Haut bis zur gesunden Erhaltung und Stärkung dieser unserer Schutzhülle mit vielfältigen Funktionen. Besonders kam in ihrem Beitrag die Wichtigkeit der professionellen Berührung im Rahmen der Pflege zum Ausdruck.

Dabei erläuterte sie, welche entscheidende Rolle hierbei qualitativ hochwertige fette Öle spielen, da diese die regulationsphysiologischen Prozesse unterstützen. Sie arbeitete die enorme Wichtigkeit heraus, bei bettlägerigen Menschen die Pflege mit natürlichen Produkten verstärkt in den Fokus des pflegerischen Handelns zu rücken. Denn deren Haut ist oft durch verabreichte Medikamente bzw. durch verschiedene Erkrankungen in höchstem Maße strapaziert.

Sie nannte das erfolgreiche Beispiel, zur prophylaktischen Mundpflege vor einer Chemotherapie verdünntes Sanddornöl in die pflegerische Maßnahme einzubauen. Denn seit vielen Jahren gibt es inzwischen die Erfahrung, dass auf diese Weise Mukositis der Mundschleimhaut wesentlich verringert werden kann, so dass die oft geschwächten PatientInnen weiterhin ohne starke Schmerzen Nahrung zu sich nehmen können. Ebenso erläuterte sie, dass Kanuka und Manuka bei Strahlentherapie-induzierter Mukositis deren Beginn verzögert, auch kommt es laut der entsprechenden Studie zu weniger Schmerzen und weniger Gewichtsverlust in Folge.

Aber nicht nur bei bettlägerigen Menschen ist die natürliche Hautpflege von immenser Bedeutung, so gibt es auch Erkenntnisse, dass Babymassage mit Kokosfett bei Frühchen die Hautintegrität fördert und es somit zu weniger nosokomialen Infektionen („Krankenhausinfektion“) kommt. Auch zur atopischen Dermatitis gibt es eine Studie, derzufolge Kokosöl und Olivenöl antibakteriell und weichmachend wirkten und die Haut somit weniger durch Trockenheit und die daraus resultierenden Probleme strapaziert ist.

ÖGwA_Kongress_2017_Buchbauer

Gerhard Buchbauer und Evelyn Deutsch

Univ. Prof. Mag. pharm. Dr. Gerhard Buchbauer sprach über die vielfältigen Wirkungen einiger Inhaltsstoffe ätherischer Öle. Aus einer Ätherische-Öl-Pflanze wird seltener das ätherische Öl gewonnen, sondern es werden pharmazeutisch hoch aktive Extrakte hergestellt, also Phytotherapeutika. Dieser Johanniskrautextrakt kann stark in den Metabolismus des Menschen eingreifen und ungünstige Wechselwirkungen hervorrufen. Er kann beispielsweise die Wirksamkeit der Antibaby-Pille reduzieren (wobei dieses Thema nicht abschließend geklärt ist), sowie von Antikoagulantien und auch von Medikamenten, die zur lebenswichtigen Verhinderung von Abstoßreaktionen bei Spenderorganen gegeben werden. In diesem Fall kann es bedrohlich sein, wenn dies unkontrolliert passiert.

Der Haupt-Inhaltsstoff Anethol im Anisöl interagiert mit Codein derart, dass die schmerzreduzierende Wirkung dadurch gesteigert wird. Bitterorangenöl hemmt beispielsweise das P-Glycoprotein bei Verabreichung von Dextromorphan in Hustenstillern. Hier wurde eine vierfache Verzögerung des Abbaus und somit ein vierfacher Anstieg der Bioverfügbarkeit und somit Wirksamkeit des Arzneistoffes festgestellt.

Weiters führte Dr. Buchbauer aus, dass +(-)Limonen die Gluthation-S-Transferase fördert und somit die Apoptose einleiten kann (der natürliche programmierte Zelltod einer jeden Zelle unseres Körpers) – was sehr vielversprechend in der onkologischen Therapie ist.

Er berichtete von der Chamomilla recutita, welche das Enzym Cytochrom P450 (wichtig zum Um-und Abbau bestimmter Medikamente) hemmt und schilderte einen Fall, wo eine Dame, welche Blutverdünnungsmittel nehmen musste und plötzlich innere Blutungen bekam. Es stellte sich heraus, dass die Dame täglich gerne mehrere Tassen Kamillentee genoss und Hautpflegeprodukte mit Kamille liebte. Die Wirkstoffe der Kamille hemmten die Enzyme, die das Medikament abbauen sollen und so kam es zu einer extremen Anreicherung mit den Nebenwirkungen.

Die Wirkung von Midazolam, ein Mittel zur Narkosevorbereitung und Sedierung wird durch gleichzeitige Verabreichung von Pfefferminze gefördert und verlängert.

Bei einer Antibiotikabehandlung sehen naturgemäß die Bakterien dieses als Fremdstoff und bilden Beta-Lactamasen, welche die Wirkung der Antibiotika verhindern. Ätherische Öle hemmen die Produktion der Beta-Lactamasen und unterstützen somit die Wirkung von Antibiotika. Als Beispiel nannte er Cefazolin, welche unter gleichzeitiger Anwendung von Lavendelöl eine verstärkte Wirkung gegen MRSA aufweist. Rosmarin bildet mit Ciprofloxacin zusammen eine erfolgreiche Synergie gegen Klebsiella pneumoniae (Lunge, Urogenitaltrakt). Bei Candida albicans erwies sich die Kombination aus Nystatin und den ätherischen Ölen von Oregano, Teebaum und Rosengeranie als hochwirksam.

Bakterien kommunizieren chemisch  über Pheromone (Quorum sensing) und bilden so einen Biofilm, eine dünne Schicht auf anorganischen (beispielsweise Intubierungsschläuche) und organischen Oberflächen (Haut, Schleimhaut). Dieser Film bildet die Lebensgrundlage der Bakterien und erhöht deren Ausbreitung und Schwarmbeweglichkeit, somit sind Behandlungen erschwert. Ätherische Öle agieren als natürliche Quorum Sensing-Inhibitoren (z.B. Linalool, Terpen-4-ol, Geranial, Neral, Farnesol), sie stören die „Manöver-Absprachen“ der Krankheitskeime erheblich.

ÖGwA_Kongress_2017_Buchmayr

Bärbl Buchmayr im Open Space

Prof. Mag. pharm. Dr. Walter Jäger ging in seinem überaus lebendigen und kurzweiligen Vortrag auf den Einfluss der Wirksamkeit von Resorption, Verteilung, Metabolismus und Ausscheidung bei Terpenen ein. Er zeigte eine Aufstellung, mit welcher Geschwindigkeit Hydrocortison an verschiedenen Körperstellen über die Haut resorbiert wird:

  • Unterarm 1
  • Fußsohle 0,14
  • Rücken 1,7
  • Achselhöhle 3,6
  • Kopfhaut 3,5
  • Stirn 6
  • Hinterohrregion 13

Er merkte an, dass damit bestätigt sei, warum viele Frauen sich Parfum hinters Ohr geben – weil es schneller „reingeht“.

