der jubiläumskongress der ÖGwA


ÖGwA_Kongress_2017_TaschenDie Österreichische Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie feierte im vergangenen Monat in Wien ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Kongress. Am Samstag, den 4. März, trafen sich im Europahaus zahlreiche Koryphäen der wissenschaftlich orientierten Arbeit mit ätherischen Ölen.

Da ich nicht anwesend sein konnte, bat ich meine liebe Kollegin Christine Steiner, die in Wien zu Hause ist und dadurch einen Heimvorteil hatte, für uns die spannendsten und neuesten Erkenntnisse zu notieren:

Univ. Prof. Dr. Johannes Saukel sprach über pharmakognostische Grundlagen der Verwendung von Aromen natürlichen Ursprungs in der Aromatherapie. Er beleuchtete die Vielfalt der Aromastoffe aus dem Pflanzenreich und bot einen Einblick in die chemischen Stoffklassen, denen die unterschiedlichen Aromen zugeordnet werden.

Evelyn Deutsch-Grasl sprach über ‚Aromapflege am Puls der Zeit‘ und rief im Sinne einer zukunftsorientierten, ganzheitlichen Betrachtung mit ihrem Vortrag zur natürlichen Hautpflege auf. Sie spannte den Bogen von den grundlegenden Aufgaben der Haut bis zur gesunden Erhaltung und Stärkung dieser unserer Schutzhülle mit vielfältigen Funktionen. Besonders kam in ihrem Beitrag die Wichtigkeit der professionellen Berührung im Rahmen der Pflege zum Ausdruck.

Dabei erläuterte sie, welche entscheidende Rolle hierbei qualitativ hochwertige fette Öle spielen, da diese die regulationsphysiologischen Prozesse unterstützen. Sie arbeitete die enorme Wichtigkeit heraus, bei bettlägerigen Menschen die Pflege mit natürlichen Produkten verstärkt in den Fokus des pflegerischen Handelns zu rücken. Denn deren Haut ist oft durch verabreichte Medikamente bzw. durch verschiedene Erkrankungen in höchstem Maße strapaziert.

Sie nannte das erfolgreiche Beispiel, zur prophylaktischen Mundpflege vor einer Chemotherapie verdünntes Sanddornöl in die pflegerische Maßnahme einzubauen. Denn seit vielen Jahren gibt es inzwischen die Erfahrung, dass auf diese Weise Mukositis der Mundschleimhaut wesentlich verringert werden kann, so dass die oft geschwächten PatientInnen weiterhin ohne starke Schmerzen Nahrung zu sich nehmen können. Ebenso erläuterte sie, dass Kanuka und Manuka bei Strahlentherapie-induzierter Mukositis deren Beginn verzögert, auch kommt es laut der entsprechenden Studie zu weniger Schmerzen und weniger Gewichtsverlust in Folge.

Aber nicht nur bei bettlägerigen Menschen ist die natürliche Hautpflege von immenser Bedeutung, so gibt es auch Erkenntnisse, dass Babymassage mit Kokosfett bei Frühchen die Hautintegrität fördert und es somit zu weniger nosokomialen Infektionen („Krankenhausinfektion“) kommt. Auch zur atopischen Dermatitis gibt es eine Studie, derzufolge Kokosöl und Olivenöl antibakteriell und weichmachend wirkten und die Haut somit weniger durch Trockenheit und die daraus resultierenden Probleme strapaziert ist.

ÖGwA_Kongress_2017_Buchbauer

Gerhard Buchbauer und Evelyn Deutsch

Univ. Prof. Mag. pharm. Dr. Gerhard Buchbauer sprach über die Inhaltsstoffe ätherischer Öle – Metabolismus und Wechselwirkungen. Ätherisches Johanniskrautöl reduziert beispielsweise die Wirksamkeit der Antibaby-Pille, sowie von Antikoagulantien und auch von Medikamenten, die zur lebenswichtigen Verhinderung von Abstoßreaktionen bei Spenderorganen gegeben werden. In diesem Fall kann es bedrohlich sein, wenn dies unkontrolliert passiert.

Der Haupt-Inhaltsstoff Anethol im Anisöl interagiert mit Codein derart, dass die schmerzreduzierende Wirkung dadurch gesteigert wird. Bitterorangenöl hemmt beispielsweise das P-Glycoprotein bei Verabreichung von Dextromorphan in Hustenstillern. Hier wurde eine vierfache Verzögerung des Abbaus und somit ein vierfacher Anstieg der Bioverfügbarkeit und somit Wirksamkeit des Arzneistoffes festgestellt.

Weiters führte Dr. Buchbauer aus, dass +(-)Limonen die Gluthation-S-Transferase fördert und somit die Apoptose einleiten kann (der natürliche programmierte Zelltod einer jeden Zelle unseres Körpers) – was sehr vielversprechend in der onkologischen Therapie ist.

Er berichtete von der Chamomilla recutita, welche das Enzym Cytochrom P450 (wichtig zum Um-und Abbau bestimmter Medikamente) hemmt und schilderte einen Fall, wo eine Dame, welche Blutverdünnungsmittel nehmen musste und plötzlich innere Blutungen bekam. Es stellte sich heraus, dass die Dame täglich gerne mehrere Tassen Kamillentee genoss und Hautpflegeprodukte mit Kamille liebte. Die Wirkstoffe der Kamille hemmten die Enzyme, die das Medikament abbauen sollen und so kam es zu einer extremen Anreicherung mit den Nebenwirkungen.

Die Wirkung von Midazolam, ein Mittel zur Narkosevorbereitung und Sedierung wird durch gleichzeitige Verabreichung von Pfefferminze gefördert und verlängert.

Bei einer Antibiotikabehandlung sehen naturgemäß die Bakterien dieses als Fremdstoff und bilden Beta-Lactamasen, welche die Wirkung der Antibiotika verhindern. Ätherische Öle hemmen die Produktion der Beta-Lactamasen und unterstützen somit die Wirkung von Antibiotika. Als Beispiel nannte er Cefazolin, welche unter gleichzeitiger Anwendung von Lavendelöl eine verstärkte Wirkung gegen MRSA aufweist. Rosmarin bildet mit Ciprofloxacin zusammen eine erfolgreiche Synergie gegen Klebsiella pneumoniae (Lunge, Urogenitaltrakt). Bei Candida albicans erwies sich die Kombination aus Nystatin und den ätherischen Ölen von Oregano, Teebaum und Rosengeranie als hochwirksam.

Bakterien kommunizieren chemisch  über Pheromone (Quorum sensing) und bilden so einen Biofilm, eine dünne Schicht auf anorganischen (beispielsweise Intubierungsschläuche) und organischen Oberflächen (Haut, Schleimhaut). Dieser Film bildet die Lebensgrundlage der Bakterien und erhöht deren Ausbreitung und Schwarmbeweglichkeit, somit sind Behandlungen erschwert. Ätherische Öle agieren als natürliche Quorum Sensing-Inhibitoren (z.B. Linalool, Terpen-4-ol, Geranial, Neral, Farnesol), sie stören die „Manöver-Absprachen“ der Krankheitskeime erheblich.

ÖGwA_Kongress_2017_Buchmayr

Bärbl Buchmayr im Open Space

Prof. Mag. pharm. Dr. Walter Jäger ging in seinem überaus lebendigen und kurzweiligen Vortrag auf den Einfluss der Wirksamkeit von Resorption, Verteilung, Metabolismus und Ausscheidung bei Terpenen ein. Er zeigte eine Aufstellung, mit welcher Geschwindigkeit Hydrocortison an verschiedenen Körperstellen über die Haut resorbiert wird:

  • Unterarm 1
  • Fußsohle 0,14
  • Rücken 1,7
  • Achselhöhle 3,6
  • Kopfhaut 3,5
  • Stirn 6
  • Hinterohrregion 13

Er merkte an, dass damit bestätigt sei, warum viele Frauen sich Parfum hinters Ohr geben – weil es schneller „reingeht“.

Ebenso erläuterte er, dass die Verteilung eines Stoffes im Körper sehr unterschiedlich ist – manche Regionen weisen eine 200 mal höhere Konzentration auf, als andere Körperstellen. Auch die Ausscheidung von Stoffen ist sehr unterschiedlich und somit deren Wirk-Zeitfenster – er brachte das Beispiel von Aspirin bei Kopfschmerzen  – die Wirkdauer beträgt hier nur etwa 2 Stunden.

Auch Dr. Jäger ging kurz auf die antitumorale Wirkung des Inhaltsstoffes d-Limonen ein – dieser ist in vielen ätherisches Öle enthalten, insbesondere in Zitrusschalenölen – und erläuterte eine Studie, die belegte, dass 12 Kapseln zu je 8g Tumorzellen bekämpften. Er berichtete zudem, dass Oreganoöl als ein natürliches „Antibiotikum“ bei Harnwegsinfekten interessanterweise keinen Nachweis von Thymol oder Carvacrol im Harn zeigt. Ausserdem sei generell zu sehen, dass der Spiegel von Stoffen im Harn bei Menschen mit hohem Body Mass Index geringer ist, als bei Menschen mit weniger Fettanteil, weil offenbar die Stoffe im Fettgewebe gespeichert werden und somit der Übergang in Blut und Harn geringer ist.

Univ.-Prof. PD Mag. pharm. Dr. rer. nat. Dr. phil Sabine Krist sprach über flüchtige Verbindungen in kaltgepressten pflanzlichen Fetten und Ölen – eine Tatsache die weniger bekannt ist. So finden sich z.B. Hexanal, 2-Pentylfuran, Terpene (alpha-Pinen, Limonen und viele weitere), kurzkettige Alkane und Monocarbonsäuren in kaltgepressten Fetten und Ölen. Neben der Tatsache, dass diese zum charakteristischen Aroma und Geruch der pflanzlichen Fette und Öle beitragen, können diese unter Zuhilfenahme modernster analytischer Techniken zur Entdeckung von Verfälschungen beitragen. So brachte sie das Beispiel, dass Mohnöl sehr oft mit Sonnenblumenöl verschnitten ist. Aufgrund der ähnlichen Fettsäureverbindungen ist selbst für hochgeschultes Personal dieser Schwindel erst ab ca. 40% Sonnenblumenölzugabe erkennbar!

ÖGwA_Kongress_2017_Steflitsch

Wolfgang Steflitsch

Mag. Dr. rer. nat. Elisabeth Oberzaucher referierte über das spannende Thema „Der Mensch ist doch ein Nasentier – geruchliche Kommunikation beim Menschen“. Pheromone, wichtige Geruchsbotenstoffe sind wichtige nonverbale Kommunikationsmittel zwischen uns Menschen. Hier ist zu unterscheiden, zwischen Stoffen, wir unsere Körper selbst produziert und jene Geruchsstoffe, die als Stoffwechselprodukte von Hautparasiten entstehen. Erst durch enzymatische Aktivität von Bakterien entstehen die männlichen Pheromone Androstenon und Androstenol. Allerdings können sich nicht alle Bakterien gleichermassen ansiedeln, dies hängt von Immunsystem jedes Einzelnen ab, was verdeutlicht, dass Parasiten, die vom Immunsystem erkannt werden, infolgedessen erfolgreich bekämpft werden können und somit im Spektrum dieses Menschen keine Chance haben und daher im „Bukett“ fehlen. Dies wiederum erklärt, dass das Körpergeruch eines Menschen sehr stark an das Immunsystem gekoppelt ist.

