bei asthma: bronchienerweiternde wirkung durch riechstoffe


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Immer mehr wird von Wissenschaftlern erkannt, dass nicht nur die Riechrezeptoren, die unserer Nase zugeordnet sind, auf Riechinformationen regieren können, sondern dass auch andere menschliche Gewebe diese Fähigkeit besitzen (Haut, Blut, Leber, Herz, Prostata und Spermien).

Vor einigen Tagen hat die in dieser Forschungsrichtung bahnweisende Ruhr-Universität Bochum wieder ein spannendes Untersuchungsfeld auf einer Pressemeldung bekannt gegeben: Die Forscher rund um Professor Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt entdeckten, wie manche Riechstoffe die Bronchien erweitern können und bei somit bei Asthma gut tun. Andere Riechstoffe wiederum bewirken genau das Gegenteil und könnten im praktischen Leben die Schuldigen daran sein, dass manche Menschen auf penetrante synthetische Weichspül-Gerüche, Waschmittel, Kosmetika und Parfüms mit Atemnot reagieren. Möglicherweise wird es sogar einmal eine Bestätigung der Vermutung von vielen Heilpraktikern geben, dass (künstliche) Aromastoffe in Fertignahrungsmitteln, zu asthmatischen Reaktionen führen können. Hier ein Auszug aus der Pressemeldung vom 8. August 2016:

>> Riechrezeptoren in den Bronchien entdeckt
Die Muskelzellen der Bronchien nehmen Düfte wahr, zum Beispiel einen speziellen nach Bananen und Aprikosen. Das könnte eine gute Nachricht für Asthmatiker sein.
In den Muskelzellen der menschlichen Bronchien haben Forscher zwei Typen von Riechrezeptoren entdeckt. Aktivieren die passenden Düfte diese Rezeptoren, erweitern oder verengen sich die Bronchien – ein potenzieller Ansatz für die Asthmatherapie.

Zu diesem Ergebnis kam ein Team um Prof. Dr. Dr. Dr. habil Hanns Hatt und Dr. Benjamin Kalbe vom Bochumer Lehrstuhl für Zellphysiologie. Gemeinsam mit Kollegen verschiedener Kliniken in Bochum, Köln und Herne berichten die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift „Frontiers in Physiology“.

Bananen-Aprikosen-Duft erweitert Bronchien
Die neu auf den Muskelzellen entdeckten Rezeptoren tragen die Bezeichnungen OR2AG1 und OR1D2. Die Forscher identifizierten auch die zu den Riechrezeptoren passenden Düfte sowie die Signalwege, die diese in der Zelle auslösen.

Amylbutyrat, ein fruchtiger Duft mit Bananen- und Aprikosennoten, aktiviert den Rezeptor OR2AG1. Bindet der Riechstoff, entspannt und erweitert das die Bronchien. Der Effekt war im Experiment so stark, dass er die Wirkung von Histamin aufheben konnte. Diesen Stoff schüttet der Körper bei allergischem Asthma aus, wodurch sich die Bronchien verengen.

Ansatz für die Asthmatherapie
„Amylbutyrat könnte bei Asthma helfen, die Luftzufuhr zu verbessern“, folgert Hanns Hatt. „Vermutlich kann es nicht nur den Effekten von Histamin entgegenwirken, sondern ebenso denen von anderen Allergenen, die das Atmen behindern.“ Auch für die Behandlung anderer Krankheiten, etwa der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, könne der Rezeptor interessant sein.

Die Forscher zeigten außerdem, dass Amylbutyrat in den Muskelzellen die gleichen Signalwege in Gang setzt wie in den Riechzellen der Nase.

Zweiter Rezeptor mit gegenteiligem Effekt
Der zweite Rezeptor OR1D2 ist empfänglich für Düfte mit blumigen, öligen Noten, etwa Lilial oder Bourgeonal. Bindet der Riechstoff an den Rezeptor, passiert das Gegenteil wie beim Rezeptor OR2AG1: Die Bronchialmuskeln kontrahieren. Außerdem werden in den Zellen entzündungsfördernde Stoffe freigesetzt.

Für die Studie untersuchten die Forscher menschliche Zellkulturen, die das Team um Privatdozent Dr. Jürgen Knobloch vom Bochumer Universitätsklinikum Bergmannsheil zur Verfügung stellte. Dabei handelte es sich um glatte Muskulatur, die im Gegensatz zur quergestreiften Muskulatur nicht der willentlichen Kontrolle unterliegt. << 

Die komplette (englischsprachige) wissenschaftliche Arbeit kann hier runtergeladen werden.

Ernte_Kamille_röm

Römische Kamille, Chamaemelum nobile

Bei den ätherischen Ölen sticht in Sachen Bronchien-Erweiterung das eher noch unbekannte, fruchtig duftende Öl der Khella (Zahnstocherkraut, Ammi visnaga) besonders hervor und siehe da, es enthält fast 30% natürliche Butyrate, also Ester der Buttersäure. Das als stark entkrampfend wirksame ätherische Öl der römischen Kamille kann sogar noch mit einem höheren Anteil an diesen Buttersäure-Verbindungen aufwarten (gut 50 Prozent). Myrtenöle, Immortelle, Lavendel und Palmarosa enthalten kleine Mengen davon. Erfahrungsgemäß genügen kleine Anteile dieser Verbindungen, um ein ätherisches Öl entkrampfend wirken zu lassen.

Das seltene ätherische Öl aus den Samen der Khella (des Bischofkrauts) können die Schweizer bei Florentia bestellen, alle anderen bekommen es bei Maienfelser Naturkosmetik.

reizdarm und ätherische öle


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDas Reizdarm-Syndrom gilt inzwischen als eine Art „Depression“ des Darmes, in dem sich ja mindestens so viele Nervenzellen wie das Gehirn befinden und der auf einen funktionieren Stoffwechsel von Botenstoffen wie dem Serotonin angewiesen ist. Möglicherweise werden die sehr sensiblen Eingeweide durch Aroma- und Riechstoffe irritiert, denn viele (natürliche) Riechmoleküle sind „Buchstaben“ der Pflanzen und der Insekten. Manche dienen ausdrücklich der Warnung: Die Maispflanze warnt mit Hilfe von Indol eigene „Körperteile“, wenn erste Blätter von Fraßfeinden angeknabbert werden. Eine tropische stachellose Biene  produziert Neral und Geranial, um Feinde im Nest zu desorientieren, Blattläuse produzieren Farnesen als Alarmsubstanz: Es wird in für sie brenzeligen Situationen abgesondert, um „Kollegen“ zu warnen.

Da diese Funktionen von Riechmolekülen bislang nur rudimentär erforscht sind, wäre es denkbar, dass synthetisch  „parfümiertes“ Essen aber auch alles andere aus den Laboren, was heutzutage zum olfaktorischen Großangriff auf uns Menschen abgefeuert wird, für konstante Irritationsgefühle und Angst mit Fluchtgedanken führt. Mir geht es jedenfalls manchmal so: Erst kürzlich machte ich eine Tüte eines Reis-Fertiggerichtes auf, das uns geschenkt worden war. Ich wollte es unseren Hunden verfüttern, bereite es vorschriftsmäßig zu und fiel fast in Ohnmacht, als ich die stark nach Synthetik-Gewürzen riechende Pampe in der Nase verspürte. Ich spülte und spülte und spülte es, damit der Reis einigermaßen zu Reis wurde. Da ich sowas sonst nie esse, hat es mich schier erschlagen und ich wäre NIE auf die Idee gekommen, sowas zu verspeisen. Doch ich denke, sehr viele Menschen nehmen jeden Tag mehrere Produkte zu sich, die ähnliche Geschmacksstoffe enthalten, wir alle haben es mal eilig und greifen dann gerne zu Convenience-Food. Doch in den allermeisten Fällen besteht es aus bedenklichen Stoffen. Gerade gestern entdeckte ich 0reo-Kekse in einer neuen Geschmacksrichtung: Erdnuss. Beim genauen Studieren der Inhaltsstoffe bemerkte ich, dass keine einzige Erdnuss enthalten ist.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieSo wird unser Darm täglich „an der Nase herumgeführt“. Kein Wunder, dass er gereizt reagiert! Und die Lebensqualität kann erheblich beeinträchtigt werden, wenn starke Schmerzen, heftige Blähungen und häufige Durchfälle den Alltag begleiten. Interessanterweise kann man ihn mit Riechstoffen aus der Natur beruhigen, wir Menschen sind mit diesen Molekülen seit Jahrtausenden vertraut und sollten sie mal schädlich gewesen sein, haben wir uns mit ihnen bestens arrangiert.

Nun belegt eine kleiner wissenschaftliche Studie aus Essen und Duisburg die Wirksamkeit von Kümmelölleibauflagen (Bauchkompressen mit Kümmelöl). In diesem randomisierten kontrollierten Cross-over-Experiment wurden 48 PatientInnen mit Riezdarm-Symptomen (IBS) beobachtet (40 Frauen, 8 Männer, durchschnittlich 53,9 ± 14,4 Jahre). Während drei unterschiedlicher Behandlungszeiträume, die je drei Wochen dauerten, wurden entweder 2%-ig in Olivenöl verdünntes Kümmelöl (Carum carvi) mit einer warmen Moorauflage eingesetzt, oder nur erwärmtes Olivenöl oder nur körperwarmes Olivenöl. Erstere Anwendung war signifikant wirksamer (p = 0,033) als die anderen beiden ohne Kümmelöl. Auch die Anzahl der Personen, die überhaupt auf die Anwendungen ansprachen war in der Kümmelgruppe signifikant höher (43,9%) als in beiden Olivenölgruppen (maximal 20%). Es wird betont, dass es keine unerwünschten Nebenwirkungen bei der Anwendung von Kümmelöl gab und dass ein Großteil der PatientInnen vorhatten, diese Anwendung auch nach Beendigung der Studie weiter zu führen.

Die  Arzneipflanze des Jahres 2016, gewählt vom ‘Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde’ der Universität Würzburg, wird von den Wissenschaftlern dieser kleinen Studie im Rahmen von ‚Selbstmanagementstrategien‘ von chronischen Erkrankungen oder Beschwerden empfohlen (das heißt zur Selbstbehandlung).

carmenthin-kapselnWenn der Bauch besonders drückt, kann Kümmelöl in Kombination mit Pfefferminzeöl in den praktischen Carmenthin-Kapseln (klick!) eingenommen werden. Kümmelöl kann beispielsweise von Feeling (klick!) oder von der über 100 Jahre alten ur-deutschen Firma Bombastus (klick!) gekauft werden, für Kleinkinder mit Bauchschmerzen gibt es ein fertig verdünntes Produkt: das Baby-Bäuchleinöl von Weleda (klick!).

Lauche R, Janzen A, Lüdtke R, Cramer H, Dobos G, Langhorst J. Efficacy of Caraway Oil Poultices in Treating Irritable Bowel Syndrome – A Randomized Controlled Cross-Over Trial. Digestion. 2015;92(1):22-31.

Lauche R, Langhorst J: Studie zur Wirksamkeit von Kümmelölleibauflagen bei Patienten mit Reizdarmsyndrom. Zeitschrift für Phytotherapie 2015; 36: 244-246

blutungen naturheilkundlich stillen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie langjährige treue Blogleserin Brigitte Krause bedankte sich kürzlich für meine Hilfe bei diversen Wehwehchen. Dabei erzählte sie mir von einem scheußlichen Unfall, dessen Heilung aufgrund der sofortigen Anwendung eines ätherischen Öles überraschend positiv verlief. Hier Brigittes Bericht (ich habe die Vorher-Nachher-Fotos bewusst ganz nach unten gesetzt und ganz klein gemacht, wer nicht empfindlich ist, kann sie durch anklicken vergrößern):

„Ich habe mir am 4. Oktober 2015 beim Holzhacken die Kuppe vom linken Zeigefinger abgehakt. Es blutete sofort sehr stark und ich bemerkte, dass ich unter Schock stand, da ich keinerlei Schmerzen verspürte.

Nüchtern wie ein Roboter ging ich ins Haus (nachdem ich die Kuppe nirgends mehr finden konnte) und träufelte mir sofort Cistrosenöl auf die Wunde, um die Blutung zu stillen. Als ich bemerkte, wie sehr es jedoch weiter blutete, verlor ich plötzlich das Vertrauen in meine „Wundmanagement“-Fähigkeiten.

