pflanzen des jahres 2017


ganseblumchen_november_schriftxsDieses Jahr gehören weder die Arznei- noch die Heilpflanze des Jahres zu den Duftpflanzen. Doch Bellis perennis, die Heilpflanze des Jahres 2017 könnte eine gute Inspiration für ein selbst zu machendes Mazerat werden.

Die Rede ist vom Gänseblümchen, dieses unscheinbare, fast überall vorkommende „Unkraut“ mit dem großen Potenzial. Kaum jemand weiß, dass es voll mit Vitamin C steckt, also lecker, hübsch und gesund gleichzeitig ist, beispielsweise in Salaten (bitte nicht von Hundewiesen holen!!! 😉 ) Dieses Mazerat wurde einst „Arnika für Arme“ genannt und wirkt wie die verwandte Gebirgspflanze und auch wie unser wunderbares Antiprellungs-Hydrolat Immortelle. Diese zählt auch zur Familie der Asteraceae und ist so ziemlich das Wirksamste, was man bei blauen Flecken (Hämatomen) einsetzen kann. Die Pressemeldung des kürenden Vereines NHV-Theophrastus lautet:

„Das Gänseblümchen (Bellis perennis) gehört zur Familie der Korbblütler. Über ihre Heilwirkung ist aber bislang wenig bekannt. Deshalb will man sich stärker über die Heilkraft der Gänseblümchen informieren, wie der dem Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, (NHV Theophrastus) am Mittwoch in Chemnitz anlässlich der Wahl des Gänseblümchens zur „Heilpflanze des Jahres 2017“ mitteilte. Der Verein initiiert die Wahl.

Die Hauptinhaltsstoffe der mehrjährigen Pflanzen, die in fast ganz Europa heimisch sind, sind Triterpensaponine, außerdem ätherische Öle, Bitterstoffe, Schleimstoffe, fette Öle, Flavonoide sowie Gerbstoffe. Eine Prise Gänseblümchen im Tee habe sich laut NHV Theophrastus besonders in der Kinderheilkunde bewährt. Das helfe bei Schwächezuständen, Erkältung und Durchfall. Zudem werde die Pflanze bei Hautausschlägen, Verletzungen und als Hustenmittel genutzt. Belegt ist die Wirksamkeit allerdings für keines dieser Anwendungsgebiete, für die Blüten als Tee in der Volksheilkunde einsetzt werden. Ebenso wenig wie für die weiteren Indikationen Dysmenorrhöe und Amenorrhöe, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlaflosigkeit

Neben der Volksheilkunde kommt Bellis perennis nach der homöopathischen Lehre zum Beispiel bei Blutungen, Blutergüssen, Muskelschmerzen, Verletzungen und Überanstrengung und Hauterkrankungen zum Einsatz.“

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ein wunderbares Lebensmittel, das als Serotonin-Unterstützer für Stimmungsaufhellung sorgt und dazu auch noch preiswert ist, ist der Hafer. Süß und herzhaft, als Müsli, Suppe, Keks oder Bratling, die Verwendung ist fast grenzenlos. Es gibt auch ein gutes homöopathisches Beruhigungsmittel aus Hafer namens Avena sativa. Diese auch sehr unscheinbare Pflanze wurde vom interdisziplinären Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2017 gekürt. Dieses Getreide kann auch bei Hautproblemen, Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt werden, und zur Vorbeugung von Arteriosklerose und Diabetes mellitus Typ 2. Auf der Infoseite der Forschergruppe Klostermedizin ist nachzulesen: „Aus diesem Grund und weil die Gebiete der Dermatologie und der Ernährung bislang noch nicht durch die Arzneipflanzen des Jahres abgedeckt wurden, wählt der interdisziplinäre Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg den Saathafer zur Arzneipflanze des Jahres 2017.“ Die engagierte Heilpraktikerin Natascha von Ganski hat mehr zur therapeutischen Wirkung von Avena (klick!) geschrieben.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZur Duftpflanze des Jahres 2017 wurde die ROSE von theSCENTEDdrop gekürt. Diese Initiative nominiert jedes Jahr eine Pflanze, heuer zum fünften Mal, die uns mit einem wichtigen ätherischen Öl (und Hydrolat und fettem Öl) versorgt. Es soll damit Bewusstsein für die Wirkung von Kräutern und Duftpflanzen auf die Gesundheit sowie auf das soziale und kulturelle Leben geschaffen werden. Dazu wird ein Duft-Wettbewerb ausgeschrieben:

WETTBEWERB: Es gilt die Besten der Besten zu finden und zu prämieren!
Die kreativsten, die geistreichsten, die geschmackvollsten Ideen in Form von eingereichten Projekten in den u.a. Kategorien zur Duftpflanze des Jahres
(2013: Thymian, 2014: Melisse, 2015: Salbei, 2016: Lavendel, 2017: Rose) werden jedes Jahr im Rahmen einer unvergesslichen und alle Sinne ansprechenden Abendgala mit dem Award „theSCENTEDdrop“ ausgezeichnet. Teilnehmen kann jede/r. Alle Wettbewerbsteilnehmer/innen werden auf dieser Website in der eingereichten Kategorie erfasst und bleiben auch über die Veranstaltung hinausgehend auf dieser Vernetzungsplattform zur weiteren Kontaktaufnahme veröffentlicht. Diese Plattform wächst von Jahr zu Jahr und soll somit die Basis für eine interdisziplinäre und überregionale Vernetzung von Menschen und Institutionen darstellen, die mit heimischen Kräutern bzw. Duftpflanzen arbeiten.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDer Klatschmohn ist die Blume des Jahres 2017, gekürt von der Loki Schmidt Stiftung, diese möchte damit auf die Gefährdung und den Verlust von Ackerwildblumen aufmerksam machen und sich für die Förderung der bunten Vielfalt im Landbau einsetzen. Aus den roten Blütenblättern des Klatschmohns gewinnt man übrigens auch ein Mazerat, welches sehr schmerzlindernd, beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen, wirkt. Und es gibt das leider sehr schnell ranzig werdende leckere Mohnsamenöl.

Christine Lamontain hat mich noch auf den Baum des Jahres 2017 aufmerksam gemacht, die gemeine Fichte (Picea abies). Im Gegensatz zu den ätherischen Ölen der Kiefern und Tannen, enthalten  Fichtennadelöle einen deutlich höheren Anteil an entspannend wirksamem Bornylacetat, welches entkrampfend und entspannend wirkt. Fichtennadelbäder am Abend gehörten zur ersten „Aromatherapie“, die ich als Kind kannte, damals gab es kaum andere Badezusätze! Hier sind noch weitere Infos zum Fichtenbaum nachzulesen.

Advertisements

sanfte starke helfer – fette pflanzenöle und hydrolate


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFette Pflanzenöle haben es in sich und werden dennoch meistens unterschätzt, sowohl in Büchern, in Kursen als auch bei vielen Öleanbietern! Oft werden ein paar wenige davon zu ‚Trägerölen‘  reduziert. Dabei können sie so viel mehr als nur als Verdünnungsmedien zu dienen. Die darin enthaltenen ungesättigten Fettsäuren können in vielen Bereichen kleine Wunder bewirken: Manche haben venenstraffende Wirkung, andere helfen bei eitrigen Wunden, reduzieren Cellulite, schrecken Zecken ab, lassen Narben verschwinden. Ja, ein Öl kann sogar demenz-anfällige Nervenzellen umhüllen und ein anderes schützt nachweislich gesunde Haut und Schleimhaut rund um Gebiete, die durch Bestrahlungstherapien gehen müssen. Fette Pflanzenöle sind besonders für sehr sensible Haut geeignet, für Menschen die durch schwerwiegende medizinische Therapien gehen müssen und die ätherische Öle nicht gut vertragen. Und klar, sie sind ideale Helfer in der Hausapotheke für Kinder und Haustiere. An diesem Wochenend-Workshop werden wir zahlreiche dieser wichtigen natürlichen Heil- und Pflegemittel kennen lernen, sie riechen, schmecken, spüren, vergleichen.

Auch Hydrolate sind kleine Powerpakete – wer ahnt, dass sich hinter diesem eigenartigen Wort wahre kleine Wunder der Therapie und Hautpflege verbergen! Sie sind sehr viel mehr als nur die „Nebenprodukte“ der Destillation von Duft-Pflanzen. Ihre heilsamen Inhaltsstoffe und ihr meistens leicht saurer pH-Wert – durch stark ‚anti-ageing‘ wirksame Pflanzensäuren – wirken nicht nur hautfreundlich, sondern gleichzeitig entzündungshemmend, keimtötend, blutstillend und schmerzlindernd. Streng genommen sind Hydrolate die „Aromatherapie für Einsteiger“, denn sie sind ideal verdünnt und man kann darum fast nichts damit falsch machen. Wir werden von diesen „Wunderwässern“ einige riechen, schmecken und einsprühen, ihre therapeutische Wirkung als wertvolle Begleiter von Krebstherapien besprechen und ihren Einsatz als natürliche Luxuskosmetik kennen lernen. Am schönsten ist es, wenn man beide kombiniert, beispielsweise in einem wohltuenden und sehr hautpflegenden Schüttel-Elixier, wie auf dem Foto links zu sehen. Je nach gewählten Rohstoffen eignet es sich bei Gürtelrose, bei Schuppenflechte, bei zu Rötungen neigender Haut, bei chemo-strapzierter Haut und auch ganz trivial als Bodylotion und/oder Abschmink-Lotion.