Ebenso erläuterte er, dass die Verteilung eines Stoffes im Körper sehr unterschiedlich ist – manche Regionen weisen eine 200 mal höhere Konzentration auf, als andere Körperstellen. Auch die Ausscheidung von Stoffen ist sehr unterschiedlich und somit deren Wirk-Zeitfenster – er brachte das Beispiel von Aspirin bei Kopfschmerzen  – die Wirkdauer beträgt hier nur etwa 2 Stunden.

Auch Dr. Jäger ging kurz auf die antitumorale Wirkung des Inhaltsstoffes d-Limonen ein – dieser ist in vielen ätherisches Öle enthalten, insbesondere in Zitrusschalenölen – und erläuterte eine Studie, die belegte, dass 12 Kapseln zu je 8g Tumorzellen bekämpften. Er berichtete zudem, dass Oreganoöl als ein natürliches „Antibiotikum“ bei Harnwegsinfekten interessanterweise keinen Nachweis von Thymol oder Carvacrol im Harn zeigt. Ausserdem sei generell zu sehen, dass der Spiegel von Stoffen im Harn bei Menschen mit hohem Body Mass Index geringer ist, als bei Menschen mit weniger Fettanteil, weil offenbar die Stoffe im Fettgewebe gespeichert werden und somit der Übergang in Blut und Harn geringer ist.

Univ.-Prof. PD Mag. pharm. Dr. rer. nat. Dr. phil Sabine Krist sprach über flüchtige Verbindungen in kaltgepressten pflanzlichen Fetten und Ölen – eine Tatsache die weniger bekannt ist. So finden sich z.B. Hexanal, 2-Pentylfuran, Terpene (alpha-Pinen, Limonen und viele weitere), kurzkettige Alkane und Monocarbonsäuren in kaltgepressten Fetten und Ölen. Neben der Tatsache, dass diese zum charakteristischen Aroma und Geruch der pflanzlichen Fette und Öle beitragen, können diese unter Zuhilfenahme modernster analytischer Techniken zur Entdeckung von Verfälschungen beitragen. So brachte sie das Beispiel, dass Mohnöl sehr oft mit Sonnenblumenöl verschnitten ist. Aufgrund der ähnlichen Fettsäureverbindungen ist selbst für hochgeschultes Personal dieser Schwindel erst ab ca. 40% Sonnenblumenölzugabe erkennbar!

ÖGwA_Kongress_2017_Steflitsch

Wolfgang Steflitsch

Mag. Dr. rer. nat. Elisabeth Oberzaucher referierte über das spannende Thema „Der Mensch ist doch ein Nasentier – geruchliche Kommunikation beim Menschen“. Pheromone, wichtige Geruchsbotenstoffe sind wichtige nonverbale Kommunikationsmittel zwischen uns Menschen. Hier ist zu unterscheiden, zwischen Stoffen, wir unsere Körper selbst produziert und jene Geruchsstoffe, die als Stoffwechselprodukte von Hautparasiten entstehen. Erst durch enzymatische Aktivität von Bakterien entstehen die männlichen Pheromone Androstenon und Androstenol. Allerdings können sich nicht alle Bakterien gleichermassen ansiedeln, dies hängt von Immunsystem jedes Einzelnen ab, was verdeutlicht, dass Parasiten, die vom Immunsystem erkannt werden, infolgedessen erfolgreich bekämpft werden können und somit im Spektrum dieses Menschen keine Chance haben und daher im „Bukett“ fehlen. Dies wiederum erklärt, dass das Körpergeruch eines Menschen sehr stark an das Immunsystem gekoppelt ist.

Weibliche Pheromone kommen z.B. im Schweiß und im Vaginalsekret vor. Zur Zeit des Eisprunges werden auch weniger attraktive Frauen durch die im Sekret enthaltenen Copuline von Männern als äußerst attraktiv empfunden. Androstenon verleiht Aggressivität und Männlichkeit, soll andere Männern einschüchtern und auf Frauen stark und verlocken wirken. Frau Dr. Oberzaucher sprach die zwielichtigen Pheromonparfums an, die unter Umständen sich gegen den Verwender selbst richten können. Denn der „beduftete“ Anwender setzt sich selbst der größten „Einschüchterungsdosis“ aus, hat somit selbst den höchsten Androstenonspiegel hat und ist dann im „Erfolgsfall“ nicht mehr wirklich „handlungsfähig“ 😉  Bei Frauen steigert Androstenon die Fruchtbarkeit und reguliert den Zyklus. Aber nicht nur Frauen, auch homosexuelle Männer werden von Andostrenon angezogen. Auch ein Geschäftszweig soll sich der einschüchternden, dominanten Wirkung von Androstenon bedienen: So erzählte Frau Dr. Oberzaucher, dass Inkassobüros ihre Forderungsschreiben an Kunden mit Androstenon besprühen. Derart präparierte Rechnungen werden angeblich eher bezahlt! Mittlerweile wenden dies angeblich auch schon andere Firmen bei der Ausstellung von Rechnungen an.

Damit dies alles überhaupt funktioneren kann, wirken Pheromone bereits unterhalb der bewußten Wahrnehmungsschwelle. Vermutlich würde man sonst aufgrund des zuweilen ekelhaften Geruches dieser Stoffe in höheren Konzentrationen diese auch gar nicht aushalten können.

Auch erklärte Frau Dr. Oberzaucher die bekannte Tatsache, dass Menschen vordringlich sich Partner mit einem unähnlichen Körpergeruch unbewusst suchen, um den Nachfahren ein breiteres Genspektrum zu bieten. Dieses stattet den Menschen mit einem möglichst variablen Immunsystem aus, welches die Fähigkeit, auf parasitäre Störungen zu reagieren, verbessert. Aber dem gegenüber steht dann doch wieder die Tatsache, dass gleich und gleich sich gern gesellt, weil ein gewisses Maß an Ähnlichkeit von Gerüchen als attraktiv empfunden wird. Bei der Ähnlichkeit wird z.B. die Ebene der Alltagstauglichkeit einer Partnerschaft angesprochen, ein harmonisches Miteinander. So kann umrissen werden, dass sich die Partnerwahl im Spannungsfeld zwischen „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ und „Gegensätze ziehen sich an“ abspielt. Diese einander entgegenwirkende Kräfte haben im Laufe der Evolution eine Präferenz für ähnliche, aber nicht zu ähnliche Körpergerüche entwickelt, sodass optimalerweise ein genetisch komplementär zum eigenen ausgestattetes Immunsystem das Ziel ist.