Weibliche Pheromone kommen z.B. im Schweiß und im Vaginalsekret vor. Zur Zeit des Eisprunges werden auch weniger attraktive Frauen durch die im Sekret enthaltenen Copuline von Männern als äußerst attraktiv empfunden. Androstenon verleiht Aggressivität und Männlichkeit, soll andere Männern einschüchtern und auf Frauen stark und verlocken wirken. Frau Dr. Oberzaucher sprach die zwielichtigen Pheromonparfums an, die unter Umständen sich gegen den Verwender selbst richten können. Denn der „beduftete“ Anwender setzt sich selbst der größten „Einschüchterungsdosis“ aus, hat somit selbst den höchsten Androstenonspiegel hat und ist dann im „Erfolgsfall“ nicht mehr wirklich „handlungsfähig“ 😉  Bei Frauen steigert Androstenon die Fruchtbarkeit und reguliert den Zyklus. Aber nicht nur Frauen, auch homosexuelle Männer werden von Andostrenon angezogen. Auch ein Geschäftszweig soll sich der einschüchternden, dominanten Wirkung von Androstenon bedienen: So erzählte Frau Dr. Oberzaucher, dass Inkassobüros ihre Forderungsschreiben an Kunden mit Androstenon besprühen. Derart präparierte Rechnungen werden angeblich eher bezahlt! Mittlerweile wenden dies angeblich auch schon andere Firmen bei der Ausstellung von Rechnungen an.

Damit dies alles überhaupt funktioneren kann, wirken Pheromone bereits unterhalb der bewußten Wahrnehmungsschwelle. Vermutlich würde man sonst aufgrund des zuweilen ekelhaften Geruches dieser Stoffe in höheren Konzentrationen diese auch gar nicht aushalten können.

Auch erklärte Frau Dr. Oberzaucher die bekannte Tatsache, dass Menschen vordringlich sich Partner mit einem unähnlichen Körpergeruch unbewusst suchen, um den Nachfahren ein breiteres Genspektrum zu bieten. Dieses stattet den Menschen mit einem möglichst variablen Immunsystem aus, welches die Fähigkeit, auf parasitäre Störungen zu reagieren, verbessert. Aber dem gegenüber steht dann doch wieder die Tatsache, dass gleich und gleich sich gern gesellt, weil ein gewisses Maß an Ähnlichkeit von Gerüchen als attraktiv empfunden wird. Bei der Ähnlichkeit wird z.B. die Ebene der Alltagstauglichkeit einer Partnerschaft angesprochen, ein harmonisches Miteinander. So kann umrissen werden, dass sich die Partnerwahl im Spannungsfeld zwischen „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ und „Gegensätze ziehen sich an“ abspielt. Diese einander entgegenwirkende Kräfte haben im Laufe der Evolution eine Präferenz für ähnliche, aber nicht zu ähnliche Körpergerüche entwickelt, sodass optimalerweise ein genetisch komplementär zum eigenen ausgestattetes Immunsystem das Ziel ist.

ÖGwA_Kongress_2017_Dorfinger

Gerda Dorfinger

Der Kongress bot am Nachmittag den Teilnehmern dann auch noch die Möglichkeit im Rahmen eines OPEN SPACE sich verschiedene Stationen anzuschauen. Es wurden folgende Möglichkeiten geboten:

Ätherische Öle und Mikrobiologie – Frau Dr. Gerda Dorfinger brachte den Teilnehmern das Aromatogramm näher. Die TeilnehmerInnen konnten gezüchtete Kulturen unter dem Mikroskop betrachten und unterschiedliche Erreger sehen.

Frau Mag. pharm. Dr. Barbara Nasel ging auf das Thema „Düfte für Kinder“ ein.

Über „Psychodynamische Wirkmechanismen ätherischer Öle“ konnten man bei Frau Mag. pharm. Dr. rer. nat. Iris Stappen etwas erfahren.

Herr Dr. med. Wolfgang Steflitsch zeigte live Reflexzonentherapie am Fuß.

Bärbl Buchmayr zeigte sehr praxisnah, wie man eine „Duftende Ölkompresse“ bereitet und anlegt.

Wer mehr über die wichtige Arbeit der ÖGwA erfahren möchte, kann sich auf deren Website (klick!) informieren. In Zeiten, in denen jeden Tag mehr wissenschaftliche Erkenntnisse rund um ätherische Öle verdreht oder gar negiert werden (beispielsweise die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe), in denen völlig unkritische Menschen mit erfundenen „Fakten“ und unsachgemäß durchzuführenden Anwendungen angeworben werden, um den schnellen Euro zu machen, können von den Wissenschaftlern dieses Verbandes seriöse Antworten erhalten werden.

Danke für diesen kurzweiligen Bericht, liebe Christine! Wer in Wien eine verantwortungsvolle Beratung rund um ätherische Öle sucht, ist bei der „ewig“ erfahrenen Autorin dieses Berichtes, Christine Steiner, bestens aufgehoben, ein Blick auf Ihre Website (klick!) verrät mehr.              Alle Fotos: ÖGwA

sanfte starke helfer – fette pflanzenöle und hydrolate


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFette Pflanzenöle haben es in sich und werden dennoch meistens unterschätzt, sowohl in Büchern, in Kursen als auch bei vielen Öleanbietern! Oft werden ein paar wenige davon zu ‚Trägerölen‘  reduziert. Dabei können sie so viel mehr als nur als Verdünnungsmedien zu dienen. Die darin enthaltenen ungesättigten Fettsäuren können in vielen Bereichen kleine Wunder bewirken: Manche haben venenstraffende Wirkung, andere helfen bei eitrigen Wunden, reduzieren Cellulite, schrecken Zecken ab, lassen Narben verschwinden. Ja, ein Öl kann sogar demenz-anfällige Nervenzellen umhüllen und ein anderes schützt nachweislich gesunde Haut und Schleimhaut rund um Gebiete, die durch Bestrahlungstherapien gehen müssen. Fette Pflanzenöle sind besonders für sehr sensible Haut geeignet, für Menschen die durch schwerwiegende medizinische Therapien gehen müssen und die ätherische Öle nicht gut vertragen. Und klar, sie sind ideale Helfer in der Hausapotheke für Kinder und Haustiere. An diesem Wochenend-Workshop werden wir zahlreiche dieser wichtigen natürlichen Heil- und Pflegemittel kennen lernen, sie riechen, schmecken, spüren, vergleichen.

Auch Hydrolate sind kleine Powerpakete – wer ahnt, dass sich hinter diesem eigenartigen Wort wahre kleine Wunder der Therapie und Hautpflege verbergen! Sie sind sehr viel mehr als nur die „Nebenprodukte“ der Destillation von Duft-Pflanzen. Ihre heilsamen Inhaltsstoffe und ihr meistens leicht saurer pH-Wert – durch stark ‚anti-ageing‘ wirksame Pflanzensäuren – wirken nicht nur hautfreundlich, sondern gleichzeitig entzündungshemmend, keimtötend, blutstillend und schmerzlindernd. Streng genommen sind Hydrolate die „Aromatherapie für Einsteiger“, denn sie sind ideal verdünnt und man kann darum fast nichts damit falsch machen. Wir werden von diesen „Wunderwässern“ einige riechen, schmecken und einsprühen, ihre therapeutische Wirkung als wertvolle Begleiter von Krebstherapien besprechen und ihren Einsatz als natürliche Luxuskosmetik kennen lernen. Am schönsten ist es, wenn man beide kombiniert, beispielsweise in einem wohltuenden und sehr hautpflegenden Schüttel-Elixier, wie auf dem Foto links zu sehen. Je nach gewählten Rohstoffen eignet es sich bei Gürtelrose, bei Schuppenflechte, bei zu Rötungen neigender Haut, bei chemo-strapzierter Haut und auch ganz trivial als Bodylotion und/oder Abschmink-Lotion.

hautzellen können nicht nur riechen sondern auch schmecken


Enziantee ohne Text-1Es war Ende des Jahres 2010, ein Professor, der sich seit Jahren für eine naturheilkundlich orientierte Dermatologie stark macht, sitzt im ICE von Berlin nach Freiburg. Er befand sich auf der Rückfahrt vom Europäischen Kongress für Integrative Medizin (ECIM). Der Arzt und Biologe Christoph Schempp hatte dort zwei Vorträge über die Wirkung von Birkenrinde und Johanniskraut auf die Haut gehalten, und saß jetzt auf der Rückfahrt im Zug.

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Prof. Dr. Christoph Schempp

Er blätterte gedankenverloren in der „Neuen Zürcher Zeitung“. Plötzlich durchzuckte es ihn wie ein Blitz, als er die Seite „Wissen“ aufschlug und dort die Überschrift las: „Bittere Medizin hilft gegen Asthma. Bitterstoffe führen zu einer Entspannung der Muskulatur in den Atemwegen“. Sofort war seine Aufmerksamkeit wiederhergestellt.

Bitterstoffe sollten gegen Asthma helfen? Der Artikel in der NZZ berichtete über neue Forschungsergebnisse amerikanischer Wissenschaftler, die herausgefunden hatten, dass Bitterstoffe die Beweglichkeit von Flimmerhärchen im Nasenepithel und in der Lunge anregen und so zu einer verstärkten Reinigung der Atemwege führen. Der Dermatologe fand jedoch den Bericht über eine Publikation in der führenden medizinischen Zeitschrift „Nature Medicine“, die im Oktober 2010 publiziert worden war, besonders interessant.

Das Team um den Wissenschaftler Steve Liggett von der Universität Baltimore hatte herausgefunden, dass glatte Muskelzellen in den Atemwegen Rezeptoren für Bitterstoffe besitzen, und dass die Anwendung von Bitterstoffen zu einer Entspannung dieser Muskelzellen und Atemwege führt (zum Bericht in der renommierten Fachzeitschrift Nature geht es hier). Prof. Schempp erinnert sich: „Wir hatten schon früher einmal mit Bitterstoffen experimentiert und antibakterielle Wirkungen von Enzian, Bitterklee und Tausendgüldenkraut nachgewiesen. In weiteren Screenings waren die Bitterstoffe aber nicht besonders aufgefallen.“ Nun fragte er sich, ob sie nicht damals etwas übersehen hatten.

Könnte es sein, dass Bitterstoffrezeptoren nicht nur in der Nase und in der Lunge vorkommen, sondern auch in der Haut, und dort eine bisher unentdeckte Rolle spielten? „Zurück in Freiburg besorgte ich mir sofort die bis jetzt vorhandene Literatur über Bitterstoffrezeptoren, und auch die in der NZZ erwähnte Publikation. Am nächsten Tag diskutierten wir in unserer Arbeitsgruppe den Bericht aus der NZZ, und alle waren sogleich fasziniert von der Idee, dass die Haut auch schmecken kann. Unser neues Forschungsprojekt ‚Bitterstoffrezeptoren in der Haut‘ war geboren.“ Bisher hatte noch niemand diese Frage bearbeitet, deshalb galt es keine Zeit zu verlieren und den Vorsprung zu nutzen.