verlust der zehen oder nicht? eine aromapflegerische herausforderung


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNachdem die Krankenpflege-Fachfrau Renate Figl, die auf einer Intensivstation arbeitet, mir die berührende Geschichte einer aromapflegerischen Intervention bei einem gefährlichen und hartnäckigen Fall schilderte, bat ich sie, mir die Geschichte ihrer Patientin aufzuschreiben. Ich gebe diese ausführliche Schilderung mit ihrer Erlaubnis weiter, auch die Patientin war damit einverstanden, sofern ihre Anonymität gewahrt bleibt. Danke, liebe Reni! [Achtung, wer keine heftigen Wunden anschauen kann, sollte nicht weiter runter gehen!]

„Ich lernte die Patientin an ihrem 5. stationären Tag kennen. Es handelt sich um eine junge Frau unter 20 Jahren, welche wegen einer Meningokokkensepsis (lebensgefährliche Infektion*) auf Station aufgenommen wurde. Unter anderem kam es bei der Patientin zu massiven Petechien (winzige Blutungen, als Pünktchen zu erkennen) über den ganzen Körper verteilt. Die Einblutungen nahmen an Größe zu und sind nach ein paar Tagen besonders sakral (im Kreuzbeinbereich) und an den Zehen nekrotisiert (absterbendes Gewebe) und somit zu einem pflegerischen Problem geworden. Nach dem Einverständnis der Betroffenen, der Eltern und der behandelnden Ärzte konnte die Aromatherapie beginnen.

Es war allerdings vereinbart, zwischen den Ärzten und mir, dass ich die Aromatherapie nur übers Wochenende ausführen dürfe, also von Freitagnachmittag bis zum Montag, anschließend würde ein Dermatologe hinzu gezogen. Widerwillig musste ich zustimmen, da ich noch in der Implementierungsphase der Aromatherapie stecke. Die zuständigen Arbeitskollegen/innen wurden von mir informiert und Dank ihrer Mitarbeit konnten wir die im Folgenden dokumentierten Erfolge erzielen.

Sacrum_Nekrose

links: Kreuzbeinbereich am 5. stationären Tag vor Beginn der Aromatherapie, rechts: 24 Stunden nach Beginn der Aromatherapie

Die Nekrosen (absterbendes/abgestorbenes Gewebe), insbesondere im Kreuzbeinbereich, zeigten eine pflegerische Herausforderung, an der wir unbedingt eingreifen mussten. Normalerweise wird sofort ein Dermatologe hinzu gezogen. Da es sich aber im Zeitraum der Festtage handelte, und kein Dermatologe zu erreichen war, bemühte ich mich mit Hilfe der Aromatherapie die Situation in den Griff zu bekommen.

Verwendete ätherische Öle

  • Immortelle, Helicrysum italicum 3%
  • Cistrose, Cistus ladaniferus 2%
  • Manuka, Leptospermum scoparium 1%
  • Lavendel fein, Lavandula angustifolia 1%
  • in fetten Ölen: Mandelöl, Prunus dulcis 70 ml
  • Johanniskrautöl, Hypericum perforatum 15 ml
  • Sanddornfruchtfleisch, Hippophae rhamnoides 15 ml
  •  Rosmarin, Rosmarinus officinalis Ct. Cineol 0,5%
Zeh_Nekrose

5. stationärer Tag, rechter Fuß

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

sakral: 24 Stunden nach Beginn der Aromatherapie

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Der Fuß am 5. stationären Tag

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

links: 24 Stunden nach Beginn der Aromatherapie, rechts: nach einem zweiten septischen Schub am vierten Tag der Aromatherapie

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

nach 10 Tagen Aromatherapie

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

nach 12 Tagen Aromatherapie

Es zeigen sich nekrotische Stellen am 1.-2. und 5. Zeh. Siehe Bild oben. Es konnten kaum noch Verbesserungen erzielt werden. Die Aromatherapie wurde deshalb nach 21 Tagen beendet. Es kam zur Diskussion ob eine pharmakologische bzw. chirurgische Entfernung der Nekrose sinnvoll wäre. Die Mobilität der Patientin wäre mit einer Wunde am Fuß stark beeinträchtigt gewesen, weshalb für den Moment eine Nekrosen-Entfernung nicht in Betracht gezogen wurde. Die Patientin wird nach 30 Tagen Intensivtherapie auf die Reha verlegt.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

Am Tag der Verlegung auf die Reha zeigte sich dieses Bild

Auswahl der ätherischen Öle und Begründung

Ich möchte die einzelnen Komponenten des revitalisierenden Öles, das wir verwendeten, vorstellen.