ÖGwA_Kongress_2017_Dorfinger

Gerda Dorfinger

Der Kongress bot am Nachmittag den Teilnehmern dann auch noch die Möglichkeit im Rahmen eines OPEN SPACE sich verschiedene Stationen anzuschauen. Es wurden folgende Möglichkeiten geboten:

Ätherische Öle und Mikrobiologie – Frau Dr. Gerda Dorfinger brachte den Teilnehmern das Aromatogramm näher. Die TeilnehmerInnen konnten gezüchtete Kulturen unter dem Mikroskop betrachten und unterschiedliche Erreger sehen.

Frau Mag. pharm. Dr. Barbara Nasel ging auf das Thema „Düfte für Kinder“ ein.

Über „Psychodynamische Wirkmechanismen ätherischer Öle“ konnten man bei Frau Mag. pharm. Dr. rer. nat. Iris Stappen etwas erfahren.

Herr Dr. med. Wolfgang Steflitsch zeigte live Reflexzonentherapie am Fuß.

Bärbl Buchmayr zeigte sehr praxisnah, wie man eine „Duftende Ölkompresse“ bereitet und anlegt.

Wer mehr über die wichtige Arbeit der ÖGwA erfahren möchte, kann sich auf deren Website (klick!) informieren. In Zeiten, in denen jeden Tag mehr wissenschaftliche Erkenntnisse rund um ätherische Öle verdreht oder gar negiert werden (beispielsweise die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe), in denen völlig unkritische Menschen mit erfundenen „Fakten“ und unsachgemäß durchzuführenden Anwendungen angeworben werden, um den schnellen Euro zu machen, können von den Wissenschaftlern dieses Verbandes seriöse Antworten erhalten werden.

Danke für diesen kurzweiligen Bericht, liebe Christine! Wer in Wien eine verantwortungsvolle Beratung rund um ätherische Öle sucht, ist bei der „ewig“ erfahrenen Autorin dieses Berichtes, Christine Steiner, bestens aufgehoben, ein Blick auf Ihre Website (klick!) verrät mehr.              Alle Fotos: ÖGwA

Edit: In der ursprünglichen Version dieses Artikels bezogen sich die Wechselwirkungen des Johanniskraut auf das ätherische Öl. Das ist nicht korrekt. Die Wechselwirkungen entstehen bei hochkonzentrierten Extrakten aus Hypericum, also bei der Einnahme von Phytopharmaka mit hoch dosierten Johanniskrautauszügen. Diese unerwünschten Wirkungen entstehen NICHT bei der äußerlichen Anwendung von Johanniskrautölmazerat (Rotöl). Vielen Dank Dr. Häringer und Dr. Buchbauer für die Korrektur.

auch darmkrebszellen reagieren auf riechmoleküle


RUB Duftforschung - neue Riechrezeptoren in menschlichen Hautzellen

Prof. Dr. Hatt ist regelmäßig ein spannend vortragender Gast auf Aromatherapie-Konferenzen, hier schnuppert sich durch Düfte

Regelmäßig hören wir von neuen Erkenntnissen vom kreativen Team von Zellphysiologen rund um Professor Hanns Hatt. Zusammen mit Dr. Lea Weber ging es um Darmkrebszellen, welche durch die Begegnung mit dem Riechstoff des Lisgusterstrauches anfangen zu schrumpfen (viele haben den Liguster zu Hause als Hecke, alle Harry Potter-Fans wissen, dass er im Ligusterweg 4 wohnt 😉 ) [im Dezember 2016 ging es hier um die Entdeckung dieses Teams von Wissenschaftlern, dass Caspaicin das Wachstum von Bruskrebszellen dämpft]. Die aktuelle Pressemeldung der Ruhr-Universität Bochum:

RIECHREZEPTOREN
Neue Angriffsziele in Darmkrebszellen entdeckt

Diese Ergebnisse aus der Riechforschung könnten zu einem weiteren Therapieansatz verhelfen.
Das Wachstum von Darmkrebszellen lässt sich mit dem Duftstoff Troenan bremsen. Das berichten Forscher um Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt und Dr. Lea Weber von der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift „PLOS One“. Die Wissenschaftler entdeckten in Tumorzellen aus dem Enddarm den Riechrezeptor OR51B4. Sie analysierten, welcher Duftstoff den Rezeptor aktiviert und wie sich die Aktivierung auf die Zellen auswirkt.

Das Team vom Bochumer Lehrstuhl für Zellphysiologie kooperierte für die Studie mit der Abteilung für Molekulare Gastroenterologische Onkologie der Ruhr-Universität, die Prof. Dr. Stephan Hahn leitet. Die erforderlichen Gensequenzierungen führte das Team vom Cologne Center for Genomics durch.

Ligusterblüte_xs

Die Blüte von Ligustrum vulgare

Blütenduft aktiviert Rezeptor
Riechrezeptoren wurden bereits in verschiedenen gesunden Geweben und Krebsgeweben nachgewiesen. Nun fanden die Bochumer Forscher den Rezeptor OR51B4 in großen Mengen in Darmkrebszellen. Sie identifizierten das Molekül Troenan als Aktivator für OR51B4. Es duftet nach Liguster, einer Strauchpflanze, die häufig als Hecke genutzt wird.

Im nächsten Schritt behandelten die Wissenschaftler Krebszellen der Zelllinie HCT116 und Tumorgewebeproben von Patienten mit Troenan. Das Ergebnis: Die Zellen wuchsen nicht mehr so schnell und bewegten sich langsamer als zuvor – ein Hindernis für die Bildung von Metastasen. Außerdem starben durch die Troenan-Behandlung vermehrt Krebszellen ab. In weiterführenden Experimenten mit Mäusen, die den menschlichen Tumor ausbildeten, konnten die Duftwirkungen inzwischen bestätigt werden.

Potenzieller Ansatz für Therapie
Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung, an der mehr als sechs Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens leiden. Bei dem in der vorliegenden Studie verwendeten Material handelte es sich um kolorektale Tumoren, die 95 Prozent der bösartigen Darmtumoren ausmachen und die häufigste Ursache für Todesfälle durch Darmkrebs sind. Die Heilungschancen, wenn Ärzte einen solchen Tumor chirurgisch entfernen, liegen bei 50 Prozent. Sie hängen entscheidend vom Krankheitsstadium ab, in dem der Darmkrebs entdeckt wird. Eine gezielte pharmakologische Behandlung gibt es bisher nicht, nur die allgemeine Chemotherapie.

„Wir gehen davon aus, dass unsere Ergebnisse einen neuen Ansatz für die Darmkrebstherapie ermöglichen könnten“, sagt Hanns Hatt. Die Tumoren seien häufig vom inneren Hohlraum des Darms zu erreichen. „Daher ist denkbar, dass eine orale oder rektale Aufnahme den Duftstoff Troenan in den wirksamen Konzentrationen direkt an den Tumor bringen würde. Hierzu sind allerdings noch klinische Studien mit Patienten notwendig“, so Hatt weiter.