Ab jetzt arbeiteten die Freiburger Wissenschaftler daran, Bitterstoffrezeptoren in Haut und Schleimhaut zu finden. Die Freude war groß, als es mit Hilfe monoklonaler Antikörper gelang, das Vorhandensein von verschiedenen Bitterstoffrezeptoren sowohl in der Schleimhaut, als auch in der Haut eindeutig nachzuweisen. Es gelang den Wissenschaftlern sogar, mit verschiedenen Bitterstoffen und einem Extrakt aus Enzian diese Bitterstoffrezeptoren zu stimulieren. Zu ihrer Überraschung führte die Aktivierung der Bitterstoffrezeptoren in der Haut zu einem Einstrom von Kalzium und zu einer Synthese verschiedener Lipide und Eiweiße, die wichtige Bausteine beim Aufbau der Hautbarriere sind.

Velan_Serie KopieAußerdem konnte das Team um Prof. Schempp und Dr. Wölfle antiallergische und stoffwechselanregende Wirkungen von Bitterstoffen in der Haut nachweisen. „Nun war es an der Zeit, diese Entdeckung zum Patent anzumelden, um damit eine neuartige Hautpflege mit Bitterstoffen entwickeln zu können“ so Schempp. Am 28.Oktober 2013 wurde die Patentanmeldung beim Europäischen Patentamt eingereicht und die Entwicklung der Hautpflegeserie VELAN mit Bitterstoffen nahm ihren Weg.
Velare (lat.) heißt einhüllen, umhüllen. Ein Velum (lat.) ist eine Hülle, ein Tuch, das uns einhüllt und schützt, so wie unsere Haut. „Es war nicht einfach, geeignete Rohstoffe und Extrakte zu finden“, erinnert sich Schempp.

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Gelber Enzian (Gentiana lutea L.) by © Ursel Bühring

„Schliesslich stiessen wir auf einen Familienbetrieb im Allgäu, von dem wir biologisch angebaute Enzianwurzeln beziehen konnten. Der Extrakt aus diesen Wurzeln ist heute in allen Produkten der von uns entwickelten Pflegeserie enthalten.“ Nach dreijähriger Entwicklungsarbeit waren die sechs Velan-Produkte endlich fertig und konnten über die Universität Freiburg auslizensiert werden. Eine klare und übersichtliche Website mit Shopfunktionen wurde kreiiert. „Es waren aufregende fünf Jahre seit dieser Zugfahrt von Berlin nach Freiburg“, sagt Schempp. „Derzeit untersuchen wir, welche Rolle die Bitterstoffrezeptoren der Haut im Alter und bei Neurodermitis spielen“. Man darf gespannt sein, was die Wissenschaftler noch alles über die Bitterstoffrezeptoren der Haut entdecken werden.

Ich durfte die sechs Produkte der absolut innovativen Velan-Serie testen, es befinden sich keinerlei synthetisch-chemische Substanzen in diesen Produkten, die zudem strengen NaTrue-Siegel zertifiziert sind (mehr zu seriösen Siegeln für Naturkosmetik und ätherische Öle befindet sich hier). Klar, dass ich zunächst zur roten Serie mit den hautstraffenden Produkten griff, schließlich bin ich nicht mehr die Jüngste. Neben den Bitterstoffen aus der Bio-Enzianwurzel tragen lichtschützender und antiallergisch wirksamer Schisandra-Extrakt und Granatapfel zur Pflegewirkung bei. Das Serum ist ganz leicht und trotzdem wunderbar nährend, obwohl es sich extrem sparsam auftragen lässt. Eigentlich brauche ich darüber kein anderes Produkt, vielleicht mal im Winter. Serum und und die prima einziehende Bodylotion duften ganz zart und fast pudrig nach Palmarosa und einem Hauch Lemongrass.

Mein ‚Pubertier‘ (17 Jahre) setzt in Notfällen (Party steht an) das Reine Haut Akut-Gel aus der grünen Serie ein. Dieses Gel kam wie gerufen, als er eine antibiotische Salbe „unbedingt brauchte“, die würde jeder besitzen und benutzen. Ich war froh, dass ich ihm auf der Stelle eine Alternative reichen konnte. Weidenrinde in diesen zwei Produkten enthält Polyphenole (Gerbstoffe, Flavonoide), Salicylsäure und Salicin (Weidenbitter). Manuka und Ackerminze erfrischen und klären das Hautbild, Manuka rückt zudem den lästigen Akne-Bakterien auf den Leib. Für das Testen der Peelingmaske werde ich demnächst ein weibliches ‚Pubertier‘ anheuern. Die blaue Serie kommt ganz ohne ätherische Öle aus und ist damit ideal für Menschen mit problematischer, juckender, schuppender Haut geeignet. Zudem ist denkbar, dass man den samtigen Körperbalsam und die beruhigende Gesichtscreme mit eigenen Lieblingsdüften anreichert.

Velan_Produkte_WebsiteDiese sechs Produkte kosten zwischen 5,95 € (Akut-Gel) bis 24,95 € (Pflegelotion zum Straffen), das mag zwar zunächst nicht preiswert erscheinen, doch die Produkte sind wirklich sehr ergiebig und beinhalten nur pflegende Substanzen und keinerlei mineralische Träger- oder Verlängerungsstoffe, sind also pure Naturpflege vom Feinsten. Sowas wie zartschmelzende Schoki-Trüffel für die Haut – aber garantiert kalorienfrei (wer weiß, es handelt sich ja um notfalls essbare Kosmetik… 😉 ) Zu bestellen auf der Velan Shop-Seite (klick!)

Der wissenschaftliche Hintergrund

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Dr. Ute Wölfle

Die Erforschung der hautpflegenden und hautregenerierenden Inhaltsstoffe dieser kleinen aber sehr feinen Kosmetikserie  wurde am Forschungszentrum skinitial an der Klinik für Dermatologie und Venerologie der Uni Freiburg durchgeführt. Dort widmet sich ein Team um Dr. Christoph Schempp und Dr. Ute Wölfle (die übrigens schon mal bei mir hier in Irland an einer Duft-Erlebnis-Woche teilnahm) der wissenschaftlichen Erforschung der Wirkung von Pflanzen und Licht auf die Haut.

Standardisierte Pflanzenextrakte enthalten eine Vielzahl therapeutisch interessanter sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe und Naturstoffe, z.B. Antioxidanzien, entzündungshemmende und antimikrobielle Substanzen (siehe Velan Website). Die dermatologische Nutzbarkeit vieler solcher Stoffe ist erst ansatzweise erforscht.

Methodenspektrum :: Bei der Prüfung von Wirksamkeit und Verträglichkeit von Naturstoffen kommt der Dermopharmazie, die sich mit geeigneten Darreichungsformen (Galenik), der Wirkstoff-Freisetzung und der Penetration in die Haut beschäftigt, eine besondere Bedeutung zu. Dermatologisch verwendete Naturstoffe sollten kein sensibilisierendes oder phototoxisches Potenzial besitzen. Im Labor sind verschiedene Zellkultur-Modelle und molekularbiologische Methoden etabliert.

Klinisch werden die Substanzen in Hauttests (Patchtest, Ultraviolett-Erythemtest) und in Pilotstudien, z.B. bei Neurodermitis, untersucht. Zum klinischen Methodenspektrum gehören hautphysiologische Untersuchungen wie Messung der Hauthydratation, des transepidermalen Wasserverlustes, der Hautdurchblutung, des Hautfettgehaltes und der Pigmentierung. In das Forschungszentrum integriert ist ein Studienzentrum für entzündliche Hauterkrankungen, in dem zertifizierte Prüfärzte und eine Study nurse klinische Studien nach GCP (good clinical practice) durchführen.

Kooperationen :: Der integrative Ansatz des Zentrums kommt durch interdisziplinäre Forschungsprojekte mit naturwissenschaftlichen Fachrichtungen wie Allergologie, Biologie und Pharmazie zum Ausdruck, aber auch durch Einbeziehung alternativer Forschungs- und Therapieansätze wie der anthroposophischen Medizin und die Kooperation mit dem Unizentrum für Naturheilkunde.

Forschungsprojekt || Wirkung von Bitterstoffen an der Haut :: In den letzten Jahren wurde entdeckt, dass bestimmte Geschmacksrezeptoren, die Bitterstoffrezeptoren (T2Rs), nicht nur im Mund und Rachenraum vorhanden sind, sondern auch in den Bronchien der Lunge vorkommen. Die Bindung von Bitterstoffen an Bitterstoffrezeptoren in der Lunge führt zu einer Erweiterung der Bronchien, was eventuell für die Behandlung des Asthma bronchiale genutzt werden kann. Das Forschungszentrum skinitial konnte zeigen, dass auch die Haut Bitterstoffrezeptoren besitzt.

Pflanzliche Bitterstoffe aus dem Enzian oder Weidenbitter (Salicin aus der Weidenrinde) binden an diese Bitterstoffrezeptoren und bewirken einen Calciumeinstrom in die Hautzellen. Dies stimuliert die Lipidsynthese und die Produktion von bestimmten Proteinen, die entscheidend am Aufbau der Haut beteiligt sind (Keratine, Filaggrin). Bitterstoffe regen dadurch den Stoffwechsel der Haut an. Darüber hinaus besitzen sie antiallergische Wirkungen. Antiallergische Wirkung von Amarogentin.

Forschungsprojekt || Gerbstoffe bei der Behandlung von Hautentzündungen :: Gerbstoffe, zum Beispiel aus der Eiche, der Zaubernuss und der Blutwurz sind eine Gruppe von pflanzlichen Polyphenolen mit adstringierender und entzündungshemmender Wirkung. Darüber hinaus gehen Gerbstoffe chemische Bindungen mit Eiweißen ein und wurden deshalb zum Gerben von Leder verwendet. Im molekularen Bereich wirken Gerbstoffe auch als Immunmodulatoren und gegen Krebszellen. Gerbstoffe werden heute vor allem in der anthroposophischen Medizin als regulierende Therapeutika eingesetzt, um überschießende Proliferation, Ödembildung und atopische Erkrankungen zu behandeln. Die verwendeten Gerbstoff-haltigen Arzneimittel werden u.a. aus der Eichenrinde und aus dem Rhizom der Blutwurz (Potentilla officinalis) hergestellt. Das Forschungszentrum skinitial führt klinische und experimentelle Untersuchungen zu gerbstoffhaltigen Pflanzen durch.