  • Immortelle, Helichrysum italicum: Es werden der Immortelle u.a. diese Wirkungen zu geschrieben: stark antikoagulierend – Hämatomöl – epithelisierend
  • Cistrose, Cistus ladaniferus: Es werden der Cistrose u.a. diese Wirkungen zu geschrieben:  stark antihämorrhagisch – stark antiviral – analgetisch – antibakteriell
  • Manuka, Leptospermum scoparium: Es werden dem Manuka u.a. diese Wirkungen zu geschrieben: stark antibakteriell – stark antimykotisch – stark hautregenerierend – antiphlogistisch
  • Lavendel fein, Lavandula angustifolia: Es werden dem Lavendel u.a. diese Wirkungen zu geschrieben: sedativ – antiphlogistisch – epithelisierend – analgetisch – angstlösend
  • Johanniskraut-Öl, Hypericum perforatum: Es werden dem Johanniskraut-Öl folgende Wirkungen u.a. zu geschrieben: antiphlogistisch – antibakteriell – antitraumatisch/schmerzlindernd
  • Sanddornfruchtfleisch-Öl, Hippophae rhamnoides: Dem Sanddornfruchtfleisch-Öl wird u.a. folgende Wirkung zu geschrieben: stark antiphlogistisch – analgetisch – stärkt und regeneriert die Haut
  • Rosmarin, Rosmarinus officinals Ct. Cineol: Dem ätherischen Öle von Rosmarin Ct. Cineol wird vor allem eine konzentrationsfördernde und durchblutungsfördernde Wirkung nachgewiesen. Da der Rosmarin aber auch den Blutdruck steigen lässt, habe ich zu Beginn der Anwendung eine 0,5% Lösung separat nur an den Zehen verwendet. Das Mandelöl dient als fette Trägersubstanz.

Anwendung und Behandlungsplan

Applikation: 3x täglich okklusiver Ölverband und  2x tägl. Einreibung der Zehen mit dem Rosmarin 0,5% in den ersten 24 Stunden. Nach 24 Stunden Aromatherapie konnte ich beobachten, dass die große Zehe, welche 2x täglich mit 0,5% Rosmarin officinalis Ct. Cineol eingerieben wurde, besser bzw. schneller heilte als die sakrale Zone, deshalb wurde das Revitalisierende Öl verändert, siehe weiter unten. Das revitalisierende Öl wurde 4mal erneuert. Dabei wurden einmal das Rosmarinöl hinzugenommen, dann die Konzentration der einzelnen Öle erhöht und schließlich die hautpflegenden Öle weggelassen. Siehe Behandlungsplan weiter unten.

Erstes Revitalisierendes Öl (02.01.)

  • Mandelöl
  • Johanniskrautöl
  • Sanddornfruchtfleischöl
  • 3% Immortelle
  • 2% Cistrose
  • 1% Manuka
  • 1% Lavendel fein

Nach Aufbrauchen der 100 ml Lösung innerhalb von zwei Tagen wurde ein

Zweites Revitalisierendes Öl angewandt (04.01.)

  • Mandelöl
  • Johanniskraut
  • Sanddornfruchtfleisch
  • Sonnenblumenöl (Ersatz für nicht ausreichend zur Verfügung stehendes Mandelöl)
  • 3% Immortelle
  • 1% Manuka
  • 1% Lavendel fein
  • 1 gtt Rosmarin Ct. Cineol

Cistrose war leider ausgegangen, und nach Ausgehen dieser Mischung innerhalb eines Tages wurde die dritte Mischung angewandt

Drittes Revitalisierendes Öl (es wurde nur mehr auf den Zehen angewandt (05.01.))

  • Mandelöl
  • Johanniskraut
  • Sanddornfruchtfleisch
  • 3% Immortelle
  • 2% Cistrose
  • 1% Rosmarin
  • 1% Lavendel fein
  • 1% Manuka

Viertes Revitalisierendes Öl (identisch mit dem 3. Revitalisierenden Öl (10.01.))