Die Originalveröffentlichung vom 8. März 2017 in PLOS One: Lea Weber, Klaudia Al-Refae, Juliane Ebbert, Peter Jägers, Janine Altmüller, Christian Becker, Stephan Hahn, Günter Gisselmann, Hanns Hatt: Activation of odorant receptor in colorectal cancer cells leads to inhibition of cell proliferation and apoptosis (hier kann sie gelesen und runtergeladen werden). Abbildung Prof. Hatt: Ruhr-Universität, Abbildung Liguster: Andrew Butko

ätherische öle bei vermindertem speichelfluss wegen karzinombehandlung


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIn einer kleinen randomisierten, kontrollierten Studie bei Patienten die an differenzierten Schilddrüsenkarzinomen litten, konnte gezeigt werden, dass die Inhalation mit einer Mischung aus Zitronenschalenöl (destilliert) und Ingweröl den gestörten Speichelfluss anregen konnte. Somit konnte sich die Ernährungssituation der Patienten verbessern.

Es handelte sich um 71 japanische PatientInnen, die Probleme mit dem Speichelfluss nach der der Entfernung der Schilddrüse und der danach üblicherweise folgenden Radiojodtherapie (RJT/RIT) hatten. Diese unangenehme bis sehr schmerzhafte Folge der Behandlung tritt bei 11 bis 67 Prozent der erkrankten und behandelten Menschen auf (Sialadenitis).

Die zufällig ausgewählten PatientInnen wurden zwischen Juni 2014 und März 2016 rekrutiert und dann in zwei Gruppen eingeteilt (35 bzw 36 Personen;25 Frauen, 10 Männer). Statistisch gesehen erkranken mehr Frauen als Männer an diesen Tumoren der Schilddrüse (in drei von vier Fällen erwischt es Frauen), die jedoch insgesamt sehr gute Heilungschancen haben. Allerdings erwartete man für 2016 Neudiagnosen bei 64.300 Menschen allein in den USA (warum schreiben die japanischen Forscher nicht über Erkrankungen in ihrem Land, in dem Teile aufgrund des Nuklearunglücks von Fukushima radioaktiv verseucht sind?…).

Die aktive Gruppe (Alter: 35-78 Jahre) inhalierte das Ätherisch-Öl-Gemisch 14 Tage lang für 10 Minuten jeweils vor den Mahlzeiten. Die Kontrollgruppe inhalierte Wasser (Alter 30-86 Jahre;30 Frauen, 6 Männer). Die Aktivität und Effektivität der Ohrspeicheldrüsen und der Unterkieferspeicheldrüsen wurde vor und nach den Interventionen ermittelt, diese verbesserte sich bei der „Duftgruppe“ signifikant (𝑃 < 0,05). Die Autoren dieses Experiments, was nicht sehr befriedigend beschrieben ist (man erfährt nicht, ob jeweils mit 1 ml Zitronenöl und 0,5 ml Ingweröl oder nur einem Teil davon inhaliert wurde), diskutieren am Ende ihrer Arbeit, dass auch Pfefferöl die gewünschten Ergebnisse liefern könnte.

Dennoch meine ich, erhalten wir durch diese kleineStudie eine nützliche Anregung, welche die bereits durchgeführte Anwendung von Zitronensaft zur Anregung des Speichelflusses, ergänzen könnte. Die Arbeit: Nakayama M, Okizaki A, Takahashi K. A Randomized Controlled Trial for the Effectiveness of Aromatherapy in Decreasing Salivary Gland Damage following Radioactive Iodine Therapy for Differentiated Thyroid Cancer. Biomed Res Int. 2016;2016:9509810 ; sie kann hier (klick) kostenlos runter geladen werden.

PS. Heute sind 1500 Abonnenten dieser Informations-Seite erreicht, und noch ein ‚like‘ fehlt zur Zahl 4500 auf meiner Aromatherapie-Facebook-Seite. Vielen Dank für die vielen treuen LeserInnen und ein ganz besonderer Dank geht an die Personen, die auch ab und zu kommentieren und meine Arbeit mit Tipps, Adressen und Erfahrungen ergänzen (dann stehe ich nicht so alleine da!).

aromapflege bei riechenden tumoren


Eukalyptusblüte

Eukalyptusblüten: Die Deckel einiger Kapseln öffnen sich

Kann man in der Palliativmedizin etwas gegen den üblen Geruch, den zerfallende Tumore abgeben, unternehmen? Gestern und heute lief mir diese Frage über den Weg, darum hole ich diesen sieben Jahre alten Blog-Artikel hoch. Betroffene, Angehörige und vor allem Pflegende leiden sehr unter Tumorgerüchen und fühlen sich gar abgestoßen. Die Belastung ist enorm, denn Geruchsekel gehört zu den ältesten Emotionen, die den Menschen vor Gefahren, vor Tod, Verwesung, gefährlichem Zerfall durch Mikroorganismen sollen. Der Mensch, der sowas riechen muss, ist ständig in Abwehrstress, das Unbewusste befindet sich im Alarm-Bereitschafts-Modus. Neben einer oder zwei breitflächigen Schalen mit Kaffeebohnen, die den Geruch ein wenig absorbieren und neutralisieren, könnte man eine ähnliche Mischung wie das unten beschriebene Fertigprodukt herstellen (lassen).

Diese Frage nach der Linderung von Tumorgerüchen wurde nämlich bereits wissenschaftlich beleuchtet, als sich vor circa 15 Jahren auch ein Team von Wissenschaftlern rund um PD Dr. Dr. Patrick Warnke von der Universität Kiel und der Bond University In Australien (Robina, Queensland) damit beschäftigten. Sie kreierten und testeten eine Ätherisch-Öl-Mischung namens Kielmix®. (Leider ist das Produkt nicht mehr auf der australischen hersteller-Seite gelistet, es scheint gänzlich aus dem Internet verschwunden).