Forschungsprojekt || Wirkung von Antioxidanzien auf die Haut :: Oxidativer Stress spielt eine wichtige Rolle bei der Hautalterung, aber auch bei Entzündungen der Haut und bei der Entstehung bestimmter Hautkrebs-Arten. Deshalb sind Antioxidanzien interessante Wirkstoffe für die Prävention und Behandlung dieser Hautprobleme. Antioxidanzien neutralisieren schädliche Sauerstoff-Radikale, wie sie z.B. durch UV-Bestrahlung entstehen. Neben Vitamin E und C und Ubichinon (Coenzym Q10) sind Carotinoide und pflanzliche Polyphenole die wichtigsten Antioxidanzien. Zu den Polyphenolen gehören das Resveratrol, die Tannine und die Flavonoide. Bekannte Flavonoide sind Quercetin und Luteolin, die wegen ihrer antioxidativen Wirkung häufig in Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt werden. Das Forschungszentrum skinitial erforscht insbesondere das Flavonoid Luteolin und die Pflanze Reseda luteola, und deren Wirkung auf UV-induzierte Entzündungen der Haut.

Forschungsprojekt || Wirkung von Birkenkorkextrakt auf die Haut :: Das Forschungszentrum skinitial beteiligte sich in den letzten Jahren an der klinischen und experimentellen Erforschung von Betulinen aus der Birkenrinde und deren Wirkung auf die Haut. Es wurden explorative Anwendungsbeobachtungen durchgeführt, bei denen sich zeigte, dass insbesondere Hauterkrankungen mit einer geschädigten Barrierefunktion gut auf die äusserliche Anwendung von Betulin ansprechen (Intertrigo, Verbrennungen, akute Ekzeme, oberflächliche Wunden). In experimentellen Untersuchungen wurde von skinitial gezeigt, dass Birkenkorkextrakt differenzierungsfördernde Wirkungen auf Hautzellen hat.

aromapflege-öle zu gewinnen


1Neumond_Pflegeöle

Die fünf Bio-Aromapflege-Öle von Neumond (je 20 ml) im Wert von circa 30 Euro, die ein(e) glückliche(r) Gewinner(in) testen kann

Vor 10 Tagen habe ich eine Verlosung (klick!) angekündigt und geschrieben, dass ich neben dem praktischen Etui für drei Erste-Hilfe-Öle noch etwas verlosen werde. Es handelt sich um ein Set der überaus erfolgreichen Bio-Pflegeöle der Firma Neumond (klick!). Diese wurden von Pflegefachleuten für reale Patienten und ihre konkreten Bedürfnisse in einer süddeutschen Klinik entwickelt und von der engagierten Ätherische-Öle-Firma aus der Nähe von München für jedermann und jederfrau zu einem vernünftigen Preis zur Verfügung gestellt.

Da es sich nicht um eine Pharmafirma handelt, die millionenschwere Budgets für Wirksamkeitsbeweise zur Verfügung hat, mussten die Verantwortlichen bei Neumond Namen für jedes Produkt finden, die klar machen, worum es sich handelt, ohne medizinisch-therapeutische Versprechen auf das Etikett zu drucken. Zunächst dürfen die Öle nur als ‚kosmetische Produkte‘ geführt werden, sie gelten also als Naturkosmetik. Wenn nicht ‚gegen Schmerzen‘ oder ’schmerzlindernd‘ auf einer Packung stehen darf, muss man sich eben etwas einfallen lassen, beispielsweise ‚wohltuend für Muskeln und Gelenke‘ oder so ähnlich. Wenn nicht die Anti-Decubitus-Vorsorgewirkung angepriesen werden darf, muss man Wörter wie ‚Haut‘ und ‚Regeneration‘ oder ‚Vitalität‘ oder etwas ähnliches schreiben.

Neumond_Öle2010_xsDie Begriffe ‚Erkältung‘, ‚Schlafstörungen‘ oder Hämatom (blaue Flecken)‘ sind auch zu meiden, es muss kreativ nach verständlichen Alternativen gesucht werden. Insider wissen sowieso, dass eine Ölemischung, in der sie Immortelleöl vorfinden, bei Prellungen und blauen Flecken äußerst hilfreich ist. Wenn von Stärkung der Widerstandskraft der Haut die Rede ist, kann man sich fast denken, dass damit Druckgeschwüre (Decubitus) – insbesondere bei immobilen Langzeit-Patienten – vorgebeugt werden kann. Diese Produkte können übrigens auch ohne Verlosung hier (klick!) gekauft werden.

Dem Team von Neumond ist neben der sorgfältigen Produktherstellung dieser juristische Spagat einer vorgeschriebenen Produkt-Prosa gelungen. Sie verwenden hochwertige zertifizierte Bioöle, anders als gängige Pharmaprodukte, die oft nur so von Mineralölen, Parfümstoffen, Farbstoffen, Konservierungsstoffen und anderen Seltsamkeiten strotzen (dafür halten sie ewig lange). Auf Naturbasis zusammen gestellte Rezepturen halten „nur“ circa zwei Jahre, in manchen Fällen zwingt der Gesetzgeber sogar, noch kürzere Daten aufzudrucken. Diese Aromapflegemittel ziehen – anders als Erdölprodukte – prima ein, sie pflegen ganzheitlich, da sie auch der Seele gut tun, sie duften in vielen Fällen gut oder sogar wundervoll und wirken sehr überzeugend bei der Linderung von diversen Beschwerden, die einen als Mensch so plagen können. Ich durfte erst vor einer Woche bei kofferschlepp-bedingten Knieschmerzen die Mischung für ‚Muskeln und Gelenke‘ ausgiebig testen, Zitroneneukalyptus in Johanniskraut-Mazerat (und noch weiteren ätherischen Ölen) ist einfach ein prima Helfer.

Fünf Öle dieser wunderbaren Aromapflege-Serie gibt es im Rahmen meiner Blog-Geburtstag-Verlosung als Set zu je 20 ml gewinnen. 68 gewinnwillige LeserInnen haben sich bereits eingetragen, ich hoffe, es werden noch ein paar mehr, bei meiner letzten Verlosung waren es 240 BewerberInnen (allerdings gab es eine ganze Duftwoche bei mir zu gewinnen 😉 ). Es ist noch eine gute Woche Zeit: Einfach bis zum 25. November hier (klick! es zählen nur Kommentare auf diesem verlinkten Blogbeitrag, sonst verliere ich die Übersicht) im vergangenen Blog-Text im Kommentarefeld (klick auf Sprechblase rechts neben der Überschrift) ganz kurz aufschreiben, bei welcher Beschwerde oder Stimmungslage Ihr nur (oder fast nur) mit ätherischen Ölen erfolgreich behandelt (beispielsweise bei Kopfschmerzen, Prellungen, Müdigkeit, Akne, Heuschnupfen, PMS, Krampfadern, Raumbeduftung bei Stress etc). Bitte maximal drei Anwendungsgebiete nennen, diese können Dich persönlich betreffen oder auch eine andere Person, der man etwas Gutes tut.

Wer ‚einfach‘ eine Duftwoche inmitten der subtropischen Duftpflanzenwelt Südwest-Irlands für nächstes Jahr einplanen möchte, findet das Termine- und Anmeldeformular hier (klick!). Impressionen und wunderschöne Fotos über die Happy-Düfte-Woche sowie die Pflanzen samt Landschaft hat Christine Lamontain heute auf ihrem lesenswerten Blog ‚Das olfaktorische Duftgespräch‚ (klick!) zusammen getragen.

ätherische öle bei lupus erythematodes


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDieser ausführliche Beitrag von Gabriele Sievers über ätherische Öle bei der chronischen Erkrankung namens Schmetterlingsflechte reflektiert die über viele Jahre gesammelten und sehr persönlichen Aromapflege-Erfahrungen einer selbst betroffenen und sehr erfahrenen Aromapflegenden.

Bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) können ätherische Öle eine wertvolle Begleitmaßnahme darstellen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu den Kollagenosen gezählt wird, die wiederum zum entzündlichen Rheuma gehören.

Beim SLE können neben den Gelenken und der Haut auch innere Organe betroffen sein. Die typische, schmetterlingsförmige Hautrötung im Gesicht tritt bei weniger als der Hälfte der Erkrankten auf. Etwa 80% der SLE-Betroffenen sind Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren. Es wird vermutet, dass die Erkrankung etwas mit Östrogenen zu tun hat, da der SLE häufig während oder nach einer Schwangerschaft auftritt. Die Einnahme der „Pille“ kann die Erkrankung fördern.

Die eigentliche Ursache der Erkrankung ist bis jetzt unbekannt. Wie bei anderen Autoimmunerkrankungen wird eine genetische Veranlagung vermutet, die durch äußere Faktoren zur Erkrankung führt.

Je nachdem, welche Organe oder Organsysteme betroffen sind, ist die Symptomatik des SLE sehr unterschiedlich und kann im Laufe der Erkrankung wechseln. Aus diesem Grund gibt es keine sicheren Leitsymptome. So treten die unten beschriebenen Symptome nicht bei allen Erkrankten und auch in unterschiedlichen Kombinationen auf. Die Symptome können gleichzeitig oder auch zeitlich versetzt auftreten. Typisch für den SLE ist die Sonnenlichtempfindlichkeit. Die Krankheit kann durch Sonnenlicht aktiviert werden und bricht manchmal nach Sonnenbädern oder einem Urlaub in den südlichen Breitengraden aus.

Natürlich wirken sich psychischer und physischer Stress, wie bei jeder Autoimmunerkrankung, ungünstig auf den Verlauf aus. Es gibt beim SLE viele mögliche Symptomen und eine Vielzahl von möglichen Folgeerkrankungen:

  • Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und/oder Leistungsschwäche sowie erhöhte Temperaturen unter 38° C
  • Hauterscheinungen wie das Schmetterlingserythem; ein masernähnlicher Hautausschlag, der den gesamten Körper befallen kann.
  • offene und meist schmerzlose Wunden auf den Schleimhäuten des Mundes (Aphten) und/oder der Nase; trockener Mund
  • diffuser Haarausfall
  • Vaskulitis, eine Entzündung der kleinen Blutgefäße, kann sich durch Einblutungen in der Haut oder Schleimhaut (rote Punkte oder Flecken) zeigen (Teleangiektasien)
  • trockene Augen; eine Entzündung der Blutgefäße kann zu Schleiersehen und Gesichtsfeldausfällen führen; durch die Veränderung kleinster Gefäße (Mikroangiopathie) können in den Retinavenen zu Thrombosen kommen, die mit einer irreversibler Verminderung der Sehfähigkeit einhergehen können. Besonders gefährdet sind jüngere Erkrankte und Hypertoniker, sie sollten eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle vornehmen lassen.
  • rheumaähnliche Gelenkschmerzen, die Gelenke werden aber meistens nicht zerstört, wie bei anderen rheumatischen Erkrankungen; Muskeln, Sehnen und Bindegewebe können schmerzen und es kann zu Veränderungen kommen
  • durch Beteiligung der Nieren kann sich eine sogenannte Lupusnephritis entwickeln, die symptomlos verlaufen kann und nur durch Urinuntersuchungen und/oder Nierenbiopsien nachweisbar ist
  • Reizdarmsyndrom, Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, auch eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) ist möglich
  • Im Laufe der Erkrankung kann eine Entzündung des Rippenfells (Pleuritis) auftreten, deren Flüssigkeitsansammlungen starke Schmerzen beim Atmen verursachen.
  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung), Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) können, mit den entsprechenden Symptomen, auftreten
  • bei Beteiligung des ZNS (zentrales Nervensystem) können starke, migräneartige Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen Depressionen, Angststörungen, Psychosen, epileptische Anfälle auftreten
Symptome bei SLE Häufigkeit in Prozent
Gelenkbeschwerden 85
Allgemeinbeschwerden (z.B. Müdigkeit, Leistungsschwäche 84
Hautveränderungen 81
Nierenbefunde 77
Gelenkentzündung 63
Raynaud-Syndrom (Kalt – und Weißwerden von Fingern und Zehen) 58
Beschwerden des ZNS (Zentrales Nervensystem) 54
Schleimhautveränderungen 54
Magen-Darm-Beschwerden 47
Pleuritis (Rippenfellentzündung) 37
Lymphknotenerkrankung 32
Perikarditis (Herzbeutelentzündung) 29
Lungenbeteiligung 17
Muskelentzündung 5
Myokarditis (Herzmuskelentzündung) 4
Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) 4