Fünftes Revitalisierendes Öl (12.01.) In Absprache mit den behandelnden Ärzten wurde beschlossen, die hautpflegenden Produkte weg zu lassen, da es sich auf den Zehen um eine intakte Haut handelte. Es wurde weiterhin beschlossen, vermehrt für die Durchblutungförderung zu arbeiten.

  • Mandelöl
  • 3% Immortelle
  • 2% Manuka
  • 1% Rosmarin

Beobachtungen und Schlussfolgerung

In den ersten 24 Stunden konnte ich beobachten, dass die Zehen, welche separat mit dem 0,5 % Rosmarinöl 2x täglich eingerieben wurden, schneller aufhellten als der Kreuzbeinbereich. Deshalb beschloss ich, Rosmarinöl in die Gesamtmischung hinein zu geben. Zudem hat sich der Allgemeinzustand der Betroffenen in den ersten 24 Stunden stark gebessert. Die Entzündungszeichen nahmen ab. Den Rosmarin habe ich bewusst niedrig dosiert, da ein hohes Embolierisiko bei der Patientin bestand und ich Angst hatte, falls etwas passieren würde, ich und meine Öle beschuldigt würden. Im Verlauf der Therapie wurde ich mutiger aufgrund der Erfolge und begann zunehmend höher zu dosieren.

Als am Montag der Dermatologe eintraf, war ich leider nicht im Dienst und als ich auf Station ankam, hatte ich ihn verpasst. Er übernahm wie bereits geschrieben, die Behandlung der sakralen und inguinalen Nekrosen, hatte aber keine Einwände am Fortführen der Behandlung mittels der Aromatherapie an den Zehen. Ein Erfolg! Ein weiterer Schritt in unserem sehr schulmedizinisch orientierten Regionalkrankenhaus! Am 3.-4. Aromatherapie-Tag kam es zu einem zweiten septischen Schub. Der Zustand der Patientin verschlechterte sich drastisch. Ebenso die Nekrosen. Wir fuhren mit der Aromatherapie fort bis zum 21. Tag. In der dritten Woche konnte kaum noch eine Veränderung beobachtet werden. Die Hämatome waren gelblich verfärbt und es zeigten sich abgegrenzt die nekrotischen Stellen. Es wurde beschlossen die Aromatherapie zu beenden.

Insgesamt 200 Euro kostete mich die Aromatherapie für den Erhalt der drei Zehen.

Eine chirurgische Entfernung bzw. eine pharmakologische Lyse wurde nicht in Betracht gezogen, da die Mobilität der Betroffenen im Vordergrund stand, und diese mit einer offenen Wunde am Fuß stark beeinträchtigt gewesen wäre.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Besuch auf der Reha-Station

Bei einem Patientenbesuch auf der Reha-Station konnte ich den Fuß noch einmal sehen. Die Hornschicht hatte sich gelöst. Am 5. Zeh war nur mehr ein Stecknadelkopf große schwarze Verfärbung erkennbar. Der 2. Zeh hatte eine gelblich bräunliche Verfärbung an der Kuppe und der große Zeh war mit der sich lösenden Hornhaut schwarz gefärbt. Der von der anderen Station nun hinzugezogene Dermatologe ordnete eine Fettsalbe und einen Verband an und entfernte die sich lösende Hornhaut.

Zitat der Patientin: „ Danke, du hast mir meine Zehen gerettet. Sonst hätten sie sie mir abgeschnitten. Dann wäre ich jetzt ein Krüppel …“

Sicherlich spielte eine große Rolle, dass die Patientin nur kurz und in den ersten Tagen katecholaminpflichtig war, und es sich um eine junge gesunde Person handelt. Die Katecholamine (besonders das Noradrenalin) verminderten den peripheren Blutkreislauf (besonders der Extremitäten), bedingt durch die Vasokonstriktion (Gefäßverengung). Die Gefäße werden durch diese Medikamente durchlässig, ein Gefäßleck verursacht deshalb den Austritt der Blutkörperchen in das Gewebe. Sichtbar zuerst als kleine punktförmige rote Flecken (Petecchien), die sich zunehmend über den ganzen Körper ausbreiten. Aber nicht nur an der Körperoberfläche, sondern auch intern in den verschiedenen Organen. Dabei verkleben die Blutplättchen, da die Blutgerinnung aktiviert wird und verstopft somit noch alles. Es kommt schließlich zur Minder- bzw. fehlenden Durchblutung des Gewebes. Es stirbt ab und wird nekrotisch.