Diese Mischung wurde von Medizinern auf stinkende Krebstumore gegeben. Die Idee war zunächst, einfach die Gerüche zu reduzieren, indem die Ausbreitung der Zerfallsbakterien eingedämmt werden sollte. Die erfreuliche Nebenwirkung war, dass die Wunden begannen, Zeichen von Heilung zu zeigen, der Bakterienbefall ging wirklich zurück (auch MRSA) und dass sogar bei einigen Patienten das Tumorwachstum sich verlangsamte. Kielmix® enthält laut Herstellerfirma:

  • Eukalyptusöl 136mg
  • Teebaumöl 131mg
  • Lemongrassöl 86mg
  • Zitronenöl 71mg
  • Gewürznelkenöl 73mg
  • Thymianöl 26mg
  • Ethanol (Weingeist) 347mg

Es wäre mit etwas mehr gesundem Menschenverstand und vor allem mit mehr Aufgeschlossenheit so einfach, in der heutigen Zeit einfach ein paar Labore zu bemühen, um diese Rezepturen und Fallbeschreibungen zu verifizieren, die Mischungen ggfs. den betreffenden Umständen anzupassen, sie beispielsweise mit Jojobaöl und Johanniskrautöl anzufertigen. So könnte man den betroffenen MENSCHEN wirklich helfen, ihre ohnehin oft höllenmäßig empfundene Situation besser zu ertragen. Welcher Mensch ist schon gerne pflegebedürftig und muss sich obendrein auch noch für eklige Ausdünstungen schämen… Die obigen ätherischen Öle sind übrigens allesamt preiswert, selbst wenn sie von hervorragender Quelle stammen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Lemongrass in Brasilien

[Stephan T. Becker, Eugene Sherry, Sureshan Sivananthan, Harald Essig, Jörg Wiltfang, Ingo N. Springer, Joachim Bredée, Patrick H. Warnke. Behandlung fötider Tumorulzerationen mit ätherischen Ölen (KIELMIX®) in der Palliativmedizin · Zeitschrift für Phytotherapie 06/2006] Probeheft dieser Fachzeitschrift aus dem Hippokrates Verlag: MVS Medizinverlage Stuttgart. Ein kleiner Bericht aus der renommierten Onkologie-Fachzeitschrift ‚Journal of Clinical Oncology‘ ist hier (in englischer Sprache) nachzulesen. Der gesamte Artikel in deutscher Sprache ist für knapp 30 britische Pfund hier online zu bestellen und runterzuladen.

Inzwischen haben Prof. Warnke und sein Team auch eine Reihe von ätherischen Ölen gegen diverse krankenhausübliche und antibiotikaresistente Bakterien- und Hefestämme durchgetestet und für eine preiswerte, effektive und „vielversprechende Kraft“ befunden. Sie testen die ätherischen Öle von Eukalyptus, Teebaum, Thymian (weiß ?), Lavendel, Zitrone, Lemongrass, Zimt, Grapefruit, Nelkenknospe, Sandelholz, Pfefferminze, Kunzea und Salbei  [Warnke PH, Becker ST, Podschun R, Sivananthan S, Springer IN, Russo P A, Wiltfang, J, Fickenscher H, Sherry E (2009). The battle against multi-resistant strains: Renaissance of antimicrobial essential oils as a promising force to fight hospital-acquired infections. Journal of craniomaxillofacial surgery, 37(7), 392-397

PS Wer ein kritisches, jedoch sehr lesenswertes  Buch eines Gynäkologen lesen möchte: Wirtschaftfaktor Brustkrebs von Prof. Dr. Franz Fischl der seine Ordination nach etlichen Jahren an der Uni Mainz in Wien (am AKH) hat.

schärfemolekül bremst wachstum von brustkrebszellen


RUB;  RiechforschungEinige Tage vor Weihnachten veröffentlichte ein Team um den sicher vielen meiner LeserInnen bekannten Professor Hanns Hatt der Ruhr-Universität Bochum folgende spannende Pressemeldung:

„Der Geschmacksstoff Capsaicin macht Peperoni scharf. Ein feuriges Geschmackserlebnis ist aber längst nicht die einzige Wirkung, die er auf den Körper haben kann. Capsaicin, ein Inhaltsstoff von scharfen Substanzen wie Peperoni oder Pfeffer, hemmt das Wachstum von Brustkrebszellen. Das berichtet ein Team um den Bochumer Duftforscher Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt und Dr. Lea Weber nach Experimenten an kultivierten Zellen. In der Zeitschrift „Breast Cancer – Targets and Therapy“ stellen die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum ihre Ergebnisse vor, gemeinsam mit Kollegen der Augusta-Kliniken Bochum, des Herz-Jesu-Krankenhauses Dernbach sowie dem Kölner Zentrum für Genomik.

Die Versuche erfolgten mit der Zelllinie SUM149PT, die ein Modellsystem für eine besonders aggressive Brustkrebsform ist, den Triple-negative-Typ. Für diese Krebsart ist die Chemotherapie derzeit die einzige mögliche Behandlung.

Besonders häufiger Rezeptor

In den kultivierten Zellen fand das Team eine Reihe klassischer Riechrezeptoren. Besonders häufig vertreten war aber vor allem ein Rezeptor, der sonst im fünften Hirnnerv, dem Nervus trigeminus, vorkommt. Er gehört zu den sogenannten Transient-Receptor-Potential-Kanälen und trägt den Namen TRPV1. Neben dem Schärfemolekül Capsaicin aktiviert auch Helional – ein Duft nach frischer Meeresbrise – diesen Rezeptor.

In Kooperation mit Privatdozentin Dr. Gabriele Bonatz vom Brustzentrum der Augusta-Kliniken Bochum bestätigte Hatts Team die Existenz von TRPV1 in Tumorzellen in neun verschiedenen Burstkrebsproben.

Krebszellen sterben ab

Die Forscher aktivierten den TRPV1-Rezeptor in Zellkultur mit Capsaicin oder Helional, indem sie die Stoffe für mehrere Stunden oder Tage zu der Kultur hinzugaben. Dadurch vermehrten sich die Krebszellen langsamer. Außerdem starben durch die Behandlung verstärkt Tumorzellen ab. Die überlebenden Zellen waren zudem nicht mehr in der Lage, sich so schnell zu bewegen wie zuvor; das lässt darauf schließen, dass sie im Körper schlechter Metastasen bilden könnten.

„Wenn wir den TRPV1-Rezeptor gezielt durch Medikamente anschalten könnten, könnte sich ein neuer Ansatz für die Behandlung dieser Krebsform ergeben“, sagt Hanns Hatt. Eine Aufnahme über die Nahrung oder durch Einatmen reicht dazu nicht aus.

