tägliche dufte gesundheitsvorsorge


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHeute wieder ein paar Gedanken zu einem feinen Duft, der sich in der ‚fliegenden Wundertüte‘ befand, die ich von meiner gut zweiwöchigen Seminaretournee mitbrachte. Was wäre, wenn wir moderne Menschen uns bereits bei der morgendlichen Körperpflege Gutes tun würden und sogar ein Stück tägliche Vorsorge vor degenerativen Erkrankungen genießen würden? Diese Frage geht mir fast täglich durch den Sinn, wenn ich etliche fein duftende Naturprodukte benutze. Statt mich bereits beim Zähneputzen mit stimmungsverändernden Fluoriden und zahnfleischaufweichendem Natriumlaurylsulfat zu belasten, schmecke ich feines Bio-Nanaminze-Öl in meinem selbst gemachten Zahnpulver (Rezeptidee hier, klick!). Statt giftiger Riechmoleküle und hormonbeeinflussender Parabene, dürfen meine Achseln unter sonnenfrischen Naturduftstoffen aufatmen, mit der nützlichen Nebenwirkung, dass auch gleich mein Hirn wacher wird. Statt meine Haut mit krebsverdächtigen Mineralölen zuzukleistern, trage ich eine duftigzarte Bio-Bodylotion auf. Ich belaste unsere hauseigene Klärgrube und damit die unmittelbare Umwelt nicht mit Plastikpartikeln aus meinen gerne eingesetzten Scrubs. Mein Gesicht freut sich über den täglichen Spritzer Rosenhydrolat, das nebenbei noch meine stets zu trockenen Augenschleimhäute verbessert. Meine Naturparfums und Gesichtsöle enthalten ätherische Öle, die gleichermaßen Körper und Seele beflügeln.

Klar, damit hat niemand einen hundertprozentigen Schutz vor schlimmen Erkrankungen, doch in einer Welt, die inzwischen so unendlich voll von Toxinen ist, kann ich so wenigstens einen kleinen Beitrag zum eigenen Gesundbleiben, aber auch für eine gesündere Umgebung, beisteuern. Ich kann durch meine Entscheidung für (essbare) Bio-Kosmetik und für ganz hochwertige Nahrung (möglichst wenig, für das Werbung in TV und Druckpresse geschaltet wird) vor allem gute Stoffe an mich und in mich lassen. Also zwei entscheidende Bereiche im Sinne einer ganzheitlichen Gesundheitsstärkung beeinflussen. Ganz nebenbei und bereits zu Beginn eines jeden Tages. Denn die Luft zum Atmen und das Wasser sind nicht mehr wirklich gesund, doch was will man machen, das ist ein Bereich, dem wir ziemlich ausgeliefert sind. Die Mehrkosten täuschen, denn ehrliche Naturkosmetik ist oft viel sparsamer im Verbrauch, zudem kaufe zumindest ich viel weniger Produkte, habe grundsätzlich weniger Produkte im täglichen Pflegeprogramm als früher (wenn nicht die große Auswahl, die Duftneugierde, der Wunsch nach Vergleichen und Ausprobieren wäre!!!). Ähnlich wie beim Lebensmitteleinkauf verzichte ich fast komplett auf Weltkonzern-Industrieprodukte und habe dadurch ein großzügigeres Budget für ehrliches und natürliches Essen.

Auf wundervolle und dufte Weise trägt der relativ neue frühlingsfrische Duft von Farfalla, den ich kürzlich für meine ‚fliegende Wundertüte‘ geschenkt bekam, zu (m)einem ganzheitlichen Wohlbefinden bei. Dieses Naturparfum duftet sehr frisch-zitronig-grün-minimal-blumig (Zitrusschalen, Neroli, Angelika) dazu erahnt man eine Basis aus etwas ganz Samtigen, laut Beschreibung von Farfalla kommt diese feine Unterströmung von Veilchenwurzel, Sandelholz, Benzoe, Iriswurzel und rotem Pfeffer. Das ganze wirkt erfrischend durch etwas Bio-Pfefferminzehydrolat, ein perfekter Begleiter für die wärmere Jahreszeit. Wie bei allen ehrlichen Naturparfums verschwindet die sehr frische Kopfnote relativ schnell, die zart-holzig-balsamischen schwereren Noten kann ich jedoch nach zwei Stunden immer noch deutlich auf meiner Haut wahrnehmen. Ob ich zur beschriebenen Zielgruppe diese Duftes gehöre? „Sie streift durch wilde Wälder und urbane Dschungel, liebt Abenteuer und Überraschungen. femme sauvage ist das Naturparfum für unternehmungslustige Frauen, ein Ausdruck gelebter Weiblichkeit. “ Besonders praktisch finde ich, dass dieser, wie auch andere Farfalla-Parfums, nun im 10 ml-Fläschchen erhältlich ist (circa 17 Euro je nach Anbieter, beispielsweise hier, klick!), so kann frau den Lieblingsduft sogar in den Dschungel mitnehmen (also ins Handgepäck des Flugzeugs!!!). Der 50-ml-Sprühflakon kostet circa 45 Euro, beispielsweise hier (klick!). In Österreich sind diese Düfte gut auch bei Evelyn Deutsch (klick!) zu bestellen, in der Schweiz direkt von Farfalla (klick!).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieUm bei meiner Facebook-Gruppe „Essbare Kosmetik“ beizutreten, bitte mit mir vernetzen (hier klick!), sie wurde aus versehen auf „geheim“ gestellt und man kann das leider nicht rückgängig machen, ich muss also aktiv einladen. Wir sind gut 1000 Mitglieder.

Wer zu einer der kommenden Dufterlebnis-Wochen kommen möchte: Es sind jeweils noch Plätze frei, unsere schönes Haus wird in diesen Tagen frisch aus dem Winterschlaf erweckt, es sieht wieder alles wunderschön aus.

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Termine der Duftreisen 2016 mit Schwerpunkt Ätherische Öle

  • 14.05.-21.05. Aromatherapie und Wildkräuter für Sie
  • 28.05.-04.06. Aromapflege – sanfte und wirksame Begleitung bei Schmerzen und chronischen Erkrankungen, mit Heilpraktikerin Gisela Cordes, wir üben Griffe nach der Dorn-Breuss-Selacor-Methode (Schmerzen schnell und wirksam beheben)
  • 18.06.-25.06. Aromatherapie und Wildkräuter für Sie
  • 09.07.-16.07. Happy Düfte: Öle die dem Seelenleben gut tun, mit Osmologin Christine Lamontain
  • 13.08.-20.08. Aromatherapie und Wildkräuter für Sie

Naturparfüm komponieren & subtropische Traum-Gärten erkunden 

  • 16.04.-23.04.2016
  • 21.05.-28.05.2016
  • 11.06.-18.06.2016
  • 25.06.-02.07.2016

Kosten: Je nach Termin und Buchungsmodalität zwischen 940 und 1190 € für 6 Tage inkl. 7 Übernachtungen im Zweibettzimmer, Vollpension, Ölemischungen-Rohstoffe, Exkursionen, Eintritten und Bootsfahrt. Begleitpersonen willkommen (790 €, Kinder unter 5 J. kostenlos, bis 12 J. halber Preis, deutschsprachiger Babysitter kann gebucht werden). Die Duftwochen beginnen jeweils am Anreise-Samstag um 19 Uhr mit einem gemeinsamen warmen Abendessen, der darauf folgende Samstag ist der Abreisetag.

Gutschein_AiDA2016_Muster_xsDie Details und Preise sind hier (klick!) nachzulesen, das Übersichts- und Anmeldeformular befindet sich hier (klick!), die beiden bebilderten Broschüren können in der rechten Spalte zum Runterladen angeklickt werden. Wie wäre es mit einem Duftreisen-Gutschein zum Verschenken, beispielsweise zu einem „runden“ Geburtstag?

 

verdünnung, haltbarkeit und verantwortung im umgang mit ätherischen ölen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDurch die unschönen Meldungen über einen bekannten Versandhandels-Riesen, der mir – dank eurer Unterstützung und Mini-Provisionen – ein regelmäßiges kleines Taschengeld für das Blogschreiben ermöglicht, bin ich in eine Zwickmühle geraten*. Mir ist spätestens vor einem Jahr, seitdem wir das geplante gigantische Käfig-Lachsprojekt in unserer Bucht zu bekämpfen versuchen, klar geworden, dass wir diesem weltumspannenden menschen- und tierverachtenden Moloch kaum noch entkommen können. Selbst ein bekanntes „Naturschutzsiegel“ ist in diesen Korruptionssumpf eingebunden. Fast jedes Produkt in Supermärkten ist betroffen: Fleisch sowieso, Wasser und Getränke immer mehr, Fertiggerichte, Süßigkeiten, auch Kosmetika, Putzmittel und so vieles andere sind so gut wie nicht mehr aus ethisch korrekter Herkunft erhältlich. Noch nie gab es so viele Sklaven, also ausgebeutete und geschundene Menschen, wie heutzutage – weltweit und leider auch in mitten unter uns.** Seit einigen Jahren langt eine dieser geldgierigen expandierenden krakenartigen Riesenfirmen zunehmend auch in der deutschsprachigen Ätherische-Öle-Welt kräftig zu. (Nicht nur) mir kommt es so vor, dass sogar die Denkfähigkeit potenzieller Anwender/innen auf eine erschreckende Art vernebelt wird.

Auf mehr oder weniger großen Veranstaltungen sowie per direkte Ansprache durch Distributor/innen werden Unterstützer/innen für dieses System angeworben. Mal mehr und mal weniger penetrant, immer wieder mit Heilsversprechungen und Dosierungsempfehlungen, die langjährig geschulten und erfahrenen Personen die Haare zu Berge stehen lassen. Es wurde beispielsweise schon empfohlen, bei Kopfschmerzen einfach jeweils einen Tropfen des „besonders reinen“ Pfefferminzeöles in jedes Auge zu geben, über den Sehnerv werde genau die Stelle des Kopfschmerzes erreicht und so werde der Schmerz dann behoben. Auch bemerkenswert fand ich die Schilderung einer Behandlung, in der man einem Kind mit Schienbein-Schmerzen einige Tropfen Zimtöl eingerieben habe, worauf es angeblich keinerlei Beschwerden mehr hatte. Derzeit sind anscheinend noch einige andere Öle im Trend, die gut seien, um sie IN die Augen zu geben.

Die fachliche Kompetenz der vortragenden und beratenden Personen lässt immer wieder zu wünschen übrig: Es war beispielsweise zu hören, dass ein bestimmtes Öl die Photosynthese der Haut fördere (Photosynthese ist nur Pflanzen aufgrund ihres Gehaltes an Chlorophyll möglich). Manche lernwillige Menschen sind vielleicht auch beeindruckt von der eindrucksvoll klingenden Behauptung, Monoterpene und Sesquiterpene in ätherischen Ölen könnten falsch geschriebene Informationen in der zellulären Erinnerung (DNA) umprogrammieren. Die geäußerte Überzeugung, bis auf Zitrusöle seien alle ätherischen Öle extrem lange oder gar unbegrenzt haltbar, ist nicht nur falsch, sie kann sogar zu schweren Hautreizungen führen, sollten oxidierte Öle auf der Haut von Kund/innen angewendet werden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieKein Wunder also, dass sich sehr regelmäßig verunsicherte Menschen an mich wenden (und auch an Kolleg/innen). Sie möchten wissen, was es mit den Vergleichen auf sich hat, welche gerne im Zusammenhang mit Verkaufsveranstaltungen geäußert werden: Die beworbenen ätherischen Öle seien reiner als die Öle der Firma XY (es werden dann konkrete Firmennamen genannt). Irritierte Menschen erkundigen sich, wie die fast immer angepriesene „besondere“ Destillationsmethode aussehen mag, sie soll für die extreme Reinheit sorgen. Warum diese hochgelobten Öle in therapeutischer Qualität angeboten werden und andere ätherische Öle deutschsprachiger Firmen nicht [diese Aussage ist nach deutscher Rechtsprechung ohnehin nicht rechtens]. Warum auf den Ölen anderer Firmen diese gefährlich anmutenden Gefahrenzeichen aufgedruckt seien, auf den beworbenen Flaschen jedoch nicht (die „braven“ deutschsprachigen Firmen richten sich nach den aktuell geltenden Gesetzen). Auch ob es wahr sei, dass die etablierten und renommierten Ölefirmen minderwertige Waren anbieten würden, welche für die Behandlung nicht geeignet seien, will so mancher Öle-Interessent wissen. Der Slogan, Geld zu verdienen und gleichzeitig Gutes zu tun, erscheint diesen fragenden Menschen reizvoll, doch verursacht er bei ihnen gleichzeitig ein mehr oder weniger ausgeprägtes Magengrummeln. Und so wenden sie sich regelmäßig und immer häufiger an uns „alte Hasen“. Ich erwidere gerne, dass schon alleine die Tatsache, dass man sich die Mühe macht, uns anzuschreiben, ein Hinweis sei, dass das Thema STINKT. Dass das verspürte Unbehagen durchaus seinen Grund hat (sonst würde man sich nicht die Mühe machen).

Unsere Branche hat es in gut 25 Jahren leider versäumt, viele der engagierten, hilfsbereiten und ehrlichen Menschen, die gerne mit den duften Helferchen arbeiten und Geld verdienen möchten, zu ernähren. Kaum jemand kann sich in Deutschland und Österreich als Aromaexpert/in oder als Aromapraktiker/in hauptberuflich selbstständig machen. In der Schweiz ist es auch nicht viel leichter. Niemand kann mehr selbst hergestellte Naturdüfte-Kosmetik verkaufen, Menschen auf dem Weg zur Genesung von Krankheiten aromatisch zu begleiten ist zu einer juristischen Gratwanderung geworden. Selbst unter uns Dozent/innen gibt es ganz wenige, die unabhängig, also ganz ohne kontinuierliche Unterstützung von Ölefirmen, sich und ihre Familie ernähren können/konnten. Veraltete Gesetze für die Praxis und immer mehr Restriktionen rund um die Beratung sowie den Verkauf von natürlichen ätherischen Ölen erlauben in vielen Fällen nur nebenberufliches „Aromatisieren“. Eher muss ein Auftreten unter dem „Deckmantel“ der Kosmetikerin und des Wellness-Masseurs in Betracht gezogen werden.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIn diese Lücke tritt nun seit einigen Jahren besagte welteroberungsfreudige Großfirma (inzwischen ergänzt durch eine abgespaltene Konkurrenzfirma) mit einer fast bewundernswerten Dreistheit. Da wird fleißig vom Heilen auch schlimmster Krankheiten gesprochen, da werden Mengen für die Behandlung empfohlen, die uns „altmodischen“ Aromamenschen eine Gästehaut allein bei der Vorstellung verursacht. Es werden Assoziationen zu christlichen Schriften und Wunderheilungen hergestellt: Jedem sei ja bekannt, dass bereits Jesus kranke Menschen salbte und mit duftenden Ölen heilte. Die ganz speziellen Öle dieser Firmen seien etwas ganz Besonderes, darum sei der Preis über einem Mehrfachen der bekannten deutschsprachigen Firmen absolut gerechtfertigt. Ein Marketingexperte kann zu dieser gelungenen Maßnahme nur gratulieren: Höchste Qualität durch marktunübliche, ja extrem hohe Preise zu suggerieren ist ein genialer Schachzug. Und wenn dann 5 ml (100 Tropfen und mehr) unverdünntes Öl (Oregano, Pfefferminze, Thymian Ct. Thymol, Wintergrün, also keine babyzarten Öle) pro Behandlung auf die Haut der Klienten gegeben werden, kann man zumindest der Gründer der Firma reich werden. Hautreaktionen wie Rötungen und Blasen werden als Erfolg umgedeutet, als eine Art Reinigungseffekt, der helfen solle, Altlasten loszuwerden.***

Was angesichts der hochgelobten angeblichen Super-Qualität und Reinheit jedoch nicht erwähnt wird, ist dass mit dem Anbau dieser Ätherische-Öle-Pflanzen keine (kleinen) Familienbetriebe unterstützt werden, wie es viele der deutschsprachigen Firmen mit viel Hingabe praktizieren. Viel mehr Öle als nötig haben zudem unnötig lange Transportwege hinter sich, sie kommen oft von jenseits des Ozeans. Doch wir haben in Mittel- und Süd-Europa großartige Zitrus-Nadel- und Kräuteröle zur Verfügung, meistens aus behutsam praktiziertem und unabhängig zertifiziertem biologischem Anbau (kbA). Seriöse deutschsprachige Firmen haben zudem sehr hohe Standards bei ihren Qualitätskontrollen, diese Selbstverständlichkeit hängt nur niemand an die große Glocke. Bei der Vermarktung von Anwendungen mit Mengen wie beispielsweise 5 ml unverdünnter ätherischer Öle auf der Haut von ahnungslosen Kund/innen, müssen freilich riesige Plantagen im Spiel sein, auch um den Expansionsdrang der Firma zu befriedigen. Wer schon einmal destilliert hat, weiß welche riesigen Mengen an Pflanzenmaterial in wenigen Tropfen ätherischen Öles stecken. Ein verschwenderischer Umgang mit den kostbaren Pflanzendüften zeichnet meiner Meinung nach eine Haltung aus, die nicht zur Naturheilkunde passt und schon gar nicht zur ganzheitlichen und ehrlichen Arbeit mit (Hilfe suchenden) Menschen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieÜbrigens sind auch die besten ätherischen Öle dieser Welt nicht vor Oxidationsschäden sicher und bergen somit – bei unsachgemäßer Anwendung – ein hautreizendes Potenzial. Egal wie sorgfältig die entsprechenden Duftpflanzen angebaut wurden oder mit welchen WunderDestillen sie gewonnen wurden. Die angebliche ungewöhnliche Haltbarkeit wird jedoch gerne angeführt, um die hohen Preise dieser Öle zu begründen (der Transport aus Übersee mit Zwischenstop in einem europäischen „Lager“ sowie die Zollgebühren werden nicht erwähnt). Bei ätherischen Ölen gilt jedoch nach wie vor: Teebaum (Melaleuca alternifolia) ist nur 6-9 Monate nach dem Öffnen „haltbar“. „Haltbarkeit“ ist bei ätherischen Ölen eine sehr relative Angabe, damit ist meistens die Verträglichkeit auf empfindlicher Haut und in vernünftiger Verdünnung umschrieben. Beispielsweise verändert der wunderbare antibakteriell wirksame Hauptinhaltsstoff Terpinen-4-ol seine Molekülkonfiguration unter Einfluss von Sauerstoff und bestimmten Wellenlängen des Lichtes und kann dann im ungünstigen Fall zu sehr hautreizenden Peroxiden wie Ascaridol „mutieren“. Selbst mit Lavendelöl muss man umsichtig umgehen, dieses Öl kann leider auch schnell oxidieren und nach einem guten Jahr empfindliche Haut reizen. Nadelöle oxidieren auch mit Vorliebe, wenn sie unter Einfluss von Sauerstoff kommen, genau so Eukalyptusöle, beide Duftgruppen sind auch nur circa anderthalb Jahre  auf der Haut benutzbar. Lemongrass und ähnlich duftende Öle wie Litsea, Zitronenmyrte und Zitronenverbene verwende ich ein Jahr nach Öffnen nicht mehr auf der Haut von Kund/innen, ich verwende sie dann lieber nur noch zur Raumbeduftung. Das enthaltene Citral kann bei empfindlicher und zu Allergien neigender Haut ernsthafte Probleme verursachen. DasThema ‚Haltbarkeit‘ hat also wirklich NICHTS mit der angeblichen Reinheit oder einer exorbitant guten und schier unbezahlbaren Qualität zu tun, sondern hängt mit der Reaktion einiger Inhaltsstoffe der Öle mit Sauerstoff und Licht zusammen. Wenn man die Öle benutzt, kommt nunmal Sauerstoff in die Fläschchen, egal wie rein der Inhalt ist. Im Gegenteil, je reiner und naturbelassener, desto empfindlicher können sie sein. Nicht umsonst wird oft der Vergleich mit teuren Weinen gezogen: Diese würde man auch nicht unbegrenzt aufbewahren, nachdem sie einmal geöffnet worden sind. Naturreine und hochwertige Produkte zeichnen sich – anders als Industrie-Massenware – im Allgemeinen durch eine begrenzte Lebensdauer aus.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich sehe mal wieder dunkle Wolken am Naturdüfte-Horizont und es macht mich unglaublich traurig, dass nun durch die oben genannten Behauptungen und Praktiken Gefahren für die Gesundheit von gutgläubigen kranken Menschen lauern. Zwei Jahrzehnte lang haben wir Dozent/innen und Autor/innen den Menschen versucht klar zu machen, dass selbst eine dreiprozentige Verdünnung für manche Patient/innen zu hoch sein kann. Wir haben vielmehr in den letzten Jahren mit 2- und 1-prozentigen Verdünnungen erfreuliche Erfahrungen gemacht (denn diese entsprechen mehr dem Vorkommen der ätherischen Öle in den Pflanzen, also bereits haut- und magenfreundlich „verpackt“). Mir graut vor der Vorstellung, dass solche brachialen Anwendungen durch medizinische Laien und minimal geschulte „Expert/innen“ gar einen Todesfall verursachen könnten, beispielsweise durch einen anaphylaktischen Schock  (ich weiß, dieser kann selbstverständlich auch bei zarten Behandlungen durch gut geschulte Personen auftreten, genau so wie bei der Anwendung von Kosmetika oder bei Verzehr von bestimmten Speisen). Zudem drohen „im Falle eines Ernstfalles“ noch mehr Restriktionen von Seiten der Gesetzgeber, schnell kann dann der freie Verkauf von unseren duften Naturhelfern der Vergangenheit angehören. Und die engagierte Arbeit von unzähligen Pflegenden wäre in ernsthafter Gefahr.

Ich würde hier nicht darüber schreiben, wenn sich die Anfragen in letzter Zeit nicht gehäuft hätten (auch bei einigen Kolleg/innen, die wir uns das nahende aromatische Unwetter mit großer Sorge anschauen). Ich habe lange gezögert, dies zu tun. Doch die geköderten und verunsicherten Menschen sollten eine Möglichkeit bekommen, sich über eine sichere Form der Anwendung und über transparente und ethisch handelnde Firmen informieren zu können. Ich habe hier allerdings ganz bewusst keine Namen genannt und werde sie auch NICHT nennen („alte Hasen“ der Aromabranche wissen warum). Wer sich über eine sichere und menschen- sowie pflanzenfreundliche Anwendung von ätherischen Ölen informieren möchte, kann dies auf dieser Seite des österreichischen Vereines ÖGwA (klick!) tun. Zudem sollte bei der Arbeit mit anderen Menschen immer der gesunde Menschenverstand beteiligt sein: Eine Körpereinreibung mit dem Inhalt vieler großer Körbe gefüllt mit Kräutern (das entspricht der Anwendung von mehreren Millilitern unverdünnter ätherischer Öle) kann nicht gesundheitsförderlich sein! Mal abgesehen von den Behandler/innen, die bei einer erfolgreichen Praxis dieser Art ständig mit unverantwortlichen Mengen an ätherischen Ölen konfrontiert sind.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie* Für alle, die meine Arbeit weiterhin ohne den ‚Versandhausriesen‘ unterstützen möchten: Bücher können – seit Jahren – selbstverständlich auch über die beiden anderen Bücher-Links hier in der rechten Spalte bestellt werden, und mir wird eine kleine Provision gutgeschrieben; hochwertige Naturkosmetika, Naturtextilien-Mode, Öko-Putzmittel, gesunde Haushaltstextilien und andere umweltfreundliche Produkte können bei Waschbär und Hess Natur bezogen werden, deren Logos sich auch seit Langem in der rechten Spalte befinden. Einfach drauf klicken, bestellen, die Software weiß, von wo der Auftrag kommt und ich bekomme meine „Miniprovision“. 😉 Bei aller Kritik sollte jedoch auch berücksichtigt werden, dass Amazon sehr vielen ‚kleinen‘ Händler/innen, die beispielsweise mit ätherischen Ölen und Naturkosmetik handeln, wie beispielsweise Alles Natur Pur, ein gewerbliches ‚Zuhause‘ bietet. Zudem hat die Firma bereits erste Schritte zur Besserung eingeleitet.

** Wer erfahren möchte, wie viele Sklaven – also reale Menschen wie du und ich, jedoch wegen unseres Konsumverhaltens geknechtet – man durch sein Konsumverhalten beschäftigt, kann dies mit Hilfe der Website Slaveryfootprint ausrechnen lassen. Aber Achtung, das Ergebnis kann auch bei sehr bewusstem Konsumverhalten schockierend ausfallen und unglücklich machen.

*** Ich kenne und schätze selbstverständlich das (gewünschte) Phänomen der Erstverschlimmerung, auch habe ich in meiner Heilpraktikerausbildung gelernt, dass in der Naturheilkunde manchmal „verletzt“ werden muss, um die Selbstheilungskräfte anzuregen (beispielsweise beim Quaddeln). Ich weiß auch, dass man manche ätherische Öle (in bestimmten Situationen) durchaus in höherer Dosierung als üblicherweise empfohlen, einsetzen kann. Doch was ich im privaten Umfeld und mit meiner Familie mache und machen darf, entspricht nicht dem ethischen Verhaltenskodex der gewerblich ausgeübten Arbeit mit ätherischen Ölen. Entsprechend geschulte Ärzte und Ärztinnen setzen ätherische Öle in hohen Dosierungen ein (hauptsächlich in Frankreich), jedoch verfügen sie über entsprechende Erfahrungen und wissen um Gegenmaßnahmen, sollte eine unerwünschte Reaktion vorkommen, zudem sind sie haftpflichtversichert (wie übrigens auch die seriösen Aromatherapeut/innen in Großbritannien, die sich verpflichten, mit einer Verdünnung von maximal 3 Prozent zu behandeln. Und um es abschließend klarzustellen: Ich spreche mich in keinster Weise gegen die Qualität der betreffenden ätherischen Öle aus!

provence-lavendel in akuter gefahr


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyNach dem 1. Aromatherapie-in-der-Psychiatrie-Kongress in Basel, vor ziemlich genau zwei Jahren, fasste ich den Bericht (klick!) von Jean-Claude Richard (Farfalla) zusammen, dass in der Provence die Lavendelproduktion am kollabieren sei, dass eine Krankheit das „blaue Wunder“ bedrohe, dass Lavendelöl sich stark verteuern werde.

Kürzlich wurde die erschreckende Verschlechterung dieser (noch lokal wütenden) ökologischen Katastrophe in einem sehr guten Artikel in der Zeitung Die Welt (klick!) zusammengefasst. Die blau-lilafarbenen Felder des beliebten Lippenblütengewächses werden durch eine bakterielle Krankheit bedroht, welche durch winzig kleine Zikaden übertragen wird (Stolbur-Phytoplasma). Durch die Attacke der Mikroben bilden die Pflanzen nur kleine Blüten und verdörren. Das trockene Wetter der letzten Jahre verstärkte das Aufkommen der Krankheit, die im Jahr 2000  erstmals auftrat. Vielerorts mussten deshalb gesamte Bestände vernichtet werden. Danach kann jedoch nicht neu gepflanzt werden, vielmehr müssen 5 Jahre vergehen, bevor an eine Rekultivierung des Bodens mit Lavendel zu denken ist. Man rechnet mit einer weiteren Verschlimmerung der Situation, der Preis für echtes Lavendelöl ist bereits um 30 Prozent angestiegen, Tendenz steigend. Man kann keine Insektizide versprühen, da diese die bestäubenden Bienen töten würden, diese wiederum sorgten bislang für weiteres Einkommen in der kargen Region, sie produzierten reichlich des bekannten Lavendelhonigs.

Zwischen 2005 und 2010 sind auf diese Weise 50 Prozent der Anbauflächen verschwunden, 2005 wurden noch 85 Tonnen ätherisches Öl produziert, inzwischen sind es unter 30 Tonnen. Bulgarien rüstet indessen auf und produzierte im vergangenen Jahr 45 Tonnen Lavendelöl, die Ukraine und China erreichen inzwischen bereits 15 Tonnen pro Jahr.

Leider muss man befürchten, dass dies wieder eine Lektion in Sachen „gierige Plantagen-Landwirtschaft“ ist. Diese extrem art-ungerechte Art der Pflanzenkultivierung erfordert reichlichen Einsatz durch Chemikalien zum Wachsen und zum Abwehren von Beikräutern sowie von unerwünschten „Viechern“, sie schwächt die Pflanzen, fördert Resistenzen auf vielerlei Art, welche dann zu verstärkten Bemühungen mit Pestiziden führen können. Irgendwann „freut sich der Dritte“: Irgendein Mikroorganismus nutzt die Immunlücke bei den Gewächsen und labt sich daran. Die grenzenlose Gier, der Erde immer mehr als möglich abzupressen, fordert ihren Tribut.

Vielleicht sollten wir in milden Gegenden Mitteleuropas Kooperativen gründen und lokalen Lavendel destillieren, er wächst vielerorts so schön, ich habe auf der derzeitigen Reise ganz viel wunderschönen Lavendel gesehen, er wird meistens gar nicht geerntet. In Österreich gibt es jedenfalls bereits ein solches Projekt, das Projekt Berglavendel. Und vielleicht sollten wir uns angesichts dieser traurigen Lektion besinnen, auch unsere Nahrungsmittel nicht von billig produzierenden Plantagengiganten zu kaufen, sondern kleine regionale Lebensmittelerzeuger zu unterstützen. Denn BIO ist einfach LOGISCH, so tut es der Erde gut, so tut es uns gut, so tut es den Tieren und Insekten gut. Der Mensch kann ohne Lavendelöl leben, doch ohne Obst und Gemüse wird er nicht weit kommen.

Tausend Dank übrigens an all die lieben und wohlwollenden LeserInnen, die meinen letzten Blogeintrag zum 20-Jahre-Schuljubiläum so nett gewürdigt haben! Auch ansonsten stille Mitleserinnen haben sich ein Herz genommen und etwas geschrieben, das ist des Bloggers Ansporn, genau so noch besser weiter zu machen!

chiasamen, das omega-3-paket


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyHier in Irland ist es gelungen, ein Genehmigungsverfahren für die Samen einer mittelamerikanischen Salbeiart für Nahrungszwecke durchzuboxen (Infos auf deutsch bei  Topfruits, auf englisch hier, auf den gefetteten Link klicken!). Salvia hispanica, eine Verwandte von unserem Salbei und auch von Lavendel, Minze und Melisse, wird Chia oder Chian (=ölig) genannt, sie versorgt seit Urzeiten die lokale Bevölkerung mit hochwertigen Fettsäuren, lebenswichtigen Aminosäuren und antioxidativ wirksamen Mikronährstoffen. Zudem können die winzigen Samen ein Vielfaches ihres Eigengewichtes an Flüssigkeit/Wasser binden und so ein Polysaccharid-Gel aus Faser- und Ballaststoffen bilden, das eine zu schnelle Verdauung von Kohlehydraten im Magen verhindert und die Verdauung sanft fördert (ohne die piksigen Spitzen und Kanten des Leinsamens, ist also für empfindliche Därme bekömmlicher). Der Blutzuckerspiegel fährt nicht mehr Achterbahn, Heißhungerattacken werden reguliert und der Körper kann lang anhaltend mit Energie versorgt werden. Zusammen mit einer leckeren Tasse kalten oder heißen (ungeräucherten) Matetees, der das Hungergefühl sehr deutlich dämpft, kann man sich mit dieser Kombination einen halben Tag lang satt fühlen und eventuell der Bikinifigur näher kommen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie Samen aus den Blüten der circa ein Meter hohen, krautigen Salbeiart enthalten knapp 40 Prozent eines fetten Öles, das ein hervorragendes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren enthält. Es eignet sich hervorragend für luxuriöse Nachtpflege-Produkte. Chiasamenöl ist zwar noch eine Rarität in Deutschland, wird jedoch immer öfter als Alternative zu den zweifelhaften Fischölkapseln (vergiftete Lachse aus Farmen, extreme lokale und globale Meeresverschmutzung, unnachhaltige und tierquälerische Aquakulturen etc, ausführlicher Artikel von Marta auf ihrem Blog Aromaoase) angeboten. Leider ist das Öl, wie auch Leinsamenöl, nur sehr kurz haltbar (je nach Hersteller und Abfüllungsart wenige Wochen bis ein halbes Jahr) und sollte darum in Kapseln erworben werden (im Reformhaus). Es schmeckt und riecht dann äußerst unangenehm tranig.

Besser ist, man genießt die anderen Vorteile der Pflanze und streut die viel länger haltbaren und völlig unaufdringlich schmeckenden und prima zu schluckenden Mini-Samen (circa 1mm) ins Müsli, in den Joghurt, in selbst gebackenes Brot etc. Zwei Esslöffel versorgen uns neben anderen wertvollen Stoffen (beispielsweise mit 205 mg Kalzium) mit circa 5.2 g Omega-3-Fettsäuren und mit 1.7 g Omega-6-Fettsäuren, also ideal für Menschen mit Konzentrationsstörungen und Hyperaktivität, Immunproblemen, Fertilitätsstörungen und vor allem mit undefinierbaren Hautproblemen. Auch Menschen mit rheumatischen Schmerzen können von regelmäßigen Omega-3-Kuren profitieren. Chiasaat ist bei Topfruits in mehreren Packungsgrößen erhältlich (auf den gefetteten Link klicken!)

PS Am kommenden Wochenende findet in Baden bei Wien der Aromapflege-Kongress von der VaGA statt!

forum für fragen zu aromatherapie und aromapraxis


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDa bei uns nun zum Glück, wie vor den zwei Frostwintern in Irland meistens üblich, der Winter vorbei ist und der Maler mit den Renovierungen im neuen Seminar- und Gästehaus am Meer bald fertig ist, verabschiede ich mich für diese Saison als Forum für Hilfesuchende und Fragende.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIn letzter Zeit kamen ziemlich viele Fragen und ich bin ja jemand, die nur schlecht ‚Nein‘ sagen kann. Doch ich habe begonnen mich der Reinigung des Gewächshauses hinter dem Gästehaus widmen, es enthält einen Dschungel auf gefühlten 100 Kilometern Jasminranken, die teilweise schon blühen und ich werde Sommerblumen und Kräuter für die Aromaküche säen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIn zwei Wochen, wenn die offizielle Mietzeit beginnt, werde ich Gardinen, Lampen und Bilder aufhängen, Gartenmöbel lackieren und Schränke mit Bettwäsche, Handtüchern, Wärmflaschen, Geschirr, Besteck, ätherischen Ölen und Destilationszubehör füllen. Die überdachte ‚Veranda‘ vor dem Haus wird mit Sitzgelegenheiten gefüllt und dekoriert, die Terrasse auf der Westseite des Hauses wird bepflanzt und mit Kübeln versehen (mein Über-2-Meter-Teebaum stampft schon ungeduldig mit den Wurzeln). Einige Dutzend Namensetiketten sind noch an Handtücher und Bettwäsche anzunähen (wegen des Wäschereidienstes). Mein Traum, ein gemütliches Seminarhaus am Meer für Lernende der Aromatherapie anbieten zu können, rückt also in greifbare Nähe. Es blühen schon etliche Sträucher drum herum, so dass keine Winter-Tristesse mehr möglich ist.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDer langen Rede kurzer Sinn: Nach über drei Jahren des ziemlich disziplinierten Blog-Schreibens sollten hier alle wesentlichen Fragen beantwortet sein, jeder Lesende kann sich entweder unter ‚Kategorien‘ in der rechten Spalte auf seine persönliche Suche begeben oder ganz oben rechts sowie in der rechten Spalte mittendrin ins Suchfeld sein Stichwort  eingeben. Wer nicht fündig wird, kann sich auf meiner Facebook-Seite Aromapraxis mit 1089 ‚Freunden‘ austauschen oder auf XING Aromapflege & Aromatherapie bei 565 Mitgliedern und meinen zwei Co-ModeratorInnen Sabrina und Thomas nach Antworten und Erfahrungsberichten suchen. Beide Foren sind kostenlos, man benötigt lediglich eine Anmeldung.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Ich würde mich freuen, wenn ich ab und zu ein paar Erfahrungsberichte wie den schönen Beitrag von Pascale hier einstellen könnte, sie brauchen nicht perfekt geschrieben zu sein, ich kann sie redigieren. Sie können auch einfach in Stichworten oder tabellarisch zusammengefasst sein, ich kann eine nette Geschichte daraus machen. Ich werde selbstverständlich auch weiterhin meine normalen Texte schreiben, derzeit tummeln sich knapp zehn Beiträge in der Warteschleife.

Vierzehn dieser Fischtanks sollen 500.000 Mast-Lachse beherbergen, dieser noch sehr unberührte Küstenabschnitt ist dafür vorgesehen. Kinder baden hier, lokale kleine Fischer und Angler holen sich hier ihr Essen aus dem Wasser, der wunderschöne Film 'Ondine' wurde hier von Neil Jordan gedreht.

Und dann noch abschließend eine Bitte in eigener Sache, die uns auch Zeit kostet, für die wir momentan eintreten: Mitten in unsere schöne Bucht soll eine Lachsfarm gigantischen Ausmaßes gebaut werden, die Fäkalien der 500.000 eng eingepferchten Fische entsprechen denen einer mittleren Stadt, sie sollen einfach ins Meer gelassen werden. Tonnen von Antibiotika werden benötigt, um möglichst viele der Kaltwasserfische hier im ‚lauwarmen‘ Wasser des Golfstromes gesund am Leben zu halten, andere Chemikalien sollen helfen, sie vor den aktuellen Parasiteninvasionen, die bereits in der Bucht herrschen, zu befreien, rote Farbstoffe werden dem Futter beigefügt, um die verfetteten und blassen Tiere rosa zu färben (diese Farbkristalle lagern sich im menschlichen Auge ab und können zu Blindheit führen). Wer mag, kann unserer Initiative gegen diesen Wahnsinn (der ja nicht nur hier passiert, sondern in schönen, ruhigen Buchten weltweit) seine Sympathie bekunden, indem er auf der Facebook-Seite Save Bantry Bay ein ‚like‘ klickt oder sich informiert auf Save Bantry Bay. Wir – eine seit einer Woche nicht mehr verschwindend winzige Gruppe von besorgten Meeresschützern – möchten noch mehr Präsenz gegen die Willkür eines einzelnen Ministers und gegen die Gier des weltweit größten Lachsproduzenten zeigen (vermutlich habe viele hier unter den LeserInnen bereits öfters von deren Lachsfleisch gegessen). Zumindest haben wir die Expansionsarbeiten einer bereits bestehenden Lachsfarm an diesem Ort, die gestern starten sollten, verzögern können. Vielen Dank!

teebaum – ein ‚altes‘ und bewährtes medikament



Ich habe meinen circa 1,60 hohen Teebaum zum Glück ins Haus evakuiert. Er kann in normalen irischen Wintern mit nur stundenweisem Frost durchaus draußen bleiben, dieses Jahr wäre er jedoch sicherlich eingegangen. Nun steht er zwar in einem kühlen, hellen Raum, ’nadelt‘ jedoch ganz fürchterlich. Wenn man mal ein oder zwei Tage vergisst ihn zu gießen, bestraft er den Gärtner.

Den meisten jungen AromaexpertInnen ist sicherlich nicht bewusst, dass Teebaumöl bereits ganz früh im 20sten Jahrhundert ein bewährtes Antiseptikum war – in seiner Heimat Australien. Dort wiederum fast nur im südöstlich gelegenen New South Wales. Pioniere der mehr international orientierten therapeutisch orientierten Vermarktung war die Thursday Plantation, die an einem Donnerstag im Jahr 1976 in Bundawalbyn von Eric White gegründet wurde. Bereits 1923 hatte der australische Chemiker Arthur Penfold  die enormen antibakteriellen Eigenschaften des herb duftenden Öles entdeckt und bekannt gemacht, es wurde bereits in der Region um Bundawalbyn in kleineren Mengen hergestellt. Es wurde zur Standardmedikation, sowohl oral als auch perkutan angewendet. Im zweiten Weltkrieg erließ die australische Regierung den Befehl, dass alles verfügbare Teebaumöl ausschließlich für militärische Zwecke eingesetzt werden durfte. Dann ist dieses ‚Wunder-Medikament‘ eher in Vergessenheit geraten oder galt als sehr altmodisch, weil die modernen Antibiotika ihren Siegeszug antraten.

Die Thursday Plantation war auch ein Pionier in vielerlei Hinsicht, denn sie waren die ersten, die den damals sehr schwierigen kommerziellen Anbau von Teebäumen wissenschaftlich untersuchten. Der Baum widersetzte sich zunächst dem ‚Leben in Gefangenschaft‘, war also nicht sehr gut in Plantagen zu bändigen. Die Pioniere setzten sich, da sie bald viele Mitbewerber bekamen, die nicht zimperlich mit der Umwelt umgingen, als erste für pestizidfreies Teebaumöl und für nachhaltigen Anbau ein. Sie legten Standards für die Inhaltsstoffe an, so dass das Öl wirklich therapeutisch einsetzbar ist (ganz wenig 1,8-Cineol und p-Cymen, über 30 Prozent Terpineol-4). Sie waren dann auch die ersten, die in Australien ein amtlich registriertes „therapeutisches Teebaumöl“ anbieten konnten.

Inzwischen ist die Firma an den neuseeländischen Marktführer für naturheilkundliche Produkte Thompson verkauft, der unter der Dachmarke Integria auch andere Gesundheitsprodukte anbietet. Ich hatte vor etlicher Zeit bereits über die genialen Teebaum-Desinfektionstäbchen von den Thursday Plantation berichtet.

holzöle aus atlaszeder und ihren „verwandten“


Dieser Tage lief mir beim vormittäglichen Aufräumen eine beträchtliche Menge eines fast 10 Jahre alten Zedernholzöles über die rechte Hand. Meine angebrochene 500ml-Flasche war nicht richtig verschlossen, ich hatte das Öl einst in riesigen Mengen in die Haus-Isolierung aus echter Schafwolle gesprüht. Ich wischte und schmierte und wusch, doch der schwere Duft hatte sich sofort in sämtlichen Hautporen „verewigt“. Im Laufe des Nachmittags wurde ich ungemein bleischwer müde… das war wohl die Wirkung dieses „erdenden“ ätherischen Öles.

Beim Lehren und Abfragen von botanischem Grundwissen stolpern wir DozentInnen immer wieder mal über Verwirrungen bezüglich der Familienzugehörigkeit diverser Zedern (und der dazugehörigen „Zedern“öle). Zudem gibt es manchmal Verwirrung, denn wenn wir von Nadelölen sprechen, meinen wir meistens die Kieferngewächse als Sammelbegriff. Das wunderbar holzig-balsamische ätherische Öl aus der Atlaszeder, die auch zu den Kieferngewächsen/Pinaceae gehört, ist jedoch fast immer ein Holzöl, denn es wird aus den zerkleinerten Holzstückchen aus Stämmen und Ästen destilliert. Wie bei allen Holzölen besteht bei der Gewinnung die Gefahr der Ausrottung der jeweiligen Spezies bzw. des unnachhaltigen Umgangs mit der Natur. Die südfranzösische Atlaszeder gehört bereits zu den bedrohten Arten, wie Tony Burfield in Cropwatch beschreibt.

Ich finde, es ist eine zweifelhafte Art der Gewissensberuhigung, wenn man nun auf nordafrikanische Zedern zurückgreift und munter weiter verschwendet. Ähnlich verhält es sich mit Rosenholzöl und Sandelholzöl, in beiden Fällen wird meistens der Baum gefällt/abgetötet. Im Fall von Sandelholz muss der Baum sogar extrem sorgfältig „gehoben“ werden (früher mit der Hilfe von Elefanten), da sich das wertvolle ätherische Öl auch in den Wurzeln befindet. Wenn man nun als vermeintlicher Umweltschützer reichlich Rosenholzöl statt aus Aniba rosaeodora aus anderen, ähnlich duftenden Amazonasbäumen wie Ocotea verwendet und statt im „Echten Sandelholzöl“ nun in Amyrisöl oder kaledonisch-australischen Sandelholzölen schwelgt, sollte man an die nächsten Generationen denken. So gierig wie die heutige Industrie und Wirtschaft agiert, ist denkbar, dass auch diese „alternativen“ Ressourchen bald ausgeschöpft sind.

Ich meine, dass man nicht unbedingt gänzlich auf die knappen Öle verzichten muss, wenn man sie aus verantwortungsvoll handelnder Quelle erhalten kann. Rosenholzöl kann sowohl einigermaßen baumschonend aus dicken Ästen, als auch (in nicht ganz so wundervoll duftender Qualität) aus den Blättern des Amazonas-Riesen gewonnen werden, zudem vermutlich auch in kleinen Mengen aus Abfällen der Möbelindustrie (eine brasilianische Expertin vor Ort zweifelt diese Aussage jedoch an). Auf Atlaszedernöl kann man in der anspruchsvollen Therapiearbeit fast nicht verzichten, man sollte es jedoch sparsam einsetzen, der schwere Duft verlangt ohnehin eine hohe Verdünnung. Ich verzichte inzwischen fast gänzlich auf Sandelholzöl, verwende es nur für ganz ausgewählte Beschwerden und/oder Menschen. Gleiches sollte für den „Ersatz“ aus Neu-Kaledonien und Australien gelten.

Nun zum Lernen. Folgende ätherische Öle werden aus dem Holz der jeweiligen Pflanze destilliert (es gibt ganz selten auch Nadelöle aus Cedrus und den nordamerikanischen Juniperus-Arten):

  • Adlerholz (oder Oud oder Ut), Aquilaria malacchensis oder A. agallocha
  • Amyris, Amyris balsamifera
  • Atlaszeder, Cedrus atlantica
  • Blaue Zypresse, Callitris intratropica
  • Dacrydium/Harzeibe, Dacrydium pierrei
  • Himalajazeder, Cedrus deodara (Foto links)
  • Libanonzeder, Cedrus libani (extrem selten, extrem gefährdet)
  • Linaloe, Bursera delpechiana (geleg. auch Öl aus Früchten)
  • Mexikozeder, Juniperus mexicana
  • Muschelzypresse/Hinoki, Chamaecyparis obtusa
  • Rosenholz Brasilien, Aniba rosaeodora var. amazonica (Foto rechts: Sigrun Scherneck)
  • Rosenholz Peru, Ocotea caudata, O. cernua
  • Sandelholz, Santalum album
  • Virginiazeder, Juniperus virginiana (Bleistift-Zeder, keine Zeder!)
  • Palo Santo, Bursera graveolens (Foto ganz oben)

Weitere Sandelholzöle:

  • Eucarya spicatum, Fusanus spicatus (Australisches Sandelholz)
  • Osyris tenuifolia (Ostafrikanisches Sandelholz)
  • Pterocarpus santolinus (Roter Sandelbaum)
  • Santalum austrocaledonicum (‚Sandelholz Südsee‘, aus Neukaledonien und Vanuatu)
  • Santalum spicatum (Westaustralisches Sandelholz)
  • Santalum yassi (Fidschi Sandelholz)

Viel Verwirrung herrschte in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren über „Zedernöle“, Zedernöl wird in Büchern aus dieser Zeit meistens als giftig oder zumindest gefährlich bezeichnet. Das lag daran, dass im englischen Sprachgebrauch erstens viele Nadelbäume umgangsprachlich als ‚Cedar‘ bezeichnet werden (ähnlich wie wir fälschlicherweise Tannenzapfen zu Kiefernzapfen sagen). Ganz speziell die Thuja, ein Zypressengewächs, wird ‚Red cedar‘ genannt (fast alle Anti-Motten-Holzstückchen und auch gut haltbare Gartengegenstände werden daraus gefertigt). Ätherisches Thujaöl wird meistens aus den aromatisch-apfelartig duftenden Zweigen dieser großen Bäume destilliert und enthält einen sehr hohen Anteil an neurotoxisch wirksamen Thujon.

Anders die meisten der oben genannten Holzöle, die jeweils interessante Mischungen aus unterschiedlichen Sesquiterpenverbindungen enthalten. Sie wirken dadurch alle mehr oder weniger entzündungshemmend und regulierend auf das Immunsystem. Zudem stark stabilisierend auf chronische Zustände und wie eingangs berichtet, beruhigend, erdend, zentrierend. Auch wirken die meisten Holzöle insektenabweisend, so dass sie – bereits in kleinen Mengen –  eine wertvolle Ergänzung für sommerliche Abwehrmischungen sind.

Auf der Duftreise zu den Botanik-Kursen hier in Irland führen unsere Exkursionen zu einigen ganz besonderen Exemplaren von Dacrydium-Bäumen, zu Callitrisbäumen, zu einem uralten Bonsai einer Muschelzypresse und zur oben abgebildeten Himalayazeder (begleitet von den jeweiligen Öle-Fläschchen).

PS. Es gibt ein „neues Rosenholzöl“ von Tisserand, das aus den Samen eines nepalesischen Strauches namens Zanthoxylum armatum gewonnen wird.

Ätherische Öle in der Psychiatrie – ein gelungener Kongress


Am vergangenen Freitag, den 15. Oktober, trafen sich über 100 Gäste und viele engagierte Referentinnen und Referenten zu einem Erfahrungs- und Wissensaustausch über den Einsatz von ätherischen Ölen im psychiatrischen Bereich. Gastgeber war ein aromaerfahrenes Team der Universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel, Initiatorin war die Aromatherapeutin Regula Rudolf von Rohr. Sie kann auf viele Jahre der therapeutischen Erfahrung mit den natürlichen Essenzen zurück blicken und sie hat volle Rückendeckung durch die zuständige Ärzteschaft.

Auch Christoph Cassidy, Leiter Pflege und Qualität der UPK Basel ist vom Nutzen von Aromatherapie und Aromapflege in seinem Hause überzeugt.

Jean-Claude Richard von Farfalla begann den Tag mit ungewollt kritischen Worten und Prognosen. In seinem wunderbar anschaulichen Vortrag ‚Warum „Bio“ auch bei Duftstoffen logisch ist‘ zeigte er auf, was die moderne Landwirtschaft seit fünfzig Jahren mit ihren immer noch circa 500 Pestiziden anrichtet (circa 300 wurden – zumindest in der EU – verboten). Lebensmittel werden aber nur auf circa 200 dieser Giftstoffe kontrolliert (was wir wohl alles mit essen???). Ätherische Öle können diese gesundheitsschädigenden Moleküle – beides sind fettlösliche Substanzen – in ungünstigen Mengen enthalten, darum ist es wirklich ein Muss, für die Aromapflege bio-LOGISCH einzukaufen. Mal abgesehen davon, dass man mit diesem Verhalten die mühselige, rückenschindende Arbeit der Kleinerzeuger unterstützt, keine moderne Sklavenarbeit subventioniert und vieles mehr.

Destruktive, nicht nachhaltige Erntetechniken aus Wildsammlung, unkontrollierter Handel, Schmuggel sowie Betrug machen den Vertrieb von ätherischen Ölen zunehmend aufwändiger. Südfranzösischer Lavendel ist derzeit auch noch durch zwei Krankheiten stark bedroht, selbst die harten Chemiekeulen wollen nicht mehr recht helfen. Das ist einer der weiteren hohen Preise, den man bei extensiver Monokultur zahlen muss. Das blaue Duftwunder kommt heute zunehmend aus östlichen Ländern: Bulgarien und die Ukraine produzieren auf je 3000 Hektar bereits jeweils 40 Tonnen des beliebten Öles, China bewirtschaftet immerhin schon 1300 Hektar, um sich mit 30 Tonnen am Welthandel zu beteiligen. Lavandin wird übrigens zwanzig mal mehr produziert als Lavendel und 90 Prozent davon gehen an Duft-Riesen wie Procter & Gamble, Unilever, Colgate, Henkel usw.

Jean-Claude Richard zeigte wunderschöne Fotos von den Bioprojekten an diversen noch sehr abgelegenen Orten, vor allem vom ersten Bio-Dorf Europas Correns, in dem neben Wein und Oliven auch viele Felder mit aromatischen Kräutern für ein besonderes Mikroklima sorgen. Weil das malerische Dorf zudem von einer Hügelkette umgeben ist, hofft man, dass diese fast abgeschlossene Region von den schrecklichen Lavendelkrankheiten verschont bleibt. Der erfahrene und passionierte Aroma-Mann berichtete schmunzelnd, dass jeder Besuch dort in Süd-Frankreich mindestens eine Woche vorher angemeldet werden muss, da ein sehr prominentes Schauspieler-Paar im Dorf ein Schloss erworben hat und Angst vor Paparazzi hat.

Ein aufrüttelnder Exkurs ging am Schluss seines Vortrags noch in die Welt der künstlichen Aromen, welche uns und vor allen den jungen Menschen regelrecht den Appetit verderben, ohne dass es aber so recht bewusst wird. Echtes Erdbeer- oder Vanillearoma wird heutzutage oft als schwach oder unecht empfunden, da die Labor-Duftstoffe meistens viel intensiver duften. Erstaunliche Zahlen waren zu vernehmen: 1000 Tonnen echten Vanillearomas stehen derzeit 13000 Tonnen synthetischem Vanillearomas gegenüber. Was diese frankensteinschen Riechstoffe mit uns, unserem Verhalten und unseren Gehirnwindungen macht, sollte wohl besser verschwiegen werden, wenn es denn je erforscht werden wird….

Im nächsten Vortrag beschrieb die Pflegefachfrau Regula Rudolf von Rohr ihre Tätigkeiten und Erfahrungen mit kranken Menschen. Sie wird als Aromatherapeutin bezahlt, darf also auf Anweisung der betreuenden Ärzte intensiver als „nur“ aromapflegerisch arbeiten. Sie hat ursprünglich ihre Arbeit bei Martin Henglein erlernt, diese dann im Laufe der Jahre an die Bedürfnisse dieser sensiblen Patientengruppe angepasst. An den Universitären Psychiatrischen Kliniken gibt es also beide Arbeitsfelder: Aromatherapie und Aromapflege, welche Hand in Hand gehen.

Es folgte ein erfrischend-lustiger Bericht über zahlreiche Versuche und Irrtümer aus dem Arbeitsfeld der psychiatrischen Gesundheits-und Krankenschwester Claudia Arbeithuber aus Linz in Österreich. Sie betonte immer wieder die Notwendigkeit von unglaublich geringen Dosierungen, oft nur 1 Tropfen eines ätherischen Öles auf 100 ml fetten Öles. Denn psychiatrische PatientInnen sind meistens ungemein sensibel und reagieren oft übermäßig auf Reizüberflutung. So muss auch zunächst mit Berührungen sehr bewusst umgegangen werden und es darf zunächst allenfalls den Körperbereich mit Ölen behandelt werden, den die Kranken als angenehm empfinden. Düfte in minimalen Mengen und sanfte Streichungen haben dann oft bemerkenswerte Wirkungen. Uns wurde der Fall einer jungen Frau ausführlich vorgestellt, die sich extrem selbst verletzte und über die Jahre mit selbst gewählten und teilweise eher hoch dosierten ätherischen Ölen aus diesem Teufelskreis entkommen konnte.

Die Münchener Fachkrankenschwester und Wundexpertin Monika Volkmann berichtete in ihrem Vortrag ‚Osmologische Aroma-WundPflege‘ (OAWP) über viele Besonderheiten bei der Wundversorgung mit ätherischen Ölen, zusammen mit oder auch ganz ohne die hochmodernen Produkte zur Behandlung von Wunden. Die Kombination beider Verfahren kann sowohl in der Lokalantiseptik, in der Pflege von Wunden als auch in der Pflege der Wundumgebung bestehen. Im psychiatrischen Bereich wird man oft mit Sebstverletzungwunden konfrontiert: mit Schneiden, Kratzen, Ritzen, Stechen, Kopfschlagen, Trichotillomanie, Beißen, Zerkauen, Verbrühungen, Verbrennungen und vielem mehr. Dadurch spüren die Erkrankten sich oft besser, eine Verstärkung des psychischen Drucks kann erfolgen, die (verstärkte) Aufmerksamkeit der Umgebung wird gefordert.

Für die Lokalantiseptik haben sich folgende 100 % naturreine ätherische Öle seit circa 15 Jahren im klinischen Bereich bestens bewährt: Echter Lavendel (Lavandula angustifolia), Thymian (Thymus vulgaris CT Linalool) und Niaouli (Melaleuca quinquenervia). Sie können mit Ringerlösung verschüttelt werden (250 ml  RL + 10 – 20 gtt*), einer Grundmischung aus den genannten oder ähnlichen ätherischen Ölen zugefügt werden oder 2 – 3-prozentig mit hochprozentigem Alkohol zu einem Wundspray in einer Sprühflasche vermischt werden. Die Wundumgebung kann mit 0,5 – 3%igen Mischungen je nach Indikation und Häufigkeit gepflegt werden, das ist insbesondere nötig, wenn Wundnähte oder die Verbände aus Kunststoff hergestellt sind. Bei oberflächlichen akuten Wunden nimmt Frau Volkmann 2 – 3%ige Mischungen als Auflage oder Einreibung.

Oft verweigern die PatientInnen diese Art der Versorgung, dann können als alternativer Ablauf sogenannte Osmologische Arbeitsmischungen mit breiter Akzeptanz angeboten werden. Von der folgenden Mischung wird beispielsweise ein Tropfen auf ein Stückchen Zellstoff gegeben und dem/der PatientIn angeboten:
  • 4 gtt Citrus paradisii (Grapefruit)
  • 2 gtt Citrus bergamia (Bergamotte)
  • 2 gtt Citrus reticulata (Mandarine)
  • 1 gtt Anthemis nobilis (Kamille römisch)
  • 1 gtt Vanilla planifolia (alkoholischer Vanilleextrakt)
Man kann diese Grundmischung auch 0,5 %ig in Mandelöl (Prunus amygdalis dulcis) einarbeiten oder für eine Teilkörpermassage 6 gtt auf 30 ml Trägeröl einarbeiten.
Weitere zahlreiche Erfahrungsberichte wurden von Pflegefachleuten vorgetragen: Das Team von den Psychiatrischen Kliniken in Basel konnte 2006 ein Aromapflege-Konzept einführen und 2007 als allgemein akzeptierten Standard  in der Klinik verankern.
Seit diesem Zeitpunkt arbeiten auf zwanzig Stationen Pflegende, welche eine spezifische interne Schulung zur Aromapflege absolviert haben. Wir konnten an einigen Ergebnissen einer Literaturrecherche, die zur Evidenz der Aromapflege erarbeitet wurde, teilhaben (im Bild v.l.n.r. Franziska Rabenschlag, Sylvie Schumacher und Ursula Niemi).
Nach der Mittagspause berichtete Jürgen Ott (links) von der bekannten Clienis Privatklinik Schlössli über seine Arbeit auf der 60+-Abteilung, wo die Aromapflege eine ergänzendes Pflegeangebot für die siebzehn Behandlungsplätze darstellt. Die Aromapflegeverantwortlichen Christine Kleindienst (Mitte) und Roland Kaiser (rechts) von der PTA (Psychotherapeutische Abteilung) der UPK Basel fassten auch jeweils kurz ihre Erfahrungen auf dem psychiatrischen Sektor zusammen.
Es folgte dann mein Beitrag über wissenschaftliche Arbeiten mit und über demenziell veränderte Menschen, die vom Einsatz ätherischer Öle profitierten. Die drei A’s dieser Erkrankungsgruppe (Aggression, Agitation, Angst) können insbesondere mit den ätherischen Ölen von Melisse (Melissa officinalis), Lavendel (Lavandula angustifolia), Rosmarin (Rosmarinus officinalis) und unterschiedlichen Salbeiarten gut beeinflusst werden. Auch erkrankte Gehirnzellen, reagierten in zahlreichen Studien auf ätherische Öle wie Lavendelsalbei (Salvia lavandulifolia) sehr positiv, dieses Öl wirkt zumindest in Laborstudien wie die modernen Anti-Alzheimer-Medikamente, so genannte Acetylcholinesteraseinhibitoren. Ich schrieb vergangenes Jahr einen Fachbuchbeitrag zum Thema und berichtete auch hier davon. Spannend finde ich, dass allererste Ausfallerscheinungen bei der Alzheimer’schen Erkrankung mit einem „Schrumpfen“ der Riechkolben (verarbeitet Riechprozesse) im Gehirn und auch des Hippocampus (verarbeitet Gerüche und auch Erinnerungen) einhergeht. Ob ein bewussteres Riechen (an Nahrung, Blumen, ätherischen Ölen etc) einer Erkrankung vorbeugen kann oder ihr Fortschreiten eventuell zumindest verlangsamen kann?
Professor Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt begeisterte wieder durch seinen spannenden Beitrag über die fremde-ferne Welt der Riechorgane. Das ist nicht mehr nur die Nase, sondern wichtige Erkenntnisse liegen nun zur Riecharbeit des Nervus trigeminus (Drillingsnerv) vor und man weiß nun, dass die Haut auch Riechfunktionen erfüllt. Sogar das Herzgewebe kann sogar so etwas wie Riechen! Unzählige Zeitungsartikel über seine Forschungsergebnisse können hier nachgelesen werden, einige Radio- und Fernsehbeiträge befinden sich hier (viele Links sind allerdings nicht mehr aktiv).
Den fulminanten Abschluss dieses bunten Füllhornes an aromatischen Erfahrungen und Berichten bildete die Übersicht ‚Aromapflege aus dem Blickwinkel der modernen Wissenschaften‘ von Ruth von Braunschweig (Foto unten rechts, Eliane Zimmermann links). Auch sie betonte die Rolle der Haut als „fühlendes Organ“, welches einen direkten Draht zum Limbischen System hat und damit wieder mit dem Vorgang des Riechens vernetzt ist. Das Prinzip der Vernetzung, inzwischen auch in der Quantenphysik zu Hause, zog sich wie ein roter Faden durch ihre Ausführungen: „Die Welt ist nicht mechanistisch oder materiell erfassbar. Alles hängt mit allem zusammen. Das Ganze bildet eine dynamische Einheit.
Neben vielfältigen Informationen nahmen alle TeilnehmerInnen eine ausführliche Mappe mit Texten zu den einzelnen Beiträgen mit nach Hause. Es war ein gelungener Tag, ein professionell gestalteter Kongress, ein Fach-Event, der hoffentlich bald die Runde in vielen Kliniken und Pflegeinstitutionen machen wird!
Fotos: Universitäre Pschiatrische Kliniken Basel/Claudette Lang.             *gtt Tropfen

angstlösendes orangenöl (bei ratten) – ein wissenschaftlicher vergleich mit teebaumöl


Das ätherische Öl von Citrus sinensis (Orangenschalenöl) wurde in einer brasilianischen Verhaltensstudie an männlichen Ratten auf seine anxiolytische (angstlösende) Wirkung untersucht. Den Tieren wurde jeweils 5 Minuten lang Orangenduft (100, 200 or 400 μl) in die Käfigluft gegeben (Plexiglaskäfig), danach mussten sie unterschiedliche standardisierte Verhaltentests durchlaufen. Die anxiolytische Wirkung zeigte sich in allen Dosierungen in jeweils wenigstens einem Test, die hohe Dosierung wurde sogar als „signifikant“ wirksam beschrieben. Um beurteilen zu können, ob dieser Effekt allgemeiner Natur ist bzw. einfach mit allgemeinen Eigenschaften von ätherischen Ölen zu tun haben könnte, hat man die gleichen Tests mit dem ätherischen Öl von Melaleuca alterifolia (Teebaum) vorgenommen. Die anxiolytische Wirkung konnte nicht nachgewiesen werden. [Faturi CB, Leite JR, Alves PB, Canton AC, Teixeira-Silva F. Anxiolytic-like effect of sweet orange aroma in Wistar rats. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2010 May 30;34(4):605-9.]

Besinnen wir uns des Tieres in Menschen und schnuppern im Herbst tüchtig an den Orangenschalen fürs Müsli! Jeweils ein oder zwei Tropfen von guten Bio-Orangenöl bereichern auch viele Süßspeisen. Vielleicht überstehen wir den dunklen Winter ohne Ängste und Depressionen! Isst jemand Bio-Zitrusfrüchte? Man kann die Schalen im Tiefkühler in einem Plastikbeutel sammeln und später bei ausreichender Menge (nach dem Auftauen klein schneiden) in einem „altmodischen“ kleinen Expresso-Gerät (das man direkt auf den Herd stellt) zu einem leckeren Hydrolat destillieren. Wieder mal vielen Dank an Leserin Ursula für diese Studie aus meinem Heimatland, wo die Orangen mangels kühler Nachttemperaturen grün und nicht orangefarben sind! So oder so ergeben sie ein Öl aus nachhaltigem Anbau, denn meistens wird es als Beiprodukt der Saftherstellung und/oder Orangeatherstellung (Fotos unten bei der Firma Dierberger in São Paulo) gewonnen.

der kampferbaum und seine chemotypen


Gestern war ich mit meiner besuchenden Kollegin Sabrina auf der wunderbaren Blumeninsel Garinish Island, die nun mit den Folgen des fürchterlich kalten Winters kämpft – vielleicht der kälteste seit Bestehen des subtropischen Parks, also seit genau 100 Jahren.

Ich hatte eine Kartenskizze angefertigt, wo nun die besonderen Pflanzen nach und nach eingetragen werden sollen und mit Geodaten für technikverliebte Besucher versehen werden. Das kommt dann alles in unser Buch über die besonderen Gärten der Umgebung.

Wir haben einige Kampferblätter zum Pressen gesammelt, um sie unseren jeweiligen KursteilnehmerInnen zeigen zu können. Und um daran zu erinnern, dass dieser große Baum namens Cinnamomum camphora in ganz unterschiedlichen Chemotypen je nach Herkunft vorkommen kann:

  • Cinnamomum camphora Ct. Borneon – Kampfer-Chemotyp, der bekannte Kampfer der einst als Mottenkugel eingesetzt wurde, das ätherische Öl aus den Blättern wirkt extrem neurotonisch, regt also Denkfähigkeit und Kreislauf stark an, kann aber bei Überdosierung neurotoxisch wirken, ist also bedenklich für die empfindlichen Zielgruppe wie Schwangere, Babys und Epileptiker
  • Cinnamomum camphora Ct. 1,8-Cineol – Eukalyptol-Chemotyp, genannt Ravintsara, wächst nur auf Madagaskar, ausgezeichnet verträglich trotz des hohen Cineolanteils, stark antiviral wirksam, auch für Kinder verträglich, wenn sie nicht unter asthmatischen Beschwerden leiden (für französischsprechende hier ein Artikel von Olivier Behra, der die Namenskonfusion vor einigen Jahren aufklärte)
  • Cinnamomum camphora Ct. Linalool – Linalool-Chemotyp, genannt Ho-Blätter, kommt auch wie erstgenannter Baum aus China, das Öl aus den Blättern enthält fast nur den blumig duftenden und ausgezeichnet verträglichen Monoterpenol Linalool („Lavendelalkohol“), wunderbar bei Infektionen von Groß und Klein und auch von Tieren einsetzbar. Es wird als nachhaltiger „Ersatz“ für das Holzöl aus der bedrohten Art Rosenholzbaum (Aniba rosaeodora) in der Aromatherapie verwendet.

Der Baum ist ein ganz enger Verwandter der Zimtbäume Cinnamomum zeylanicum und Cinnamomum aromaticum, deren Blätter sehr ähnlich aussehen. Hier sind wirklich nur einige aus einer riesigen Gattung dieser vielfältigen Lorbeergewächse erwähnt.