(nach Hettenkofer, Hans-Jürgen: Rheumatologie, Thieme Verlag, Stuttgart)

Die Diagnose des SLE ist nicht einfach und so dauert es oft sehr lange, bis die Erkrankung erkannt wird. Zusätzlich ist die Erkrankung relativ selten – in Deutschland sind zurzeit etwa 35.000 – 40.000 Menschen erkrankt. Da die Symptomatik bei jedem Menschen unterschiedlich ist, kann man meistens nur an bestimmten Blutwerten [ANA > antinukleärer Antikörper (homogenes Fluoreszenzmuster) und z.B. ds-DNS-Antikörper] eine Erkrankung erkennen.

Bei mir hat es 20 Jahre gedauert, bis die Diagnose endlich feststand.

Ein SLE muss immer mit Medikamenten behandelt werden, die in Absprache mit dem Arzt auf die Schwere der Erkrankung abgestimmt werden. Ätherische Öle sind hilfreiche Unterstützer und tun Körper und Seele gut. Die nachfolgende Aufzählung ist auf meinen Lupus abgestimmt, ist mein ganz persönlicher Erfahrungsschatz, richtet sich nach meinen Duftvorlieben und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder Wirkung bei jedem Lupus-Erkrankten.

Begleitende ätherische Öle bei SLE von A bis Z 

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Anissamen – Pimpinella anisum

Ich liebe diesen warmen, süß-würzigen Duft, der mich an meine Kindheit erinnert. Meine Mutter hat mir bei Bauchschmerzen zerstoßene Anissamen in einen feucht-warmen Wickel auf den Bauch gelegt – das hat immer geholfen. So hilft mir das Anisöl auch heute noch am besten beim Reizdarmsyndrom, als Bauchmassage mit anschließender Wärmeauflage. Manchmal gebe ich noch Fenchel süß dazu. Die Verwendung von Anethol-haltigen ätherischen Ölen bei Einnahme von Paracetamol gilt als kontraindiziert, ebenso bei Lebererkrankungen. Einige Immunsuppressiva können die Leberwerte erhöhen – Vorsicht! Hier sind die Dosis und die Dauer der Anwendung der ätherischen Öle wichtig. Ab und zu ein feucht-warmer Wickel in einer Dosierung unter 1% wird keine Probleme machen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBasilikum – Ocimum basilicum

Für mich ist das Öl des Basilikums unverzichtbar gegen das Müdigkeits- und Erschöpfungs-syndrom. Es hilft mir bei zeitweiligen Konzentrationsstörungen, bei Depression. Im Riechstift habe ich Basilikum zusammen mit Rosmarin cineol, Bergamotte und Cedrat oder Mandarine. Wichtig ist, dass Basilikum um 0,5% dosiert wird – der Duft ist sonst übermächtig.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBenzoe Siam – Styrax tonkinensis

Ich liebe diesen warmen, einhüllenden Duft. Für mich ist Benzoe wie eine Kuscheldecke, die mich umhüllt, die mich schützt. In meinen Mischungen zur Unterstützung bei Depression, Angststörungen und Schlafstörungen ist Benzoe ein wichtiger Bestandteil. Ich verwende Mischungen mit Benzoe im Riechstift, im Dufttropfen, in Körperbuttern und Badepralinen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBergamotte – Citrus aurantium var. bergamia

Meine Großmutter hatte immer ein Fläschchen Kölnisch Wasser für alle Lebenslagen parat, außerdem liebte sie Earl Grey Tee. Der Duft des ätherischen Öls erinnert mich sehr an dieses zarte und doch resolute Persönchen. Im Riechstift habe ich das Öl mal nur mit Basilikum, mal mit mehreren anderen erfrischenden, anregenden Düften oder mit Benzoe und Lavendel zur Beruhigung und um das „Kopfkino“ abzustellen. Dieses Öl wird, auf Grund meiner sehr hohen Sonnenlichtempfindlichkeit, nur in der Duftlampe, dem Riechstift oder dem Dufttropfen angewandt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieBitterorange – Citrus aurantium ssp. amara

Der etwas herbere Duft dieser Orangenart ist mir in manchen Situationen lieber als der Duft der Orange. Die Bitterorange ist eines meiner Lieblingsöle bei Angstzuständen und wenn ich mal wieder in eine seelische Schieflage gerate. Auch hier gilt – nur Riechstift, Duftlampe, Dufttropfen. 

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieCistrose – Cistus ladanifer

Den Duft der Cistrose mag ich eigentlich nicht, aber im Laufe der Jahre habe ich die Wirkung dieses ätherischen Öls schätzen gelernt. Durch langjährige Cortisontherapie bekomme ich ratzfatz blaue Flecke oder kleine Hautverletzungen. Cistrose/Lavendel/Rosengeranie pur hilft sofort. Das ätherische Öl der Cistrose kommt auch in Mischungen zum Baden, zum Schmerz lindern und Seele „entknittern“, zum Schub lindern.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieEukalyptus radiata – Eucalyptus radiata

Ich liebe diesen Eukalyptus im Riechstift zum Durchatmen bei Erkältung, Erschöpfung, auf der Arbeit in meinem „Indoor“- Arbeitsraum ohne Fenster und als wohltuende Einreibung in schmerzlindernden Mischungen und bei Erkältungen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFenchel süß – Foeniculum vulgaris var. dulcis

Zusammen mit Anis meine Baucheinreibung bei Schmerzen durch des Reizdarmsyndrom. Die Verwendung von Anethol-haltigen ätherischen Ölen bei Einnahme von Paracetamol gilt als kontraindiziert, ebenso bei Lebererkrankungen. Einige Immunsuppressiva können die Leberwerte erhöhen – Vorsicht! Hier sind die Dosis und die Dauer der Anwendung der ätherischen Öle wichtig. Ab und zu ein feucht-warmer Wickel in einer Dosierung unter 1% wird keine Probleme machen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieFrangipani – Plumeria acutifolia

Eines meiner Lieblingsblütenöle für alle Lebenslagen. Da dieser feine Duft nicht zu den preisgünstigen Ölen ist kommt er in Körperbutter, Sheasahne, Badepralinen und nur ganz selten in einen Riechstift.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGinster – Spartium junceum

Das nächste Lieblingsblütenöl. Eine Fahrt in die Haute Provence hat meine Sucht nach diesem Öl bestärkt. Der Duft erinnert mich an wunderschöne, warme, goldene Sonnentage und lässt Stress und Ärger sofort vergessen. Ich liebe Ginsterduft im Winter – er zaubert mich sofort in den Sommer. Neben der Lebensfreude, die dieses Öl schenkt, wirkt es bei mir super bei Depression und Angst. Auch dieses Öl verwende ich in Körperbutter, Sheasahne (Rezeptidee hier, klick!), Badepralinen und nur ganz selten im Riechstift.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGrapefruit – Citrus paradisi

Mein Traum(a)öl bei Depression, Erschöpfung, Müdigkeit, Problemen mit der Krankheitsakzeptanz oder einfach nur wenn ich mal die Nase gestrichen voll habe. Ich liebe das Öl als Grapefruit komplett/extra, schnuppere auch schon mal gerne direkt aus der Flasche. Ansonsten, wie bei allen Zitrusdüften als Riechstift, in der Duftlampe oder im Dufttropfen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIngwer – Zingiber officinale

Ich mag den scharfen Geruch vom wasserdampfdestillierten Öl des Ingwers, aber noch mehr liebe ich den Duft des CO2-Extrakts. Das Ingwer-Öl kommt bei mir als wärmendes Hand-oder Fußbad zum Einsatz, als Einreibung in einer Mischung beim Raynaud-Syndrom, bei Übelkeit durch den täglichen Medikamentencocktail und bei Schmerzen. Bei Ingweröl wird eine Verlangsamung der Thrombozytenaktivität vermutet. Da mein Immunsuppressivum zu einer Verringerung der Thrombozyten führen kann, setze ich Ingweröl nicht über längere Zeit ununterbrochen und nicht höher als 1% ein.

JasminblütenJasmin – Jasminum grandiflorum

Jasmin findet sich in beinahe jeder meiner Mischungen zum Wohlfühlen. Ich verwende Jasmin sambac ebenso wie Jasmin grandiflorum. Jasmin wirkt sehr intensiv bei psychischen Problemen, das Öl beeinflusst das Nervensystem, so auch Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung. Ich gebe Jasmin in Mischungen für Badepralinen, Körperbutter, Sheasahne und Riechstift (da aber nur Jasmin 4%).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKamille römisch – Chamaemelum nobile/Anthemis nobilis

Bei Nackenverspannungen gönne ich mir manchmal eine Mischung mit römischer Kamille, die so herrlich entspannend wirkt. Das eigentliche Einsatzgebiet ist aber der Riechstift und ein Roll-On mit einer angstmindernden Mischung, die römische Kamille enthält. Ab und zu gibt es auch Badepralinen mit Kamille römisch.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKanuka – Kunzea ericoides

Durch das Buch „Teebaumöle“ von Ruth von Braunschweig habe ich Kanuka kennen – und schätzen gelernt, aber nach einem Vortrag von Daniel Pénoël wurde Kanuka mein Lieblings – Cortisonersatz-Öl. Ich verwende es bei Schmerzen, bei einem Schub auch zum Baden. Es hilft gut bei Muskel- und Gelenkschmerzen und ganz nebenbei auch bei seelischen Schieflagen. Ich verwende Kanuka in Mischungen nur in Körperölen und in Badesalz, da auch schon mal in ausnahmsweise in einer 5% Dosierung

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Kardamom – Elettaria cardamomum

Eines meiner Ausweichöle beim Reizdarmsyndrom, wenn ich Anis und/oder Fenchel nicht nehmen möchte. Bei Aphten im Mund spüle ich mit 1 Tropfen Kardamomöl in 20ml Lavendelhydrolat.