Wirksam in Mäusen

Die Chemikalie Arvanil – chemisch ähnlich zum Schärfemolekül Capsaicin – hatte sich in früheren Studien anderer Gruppen bereits als wirksam gegen Hirntumoren bei Mäusen erwiesen; sie reduzierte das Tumorwachstum in den Tieren. Aufgrund zu starker Nebenwirkungen ist diese Substanz aber nicht für Menschen zugelassen. Neben Capsaicin und Helional aktivieren auch die körpereigenen Endovanilloide den TRPV1-Rezeptor.“

Die komplette Veröffentlichung: Lea V. Weber, Klaudia Al-Refae, Gerhard Wölk, Gabriele Bonatz, Janine Altmüller, Christian Becker, Günter Gisselmann, Hanns Hatt: Expression and functionality of TRPV1 in breast cancer cells, in: Breast Cancer – Targets and Therapy, 2016. © des Fotos: Ruhr-Universität Bochum

PS. Es kann noch zwei Tage an der Verlosung der drei kostbaren Roll-on’s der Firma Tazeka mitgemacht werden, zum Teilnehmen kann der ansprechendste Name der Roll-on’s  als Kommentar zum Verlosungstext (klick!) aufgeschrieben werden.

puder selbst herstellen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Reispulver

Wie versprochen, geht es weiter mit Mitbringseln aus meiner „Fliegenden Wundertüte“. Ich war auf meiner Seminarereise begeistert von einer klasse Möglichkeit, feinsten Körper- oder Babypuder herzustellen. Nichts ist einfacher! Noch angenehmer, als Mais- oder Kartoffelstärke zu verarbeiten, wie ich es bislang kannte, ist Reispulver zu Puder zu verarbeiten. Ich kannte bislang allerdings eher eine etwas miefige Bio-Qualität, die schon beim Eintreffen etwas ranzig roch, dafür habe ich ein viel zu feines Näschen. Umso begeisterter war ich, als Evelyn Deutsch mir das samtige Reispulver (klick!) zeigte, das man in zwei Minuten in einen Luxuspuder verwandeln kann. Ich bin so eine Pudertante, vor allem seit ich keine Chemiedeos mehr verwende, ist Puder eine wunderbare Möglichkeit, sich nach schweißtreibenden Tätigkeiten auf die Schnelle wieder frisch zu machen.

Man gibt einfach einige Tropfen ätherisches Öl in eine gebrauchte oder neue Puderdose (notfalls tut es sogar ein gläserner ausgedienter Kräuter- oder Gewürzstreuer mit feinen Öffnungen), beispielsweise 15 Tropfen Iris 1%ig, oder 2 Tropfen Rose mit 2 Tropfen Rosengeranie/Palmarosa. Auch 5 Tropfen Lavendel und 2 Tropfen Vetiver sind fein, sie duften wesentlich herber. Für ein Baby reicht 1 Tropfen Rosenöl, eventuell noch mit 2-3 Tropfen Bio-Vanilleextrakt. Die Wände der Dose oder des Glases gleichmäßig mit den Naturdüften benetzen, Reispulver einfüllen, gut vermischen, einige Tage ziehen lassen.

Das Reispulver ist prima geeignet, wenn man die Haut von krebsauslösender Mineralöl-„Kosmetik“ auf Naturkosmetik umstellen möchte, es bindet Haut-Ausscheidungen wie Fett, Feuchtigkeit und eventuell nicht verträgliche Übersäuerungs-Ausscheidungsprodukte. Mineralöle und die sie begleitenden MOAHs, die Hautbestandteile von konventionellen Pflegeprodukten, stehen immer mehr im Verdacht, sich im Körper anzureichern (vor allem wenn sie wie bei Lippenpflegestiften und Lippenstiften „gegessen“ werden, dazu kann auch hier nachgelesen werden).

Das fein-samtige Reispulver wirkt leicht kühlend, beruhigend und kann helfen, kleine Entzündungen auf der Haut zu reduzieren. Das ist ein ideales Einsatzgebiet für bettlägerige PatientInnen, vor allem wenn sie stark schwitzen, heftige Medikamente nehmen müssen und intertrigo-gefährdet sind (Hautprobleme an Stellen, wo Haut auf Haut scheuert wie in Fettfalten oder unter der weiblichen Brust). Mit Rosenhydrolat kann man die Reste später schonend reinigen und die Pflegewirkung unterstützen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Bärlapp-Sporen

Wenn entzündliche und ekzematische Haut mit Puder gepflegt wird, kann die Wirkung durch den Zusatz von einem Teelöffel der seidenweichen Bärlapp-Sporen (klick! Lycopodium clavatum), welche etwas Schwefel enthalten, verstärkt werden.

Die meisten konventionellen Puder werden aus Talkum hergestellt, dieser steht im Verdacht, vor allem wenn er im Intimbereich ständig eingesetzt wird, Eierstockkrebs auszulösen. Talkum wird aus Talkgestein gewonnen und nach der Reinigung feinst vermahlen, die winzigen Partikel werden als ähnlich toxisch wie Asbest eingestuft, insbesondere, wenn sie eingeatmet werden. Eine Zumutung für Babys und auch für deren junge Eltern. Wer englisch lesen kann, findet auf der Seite der American Association for Cancer Research (klick!) einige wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Risiko von krebs durch Talkum befassen.

So oder so ein guter Grund, bei Groß und Klein auf pflanzlichen Puder aus Reispulver umzusteigen!

aromapflege-patientenratgeber bei krebs


AromatherapieIch war lange unterwegs und habe viele interessante und neue Duft-Dinge mitgebracht. Nun werde ich versuchen, diese nach und nach hier vorzustellen. Von fantastischem Reispulver, mit dem man feine Körperpuder herstellen kann über den besten nachhaltig wachsenden Rosenholzöl-Ersatz, der mir je unter die Nase gekommen ist. Dazu ein völlig neuartiger Ansatz zum Inhalieren von befreienden Duftstoffen, ein neues fein-frisches Naturparfüm und ein feines Heftchen für kranke Menschen – all das enthält dieses Mal meine „fliegende Wundertüte“, wirklich großartige neue Produkte.

Ich fange bei der Broschüre von Yvonne Bonertz aus der Nähe von Trier an, welche sie als ihre Abschlussarbeit ihrer Aromapflege-Ausbildung bei Sabrina Herber von Vivere Aromapflege zusammen gestellt hat. Yvonne ist auf der onkologischen Station im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier für die praktische Umsetzung der Aromapflege zuständig. Sie ist seit über 15 Jahren als examinierte Krankenschwester in verschiedenen Fachbereichen tätig. Ihre Freude am ganzheitlichen Arbeiten mit Menschen führte sie zu den ätherischen Ölen. Die vielfältigen Möglichkeiten der Naturdüfte faszinierten sie so sehr, dass sie eine Fachausbildung zur Aromapflegerin und zusätzlich die Ausbildung als Aroma-Gesundheitspraktikerin (BfG) absolvierte; sie ist nun Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für alternative Medizin (DGAM).
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBonerz_YvonneEs war und ist Yvonne ein Anliegen, ihren schwer kranken und oft verzweifelten PatientInnen eine konkrete Hilfestellung an die Hand zu geben, und aufzuzeigen, wie sie sich mit ätherischen Ölen bei den diversen unangenehmen Begleiterscheinungen der konventionellen Krebs-Therapie helfen können. Ihr Ziel ist die fachliche Begleitung mit ätherischen Ölen, als wichtige zusätzliche Möglichkeit zur Gesundheitserhaltung.