Die sakrale Zone hatte sich in den ersten 24 Stunden der Aromatherapie sichtbar verbessert. Die lokalen Entzündungszeichen waren rückläufig. So hat sich am dritten Tag der Aromatherapie bereits nur noch die Nekrose heraus kristallisiert, welche dann vom Dermatologen behandelt wurde. Zuerst pharmakologisch aufgelöst und dann mehrmals in Abständen chirurgisch entfernt.

Ohne die Unterstützung des gesamten Teams hätten wir sicherlich nicht diesen Erfolg verzeichnen können. Ich möchte besonders meinen Kollegen/Innen, welche ohne jegliche Erfahrung im Bereich der Aromatherapie meinen Anweisungen gefolgt sind, danken. Dem Ärzteteam, welche mich gewähren ließen und meinen Vorgesetzten welche mir die Erlaubnis erteilten. Natürlich auch einen Dank an die Patientin und den Angehörigen, welche mit diesem vielleicht etwas ungewöhnlichen Behandlungsweg einverstanden waren.“

*Die Blogbetreiberin hat einige Fachbegriffe übersetzt/erläutert. Abbildungen: Collage Eliane Zimmermann, Patientenfotos: Renate Figl

centella, das kraut gegen cellulite, narben und falten


AiDA AromatherapyNach so vielen Molekülen samt Hirngymnastik nun mal wieder ‚was für’s leibliche Wohl. Der Frühling kam über’s Wochenende in riesigen Schritten, in Zürich war Sommermode angesagt und die Seminare, die ich hielt, ließen die Köpfe dampfen. Bei dieser Gelegenheit fand ich heraus, dass Farfalla nun auch das wunderbare Mazerat des Indischen Wassernabels im Programm hat: Centella asiatica ist der gebräuchliche Name dieser vielseitigen Heilpflanze, die im Ayurveda bereits seit „ewigen Zeiten“ verwendet wird (vermutlich circa 3000 Jahre). Das nicht ganz preiswerte fette Öl wird hergestellt, indem die abgerundeten, nierenfömigen Blättchen dieses Halbschatten und feuchte Ecken liebenden und nicht frostfesten Pflänzleins in Sesam- oder Sonnenblumenöl eingelegt werden (ähnlich wie Johanniskraut- und Ringelblumenöl); 30 ml kosten 12,50 Euro. Bereits in meinem ersten Aromatherapie-Lehrgang 1992/93 machte ich im Frühling darauf aufmerksam, dass es sich um das überzeugendste Produkt gegen Cellulite handelt, in Brasilien kennt es jede Frau, die ihren Samba-Körper auf die Strandsaison vorbereiten möchte.AiDA Aromatherapy

Idealerweise wird das Öl äußerlich auf die unschönen Dellen aufgetragen und gleichzeitig dazu sollte der Tee aus der getrockneten Droge (Apotheke) oder die Urtinktur eingenommen werden. Bei Maienfelser gibt es eine Lotion mit den Wirkstoffen des Krauts, Evelyn Deutsch vertreibt ein Duschgel und das passende Körper-Öl (angereichert um Birkenölmazerat und straffend-reinigende ätherische Öle). Weitere Wirkungen dieses unscheinbaren Gewächses, das man bei Rühlemanns bestellen kann, um täglich frisch (ein Blättchen) zu genießen: AiDA Aromatherapy

  • Es wird im Ayurveda als ein Rasayana betrachtet, ein Mittel das stärkt, regeneriert, „runderneuert“, gegen Erschöpfung und mentale Leere ankommt.
  • Es wirkt stark stimulierend auf den Kollagen-Stoffwechsel der Haut und somit gegen Falten und erschlaffte Partien.
  • Es verbessert Narbengewebe und hilft bei juckenden Hautausschlägen (als Ekzevowen-Salbe in der Apotheke erhältlich). Sogar bei verzögerter Vernarbung und bei wulstigen Narben (Keloiden) ist das Öl hilfreich.
  • In Indien soll es sogar bei Hautdefekten, die durch Lepra entstanden sind, helfen.

AiDA AromatherapyDie Pflanze ist auch als Tigergras, Gotu cola oder Fo-ti-tieng bekannt, der öfters zu lesende Name Brahmi(kraut) stammt jedoch aus einer Verwechslung mit einem anderen ayurvedischen Hirntonikum mit dem wissenschaftlichen Namen Bacopa monnieri (Kleines Fettblatt) aus der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Diese Pflanze liebt zwar auch feuchte Gründe, hat jedoch ganz andere Blättchen. In Tierversuchen zeigten sich gedächtnis- und intelligenzsteigernde Effekte.

