qualität und schulung sind ein muss bei kinder-aromapflege


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGelegentliche Zwischenfälle mit ätherischen Ölen betreffen meistens nur Menschen, die an starken Allergien leiden, die stark in den Organismus eingreifende Medikamente einnehmen (oder per Pflaster aufkleben) oder Menschen, die zu Krampfanfällen neigen. Generell gesunde Kinder und Kleinkinder vertragen ätherische Öle von höchster Qualität und angewendet von Menschen, die gut in dieser Materie geschult sind, meistens sehr gut (eine gute Schulung sollte mindestens 100 Stunden umfassen). Derzeit geht aufgrund eines Blog-Eintrages Unsicherheit und Unmut durch einige Facebook-Seiten, das hat mich nochmals veranlasst, das dicke Buch von Robert Tisserand und Rodney Young Essential Oil Safety (2. Auflage 2014) zu konsultieren. Dort finde ich eine Tabelle im Kapitel „Toxizität auf Menschen“ ( im Abschnitt „Vergiftungen“, Seite 26), welche uns zeigt, wie unwahrscheinlich es ist, ein Kind mit ätherischen Ölen zu vergiften oder gar zu töten. Die Zahlen stammen von der zentralen Vergiftungs-Datenbank der USA aus den Jahren zwischen 1997 und 2006 und beziehen sich auf Vorfälle mit ätherischen Ölen bei Kindern und Erwachsenen über 19 Jahren. Ich zitiere mal die Ergebnisse aus drei Jahren.

  • 1997 wurden 3990 Fälle von unerwünschten Wirkungen („incidents“) gemeldet, in 2720 von diesen Fällen handelte es sich um Kinder unter 6 Jahren, in 508 Fällen waren es Kinder und Teenager von 6 bis 19 Jahren, 651 Fälle betrafen Menschen über 19 Jahre. Bei all diesen Menschen wurden 1021 Fälle als „ohne Folge“ eingestuft, 67 Fälle zeigten „moderate Folgen“, die Zahl der Todesfälle betrug 0.
  • 2002 wurden 7242 Fälle von unerwünschten Wirkungen gemeldet, in 5416 von diesen Fällen handelte es sich um Kinder unter 6 Jahren, in 544 Fällen waren es Kinder und Teenager von 6 bis 19 Jahren, 1432 Fälle betrafen Menschen über 19 Jahre. Bei all diesen Menschen wurden 1731 Fälle als „ohne Folge“ eingestuft, 106 Fälle zeigten „moderate Folgen“, die Zahl der Todesfälle betrug 1.
  • 2006 wurden 7030 Fälle von unerwünschten Wirkungen gemeldet, in 5477 von diesen Fällen handelte es sich um Kinder unter 6 Jahren, in 417 Fällen waren es Kinder und Teenager von 6 bis 19 Jahren, 971 Fälle betrafen Menschen über 19 Jahre. Bei all diesen Menschen wurden 1691 Fälle als „ohne Folge“ eingestuft, 99 Fälle zeigten „moderate Folgen“, die Zahl der Todesfälle betrug 0.

In diesen 10 ausgewerteten Jahren gab es drei Todesfälle bei 58760 Zwischenfällen mit ätherischen Ölen, davob waren 42981 Kinder unter sechs Jahren betroffen. Welcher Altersklasse die Todesfälle zuzuordnen sind, ist dieser Tabelle nicht zu entnehmen. In einer weiteren Tabelle finden wir ätherische Öle aufgelistet, die zwischen 2001 und 2006 für unerwünschte Reaktionen sorgten:

  • Zimt, Nelke und Teebaum waren die negativen Spitzenreiter im Jahr 2001 (22x, 10x,11x), Eukalyptus und Flohminze sorgten 8 und 1 Mal für Probleme, 65 unbekannte ätherische Öle führten zur Aufnahme in diese Tabelle, die aus diversen Quellen zusammen gestellt wurde.
  • Im Jahr 2006 waren es wieder diese ersten drei Öle, die für Unannehmlichkeiten sorgten (18x, 13x, 30x), Eukalyptus 3x, Flohminze fiel nicht auf, 30 unbekannte Öle zeigten auch unerwünschte Nebenwirkungen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWenn wir nun davon ausgehen, dass in den USA möglicherweise noch wesentlich mehr Produkte, die mit ätherischen Ölen angereichert sind, als in Mitteleuropa existieren, dazu wesentlich mehr Firmen, die Öle dubioser Herkunft anbieten als in unserem Bereich, vermute ich, dass die Zahlen von fatalen Ätherische-Öle-Anwendungen bei uns keinesfalls höher sein dürften. In den USA sind zudem die zwei (oder mehr) Firmen, die für viele Anwendungen unverdünnte Öle empfehlen, wesentlich etablierter als in Deutschland, Österreich oder Schweiz. Deren Mitarbeiter empfehlen auch die regelmäßige innere Einnahme von einigen Tropfen ätherischer Öle beispielsweise zur „Stärkung des Immunssystems“ von Kindern. Dabei kann es schnell mal zu Verwechslungen der Flaschen kommen und versehentlichen Überdosierungen kommen (die Kinderschar sorgt für Unruhe, das Telefon klingelt, der Hund kippt den Kochtopf um). Gut geschulte Eltern und solche die sich genau an die zwei Aroma-Kochbücher von erfahrenen Autorinnen halten, werden ihren Kindern nicht schaden (Duftküche [klick!] von Maria Kettenring und Aromaküche [klick!] von Sabine Hönig und Ursula Kutschera).

In meiner offiziellen Ausbildungszeit zur (britischen) Aromatherapeutin, irgendwann Ende der achtziger Jahre, machte ein Fall von (fast perverser) Falschanwendung in Frankreich die Runde: Eine Mutter hatte ihrem erkältetem (vielleicht hustendem) Kleinkind 5 ml Ysopöl eingeflößt. Das Kind starb. Ich gehe davon aus, das wirklich niemand, der/die noch über seinen/ihren Menschenverstand verfügt, so einen Fehler macht. Vielleicht hat es sich um eine Verwechslung mit einem Medikament in einem braunen Fläschchen gehandelt.

Einige Jahre später berichtete mir eine Kursteilnehmerin, die mit einer Hebamme zusammen arbeitete, vorn einer recht frisch „gebackenen“ Mutter, die sich auf Empfehlung ihrer Apothekerin ein Fläschchen Nelkenöl kaufte, mit dem sie ihr Kleinkind einreiben sollte (unverdünnt!), damit es nicht so von Stechmücken geplagt wird. Das war der jungen Mama nicht geheuer und sie befragte meine Kursteilnehmerin. Diese war erstaunt, dass die Haut des Kleinkindes nicht nennenswert gelitten hatte (es war Nelkenöl einer guten und renommierten Öle-Firma). In dieser Zeit berichtete mir auch jemand, dass Babymassagen gegen Koliken mit unverdünntem Kümmelöl durchgeführt worden waren, ohne jede negative Folge. Viele Jahre später erzählte mir jemand, dass sie einige Tropfen unverdünntem Zimtöles (ich erinnere mich nicht ob es Rinden- oder Blattöl war) auf das Schienbein von Kindern gab, wenn diese über Wachstumsschmerzen klagten, angeblich ohne besonders hautrötende Folgen.

Was ich mit solchen Beispielen sagen möchte: Ätherische Öle in zuverlässiger und hoher Qualität sind sehr fehlertolerant. Doch wäre die Mückenabwehr mit einem dubiosen Nelkenöl erfolgt, das wie so oft einfach nur reines (synthetisches) Eugenol enthält (man kann als Laie den Duft nur schwer voneinander unterscheiden), wäre die Fehlanwendung sicherlich nicht so glimpflich ausgegangen.

Tisserand und Young raten von der oralen Anwendung von ätherischen Ölen bei Kindern unter 20 Kilo ab. Vielleicht ist die Gewichtsangabe sinnvoller, als sich zu streiten, ab welchem Alter man einem Kind oral zugeführte ätherische Öle zumuten kann. Andererseits denke man dann an die in Deutschland so hervorragend wirksamen Soledum-Kapseln (bei Bronchitis, Sinusitis, sogar Asthma), welche reines Eukalyptol enthalten, diese sind für Kinder ab 2 Jahren (circa 13 Kilo) zugelassen (hier ist die Packungsbeilage).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieTisserand und Young erinnern daran, dass das sich noch entwickelnde Gehirn von Babys und Kleinkindern von der Natur so ausgelegt ist, dass es besonders empfänglich für Reize ist. Das betrifft insbesondere Reize durch neurotonische Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen. Was beim gesunden Großkind oder Erwachsenen noch neurotonisch=konzentrationsfördernd wirkt, kann beim Winzling neurotoxisch wirken, also die hoch reaktiven Nervenzellen zum Kurzschluss zwingen, also zum Krampf. Die Autoren zitiere eine Studie von 2004, in der gezeigt wurde, dass kleine Jungs leichter zu solchen Krampfanfällen neigen als kleine Mädchen, das hängt mit der unterschiedlich verlaufenden Gehirnentwicklung zusammen [Velísková J, Claudio OI, Galanopoulou AS, Lado FA, Ravizza T, Velísek L, Moshé SL. Seizures in the developing brain. Epilepsia. 2004;45 Suppl 8:6-12]. Ätherische Öle, die darum bei Kleinkindern gemieden werden müssen (auch bei dermaler Anwendung, also auf der Haut), enthalten neurotonisch wirksamen

  • Campher (=Borneon [korrekt: Bornan-2-on] in unterschiedlichen Isomeren): Kampferöl, „spanischer“ Rosmarin
  • Methylsalicylat: Wintergrün, Birke
  • Pinocamphon in unterschiedlichen Isomeren: Ysop
  • beta-Pulegon: Flohminze, bllige „Minzeöle“
  • Thujon unterschiedlichen Isomeren: Thuja, minderwertige Salbeiöle

Im Bereich der Nase und des Brustkorbes müssen bei Babys und Kleinkindern äußerlich angewendete Öle vermieden werden, welche beim Einatmen kühlend wirken und „Schnappatmung“ verursachen könnten (die bei uns Erwachsenen eher besseres Durchatmen fördern):

  • Öle mit 1,8-Cineol (Eukalyptol, siehe oben, die innere Einnahme verursacht nicht diesen Schließreflex beim Einatmen): Eukalyptus insbesondere in minderwertiger Qualität, Ravintsara, Niaouli, Cardamom, Cajeput. Auf den Füßen, dem Rücken oder hinter den Ohren aufgetragen, dazu in 1%iger Verdünnung verursachen sie bei grundsätzlich gesunden Kleinkindern keine Probleme!
  • Öle mit Menthol: Pfefferminze, Ackerminze [„japanisch“, „chinesisch“]
  • Öle mit Campher: Kampferöl, „spanischer“ Rosmarin

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWenn der Kinderarzt/die Kinderärztin vehement gegen die Anwendung von ätherischen Ölen im Kleinkind-Alter ist, bitte seine Sorge verstehen (und dann ggfs. selbst entscheiden): Ätherische Öle sind Vielstoffgemische. Fast jedes ätherische Öl enthält zumindest Spuren von schleimlösenden Inhaltsstoffen, beispielsweise enthält das kinderfreundliche Mandarinenöl 1 Prozent Thymol. Wenn das noch nicht sehr bewegliche Kleinkind diese Naturduftstoffe einatmet, kann die schleimlösenden Wirkung stattfinden. Ein Winzling, der/die noch nicht das Abhusten gelernt hat, der/die noch nicht krabbelt und sich hochzieht, besitzt einfach nicht die kräftige Muskulatur, um losgelösten Schleim zuverlässig abzuhusten. Er/sie könnte im schlimmsten (jedoch unwahrscheinlichen) Fall ersticken. Deswegen haben der Kinderarzt und die Kinderärztin Bedenken. Sobald das Kind mobil ist, sich hoch zieht, purzelt und rollt, entwickelt sich diese Fähigkeit. Dieser Zeitpunkt kann jedoch sehr unterschiedlich sein, darum macht es auch auf diesem Gebiet nicht viel Sinn, sich auf ein Alter fest zu legen.