Mir ist sehr positiv aufgefallen, dass auf den knapp 40 wunderschön gestalteten Seiten „nur“ das Allerwichtigste erläutert wird. So werden die sicherlich meistens sehr verstörten und deprimierten PatientInnen, die an Tumoren erkrankt sind, nicht überfordert. Die Broschüre macht wirklich Lust zum Blättern und Lesen und ehe man es realisiert, hat man über drei Dutzend sympathische Seiten und klasse Rezeptideen zur Kenntnis genommen. Am Anfang wird ganz kurz erläutert, was ätherische Öle, fette Öle und Hydrolate überhaupt sind und wie sie über die Haut aufgenommen werden. Die folgenden acht kleinen Abschnitte sind nach möglichen häufig auftretenden Beschwerden geordnet, also viele Probleme, die als Begleitung der aggressiven Behandlungen auftreten können, und wie sie mit ätherischen Ölen, Hydrolaten und fetten Pflanzenölen vermindert werden können:

  1. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHaut: Rötung & Juckreiz, Hand-Fuß-Syndrom, Bestrahlung, Ödeme
  2. Mund- und Schleimhäute: Speichelfluss, schlechter Geschmack, Schmerzen
  3. Magen & Darm: Übelkeit, Erbrechen, Stuhlverstopfung, Durchfall, Blähungen
  4. Blase & Intimbereich: Harnverhalt, Entzündungen, Intimpflege
  5. Atemwege: Hilfe beim Durchatmen
  6. Bewegungsapparat: Schmerzen und Schutz
  7. Kopf: Kopfschmerzen und Konzentrationsförderung
  8. Psyche: Müdigkeit, Ängste, Entspannung, Sexualität

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie„Mir ist es wirklich eine Herzensangelegenheit, dass nur soviel Info drin steht, dass jeder Laie sich auch traut, etwas auszuprobieren“ sagt Yvonne und ich denke, dieser Ansatz ist ihr hervorragend gelungen. Diese Broschüre wird sicher ein wertvoller Begleiter von ganz vielen PatientInnen und deren Angehörigen werden. Für die in liebevoller Handarbeit hergestellte Kleinauflage fällt eine Schutzgebühr von 8 Euro pro Stück an, dazu kommen 2,00 Euro Versand innerhalb Deutschlands oder 4,50 Euro innerhalb EU. Für Bestellungen kann eine E-Mail an Yvonne geschickt werden [aroma-vita (at) gmx . de bitte korrekt ausschreiben, Spamschutz] oder unten auf ihrer Website www.aroma-vita.de ein Bestellformular ausgefüllt werden. Nach Erhalt der Bankverbindung wird vorab überwiesen, nach Eintreffen des Betrages wird sofort versendet.

palliativpflege mit wärme, düften und mehr


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor gut vier Jahren, im Januar 2012, habe ich hier ein wundervolles und nützliches Buch für Pflegende, die im Bereich der komplementären, ganzheitlichen Palliativpflege tätig sind, vorgestellt. Der Haken war nur: Das Buch ist für uns nicht so gut zu lesen, da die engagierte Verfasserin Niederländerin ist. Ich wurde gefragt, ob es eine Übersetzung gibt, und ich musste leider verneinen. Irgendwann schrieb mir Toke Bezuijen, die liebenswerte Autorin, die eine Duft-Erlebniswoche hier bei mir in Irland besucht hatte, dass sie diesen Kraftakt begonnen hatte. Denn die heimatsprachliche Auflage hat sie im Eigenverlag gestaltet (viel Arbeit, viel Zeit, kein Einkommen).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieVor einigen Tagen flatterte der wunderbar gelungene Schmetterling nun zu mir, wieder ein Kraftakt, noch mehr Arbeit, noch mehr Zeit, wieder kein Einkommen. Doch herausgekommen ist eine Version, die meiner Meinung noch schöner und übersichtlicher als die niederländische Ausgabe geworden ist. Ich finde, dieses Werk ist eine „Bibel“ für Menschen, die Patient/innen in sehr schmerzhaften und angsterfüllten Phasen pflegen müssen und möchten. Der Titel „Berührt werden durch äußere Anwendungen“ zeigt den Ursprung in der anthroposophischen Medizin und Pflege, in der Toke zu Hause ist. Seit 1978 kombiniert die engagierte Pflegefachfrau ihre Liebe zur Natur mit ihrem Einsatz für menschenwürdige Pflege. Sie wurde an der bekannten Ita Wegman Klinik ausgebildet, ist in den Niederlanden eine der Pionierinnen der anthroposophischen Krankenpflege und arbeitete 18 Jahre in der Eltern- und Kindersprechstunde einer therapeutischen Einrichtung. Sie liebt es, Kinder wie auch Erwachsene mit wärmenden und wohltuenden Wickeln, Kompressen, Einreibungen in schweren Zeiten zu verwöhnen. Darum entwirft sie auch naturbelassene Wickel-Materialien und verkauft sie in ihrem Shop Wikkelfee.nl.

Toke empfiehlt vor allem viele bekannte Fertig-Produkte (mit und ohne ätherische Öle), beispielsweise von Dr. Hauschka und Weleda, als Heil- und Pflegemittel. So kann auch in Pflege-Institutionen, in den das Selber-Mischen mit ätherischen Ölen (noch) nicht erwünscht oder durchsetzbar ist, mit schönen Düften und wirksamen Pflegemöglichkeiten gepflegt werden. Dieses onkologische Pflegekonzept sieht eine höchstmögliche Betreuung der krebskranken Menschen vor, sie sollen berührt werden, sie sollen sich soweit es geht kuschelig und warm fühlen, angenommen, bestens betreut, ernst genommen. Ihnen wird mit Achtung begegnet.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas sehr handliche Buch hat 130 Seiten, ist angenehm zweispaltig gestaltet und mit zart-pastelligen Hintergrund-Illustrationen versehen, die Kapitel werden mit ansprechenden Pflanzenfoto eröffnet. Es beginnt mit einem sehr schönen Vorwort des Oberarztes der Onkologischen Tagesklinik Arlesheim (früher Ita Wegman Klinik) Maurice Orange MSc Clinical Oncology. Die nächsten 20 Seiten widmen sich der Geschichte der äußeren Anwendungen im Speziellen und der Anthroposophischen Pflege im Allgemeinen.