LavendelLavendel – Lavandula angustifolia

Wieder ein Kindheits-Erinnerungs-Öl. Meine Großmutter liebte Lavendelparfum – nur das in der Flasche mit der Postkutsche. So war Lavendel schon ein ausgesprochen positiver Duft für mich, bevor ich während meiner Ausbildung etwas über die Wirkungen dieses Öl lernte. Eine Reise in die Haute Provence, einschließlich Abtauchens in üppig blühende Lavendelfelder, hat meine Duftliebe noch verstärkt. Lavendel kommt pur, in Riechstiften, im Dufttropfen, als Spray, in Roll-On‘s, in Badepralinen und Badesalz zum Einsatz. Es hilft mir bei Stress, zum Schlafen, zum Entspannen, zum Wohlfühlen, zum Träumen, bei Angst, bei Hautproblemen im Sommer, gegen Mückenstiche (die bei mir sofort anschwellen) oder einfach um in wunderschönen Erinnerungen zu versinken und Kraft zu tanken.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieLorbeer – Laurus nobilis

Bei einem Schub schwellen meine Lymphknoten im Halsbereich stark an – 1 Tropfen Lorbeeröl pur bringt fast augenblicklich Linderung (kann hautreizend sein). In Mischungen verwende ich Lorbeeröl bei Schmerzen im Gelenkbereich – ich komme gut mit ätherischen Ölen zur Schmerzlinderung zurecht und benötige so gut wie nie Schmerzmedikamente.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMajoran – Origanum majorana

Zusammen mit Lavendel absolut beruhigend und entspannend. Majoran zusammen mit Fenchelöl wirkt krampflösend bei Darmkoliken, mit Lorbeer und Wintergrün ergibt sich für mich eine unschlagbare Mischung bei Muskel – und Gelenkschmerzen.

MandarineMandarine – Citrus reticulata

Dieses wundervoll duftende Zitrusöl ergibt zusammen mit Benzoe Siam, Neroli, Tonka oder Vanille eine entspannende, einhüllende Mischung. Ich mag Mandarine im Dufttropfen, auch pur zur Entspannung, im Riechstift am liebsten mit Neroli und Tonka zur Entspannung und Beruhigung.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMyrrhe – Commiphora molmol

Mit Rosenhydrolat verdünnt bei Aphten oder anderen Schleimhautdefekten im Mund. Da ich den Duft nicht so mag, nutze ich die vielen anderen Anwendungsmöglichkeiten dieses Öles nicht.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNelkenknospe – Syzygium aromaticum

Eines meiner schmerzlindernden Öle – 0,5% ig in einer Mischung zum Einreiben. Ich verwende das Öl der Gewürznelkenknospen 1,5% in einer Mischung zum Finger wärmen für unterwegs.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNeroli – Citrus aurantium ssp. aurantium flos

Mein „Notfall-Öl”. Zusammen mit Rosenöl meine Mischung für tiefdunkle Tage. Ich liebe Neroli in Mischungen bei Angst, Depression, Herzklopfen, Unruhe in Riechstiften, Körperbutter, Dufttropfen, Badepralinen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieOrange – Citrus sinensis

Steht auf meinem Schreibtisch auf der Arbeit, zum Wohlfühlen, beruhigen, entspannen und manchmal hilft der Duft auch unseren Ärzten. Zu Hause kommt die Orange nicht zum Einsatz, da nehme ich Mandarine.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyPatchouli – Pogostemon cablin

Ich liebe diesen Duft schon seit der „Blumenkinder-Zeit“ und verwende Patchouliöl sehr niedrig dosiert zur Hautpflege. Zusammen mit Rosenöl, Rosengeranie und Benzoe in Nachtkerzenöl hilft es bei meinem gelegentlich auftretenden Schmetterlingserythem im Gesicht.

Petit_GrainPetitgrain bigarade – Citrus aurantium ssp. amara fol.

Mein Öl bei Panikattacken, Schlafstörungen, Angst und beim Müdigkeits-/Erschöpfungs-syndrom. In Mischungen im Riechstift und als Körperbutter, manchmal auch als Badezusatz.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapiePfeffer Schwarz – Piper nigrum

Ein würzig-wärmendes ätherisches Öl, das ich zusammen mit Ingwer, Nelke und Zimt gegen kalte Finger und Füße beim Raynaudsyndrom, in Mischungen bei Muskelschmerzen einsetze.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieRavintsara – Cinnamomum camphora Ct. 1,8-Cineol

Durch die Immunsupressiva ist mein Immunsystem zusätzlich geschwächt und manchmal erwischt mich doch mal ein Erkältungsvirus. Zusammen mit einem Tropfen Thymian Thymol nehme ich einen Tropfen Ravintsara auf ein Stück Würfelzucker und lasse den Zucker im Mund zergehen. Hinterher trinke ich ein Glas heiße Zitrone (auch um den Geschmack los zu werden) und wiederhole das Ganze bei Bedarf nach 6 Stunden. Normalerweise reicht aber eine einmalige Anwendung. Diese Anwendung bitte nur als wirklich versierte, gut ausgebildete Aromapraktikerin/-therapeutin in Betracht ziehen und nie bei Kindern oder Jugendlichen anwenden.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieRose – Rosa damascena

DAS Haut – und Seelenpflegeöl – bei Schmetterlingserythem, bei Angst, Depressionen, Panik, Herzklopfen, in Badepralinen auch einfach nur zum Wohlfühlen. In Mischungen für Riechstifte, Dufttropfen (dann Rose 10%), Körperbutter und Badezusätze.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieRosengeranie – Pelargonium graveolens

Zur Hautpflege mit Patchouli beim Schmetterlingserythem. Pur aufgetragen nehme ich das Öl anstelle von Immortelle mit Cistrose und Lavendel gegen blaue Flecke, zu denen meine empfindliche Haut sehr neigt.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieRosmarin – Rosmarinus officinalis Ct. Cineol

Im Riechstift zusammen mit Basilikum, Bergamotte, Cedrat beim Müdigkeits-/Erschöpfungssyndrom und bei Konzentrationsproblemen.

Rosmarin – Rosmarinus officinalis ct. Verbenon

Dieses Öl nutze ich für einen feucht-warmen Leberwickel, um die Lebertätigkeit anzuregen und die Nebenwirkungen der Medikamente auf die Leber möglichst zu vermeiden. Den richtigen Zeitpunkt habe ich in der Zwischenzeit im Gefühl.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieThymian – Thymus vulgaris Ct. Thymol

Zusammen mit Ravintsara auf Würfelzucker bei einer beginnenden Erkältung. Anwendung und Warnhinweise siehe unter Ravintsara.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieTonka – Dipteryx odorata

Dieses wundervolle Öl verwende ich bei Schmerzen, zur Entspannung und Beruhigung, bei Angst und Schlafproblemen. In Körperöl, in Badepralinen und im Riechstift sind meine liebsten Anwendungsarten.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieTuberose – Polianthes tuberosa

Bei Panikattacken oder Angstzuständen verreibe ich 1 Tropfen 5% Tuberose Absolue auf meinen Handinnenflächen und atme tief ein (nach Ruth von Braunschweig/Monika Werner). Wenn es ganz schnell gehen muss, rieche ich einfach kurz am geöffneten Fläschchen.

Vanille_BlüteVanille – Vanilla planifolia

Noch ein positiver Kindheitserinnerungsduft. In Mischungen bei Angst, Depression, Stress, Schlafstörungen. Ich verwende Vanille am liebsten in Körperbutter oder Badepralinen, manchmal gebe ich das Öl aber auch in Mischungen für den Riechstift.

Vetiveria_zizanioides_Collage_xsVetiver – Vetiveria zizanioides

Mein „Erdungs-Öl“, wenn gar nichts mehr geht. Während eines Krankheitsschubs bin ich oft einfach nur genervt, empfinde Schmerzen stärker als sonst und komme mit krankheitsbedingten Bewegungs- und Belastungseinschränkungen schwerer zu recht. Katharina Zeh, eine meiner Prüferinnen, hat ein wundervolles Rezept für ein Honigbad mit Vetiver: auf 100 ml Honig etwa 5 Tropfen oder 3 Spatel Vetiver geben, vermischen und ruhen lassen. Für 1 Vollbad reichen etwa 25 ml dieser Mischung. Ich gebe noch 4 Tropfen Lavendel und 2 Tropfen Tonka in den Honig und bade am Abend direkt vor dem Schlafen gehen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWintergrün – Gaultheria fragrantissima

Wintergrün findet sich in all meinen schmerzstillenden Mischungen, je nach Begleitölen auch schon mal, für kurzfristige Anwendung, in 3% Dosierung. In Bademischungen verwende ich das ätherische Öl höchstens in einer 1% Dosierung.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieYlang-Ylang – Cananga odorata

Ylang-Ylang komplett gehört zu den entspannenden, angstlösenden, beruhigenden Ölen in meiner „Apotheke“, wird in einer Dosierung von höchstens 0,5% in Körperbutter oder Badezusätzen verwendet und gehört in meine Panikmischung á la Prinz Valium.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAtlaszeder – Cedrus atlantica

Das ätherische Öl der Atlaszeder gehört in meine Panikmischung, hilft mir, die Bodenhaftung nicht zu verlieren und Kraft zu tanken. Anwendung im Riechstift, Körperbutter, Badepralinen und im Dufttropfen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZimtrinde – Cinnamomum zeylanicum cort.

Dieses ätherische Öl verwende ich nur, um meine kalten Hände und Füße zu wärmen und die Durchblutung anzuregen. In einer Mischung mit Ingwer/Nelke als Einreibung oder als Fuß- bzw. Handbad. Meine Höchstdosierung ist 1%ig.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZitrone – Citrus limon

Ich liebe den Duft der Ur-Zitrone (auch Zedrat und Cedrat genannt, Citrus medica) und verwende möglichst dieses ätherische Öl. Am liebsten habe ich Zitrone in aufmunternden, konzentrationsfördernden Mischungen.

 Hydrolate 

Lavendelhydrolat – Lavandula angustifolia (hier erhältlich)

Ich verwende Lavendelhydrolat fast nur im Sommer. Als kühlendes Spray, wenn sich trotz langer Ärmel und Sonnenhut, leichte Hautrötungen einstellen, z. B. auf dem Nasenrücken. Meistens gebe ich auf 100 ml Hydrolat noch 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl, weil ich den Duft so angenehmer finde und die Wirkung stärker ist. Nach Insektenstichen, zur Vorbeugung von Entzündungen, wirkt diese Mischung bei mir wahre Wunder – nichts juckt und Rötung und Schwellung sind schnell verschwunden.

Myrtenhydrolat – Myrtus communis (hier erhältlich)

Bei diesem Hydrolat achte ich darauf, dass es keinen Alkohol enthält, denn ich verwende es für Augenkompressen bei meinen trockenen, juckenden Augen. Ich tränke Wattepads mit Myrtenhydrolat und lege sie für ca. 10 Minuten auf meine Augen – bei mir wirkt das besser als Rosenhydrolat.