Centella-Extrakte und Tees dürfen innerlich nur kurmäßig angewendet werden, also circa drei Wochen, danach zwei Wochen pausieren und dann bei Bedarf nochmals drei Wochen verwenden. Im Kraut sind folgende Wirkstoffe enthalten:

  • Asiaticosid sowie weitere Triterpensaponine
  • freie Triterpene
  • Flavonolglykoside
  • Hydrocotylin (Alkaloid)

Ganz selten findet man sogar ein ätherische Öl (Maienfelser) aus den runden Blättchen, es enthält Caryophyllen, p-Cymen, Germacren und Pinen (Quelle feenkraut).

Wer sich mit dem reinen Mazerat ein wirksames Cellulite-Balance-Öl herstellen möchte, kann es bis zu 50%-ig mit einem anderen fetten Pflanzenöl (Mandel, Traubenkern, Aprikosenkern etc) verdünnen und zwei oder drei der folgenden ätherische Öle zwei bis dreiprozentig hinzufügen (auf 50 ml fettes Öl insgesamt circa 15 bis 20 Tropfen ätherischer Öle):

  • Cedrus atlantica, Atlaszeder, reguliert die Fettzellen, mindert eventuelle entzündliche Prozesse im Bindegewebe
  • Citus limon/medica, Zitrone und Zedrat/Urzitrone, wirkt ausleitend auf das verschlackte Bindegewebe, wirkt antioxidativ und gegen Zellschäden, festigt die Blutgefäße, wirkt zusammenziehend (adstringierend)
  • Citrus paradisi, Grapefruit, stimuliert sanft die Lymphe und die „Reinigung“, wirkt antioxidativ und gegen Zellschäden
  • Citrus sinensis, Orange/Apfelsine/Blutorange, stimuliert sanft die Lymphe und die „Reinigung“, wirkt antioxidativ und gegen Zellschäden
  • Cupressus sempervirens, Zypresse, mindert eventuelle entzündliche Prozesse im Bindegewebe und gibt Straffung sowie Struktur
  • Foeniculum vulgare, Fenchel, wirkt mild aquaretisch (‚entwässernd‘) und reguliert den weiblichen Hormonhaushalt
  • Pelargonium graveolens/asperum, Rosengeranie, stabilisiert das Gewebe, harmonisiert ‚Ausrutscher‘ im Bindegewebe, reguliert den weiblichen Hormonhaushalt, ohne direkt in ihn einzugreifen
  • Rosmarinus officinalis Ct. Verbenon oder Ct. Cineol, Rosmarin, fördert die Durchblutung, stimuliert entgiftende Prozesse
  • Juniperus communis (Wacholder), wirkt mild aquaretisch (‚entwässernd‘)

AiDA AromatherapyVor der Anwendung (nur auf feuchter Haut zB nach dem Duschen oder vorher mit Rosenhydrolat besprühen) unbedingt eine kurze Trockenmassage der betroffenen Partien durchführen. Diese stimuliert die Lymphe, so dass Reinigungsprozesse schneller erfolgen und sie macht die Haut bereits nach wenigen Tagen babyzart (naja, fast!).

Kleine Centella-Fotos: Denise Manternach

carrier oils as healing substances


Wer kann japanisch? Ich nicht! Trotzdem ist ein Artikel von mir über fette Öle und ihre heilenden Eigenschaften in einer der renommierten Fachzeitschriften erschienen: Aromatopia.

Diese Information widme ich also meiner bislang einzigen japanischen Kursteilnehmerin (in München) und derjenigen, die im Land der aufgehenden Sonne die wahre Räucherzermonie erlernte (in Zürich). Und natürlich meiner fleißigen Übersetzerin, die sich auch durch mein Fachbuch „quälte“ (in Tokyo).

Do you speak Japanese? I don’t – but even though an article about the healing virtues of vegetable oils was published in the Japanese magazine Aromatopia recently.

Immerhin ist mein Name in lateinischer Schrift zu finden!

Pflichtfläschchen für Eltern


Hier auf der Insel gehen bald die Stürme los, es bläst zwischendrin schon heftig. Klar, dass einer unserer Söhne schon Ohrenweh hatte. Seit wir die folgenden beiden Maßnahmen kennen und anwenden, war erst einmal eine Antibiotikum nötig, immerhin in circa 10 Jahren!
Ohrenweh-Öl
Diese Ätherische-Öle-Mischung ist nicht für eine Selbstbehandlung einer Mittelohr-Entzündung geeignet, sie wirkt jedoch ausgezeichnet vorbeugend, damit es erst gar nicht dazu kommt. Wir haben unseren Jungs richtig ‚eingedroschen‘, dass sie sich möglichst bei jedem kleinsten Ziepen, Summen, Pochen melden sollen und seitdem dauert keine Ohrenweh-Episode länger als drei Tage.

  • 20 ml Johanniskraut-Mazerat (Rotöl) mit
  • je 3 Tropfen Cajeputöl, Lorbeerblätteröl und Lavendel fein-Öl und
  • je einem Tropfen Zitronen-Eukalyptus-Öl (oder Zitronenmyrte) und Manuka-Öl vermischen.

Anwärmen und rund um betroffenes Ohr/Ohrmuschel sanft einreiben und einige Tropfen auf einen Wattebausch, vorsichtig ins Ohr einführen. Kein Öl direkt ins Ohr träufeln! Wichtig: das Ohr warm halten (Wollkompressen/Stilleinlagen, Wollschal, Wärmflasche/Rotlicht). Bei Kindern unter 6 Jahren und bei starken Allergikern das Lorbeeröl weg lassen, es wirkt extrem schmerzlindernd und entstauend, kann aber bei super-empfindlichen Leuten die Haut leicht reizen, zumindest wenn man nicht 1a-Qualität erwischt. Ganz wichtig: Begleitend die sensationellen homöopathische Tropfen „Otovowen“ (klick!) nach Packungsbeilage verabreichen. Das Foto zeigt die Lorbeerblüte, daraus entwickeln sich kleine olivenartige Früchte.

Johanniskraut-Mazerat – keine unerwünschten Nebenwirkungen


Immer wieder werde ich darauf angesprochen, dass Ärzte und Pflegedienstleitungen den bewährten äußerlichen Einsatz von Johanniskrautöl/Johanniskrautmazerat (Rotöl) neuerdings verbieten. Zugrunde liegt ein Missverständnis wegen zahlreicher wissenschaftlicher Studien, die besagen, dass INNERLICH eingenommene, hochkonzentrierte Johanniskraut-Extrakte fatale Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen können. Eine neue Studie gibt wissenschaftlich fundierte Entwarnung.
Medikamente mit plus/minus 1000 mg Hyperforin, so heißt die antidepressiv wirksame Leitsubstanz, ein sehr flüchtiges Molekül, besitzt eine unerwünschte Nebenwirkung für einige wenige Patientengruppen. Betroffen sind vor allem transplantierte Menschen und auch solche, die Medikamente gegen AIDS einnehmen müssen. Sie dürfen keine hyperforin-haltigen Präparate innerlich einnehmen. Niedrigdosierte Präparate stellen laut einer neuen Studie (September 2008) wiederum keine Gefahr dar, diese haben dann jedoch nicht die ausgeprägte antidepressive Wirkung: Mueller SC, Majcher-Peszynska J, Mundkowski RG, Uehleke B, Klammt S, Sievers H, Lehnfeld R, Frank B, Thurow K, Kundt G, Drewelow B.: No clinically relevant CYP3A induction after St. John’s wort with low hyperforin content in healthy volunteers. Eur J Clin Pharmacol. 2008 Sep 3.
Gegen die schmerzlindernde ÄUSSERLICHE Anwendung von Johaniskraut-Mazerat bestehen dagegen keinerlei Bedenken, diese Produkte enthalten ohnehin nur 2,2 bis 20,8 mg pro 100 ml Johaniskraut-Mazerat, dass laut einer Studie nach fünf Wochen verflüchtigt war: P. Maisenbacher und K.-A. Kovar, Planta Med., Bd. 58 (1992), 351-354 und J. Hölzl, L. Demisch und S. Stock, PlantaMed., Bd. 55 (1989), 601 -602. Je nachdem, ob das Mazerat unter Einwirkung von Sonnenlicht oder ohne hergestellt wurde, kann der Hyperforin-Gehalt noch geringer sein. Neuerdings wird ein Auszug ohne Sonnenlicht empfohlen, um unnötige Peroxid-Bildung zu vermeiden. Peroxide können die kranke und gereizte Haut weiter schädigen.
Mehr Infos zum Thema, u.a. eine Liste mit Medikamenten, die nicht verträglich sind mit hoch dosierten Hypericum-Extrakten, sind zu finden auf meiner neuen „Fragen und Antworten-Rubrik“.
Es wäre schade, wenn dieses wunderbar effektive traditionelle und preiswerte Mittel wegen unnötiger Missverständnisse oder gar wegen Desinformation aus der Krankenpflege verschwinden würde! Denn es ist nicht nur wundheilend und schmerzlindernd, sondern auch wirksam in der MRSA-Prophylaxe und wirkt nachgewiesenermaßen antitumoral! Fast eine „eierlegende Wollmilchsau“.