schlafqualität bei pflegenden in schichtarbeit


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch spreche und verstehe zwar zum Glück etliche Sprachen, aber mit meinen Koreanisch-Kenntnissen hapert es doch ziemlich 🙂 Ich habe eine viel versprechende Studie von Ende 2016 genau in dieser Sprache vorliegen, doch kann ich nur die englischsprachige Zusammenfassung (Abstract) lesen. Vielleicht können sich Pflegende daraus dennoch eine kleine Inspiration holen.

Es ging in dieser kleinen Arbeit mit  60 gesunden TeilnehmerInnen darum, ob das Einatmen von ätherischen Ölen die Schlafqualität von Krankenpflegenden, die in Schichtarbeit arbeiten, verbessern kann. Die Hälfte der TeilnehmerInnen atmeten 3 Minuten vor dem Schlafengehen einen Duft ein, circa 10 cm von ihrer Nase entfernt. Dann wurden sie gebeten zu Bett zu gehen und einen Aromastone (auch ‚Thermo-Duftstein‘ * mit Duft) circa 30 cm von ihrem Kopf laufen zu lassen. Das sind aus Keramik oder Porzellan angefertigte Gefäße oder steinartige, kugelige kleine Geräte, die leicht erwärmt werden (durch Strom) und völlig ohne Geräusche arbeiten. Leider werden in der englischen Zusammenfassung nicht die Öle genannt, es handelt sich jedoch vermutlich um Lavendelöl, da es sowohl bei den Suchkriterien aufgelistet ist als auch bei den Quellen genannt wird. Im Text war noch die römische Kamille und die Bitterorange zu finden, danke für’s aufmerksame „Lesen“, liebe Frauke!

Viermal wurde die Qualität des Schlafes der TeilnehmerInnen erfasst: vor der Studie, sowie an den Tagen 1, 2 und 3 während der Studie, gemessen nach anerkannten international bekannten Skalen (Perceived QOS und Verran & Synder-Halpern [VSH]), die Anzahl der Wachwerde-Vorkommnisse wurde mit einem nicht-invasivem Gerät gezählt (Aktigraph).

Vor dem Experiment waren keine signifikanten Unterschiede zwischen der „Duftgruppe“ und der Kontrollgruppe feststellbar, nach dem dritten Tag des Experimentes war eine signifikante Verbesserung der Qualität des Schlafes bei TeilnehmerInnen der „Duftgruppe“ zu verzeichnen (VSH: F=6.39, p =.002). Das Autorenteam schließt daraus, dass das Einatmen von ätherischen Ölen den Schlaf von schichtarbeitenden Menschen im Pflegebereich verbessern kann. [Kim W, Hur MH. Inhalation Effects of Aroma Essential Oil on Quality of Sleep for Shift Nurses after Night Work. J Korean Acad Nurs. 2016 Dec;46(6):769-779]

Thermo-Duftsteine gibt es von folgenden Anbietern für zwischen 22 und 50 Euro, einfach anklicken!

Feeling

Farfalla

Neumond

Taoasis

FRAGE: Ist unter meinen LeserInnen jemand, der/die koreanisch lesen und verstehen kann, so dass wir etwas über die verwendeten Öle erfahren können? Der volle Text dieser Studie kann hier nachgelesen werden, eben auf koreanisch!

dufter lernen im schlaf mit rosen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKurz vor dem Schlafen Lerninhalte zu wiederholen, galt schon lange als effektiv, man sprach ja gerne vom Schulbuch unter dem Kopfkissen, es sollte vor Klassenarbeiten eine gute Hilfe sein.

Nun hat sich die Wissenschaft eines weiteren Faktors des „Lernens im Schlaf“ angenommen: Wenn der Duft von Rosen in einer bestimmten Schlafphase eingeatmet wird, verbessert sich die Leistung des Gedächtnisse noch einmal. Dieser Versuch wurde an der Universität Tübingen mit ProbandInnen gemacht, die sich Memorykarten-Paare samt deren Position einprägen sollten, sie schnupperten beim Lernen Rosenduft. Anschließend gingen alle TeilnehmerInnen schlafen, die eine Hälfte bekam im Schlaf Rosenduft zu riechen, die andere roch ein Placebo.

Der Bericht von Dr. Susanne Diekelmann von der Uni Tübingen ist hier (klick!) nachzulesen, sie stellt fest: „In einer weiteren Studie mit Kernspintomographie führte die Präsentation des Rosendufts im Tiefschlaf zu einer Aktivierung des Hippokampus sowie kortikaler Bereiche. Der Geruch scheint also die neuen Erinnerungen zu reaktivieren und damit den Transfer der neu gelernten Inhalte in den kortikalen Langzeitspeicher anzustoßen.“ Foto: Antje Wendel

keimsanierung durch raumbeduftung


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNeben fast zwei Dutzend anderen Beratungswünschen bekam ich vor einigen Tagen die Frage, ob ich Studien zur Raumbeduftung kenne, die belegen, dass die Raumluft mit ätherischen Ölen eher gesundheitsförderlich ist statt gefährlich und die Menschen schädigend. Prompt bekomme ich „zufällig“ und ohne danach zu fragen von einer meiner kompetentesten englischsprachigen Kolleginnen den Link zu einer neuen wissenschaftlichen Arbeit von einem Team von Forschern von der Universität Milano (Mailand, Italien).

Ich habe bislang allerdings nur das vielversprechende Abstract (Zusammenfassung) und noch nicht die volle Studie vorliegen. In einer Pflegeeinrichtung mit 112 auf zwei Etagen verteilten Betten (circa 1060 qm) wurde fünf Monate lang beobachtet, wie sich das Standard-Hygiene-Protokoll und dieses zusammen mit Beduftung durch ätherische Öle kombiniert auswirkt. Vor und nach der Raumduft-Maßnahme wurden mikrobiologische Abstriche (von Oberflächen) gemacht. Die Ergebnisse zeigten, dass in beiden Varianten die Keimlast (Pilze und Bakterien) sich um durchschnittlich 90 Prozent reduzierte (gesamt p < 0.01 und p < 0.05 für Hefen und Pilze).

Spannend ist die Reduktion von benötigten Medikamenten:

  • 70% weniger Antibiotika-Einnahmen
  • 100% weniger Einnahmen von schleimlösenden Produkten
  • 100% weniger Einnahmen von bronchienerweiternden Mitteln
  • 67% weniger Bedarf an steroidalen entzündungshemmenden Medikamenten
  • 33% weniger Bedarf an nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten

Es wird zudem wird angemerkt, dass keine unerwünschten Nebenwirkungen auftraten. Die Autoren folgern, dass die von ihnen gewählte Mischung von ätherischen Ölen sowohl effektiv bei der Verminderung der Keimlast in der Umgebung von Patienten in einer klinisch-pflegerischen Umgebung ist als auch sinnvoll, um bei ihnen die Einnahme von chemischen Medikamenten zu reduzieren.

So schön diese Ergebnisse klingen, bitte daran denken: Diese Maßnahmen erfolgten ZUSAMMEN mit konventionellen Hygiene-Maßnahmen. Zudem wird eine Reduktion von Medikamenten nicht immer willkommen geheißen, denn das hieße weniger Geld in die Kassen bestimmter Groß-Konzerne. Da ich jedoch stark dafür bin, dass die Gesundheit eines jeden einzelnen Menschen so schonend wie möglich unterstützt werden wollte, werde ich noch recherchieren, welche ätherischen Öle auf welche Weise eingesetzt wurden. [Gelmini F, Belotti L, Vecchi S: Air dispersed essential oils combined with standard sanitization procedures for environmental microbiota control in nosocomial hospitalization rooms, diese Studie kann für 31.50 $ bei Elsevier erworben werden]

aromapflege bei der sterbe-begleitung


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Blüte eines Bitterorangenbaumes, Citrus aurantium, daraus wird Neroli-Öl gewonnen

Bevor ich zum letzten Gegenstand in meiner ‚fliegenden Wundertüte‘ komme, muss ich noch kurz die Antwort auf eine Frage, die dieser Tage an mich gerichtet wurde, loswerden. Ich finde, dieses Thema ist immens wichtig und ich möchte auch anderen LeserInnen diesen Denkanstoß mitgeben.

Ich bin zu einer in einem (nicht von mir gehaltenen) Kurs empfohlenen Mischung zur Sterbebegleitung befragt worden, ob ich einen bestimmten Mix aus eher schweren Ölen wie Harzen, Hölzern und Rose ‚richtig‘ finden würde.

Ich meine, man MUSS in der Sterbebegleitung noch individueller arbeiten als bei nicht-sterbenden Menschen. Es gibt kein ‚richtig‘, jedoch unter Umständen ein gravierendes ‚falsch‘. Wenn die betreffende Person ihren Wunschduft nicht mehr mitteilen kann, muss man ihre Duftvorlieben anhand der Biografie heraus finden (Verwandte fragen, Hobbys erfragen, Berufsvorlieben herausfinden, Themen wie Lieblingsessen, Wald, Garten, ferne Ländern, Kirche, süße Düfte etc. versuchen, herauszufinden).

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Weihrauch, das Harz der Boswellia-Bäumchen aus den kärgsten Wüsten der Welt

Was für den einen Menschen wundervoll riecht, kann für den anderen ekelhaft sein. So oft wird beispielsweise Weihrauchöl empfohlen, ich jedoch würde beim Riechen von Weihrauch im Sterbeprozess vermutlich ganz schreckliche Erinnerungen an die als bösartig empfundenen Nonnen in einer meiner frühen Schulen bekommen. Auch Rosenduft als Öl passt mir nicht immer (frische Rosen ja), bin eher der Iris-Typ, auch Jasmin- und Magnolienduft sind so richtig meine Wohlfühldüfte. Ob diese Duftrichtung mir bei Sterben helfen würde, ich kann ich freilich momentan nicht abschätzen, das müsste dann in der konkreten Situation  getestet werden.

Mich erinnert dieses Thema an Erfahrungen aus dem Kreißsaal. Frau hört, dass dieses oder jenes Öl ganz toll sein soll bei der Entbindung, diesen Duft haut frau dann jedoch eventuell den GeburtshelferInnen um die Ohren, weil er in genau dieser Situation ganz und gar nicht passt.

Iris pallida

Das sehr kostenaufwändige Iris-Öl kann aus den dicken Rhizomen von Iris pallida gewonnen werden

Also bitte in der Sterbehilfe keine vorgefertigten oder von fremden Personen empfohlenen Mischungen anwenden. Oder diese zumindest sehr behutsam an der betreffenden Person testen. Wenn sie es nicht mehr sagen kann, spürt man als Pflegeperson vielleicht ein Zucken der Lippen, der Hände oder eine veränderte (vertiefte oder stockende) Atmung. Fertige Mischungen duften für uns oder für die Angehörigen vielleicht supergut, doch müssen sie nicht für jedermann und jederfrau passen. Es muss nicht Weihrauch sein, auch die gerne empfohlene Iris kann nicht für jeden Menschen, der sich auf Abschiedsreise befindet, ‚richtig‘ sein. Wenn beispielsweise jemand feinste Erinnerungen an seine Reise nach Sizilien in sich trägt, könnte beispielsweise ganz einfach ein frischer Zitronen- und/oder Neroliduft für diese letzte Reise perfekt sein!

Wer sein Leben lang Pfefferminzbonbons bei sich trug und vielleicht auf Urlaubsreisen lutschte, wird möglicherweise die befreiende und lösende Wirkung von einem Hauch Pfefferminzöl beim Loslassen zu schätzen wissen. Wer die schönste Zeit seines Lebens in Australien verbrachte, erfreut sich vielleicht sogar über den „schnöden“ Teebaum- oder Eukalyptusduft beim Überschreiten der Regenbogenbrücke.

Also ist mein Rat, in diesem letzten Lebensabschnitt ganz besonders behutsam mit der Auswahl von Düften zu sein und die Dosierung sehr niedrig zu halten, man orientiere sich an Baby-Verdünnungen von 0,5 bis 1 Prozent, eventuell sogar darunter. (Die Verdünnungstabelle im Scheckkartenformat zum kostenlosen Runterladen und Laminieren befindet sich hier, klick! auf meiner Website, sie wird demnächst renoviert).

fingerzuckungen beim anblick von jinkoh


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch zeige in meinen Kursen gerne mal einen olfaktorischen Schatz, nämlich Adlerholzstückchen im Wert von einigen hundert Euro im deutschsprachigen Raum kostet Durchschnittsware zwischen 10 und 20 Euro pro Gramm, das kostbare Holz in mindestens sechs Qualitätsstufen kann mehr als Gold kosten). Was es mit dem kostbaren Adlerholz, in Japan Jinkoh genannt, auf sich hat, habe ich hier (klick!) erzählt. Normalerweise hat man mit Stückchen zu tun, die maximal so groß wie eine Cent-Münze sind, ich besitze durch lustige Umstände wesentlich größere Brocken, doch heute sah ich zwei fast menschenhohe und dicke Baumstücke aus Vietnam, die mir schier den Atem verschlagen haben.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch war ohnehin bereits im Schnapp-Atmungs-Modus, da der heute besuchte Haupt-Laden samt Manufaktur der weltberühmten Räucherwarenfirma Shoyeido (gesprochen Scho-Edo) in Kyoto ungeheuerlich schön nach feinsten Räucher-Rohstoffen duftet. Doch ich durfte die unendlich teuren Riesen-Hölzer nicht fotografieren, schmerz…. Mich hat’s sowas von in den Fingern gejuckt!!!! Diese Firma ist jedenfalls so bekannt, dass 2010 sogar ein Glücksbringer von ihnen mit ins All fliegen durfte. Ich benutze die raucharmen und holzstöckchenfreien Räucherstäbchen bereits seit circa 20 Jahren, manchmal täglich. Ich durfte zum Glück bei der Herstellung knipsen, so lasse ich euch ein wenig an dieser aufwändigen Prozedur teilnehmen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Eine Art überdimensionale Rühr- und Pressmaschine bereitet den Teig aus pulverisiertem Adlerholz, Sandelholz, Zimt, Gewürznelken, Borneo-Kampfer (Dryobalanops aromatica), Benzoe, Patchouli, Sternanis, Weihrauch und vielen mehr Kostbarkeiten, meistens sind über 20 unterschiedliche  Gewürz-Zutaten enthalten. Dazu kommt je nach Qualität Lebensmittelfarbe oder ungiftige Farbstoffe und pulverisiertes Tabu-Holz (Betonung auf der ersten Silbe, ein avocado-ähnlicher bis zu 30 Meter hoher Baum aus der Lorbeerfamilie, auch Makko genannt, Machilus thunbergii), das zum „Klebstoff“ wird, wenn der  Teig mit Wasser angerührt wird. Dieser wird dann per Hand in eine Art Spaghetti-Presse gehoben (oben eingefüllt) und je nach Sorte entstehen mehr oder weniger dicke Spaghettis.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDann werden diese sehr weichen „Nudeln“ kunstvoll auf eine Platte gehoben, jedes Luftbläschen wird entfernt, sie werden auf exakte Längen geschnitten, auf Brettern aus Wellpappe gestapelt, im klimatisierten Raum (20 bis 25 Grad, kontrollierte Feuchtigkeit bis zu 60%, hinter den Scheiben) getrocknet und immer wieder zusammengeschoben, damit sie schön gerade bleiben.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNach einigen Tagen werden sie gewogen, mit Banderolen zusammengehalten und je nach Qualität in einfache oder sehr edle Verpackungen gepackt. Heute wanderten die ganz edlen Stäbchen (über 50 Euro pro 37-Stück-Packung!) in ihre schicken und doppelten Schächtelchen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDer Räucherwarenschneide-Meister arbeitet seit 12 Jahren in diesem Beruf und macht seitdem nichts anderes als vor allem Sandelholz- und Adlerholz-Stückchen zu zerteilen und nach Größen sortiert zu verteilen (in den Tüten links von ihm). Die Präzision, die Hingabe und die Konzentration, mit denen er seine ungewöhnliche Tätigkeit ausübt, haben mich sehr bewegt. Jedes Stückchen wird von ihm angefasst und manchmal sozusagen geschnitzt, damit es schön gleichmäßig wird. Die Späne und das Pulver, die anfallen, werden selbstverständlich sorgfältig zusammen gekehrt und aufgefangen, um zu Räucherstäbchen verarbeitet zu werden.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIch habe mir eine 400-Stäbchen-Packung meines Allzeit-Lieblings-Räucherstäbchenduftes Kyo-nishiki (klick!) genehmigt und freue mich riesig, so ein Duft-Souvenir mitnehmen zu dürfen. (Andere Leute rauchen für teures Geld und verpesten sich die Lungen sowie die Blugefäße, ich verräucherte bereits viele Euros mit diesem wunderbaren ruhig stimmenden, leicht süßlichen – jedoch sehr unaufdringlichen Duft – der das Herbstlaub in Kyoto symbolisiert; mich erinnert er an einen zarten Vanille-Kipferl-Backstuben-Duft). Jetzt wo ich in dieser faszinierenden Stadt war, wird mir der Duft noch besser gefallen. Mein zweitmeist verwendeter Duft von Shoyeido ist Amethyst, diesen erhalten die Japaner jedoch nicht, er wird nur für den Export hergestellt.

Eine gute Auswahl der erschwinglicheren Räucherstäbchen von Shoyeido gibts zum Europreis bei Farfalla, Adlerholzstückchen zum Räuchern bekommt man bei Labdanum (klick!).

Morgen früh geht’s früh gen Flughafen und dann darf ich wieder die ewige Reise heim antreten (vielleicht treffe ich das verschollene Malaysia-Flugzeug unterwegs… 😦 ). Meiner großartigen und so immens geduldigen Übersetzerin und Dolmetscherin Chifumi möchte ich an dieser Stelle ganz, ganz herzlichen Dank schicken. Ich staunte nun viele Tage als Alice Eliane im Wunderland und bin beeindruckt von der Vielfalt, der Sauberkeit, der Freundlichkeit und vor allem dem respektvollen Umgang deines Volkes. Das was ich in der Kürze an Natur sehen konnte war wunderschön, die wundervollen Tempel- und Palast-Gärten fand ich noch schöner als erwartet. Die Begegnungen, die Menschen, die Zeremonien und nicht zuletzt der abwechslungsreiche Ablauf dieser kompakten Wunderland-Tour waren wundervoll. ARIGATOU!

selbsthilfe mit duften helfern


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieHeute vormittag kam eine so süße Erfolgsmeldung, dass ich sie unbedingt mit euch teilen möchte (mit der Einwilligung der Verfasserin und des Betroffenen). ‚Bastelfee‘ ist seit einigen Jahren eine engagierte und dankbare Aromaenthusiastin, sie ist bereits Großmutter und betüddelt ihre ganze Familie, wo immer gewünscht und benötigt, mit ätherischen Ölen. Ich möchte allen Mut machen, die meinen, sie seien „erst“ Anfänger“ und könnten nicht wirklich etwas tun. Es ist nicht schwer, wertvolle Unterstützung beim Gesundwerden zu geben, vor allem wenn man sich gut kennt.

Liebe Eliane,
das muß ich Dir schnell mailen. Vor zwei Tagen bekam mein Mann plötzlich, nachdem er ins Bett gegangen war, sehr starken Schüttelfrost ohne Fieber, fast die ganze Nacht hindurch.
Den darauffolgenden Tag war er sehr schlapp. Abends kam plötzlich Fieber 39,4°C. Ich habe gemault – immer abends. Ich nahm mir nochmals Dein „rosa Buch“ zur Hand und fand entsprechende Hinweise, um Viren zu bekämpfen. Kenne ich ja eigentlich schon, aber in der „Not“ hat man plötzlich ein Brett vor dem Kopf. Kurze Rede – mein Mann bekam Ravintsara auf ein Tuch (jede Stunde neue Tropfen). Wie Zauberei – in null komma nix war die Temperatur auf Normalmaß. Dazu habe ich dann einen Diffuser mit Ravintsara, Zitronenmyrte und Melisse (jeweils 1 Tropfen) angestellt. Heute kommt noch Thymian (Linalool) dazu. Evtl. werde ich ihm noch mit Deinem Rezept „schneller als Pudding kochen“ (Husten- und Brustsalbe) die Brust und den Rücken einreiben. Husten und Schnupfen hat er zwar nicht, aber ……. Mein Mann ist sehr schlapp, aber das Fieber hat sich verflüchtigt. Es ist schön, dass es Dich gibt und Dein großer Schatz an Heilwissen. Ich knuddel Dich. Liebe Grüße von Bastelfee

Ich muss sagen, die Auswahl der ätherischen Öle klingt tatsächlich goldrichtig, um Viren das Handwerk zu legen und der Erfolg spricht ja für sich. Zudem ist das eine fein duftende Kombination. Was mich allerdings wundert, ist die Tatsache, dass es sooo schnell bergauf ging. Aber bei einer sooo liebevollen und engagierte Betreuung ist das wohl kein Wunder. Gute weitere Besserung an Mister Bastelfee – und noch mindestens drei Tage weiter schmieren und beduften!

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieGerne höre ich von euren Erfolgsgeschichten, um sie hier vorzustellen.Ich bin nur Laie und kann hier nicht mithalten“ gilt nicht! Ich bin nämlich mit der Etappe 2 der Seminar- und Gästehausrenovierung beschäftigt. Da hier bereits fast alle Kamelienbäume und auch schon viele Narzissen an den Straßenrändern blühen, ist der Frühling mehr als nah und damit auch die Gästesaison. Und die sollen es bei uns wirklich gemütlich haben, so pinsele und nähe und schraube ich mit Freuden! Gestern sah der Blick aus dem Seminar- und Frühstücksraum so aus. Wer noch kommen möchte: nur noch in der Anfang-Mai-Duft-Erlebniswoche, wenn fast alle Rhododendren ihr Feuerwerk gleichzeitig entfalten und Osmanthussträucher sowie die weiße Duftmagnolie (Michelia) blühen, sind noch etliche Plätze zu haben, ansonsten sind nur noch ein und zwei Plätze in den anderen drei Duftwochen frei. Vielen Dank an alle, die sich bereits angemeldet haben. [Foto Rosenblütenblätter: Antje Wendel]

PS Das ‚rosa Buch‘ hatte ähnlich wie beim Foto oben rosa Rosenblütenblätter in einer Schale auf dem Titelbild, nun in der zweiten Auflage ist eine Frangipaniblüte in einer schwarzen Schale als Covermotiv zu sehen.

die zweiklassen-gesellschaft der duftstoffe


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDiese „Petition“ hat viele Reaktionen, Fragen und Unsicherheiten hervor gerufen. „Petition“ in Anführungsstrichen, weil es sich um eine simple Online-Unterschriftenliste handelt. Das Wort Petition ist irreführend verwendet worden, denn dieses suggeriert eine Eingabe an offizielle Behörden/Regierungsstellen. Da ich, wie erwähnt, die Anfrage aus verlässlicher Quelle erhielt, habe ich das nicht hinterfragt, Monika Volkmann ist jedoch dem Impressum mal auf den Grund gegangen. Ich finde es dennoch okay, Dr. Dietrich Wabner mit seinem Verein N.O.R.A. International eine kleine Unterstützung in Form einer Unterschriftenliste zukommen zu lassen, denn er ist einer der wenigen Aroma-Leute, der sich für den Erhalt von „bedrohten“ ätherischen Ölen einsetzt und der – gegen Windmühlen kämpfend – auch bemüht ist, diesem bürokratischen Unsinn die Stirn zu bieten. Es scheint jedoch nicht möglich, selbst für einen zweifachen Doktor und Chemiker, die Eurokraten und nicht in dieser Materie beheimateten Schutzwächter davon zu überzeugen, dass synthetische, also menschengemachte Moleküle anders beschaffen sind, als ihre kopierten Vorbilder (nicht Ebenbilder) aus der Natur.

Dazu eine kleine Fantasiereise: Stellen Sie sich einen Teppich vor, weich und wuschelig, das Etikett sagt „100 Prozent Wolle“. Dann schauen Sie unter den Teppich und sehen ein feinmaschiges Netz, das eindeutig aus Nylon/Plastik ist, es trägt die Wollfasern und gibt dem Teppich Zusammenhalt und Haltbarkeit, ist hauchdünn, ist fast nicht vorhanden, macht nur 1 Prozent des Teppichgewichtes aus. Doch der eigentliche, der sichtbare Teppich besteht aus reiner Wolle. So ähnlich verhält es sich mit synthetischem Geraniol, Citral, Linalylacetat, Menthol. Wir riechen diese auch in billigen Aromaölen, doch die geschulte Nase schaut automatisch auch unter den Teppich, sie erkennt sofort, da sticht etwas, da fehlt etwas, das ist nicht rund. Was die Laiennase auf den ersten Blick Schnupperer nicht merkt, erkennt jedoch ein anderer Teil des komplexen Systems Mensch und sagt „Halt! Hier stimmt etwas nicht, hier ist etwas drin, was nicht rein gehört“ und löst beispielsweise einen Niesattacke aus oder rote Hautpusteln. Geschieht der Kontakt mit dem Chemiegeruch zu oft, kann sich auch das Immunsystem empören und löst dann irgendwann schlimmere Symptome aus, eben eine Allergie. Das kann selbstverständlich auch mit Naturdüften passieren wie mit allem, was uns im Leben so begegnet auch.

Der Chemiker sagt stolz: „Ach, dieses eine Prozent („im Teppich“ oder „im Aromaöl“) kann man wirklich vernachlässigen, es hat mit dem tollen von mir geschaffenen Duftmolekül eigentlich nichts zu tun, es dient lediglich als Trägersubstanz.“ Je billiger so ein „Parfümöl“ oder „Aromaöl“, desto größer ist dieses „Trägernetz“ und desto wahrscheinlich ist es, dass es aus chlorierten Substanzen besteht. Wer jemals im Schwimmbad, in der Sauna, in öffentlichen Toiletten penetranten Chlorgeruch wahrgenommen hat, weiß was ich meine. Diese ach so minimalen Anteile an chlorierten Substanzen scheinen insbesondere für ungewollte Reaktionen wie Kopfschmerzen, Unverträglichkeiten und sogar Allergie verantwortlich zu sein. Eigentlich muss man entsprechenden Immunsystemen nun geradezu gratulieren, dass sie auf sowas überhaupt noch reagieren, und dankbar sein, dass sie Alarm schlagen. So degeneriert und dumm ist der menschliche Körper auch heute nicht, dass er nicht bemerkt: „Da stimmt etwas nicht, da muss ich mich wehren, da ist Gift mit im Spiel.“

Die natürlichen „Zwillinge“ kommen nicht nur ohne Chlor aus, sie sind auch eingebettet in ein Meer von anderen Inhaltsstoffen im jeweiligen Öl. Ein schönes Beispiel ist ein hochwertiges Öl der Gewürznelkenknospe. Es enthält zwar reichlich das potenziell hautreizenden, durchblutungsfördernden und anregenden Phenols Eugenol (bis zu 80%), doch in den verbleibenden 20 bis 30 Prozent finden wir auch andere Goodies, welche entkrampfen/entspannen (bis 22% Eugenylacetat), entzündungshemmend wirken (13% beta-Caryophyllen) und schmerzlindernd wirken (Methylsalicylat). Eugenol an sich hat nicht nur negative Eigenschaften, wie so gerne behauptet wird, sondern wirkt als Breitbandmittel stark keimtötend und auch schmerzlindernd. Man muss also die ganze Symphonie der Inhaltsstoffe betrachten und nicht nur einen einzelnen schrillen und schrägen Flötenton, der im Gesamtkonzert vielleicht gerade das i-Tüpfelchen ausmacht, jeder Klassik-Konzertgänger weiß das.

Doch das heute geltende Paradigma will uns mit erschreckend roher Gewalt und gesetzlichen Vorschriften wirklich ins Gehirn einhämmern, dass wir mit ganzheitlichem Denken und Betrachten falsch liegen, dass wir Einzelstoffe anzuerkennen haben, dass diese einfach und schnell und billig von Menschenhand herzustellen seien (gerne als „naturidentisch“ bezeichnet). Und dass viele Naturstoffe unvollkommen, schlecht, böse, fehlerbehaftet seien. Darum sind, aus Kosmetikgesetzgeber-Sicht und zugespritzt gesagt, Fenchel und Anis, Basilikum und Estragon, Zimt und Rose, „böse Pflanzen“, denn sie produzieren „gefährliche Stoffe“, welche hautschädigend und leberschädigend (durch die Haut???) wirken. Die wissenschaftlichen Experimente, die zu diesen Erkenntnissen führten, werden jedoch einerseits oft mit menschengemachten Laborduftstoffen an (Nage-)Tieren mit anders arbeitendem Stoffwechselsystem gemacht. Dazu werden diese Tiere damit zwangsernährt, obwohl Rose, Fenchel, Basilikum vielleicht nicht zu ihrem Beute- und Nahrungsschema gehören und ihr Metabolismus nicht jahrtausende Jahre lang Zeit hatte, sich auf den Abbau dieser Pflanzeninhaltsstoffe einzustellen. Diesen Tieren wird zudem das Fell wegrasiert, bevor sie mit den fraglichen Substanzen eingeschmiert werden (wer sich als Mensch rasiert, wird sich an diesen Stellen nicht anschließend mit scharfen und reizenden Kosmetika einreiben, weil das Rasieren immer Mikroverletzungen zur Folge hat). Und damit man wirklich nachweisen kann, wie gefährlich diese „Pflanzenstoffe“ (aus dem Labor, hm) sind, werden sie hoch/überdosiert und über lange Zeiträume an den Tieren verwendet. Wenn ein menschliches „Versuchskaninchen“ wochenlang ausschließlich mit Heu gefüttert werden würde, könnte man beweisen, dass Heu unverdaulich ist, zu Giftgasen in den Eingeweiden führt und schließlich zum Tod durch Darmverschluss.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Der Faktor Mensch wird dabei völlig vernachlässigt: Dass der Mensch recht schnell „die Nase voll“ hat von einem Duft, dass er vergesslich ist, selbst wenn er sich jeden Tag mit etwas einschmieren wollte, dass ihm nach kurzer Zeit penetrante Überdosierungen stinken, dass er einen komplexeren Stoffwechsel als ein Meerschweinchen hat, dass er Kleidung trägt, die das Kosmetikum abreibt, dass er Milch trinkt, die zu viel gegessene Duftstoffe emulgiert und resorbieren helfen kann, dass er andere und viel mehr Auswahl an Dingen isst, die mit dem Duftstoff interagieren werden…. all das, also das „wahre Leben“, findet im Labor nicht statt. Wie sollte es auch! Dazu kommt, dass beispielsweise Rosen- und Lavendelöl aus jeweils einigen hundert Inhaltsstoffen bestehen! Dies kann und will man nicht separat untersuchen. Und diese kann oder will man nicht herstellen, um ein „naturidentisches“ Aromaöl auf den Markt zu bringen (man könnte es – technisch gesehen – zu 99,5% herstellen, doch dann wäre das billige Aromaöl vermutlich viel teurer als seine natürliche Variante).

Und weil man an technische und vor allem an preisliche Grenzen stößt, reduziert man beispielsweise Lavendelöl auf drei „böse Inhaltsstoffe“ (Linalool, Linalylacetat, Geraniol), die kunstvoll zusammengemischt sicherlich fast wie Lavendelöl riechen würden) und will den naiven Verbrauchern suggerieren, dass man sie vor diesen negativen Komponenten schützt. Damit zurück zur Petition und zur Kosmetikverordnung: Bei einigen, wie diesen Lavendelstoffen, schreibt man „nur“ die Deklaration vor (was für Allergiker natürlich hilfreich beim Einkauf ist), obwohl laut Duftstoffe-Fachmann Erich Schmidt  bei etlichen der gebranntmarkten deklarierungspflichtigen Stoffe nachgewiesen werden konnte, dass sie nicht allergener wirken als tausend andere Dinge des täglichen Lebens. Bei anderen Naturdüften wie Rosenöl muss verdünnt werden, damit der eine „böse Stoff“ (Methyleugenol) kaum noch im Kosmetikum enthalten ist, bei anderen muss verdünnt werden, um bestimmte Gefahrenhinweise auf dem Etikett zu vermeiden (ich hatte hier eine Liste zusammengetragen). Man kann als Laie wirklich nicht mehr mitkommen, Öle-Firmen müssen Anwälte anheuern.

Volkmar Heitmann hat mir und euch netterweise den Link zu diesem „behördlichen Duftkrimi“ geschickt, hier kann er gelesen werden (auf englisch und ellenlang, die meisten EU-Bürger haben somit keinen Zugang zu diesem „Meinungspapier“ (opinion), ich wüsste zu gerne, wer die am Anfang namentlich aufgeführten Meinungsgeber sind bzw. für wen sie arbeiten. Für solche Recherchen bedürfte es eines eigens eingerichteten und bezahlten Arbeitsplatzes. Hallo Ätherische-Öle-Firmen, hat jemand da draußen Zeit und Kapazitäten dafür frei?! Immerhin wird ganz demokratisch auch eine Meinungsseite für die EU-Bürger eingerichtet, wenn man sich also durch diesen englisch verfassten Fachtext gewühlt haben sollte, kann man seine Meinung auch kundgeben. (Selbst mir mit Fließend-Englisch-Fähigkeiten graut vor dieser Seite).

Ich war jedenfalls vergangene Woche – sehr schön passend zum Thema – zweimal mehr oder weniger freiwillig mit Chemieduftbomben konfrontiert. Einmal stand der Wäscheständer mit zu trocknender Wäsche im Schlafzimmer, sie war mit „eben mal ganz schnell“ gekauftem Waschmittel („mit ätherischen Ölen“) gewaschen worden, weil das Biowaschmittel leer war. Kaum zu glauben, was für Emissionen da im Zimmer umher waberten, sie lösten ein starkes Irritation im Sinne von „Achtung, Störung, hier stimmt etwas nicht, weg laufen!“ aus. Beim zweiten Mal führte der Besuch des Schweden-Kaufhauses bzw. zum Glück erst ganz am Ende die Kerzenabteilung, zu einem über 24 Stunden währendem leisen Kopfschmerz. Auf diesen beiden Produkten würde ich gerne die neue Etikettenvorschrift sehen: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. Aber diese ist für solche Produkte, die man unter Umständen tagelang und wochenlang einatmet, nicht vorgesehen. Ein typisches Beispiel für den Zwei-Klassen-Duft.

PS Ähnlich wie beim Beispiel „100 Prozent Wolle“ des Teppichs verhält es sich übrigens mit sehr vielen Kleidungsstücken und sonstigen Textilien aus „100% Baumwolle“, diese bestehen immer öfter aus einigen Prozenten an anderen Stoffen.

natürliche raumbeduftung – einfach und schön


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyAls ich heute früh – wieder zu Hause nach langer Vortragstournee – beim Kaffeetrinken in der Zeitschrift ‚Freundin‘ blätterte, staunte ich nicht schlecht, als ich auf Seite 196 Rezepturen für natürliche Raumbeduftungsmöglichkeiten entdeckte. Steht die bekannte Frauenzeitschrift ja nicht gerade für Naturkosmetik oder nachhaltigen Lebenstil. Ich hatte auf meiner Reise viele grässliche Zimmerparfüms gefunden und wundere mich nun immer weniger, dass die Allergien gegen jene immer mehr zunehmen. Ich hatte sogar meinen ersten Niesanfall beim Umherwandeln in einem entsprechenden Geschäft, ich musste es fluchtartig verlassen; sowas ist mir noch nie passiert. Umso schöner, wenn es nun ein neues Buch mit vielen hübsch bebilderten Rezepturen und Verpackungs-Tipps für einfach herzustellende Raumdüfte gibt. Die Mischungen wurden von meiner Wiener Kollegin Waltraud Reischer konzipiert und das Buch heißt „Wohlfühlen mit Raumdüften – Die kreative Manufaktur“ (Topp Verlag, 14,99 Euro). [Wer das Porto sparen möchte kann noch einige Tage warten, denn in genau einer Woche erscheint mein neues Buch Aromatherapie für Sie, ich bin selbst gespannt wie ein Flitzebogen 😉 ]

Ich habe unterwegs übrigens einen ganz neuartigen Raumduft für die kalte Jahreszeit kennen gelernt: Kerzenschein von Farfalla, es duftet wirklich nach diesen wunderschön altmodischen Bienenwachskerzen und verbreitet eine wahrlich festliche Atmosphäre. Das neue Raumspray ‚Weihnachtsstern‘ ist eine besondere Freude für Zimt-Liebhaber und hilft vielleicht sogar, die Heizung um ein oder zwei Grad zu drosseln und somit Heizöl einzusparen: In einer Studie mit zwei unmerklich mit Zimt bedufteten Räumen, wurde das Temperaturempfinden der Probanden abgefragt und den Zimt-Raum empfanden sie wärmer als er tatsächlich war.

sanfte alternative zu ritalin: methylanthranilat in zitrusölen


Beim Recherchieren für einen Buchbeitrag musste ich mich eingehender mit der modernen und weit verbreiteten Droge namens Methylphenidat beschäftigen. Noch nie gehört? Der Stoff wird heute – zumindest in den USA – von jedem vierten Studenten eingepfiffen, um dem Leistungsdruck und Prüfungsstress standhalten zu können. Das Zeug sei nichts anderes als Kokain, nur in geringerer Dosierung, sagt der Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Uni-Klinik Göttingen Gerald Hüther. Trotzdem ist es unter dem Namen Ritalin in jeder Apotheke erhältlich – zumindest wenn man ein entsprechendes Rezept vorlegt. [Das Mittel wurde benannt nach Rita, der Frau des Entwicklers Leandro Panizzon, andere Handelsnamen: Concerta und Medikinet] Professor Hüther sagt weiter:

In den Siebzigern nahm man LSD, um dem Muff der Nachkriegszeit zu entkommen. In den Achtzigern nahm man Kokain, um sich trotz Pershing-II-Raketen gut zu fühlen. In den Neunzigern nahm man freitags Ecstasy-Pillen, um bis montags zu tanzen. Es waren Spaßdrogen, mit denen die Jugend gegen die Erwartungen der Gesellschaft rebellierte. Heute nehmen Studenten Ritalin, weil es ihnen hilft, sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen. Sie sind die erste Generation, die eine Vernunftdroge konsumiert. Eine traurige Droge, ein Armutszeugnis. Quelle. Zeit Online

Nun sind es nicht nur Studenten, also junge Erwachsene, die sich zunehmend dieser Wohlstandsdroge zuwenden, sondern viele K(leink)inder können den modernen Schulalltag nur bestehen, wenn sie damit schön gleichmäßig gedopt werden. Freilich will ich den wohl überlegten Einsatz eines pharmazeutischen Hilfsmittels nicht leichtfertig kritisieren, ich weiß von Fällen, in denen hyperaktiven und aufmerksamkeitsgestörten Kindern nicht mehr anders geholfen werden kann/konnte. Schlimm ist es, wenn sich die betreffenden kleinen (und großen) Menschen schon selbst auf den Geist gehen, denn sie spüren oft, dass etwas nicht in Ordnung mit ihnen ist.

Ich kritisiere vielmehr den leichtfertigen Umgang mit der machtvollen Droge, die nicht frei von gravierenden Nebenwirkungen ist – bis hin zu Selbstmordgedanken. Ich meine, dass in „leichten Fällen“, wo das Verhalten „nur“ anstrengend und nicht bedrohlich ist, andere Maßnahmen ausprobiert werden sollten. Und damit bin ich bei den Düften angekommen, ich hatte über dieses Thema hier bereits einmal geschrieben. Die zwei schier unaussprechlichen Stoffe in allen Zitrusschalenölen, in Zitrusblättern und Zitrusblüten, aber auch in vielen Blütenabsolues, heißen Methylanthranilat und Dimethylanthranilat. Zweiteres ist dem Methylphenidat chemisch sehr ähnlich. Wie auch die in höchster Verdünnung betörend duftenden Stinkstoffe Indol und Skatol, die sich in manchen Blüten-Absolues befinden. Auch zu unserer körpereigenen „Happy-Droge“ Serotonin besteht eine gewissen strukturelle Verwandtschaft. So lässt sich chemisch begründen, warum wir Aromafachleute Rat suchenden Eltern und Lehrern fast immer Zitrusöle für hyperaktive und ähnlich auffällige Kinder empfehlen. Kinder suchen diese Öle ohnehin fast immer „freiwillig“ aus, sie fühlen sich meistens zu diesen Düften hingezogen. Wir beobachten immer wieder eine verblüffende Wirkung auf Stimmung und Verhalten der kids. Einer meiner Kursteilnehmer gab die Geschichte zum besten, dass ihn seine Frau nach langen Arbeitstagen manchmal aufforderte: „Du Peter, tu doch mal das ‚Schalt-die-Kinder-aus-Öl‘ in die Duftlampe!“

Diese Düfte, in feuerfreien Duftgeräten zu Hause und eventuell auch in Klassenzimmer/Kindergärten eingesetzt, können sehr stark zum Wohlbefinden sowohl der Pädagogen und Eltern als auch der Kleinen und Teenager beitragen. Wer sich in einer duften Umgebung wohl fühlt, lernt besser, wenn seine entsprechenden „Lern-Hormone“ noch angekurbelt werden, umso besser. Auch in einer psychiatrischen Klinik können Zitrusdüfte adjuvant (ergänzend) zur herkömlichen Therapie eingesetzt werden. Die Schweizer Krankenschwester und Aromatherapeutin Regula von Rohr hat beste Erfolge zu verzeichnen:

Wenn ich mir überlege, welche Düfte ich am breitesten einsetze und am meisten gebrauche, dann sind das sicherlich die Zitrusdüfte. Die haben bei allen psychischen Erkrankungen die mir hier in der Klinik begegnen, die höchste Akzeptanz mit der jeweilig längsten Anwendungsdauer. Das heisst, egal welche Grunderkrankung jemand mitbringt, die Zitrusdüfte sind bei mindestens acht  von zehn PatientInnen bei der persönlichen Auswahl dabei und sie werden am längsten angewendet.

In den vergangenen Jahren sind hunderte von Schülern und Schülerinnen in dem einzigartigen Projekt „Dufte Schule“ beobachtet worden, in dem deren Verhalten und Schulergebnisse mit und ohne ätherische Öle verglichen worden sind. Es gibt ein Buch dazu und das praktische Ätherische-Öle-Set Dufte Schule.

Einige Duftgeräte ohne offenes Feuer, die also im Umgang mit Kindern (und anderen bewegungsintensiven oder schwer berechenbaren Personengruppen) empfehlenswerter als Kerzenmodelle sind:

  • Flash-Duftlampe von Primavera, gleichzeitig eine wunderschöne Lampe mit tollem Licht, in verschiedenen Farben
  • Aromastream von Feeling, eine Art Ventilator mit austauschbarem Duftvlies, das einige Male in der Maschine waschbar ist (gibt es auch bei anderen Firmen)
  • Alabasterlampen wie von Aromatao sind ein Traum für den dickeren Geldbeutel (oder als Geburtstagsgeschenk)
  • Thermoduftsteine gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen, wie beispielsweise von Neumond und von Taoasis
  • Vernebler, auch Diffuseure genannt, welche die Öle überhaupt nicht erhitzen, sind aus Sicht der ätherischen Öle die schonendste Möglichkeit, hier noch ein schönes und preisgünstiges Modell von Farfalla
  • Duftbrunnen mit Vernebler-Effekt gibt es beispielsweise bei Neumond
  • Beduftungsobjekt, das per Kaltdiffusion arbeitet, für große Räume bis zu 60 qm (Schule, Kindergarten, (Zahn)Arztpraxis, Konferenzraum etc)
  • Auto-Duftgeräte werden an den Zigarettenanzünder angeschlossen, so dass natürliche konzentrationsfördernde Düfte für eine gute Fahrt sorgen (und nebenbei werden unangenehme Gerüche neutralisiert)

Übrigens dient Methylanthranilat als Vogel-Abwehrstoff auf Feldern, Golfplätzen, Mülldeponien, Dächern etc eingesetzt werden kann. Es schadet den Tieren nicht, sondern sie werden durch die Duft-Sprühstöße regelrecht abgestoßen, sie meiden diese Plätze nach einigen wenigen Anwendungen.

Eine natürlich beduftete Umwelt ist nicht gefährlich, obwohl die Presse und bestimmte Verbände chemische Duftbausteine, die bedenkliche Trägerstoffe enthalten, gerne mit natürlichen Riechstoffen gleich setzen. Das entspricht absolut nicht der Wahrheit, wie seriöse Chemiker, die sich mit Düften wirklich auskennen, bestätigen können. Hier ein Hinweis zu der Initiative, die kürzlich von Axel Meyer ins Leben gerufen worden ist: ICH WILL NATURDUFT. Machen Sie mit beim kleinen Fragebogen und unterstützen Sie damit die Kampagne gegen die vielen Duft-Verbote In meine Raumluft kommt nur Naturduft!

PS Im Ärzteblatt ist über eine Studie zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei ADHS zu lesen.

Raumbeduftung: vermeintliche Botschaften vom Immunsystem


Da wir schon mal bei unerfreulichen Themen sind, hier noch ein anderer unschöner Gegenwind. Ich habe kürzlich folgende Infos von Marion Keller bekommen. Sie ist von der Primavera-Partnerfirma Aromatao, in der vor allem Raumbeduftungsobjekte wie die nebenstehende elektrische Duftlampe Flash und -Konzepte vertrieben werden, samt den dazugehörigen natürlichen Duftmischungen.

Das Bundesumweltamt tendiert zu einem „duftfreien Raum“. Leider sitzt dort ein Referent, der an einer ausgewogenen Information kein Interesse zu haben scheint – unsere Bemühungen für einen konstruktiven Dialog verlaufen stets im Sande und das geht nun seit Jahren so. Eng verzahnt ist die Pressearbeit dieser Behörde mit der Öffentlichkeitsarbeit von Lobby-Verbänden, z.B. dem DAAB (dt. Asthma- und Allergikerbund).  Beide Institutionen befeuern sich gegenseitig, so dass in den Medien ein sehr schiefes Bild entstanden ist, Tenor „Finger weg von Duftstoffen jeglicher Art!“. So gab es bereits 2008 eine Studie (beauftragt vom DAAB bei Dr. Winkens/GUI-Institut), wo Duftmittel ganz unterschiedlicher Herkunft bewertet wurden und auch diverse Primavera-Öle arg unter Beschuss gerieten. Diese Untersuchung wurde dann 2010 erneut aktualisiert bzw. vertieft und dann in weitreichenden Medien publiziert mit Horror-Szenario: Wieder kamen etliche Primavera-Öle in Verruf. Das rief viele Kunden auf den Plan. Die Studie wurde in epischer Breite im DAAB-Verbandsorgan veröffentlicht und hat auf diese Weise viele Leute erreicht. Wichtig: der Versuchsaufbau des GUI-Instituts (= Gesellschaft für Umwelt- und Innenraumanalytik), Mönchengladbach, unter der Leitung von Dr. Andreas Winkens ist für unsere Chemiker nicht nachvollziehbar!!! Somit konnte man nicht faktisch gegen halten ohne Gefahr zu laufen, noch mehr Staub aufzuwirbeln. Fatal ist, dass sich Journalisten vornehmlich an die Bundesbehörde wenden, in der Hoffnung, dort ausgewogene Informationen zu bekommen. Dies ist aber leider nicht der Fall, so dass eine absolute Schieflage in der Presseberichterstattung entstanden ist. Mittlerweile haben wir auch Forum Essenzia überzeugen können, dass man auf diese Entwicklung in irgendeiner Form reagieren muss! Link hier Vor diesem Hintergrund sind wir immer wieder, bzw. immer stärker in Erklärungsdruck. Dazu kommen unsere Aromatao-Kunden ja nicht aus dem Therapeuten-Bereich (mit einer gewissen Vorbildung), sondern aus dem Marketing. Hier muss also zum einen grundsätzlich aufgeklärt und informiert werden. Zum anderen sollte dies in „leicht verdaulichen Portionen“ geschehen, weil dort niemand Zeit hat, sich ins Bodenlose zu vertiefen. Eine Bündelung von Studienerkenntnissen wäre also das Ziel.

Ich meine, die Aufklärung muss vor allem dahingehend erfolgen, den Aromalaien zu erklären, dass synthetische und „naturidentische“ Duftstoffe eben nicht identisch mit den natürlichen Ebenbildern sind, dass sie vielmehr drei oder mehr Prozent teilweise chlorierte Substanzen enthalten und dadurch viel eher reizend sind als die pflanzlichen Duftmoleküle. Zudem heißt reizend noch lange nicht „Allergie auslösend“, auch auf diesem Gebiet wird viel Unsinn erzählt, denn Widerstände der Haut oder der Atemwege sind eigentlich sehr begrüßenswerte Schutzreaktionen unseres Körpers, der gegen Stinkstoffe aufbegehrt. Wie die Hand, die mit den Brennnessel Kontakt hatte. Das ist jedoch nicht zwangsläufig eine Allergie, welche eine immunologische Aktion ist.

Ich habe kürzlich jemandem ein Deo eines führenden Kosmetikkonzerns mitbringen sollen und kaufte die falsche Sorte. So dachte ich, benutze ich es einfach selbst, denn es ist sogar ohne Aluminiumverbindung. Doch nach jedem Sprühstoß und minimalem Einatmen des gar nicht penetranten Duftes überfällt mich ein lästiges Hüsteln, das ich von meinen Naturdeos nicht kenne.

Kennt jemand seriöse Studien zum Thema „Raumbeduftung mit natürlichen Duftstoffen? Mir sind nur die französischen und englischsprachigen Texte von Marie-Cecile Pibiri bekannt: Indoor air purification and ventilation systems sanitation with essential oils, sie hat sogar ihre Dissertation (Doktorarbeit) diesem Thema gewidmet.

Wie sind Ihre/Eure Erfahrungen mit ätherischen Ölen in Räumen? Ihr könnt unten abstimmen (Mehrfachnennungen möglich! [das abgehackte Wort heißt ‚massvoller‘]) Ich jedenfalls möchte meine natürlichen Raumsprays und Duftmischungen für meine wunderschöne grüne Flash-Lampe um keinen Preis missen!