Man selbst kennt sein Kind jedoch, beobachtet es genau, wie es auf Duftlampe und Einreibungen reagiert, man hat sicherlich ein gutes Gefühl und Instinkte, die einen selbst bewahren, es mit ätherischen Öle zu überstimulieren. Doch bei Ratschlägen und Empfehlungen für fremde Kinder bin auch ich immer sehr vorsichtig. Ich kenne weder die Zuverlässigkeit der Eltern, noch deren Einkaufsquelle für Naturdüfte (oder gar Synthetikdüfte aus dem Drogeriemarkt), noch die Reaktionsschwelle der Kleinen. Und genau darum müssen Buchautoren immer etwas (zu) vorsichtig mit Rezepturen umgehen. Wenn wir dann noch bedenken, dass alle bisherigen Prozentangaben auf falschen Tropfenzählungen beruhen, können wir uns fast beruhigt zurücklehnen, denn 20 Tropfen entsprechen bei keinem Öl mit modernem Tropfer einem Milliliter, so dass unsere vermeintlich einprozentigen Verdünnungen IMMER geringer ausfallen.

  • 44 Tropfen Weihrauch arabisch (Boswellia carteri) ergeben 1 Milliliter
  • 44 Tropfen Manuka (Leptospermum scoparium) ergeben 1 Milliliter
  • 39 Tropfen Thymian Ct. Linalool (Thymus vulgaris Ct. Linalool) ergeben 1 Milliliter
  • 33 Tropfen Lavendel (Lavandula angustifolia) ergeben 1 Milliliter
  • 30 Tropfen Lemongras ost-indisch (Cymbopogon flexuosus) ergeben 1 Milliliter
  • 23 Tropfen Bergamottminze (Mentha x piperita var. citrata) ergeben 1 Milliliter

Mehr dazu im Fachbuch von Herausgeber Dr. Wolfgang Steflitsch Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis (Stadelmann Verlag 2013), aus dem ich diese Beispiele habe. Hier habe ich das Buch ausführlich beschrieben. Also, langer Rede kurzer Sinn, ich wiederhole, was im letzten Blog-Artikel stand: Man kann auch bei dieser empfindlichen Gruppe unerwünschte Nebenwirkungen fast ausschließen, wenn die Qualität der Öle stimmt und Hintergrundwissen vorhanden ist.

nebenwirkungen von ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKönnen ätherische Öle Schaden anrichten? In diese Richtung gehen viele Diskussionen in Internetgruppen. Es gibt die verrücktesten Behauptungen, Missverständnisse und Verwirrungen. Die einen verdünnen bis zur Unkenntlichkeit während die anderen immer forscher mit unverdünnten, teils sehr hautreizenden Mengen um sich werfen. Die einen warnen oft und heftig über den Gebrauch von ätherischen Ölen, die anderen meinen „ist doch alles Natur“ und man könne bedenkenlos und ohne viel Schulung heilend unterwegs sein. Da ich in Vorbereitung auf die komplett zu renovierende Neuauflage meines Kursbuches vielerlei (Fach-)Texte lese, übrigens auch in französisch und englisch (wo derzeit ähnliche Diskussionen stattfinden), stelle ich fest, dass 99 Prozent aller Gefahrenhinweise auf die INNERE Verwendung von ätherischen Ölen zurück zu führen sind.

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Tabelle zur Toxikologie von ätherischen Ölen im Buch „Essential Oil Safety von Robert Tisserand und Rodney Young“

Auch botanische Missverständnisse kursieren gerne im Internet, beispielsweise vor einigen Tagen die Fragestellung von Robert Tisserand in seinem hervoragenden Blog (klick!), ob Bergamotteöl für Kinder gefährlich werden könne, da es schwere Krämpfe auslösen könne (das behaupten zwei in den USA anerkannte verbraucherschutz-orientierte Websites). Bei echtem Bergamotteöl, das über ein Drittel krampflösendes Linalylacetat enthält (wie Lavendelöl), ist keine Gefahr zu befürchten. In der englischen (Gärtner-)Sprache jedoch wird die Indianernessel ‚bergamot‘ genannt, diese wunderschöne Pflanze, vor allem Monarda fistulosa, gibt es in einem Chemotypen der reichlich Carvacrol enthält. Das Öl dieser ‚bergamot‘ kann also Kindern durchaus gefährlich werden.

Nach gründlichem Durchlesen des ausführlichen Kapitels über Toxikologie im fast 800 Seiten starken Wälzer Essential Oil Safety von Robert Tisserand und Rodney Young ist mir nochmals klar geworden, dass der überwiegende Teil der Warnungen aufgrund von Tierexperimenten zustande gekommen ist, mit völlig überzogenen Dosierungen, teilweise mit synthetischen Isolaten. Für viele Warnungen bezüglich Wechselwirkungen mit Medikamenten wurden vorwiegend tierische Gewebeproben für die Experimente verwendet und dann auf Wirkungen auf den lebenden Menschen geschlossen. Viele dieser „negativen Erkenntnisse“ entstanden im Zusammenhang mit „heftigen“ Medikamenten wie Antidepressiva, Immunsuppressiva, Blutdrucksenkern etc.

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Detail aus einer Tabelle im Buch „Essential Oil Safety von Robert Tisserand und Rodney Young“

So komme ich immer wieder zu den gleichen Schlussfolgerungen:

  • Wenn ätherische Öle aus seriöser Quelle verwendet werden, verringert sich das Potenzial von unerwünschten Nebenwirkungen.
  • Wenn qualitativ hochwertige ätherische Öle verdünnt werden, wie von allen seriösen KollegInnen und AutorInnen empfohlen (zwischen 0,5 und 5 Prozent; in Ausnahmefällen 10 Prozent wie beim Kopfschmerz-Roll-on oder tropfenweise pure Anwendung bei akuten Verletzungen), sind unerwünschte Nebenwirkungen bei grundsätzlich gesunden Menschen so gut wie ausgeschlossen (klar, es gibt Menschen, die so empfindlich sind, dass sie auch von etwas zu viel Kochsalz, von frischem Brot, von Ananas  etc Schäden davon tragen).
  • Wenn bei vielen ätherischen Ölen die relativ kurze „Haltbarkeit“ berücksichtigt wird, verringert sich das Potenzial von unerwünschten Nebenwirkungen, insbesondere bezüglich der Hautreizung und des Allergiepotenzials. Die „Haltbarkeit“ kann leider nicht absolut betrachtet werden, leicht oxidierte Öle können empfindliche Haut stark reizen, stark oxidierte Öle werden von robusten Naturen manchmal gar nicht zur Kenntnis genommen. Eine Übersicht und eine Tabelle zur Haltbarkeit kann hier (klick!) nachgelesen werden.
  • Wenn bei Kleinkindern bestimmte Öle vermieden werden (vor allem Pfefferminze und cineolhaltige Öle von Billigfirmen) und so genannte Erkältungsöle NUR auf den Rücken und auf die Füße (nicht jedoch in Nasennähe auf Brust und im Gesicht) aufgetragen werden, kann man auch bei dieser empfindlichen Gruppe unerwünschte Nebenwirkungen fast ausschließen.
  • Wenn schwangere Frauen „immer der Nase nach gehen“ (denn ihr Riechsinn ist in dieser Zeit extrem alert) und ätherische Öle nur ÄUSSERLICH und 1-2%ig verdünnt anwenden, ist keinerlei Schädigung ihres Babys zu befürchten. Sie dürften sonst nicht im Restaurant/Kantine essen gehen (mit Hexan gewonnene „Speiseöle“, hormonbelastete Fleischprodukte, Farbstoffe, Aromastoffe etc), sie dürften keine herkömmlichen Parfüms/Kosmetika anwende (hormonähnliche Phtalate, synthetische Duftstoffe etc), sie dürften keine Nicht-Bio-Kleidung tragen (gefährliche Farbstoffe, Agrargifte-Rückstände in Billig-Baumwolle, elektrostatische Effekte in Sythetikstoffen etc), sie dürften keinen Joghurt mit Zimt und kein Rotkraut mit Nelke mehr essen. Die Gefahrenmeldungen in Büchern beziehen sich IMMER auf Erkenntnisse durch fehlerhafte und INNERE Anwendungen (beispielsweise zu Abtreibungszwecken). Hier kann detailliert über ätherische Öle in der Schwangerschaft nachgelesen werden.
  • Wenn Menschen mit Neigung zu Krämpfen des Nervensystems/Epilepsie nur mit ketonarmen ätherischen Ölen behandelt werden, sollten keine Krämpfe vorkommen. Viele ätherische Öle wirken sogar Krämpfen entgegen (Lavendel, Mandarine, Orange, Bergamotteminze, Basilikum, Majoran, Fenchel etc) sodass bei korrekter Verdünnung eher positive Effekte zu erwarten sind. Zur Aromatherapie bei Epilepsie kann hier (klick!) nachgelesen werden.
  • Wenn Menschen, die stark in ihren Organismus eingreifende Medikamente nehmen müssen (Betablocker, Blutverdünner, Antidepressiva, Cholesterinsenker, Krebs-Behandlung etc), sind die oben stehenden Hinweise besonders zu berücksichtigen. Bei ÄUSSERER Anwendung und Verdünnungen unter 3 Prozent sind selbst bei Menschen, die Blutverdünner verwenden, keine unerwünschten Nebenwirkungen zu befürchten. Bei Unsicherheit kann heutzutage jeder Laie den Quick-Wert kontrollieren.
  • Wenn bei der Einnahme von ätherischen Ölen berücksichtigt wird, in welcher winzigen Menge die Duftstoffe in der Originalpflanze vorliegen und ob wir sie täglich oder nur im Krankheitsfalle zu uns nehmen würden, gibt es – vorausgesetzt die Qualität stimmt – auch in diesem Bereich nichts zu befürchten. Also kann von Bio-Zitrusölen 1 Tropfen täglich verspeist/getrunken werden (Hauptinhaltsstoff Limonen, dieses essen/trinken wir auch in Orangensaft, Cola-Getränken, Tomaten, Aprikosen, Orangenmarmelade, Dill, Kümmel, Pfeffer, Koriander etc), 1-2 Tropfen von Vanille- und Kakao-Extrakt sind auch täglich möglich. Tonkaextrakt, Pfeffer- , Ingwer-, Basilikum-, Thymian-, Zimt- und Nelkenöl sollten nicht täglich eingenommen werden, doch das regelt der Appetit vermutlich von selbst. Andere Öle (Bohnenkraut, Salbei) nur gelegentlich und/oder zu Krankheits-Anlässen wenn man sich gut auskennt oder exakt nach den zwei hervorragenden Kochbüchern Duftküche (klick!) von Maria Kettenring und Aromaküche (klick!) von Sabine Hönig und Ursula Kutschera. Vor genau einem Jahr habe ich zum Thema „Einnahme von ätherischen Ölen“ eine Erläuterung und eine Übersichtstabelle zusammengestellt, diese können hier (klick!) nachgelesen werden.