Orangenblütenhydrolat – Citrus aurantium ssp. aurantium (hier erhältlich)

Zum Verdünnen von Mischungen, als Gesichtswasser jeden Morgen, zwischendurch auf meine, während der Arbeit, oft sehr gerötete Gesichtshaut. Ich genieße dieses Hydrolat bei allen psychischen Problemen durch den Lupus und verwende es bei Hautproblemen im Wechsel mit Rosenhydrolat.

Rosenhydrolat – Rosa damascena (hier erhältlich)

Am Abend als Gesichtswasser, zum Verdünnen von Mischungen, im Wechsel mit Lavendelhydrolat bei Hautrötungen (Sonnenbrand) vor allem auf dem Nasenrücken und Dekolleté. Bei allen anderen Hautproblemen im Wechsel mit Orangenblütenhydrolat.

Pflanzenöle

 Aloe – Vera – Öl – Aloe barbadensis (hier erhältlich)

Aloe vera-Blätter werden in Canolaöl (Rapsöl) ausgezogen: Mein Lieblingsöl im Sommer, mit Lavendelöl bei Sonnenhaut

Johannisbeersamenöl – Ribes nigrum (hier erhältlich)

Dieses Öl hat entzündungshemmende Eigenschaften und stärkt das Immunsystem. 2 x im Jahr gönne ich mir eine vierwöchige Kur zusammen mit der Kurkuma-Gewürzmischung nach Ruth von Braunschweig.

Leinöl – Linum usitatissimum (hier erhältlich)

Ich habe eine Quelle für ein gut schmeckendes Leinöl und so fällt es mir nicht schwer ab und zu Leinöl in meinen Speiseplan einzubauen. Während eines Schubs mit verstärkten Schmerzen verwende ich Leinöl täglich, dann oft mit der Kurkuma-Gewürzmischung von Ruth von Braunschweig in einem morgendlichen Trank.

Sanddornfruchtfleischöl – Hippophae rhamnoides (hier erhältlich)

Ich verwende Sanddornöl, um mein Immunsystem zu unterstützen und meine Sonnenlichtempfindlichkeit ein wenig erträglicher zu machen. Wenn die Aphten (Bläschen) im Mund gar nicht weichen wollen, betupfe ich die Stellen mit purem Sanddornfruchtfleischöl. Ich liebe dieses Öl in Joghurt oder in Quark, es schmeckt mir aber auch pur. Außerdem gebe ich das Öl in Körperbutter und Sheasahne.

Gewürzmischung mit Kurkuma nach Ruth von Braunschweig

3 Teelöffel      Koriander

1 Teelöffel      Kurkuma

1 Teelöffel      Kardamom

1 Teelöffel      Kreuzkümmel

1 Teelöffel      Ceylonzimt (kumarinfrei)

alles in eine Dose geben, schütteln und für den folgenden Trank ½ Teelöffel der Mischung verwenden.

Trank nach Ruth von Braunschweig

200 ml  Möhren-Sanddornsaft

1 TL      Honig (Heidehonig)

2 TL      Johannisbeersamen – oder Leinöl

½ TL   Gewürzmischung

Ich gebe noch 2 EL Haferkleieflocken dazu, wegen der besseren Verträglichkeit 

Fertig gemischte Lieblingsprodukte

Oft fehlen mir Kraft und Lust, um mir selbst etwas zu mischen. Ich habe einige, für mich unverzichtbare, fertige Mischungen aufgezählt.

Geborgenheit – Duftmischung von Farfalla (hier erhältlich)

zum Entspannen und Wohlfühlen, enthält unter anderem Benzoe Siam, Copaibabalsam, Sandelholz, Tonkabohne

Kuschelduft – Duftmischung von Farfalla (hier erhältlich)

zurzeit meine Lieblingsduftmischung – ich habe sie im Riechstift überall dabei, enthält unter anderem Mandarine, Mimose, Rose, Sandelholz, Tonka, Vanille

Land des Lächelns – Schaumbad von Farfalla (hier erhältlich)

einfach abtauchen und wegträumen, enthält unter anderem Champaca, Frangipani, Grapefruit, Kakao, Sandelholz

Intense Frangipani Bodybutter von Farfalla (hier erhältlich)

für meine empfindliche, trockene Haut – duftet nach Sommer, Sonne, Südsee

mit Champaca, Frangipani, Tuberose 

Sich Ruhe gönnen – Duftmischung von Feeling (hier erhältlich)

zum Entspannen, enthält unter anderem Ho-Holz, Jasmin, Mandarine und Ylang-Ylang

Erste Hilfe Balsam von Feeling (hier erhältlich)

bei allen Hautproblemchen und kleineren Wunden, mit Nachtkerzenöl, Sanddornöl, Wildrosenöl Nativ, Lavendel extra, Kamillenblüten, Cistrose und Manuka

Schlaf Wohl Kissenspray von Primavera (hier erhältlich)

hilft mir beim Einschlafen und Kopfkino ausschalten, enthält Lavendel, Honig und Neroli

Glück teilen – Duftmischung von Primavera (hier erhältlich)

enthält Mandarine, Rose, Sandelholz

Tutto Bene – Duftmischung von Primavera (hier erhältlich)

enthält Grapefruit, Jasmin, Zitrone 

S.O.S. Muskel- und Gelenkfluid von Wadi (hier erhältlich)

enthält Cajeput, Rosmarin, Wacholder, Wintergrün und Zitrone, hilft schnell bei Schmerzen

Tigeroil – Körperöl von Wadi (hier erhältlich)

enthält Cajeput, Cassia, Kampher, Menthol, Nelkenknospen und Pfefferminze, ich nehme das Öl zum Finger wärmen

Bella Luna Duftmischung von Wadi (hier erhältlich)

eine wundervolle Mischung aus Blutorange, Grapefruit, Limette, Sandelholz, Vanille, Weißtanne und Zitrone, einfach ein Duft zum rundum wohlfühlen

Mandragor Duftmischung von Wadi (hier erhältlich)

Bergamotte, Benzoe, Lavendel, Mandarine, Neroli, Vanille und Zimtrinde, ein Traumduft bei Depression und miesen Tagen

Hindukusch Körperöl von Wadi (hier erhältlich)

enthält Bergamotte, Jasmin, Lavendel extra, Neroli, Patchouli, Petitgrain, Rose, Rosmarin, Vetiver, Zeder, einfach ein Traumduft

Die Duftmischungen kommen in Riechstifte, in den Dufttropfen oder in Körperbutter, Sheasahne, Badepralinen oder Massageöle

Literaturnachweis:

  • Dietrich Wabner: Taschenlexikon der Aromatherapie. Verlag Systemische Medizin (hier erhältlich)
  • Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle. Stadelmann Verlag (hier erhältlich)
  • Katharina Zeh: Handbuch ätherische Öle. Joy Verlag (hier erhältlich)

Alles Fotos © Eliane Zimmermann außer Foto Kanuka: Karora Wikipedia Commons und Foto Ylang Ylang: Patricia Botelho

Gabriele Sievers ist Krankenpflegende, Aromafachfrau und ausgebildete Hunde-Aromatherapeutin, sie wohnt in Nord-Deutschland und arbeitet dort in einem Krankenhaus. Ihre Blog-Adresse mit hoch interessanten Berichten aus der duften Welt der Fellnasen: Duftgefährten (klick!)

aromapflege bei trockener nase und trockenen augen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieTrockene Nase, trockene Augen: Immer wieder begegnet mir die Frage, ob man mit einfachen Mitteln helfen kann, wenn beispielsweise heizungsluftbedingt, nach chirurgischen Eingriffen oder aufgrund hormoneller Wechselzeiten die Nase und/oder die Augen Anlass zu Sorgen geben, also gerötet, brennend oder unangenehm trocken sind.

Eines der besten Mittel ist sicherlich ein gutes alkoholfreies Rosenhydrolat, das man ins Gesicht sprüht, die Augen sollten geschlossen sein und man sollte den duftenden Nebel so gut es geht einatmen. Danach sollte man das Innere der Nase mit einem Öl oder einem Balsam pflegen; das Öl kann gekauft werden (Gelositin klick!) oder ganz flink selbst gemacht werden und sogar noch effektiver gestaltet werden:

  • 9 ml Sesamöl (Sesamum indicum)
  • 1 ml Sanddornfruchtfleischöl (klick! Hippophae rhamnoides)
  • 2 Tropfen Orangenschalenöl (Citrus sinensis oder Citrus aurantium)
  • 1 Tropfen Myrtenöl (klick! Myrtus communis)

Wer Salben rühren kann, ergänzt die Rezeptur mit diesen Ölen. Aber reine Fettpflege hilft auch hervorragend bei trockener Nase:

sanft schmelzen, gut verrühren und in Cremetöpfchen fest werden lassen.

Bei trockenen Augen helfen tägliche Augenkompressen mit alkoholfreiem Rosenhydrolat, dafür einfach Wattepads gut damit befeuchten und mindestens 5 Minuten auf beide geschlossen Augen legen. Zudem sollte die tägliche Ernährung bei beiden Beschwerden mit ungesättigten Fettsäuren ergänzt werden, also native (‚kalt gepresste‘) fette Pflanzenöle tropfenweise auf Salate, Gemüse und sonstige Gerichte geben: Leinöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Arganöl, Haselnussöl etc. Oder täglich einige Nüsse und Samen essen (Walnuss, Mandel, Haselnuss, Kürbiskerne, Sesam, Sonnenblumenkerne [aufs Essen streuen] etc). Gehärtete Fette möglichst vollständig vermeiden und tierische Fette stark reduzieren! (viele gekaufte Kekswaren, frittiertes Essen, Billigschokolade, Billigeiscreme etc).  Ergänzend wäre die kurmäßige Einnahme (3-6 Monate) von Nachtkerzen- oder Borretschsamenöl (Foto oben) denkbar. Hier (klick!) geht es zur Beschreibung von wichtigen fetten Pflanzenölen für die Hautpflege und zum Einnehmen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieEine finnische randomisierte Doppelblindstudie an 86 Menschen mit trockenen Augen (zu wenig Tränenflüssigkeit) konnte zeigen, dass die Einnahme von Sanddornkernöl sehr hilfreich sein kann (es enthält Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren, es ist preiswerter als das Fruchtfleischöl und nicht oder kaum orangefarben) . Zwei Gramm des Öles wurde täglich über drei Monate eingenommen (Herbst und Winter) [Larmo PS, Järvinen RL, Setälä NL, Yang B, Viitanen MH, Engblom JR, Tahvonen RL, Kallio HP. Oral sea buckthorn oil attenuates tear film osmolarity and symptoms in individuals with dry eye.J Nutr. 2010 Aug;140(8):1462-8 und Järvinen RL, Larmo PS, Setälä NL, Yang B, Engblom JR, Viitanen MH, Kallio HP. Effects of oral sea buckthorn oil on tear film Fatty acids in individuals with dry eye. Cornea. 2011 Sep;30(9):1013-9]

Euphrasia_xsAbkochungen mit Augentrostkraut sind ein alt bewährtes Mittel bei allen Arten von Augenreizungen (und können sogar bei den trockenen Schleimhäuten der Nase hilfreich sein). Ich habe noch nie so viel Augentrostpfänzlein gesichtet wie dieses Jahr. Allerdings ist es ein Heilkraut, das meistens übersehen wird, das mit Gift weg gesprüht wird (vor allem hier in Irland), das nicht ernst genommen wird. Die hübschen Blüten dieses Halbschmarotzers, die kaum größer als eine Ameise sind, erklären sich mit einer interessanten Zeichnung: Sie erinnert ein wenig an Wimpern.