Im zweiten Kapitel beschreibt Toke die Misteltherapie und ihr besonderes Verhältnis bei Tumorerkrankungen. Auf Seite 32 folgt eine Exkursion in die Arbeit mit Wärme: so wichtig, so wohltuend, so sehr vergessen in der Welt der technologisierten Fließband-Medizin. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Haut und mit dem Kokon-Feeling von Wärme und Umhülltwerden, welches so wichtig für die Heilung ist. Ab Seite 49 geht es „auf die Reise“: So fühlen sich PatientInnen während der beHANDlungen, manche dösen oder schlafen gar („Tempelschlaf“), sie schalten ihren Kopf ab, vergessen ihre Ängste und Sorgen, kommen ein Stück entlasteter wieder im Alltag an. Toke empfiehlt, Sie mit einer Tasse Tee oder einem Glas Wasser willkommen zu heißen, sie werden buchstäblich ent-wickelt, bekommen mit diesen Äußeren Anwendungen die Chance, sich aus ihrem krankmachenden Geschehen raus-zu-entwickeln.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAb Kapitel 6 werden die Phasen einer Krebserkrankung erläutert und unterschiedliche Ansätze vorgestellt, wie in Würde und Achtung begleitet werden kann. In der Schockphase nach der Diagnose begegnet man dem Menschen anders als einige Wochen oder Monate später. Sollten alle Behandlungsansätze nicht anschlagen, kann in der palliativen Phase (‚einen Mantel umlegen‘) immer noch genügend getan werden, damit der betroffene Mensch seinen Abschied vorbereiten kann und sich noch so wohl in seiner Haut fühlen kann wie möglich.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBemerkenswert finde ich das 7. Kapitel, in dem Toke sich auch um die Angehörigen kümmert. Das ist möglicherweise sogar der wichtigste Teil der Palliativpflege, denn die Erkrankten können sich oft eher mit ihrem Weg versöhnen als die Familie. Danach, auf Seite 68, startet der Repertorium-Teil des Buches, den übrigens die deutsche Pflegefachfrau Gisela Blaser begleitet hat: Das sind übersichtliche seitenfüllende Tabellen für alle vorher erwähnten Phasen der Krebserkrankung mit klaren Anweisungen und Dosierungsempfehlungen. Mir gefällt, dass Toke ihr Buch so knapp wie möglich und doch so ausführlich wie nötig geschrieben hat. Sie schließt ihr Werk mit einem Zitat des Künstlers Joseph Beuys: „die Mysterien finden am Hauptbahnhof statt„. Sie versteht seine Worte so, dass Mysterien (kleine Wunder) in der Öffentlichkeit stattfinden, wir uns jedoch nicht getrauen, sie als Mysterien anzuerkennen.

http://www.lenmedhealth.com/news/entry/international-nurses-day-2015Toke schreibt, dass es an der Zeit ist, in der Pflege vieles zu ändern. Getreu dem Motto des International Nurses Day 2015: „Nurses: a force for change. Care effective, Cost effective, improving Health and Wellbeing“ (Krankenpflegende – eine Kraft die Veränderung bewirken kann. Effektiv in der Pflege, kosteneffektiv und sowohl Gesundheit als auch Wohlbefinden verbessernd). Ich wünsche diesem ästhetischen Buch, dass es eine ganz große Verbreitung findet, dass möglichst viele von den wunderbaren Anwendungen umgesetzt werden können, dass sterbende Menschen in Frieden und von Düften und Wärme umhüllt gehen dürfen und dass vielleicht jemand zu Toke sagen wird (wie ich es auf einem meiner Kurse vernahm): „Bei dir haben es die Menschen gut, zu dir möchte ich zum Sterben kommen!“

Das wichtige Werk kann bei Amazon (klick!) für knapp 33 Euro bestellt werden. Auch direkt im Verlag ist es erhältlich, vor allem für InteressentInnen aus Österreich oder andern Ländern, zu denen Amazon nicht liefert. Ich habe inzwischen ein langes Gespräch mit Toke geführt und sie bat mich darauf hinzuweisen, dass bei Bestellungen ab 5 Stück, etwas für Kurse über Wickel und Kompressen, ein Rabatt gewährt wird (danke Toke!).

Nur eines vermisse ich am neuen Buch: Das niederländische Wörtchen ‘Lavendelbloempjes‘, es hört sich einfach entzückend an und viel schöner als nur trocken-deutsch: ‚Lavendel‘! 😉

katzenminze-molekül bei nierentumoren


Katzenminze
Gestern am Weltkatzentag wurde bei unserem Kater Leukämie diagnostiziert. Da er nur noch Fell und Knochen war, entschieden wir, ihm weiteres Dahinsiechen zu ersparen. Ein erster Tierarzt hatte ihm ein Antibiotikum verschrieben, kein Wunder, dass es dem Tierchen nicht besser ging. Vom 50-Gramm-Findling vor sechs Jahren bis gestern hatten wir viel Freude an dem immer zarten Tierchen.

Das erinnert mich an die wuchernde Katzenminze im Garten. Aus ihr kann ein bislang eher unbekanntes ätherisches Öl destilliert werden. Es kann je nach Chemotyp fast zitronig duften oder etwas dumpf-muffig. Der Name Nepeta cataria weist bereits darauf hin, dass es sich nicht um eine Minze handelt, sie sind jedoch miteinander verwandt. Die hohe Staude sieht man auch oft zur Bodenbegrünung (obwohl die eher graue Blättchen hat) von öffentlichen Grünflächen. Gartenbesitzer schätzen ihre attraktiven blau-lila Lippenblütchen, die aus der Ferne an Lavendel erinnern. Allerdings finden sie das Gewächs oft plattgedrückt und ramponiert und wer aufmerksam ist, weiß dass die eigene oder Nachbars Katze sich immer wieder darin wälzen. Das ätherische Öl wirkt regelrecht halluzinogen auf die schnurrrenden Vierbeiner (nicht jedoch auf Zweibeiner). Dr. Wabner hat mir amüsiert erzählt, wie er mit der Erlaubnis eines Tierpflegers ein Taschentuch mit etwas von diesem Öl in einen Löwenkäfig werfen durfte und die Raubkatze in Wonnen durchgedreht ist!

Eliane ZimmermannAn der Technischen Universität Dortmund wurde vom Team von Prof. Dr. Mathias Christmann entdeckt, dass ein Stoff im ätherischen Öl der Katzenminze namens Nepetalacton einem in der afrikanischen Pflanze Phyllanthus engleri entdeckten Stoff (Englerin A) sehr ähnlich ist. Es ist als hochwirksames Molekül identifiziert worden, welches etliche Zelllinien von Nierentumoren angreifen kann, ohne gesunden Zellen zu schaden. Dieses Jahr wurde veröffentlicht, dass man entschlüsseln konnte, wie dieser Mechanismus funktioniert. Ob man diese Erkenntnisse aus dem Labor in brauchbare Medikamente umsetzen kann, wird sich erst zeigen. Zu einer neuen Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft geht es hier.

Ein zweites wichtiges Einsatzgebiet dieses krautig-herb-minimal-minzig und etwas muffig riechenden Öles sind Antimückenmischungen, es hat laut Prof. Wabner eine hervorragende Abwehr-Wirkung. Wegen der enthaltenen Lactone, die sehr empfindliche Haut reizen können,  und weil es selten und teuer ist (ich hatte es früher von Primavera, ich weiß nicht, wo man es heutzutage erhält), sollte man es nur mit geringem Anteil in seine sommerlichen Mosquito-Mischungen geben.