Auf ein gesundes und leckeres NEUES JAHR!

Übrigens sind die Pflanzen dieses neuen Jahres (alle drei sind Ätherisch-Öl-Pflanzen!):

ZWIEBEL, Heilpflanze des Jahres 2015, gewählt vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V, hier (klick!) gibt es Informationen dazu

JOHANNISKRAUT, Arzneipflanze des Jahres 2015, gewählt vom „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“, der Universität Würzburg, hier (klick!) gibt es Informationen dazu

SALBEI, Duftpflanze des Jahres 2015, gewählt von The Scented Drop, hier (klick!) gibt es Informationen dazu, bis Ende Juni kann ein Projekt über diese wertvolle einheimische Heilpflanze eingereicht werden, Infos zu hier.

ätherische öle bei epilepsie


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyÄtherische Öle bei Epilepsie – eines der großen Verwirr-Themen im Bereich der Aromatherapie und Aromapflege. Meine eigene Erfahrung nach gut 25 Jahren der Arbeit mit ätherischen Ölen kann erfreulicherweise von NULL negativen Zwischenfällen berichten! Ich habe noch nie einen Zwischenfall dieser Art gehabt, nehme allerdings von Anbeginn nur allerreinste Öle, fast immer aus (neutral zertifiziertem) kontrolliert biologischem Anbau von kleinen Firmen (deren Gründer oder Geschäftsführer oder gar Destillateure ich oft persönlich kenne und schätze). Dazu selbstverständlich immer in einer Verdünnung wie die lebende Pflanze uns die Öle „präsentiert“ (0,5 bis maximal 3 Prozent). Zudem verwende ich niemals ätherische Öle, die grundsätzlich als bedenklich gelten, bei fremden Menschen (Thuja, Flohminze etc). Salbei verwende ich nur in thujonarmer Qualiät (thujonfrei würde auch das Fehlen von Vorteilen der Monoterpenketone bedeuten, weniger schleimlösend, weniger wundheilend etc).

Es ist im Gegenteil so, dass viele ätherische Öle, vor allem solche die Linalylacetat (Lavendel, Muskatellersalbei, Petit Grain), Terpineol-4 (Teebaum, Majoran, Wacholderfrucht) und Linalool (Ho-Baum, Koriandersamen, Thymian Ct. Linalool), enthalten, krampflösend wirken können. Prof. Buchbauer bzw. sein Team in Wien haben bereits entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse dazu erbracht.
Es gibt in der Literatur Missverständnisse und Abschreibe-Fehler, die von Erkenntnissen aus der Parfüm- und Pharmaindustrie stammen, beispielsweise zu Fenchel: Der „gefährliche“ Fenchel ist der Bitterfenchel (Foeniculum vulgare var. amara), er kann größere Mengen des Monterpenketons Fenchon enthalten. Ich kenne jedoch keine Ölefirma, die daraus ein ätherisches Öl anbietet. Das üblicherweise erhältliche Fenchelöl wirkt durch den hohen Anteil an Anethol sogar krampflösend, wie jeder der es bei Blähungen benutzt, erfahren kann.
Buchautor/Innen müssen jedoch immer ein wenig zuviel warnen, denn wir kennen ja unsere Leser nicht und wissen nicht, ob sie den Unterschied zwischen Pfeffer- und Flohminze, zwischen Salbei aus Südfrankreich und aus Dalmatien kennen, ob sie nicht zum nächsten Drogeriemarkt rennen und dort zweifelhafte Öle kaufen und gleich einnehmen (weil es ist ja alles nur Natur und viel hilft viel). Oder ob sie nach der neumodischen Anwendung 100 Tropfen puren Öles auf die Haut von fremden Menschen geben…
Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch habe sehr wohl drei Erfahrungsberichte von Fehlanwendungen mit Salbei erhalten. Einmal bekam ein Hund (gut medikamentös eingestellter Epileptiker) nach einer Duftlampenanwendung mit vielen, wirklich vielen Tropfen Salbeiöl unbekannter Herkunft zweimal einen Krampfanfall. Jemand anderes hatte eine Frühjahreskur mit Salbeiöl unternommen: am ersten Tag einen Tropfen eingenommen, am zweiten Tag zwei Tropfen, am dritten Tag drei Tropfen etc. (bis zum zehnten Tag mit 10 Tropfen und dann wieder rückwärts). Es kam zu einem Klinikaufenthalt wegen Verdacht auf Vergiftung. Klar, die im Öl enthaltenen Monoterpenketone wirken neurotonisch (leicht stimulierend-anregend auf das Nervensystem, laut Studien sogar hilfreich bei demenziell veränderten Menschen) und einige der Monoterpenketone wirken bei grober  Überdosierung/Falschanwendung neurotoxisch (nur ein Buchstabe Unterschied zur giftigen Wirkung!, Pulegon, Thujon, Pinocamphon/Isopinocamphon und bei empfindlichen Menschen auch Borneon=Kampfer).
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZudem können es sich diese eher selten gehäuft auftretenden Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen für einige Tage in der Leber gemütlich machen, so dass ein kumulativer Effekt entstehen kann. Eine liebe Kollegin hat sich mit einigen Litern täglich ihres Lieblingstees mit Salbei zumindest in Richtung Schwindel gebracht.
Durch eine potenziell neurotoxische Wirkung (bei innerer Einnahme, zu starker Konzentration, zu häufiger Anwendung) können Falschanwendungen auch fatal auf einen Embryo/Fötus wirken, dessen sich bildendes Nervensystem davon überfordert wird (führt ggfs. zu abortiver Wirkung).
Die relative Toxizität hängt von vielen Faktoren ab, vom Zustand der Leber, vom Körpergewicht der betreffenden Person, von der Zusammensetzung des Öles, von der Menge und von der Art der Anwendung. Man kann nur immer wieder betonen, dass ätherische Öle nicht in Mengen eingenommen werden dürfen, die nicht der Nahrung entsprechen. Wenn man sich also bewusst macht, dass in einem einzigen Tropfen Salbeiöl circa eine Einkaufstüte voller Salbeiblätter steckt, wird man NIEMALS drei oder vier oder gar zehn Tropfen davon einnehmen. Selbst als Fan der italienischen Küche, der gerne Gnocchi mit in Butter gebratenen Salbeiblättern isst oder mit Salbei gefüllter Saltimbocca. Dabei handelt es sich immer um die Einnahme eines Bruchteiles von Tropfen! Ein Tropfen Zitronenöl in der Süßspeise oder im Getränk (pro 500 g bzw. 1 Liter), vorverdünnte Gewürz- und Kräuteröle (5-6 Tropfen auf 30 ml Sirup oder Olivenöl, davon wenige Tropfen) sind eher eine gesundheitsfördernde Maßnahme, vor allem wenn man aufgehört hat, mit frischen Kräutern zu kochen. Kaum jemandem ist bewusst, dass wir mit Cola-Getränken und Bitter Lemon echte ätherische Öle innerlich aufnehmen. Kaum jemandem ist bewusst, dass Tomaten, Aprikosen, Sellerie, Knoblauch und Orangensaft (auch aus der Packung) teilweise erhebliche Mengen des Ätherisch-Öl-Inhaltsstoffes Limonen (und andere) enthalten und somit innerlich aufgenommen werden.
Eine korrekt ausgeführte Aromamassage, ein aromatisches Fußbad, eine Inhalation mit nur einem Tropfen eines natürlichen und hochwertigen ätherischen Öles werden bei nicht gebrechlichen, nicht hypersensiblen oder sehr kleinen Menschen (erst ab 4 oder 5 Jahre) keinen epileptischen Krampf auslösen.
Some essential oils containing monoterpenones might be neurotoxic instead of neurotonic (just one letter from beneficial to fatal) if used in the wrong way. Taken in the wrong amounts and even swallowing them might prove dangerous to people with epilepsy, especially if the origin of the oil is dubious. We book authors have to warn much more than is really necessary as we don’t know where our readers have their oils from or what they actually do with them. It isn’t dangerous to apply even ‚toxic‘ oils like a sage-oil of high quality (low in thujone) externally and well diluted (3-4 drops in 10 ml carrier oil), i.e. for a few days if you have a cold. I wouldn’t recommend though to use thuja, hyssop and pennyroyal oils. Some essential oils containing monoterpenol-4, linalool and linalylacetate can even prevent seizures as Prof. Dr. Buchbauer and his team from the University of Vienna could show – at least on animal experiments .

wintergrün und methylsalicylat


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWintergrünöl [aus Gaultheria fragrantissima Wall. und aus Gaultheria procumbens L.] ist ein wirksames Schmerzmittel. Wintergrünöl besteht fast nur aus Methylsalicylat. Methylsalicylat ist in vielen Schmerzsalben enthalten. Und doch gibt es einen Unterschied in der Anwendung. Erstens benötigt natürliches Methylsalicylat keine (mindestens) drei Prozent an Trägerstoffen. Diese oft chlorierten Moleküle können bei sehr empfindlichen Menschen zu Unverträglichkeiten führen. Zweitens besteht natürliches Wintergrünöl aus einigen weiteren Inhaltsstoffen, welche auch eine Anti-Schmerz-Wirkung aufweisen, so dass man dieses therapeutischste aller üblicherweise erhältlichen ätherischen Öle nicht sehr hoch dosieren muss:

  • Alpha-Pinen 0,40%
    Myrcen 0,20%
    delta-3-Caren 0,90%
    Limonen 0,50%
    Methylsalicylat 97,40%
    3,7-Guaiaden 0,10%
    delta-Cadinen 0,30%