Frühere Beiträge zum Thema: hier (klick!) ist beschrieben, wie man eine einfache Salbe zaubern kann und dort, wie es noch schneller geht: die Schüttelsalbe (klick!).

was ist der unterschied zwischen fetten pflanzenölen und ätherischen ölen?


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie…werde ich bisweilen gefragt. In manchen Büchern steht dazu nur lapidar, dass ätherische Öle keinen Fettfleck auf einem Blatt Papier hinterlassen. Beim Suchen und Räumen auf meinem endlich aufgerüsteten (also wieder schnelleren) Computer fand ich diese Grafik (aufs Bild klicken zum Vergrößern), die ich vor längerer Zeit einmal angefertigt hatte. Sie könnte eine gute Übersicht für alle meine neueren LeserInnen sein (danke für all die vielen Abos der letzten Monate!)

pflanzen, die fette und ätherische öle liefern


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDen meisten Aromatherapie-KennerInnen ist vermutlich nicht bewusst, dass viele Pflanzen, die uns mit ätherischen Ölen versorgen, auch fette Pflanzenöle liefern. Ich muss gestehen, bei manchen der folgenden Gewächse war sogar ich überrascht, dass sich beides aus ihnen gewinnen lässt. Ich wurde fündig in der zweiten Auflage des wunderbar umfassenden Nachschlagewerkes von Sabine Krist Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle:

  • Basilikum
  • Calendula
  • Fenchel
  • Hanf
  • Johannisbeere
  • Johanniskraut
  • Kaffee
  • Kakao
  • Karotte
  • Kokos
  • Koriander
  • Krambe (Crambe abyssinica, Meerkohl)
  • Kroton (Croton tiglium, C. penduliflorus)
  • Kümmel
  • Lorbeer
  • Muskat
  • Niem
  • Perilla
  • Petersilie
  • Pfeffer
  • Pinie (Pinus pinea, pinaster, sylvestris)
  • Schwarzkümmel
  • Tabak
  • Zedernuss (Pinus sibirica, Sibirische Zirbelkiefer)

Im riesigen und vielfältigen Fette-Öle-Angebot von Maienfelser Naturkosmetik findet man neben einigen der oben erwähnten Öle beispielsweise auch fette Öle aus den winzigen Kernchen der Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Cranberrys, Holunderbeeren, Passionsfrucht und Kiwis, auch aus dem Inneren von Kirschkernen, Pfirsichkernen, Pflaumenkernen (mit herrlichem Duft nach Amaretto) und Zitronenkernen, dazu Samenöle aus Brokkoli (als „Silikonersatz“ in der Haarpflege ideal), Gartenkresse, Gurke, Kopfsalat, Radieschen, Rucola, Tomate und Zucchini. Dort gibt es auch die zwei wunderbaren vegetarischen Omega-3-„Bomben“ aus Chiasamen (eine Salbeiart) und Perillasamen (auch Shiso genannt, ein Würzkraut aus der japanischen Küche). Prima ist, das viele dieser Produkte in ausprobier-freundlichen Flaschengrößen von 20ml angeboten werden.

PS. Wir hatten aufgrund des Orkans ‚Darwin“ einige Tage und Nächte weder Strom, noch Wasser (Tiefbrunnen-Pumpe benötigt Strom), noch Heizung (springt nur mit Strom an); das Internet funktioniert bislang nur zwischendrin mal und Telefon geht bereits seit dem vorletzten Sturm (von den zehn mehr als außergewöhnlich heftigen Winterstürmen in dieser Saison, hier eine Schilderung wie es uns derzeit ergeht) nicht. Bei Anfragen nach Kursen also bitte eher Mail schreiben als anrufen! Danke!

ölwechsel mit flüssigem gold geschenktipp #8


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieFür die meisten meiner LeserInnen ist er sicherlich weitestgehend selbstverständlich und bereits vor langer Zeit erfolgt: der Ölwechsel (in der Küche und im Körperpflege-Regal). Da jedoch viele Menschen nicht nachvollziehen können, warum native Pflanzenöle (‚kalt gepresst‘) so viel kostenintensiver sind als durchschnittliche Supermarkt-‚Salatöle‘, finde ich es eine prima Idee, hochwertige Öle zu verschenken. Nicht nur, um Verständnis und Interesse am ‚flüssigen Sonnenschein‘ zu wecken, sondern auch um bei allerlei Zipperleins seiner Lieben wirkungsvolle und doch einfache Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Angefangen von Pickeln, Akne und Neurodermitis bei Kindern, Jugendlichen und StudentInnen bis zu Gelenkschmerzen, Rheuma und quietschenden Knien bei den Schwiegereltern/Eltern: ein oder zwei oder drei Fläschchen mit einem hübschen Kärtchen, welches die Vorzüge des jeweiligen Öles erklärt, ist ein überaus nützliches Geschenk.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie und PflanzenheilkundeDie besonders kostbaren Pflanzenöle mit ihren wichtigsten Wirkungen habe ich hier beschrieben, kurz gefasst ein paar Öle-Beispiele und die dazu passenden Persönlichkeiten:

  • Für die Frau ab 45, wenn erste größere Fältchen stören, die Haut nach Feuchtigkeit lechzt, die Periode nicht mehr so regelmäßig ist, die Schleimhäute trocken werden: Granatapfelöl
  • Für Menschen mit allerlei Hautproblemen, für Kinder die hyperaktiv sind, für Mädchen mit Periodenschmerzen, für Jungen mit Pickeln, für Nachbarn mit Gedächtnisproblemen: Leinöl
  • Für Menschen, die gerne schokoladig essen und kochen, jedoch auf Zucker verzichten möchten und für eher faule KosmetikselbermacherInnen (da man damit schnelle Balsame zaubern kann): Kakaobutter
  • Für Haut, die von Neurodermitis geplagt ist, für Festplatten im Gehirn, die nicht mehr zuverlässig sind, für Nervenkostüme, die dem Alltag nicht mehr gewachsen sind: Hanföl
  • Für Menschen, mit nervösem und zu Geschwüren neigendem Magen und Mundbereich, mit entzündlichen Hauterscheinungen, mit Termin zur Bestrahlungstherapie: Sanddornfruchtfleischöl
  • Für Menschen, die an alten hässliche Narben leiden und an zu früh runzelig werdender Haut: Wildrosenöl (Hagebuttenkernöl) (wie fragte vor einiger Zeit eine ganz junge Kursteilnehmerin? ‚Ich suche ein Öl für meine Mutter, sie hat so faltige Haut.‘ Nachfrage von uns: ‚Wie alt ist sie denn?‘ Antwort, fast etwas beschämt: ’schon 40!‘)
  • Für ältere (und jüngere) Herrschaften, die unter ’schweren Beinen‘ und Krampfadern sowie Hämorrhoiden und Gürtelrose leiden: Calophyllumöl
  • Für die jungen Eltern, deren Kindergarten-Kinder immer wieder an Läuseplagen leiden: Neemöl
  • Für die Großeltern und Enkel, deren Immunsystem etwas klapprig ist und die an Verdauungsproblemen und Blähungen leiden: Schwarzkümmelöl
  • Für alle Menschen, die sich rundherum etwas gutes tun wollen: Arganöl, sie sollten jeden Tag einige Tropfen des edlen Öles auf die Speisen geben, ebenso ist es eine wertvolle Maßnahme für die Haut, die nach „Verwöhn-mich!“ schreit. Schmeckt und riecht nicht umwerfend, jedoch da man es ohnehin extrem sparsam einsetzen sollte, sind weder das Aroma noch der zunächst hoch erscheinende Preis wirklich kein Thema.

Auch das umfassende und gut verständliche Buch von Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle – Qualität, Anwendung und Wirkung – zusammen mit einer guten Flasche des ‚flüssigen Goldes‘ – ist eine wundervolle, ‚lebensverlängernde‘ Gabe.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyBei lieben Menschen, die an Krebs und demenziellen Veränderungen erkrankt sind (oder waren), sollten hochwertige native Öle sogar einen guten Teil der Ernährung ausmachen, insbesondere, will jemand den erfolgsversprechenden Weg der ketogenen Ernährung (ohne Kohlenhydrate die Tumorzellen „aushungern“). Hierbei erleichtert das prima schmeckende native Kokosfett (gibt es hier im großen 1600g-Glas zu einem vergleichsweise niedrigem Preis: 37,90 Euro) die Umstellung auf die zunächst sicherlich etwas ungewohnte Form der Ernährung. Eine englischsprachige Erläuterung zur zuckerfreien Krebsdiät ist hier nachzulesen, eine kleine Sendung ist hier zu sehen (danke für den Tipp Petra und Sabrina). Das spannende Buch über die Verzögerung von Alzheimer-Symptomen mit Kokosfett ist hier erhältlich.

Wer den gesundheitsfördernden Aspekt der Pflanzenöle schätzt, aber ihren naturreinen Geschmack nicht mag, kann die Öle selbst in Kapseln abfüllen und sie quasi ‚geschmacklos-schlucken‘. Das praktische Kapselfüller-Set mit 300 Zellulose-Kapseln eignet sich auch für schluckbare Mischungen aus fettem Pflanzenöl und ätherischem Öl.

der kleine unterschied: ätherische und fette pflanzenöle


Kürzlich habe ich eine kleine Tabelle, welche den Unterschied von ätherischen und fetten Pflanzenölen zeigt, auf meiner Aromatherapie-Facebook-Seite veröffentlicht. Mit einem typischen Fehler einer Dyskalkulie-Leidenden 😉 [Danke an Stella Pangaea für die Korrektur!] Alles was mit Zahlen zu tun hat, versetzt mein Hirn in Verwirrung. Und die Zahl NULL existiert irgendwie gar nicht, ob eine oder zwei oder drei Nullen irgendwo macht für mich keinen großen Unterschied… Jedenfalls habe ich den fetten Ölen nur 9 magere Kalorien pro 100 Gramm spendiert, dann wären sie ja magerer als eine Salatgurke – wenn ich ganz genau drüber nachdenke, ist das irgendwie logisch!!!) Es sind natürlich 9 Kalorien pro Gramm (etwas mehr als das Doppelte von Proteinen und Kohlenhydraten, welche jeweils mit 4 Kalorien pro Gramm zu Buche schlagen). Diesen Fehler habe ich zum Anlass genommen,  diese Tabelle zu aktualisieren und zeige sie euch hiermit.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie