aromapflege bei schmerzen und anderen chronischen erkrankungen


Manuka - das Pflanzen-Antibiotikum

Das Öl (und der Honig) des Manuka-Baumes sind wundervolle Unterstützer zur Heilung von (chronischen) Infektionen

Da zwei angemeldete Personen nicht zur Duft-Erlebnis-Woche Ende Mai (28. Mai bis 04. Juni) kommen werden, möchte ich gerne zwei (oder mehr) kurz entschlossenen InteressentInnen die preisreduzierte Gelegenheit zu diesen schönen Tagen rund um die Manukablüte anbieten (hoffentlich, die Nächte sind noch sehr kalt, doch ab Montag soll sich endlich ein richtiger Frühling einstellen). Wer für eine der Personen einspringt, erhält den Frühbucher-Rabatt von 50 Euro, sollten beide Plätze wieder besetzt werden, gibt es einen Rabatt von 150 Euro (also pro Person 75 Euro).

Manukabaum

In Südwest-Irland wachsen die höchsten Manuka-Bäume Europas, die Pflanze ist in Neuseeland heimisch und dort ein sehr wichtiges Heilmittel

Ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert, wie man sich in sehr vielen Fällen von chronischen Wehwehchen, sei es Hautgeschichten, Migräneattacken, Wadenkräpfen, MRSA-Infektionen, immer wieder kehrenden Hexenschuss-Überfällen und Blasenentzündungen, sowie vielem mehr mit ätherischen und fetten Ölen sowie mit Hydrolaten und einfachen Mitteln, die (fast) jeder im Haushalt hat, helfen kann. Darum widme ich seit einigen Jahren eine meiner Duft-Erlebnis-Wochen in unserem schönen Seminar- und Gästehaus am Meer diesem Thema. Ich erläutere wissenschaftliche Erkenntnisse zu diesem Thema, berichte von wunderschönen Erfahrungen mit diesen einfachen Hausmitteln, zeige auch neue Produkte wie das prima schmerzlindernde Magnesiumöl, führe auf „Expeditionen  ins Grüne“ zu heilenden Wild- und Duftpflanzen. Klar dass ich im Laufe dieser Woche auch viele Rezeptideen vorstelle und dass wir zusammen einfache und wirksame Mittel für unsere Hausapotheke rühren werden.

Manukabaum

Wir fahren mit dem Boot nach Garinish Island, vorbei an vielen dösenden Seehunden, dort auf der Garteninsel blühen besonders schöne Exemplare von Leptospermum scoparium, meistens in den letzten Maitagen und in der erste Junihälfte. Dort hats die Wildform, weiß blühend und ungefüllt und einige der Zierformen, knallpink und gefüllt.

Heute in drei Wochen ist es also wieder soweit, und dieses Mal konnte ich Heilpraktikerin Gisela Cordes zu meiner Ergänzung dazu gewinnen, ihre fantastischen einfachen Griffe aus der SelaCor-Methode nach Breuss und Dorn zu zeigen und mit uns zu üben. Man kann diese einfachen, doch fast wundersam wirkenden Griffe prima bei sich selbst und bei seinen Lieben im Falle von Hexenschuss und Co. anwenden und sich möglicherweise auf diese Art viel Leid und reichlich Schmerzmittel ersparen. Die sympathische Gisela ist so gut in ihrer weiterentwickelten Dorn-Methode (dort habe ich diese einst erlernt), dass ich jede Anreise, jeden Flug auf mich nehme, um von ihr liebevoll be-HAND-elt zu werden. Meistens reichen ein bis zwei Sitzungen, um langanhaltenden Erfolg zu erzielen. Sie wird uns also in ihr HANDwerk schauen lassen.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

  • 28.05.-04.06. Aromapflege – sanfte und wirksame Begleitung bei Schmerzen und chronischen Erkrankungen, mit Heilpraktikerin Gisela Cordes, wir üben Griffe nach der Dorn-Breuss-Selacor-Methode (Schmerzen schnell und wirksam beheben)
  • Kosten für die zwei kurzentschlossenen ErsatzteilnehmerInnen (es gilt die Reihenfolge der Anmeldung): 940 € (eine Person) bzw 915 € (je Person bei zwei zusammen anreisenden Personen) für 6 Tage inkl. Übernachtung im Zweibettzimmer, Vollpension, Rohstoffe für die Ölemischungen der Hausapotheke, Exkursionen, Eintritte und Bootsfahrt. Begleitpersonen, die nur an den Exkursionen teilnehmen möchten sind willkommen (790 €, Kinder unter 5 J. kostenlos, bis 12 J. halber Preis, deutschsprachiger Babysitter kann gebucht werden). Die Duftwochen beginnen jeweils am Anreise-Samstag um 19 Uhr* mit einem gemeinsamen warmen Abendessen, der darauf folgende Samstag ist der Abreisetag.
  •  

    Der Flug erfolgt am besten mit Aer Lingus nach Dublin, vom Flughafen-Terminal fährt stündlich der bequeme Aircoach-Bus nach Cork (circa 16 Euro, 3 bis 3,5 Stunden), wo unser Abholservice oder der öffentliche Bus zu uns abfährt. Gutschein_AiDA2016_Muster_xsEs gibt auch entweder einen Direktflug (ab München, jedoch nicht samstags) oder über Amsterdam nach Cork, das ist die charmante zweitgrößte Stadt Irlands. Die Details und Preise sind hier (klick!) nachzulesen, das Übersichts- und Anmeldeformular befindet sich hier (klick!), die beiden bebilderten Broschüren zu allen Aromatherapie- und Gartenwochen-Veranstaltungen können in der rechten Spalte zum Runterladen angeklickt werden. (* bei Verspätung unseres Abhol-Services auch schon mal um 19:30 Uhr)

chemotypen – warum bescheid wissen nützlich ist [teil 1]


Thymianarten_beschrKürzlich verfolgte ich auf Facebook eine Diskussion, in der es um Chemotypen vom Thymianöl ging. Jemand meinte, es sei doch nicht wichtig, sich mit diesem Unterschied zu befassen. Hoppla, dachte ich mir, da hat jemand allenfalls eine theoretische „Ausbildung“ in Aromatherapie durchlaufen. Wer die Gelegenheit hatte, die unterschiedlichen Thymianöle ausgiebig schnuppernd zu vergleichen, wird Welten zwischen diesen Düften fest stellen können.

In Prüfungen, die ich abnehme, bekommt jede/r Proband/in zwei konträre Öle zu riechen, also beispielsweise Thymian Ct. Linalool und Thymian Ct. Thymol. Weil die Prüflingen naturgemäß immer sehr aufgeregt sind, muss gar nicht identifiziert werden, um welche Pflanze oder um welches Öl es sich handelt, schon gar nicht verlange ich den wissenschaftlichen Namen der Pflanze. Nein, ich frage ganz einfach: Welches Öl würdest du einem Kleinkind geben, welches nicht? Welches Öl passt eher zu einem robusten und ingesamt gesunden Mann (der momentan erkältet ist)? Welches Öl würdest du eher einer sehr alten zarten Frau gegen ihren Husten einreiben?

Bislang konnte jede/r diese Fragen beantworten, wenn die Nase sich beteiligen durfte/konnte. Das ist einer der Gründe, warum ich gegen Fernstudien ganz ohne Präsenzunterricht bin. Bei manchen Naturdüften geht es nicht ohne Nase (eigentlich bei allen!). Als zukünftige Fachperson für ätherische Öle, MUSS man sich mit den unterschiedlichen Gerüchen der Chemotypen mancher Öle auskennen und sie möglichst er-riechen können. Ist in einem Rosmarin besonders viel Campher enthalten, verwende ich es nicht bei Kleinkindern und schwangeren Frauen, duftet Myrtenöl eher blumig-süß statt eukalyptusartig, werde ich ersteres eher dem Asthmatiker empfehlen. Ganz zu schweigen von der Gesamtqualität von ätherischen Ölen: Diese sollte nach einiger Erfahrung gerochen werden können, also ob etwa bei Rosenöl oder Jasminabsolue tüchtig mit Labormolekülen nachgeholfen wurde oder nicht, ob Lindenblüte natürlichen Ursprungs ist oder synthetisch (letzteres duftet sogar meistens viel besser😦 ).

Thymian_x_citriodorus_xsAuch ist die geschulte Nase beim Beurteilen, ob ein Naturduft zumutbar für die Haut ist, immens wichtig: Selbst Lavendel hält nicht ewig (strenge Stimmen sagen nur 1,5 Jahre, wenn empfindliche Haut damit behandelt werden soll), Lemongrass verliert mit der Zeit seine frisch-zitronige Note, Mandarine erinnert leider viel zu schnell an verschimmeltes Obst, Teebaum weckt Assoziationen an Pinselreiniger. Wie soll man diese immens wichtige Qualitätskontrolle per Fernstudium lernen?! Und wie soll man die tiefe innere/seelische Wirkung von Naturdüften erfahren können, wenn man nicht in Ruhe an ihnen schnuppern kann!!?? Doch nun zurück zum Thymian.

Das ätherische Öl aus den Zweiglein und Blättchen des  Thymus vulgaris wird aus (mindestens) sechs Chemotypen destilliert, also aus Thymianpflanzen mit sechs unterschiedlichen chemischen Schwerpunkten (oder Leitsubstanzen). Je nachdem wie hoch auf dem Berg oder wie nah am Meer das Heilkraut wächst, reagiert es unter anderem auf die UV-Strahlung und bildet andere Inhaltstoffe in unterschiedlichen Zusammensetzungen aus.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDas klassische, seit Jahrhunderten in der Medizin bekannte Thymianöl stammt aus Pflanzen in eher niedrigen Lagen und ist reich an Thymol und Carvacrol, das sind stark wirksame Monoterpen-Phenole (Moleküle aus 10 Kohlenstoffatomen, die sich innerhalb des Moleküls zu einer Sechserkette „verknoten“). Diese sind für fast jeden krank machenden Mikroorganismus fatal. Man nannte diese zwei streng duftenden Öle früher Thymian rot (Ct. Thymol) und Thymian schwarz (Ct. Carvacrol), da beide Moleküle die Eisendestille angreifen und sich das Öl dann entsprechend verfärbt. Heute werden jedoch fast nur noch Edelstahldestillen bei der Produktion eingesetzt, so dass das Öl transparent-hellgelb ist. Die bekanntesten Chemotypen von Thymus vulgaris L. sind:

Thymian Ct. Thymol (Thymus vulgaris L.) enthält – je nach Lieferant – zwischen 35 und 55 Prozent Thymol und ist somit eines der besten Öle bei der Abwehr von Infektionen im HNO-Bereich und bei Pilzinfektionen, vor allem der Füße. Zudem ist es hilfreich bei Schmerzen von Gelenken und Muskeln. Da die Monoterpen-Phenole jedoch auch stark haut- und schleimhautreizend wirken, darf für den Hausgebrauch immer nur eine maximal 1%-ige Verdünnung auf die Haut aufgetragen werden

Die selteneren Thymianöle gedeihen nur in hohen und mittleren Lagen (benötigen also mehr ultraviolettes Licht, um die sanften Inhaltsstoffe auszubilden), sie sind wesentlich kostenintensiver, eignen sich jedoch wegen ihres hohen Gehaltes an verschiedenen hautfreundlichen Monoterpenalkoholen Linalool, Thujanol-4 und Geraniol besser für die Selbstbehandlung.

Thymian Ct. Linalool (Thymus vulgaris L.) findet man fast immer bei gut sortierten Ölefirmen, dieses fein duftende Öl beeinflusst den Atemtrakt positiv bei Erkältung, Husten, Bronchitis, Ohrenschmerzen und Stirnhöhlenentzündung – insbesondere sehr empfindlichen (älteren) oder beeinträchtigten Menschen und bei Kindern.

Thymian Ct. Thujanol-4 (Thymus vulgaris L.) ist schwer zu kultivieren und darum eher eine seltene und kostenintensive Rarität (das Öl kann über 30 Euro für 5 ml kosten!). Es wirkt stark antiviral und zeigt insbesondere bei gynäkologischen Clamydien-Infektionen gute Erfolge.

Thymian Ct. Paracymen [auch p-Cymen] (Thymus vulgaris L.) ist in der französischen Aromatherapie beliebt als starkes Mittel bei Gelenk- und Muskelschmerzen, das Öl kann je nach Gehalt an p-Cymen bei empfindlicher Haut irritierend wirken.

Thymus_serpyllum_Sandthymian_xs

Andere Thymian-Arten, die also keine Thymus vulgaris L. sind, können auch gut in der Aromatherapie eingesetzt werden, auch unter ihnen sind Chemotypen bekannt.

  • Thymus mastichina (L.) L. enthält bis zu 75 Prozent 1,8-Cineol, duftet also eukalyptusartig-frisch. Da das Öl in seiner Heimat Spanien als mejorana bekannt ist, ist es im deutschsprachigen Bereich oft als (Wald-)Majoran zu finden, es setzt sich jedoch völlig anders als das Öl des echten Majoran (Origanum majorana) zusammen. Es ist ein ausgezeichnetes Anti-Erkältungsöl, das auch Kinder gut vertragen, da es weder stechend noch medizinisch riecht.
  • Thymus serpyllum L. ist der in ganz Europa auch wild wachsende Quendel, sein Öl kann in Zusammensetzung und Duft sehr unterschiedlich ausfallen.
  • Thymus zygis L. aus Spanien gilt gegenüber dem Thymian Ct. Thymol-Öl aus der Provence als nicht so hochwertig, seine bis zu 75 Prozent an hautreizendem Thymol machen die Anwendung für Laien schwierig. Diese Pflanze kann auch einen seltenen milden Linalool-Chemotyp hervorbringen.
  • Thymus capitatus (L.) Hoff. et Link. (oder Coridothymus capitatus) wird auch Spanischer Oregano genannt, durch den Gehalt von bis zu 70 Prozent hautreizendem Carvacrol ist es nicht für den Hausgebrauch geeignet.
  • Thymus citriodora ist eine unkorrekte Bezeichnung für Thymus x citriodorus (Pers.) Schreb., das ist der Zitronenthymian, oft wird jedoch der Linalool-Typ auch
    als Zitronenthymian bezeichnet.

Achtung: Die phenolhaltigen Thymianöle, also Chemotyp Thymol und Chemotyp Carvacrol sollten niemals unverdünnt auf der Haut verwendet werden und nicht dauerhaft bei sehr hohem Blutdruck im Einsatz sein, sie gehören nicht in die Hände von medizinischen Laien.

Studie: Eine nützliche wissenschaftliche Arbeit zu Thymianöl und seine Wirkung gegen vielfach resistente Bakterienstämme, die im klinischen Bereich vorkommen: Sienkiewicz M, Lysakowska M, Denys P, Kowalczyk E: The Antimicrobial Activity of Thyme Essential Oil Against Multidrug Resistant Clinical Bacterial Strains. Microb Drug Resist. Microb Drug Resist. 2012 Apr;18(2):137-48.

Thymus_mastichina_webAusprobieren: Zwei Öleanbieter führen jeweils etliche Thymianöle: Maienfelser hat derzeit 17 (!) unterschiedliche Thymianöle im Angebot, Oshadhi und Ronald Reike bieten immerhin jeweils acht unterschiedliche Thymiandüfte.

Abbildung T. mastichina: Vielen Dank an Patrizia Wyler Cassani, die extra für mich in den Botanischen Garten zum Fotografieren ging, damit auch ich mal lerne, wie die Rarität des hübschen Thymus mastichina aussieht!

impressionen vom aromatherapie-kongress ’30 jahre farfalla‘ – teil 1


Zürich_See_Volkmar_HeitmannEs herrschte traumhaftes super-heißes Wetter: Am 6. und 7. Juni wurde das 30-jährige Bestehen einer großen Ätherische-Öle-und-Naturkosmetik-Firma ausgiebig im wunderschönen Botanischen Garten Zürich gefeiert: Farfalla.

Farfalla_Kongress_2015_Volkmar_HeimannIch war als Moderatorin und Vortragende dabei. Darum kann ich mit meinen schnellen Handy-Fotos auch nur sehr mäßig Eindrücke wiedergeben (vielen Dank an Volkmar Heitmann für das Auffüllen mit scharfen Fotos!). Der Kongress war ausverkauft und der schöne Vorlesungssaal somit voll.

Evelyn_Deutsch_xsDer Samstag wurde von der bekannten und erfahrenen Krankenpflegenden, Schulleiterin, Autorin und Drogistin Evelyn Deutsch-Grasl aus Tirol eingeläutet. Sie berichtete ausführlich über den erfreulichen Einzug der Aromapflege im professionellen Pflegealltag. Neben „technischen“ und juristischen Rahmenbedingungen berichtete sie von interessanten wissenschaftlichen Arbeiten, beispielsweise von einer Intensivstation, auf der PatientInnen erfolgreich mit dem von ihr entwickelten Pflegeprodukt ‚Atem-Aktiv-Pflegeöl‘ gepflegt wurde, die Kontrollgruppe nur mit Mandelöl. Nachzulesen auf Seite 14 in ihrer kostenlosen Zeitschrift ‚Hand in Hand mit der Natur‘, die hier (klick!) gelesen werden kann.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEvelyn berichtete ferner von der Krankenpflegenden Susanne Mild, die ätherische Öle bei demenziell veränderten Menschen erfolgreich einsetzt. (Die Bachelorarbeit von S. Mild ‚Aromapflegeanwendungen bei dement kranken Patienten: Eine Übersicht über Aromapflegeanwendungen, welche die Agitiertheit bei dement kranken Patienten reduzieren können‘ kann für 23,90 € hier als kleines Buch gekauft werden, einen Powerpoint-Vortrag kann man auf der Seite der OeGWA runterladen).

Besonders spannend ist die angekündigte Veröffentlichung einer neuen Aromatogramm-Arbeit von Dr. Gerda Dorfinger (Wien), in der sie zeigen konnte, dass in ätherischen Ölen, die absichtlich mit Keimen kontaminiert wurden, nach 30 Minuten bei 20 Grad die jeweiligen Keime nicht mehr nachgewiesen werden konnten. Getestet wurden die Keime Staphylococcus aureus, Staphylococcus aureus MRSA, Escherichia coli ESBL. Die Öle waren Thymian Ct Thymol, Thymian Ct Linalool, Lavendel fein und Teebaum (bush oil). Das ist eine Art Auffrischungs-Studie einer inzwischen als veraltet geltende, aber für den Pflegebereich hoch wichtigen Studie von Kerr und Maudsley (1999). Viele der von Evelyn angesprochenen Themen sind in der dritten Auflage des Aromapflege Handbuch (klick!) nachzulesen, inzwischen eine Art Bibel für Aromapflegende😉 .

Daniela_RyfDer nächste Vortrag beschäftigte sich mit einem Thema, das mir in gut 25 Jahren Aromapraxis so noch nicht begegnet ist: ‚Aromatherapie im Spitzensport‘. Die in der Schweiz sehr bekannte Triathletin Daniela Ryf berichtete, wie sie nach kleinen, jedoch sehr lästigen Krankheiten mit Hilfe von ätherischen Ölen wieder fit für ihre harten Wettbewerbe wurde. Ihr bevorzugtes „aromatisches Doping“ (welches nicht verboten ist) sind Zitronenöl und Pfefferminzeöl, um ihr oft angeschlagenes Immunssystem fit zu halten, und Rosmarin, um eine deutliche Leistungssteigerung zu erreichen und auch Schmerzen zu reduzieren. Um eine maximale Erholung nach so hartem Training zu erreichen, schwört sie auf Lavendel- und Melissenöl. Daniela Ryf musste nach dem Vortrag auch gleich wieder zum Training eilen und gewann prompt den Ironman in Rapperswil des folgenden Tages! Gratulation!

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieProfessor Dr. rer. nat. habil. Jürgen Reichlings Kommen war besonders schön, da er immer noch ein bisschen an den Folgen einer orthopädischen Operation leidet. Er hat sich „Ewigkeiten“ an der Uni Heidelberg mit Viren, Bakterien und ätherischen Ölen beschäftigt und erinnert uns immer wieder daran, dass die Summe der Bestanteile vieler ätherischer Öle klar nachweisbar wirksamer ist als einzelne Inhaltsstoffe (anders als gerne in der Wissenschaft behauptet).

Dr. Reichling berichtete in seinem Vortrag „Ätherische Öle als Phyto-Antiinfektiva“ u.a. von Erkenntnissen mit dem kommerziell erhältlichen Ätherisch-Öl-Mix namens Olbas-Tropfen (klick!), dass es bei einer Spalthautoperation (Transplantation) besser desinfizierend wirkte als die üblicherweise eingesetzten Jodpräparate. Die Arbeit zu diesem Themenkreis seiner Kollegin Manuela Böhm wurde zwar noch nicht veröffentlicht, doch kann man einiges dazu auf folgenden zwei Studien nachlesen: Heidary Navid M, Reichling J, Schnitzler P. Antiherpetic activity of the traditionally used complex essential oil Olbas. Pharmazie. 2013 Aug;68(8):702-5 und Hamoud R, Sporer F, Reichling J, Wink M. Antimicrobial activity of a traditionally used complex essential oil distillate (Olbas(®) Tropfen) in comparison to its individual essential oil ingredients. Phytomedicine. 2012 Aug 15;19(11):969-76.

Am Beispiel von Teebaumöl erläuterte Dr. Reichling, wie dieses einer Escherichia coli-Bakterie (in vitro) schaden kann:

  • es fördert die Bildung extrazellulärer Blasen
  • die Zellatmung (des Keimes) wird gehemmt
  • es bilden sich Mesosomen (Auffaltung der Zytoplasmamembran)
  • die Permeabilität der Zellmembran verändert sich

Das Ganze nennt der Wissenschaftler Multitarget, d.h. es werden sozusagen einige unterschiedliche Ziele in und an der Bakterie angeschossen, so erhöht sich der therapeutische und pflegerische Erfolg gegenüber pharmazeutischen Produkten, die nur auf ein Ziel ausgerichtet sind (und wenn das ausgewählte Produkt das Ziel verfehlt, verringern sich die Heilungschancen). Prof. Reichling empfahl folgende neuere interessante wissenschaftliche Arbeit zum Thema: Nazzaro F, Fratianni F, De Martino L, Coppola R, De Feo V. Effect of Essential Oils on Pathogenic Bacteria. Pharmaceuticals 2013, 6(12), 1451-1474. Sie kann hier (klick!) kostenlos runtergeladen werden.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

ingeborg_stadelmann_volkmar_heitmann_2015 Im kleinen Hörsaal konnten wir mit vier Absolventinnen der Farfalla-Aromatherapie-Ausbildung sprechen und ihre Abschluss-Arbeiten bewundern, viele Bücher, nicht nur der ReferentInnen konnten angeschaut und gekauft werden, auch ein verführerisches Angebot von ätherischen und fetten Ölen sowie Hydrolaten konnte geschnuppert und gekauft werden.

Im Foyer konnte auch der Wissenshunger gestillt werden: Man konnte in der neuen und in alten Ausgaben von Forum Essenzia blättern, Ingeborg Stadelmann und Volkmar Heitmann hielten dem Backofen an der sonnigen Fensterfront tapfer stand und standen zu vielen Gesprächen und Fragen bereit.

Forum_Essenzia_Stand_Zürich2015Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapiePriv.-Doz. Mag. Pharm. Dr. rer. nat. Dr. phil. Sabine Krist entführte uns nach der Mittagspause in die Welt der Fette und Öle. Sie betonte die Rolle der wertvollen Fettbegleitstoffe, die in billigen raffinierten Supermarkt-Ölen nicht mehr vorhanden sind (beispielsweise weil sie schnell ranzig werden, weil sie dem Öl einen unerwünschten Farbton geben, weil sie ausflocken etc). Für die Gesundheit sind sie jedoch immens wichtig, genau so für die Hautpflege, insbesondere wenn die Haut gesundheitlich angeschlagen ist.

Für mich ganz neu war, dass es auch flüchtige Substanzen in fetten Ölen gibt, wie wir sie aus Ätherischen Ölen kennen, wie beispielsweise das alpha-Pinen, welches in Sonnenblumenöl enthalten ist. Mit Hilfe modernster Methoden kann man diese Inhaltsstoffe finden und daran Qualitätsnachweise führen. Beispielsweise aufdecken, dass Olivenöl mit Haselnussöl gestreckt wird, was sehr häufig der Fall ist. Das unglaublich ausführliche Buch von Frau Dr. Krist ‚Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle kann hier (klick!) angeschaut und bestellt werden. Ihr Buch über die flüchtigen Inhaltsstoffe von Fetten und Ölen ‚Volatile Compounds: The Utilisation of Volatile Compounds in the Characterisation of Vegetable Oils and Fats and in Reducing the Bacterial Count of Ambient Air‘ gibt es auf englisch hier (klick!), es kostet circa 52 Euro.

Anschließend wurden wir mit einem Film und schönen Fotos nach Madagaskar gebeamt: Von dort bezieht Farfalla etliche ätherische Öle und hat Austausch und Handel mit den unterschiedlichsten Menschen. So können wir europäische Endkunden beim Kauf und Gebrauch von ätherischen Ölen die Armen der Ärmsten unterstützen. Mir macht es zudem ein gutes Gefühl, dass das Farfalla-Team regelmäßig zwischenmenschlichen Kontakt mit engagierten und ehrlichen Bio-Produzenten pflegt, so dass ich mich darauf verlassen kann, dass meine Öle weder von riesigen ungesunden Plantagen kommen noch von Sklaven in der dritten Welt unter riesigem Druck produziert werden. Sondern von Menschen, denen etwas an der Natur und am Menschen liegt, vom Samenkorn bis zum duftenden Tropfen, den ich meinen Kunden und Kindern (verdünnt!) auf die Haut gebe.

Ebberfeld_Ingelore_Zürich_2015Was Beteiligung des Publikums und Betätigung der Lachmuskeln anbelangte, war der überaus lebendige Vortrag von Dr. habil. Ingelore Ebberfeld der Höhepunkt des Tages. Sie ist Buchautorin zu ungewöhnlichen Themen rund um Körpergerüche und Sexualität, ihr Thema ‚Botenstoffe der Liebe‘ war gleichermaßen amüsant wie ernst. Auch wenn es sozusagen immer wieder ‚unter die Gürtellinie‘ ging, trug Frau Dr. Ebberfeld äußerst plakativ und dazu rasend schnell vor. Sie brachte die geheimnisvolle Welt von geruchlichen Tabus auf den Punkt, erläuterte unter wirklich schallenden Lachsalven der Zuhörer, wie Körperdüfte faszinieren, manipulieren und stimulieren. Unter anderem forderte sie uns Frauen dazu auf, uns „da unten“ nicht allzu gründlich zu waschen, wirken weibliche Gerüche doch so verführerisch auf die Männerwelt…

Die Bücher von Frau Dr. Ebberfeld (teilweise nur noch antiquarisch erhältlich) haben so neugierig machende Namen wie: Sex ist alles, alles ist Sex – Diktierte Lust und manipulierte Wünsche (klick!) welches Mitte Oktober erscheinen wird, Von der Unmöglichkeit der Liebe; Küss mich: Eine unterhaltsame Geschichte der wollüstigen Küsse; Das Kussbuch: Eine romantische Verführung; Botenstoffe der Liebe: Über das innige Verhältnis von Geruch und Sexualität, Blondinen bevorzugt: Wie Frauen Männer verführen – Eine Kulturgeschichte des weiblichen Balzverhaltens; Körperdüfte: Erotische Geruchserinnerungen; Sexualität von Frauen im Alter.

Dieser rundum gelungene und äußerst unterhaltsame Vortrag ohne Powerpoint oder Notizzettel, dafür mit viel eindeutig-zweideutiger Körpersprache😉 war ein Feuerwerk an Informationen, man konnte (und wollte) nicht mitschreiben. Nicht nur wegen der Hitze des Tages verließen die meisten Gäste den Saal mit rotem Kopf und fröhlich-schmerzenden Lachmuskeln.

© Fotos: Evelyn Deutsch, Zürich, Zuschauer, Forum Essenzia, Heitmann & Stadelmann: Volkmar Heitmann

aromapflege bei mrsa


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDass ätherische Öle die Wirkung von (eventuell nicht mehr aktiven) Antibiotika verstärken können, ist für uns in Aromapflege geschulte Menschen schon länger kein Geheimnis mehr. Wer den chemischen Aufbau und die biologische Wirkweise der duften Moleküle begriffen hat, findet diese „Kooperation“ auch nicht mehr geheimnisvoll. Ätherische Öle sind winzige und flüchtige Bausteinchen mit einem Molekulargewicht unter 300, die zudem lipophil sind (fettliebend, fettlöslich). Viele ihrer Bestandteile dringen recht leicht in unsere Haut ein und können sich an unsere und auch an bakterielle Zellmembranen (aus Fetten bestehend) anlagern, insbesondere an Rezeptoren und „Tunnels“ in den Zellhüllen.

Sie öffnen somit den Weg für Antibiotika, gegen die die Keime Resistenzen entwickelt haben. Somit grenzt es aus meiner Sicht an unterlassene Hilfeleistung, wenn bei lebensbedrohlichen Infektionen nicht wenigstens versucht wird, ätherische Öle als „Schützenhilfe“ hinzu zu ziehen. Jemand der das bereits vor über 10 Jahren erfolgreich ausprobiert hat ist Prof. Dr. Warnke von der Schmerzklinik Kiel bzw. inzwischen (soweit ich weiß) ganz in Australien ansässig, und sein Team um Dr. Sherry. In einem Fall von einer Infektion des Knochenmarks nach einem komplizierten Schienbeinbruch mit „ewiger“ vergebliche Antibiose setzen sie ein Gemisch aus ätherischen Ölen ein, Polytoxinol genannt (ich hatte bereits in der Frühzeit meines Blog im November 2008 hier [klick!] darüber kurz berichtet). Mit der Ölmischung imprägnierte Kalziumsulphat-Pellets (Osteoset™) wurden in den infizierten und amputationsbedrohte Knochen appliziert. Nachzulesen in dem Einzelfallbericht, er ist kostenlos hier (klick!) runterzuladen.

Naturbelassenes ätherisches Öl aus Melaleuca alternifolia (=Teebaum, und nicht billige Varianten aus anderen Melaleucas und schon gar nicht dubiose standardisierte Teebaumöle) hat bislang übrigens noch keine Resistenzen auslösen können, wie die renommierte Teebaum- und MRSA-Forscherin Dr. Christine Carson auf der Website des Tisserand Institutes (klick!) schreibt.

aromatherapie vor und nach operationen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyWir Aromaleute bekommen immer wieder Anfragen, wie man sich auf bevorstehende Operationen vorbereiten kann, denn das Thema ‚Ansteckung mit MRSA und jahrelanges Leiden‘ ist nun mal leider aktuell. Ja, ich meine, man sollte Seele und Körper unbedingt mit ätherischen Ölen vorbereiten und begleiten. Offene Stellen und ein besorgter und gestresster Seelenzustand sind ein ‚gefundenes Fressen‘ für MRSA und andere fiese Keime.

Fast alle ätherischen Öle, die einem gut tun, sind geeignet. Im Prinzip wirkt fast jedes Öl gegen MRSA, zumindest leicht, denn man will ja zunächst die Keime nicht direkt angehen, sondern prophylaktisch arbeiten. Erfahrungen in Kliniken zeigen: Auch wo ätherische „einfach so“, also unspezisch eingesetzt werden, gibt es kaum noch MRSA.

Ich könnte mir vorstellen, dass man mit einem Spray (50 ml Wodka, 20 Tr. ätherischer Öle wie Teebaum, Manuka, Zitrone, Eukalyptus, Lavendel etc) mehrmals täglich „die Hände waschen“ könnte und von den Händen tief inhalieren könnte, damit die Öle gut im System unterwegs sind und von innen schützen. Wenn es sich um Angehörige von mir handeln würde, würde ich schon einige Tage vorher die betreffende Operationsstelle 1-2x täglich mit (verdünnten) ätherischen Ölen einreiben, geradezu ‚marinieren‘, dann ist sicherlich eine Spur Öl im Gewebe, wenn geschnitten wird.

Ätherische Öle üben eine regulierende Wirkung auf das Immunsystem aus, so dass es sich besser wehren kann, falls die Keime in der jeweiligen Klinik präsent sind. Nach einer Operation würde ich auf alle Fälle die Haut in der Nähe der Wunde (kann ruhig 20 bis 50 cm entfernt sein) mit ätherischen Ölen pflegen, vorzugsweise natürlich mit Lavendel, frischem und hochwertigem Teebaumöl und Immortelle. Manuka wäre auch noch ein direkter Anti-MRSA-Kandidat. Bereits ein Tropfen eines wohltuenden Öles auf ein Taschentuch getropft und ab und zu inhaliert bringt die Anti-Keim-Moleküle ins Blutsystem und kann abwehren helfen.

Übrigens weder Nelke noch Zimtblätter kurz vor oder nach der OP verwenden, das enthaltene Eugenol darin könnte im ungünstigen falle die Blutgerinnung minimal hemmen, auch wenn es prima gegen Keime wirkt (auch kein Tulsi-, Bay- und Pimentöl).

Pfefferminze- und Ingweröl wirken optimal gegen die Übelkeit nach der Narkose oder auch bei starker Medikation (beispielsweise 50 ml Pfefferminzehydrolat und/oder etwas Wodka mit 8 Tropfen Pfefferminzeöl und 2 Tropfen Ingweröl verschütteln und in der Nähe des Gesichtsbereiches zum Einatmen versprühen (nicht in der Nähe der Augen!). Oder Pfefferminze- mit Zitronenöl verwenden, diese Mischung erfrischt und klärt den benebelten Geist, sie ist auch gut als Handspray zu verwenden.

Neroliöl, eventuell mit Mandarinenöl gemischt, gilt als optimales Seelenstütze-Öl vor einem Eingriff.

  • Zu den zahlreichen Artikeln über MRSA kommt man hier. (durch Klicken auf die folgenden gefetteten Wörter kommt man auf die betreffenden Stellen). Im Kommentarefeld ist der seltene Thymian Thymus zygis empfohlen, ich habe hier einmal darüber geschrieben.
  • Immortelleöl als Erste-Hilfe bei Traumata (Schnitte, blaue Flecken, stumpfe Verletzungen, seelische Verstümmelungen, entwürdigende Situationen) ist sicherlich ein Muss nach den meisten Operationen, hier steht mehr dazu, eine Unfall-Immortelle-Rezeptur steht hier.
  • Zur Vorbeugung gegen Verbrennungsschäden bei Tumoren der Brust, des Gehirnes, der Genitalien etc kann hier nachgelesen werden.
  • Zur Wundheilung kommt Lavendel mit Cistose in Frage, hier mehr zur Cistrose.
  • Um etwas gegen die Ängste und Schlafprobleme zu tun, wären Vanille, Mandarine und Lavendel geeignet, hier mehr dazu. Über die Lavendelkapseln, die zur Prophylaxe bereits vorher eingenommen werden können, gibt es hier mehr zu lesen.

Ich habe kürzlich von einer Ärztin den Tipp bekommen, vor jedem Klinikbesuch einen Abstrich und Blutstatus bezüglich MRSA machen zu lassen. Wenn es nach der OP zu einer Infektion kommt, kann man besser nachweisen, dass man sich den Keim dort eingefangen hat. Moderne Zeiten!

erfahrungsbericht über die sanierung von mrsa bei geistig ‚behinderten‘ menschen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch hatte die Teilnehmerin einer meiner Aromachemie-Fortbildungen, Pascale Dimmer, gebeten, mal über die Anti-MRSA-Aktivitäten in ‚ihrem‘ Wohnheim in Luxemburg zu berichten. Denn ihre Wünsche, Versuche, Fehlschläge, Enttäuschungen, ihre Beharrlichkeit – all das kann anderen Pflegenden Mut machen, im Sinne ihrer PatientInnen und Heimbewohner zu handeln und beharrlich zu kämpfen. Für die Nicht-Pflegenden: MRSA ist einer der ‚Krankenhaus-Keime, die sich zunehmend vor allem in Pflegeinstitutionen breit machen und gegen die es  kaum noch oder in manchen Fällen keine wirksamen Antibiotika (mehr) gibt. Bislang kann nur ein intaktes Immunsystem davor bewahren und und – wie viele wissenschaftliche Arbeiten zeigen konnten – etliche ätherische Öle. Die folgenden Informationen sollte sich auch jeder Privatmensch merken, der vielleicht mal überraschend ins Krankenhaus muss oder zu einem geplanten blutigen Einsatz wie einer Zahnextraktion oder der vorsorglichen chirurgischen Entfernung von Hautaufälligkeiten.

„Ich arbeite seit fast acht Jahren in einem Wohnheim mit fünfzehn geistig schwer behinderten Menschen.

Sobald unsere Leute ins hiesige Krankenhaus mussten, wurden sie vor und nach dem Aufenthalt auf MRSA kontrolliert. Vor ungefähr zwei Jahren wurden alle, Bewohner und Personal, getestet und fünf waren dann positiv. Alle Betroffene wurden mit der Schulmedizin behandelt , die erste Dekontamination blieb bei allen erfolglos. Weitere Dekontaminationen folgten, bei den einen erfolglos, bei den andern nach mehreren Versuchen mit Erfolg. Da unsere Bewohner systematisch getestet wurden, sobald sie einen Krankenhausaufenthalt hatten, bemerkten wir, dass einige oft längere Zeit MRSA frei waren und dann waren sie wieder kontaminiert. Ein Teufelskreis!
Dann musste einer unserer MRSA Patienten an der Hüfte operiert werden, durfte aber natürlich nicht und die Dekontaminationen begannen wieder – erfolglos!
Dazu muss ich sagen, dass unsere Leute nicht isoliert werden. Sie sind hier im Wohnheim zu Hause und ihr Immunsystem ist nicht denselben Strapazen ausgesetzt wie im Krankenhaus. Natürlich wollte ich von Anfang versuchen, den Bewohnern mit der Aromatherapie zu helfen, traute mich jedoch erst nicht, erhielt dann später die Erlaubnis unserer Ärztin.
Zu diesem Zeitpunkt waren nicht alle in unserem Team von der Aromatherapie überzeugt und ich kann nicht beschwören, ob die Dekontamination mit den Ölen ernsthaft durchgeführt wurde. Hinzu kam, dass ich viel zu niedrig dosierte und einfach die falschen Öle benutzte. Auf jeden Fall gelang mir die Sanierung damals nicht. Dann wurde sogar ein Aromatogramm für den betroffenen Bewohner gemacht. Doch mir war es danach nicht mehr möglich, damit zu arbeiten, da der Bewohner dringend operiert werden musste, er kam ins Krankenhaus, wurde dort isoliert und dann mit der Schulmedizin saniert.

Dann letztes Jahr im Juli, begannen wir erneut mit den Dekontaminationen. Drei unserer Bewohner waren MRSA positiv ! Dieses Mal sollte die Schulmedezin nicht eingesetzt werden! Wir wurden von unserer Ärztin und Hygienefachkraft unterstützt!
27.07.2011. Drei Bewohner sind im Rachen, in der Nase und auf der Haut MRSA positiv. Wir benutzten ein 3% Duschgel (1x tgl), 2% Körperöl (2x tgl), 2% Nasenöl (3x tgl) sowie Mundspray (3x tgl) und Raumbeduftung.
Diese Mischungen setzte ich ohne Überprüfung durch ein Aromatogramm, mehr oder weniger aus dem Buch von Professor Wabner ein. Es erfolgten drei Wochen Dekontamination, dann eine Woche Pause mit Kontrollen. Danach war eine unserer Bewohner saniert und blieb es, bis sie leider im November gestorben ist.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy
2.09.2011. Eine zweite Mischung wurde versucht, noch immer wurde kein Aromatogramm gemacht. Nach drei Wochen war der zweite Bewohner auf der Haut negativ, blieb aber in der Nase und im Rachen positiv. Die dritte Person blieb überall positiv.
4.10.2011. Weitere drei Wochen Dekontamination mit derselben Mischung, immer noch ohne Aromatogramm. Der zweite Bewohner blieb auf der Haut negativ, Nase und Rachen positiv. Die dritte Bewohnerin blieb komplett positiv. JETZT WURDE EIN AROMATOGRAMM GEMACHT !!
12.11.2011. Neue Mischungen wurden mit Hilfe von Aromatogrammen gemacht. Die Abstriche drei Wochen später liessen uns alle vor Freude tanzen. Der zweite Bewohner war saniert! Die dritte Bewohnerin leider noch immer komplett positiv, sogar in den Ohren !
19.12.2011. Erneute Dekontamination mit derselben Mischung (nach erneutem Aromatogramm). Der zweite Bewohner wurde nur mit 1% Mischungen, während die dritte Bewohnerin nun mit 5% Mischungen behandelt wurde. Doch auch dieser Versuch bleibt bei ihr erfolglos.
Nun habe ich ihr anhand des neuen Aromatogramms eine leicht veränderte Mischung zusammengestellt. Zusätzlich wenden wir eine 50% Fussohlenmischung an.
Die Ohrenmischung bringen wir mit Ohrenstäbchen soweit wie möglich in den Gehörgang ein*, und reiben zusätzlich noch die ganze Ohrmuschel und hinter den Ohren ein. Wir können die Mischung nicht ins Ohr machen, da ihr Trommelfell nicht mehr intakt ist. Am 20. Februar werden die Abstriche gemacht. Unsere Hygienefachkraft hat den zweiten Bewohner als saniert erklärt und brachte uns ein grosses Lob entgegen.
Auch vom Krankenhaus kam ein grosses Lob. Den sanierten Bewohner behandeln wir trotzdem noch weiter mit, um sein Immunsystem zu unterstützen. Wir alle sind, nach diesem Erfolg, sehr motiviert, weiter mit den Ölen zu arbeiten. Ich selbst habe während diesen vergangenen Monaten viel dazu gelernt, vor allem dass man nicht die Geduld verliert.
Wir haben mit Manuka, Teebaum, Niaouli, Thymian thymol*, Oregano*, Zimtrinde*, Koriander und Bergbohnenkraut* gearbeitet, sowie Zitrusdüfte in der Duftlampe angewendet. Ich kann gerne die Rezepturen schicken aber dies ist wohl sinnlos. Richtig Erfolg hat man nur, wenn man mit den Aromatogrammen arbeitet.
Ich hoffe abschließend, dass ich anderen Pflegekräfte Mut machen kann, sich einfach durchzusetzen und vor allem Geduld zu haben. Ich muss hinzufügen, dass ich und meine Mitarbeiter uns glücklich schätzen können, dass wir mit einer Ärztin zusammenarbeiten können, die uns so gut unterstützt und vertraut. Ohne sie wäre dies alles nicht möglich gewesen. Drückt uns die Daumen , dass wir Ende Februar einen ganz grossen Freudentanz machen können, nämlich wenn auch die letzte Bewohnerin MRSA negativ wäre!“
Pascale Dimmer aus Luxemburg

*Anmerkung: diese Art der Anwendung und diese ätherischen Öle nur unter Verantwortung eine(r) Mediziner(in) vornehmen!

(zwangs-)verdünnungen von ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Anmerkung von Ende 2015: Inzwischen sieht die internationale Kennzeichnung von ätherischen Ölen etwas anders aus, es gibt neue Symbole (die orangefarbenen Symbole müssen seit diesem Sommer entfernt sein). JEDE Firma muss diese auf ihren Etiketten anbringen, wenn ihre ätherischen Öle als ‚Gebrauchsgegenstände‘, beispielsweise zur Raumbeduftung, verkauft werden. Werden ätherische Öle als Kosmetika deklariert, wie inzwischen bei vielen Öle-Anbietern geschehen, MÜSSEN Hinweise zur Haltbarkeit ausgewiesen werden und bei Zitrusölen die Furocumarine weitestgehend entfernt sein (ein trauriger Eingriff in diese nachgewiesenermaßen antitumoral und stark stimmungsaufhellenden Moleküle). Ätherische Öle dürfen nicht als heilende oder therapeutisch wirksame Substanzen deklariert werden. Zu einigen wenigen festgelegten und standardisierten ätherischen Ölen nach DAB (deutsches Arzneibuch) dürfen gewissen Heilaussagen gemacht werden.

Hier kommt nun der ursprüngliche Artikel:

Seit einigen Jahren haben wir uns daran gewöhnt, dass auf den meisten Ätherische-Öle-Fläschchen das Gefahrensymbol Xn (Andreaskreuz) aufgedruckt ist. Wir kannten es bis zu dieser Vorschrift als Erkennungsmerkmal für giftige Chemikalien, etwa aus der Welt der Baumärkte (Lösungsmittel, Pinselreiniger, Kleber etc). Alle ätherischen Öle (und andere „Chemikalien“), welche über 10 Prozent Kohlenwasserstoffe enthalten, müssen entsprechend der Gefahrstoffverordnung mit diesem international gültigen Zeichen gekennzeichnet werden.
AromatherapieDa ein Großteil der ätherischen Öle mit einen hohen Anteil an Monoterpenen ausgestattet ist, gilt für sie die aufgedruckte (aufkleben nicht gestattet) Kennzeichnungspflicht mit dem Symbol (Größe und Farbe sind vorgeschrieben), verbunden mit einem ausgeschriebenen Gefahrenhinweis und dem aufgeklebten erhabenen Dreieck, das von sehbeeinträchtigten/blinden Menschen ertastet werden kann. Es ist schon irgendwie zynisch, dass ein Produkt, dass (bei korrekter Anwendung) die Gesundheit so wundervoll fördern kann (antibakteriell, kortisonartig-schmerzlindernd etc), als gesundheitschädigend gekennzeichnet werden muss. Ob demnächst auch Zwiebeln, Knoblauch, Meerretich & Co. den Aufdruck tragen müssen? Oder gar aus der Küche verschwinden müssen, denn sie können schwere Reizungen verursachen.
AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannNeben inhaltlichen Qualitätskontrollen, die für de Endverbraucher sicherstellen, dass er hochwertige und ehrliche Öle kauft, machen diese Vorschriften einen erheblichen Anteil am Preis des ätherischen Öles aus (öfters Etiketten neu und mit Zusatzfarbe drucken, sich ständig informieren, Anwälte bezahlen etc). Dazu kommen bei ‚Bio-Ölen‘ die hohen Kosten für die zusätzlichen jährlichen Kontrollen und Siegel. Letztendlich ist das Billigste im Fläschchen das ätherische Öl. Davon erhalten diejenigen Personen, die auf dem Feld arbeiten, sich bücken und krummlegen beim Vermehren, Pflanzen, Jäten, Ernten und Destillieren nur einen verschwindend geringen Anteil.
Um die Symbole „ätzend“ und „giftig“ umgehen zu können, steht es den Lieferanten frei, bestimmte Inhaltsstoffe durch Verdünnen ihrer Öle, in den zulässigen, nicht mehr kennzeichnungspflichtigen Bereich zu bringen. Firmen, die eher gut geschulte Fachpersonen beliefern, verzichten unter Umständen lieber auf das Verdünnen, um den Therapeuten die Freiheit zu lassen, das pure Öl so zu verdünnen, wie sie es für die jeweiligen Patienten für erforderlich halten. Firmen, die den breiten Markt bedienen, möchten vermutlich nicht durch Totenkopf & Co. verschrecken und setzen die Vorschriften um, verdünnen also. Beim deutschen Marktführer Primavera sieht es derzeit so aus:

  • Anissamen (Pimpinella anisum): 24% in Weingeist/in ethanol (ethyl alcohol)
  • Eisenkraut Grasse (Aloysia triphylla): 10% in Cymbopogon citratus
  • Basilikum (Ocimum basilicum): 10% in Weingeist/in ethanol
  • Estragon (Artemisia dracunculus): 12% in Weingeist/in ethanol
  • Fenchel (Foeniculum vulgare): 19% in Weingeist/in ethanol
  • Frangipani (Plumeria alba): 20% in Weingeist/in ethanol
  • Ginster (Spartium junceum): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Iris (Iris pallida): 95%, 5% Champaca
  • Iris (Iris pallida): 1% in Weingeist/in ethanol
  • Lorbeer (Laurus nobilis): 30% in Weingeist/in ethanol
  • Magnolienblüte (Michelia alba): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Melisse: 30%, 70% in Lavandula
  • Mimose (Acacia dealbata): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Moschuskörner (Hibiscus abelmoschatus): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Neroli (Citrus aurantium flower): 10% in Weingeist/in ethanol
  • Osmanthus (Osmanthus fragrans): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Oud (Aquilaria malaccensis): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Rose (Rosa damascena from different countries) bulgarisch, indisch, persisch, türkisch, türkisch bio: 10% in Weingeist/in ethanol
  • Thymian Thymol (Thymus vulgaris): 19% in Weingeist/in ethanol
  • Tuberose (Polianthes tuberosa): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Veilchenblätter (Viola odorata leaves): 13% in Weingeist/in ethanol
  • Zimtblätter (Cinnamomum zeylanicum leaves): 6% in Weingeist/in ethanol
  • Zimtrinde (Cinnamomum zeylanicum bark): 60% in Weingeist/in ethanol

Etliche Öle werden aus Kosteneinspargründen verdünnt, vor allem die blumigen Düfte (Champaca, Frangipani, Ginster, Iris, Magnolienblüte, Mimose, Neroli, Osmanthus, Tuberose, Veilchenblätter), auch Moschuskörner und Oud sowie „Eisenkraut“ und Melisse wären pur unnötig teuer. Bei Anis, Fenchel, Basilikum, Estragon geht es um die angeblich lebertoxischen phenolischen Verbindungen, vor denen die VerbraucherInnen geschützt werden sollen, genau so in Lorbeer und Rose, deren „gefährlicher“ Inhaltsstoff Methyleugenol angeblich die Konsumenten schädigen kann (ja, pures Rosenöl ist dem Gesetzgeber in naturkosmetischen Produkten zu gefährlich!). Zimtblätteröl enthält eine Spur Safrol, vor dieser phenolischen Verbindung muss geschützt werden. Bohnenkraut, Oregano und Thymian Thymol müssen aufgrund ihres Anteils an Thymol und Carvacrol verdünnt werden (oder erstere werden sogar ganz aus dem Programm genommen), ähnlich hautreizend wirkt Cinnamal (Zimtaldehyd) in Zimtrindenöl.
Für Kenner ist es interessant, dass potenziell hautreizende Öle wie Bay, Nelke und Tulsi (Heiliges Basilikum) nicht verdünnt angeboten werden müssen. Auch ein Öl, mit dem man bei grob übertriebener Einnahme (circa 5 ml) jemanden töten könnte, wird bislang nicht reguliert. Ein anderes, das abortiv wirkt, kann man gerade jetzt öfters auf Weihnachts(floh)märkten kaufen.

European (and worldwide) regulations are becoming stricter every year, so many essential oils have to carry symbols which appear frightening to the consumer who isn’t educated in aromatherapy. If companies choose to avoid the symbols for ‚irritant‘ and ‚toxic‘ they have to dilute the essential oils which contain thymole, carvacrole, safrole, methyleugenol (rose!) and methylchavicol. Most absolutes from flowers are diluted for price reasons as are the essential oils of agarwood and ambrette. Some of the most toxic oils though – one can kill after the ingestion of 5 ml, the other can be abortive – are still freely available without any warnings.

PS Monika Volkmann hat in ihrem Blog auf eine gute Sendung (auch per Internet) zum Thema MRSA – resistente ‚Klinikkeime‘ – aufmerksam gemacht, damit sollte sich wirklich jeder beschäftigen, denn man weiß nie, ob bzw. wann man in eine Klinik kommen könnte. Und man sollte wissen, dass die Gefahr durch bestimmte ätherische Öle deutlich eingedämmt werden kann (siehe dazu in der rechten Spalte die Liste der Kategorien, ich habe bereits öfters darüber geschrieben). Die auf MRSA-Opfer spezialisierte Anwaltskanzlei informiert über die rechtlichen Aspekte auf ihrer Website.

letzte chance bei mrsa: ätherische öle


AiDA AromatherapyManchmal bin ich mir nicht sicher, ob es nicht vielleicht ganz gut ist, dass Laien keine Ahnung haben, was in vielen Kliniken bezüglich untherapiebarer Infektionen, beispielsweise mit MRSA, abgeht. Als Halb-Laie bekommt man bereits einiges mit, das sehr erschreckend ist. Als Insider, also als Angehörige(r) eines Pflegeberufes in Klinik oder Pflegeheim, wird das Leben zunehmend schwieriger und auch gefährlicher.

Unter der Überschrift „Resistente Bakterien: Mediziner verlieren den Kampf gegen Killer-Keime“ hat sich Spiegel Online vor einigen Tagen dieses Themas angenommen. Man erfährt, dass inzwischen jährlich allein in der EU 25.000 Menschen durch Infektionen mit antibiotikaresistenten Mikroben sterben müssen. 400.000 Menschen pro Jahr infizieren sich mit resistenten Keimen. Meistens erfolgt die Ansteckung in Pflegeinstitutionen, oft als „Nebenwirkung“ während der Behandlung von ‚harmlosen Beschwerden‘ wie Knochenbrüchen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt bereits vor dem „post-antibiotischem Zeitalter“. Alltägliche Erkrankungen wie Mandelentzündungen oder Nasennebenhöhlenentzündungen enden immer öfter tödlich. Das will momentan keiner wahrhaben, selbst viele niedergelassene Ärzte wollen das nicht so recht zur Kenntnis nehmen.

AiDA AromatherapyDurch die Omnipräsenz von Antibiotika (in Fleisch, Reinigungsmitteln, Kosmetik etc) und  durch den falschen Umgang mit diesen einst revolutionären Medikamenten haben die ‚Biester‘ reichlich Gelegenheit, immunisierende Enzyme gegen diese viel zu oft eingesetzten Monopräparate zu bilden. Mit den potenziellen Todeskeimen infizierte  PatientInnen werden isoliert und vereinsamen noch mehr als bei normalen Aufenthalten in Kliniken und Heimen. Viele durchlaufen jahrelange Torturen mit unterschiedlichen Medikamenten, endlosen Schmerzen, Arbeitsunfähigkeit und vielem Leid mehr. Kliniken müssen Menschen mit diesem Keimbefall jedoch identifizieren, um die Verbreitung einzudämmen und nicht noch mehr immungeschwächte und/oder ältere PatientInnen zu gefährden. Inzwischen sterben auch immer wieder junge Menschen an Killerkeimen. Aufwändige fünffache Abstriche werden bereits bei Einlieferung ins Krankenhaus vorgenommen, um sicher zu stellen, dass diese moderne ‚Pest‘ nicht in die jeweilige Institution eingeschleppt wird.

Auf der anderen Seite gibt es ätherische Öle, die seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ausreichendst auf ihre antibiotischen Wirkweisen durchuntersucht worden sind. Es existieren tausende von Aromatogrammen (Foto oben und links [auf Foto klicken zum Vergrößern]), vor allem in der französischen Literatur. In Deutschland und Österreich gibt es auch Labore, die diese reproduzierbaren Tests vornehmen, besonders engagiert ist diesbezüglich die Karlsruher Apothekerin Dorothea Hamm.

Allen voran sind es die Öle, die reich an den Monoterpenphenolen Thymol, Carvacrol und Eugenol sind:AiDA Aromatherapy

Auch Leptospermum scoparium (Manuka) und Melaleuca alternifolia (Teebaum) können mit erfolgreichen Aromatogrammen aufwarten. Lavendelöl, alleine eingesetzt nicht besonders keimtötend, kann erfolglose Antibiotikagaben  auf unerklärbare Weise ‚aktivieren‘. Diese und auch noch andere ätherische Öle werden seit vielen Jahren in aufgeschlossenen Kliniken und Pflegeinstitutionen erfolgreich gegen MRSA eingesetzt – manchmal durch Anfrage von Ärzten, die mit ihrem Latein am Ende sind. Fast immer beenden sie die Leidenskarriere der Betroffenen. Wenn diese Öle in hochwertiger, genuiner (ungepantschter) und möglichst pestizidfreier Qualität eingesetzt werden, sind Resistenzen so gut wie ausgeschlossen, weilAiDA Aromatherapy

  • natürliche ätherische Öle sind Vielstoffgemische (Abbildung rechts) aus bis zu 350 unterschiedlichen Molekülen, die Mikroben haben es damit mehr als schwer, sich auf all diese Inhaltsstoffe einzustellen.
  • natürliche ätherische Öle sind ‚lebendige‘ Substanzen, sie reagieren sogar sehr empfindlich auf Licht, Sauerstoff und Wärme, so dass sie sich ständig in der Zusammensetzung  verändern, auch das führt die Keime sozusagen an der Nase herum.

Einmal fragte eine meiner Kursteilnehmerinnen den Arzt, der in meinem Kurs dieses Thema im obigen Sinne erläuterte, WARUM dann ätherische Öle nicht flächendeckend zum Wohl ALLER PatientInnen eingesetzt werden und er berichtete, dass das meistens an der Überheblichkeit vieler seiner KollegInnen scheitert. Was nicht sein kann, darf nicht sein, ätherische Öle werden noch zu oft mit Weichspüler, Duftkerze und esoterischen Ritualen assoziiert.

Jedoch gibt es bereits viele MedizinerInnen, die sich schlicht haben überzeugen lassen, sie konnten in vielen Fällen zuschauen, wie sich der Zustand der infizierten PatientInnen besserte. Offenbar gibt es bei dieser Erfolgsgeschichte der Aromapflege ein erhebliches Nord-Süd-Gefälle, aus unerklärlichen Gründen sind ÄrztInnen in Österreich, der Schweiz und im südlichen Deutschland wesentlich bereiter, ätherische Öle einzusetzen als in nördlicheren Gefilden. Nicht nur die PatientInnen direkt können mit gezielten Ätherisch-Öl-Mischungen gesund gepflegt werden. Es wurde von vielen Pflegenden beobachtet, dass sogar der unspezifische Einsatz von ätherischen Ölen, beispielsweise für Waschungen, zur Raumluftverbesserung, zum Schnuppern auf Tüchern etc, das Vorkommen von resistenten Keimen in den jeweiligen Insitutionen reduzierte oder dass der Keim einfach aus dem Haus verschwand.AiDA Aromatherapy

Ich wage zu behaupten: Mit dem gezielten (oder gar unspezifischen) Einsatz von genuinen, nicht standardisierten und nicht mit künstlichen Substanzen vermischten ätherischen Ölen könnte man die Todesrate bei Killerkeim-Opfern stark reduzieren, möglicherweise auf weniger als die Hälfte Todesfälle. Jedes Individuum, das nicht unnötig an MRSA oder anderen Monstermikroben leider und sterben muss, wäre sicherlich für diese Information und für eine gekonnte Aromapflege in diese Richtung dankbar. Wie schon die engagierte britische Aromatherapeutin, Gesundheitswissenschaftlerin und Krankenschwester Dr. Jane Buckle vor Jahren sagte: Ätherische Öle könnten die Antibiotika der Zukunft werden. Wenn man sich die ähnlichen chemischen Strukturen von einigen Antibiotika und von einigen Inhaltsstoffen von ätherischen Ölen anschaut, wird diese Behauptung auch leicht erklärbar und braucht keinen esoterischen Zauber zu befürchten. Ätherische Öle enthalten mächtige Inhaltsstoffe.

PS. Die um die Gesundheit der EU-Bürger ‚besorgten‘ Eurokraten haben das bereits erkannt und haben den Verkauf von unverdünntem Thymian Ct. Thymol-, Oregano- und Zimtblätteröl bereits stark reglementiert, die Links oben führen zur Firma Feeling, wo man die jeweiligen Öle (noch) unverdünnt erwerben kann (es gibt selbstverständlich einige andere gute Ölefirmen, die diese Öle noch unverdünnt anbieten, aber ich weiß nicht, wie lange noch).

MRSA – empfindlich gegenüber manchen ätherischen ölen


Eine der modernen Plagen im Bereich der institutionellen Pflege und Betreuung sind Mikroorganismen, die es geschafft haben, sich gegen neuzeitliche Pharmawaffen zu immunisieren. Unter diesen resistenten Keimen ist MRSA sicherlich der derzeit „prominenteste“.

Vor zwei Monaten machte eine Pressemeldung in Großbritannien die Runde, dass ein spezielles Thymianöl in einer Studie sensationelle Ergebnisse ergeben hat. In der Fachzeitschrift Essential Oil Therapeutics von Bob Harris war die Studie der Universität Brighton unter Dr. Jonathan Caplin bereits in Ausgabe 3/2009 nachzulesen. Sie wurde von der bekannten Aromabuch-Autorin Maggie Tisserand (Das Geheimnis wohlriechender Essenzen) initiiert.

Die antibakterielle Wirkung wurde in vitro verglichen zwischen einer Ätherisch-Öl-Mischung („Oil B“) aus vier Züchtungen eines noch nicht so bekannten Thymians Thymus zygis Loefl L. (Joch-Thymian), der in Großbritannien angebaut wird, und einem ätherischen Öl von Thymus vulgaris (Chemotyp Linalool). Untersucht wurde die Reaktion von Stämmen eines methycillin-empfindlichen Staphylococcus aureus (MSSA) und eines epidemisch methycillin-resistenten Staphylococcus aureus (eMRSA).

Die Besonderheit am britischen Thymian-Öl ist ein geringer Gehalt an hautreizenden Phenolen wie Thymol, dafür ein recht hoher Gehalt des Monoterpenols Terpineol-4 (vergleichbar dem ätherischen Öl von Teebaum (Melaleuca alternifolia) sowie Linalool, alpha-Terpinen und Thymol. Das seltene Thymianöl zeigte ein gutes In vitro-Potenzial, um einen Befall von MRSA zu behandeln. [J. L. Caplin, I.Allan, G. W. Hanlon. Enhancing the in vitro activity of Thymus essential oils against Staphylococcus aureus by blending oils from specific cultivars. International Journal of Essential Oil Therapeutics (2009) 3, 35-39] (Abbildung oben Wiki Commons Xemendura, Abbildung unten Wiki Commons Carlosblh).

In einer weiteren (portgiesischen) Studie konnte gezeigt werden, dass Thymus zygis ssp. sylvestris, der  einer von circa 200 Thymianarten ist und wildwachsend auf der iberischen Halbinsel vorkommt, eine starke pilzhemmende Wirkung hat ohne zytotoxisch, also hautschädigend, zu sein. Seine Zusammensetzung: Carvacrol (25.0%), Thymol (23.8%), Geranylacetat/Geraniol (20.8% and 19.8%) und Linalool (30.0%). [M.J. Gonçalves, M.T. Cruz, C. Cavaleiro, M.C. Lopes and L. Salgueiro. Chemical, antifungal and cytotoxic evaluation of the essential oil of Thymus zygis subsp. sylvestris. Industrial Crops and Products, Volume 32, Issue 1, July 2010, Pages 70-75]

In einer der „Bibeln“ für Pharmazeuten „Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis“ (Rudolf Hänsel, Konstantin Keller, Hermann Hager, Horst Rimpler) wird dieses ätherische Öl übrigens als leberschützend bewertet, ganz anders als wir AromatherapeutInnen immer eingetrichtert bekommen, wenn es sich um Öle mit einem recht hohen Thymol-Gehalt handelt.

Bleibt abschließend mal wieder zu hoffen, dass mit Hilfe eines ätherischen Öles einige mehr Menschen am Leben bleiben dürfen, denn MRSA tötet nachweislich viele Tausend Menschen pro Jahr, man spricht von bis zu 40.000 in allein in Deutschland (ein prominentes Opfer war der verstorbene Sohn Guilaume des Schaupielers Gérard Dépardieu), wie in der ZDF-Sendung Mittagsmagazin nachzuschauen ist:

Wer mehr über diesen heimtückischen Keim lernen möchte, kann sich diese Dokumentation von Arte anschauen:


ätherische öle gegen riechende tumore


Ingrid schrieb die oft gestellte Frage, über die ich bereits einmal hier berichtet habe: Kann man in der Palliativmedizin etwas gegen den üblen Geruch, den zerfallende Tumore abgeben, unternehmen? Die Betroffenen leiden sehr darunter, aber auch die Besucher fühlen sich abgestoßen und nicht zuletzt die Pflegenden werden dadurch unnötig belastet.

Diese Frage stellte sich vor rund 10 Jahren auch ein Team von Wissenschaftlern rund um PD Dr. Dr. Patrick Warnke von der Universität Kiel und der Bond University In Australien (Robina, Queensland). Sie kreierten und testeten eine Ätherisch-Öl-Mischung namens Kielmix® . Diese wird von aufgeschlossenen Medizinern auf stinkenden Krebstumoren eingesetzt. Die Idee war zunächst, einfach die Gerüche zu reduzieren, indem die Ausbreitung der Zerfallsbakterien eingedämmt werden sollte. Die erfreuliche Nebenwirkung war, dass die Wunden begannen, Zeichen von Heilung zu zeigen, der Bakterienbefall ging wirklich zurück (auch MRSA) und dass sogar bei einigen Patienten das Tumorwachstum sich verlangsamte. [Stephan T. Becker, Eugene Sherry, Sureshan Sivananthan, Harald Essig, Jörg Wiltfang, Ingo N. Springer, Joachim Bredée, Patrick H. Warnke. Behandlung fötider Tumorulzerationen mit ätherischen Ölen (KIELMIX®) in der Palliativmedizin · Zeitschrift für Phytotherapie 06/2006] Probeheft dieser Fachzeitschrift aus dem Hippokrates Verlag: MVS Medizinverlage Stuttgart. Ein kleiner Bericht aus der renommierten Onkologie-Fachzeitschrift ‚Journal of Clinical Oncology‘ ist hier (in englischer Sprache) nachzulesen. Der gesamte Artikel in deutscher Sprache ist für knapp 30 britische Pfund hier online zu bestellen und runterzuladen.

Kielmix® enthält laut Herstellerfirma:

  • Eukalyptusöl 136mg
  • Teebaumöl 131mg
  • Lemongrassöl 86mg
  • Zitronenöl 71mg
  • Gewürznelkenöl 73mg
  • Thymianöl 26mg
  • Ethanol (Weingeist) 347mg

Es wäre mit etwas mehr gesundem Menschenverstand und vor allem mit mehr Aufgeschlossenheit so einfach, in der heutigen Zeit einfach ein paar Labore zu bemühen, um diese Rezepturen und Fallbeschreibungen zu verizifizieren, die Mischungen ggfs. den betreffenden Umständen leicht abzuändern. So könnte man den betroffenen MENSCHEN wirklich helfen, ihre ohnehin oft höllenmäßig empfundene Situation besser zu ertragen. Welcher Mensch ist schon gerne pflegebedürftig und muss sich obendrein auch noch für eklige Ausdünstungen schämen… Die obigen ätherischen Öle sind übrigens allesamt preiswert, selbst wenn sie von hervorragender Quelle stammen.

Inzwischen haben Prof. Warnke und sein Team auch eine Reihe von ätherischen Ölen gegen diverse krankenhausübliche und antibiotikaresistente Bakterien- und Hefestämme durchgetestet und für eine preiswerte, effektive und „vielversprechende Kraft“ befunden. Sie testen die ätherischen Öle von Eukalyptus, Teebaum, Thymian (weiß ?), Lavendel, Zitrone, Lemongrass, Zimt, Grapefruit, Nelkenknospe, Sandelholz, Pfefferminze, Kunzea und Salbei  [Warnke, P. H., Becker, S. T., Podschun, R., Sivananthan, S., Springer, I. N., Russo, P. A., Wiltfang, J., Fickenscher, H., Sherry, E. (2009). The battle against multi-resistant strains: Renaissance of antimicrobial essential oils as a promising force to fight hospital-acquired infections. Journal of craniomaxillofacial surgery, 37(7), 392-397] Abbildung: Lemongrass an einem Straßenrand in Süd-Brasilien

PS Da ich ja meinen Vortrag vor einer Selbsthilfegruppe Brustkrebs hielt und danach nach Wien reiste, wo ich jetzt bin, hat sich ein kleiner Kreis geschlossen: Mir ist ein lesenswertes kritisches Buch eines Wiener Gynäkologen „über den Weg gelaufen“: Wirtschaftfaktor Brustkrebs von Prof. Dr. Franz Fischl der seine Ordination nach etlichen Jahren an der Uni Mainz seit Kurzem wieder in Wien (am AKH) hat. Es ist auch bei Weltbild als E-Book für 19.80 Euro erhältlich.