Man SOLL ES GAR NICHT HOCH dosieren, man darf sich als medizinischer Laie immer im Verdünnungsbereich um 1 Prozent bewegen, denn Methylsalicylat kann sehr leicht durch die Haut eindringen und sich im Körper anreichern. Dennoch wird eine großzügige Anwendung des unverdünnten Öles immer wieder von zwei us-amerikanischen Ätherisch-Öl-„Konzernen“, die auch in Europa immer mehr Fuß fassen, empfohlen und verharmlost. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieLange Jahre schreckten us-amerikanische Warnungen bezüglich Methylsalicylat in Wintergrünöl AromatherapeutInnen vom Gebrauch dieses nützlichen Öles ab. 14 g Wintergrünöl – innerlich – können bereits tödlich wirken, für ein Kind wirken geschluckte 4 ml tödlich. Die IFRA (International Fragrance Research Association) lehnt es für die Parfümherstellung ab. Dennoch ist es für den menschlichen Konsum zugelassen. Der medizinisch-frische Geschmack und Geruch von Wintergrün ist in den USA fast omnipräsent. Fast allen Zahnpastamarken, dazu Mundwässern, Softgetränken (beispielsweise Root Beer, Foto links), Kaugummis und viele anderen Süßigkeiten verleiht Wintergrün den typischen Geschmack. Man könnte sagen, dass diese Geschmacksnote der europäischen Vorliebe für Menthol in Zahnpasten, Mundwässern, Kaugummis, Zigaretten und vielen anderen Dingen entspricht. Meistens wird das süßlich-frische Aroma den Produkte in synthetischer Form beigemischt. So dass es viele dokumentierte Vergiftungsfälle gibt, in denen eine Überdosierung von Methylsalicylat eine Rolle spielt. Wintergreen_poisoning_Arielle_NewmanInsbesondere wenn immer wieder über 40% der Körperoberfläche mit diesem starken Wirkstoff bedeckt sind (beispielsweise durch regelmäßige und großzügige Anwendung einer Salbe), besteht Vergiftungsgefahr. 2007 erlangte die 17-jährige us-amerikanische Sportlerin Arielle Newman traurige Schlagzeilen, weil sie an einer Überdosis einer bekannten Schmerzsalbe verstarb. Man muss bedenken, dass 1 Teelöffel (5 ml) Wintergrünöl einer Menge von circa 7000 mg Salicylat entspricht oder circa 21,5 Aspirintabletten (Quelle). Oder praktischer: In einem 10-ml-Fläschchen an ätherischem Wintergrünöl befinden sich circa 43 Aspirintabletten (laut Gabriel Mojay). Der Wirkstoff Methylsalicylat liegt übrigens in der frischen Pflanze so nicht vor, er entsteht erst durch Antrocknen der Blättchen und anschließender Wasserdampfdestillation aus dem Molekül Gaultherin. Umso erstaunter war ich, als ich sah, wie einfach man in einer deutschen Apotheke eine 50 ml-Flasche kaufen kann (für nur gut 7 Euro, siehe Foto ganz oben), damit könnte man also mindestens 10 Kinder oder 5 Erwachsene umbringen. Aber bei in normaler äußerlicher Dosierung harmlosen Ätherisch-Öl-Inhaltsstoffen wie Methyleugenol, der 2%-ig in Rosenöl vorkommen kann, spricht der Gesetzgeber Verkaufsverbote aus, so dass 2004 alle Naturkosmetikfirmen ihre Rezepturen ändern mussten. Man kann immer seltener so ein ursprüngliches fein-würzig duftendes Rosenöl kaufen, zumindest wenn es als Kosmetikum deklariert wird. Als ob man jeden Tag eine Tasse davon trinken würde… Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNun aber endlich zur guten Nachricht: Wendet man Wintergrünöl in einer in der Aromatherapie üblichen Verdünnung von 0,5-1 Prozent bei akuten Schmerzzuständen an, hat man damit eines der schmerzstillendsten Öle überhaupt zur Verfügung. Es ist aus der natürlichen Therapie von Fibromyalgie (Weichteilrheumatismus) kaum noch weg zu denken. Denn es hat gleichzeitig eine seelisch entspannende Komponente, die bei dieser Erkrankung, welche durch psychogene Faktoren verstärkt wird, für die ganzheitliche Therapie wichtig ist. Auch aus der Seniorenpflege ist dieses Öl nicht wegzudenken. Denn es kann bei vielen altersbedingten „Zipperlein“ schnelle Hilfe geben. Man mischt in diesem Fall beispielsweise 10 ml Johanniskrautmazerat mit 1-2 Tropfen Wintergrünöl, 1-2 Tropfen Lavendel und 1-2 Tropfen Cajeput (je nach Empfindlichkeit des älteren Menschen). Hier bei Feeling (klick!) kann man Wintergrünöl pur bestellen. Wer nicht mischen mag oder kann und eine perfekte Mischung sucht, kann die feine „Gelenkeinreibung“ von Primavera hier (klick!) bestellen. Handelsübliche (nicht-bio) Apotheken-Präparate sind mit fünf bis sogar dreissig Prozent deutlich höher dosiert und wirken aufgrund ihres Counter-Irritant-Effektes: die Haut wird gereizt und stark durchblutet und es kommt zu einer verminderten Wahrnehmung der Schmerzen. Aspirin und ähnliche Medikamente mit Acetylsalicylsäure haben eine stark schleimhautschädigende Wirkung, so dass sie für viele Menschen nicht magenverträglich sind. Sie können auch nicht durch die Haut aufgenommen werden. Die kleine Methylgruppe am Molekül macht den Unterschied. Dadurch, dass sie das Molekül um ein C-Atom und um drei H-Atome „bereichert“, wird es fettlöslicher und kann dann von der Haut resorbiert werden. Enzyme in der Haut können diese Methylgruppe wieder abspalten, so dass die schmerzlindernde Salicylsäure in Aktion treten kann. Ich habe bereits hier (klick!) ausführlich über das Öl berichtet. Vergiftungserscheinungen wegen einer zu hohen (vor allem inneren) Aufnahme: Verwirrtheit, Erbrechen, schnelle Atmung, Fieber, hoher Blutdruck, epilepsie-artige Krämpfe, Koma. Mehr dazu im MSD Manual – Handbuch Gesundheit.

Vielen Dank für diesen Hinweis vom Arzt für Allgemeinmedizin Dr. Erwin Häringer: Kampf gegen Windmühlenflügel: ein Teelöffel fasst maximal 2,5 ml und ich benutze kein Puppengeschirr! Die Acetgruppe ist für die Thrombozytenaggregation zuständig, nicht die Salicylsäure, die in den Arachidonsäurezyklus eingreift und irreversibel bindet und die Schutzfaktoren für Magenschleimhaut etc. (wie beispielsweise Prostaglandin E2 etc.) hemmt; so kommt es zu etwa 6000 fatalen Magendarmblutungen allein in Deutschland! Danke, dass Du in Deinem Blog auf die Unterschiede hingewiesen hast. Die Quelle drugs.com sollte den toxikologischen Teil überarbeiten! Übrigens: ASS ist lipophil und in Alkohol und Ether (und heißem Wasser!) löslich. Toxikologische Mythen gleichen einem Blumenstrauß: von Zeit zu Zeit neu ordnen. Dr. Erwin Häringer, München

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dosierungen und anwendungsarten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieHoher Blutdruck – oder zumindest erhöhter Blutdruck ist immer wieder ein Thema in Aromapflegeseminaren. Und bei der naturheilkundlichen Behandlung dieser  Zivilisationskrankheit benötigt man etwas Fingerspitzenspitzengefühl. Wenn ich hier über „Öle für bestimmte Lebenslagen“ oder gar „Öle gegen bestimmte unerwünschte Zustände des Körpers und der Psyche“ schreibe, gehe ich immer ganz selbstverständlich davon aus, dass sich InteressentInnen bereits minimal mit ätherischen Ölen auskennen. Oder gerne experimentieren. Doch damit liege ich freilich nicht immer richtig! Die Dosierung und Art der Anwendung von ätherischen Ölen ist einerseits nicht einfach, denn man muss gerade bei sowas wie Blutdruck, über den ich im letzten Beitrag (klick!) schrieb, ein klein wenig experimentieren. Ich selbst benutze derzeit beispielsweise ein sehr fein duftendes Dekolleté-Spray:

  • 50 ml Wodka
  • 5 Tropfen Muskatellersalbei
  • 10-15 Tropfen Grapefruit komplett
  • 3 Tropfen Ylang Ylang
  • evtl 5-10 Tropfen verdünnten Vanilleextrakt (es gibt kein natürliches Vanilleöl) oder 1 Tr. Vanilleabsolue

3-4x täglich anwenden (die Regelmäßigkeit ist meiner Erfahrung nach wichtiger als die „perfekten“ Öle) Ich befinde mich allerdings nicht im Blutdruck-Gefahrenbereich, reagiere lediglich bei Stress mit einem nicht so tollen Anstieg des Blutdrucks (ich war früher extreme Hypotonikerin!). Ich könnte auch noch morgens und abends eine ähnliche Ölmischung auf die Fußsohlen (oder auf den Pulsbereich und auch auf die zwei bei den Kommentaren beschriebenen Herzpunkte) auftragen:

  • auf 10 ml fettes Öl 3-4 Tropfen der im Beitrag und in den Kommentaren des genannten Beitrages aufgeführten Öle, Narde vielleicht eher abends

Andererseits ist es so einfach mit ätherischen Ölen zu experimentieren, solange man sich an die gängigen Dosierungserfahrungen hält:

  • 1-3 Prozent in einem fetten Bio-Pflanzenöl oder Aloe vera-Gel verdünnen.
  • Das sind 1 bis maximal 6 Tropfen ätherisches Öl in circa 10 ml (circa 2 Esslöffel) der Trägersubstanz.
Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

Diese Vignette kann ohne Anfragen und kostenlos runtergeladen werden und auf die eigene Website (oder Facebook, Visitenkarte etc) platziert werden.

Damit ist man IMMER auf der sicheren Seite, wenn keine Allergien oder Unverträglichkeiten gegen genau die verwendeten Stoffe vorliegen (über die unterschiedlichen Tropfenmengen und Tropfengewichte habe ich hier [klick!] geschrieben). Je geringer die Dosierung, desto mehr erreicht man auch den seelischen Bereich und kann auch chronische Zustände gut ansprechen. Je höher man dosiert, desto mehr spricht man die körperliche Ebene an und kann akute Zustände wie einen blauen Fleck (Hämatom), eine Schnittwunde oder einen lästigen Schnupfen ansprechen. Höhere Dosierungen verwendet man nur kurze Zeit, also wenige Tage. Unverdünnte ätherische Öle, egal ob natur pur und bio-zertifiziert oder gar synthetisch, verwenden nur Menschen, die entsprechend gut geschult sind. Ausnahmen sind die frischen Öle von Lavendel und Teebaum (ein Jahr nach dem erstmaligen Öffnen der Fläschchen können sie oxidieren und dann Haut und vor allem Schleimhäute reizen – bei unsachgemäßer Lagerung und Handhabung können sie bereits früher hautreizend wirken). Über Dosierungen haben ich bereits hier (klick!) geschrieben und hier (klick!) meine praktische Umrechnungstabelle zum Laminieren empfohlen.

Man sollte sich im Zweifelsfalle beim Dosieren am Geschmack orientieren: Das Ziel der Verdünnung ist das Zurückführen in die Menge, in welcher das ätherische Öl in der Originalpflanze vorliegt, meistens unter einem Prozent. Anders, also zu hoch dosiert, schmeckt die Zubereitung weder noch ist sie für unsere Haut sonderlich verträglich (Ausnahmen bestätigen die Regel!). Man könnte also von seiner fertigen Rezeptur ein winziges bisschen auf die Zunge geben: Schmeckt es grauslich bitter, scharf, ekelhaft penetrant, liegt die Vermutung nahe, dass man zuviel ätherisches Öl ins Pflanzenöl gegeben hat, dann „schmeckt“ die Mischung auch der Haut nicht unbedingt (unsere Hautzellen besitzen die Fähigkeit zu „riechen“!, ich berichtete über diese recht neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse hier [klick!] ). Jeder der behauptet, dass man ätherische Öle regelmäßig unverdünnt, in großen Mengen und dauerhaft anwenden sollte, möchte seinen Umsatz steigern (und insbesondere den Umsatz der Großfirmen, die solchen Unsinn verbreiten). Diese Umsatzsteigerung geschieht auf Kosten der Natur (Plantagen, synthetische Dünger, Großmaschinen-Einsatz etc) und der Menschen, die in schwerer Arbeit unsere kostbaren Naturdüfte gewinnen. Viel hilft nicht viel. Oft hilft sogar die winzige Menge besser als eine übliche Verdünnung von 2 Prozent.

Meiner Erfahrung nach sind die Zubereitungsarten, die „perfekte“ Dosierung, die studienbelegten Öle nicht so entscheidend wie eine Rezeptur, mit der jedes Individuum gut zurecht kommt. Ich versuche meinen Klienten die Mischung(en) so herzustellen oder zu empfehlen, dass sie zu ihnen passt. Jemand der/die gerne Düfte um sich herum versprüht und oft unterwegs ist, mag mit einem Dekolleté-Spray (im Prinzip ein Parfümspray, das jedoch nicht nur auf die Haut aufgesprüht wird, sondern auch bewusst inhaliert wird) gut zurechtkommen. Jemand, der/die abends immer vor dem Fernseher sitzt (ich nie!) wird nebenbei regelmäßig ein Fußbad machen können. Jemand der/die trockene Haut Haut hat, fühlt sich sicherlich mit einem feinen, verwöhnenden Körperöl wohl. Hauptsache: regelmäßige Anwendung! Der Vorteil und gleichzeitig der Nachteil der Aromatherapie/Aromapflege ist: Viele Bestandteile der ätherischen Öle kursieren in wenigen Minuten im Blutstrom und entfalten sehr schnell ihre pharmakologische Wirkung an den Zielorganen. Nach wenigen Stunden sind diese aktiven Stoffe jedoch wieder aus dem System verschwunden, beispielsweise ausgeatmet oder mit dem Urin ausgeschieden. Dann muss „nachgeladen“ werden. Darum muss für den wirklichen Erfolg 3-4 Mal täglich angewendet werden, zumindest in den ersten Tagen der Behandlung.

anis – die heilpflanze des jahres 2014


Schule für Aromatherapie Eliane ZimmermannNachdem diese hocharomatische und ästhetische Pflanze vom  Verein NHV Theophrastus ausgezeichnet wurde, ist es mal wieder an der Zeit, dass ich mich ihrem ätherischen Öl zuwende. Es hat hier dem meinem Blog bislang wenig Beachtung gefunden, jedoch weil ich den feinen würzigen Duft durchaus sehr schätze, bekam es bereits vor langer Zeit ein ausführliches Portrait hier auf meiner Website (klick!).

Neben Limettenduft, der bei mir sofort Erinnerungen an sorglose Strandtage in Brasilien weckt, erinnert mich das Aroma von Anis an sonnige Tage in Griechenland. Neben Anisauszügen enthält der dort so viel verwendete Schnaps Ouzo übrigens eine ganze Palette an ätherischen Ölen (Koriander, Gewürznelke, Mastix, je nach Rezeptur vermutlich auch noch Kamille und Angelikawurzel).

Bei der Pflanzenfamilie der Apiaceae/Doldenblütengewächse, zu denen Anis zählt,  spricht man nicht von ‚Samen‘, aus denen die Teedroge gewonnen wird, sondern von ‚Früchten‘. Deutsche Lieferanten verkaufen entweder die destillierten Früchte der zarten Heilkrautes Pimpinella anisum L. oder die destillierten Samen und Samenhüllen des 20 Meter hohen tropischen Baumes Illicium verum Hook. F. (Sternanis, Familie der Schisandraceae). Aus Illicium anisatum kann auch ätherisches Öl gewonnen werden, es enthält jedoch toxisches Isosafrol. Aus der Shikimisäure der Illiciumbäume wird übrigens das während der Vogelgrippenpanik gepriesene antivirale Medikament gewonnen, ich schrieb hier darüber.

Schule für Aromatherapie Eliane ZimmermannAnisöl wird in der Aromatherapie kaum verwendet, vielleicht weil es so nach Essen und Trinken duftet, vielleicht weil das ähnlich wirkende und duftende Fenchelöl besser erhältlich ist, vielleicht auch weil in alten Büchern vor der Toxizität gewarnt wird. Wer abschalten möchte, Entspannung und tiefen Schlaf sucht, den Alltag etwas vergessen möchte, wird jedoch mit diesem Duft seine helle (aufhellende) Freude haben. Auch eignet sich dieses Öl wunderbar für Menschen, denen Ereignisse auf den Magen schlagen. Wenn man zu viel „Unverdauliches“ erleben musste, kann eine Ölauflage auf dem Bauch samt Wärmflasche Wunder wirken (1 Tropfen Anisöl auf einen großen Esslöffel mit Olivenöl, sanft auf schmerzenden Bauch einreiben. Ergänzend dazu (oder alternativ) kann Basilikum eingesetzt werden, ich schrieb im letzten Blogbeitrag ausführlich darüber.

Tisserand_Safety_CoverDas ätherische Öl des wärmeliebenden Aniskrautes kommt meistens aus Frankreich oder Spanien, es enthält 75 bis 96 Prozent trans-Anethol, ein Phenylether. Da diese Gruppe von Molekülen eine deutliche psychische Wirkung ausüben können, kann die Raumbeduftung mit diesem Öl einerseits stark entspannend wirken, kann bei sensiblen Menschen angeblich auch Träume intensiver und bunter werden lassen. Vermutlich ist ein Cocktail aus Spuren von Anisketon, Anisaldehyd und Estragol für diese spannende Eigenschaft verantwortlich. Tisserand warnt in seinem neuen supergroßen, superschweren, superinformativen Buch „Essential Oil Safety“ (klick! unter 50 Euro für über 4000 Referenzen zu Studien mit ätherischen Ölen!) vor oxidierten Ölen, die reich an Anethol sind, also das angebrochene Fläschchen bitte innerhalb von 1,5 bis 2 Jahren verbrauchen oder es nicht mehr für Hautanwendungen einsetzen. Dieser Stoff kann – zumindest innerlich verwendet – auch die Blutgerinnung verzögern, also Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Bei Experimenten mit Ratten beobachtete man zudem eine antidiuretische Wirkung, dh der Leitstoff von Anis fördert eventuell Wasseranlagerungen bei entsprechend vorbelasteten Personen. Untersuchungen bezüglich der östrogenähnlichen Wirkung zeigen nach wie vor unterschiedliche Ergebnisse, bei vernünftiger Verdünnung und bei nur äußerlicher Anwendung scheint keine Gefahr für schwangere und stillende Frauen zu bestehen, bei hormonabhängigen Krebserkrankungen sollten jedoch Fenchel- und Anistees nicht ständig und in großen Mengen getrunken werden.

Und nun noch ein paar andere Pflanzen, denen ab morgen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte:

Ich wünsche allen meinen LeserInnen einen guten Start in eine neue Zeit und bedanke mich insbesondere bei allen, die hier ab und zu  mitmachen und die mich mit Kommentaren, Informationen und Anregungen begleiten, unterstützen und anspornen. (So eine kostenlose Informationsseite macht sich nicht ganz alleine.) Ein besonderer Dank geht auch nochmals an die UnterstützerInnen, die mir (und euch) durch Buch- und Sach-Bestellungen dieses Projekt seit über 5 Jahren (finanziell) möglich machen (vor allem geht ein dicker Knuddel an Patrick, dem Mega-Unterstützer!).

Eine BITTE noch habe ich zum Schluss dieses Beitrages und dieses Jahres an Euch/Sie: Nach wunderbaren Bewertungen der ersten Auflagen haben auf Amazon inzwischen ein paar fiese, neidische und dümmliche Kritiken die wichtige Sternchenzahl meines Fachbuches (klick!) auf ein unansehliches Maß rutschen lassen. Nun hat es leider die schlechteste Bewertung auf Seite 1 der Aromatherapie-Bücher, schade und wie ich meine, wirklich unverdient).

Schule für Aromatherapie Eliane ZimmermannIch würde mich sehr freuen, wenn sich das Lob, das mir in Life-Begegnungen ausgesprochen wird, sich auch bei Amazon widerspiegeln würde. Könnten einige von euch, geschätzte LeserInnen, ein paar Worte der Wertschätzung, gerne auch von konstruktiver Kritik, als Bewertung verfassen? Vielleicht auch den Sinn der oft kritisierten lateinischen Namensgebung der Pflanzennamen erläutern? Denn wenn man beispielsweise unterschiedliche Pfefferminzeöle vergleichen möchte (was man als Student und Dozent der Aromatherapie durchaus immer wieder mal machen sollte), muss man nicht unter A wie Ackerminze, B wie Bergamotteminze, F wie Flohminze, P wie Pfefferminze und W wie Wasserminze nachschlagen, sondern hat sie alle unter M wie Mentha beisammen. Ähnliches gilt für Thymianöle, Eukalyptusöle, Zitrusöle und noch einige mehr. Zudem gibt es das Lesezeichen mit lateinischen und deutschen Namen zum kostenlosen Download auf meiner Website (klick!). Dass Farbe und bunte Grafiken fehlen, habe nicht ich zu verantworten, ich erhielt nicht die Unterstützung einer einzelnen Ölefirma, die beim Mitbewerberbuch die Zusatzkosten für den Vierfarbdruck getragen hat. Die nächste (völlig zu überarbeitende Auflage) wird jedoch bunt, endlich :-)!

herz-, haut,-blutzellen: alle können riechen


Theobroma cacao Eliane Zimmermann Aida AromatherapyFast unbemerkt ist die vor einigen Wochen erschienene Pressemitteilung der TU München (TUM) an den meisten von uns vorbei gegangen: Forscher haben herausgefunden, dass sogar Blutzellen „riechen“ können. Sie sind also mit so genannten Chemorezeptoren ausgestattet, welche auf Riechstoffe reagieren können.

Wie Prof. Peter Schieberle, Leiter des TUM-Lehrstuhls für Lebensmittelchemie und Direktor der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA; Leibniz-Institut) erläuterte, ging die Wissenschaft bisher davon aus, dass nur die Nase über Geruchsrezeptoren verfügt. Dass sich olfaktorische Rezeptoren auch auf anderen als den Riechzellen befinden, war somit laut Prof. Schieberle eine Überraschung.

TeilnehmerInnen von diversen Aromatherapie-Kongressen wissen allerdings seit vielen Jahren – dank der Aufklärungsarbeit von Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt, dass man an der Uni Bochum bereits andere Zellen und deren Rezeptoren identifizieren konnte, welche auf Geruchsreize reagieren. Vor gut zehn Jahren wurden von seinem Team Spermien als riechende „Wesen“ erkannt, einige Zeit später berichtete er von auf Geruchsmoleküle reagierende Herz- und Hautzellen. Hier (klick!) kann man in einem älteren Blog-Eintrag mehr dazu lesen, hier geht es zu seinem Buch (klick!).

Laut der Ende April 2013 veröffentlichten Pressemeldung der Arbeitsgruppe um Dr. Dietmar Krautwurst (TUM) „können Blutimmunzellen bestimmte Lebensmittelinhaltsstoffe erkennen. Der Begriff ‘riechen‘ bleibt aber dem Organ Nase vorbehalten, auch wenn es sich hier um die gleichen Rezeptoren handelt. Im Falle der Blutzellen sprechen wir von Chemorezeption.“  Primärzellen aus menschlichen Blutproben können von Duftmolekülen, die für ein bestimmtes Aroma verantwortlich sind, angelockt werden. Schieberle erläuterte ein Experiment, bei dem die Forscher einen duftenden Lockstoff auf der einen Seite einer unterteilten Multiwell-Platte und Blutzellen auf der anderen Seite aufbrachten. Die Blutzellen bewegten sich in Richtung des Geruchs.

„Es ist noch nicht geklärt, ob die Geruchsmoleküle im Körperinneren auf dieselbe Weise wie in der Nase wirken“, erklärte er. „Aber das würden wir gerne herausfinden.“ Schieberles Arbeitsgruppe arbeitet auf einem Gebiet, das sie „Sensomics“ nennen. Hierbei erforschen sie insbesondere, auf welche Weise Mund und Nase die Schlüsselsubstanzen für Aroma, Geschmack und Beschaffenheit von Nahrungsmitteln wahrnehmen, vor allem von wohlschmeckenden Nahrungsmitteln wie Schokolade und Röstkaffee.

Wer englisch lesen kann, sollte sich ich diesen Artikel über Sensomics auf der Zunge zergehen lassen, in dem zusammengefasst wird, wie die Arbeitsgruppe von Prof.  Schieberle die Geruchsmoleküle von Schokolade bzw. Kakao zerlegt hat. Sie fanden darunter ‚appetitliche Düfte‘ wie Isovaleriansäure (2- and 3-methylbutanoic acids), welche schwitzig und ranzig riecht,  Dimethyltrisulfid, welches schwefelig nach gekochtem Kohl riecht und eine Komponente , die an Kartoffelchips erinnert (2-ethyl-3,5-dimethylpyrazine). Diese und andere Geruchsstoffe zusammen identifiziert unser Gehirn dann als „lecker-schokoladig-appetitlich-haben-will“ (insbesondere wenn dann noch der neurotransmitter-artige Botenstoff Vanillin ins Spiel kommt).

Die Reaktion von Zellen des menschlichen Immunsystems auf Riechstoffe wirft vielleicht bald ein ganz neues Licht auf die Entstehung von Allergien. Vielleicht „schmeckt“ unserem Immunsystem so einiges, das uns die Industrie auftischt, ganz und gar nicht. Umgekehrt werden möglicherweise die hervorragenden Wirkungen einiger ätherischer Öle wie Atlaszeder (Cedrus atlantica) und Zypresse (Cupressus sempervirens) auf ein völlig überreiztes und überfordertes Immunsystem besser erklärbar.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDeren Moleküle sind uns menschlichen Wesen seit „ewigen Zeiten“ vertraut, sie „schmecken“ uns, wir können sie gut leiden, sie duften für uns und helfen uns.  Auch der therapeutische Effekt von Einreibungen und Massagen mit natürlichen ätherischen Ölen erscheint in Anbetracht der neuen Forschungsergebnisse in einem anderem Licht: Wenn Haut- und Blutzellen „riechen“ können, geben sie vermutlich (im Idealfall) wertvolle Heilungsimpulse in unseren gesamten Körper. Im besten Sinne sind Aromatherapie und Aromapflege also ein Bestandteil der Regulativen Medizin. Umso wichtiger erscheint es nun, dass wir uns möglichst NIE – oder zumindest nicht täglich – mit synthetischen Duftmolekülen umgeben und schon gar nicht unsere Haut damit be-LÄSTigen (was passiert mit der unverdaulichen LAST? wird sie irgendwo gelagert, kapselt sie sich ein? entwickelt sie ein Eigenleben, bewirkt sie Tumore?). Denn immer mehr zeichnet sich ab, dass Riechstoffe nichts anderes als Botenstoffe sind (vor einigen Jahren berichtete Ruth von Braunschweig bereits, dass Vanillin der Lockstoff einer südamerikanischen Wanze sei). Wer weiß, welche irritierenden Botschaften von menschengemachten Molekülen ausgehen mögen? Wie sehr sie uns runter ziehen können, wie sie Alarmsignale in unserem Körper verbreiten. Wie sehr sie traurig, ja depressiv machen können? Also lieber (und sicherheitshalber) in Wohlfühldüften aus der Natur schwelgen, unsere Nase zeigt den Weg.

die zweiklassen-gesellschaft der duftstoffe


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDiese „Petition“ hat viele Reaktionen, Fragen und Unsicherheiten hervor gerufen. „Petition“ in Anführungsstrichen, weil es sich um eine simple Online-Unterschriftenliste handelt. Das Wort Petition ist irreführend verwendet worden, denn dieses suggeriert eine Eingabe an offizielle Behörden/Regierungsstellen. Da ich, wie erwähnt, die Anfrage aus verlässlicher Quelle erhielt, habe ich das nicht hinterfragt, Monika Volkmann ist jedoch dem Impressum mal auf den Grund gegangen. Ich finde es dennoch okay, Dr. Dietrich Wabner mit seinem Verein N.O.R.A. International eine kleine Unterstützung in Form einer Unterschriftenliste zukommen zu lassen, denn er ist einer der wenigen Aroma-Leute, der sich für den Erhalt von „bedrohten“ ätherischen Ölen einsetzt und der – gegen Windmühlen kämpfend – auch bemüht ist, diesem bürokratischen Unsinn die Stirn zu bieten. Es scheint jedoch nicht möglich, selbst für einen zweifachen Doktor und Chemiker, die Eurokraten und nicht in dieser Materie beheimateten Schutzwächter davon zu überzeugen, dass synthetische, also menschengemachte Moleküle anders beschaffen sind, als ihre kopierten Vorbilder (nicht Ebenbilder) aus der Natur.

Dazu eine kleine Fantasiereise: Stellen Sie sich einen Teppich vor, weich und wuschelig, das Etikett sagt „100 Prozent Wolle“. Dann schauen Sie unter den Teppich und sehen ein feinmaschiges Netz, das eindeutig aus Nylon/Plastik ist, es trägt die Wollfasern und gibt dem Teppich Zusammenhalt und Haltbarkeit, ist hauchdünn, ist fast nicht vorhanden, macht nur 1 Prozent des Teppichgewichtes aus. Doch der eigentliche, der sichtbare Teppich besteht aus reiner Wolle. So ähnlich verhält es sich mit synthetischem Geraniol, Citral, Linalylacetat, Menthol. Wir riechen diese auch in billigen Aromaölen, doch die geschulte Nase schaut automatisch auch unter den Teppich, sie erkennt sofort, da sticht etwas, da fehlt etwas, das ist nicht rund. Was die Laiennase auf den ersten Blick Schnupperer nicht merkt, erkennt jedoch ein anderer Teil des komplexen Systems Mensch und sagt „Halt! Hier stimmt etwas nicht, hier ist etwas drin, was nicht rein gehört“ und löst beispielsweise einen Niesattacke aus oder rote Hautpusteln. Geschieht der Kontakt mit dem Chemiegeruch zu oft, kann sich auch das Immunsystem empören und löst dann irgendwann schlimmere Symptome aus, eben eine Allergie. Das kann selbstverständlich auch mit Naturdüften passieren wie mit allem, was uns im Leben so begegnet auch.

Der Chemiker sagt stolz: „Ach, dieses eine Prozent („im Teppich“ oder „im Aromaöl“) kann man wirklich vernachlässigen, es hat mit dem tollen von mir geschaffenen Duftmolekül eigentlich nichts zu tun, es dient lediglich als Trägersubstanz.“ Je billiger so ein „Parfümöl“ oder „Aromaöl“, desto größer ist dieses „Trägernetz“ und desto wahrscheinlich ist es, dass es aus chlorierten Substanzen besteht. Wer jemals im Schwimmbad, in der Sauna, in öffentlichen Toiletten penetranten Chlorgeruch wahrgenommen hat, weiß was ich meine. Diese ach so minimalen Anteile an chlorierten Substanzen scheinen insbesondere für ungewollte Reaktionen wie Kopfschmerzen, Unverträglichkeiten und sogar Allergie verantwortlich zu sein. Eigentlich muss man entsprechenden Immunsystemen nun geradezu gratulieren, dass sie auf sowas überhaupt noch reagieren, und dankbar sein, dass sie Alarm schlagen. So degeneriert und dumm ist der menschliche Körper auch heute nicht, dass er nicht bemerkt: „Da stimmt etwas nicht, da muss ich mich wehren, da ist Gift mit im Spiel.“

Die natürlichen „Zwillinge“ kommen nicht nur ohne Chlor aus, sie sind auch eingebettet in ein Meer von anderen Inhaltsstoffen im jeweiligen Öl. Ein schönes Beispiel ist ein hochwertiges Öl der Gewürznelkenknospe. Es enthält zwar reichlich das potenziell hautreizenden, durchblutungsfördernden und anregenden Phenols Eugenol (bis zu 80%), doch in den verbleibenden 20 bis 30 Prozent finden wir auch andere Goodies, welche entkrampfen/entspannen (bis 22% Eugenylacetat), entzündungshemmend wirken (13% beta-Caryophyllen) und schmerzlindernd wirken (Methylsalicylat). Eugenol an sich hat nicht nur negative Eigenschaften, wie so gerne behauptet wird, sondern wirkt als Breitbandmittel stark keimtötend und auch schmerzlindernd. Man muss also die ganze Symphonie der Inhaltsstoffe betrachten und nicht nur einen einzelnen schrillen und schrägen Flötenton, der im Gesamtkonzert vielleicht gerade das i-Tüpfelchen ausmacht, jeder Klassik-Konzertgänger weiß das.

Doch das heute geltende Paradigma will uns mit erschreckend roher Gewalt und gesetzlichen Vorschriften wirklich ins Gehirn einhämmern, dass wir mit ganzheitlichem Denken und Betrachten falsch liegen, dass wir Einzelstoffe anzuerkennen haben, dass diese einfach und schnell und billig von Menschenhand herzustellen seien (gerne als „naturidentisch“ bezeichnet). Und dass viele Naturstoffe unvollkommen, schlecht, böse, fehlerbehaftet seien. Darum sind, aus Kosmetikgesetzgeber-Sicht und zugespritzt gesagt, Fenchel und Anis, Basilikum und Estragon, Zimt und Rose, „böse Pflanzen“, denn sie produzieren „gefährliche Stoffe“, welche hautschädigend und leberschädigend (durch die Haut???) wirken. Die wissenschaftlichen Experimente, die zu diesen Erkenntnissen führten, werden jedoch einerseits oft mit menschengemachten Laborduftstoffen an (Nage-)Tieren mit anders arbeitendem Stoffwechselsystem gemacht. Dazu werden diese Tiere damit zwangsernährt, obwohl Rose, Fenchel, Basilikum vielleicht nicht zu ihrem Beute- und Nahrungsschema gehören und ihr Metabolismus nicht jahrtausende Jahre lang Zeit hatte, sich auf den Abbau dieser Pflanzeninhaltsstoffe einzustellen. Diesen Tieren wird zudem das Fell wegrasiert, bevor sie mit den fraglichen Substanzen eingeschmiert werden (wer sich als Mensch rasiert, wird sich an diesen Stellen nicht anschließend mit scharfen und reizenden Kosmetika einreiben, weil das Rasieren immer Mikroverletzungen zur Folge hat). Und damit man wirklich nachweisen kann, wie gefährlich diese „Pflanzenstoffe“ (aus dem Labor, hm) sind, werden sie hoch/überdosiert und über lange Zeiträume an den Tieren verwendet. Wenn ein menschliches „Versuchskaninchen“ wochenlang ausschließlich mit Heu gefüttert werden würde, könnte man beweisen, dass Heu unverdaulich ist, zu Giftgasen in den Eingeweiden führt und schließlich zum Tod durch Darmverschluss.

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Der Faktor Mensch wird dabei völlig vernachlässigt: Dass der Mensch recht schnell „die Nase voll“ hat von einem Duft, dass er vergesslich ist, selbst wenn er sich jeden Tag mit etwas einschmieren wollte, dass ihm nach kurzer Zeit penetrante Überdosierungen stinken, dass er einen komplexeren Stoffwechsel als ein Meerschweinchen hat, dass er Kleidung trägt, die das Kosmetikum abreibt, dass er Milch trinkt, die zu viel gegessene Duftstoffe emulgiert und resorbieren helfen kann, dass er andere und viel mehr Auswahl an Dingen isst, die mit dem Duftstoff interagieren werden…. all das, also das „wahre Leben“, findet im Labor nicht statt. Wie sollte es auch! Dazu kommt, dass beispielsweise Rosen- und Lavendelöl aus jeweils einigen hundert Inhaltsstoffen bestehen! Dies kann und will man nicht separat untersuchen. Und diese kann oder will man nicht herstellen, um ein „naturidentisches“ Aromaöl auf den Markt zu bringen (man könnte es – technisch gesehen – zu 99,5% herstellen, doch dann wäre das billige Aromaöl vermutlich viel teurer als seine natürliche Variante).

Und weil man an technische und vor allem an preisliche Grenzen stößt, reduziert man beispielsweise Lavendelöl auf drei „böse Inhaltsstoffe“ (Linalool, Linalylacetat, Geraniol), die kunstvoll zusammengemischt sicherlich fast wie Lavendelöl riechen würden) und will den naiven Verbrauchern suggerieren, dass man sie vor diesen negativen Komponenten schützt. Damit zurück zur Petition und zur Kosmetikverordnung: Bei einigen, wie diesen Lavendelstoffen, schreibt man „nur“ die Deklaration vor (was für Allergiker natürlich hilfreich beim Einkauf ist), obwohl laut Duftstoffe-Fachmann Erich Schmidt  bei etlichen der gebranntmarkten deklarierungspflichtigen Stoffe nachgewiesen werden konnte, dass sie nicht allergener wirken als tausend andere Dinge des täglichen Lebens. Bei anderen Naturdüften wie Rosenöl muss verdünnt werden, damit der eine „böse Stoff“ (Methyleugenol) kaum noch im Kosmetikum enthalten ist, bei anderen muss verdünnt werden, um bestimmte Gefahrenhinweise auf dem Etikett zu vermeiden (ich hatte hier eine Liste zusammengetragen). Man kann als Laie wirklich nicht mehr mitkommen, Öle-Firmen müssen Anwälte anheuern.

Volkmar Heitmann hat mir und euch netterweise den Link zu diesem „behördlichen Duftkrimi“ geschickt, hier kann er gelesen werden (auf englisch und ellenlang, die meisten EU-Bürger haben somit keinen Zugang zu diesem „Meinungspapier“ (opinion), ich wüsste zu gerne, wer die am Anfang namentlich aufgeführten Meinungsgeber sind bzw. für wen sie arbeiten. Für solche Recherchen bedürfte es eines eigens eingerichteten und bezahlten Arbeitsplatzes. Hallo Ätherische-Öle-Firmen, hat jemand da draußen Zeit und Kapazitäten dafür frei?! Immerhin wird ganz demokratisch auch eine Meinungsseite für die EU-Bürger eingerichtet, wenn man sich also durch diesen englisch verfassten Fachtext gewühlt haben sollte, kann man seine Meinung auch kundgeben. (Selbst mir mit Fließend-Englisch-Fähigkeiten graut vor dieser Seite).

Ich war jedenfalls vergangene Woche – sehr schön passend zum Thema – zweimal mehr oder weniger freiwillig mit Chemieduftbomben konfrontiert. Einmal stand der Wäscheständer mit zu trocknender Wäsche im Schlafzimmer, sie war mit „eben mal ganz schnell“ gekauftem Waschmittel („mit ätherischen Ölen“) gewaschen worden, weil das Biowaschmittel leer war. Kaum zu glauben, was für Emissionen da im Zimmer umher waberten, sie lösten ein starkes Irritation im Sinne von „Achtung, Störung, hier stimmt etwas nicht, weg laufen!“ aus. Beim zweiten Mal führte der Besuch des Schweden-Kaufhauses bzw. zum Glück erst ganz am Ende die Kerzenabteilung, zu einem über 24 Stunden währendem leisen Kopfschmerz. Auf diesen beiden Produkten würde ich gerne die neue Etikettenvorschrift sehen: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. Aber diese ist für solche Produkte, die man unter Umständen tagelang und wochenlang einatmet, nicht vorgesehen. Ein typisches Beispiel für den Zwei-Klassen-Duft.

PS Ähnlich wie beim Beispiel „100 Prozent Wolle“ des Teppichs verhält es sich übrigens mit sehr vielen Kleidungsstücken und sonstigen Textilien aus „100% Baumwolle“, diese bestehen immer öfter aus einigen Prozenten an anderen Stoffen.

(zwangs-)verdünnungen von ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Anmerkung von Ende 2015: Inzwischen sieht die internationale Kennzeichnung von ätherischen Ölen etwas anders aus, es gibt neue Symbole (die orangefarbenen Symbole müssen seit diesem Sommer entfernt sein). JEDE Firma muss diese auf ihren Etiketten anbringen, wenn ihre ätherischen Öle als ‚Gebrauchsgegenstände‘, beispielsweise zur Raumbeduftung, verkauft werden. Werden ätherische Öle als Kosmetika deklariert, wie inzwischen bei vielen Öle-Anbietern geschehen, MÜSSEN Hinweise zur Haltbarkeit ausgewiesen werden und bei Zitrusölen die Furocumarine weitestgehend entfernt sein (ein trauriger Eingriff in diese nachgewiesenermaßen antitumoral und stark stimmungsaufhellenden Moleküle). Ätherische Öle dürfen nicht als heilende oder therapeutisch wirksame Substanzen deklariert werden. Zu einigen wenigen festgelegten und standardisierten ätherischen Ölen nach DAB (deutsches Arzneibuch) dürfen gewissen Heilaussagen gemacht werden.

Hier kommt nun der ursprüngliche Artikel:

Seit einigen Jahren haben wir uns daran gewöhnt, dass auf den meisten Ätherische-Öle-Fläschchen das Gefahrensymbol Xn (Andreaskreuz) aufgedruckt ist. Wir kannten es bis zu dieser Vorschrift als Erkennungsmerkmal für giftige Chemikalien, etwa aus der Welt der Baumärkte (Lösungsmittel, Pinselreiniger, Kleber etc). Alle ätherischen Öle (und andere „Chemikalien“), welche über 10 Prozent Kohlenwasserstoffe enthalten, müssen entsprechend der Gefahrstoffverordnung mit diesem international gültigen Zeichen gekennzeichnet werden.
AromatherapieDa ein Großteil der ätherischen Öle mit einen hohen Anteil an Monoterpenen ausgestattet ist, gilt für sie die aufgedruckte (aufkleben nicht gestattet) Kennzeichnungspflicht mit dem Symbol (Größe und Farbe sind vorgeschrieben), verbunden mit einem ausgeschriebenen Gefahrenhinweis und dem aufgeklebten erhabenen Dreieck, das von sehbeeinträchtigten/blinden Menschen ertastet werden kann. Es ist schon irgendwie zynisch, dass ein Produkt, dass (bei korrekter Anwendung) die Gesundheit so wundervoll fördern kann (antibakteriell, kortisonartig-schmerzlindernd etc), als gesundheitschädigend gekennzeichnet werden muss. Ob demnächst auch Zwiebeln, Knoblauch, Meerretich & Co. den Aufdruck tragen müssen? Oder gar aus der Küche verschwinden müssen, denn sie können schwere Reizungen verursachen.
AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannNeben inhaltlichen Qualitätskontrollen, die für de Endverbraucher sicherstellen, dass er hochwertige und ehrliche Öle kauft, machen diese Vorschriften einen erheblichen Anteil am Preis des ätherischen Öles aus (öfters Etiketten neu und mit Zusatzfarbe drucken, sich ständig informieren, Anwälte bezahlen etc). Dazu kommen bei ‚Bio-Ölen‘ die hohen Kosten für die zusätzlichen jährlichen Kontrollen und Siegel. Letztendlich ist das Billigste im Fläschchen das ätherische Öl. Davon erhalten diejenigen Personen, die auf dem Feld arbeiten, sich bücken und krummlegen beim Vermehren, Pflanzen, Jäten, Ernten und Destillieren nur einen verschwindend geringen Anteil.
Um die Symbole „ätzend“ und „giftig“ umgehen zu können, steht es den Lieferanten frei, bestimmte Inhaltsstoffe durch Verdünnen ihrer Öle, in den zulässigen, nicht mehr kennzeichnungspflichtigen Bereich zu bringen. Firmen, die eher gut geschulte Fachpersonen beliefern, verzichten unter Umständen lieber auf das Verdünnen, um den Therapeuten die Freiheit zu lassen, das pure Öl so zu verdünnen, wie sie es für die jeweiligen Patienten für erforderlich halten. Firmen, die den breiten Markt bedienen, möchten vermutlich nicht durch Totenkopf & Co. verschrecken und setzen die Vorschriften um, verdünnen also. Beim deutschen Marktführer Primavera sieht es derzeit so aus:

  • Anissamen (Pimpinella anisum): 24% in Weingeist/in ethanol (ethyl alcohol)
  • Eisenkraut Grasse (Aloysia triphylla): 10% in Cymbopogon citratus
  • Basilikum (Ocimum basilicum): 10% in Weingeist/in ethanol
  • Estragon (Artemisia dracunculus): 12% in Weingeist/in ethanol
  • Fenchel (Foeniculum vulgare): 19% in Weingeist/in ethanol
  • Frangipani (Plumeria alba): 20% in Weingeist/in ethanol
  • Ginster (Spartium junceum): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Iris (Iris pallida): 95%, 5% Champaca
  • Iris (Iris pallida): 1% in Weingeist/in ethanol
  • Lorbeer (Laurus nobilis): 30% in Weingeist/in ethanol
  • Magnolienblüte (Michelia alba): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Melisse: 30%, 70% in Lavandula
  • Mimose (Acacia dealbata): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Moschuskörner (Hibiscus abelmoschatus): 15% in Weingeist/in ethanol
  • Neroli (Citrus aurantium flower): 10% in Weingeist/in ethanol
  • Osmanthus (Osmanthus fragrans): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Oud (Aquilaria malaccensis): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Rose (Rosa damascena from different countries) bulgarisch, indisch, persisch, türkisch, türkisch bio: 10% in Weingeist/in ethanol
  • Thymian Thymol (Thymus vulgaris): 19% in Weingeist/in ethanol
  • Tuberose (Polianthes tuberosa): 5% in Weingeist/in ethanol
  • Veilchenblätter (Viola odorata leaves): 13% in Weingeist/in ethanol
  • Zimtblätter (Cinnamomum zeylanicum leaves): 6% in Weingeist/in ethanol
  • Zimtrinde (Cinnamomum zeylanicum bark): 60% in Weingeist/in ethanol

Etliche Öle werden aus Kosteneinspargründen verdünnt, vor allem die blumigen Düfte (Champaca, Frangipani, Ginster, Iris, Magnolienblüte, Mimose, Neroli, Osmanthus, Tuberose, Veilchenblätter), auch Moschuskörner und Oud sowie „Eisenkraut“ und Melisse wären pur unnötig teuer. Bei Anis, Fenchel, Basilikum, Estragon geht es um die angeblich lebertoxischen phenolischen Verbindungen, vor denen die VerbraucherInnen geschützt werden sollen, genau so in Lorbeer und Rose, deren „gefährlicher“ Inhaltsstoff Methyleugenol angeblich die Konsumenten schädigen kann (ja, pures Rosenöl ist dem Gesetzgeber in naturkosmetischen Produkten zu gefährlich!). Zimtblätteröl enthält eine Spur Safrol, vor dieser phenolischen Verbindung muss geschützt werden. Bohnenkraut, Oregano und Thymian Thymol müssen aufgrund ihres Anteils an Thymol und Carvacrol verdünnt werden (oder erstere werden sogar ganz aus dem Programm genommen), ähnlich hautreizend wirkt Cinnamal (Zimtaldehyd) in Zimtrindenöl.
Für Kenner ist es interessant, dass potenziell hautreizende Öle wie Bay, Nelke und Tulsi (Heiliges Basilikum) nicht verdünnt angeboten werden müssen. Auch ein Öl, mit dem man bei grob übertriebener Einnahme (circa 5 ml) jemanden töten könnte, wird bislang nicht reguliert. Ein anderes, das abortiv wirkt, kann man gerade jetzt öfters auf Weihnachts(floh)märkten kaufen.

European (and worldwide) regulations are becoming stricter every year, so many essential oils have to carry symbols which appear frightening to the consumer who isn’t educated in aromatherapy. If companies choose to avoid the symbols for ‚irritant‘ and ‚toxic‘ they have to dilute the essential oils which contain thymole, carvacrole, safrole, methyleugenol (rose!) and methylchavicol. Most absolutes from flowers are diluted for price reasons as are the essential oils of agarwood and ambrette. Some of the most toxic oils though – one can kill after the ingestion of 5 ml, the other can be abortive – are still freely available without any warnings.

PS Monika Volkmann hat in ihrem Blog auf eine gute Sendung (auch per Internet) zum Thema MRSA – resistente ‚Klinikkeime‘ – aufmerksam gemacht, damit sollte sich wirklich jeder beschäftigen, denn man weiß nie, ob bzw. wann man in eine Klinik kommen könnte. Und man sollte wissen, dass die Gefahr durch bestimmte ätherische Öle deutlich eingedämmt werden kann (siehe dazu in der rechten Spalte die Liste der Kategorien, ich habe bereits öfters darüber geschrieben). Die auf MRSA-Opfer spezialisierte Anwaltskanzlei informiert über die rechtlichen Aspekte auf ihrer Website.

ätherische öle bei epilepsie


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyÄtherische Öle bei Epilepsie – eines der großen Verwirr-Themen im Bereich der Aromatherapie und Aromapflege. Meine eigene Erfahrung nach gut 25 Jahren der Arbeit mit ätherischen Ölen entspricht erfreulicherweise der Zahl NULL! Ich habe noch nie einen Zwischenfall dieser Art gehabt, nehme allerdings von Anbeginn nur allerreinste Öle, fast immer aus (neutral zertifiziertem) kontrolliert biologischem Anbau, dazu in vernünftiger Verdünnung (maximal 3 Prozent). Zudem verwende ich niemals ätherische Öle, die grundsätzlich als bedenklich gelten, bei fremden Menschen (Thuja, Flohminze etc). Salbei verwende ich nur in thujonarmer Qualiät (thujonfrei würde auch das Fehlen von Vorteilen der Monoterpenketone bedeuten, weniger schleimlösend, weniger wundheilend etc).

Es ist im Gegenteil so, dass viele ätherische Öle, vor allem solche die Linalylacetat (Lavendel, Muskatellersalbei, Petit Grain), Terpineol-4 (Teebaum, Majoran, Wacholderfrucht) und Linalool (Ho-Baum, Koriandersamen, Thymian Ct. Linalool), enthalten, krampflösend wirken können. Prof. Buchbauer bzw. sein Team in Wien haben bereits entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse dazu erbracht.
Es gibt in der Literatur Missverständnisse und Abschreibe-Fehler, die von Erkenntnissen aus der Parfüm- und Pharmaindustrie stammen, beispielsweise zu Fenchel: Der „gefährliche“ Fenchel ist der Bitterfenchel (Foeniculum vulgare var. amara), er kann größere Mengen des Monterpenketons Fenchon enthalten. Ich kenne jedoch keine Ölefirma, die daraus ein ätherisches Öl anbietet. Das üblicherweise erhältliche Fenchelöl wirkt durch den hohen Anteil an Anethol sogar krampflösend, wie jeder der es bei Blähungen benutzt, erfahren kann.
Buchautor/Innen müssen jedoch immer ein wenig zuviel warnen, denn wir kennen ja unsere Leser nicht und wissen nicht, ob sie den Unterschied zwischen Pfeffer- und Flohminze, zwischen Salbei aus Südfrankreich und aus Dalmatien kennen, ob sie nicht zum nächsten Drogeriemarkt rennen und dort zweifelhafte Öle kaufen und gleich einnehmen (weil es ist ja alles nur Natur und viel hilft viel). Oder ob sie nach der neumodischen Anwendung 100 Tropfen puren Öles auf die Haut von fremden Menschen geben…
Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch habe sehr wohl drei Erfahrungsberichte von Fehlanwendungen mit Salbei erhalten. Einmal bekam ein Hund (gut medikamentös eingestellter Epileptiker) nach einer Duftlampenanwendung mit vielen, wirklich vielen Tropfen Salbeiöl unbekannter Herkunft zweimal einen Krampfanfall. Jemand anderes hatte eine Frühjahreskur mit Salbeiöl unternommen: am ersten Tag einen Tropfen eingenommen, am zweiten Tag zwei Tropfen, am dritten Tag drei Tropfen etc. (bis zum zehnten Tag mit 10 Tropfen und dann wieder rückwärts). Es kam zu einem Klinikaufenthalt wegen Verdacht auf Vergiftung. Klar,  die im Öl enthaltenen Monoterpenketone wirken neurotonisch (leicht stimulierend-anregend auf das Nervensystem, laut Studien sogar hilfreich bei demenziell veränderten Menschen) und einige der  Monoterpenketone wirken bei grober  Überdosierung/Falschanwendung neurotoxisch (nur ein Buchstabe Unterschied zur giftigen Wirkung!, Pulegon, Thujon, Pinocamphon/Isopinocamphon und bei empfindlichen Menschen auch Borneon=Kampfer). Zudem können es sich diese eher selten gehäuft auftretenden Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen für einige Tage in der Leber gemütlich machen, so dass ein kumulativer Effekt entstehen kann. Eine liebe Kollegin hat sich mit einigen Litern täglich ihres Lieblingstees mit Salbei zumindest in Richtung Schwindel gebracht.
Durch eine potenziell neurotoxische Wirkung (bei innerer Einnahme, zu starker Konzentration, zu häufiger Anwendung) können Falschanwendungen auch fatal auf einen Embryo/Fötus wirken, dessen sich bildendes Nervensystem davon überfordert wird (führt ggfs. zu abortiver Wirkung).
Die relative Toxizität hängt von vielen Faktoren ab, vom Zustand der Leber, vom Körpergewicht der betreffenden Person, von der Zusammensetzung des Öles, von der Menge und von der Art der Anwendung. Man kann nur immer wieder betonen, dass ätherische Öle nicht in Mengen eingenommen werden dürfen, die nicht der Nahrung entsprechen. Wenn man sich also bewusst macht, dass in einem einzigen Tropfen Salbeiöl circa eine Einkaufstüte voller Salbeiblätter steckt, wird man NIEMALS drei oder vier oder gar zehn Tropfen davon einnehmen. Selbst als Fan der italienischen Küche, der gerne Gnocchi mit in Butter gebratenen Salbeiblättern isst oder mit Salbei gefüllter Saltimbocca. Dabei handelt es sich immer um die Einnahme eines Bruchteiles von Tropfen! Ein Tropfen Zitronenöl in der Süßspeise oder im Getränk (pro 500 g bzw. 1 Liter), vorverdünnte Gewürz- und Kräuteröle (5-6 Tropfen auf 30 ml Sirup oder Olivenöl, davon wenige Tropfen) sind eher eine gesundheitsfördernde Maßnahme, vor allem wenn man aufgehört hat, mit frischen Kräutern zu kochen. Kaum jemandem ist bewusst, dass wir mit Cola-Getränken und Bitter Lemon echte ätherische Öle innerlich aufnehmen. Kaum jemandem ist bewusst, dass Tomaten, Aprikosen, Sellerie, Knoblauch und Orangensaft (auch aus der Packung) teilweise erhebliche Mengen des Ätherisch-Öl-Inhaltsstoffes Limonen (und andere) enthalten und somit innerlich aufgenommen werden.
Eine korrekt ausgeführte Aromamassage, ein aromatisches Fußbad, eine Inhalation mit nur einem Tropfen eines natürlichen und hochwertigen ätherischen Öles werden bei nicht gebrechlichen, nicht hypersensiblen oder sehr kleinen Menschen (erst ab 4 oder 5 Jahre) keinen epileptischen Krampf auslösen.
Some essential oils containing monoterpenones might be neurotoxic instead of neurotonic (just one letter from beneficial to fatal) if used in the wrong way. Taken in the wrong amounts and even swallowing them might prove dangerous to people with epilepsy, especially if the origin of the oil is dubious. We book authors have to warn much more than is really necessary as we don’t know where our readers have their oils from or what they actually do with them. It isn’t dangerous to apply even ‚toxic‘ oils like a sage-oil of high quality (low in thujone) externally and well diluted (3-4 drops in 10 ml carrier oil), i.e. for a few days if you have a cold. I wouldn’t recommend though to use thuja, hyssop and pennyroyal oils. Some essential oils containing monoterpenol-4, linalool and linalylacetate can even prevent seizures as Prof. Dr. Buchbauer and his team from the University of Vienna could show – at least on animal experiments .