Ich verband den Finger und fuhr in 20 Minuten ins Krankenhaus. Dort angekommen, man nahm mich SOFORT dran, weil das Blut mittlerweile auch durch den Verband über den Arm des T-Shirts gelaufen war und alles viel schlimmer aussah, wie es in Wahrheit war. Der Arzt wickelte den Verband ab und ……es blutete nicht mehr.

Er war sehr erstaunt, dass die Wunde nicht mehr blutete und noch erstaunter über diesen starken Geruch, der vom Finger ausging. Er fragte mich, womit ich die Wunde behandelt hätte. Als ich die relativ trockene Wunde sah, kam sofort mein Selbstbewusstsein wieder zurück. Die Cistrose hatte es geschafft!

Der Arzt wollte mir dennoch Antibiotika verschreiben und Tetanus spritzen, was ich beides ablehnte. „Nicht ohne mein Öl“, sagte ich ihm und der Schwester. Ich hatte die Flasche in die Hosentasche gesteckt, als ich losfuhr. Die Schwester schüttelte nur den Kopf, der Arzt war einverstanden. Die Wunde wurde von ihm wieder mit dem Cistrosenöl behandelt, ich wurde verbunden und durfte gehen.

Am nächsten Tag suchte ich noch einmal meinen Hausarzt auf, der vorschlug, auch noch kolloidales Silber anzuwenden für die umgebende Hautareale. Einmal wurde der Finger ein wenig dicker und schmerzhafter und ich griff zu einer Lösung mit Nelkenöl und am nächsten Tag war der Finger wieder abgeschwollen.

Erstaunlich war für mich auch die Tatsache, dass die Wunde die ersten Tage kaum geschmerzt hat, was mich doch sehr verwunderte. So lange hält kein Schock an. Es hat vielleicht auch an der Cistrose gelegen, wer weiß!*

Nachts musste ich den Finger allerdings hoch lagern, sonst wurde das Pochen zu heftig. So habe ich die Wunde 5 Wochen lang mit Cistrose und kolloidalem Silber behandelt und dann war alles tatsächlich zugewachsen und bis auf eine ganz unmerklich feine Schräge fast nachgewachsen. Die Vorher-Nachher-Fotos zeigen, wie der Finger direkt nach dem Unfall aussah und wie jetzt der verheilte Finger ausschaut! Es ist beeindruckend. Am Nagel sieht man noch eine leichte Schräge. Das hat die Natur noch nicht so ganz auf die Reihe bekommen. Das schöne ist, dass das Gewebe vollkommen normal aussieht, die Rillen sind wieder da, alles ist schön glatt. Nur unter dem Nagel, da ist noch Hornhaut, eine verkrustete Stelle. Ich bin so dankbar, dass wir die Öle haben. Das wollte ich Dir nicht vorenthalten und so kannst Du Dich mit mir freuen.“

Finger_Brigitte_Krause*Anmerkung: Cistrose enthält p-Cymen und beta-Caryophyllen, darum zählt zu den schmerzlindernden und entzündungshemmenden ätherischen Ölen, es wundert mich nicht, dass Brigitte wenig Schmerzen empfunden hat. Cistrosenöl ist inzwischen sehr hochpreisig, es wirkt auch verdünnt hervorragend, darum empfehle ich die praktische Mischung von Feeling (klick!), das Öl ist in Jojoba 10:90 verdünnt.

Brigitte und ihr Mann vermieten ein schönes allergiker-freundliches und nach umweltbiologischen Kriterien renoviertes Ferienhaus (damit kennt sie sich gut aus) im schönen Windecker Land (nicht zu weit von Bonn und Siegburg, in Richtung Altenkirchen), wer mal reinschauen möchte, hier ist ihre Website: Haus Sommer

aromapflege bei trockener nase und trockenen augen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieTrockene Nase, trockene Augen: Immer wieder begegnet mir die Frage, ob man mit einfachen Mitteln helfen kann, wenn beispielsweise heizungsluftbedingt, nach chirurgischen Eingriffen oder aufgrund hormoneller Wechselzeiten die Nase und/oder die Augen Anlass zu Sorgen geben, also gerötet, brennend oder unangenehm trocken sind.

Eines der besten Mittel ist sicherlich ein gutes alkoholfreies Rosenhydrolat, das man ins Gesicht sprüht, die Augen sollten geschlossen sein und man sollte den duftenden Nebel so gut es geht einatmen. Danach sollte man das Innere der Nase mit einem Öl oder einem Balsam pflegen; das Öl kann gekauft werden (Gelositin klick!) oder ganz flink selbst gemacht werden und sogar noch effektiver gestaltet werden:

  • 9 ml Sesamöl (Sesamum indicum)
  • 1 ml Sanddornfruchtfleischöl (klick! Hippophae rhamnoides)
  • 2 Tropfen Orangenschalenöl (Citrus sinensis oder Citrus aurantium)
  • 1 Tropfen Myrtenöl (klick! Myrtus communis)

Wer Salben rühren kann, ergänzt die Rezeptur mit diesen Ölen. Aber reine Fettpflege hilft auch hervorragend bei trockener Nase:

sanft schmelzen, gut verrühren und in Cremetöpfchen fest werden lassen.

Bei trockenen Augen helfen tägliche Augenkompressen mit alkoholfreiem Rosenhydrolat, dafür einfach Wattepads gut damit befeuchten und mindestens 5 Minuten auf beide geschlossen Augen legen. Zudem sollte die tägliche Ernährung bei beiden Beschwerden mit ungesättigten Fettsäuren ergänzt werden, also native (‚kalt gepresste‘) fette Pflanzenöle tropfenweise auf Salate, Gemüse und sonstige Gerichte geben: Leinöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Arganöl, Haselnussöl etc. Oder täglich einige Nüsse und Samen essen (Walnuss, Mandel, Haselnuss, Kürbiskerne, Sesam, Sonnenblumenkerne [aufs Essen streuen] etc). Gehärtete Fette möglichst vollständig vermeiden und tierische Fette stark reduzieren! (viele gekaufte Kekswaren, frittiertes Essen, Billigschokolade, Billigeiscreme etc).  Ergänzend wäre die kurmäßige Einnahme (3-6 Monate) von Nachtkerzen- oder Borretschsamenöl (Foto oben) denkbar. Hier (klick!) geht es zur Beschreibung von wichtigen fetten Pflanzenölen für die Hautpflege und zum Einnehmen.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieEine finnische randomisierte Doppelblindstudie an 86 Menschen mit trockenen Augen (zu wenig Tränenflüssigkeit) konnte zeigen, dass die Einnahme von Sanddornkernöl sehr hilfreich sein kann (es enthält Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren, es ist preiswerter als das Fruchtfleischöl und nicht oder kaum orangefarben) . Zwei Gramm des Öles wurde täglich über drei Monate eingenommen (Herbst und Winter) [Larmo PS, Järvinen RL, Setälä NL, Yang B, Viitanen MH, Engblom JR, Tahvonen RL, Kallio HP. Oral sea buckthorn oil attenuates tear film osmolarity and symptoms in individuals with dry eye.J Nutr. 2010 Aug;140(8):1462-8 und Järvinen RL, Larmo PS, Setälä NL, Yang B, Engblom JR, Viitanen MH, Kallio HP. Effects of oral sea buckthorn oil on tear film Fatty acids in individuals with dry eye. Cornea. 2011 Sep;30(9):1013-9]

Euphrasia_xsAbkochungen mit Augentrostkraut sind ein alt bewährtes Mittel bei allen Arten von Augenreizungen (und können sogar bei den trockenen Schleimhäuten der Nase hilfreich sein). Ich habe noch nie so viel Augentrostpfänzlein gesichtet wie dieses Jahr. Allerdings ist es ein Heilkraut, das meistens übersehen wird, das mit Gift weg gesprüht wird (vor allem hier in Irland), das nicht ernst genommen wird. Die hübschen Blüten dieses Halbschmarotzers, die kaum größer als eine Ameise sind, erklären sich mit einer interessanten Zeichnung: Sie erinnert ein wenig an Wimpern.

Frühere Beiträge zum Thema: hier (klick!) ist beschrieben, wie man eine einfache Salbe zaubern kann und dort, wie es noch schneller geht: die Schüttelsalbe (klick!).

korianderöl bei fußpilz


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieFußpilz kann mit ätherischen Ölen eliminiert werden! Im Rahmen einer klinischen Studie, die Freiburger Wissenschaftler vergangenes Jahr durchführten, wurde festgestellt, dass eine Kühlsalbe (Unguentum leniens), die mit 6 Prozent ätherischem Korianderöl angereichert war, erfolgreich bei Fußpilz zwischen den Zehen war. 40 TeilnehmerInnen (Durchschnittsalter 52,5 Jahre, 60 Prozent der Teilnehmer waren Männer) trugen zweimal täglich circa einen Monat lang die Mischung oder ein Placebo auf. Bei der Koriandergruppe verbesserten sich nicht nur die Symptome, sondern auch der Befall durch den Fußpilz reduzierte sich hoch signifikant besser (p < 0.0001) als bei der Placebogruppe. Zudem wurde das Produkt gut vertragen.

Leider ist die TeilnehmerInnenzahl dieser Studie zu gering, als dass sie wirklich ernst genommen werden wird, doch ich denke, für den Privatgebrauch ist dieses Ergebnis eine wertvolle Information. [Bikers FC, Anastasiadou Z, Fritzen B, Frank U, Augustin M. Topical treatment of tinea pedis ustin 6% coriander oil in unguentum leniens: a randomized, controlled, comparative pilot study. Dermatology 2013; 226: 47-51]

der kleine unterschied: ätherische und fette pflanzenöle


Kürzlich habe ich eine kleine Tabelle, welche den Unterschied von ätherischen und fetten Pflanzenölen zeigt, auf meiner Aromatherapie-Facebook-Seite veröffentlicht. Mit einem typischen Fehler einer Dyskalkulie-Leidenden 😉 [Danke an Stella Pangaea für die Korrektur!] Alles was mit Zahlen zu tun hat, versetzt mein Hirn in Verwirrung. Und die Zahl NULL existiert irgendwie gar nicht, ob eine oder zwei oder drei Nullen irgendwo macht für mich keinen großen Unterschied… Jedenfalls habe ich den fetten Ölen nur 9 magere Kalorien pro 100 Gramm spendiert, dann wären sie ja magerer als eine Salatgurke – wenn ich ganz genau drüber nachdenke, ist das irgendwie logisch!!!) Es sind natürlich 9 Kalorien pro Gramm (etwas mehr als das Doppelte von Proteinen und Kohlenhydraten, welche jeweils mit 4 Kalorien pro Gramm zu Buche schlagen). Diesen Fehler habe ich zum Anlass genommen,  diese Tabelle zu aktualisieren und zeige sie euch hiermit.

Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

die schüttelsalbe


AiDA Aromatherapy Eliane Zimmermann

Ich gehöre ja nicht zu den geduldigen Zeitgenossen. Und Nein Sagen fällt mir schwer (obwohl ich kürzlich ein Angebot eines kurzen super bezahlten Vortrages in Japan abgesagt habe: einen gaaaanzen Tag im Flieger sitzen – 40 Minuten reden – einen gaaaanzen Tag im Flieger sitzen). So kam dieser Tage die Bitte nach einer Zaubersalbe bei einem seit Jahren vorkommenden Hautproblem. Immer bei größeren Temperatur-Umschwüngen wird die Haut an einigen Stellen, vor allem der Hände, bräunlich, extrem schmerzempfindlich, platzt eventuell sogar auf. Ich war schon fast auf dem Weg nach Prag. Also schnell eine Schüttelsalbe gemacht.

aromasalbe selbermachen AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannIn einer gut schließenden Creme/salbendose naturbelassene Sheabutter (Bezugsquelle hier klicken!), zwei erbsengroße Tupfer Aloe vera-Gel und drei Spritzer Rosenhydrolat schmelzen – wir heizen tagsüber nicht, also machte ich es geschwind im Wasserbad, auf dem Heizkörper ginge es noch schneller. Mit Jojobaöl und Rosa mosqueta-Öl (Wildrose) auffüllen (circa 1/3 der Gesamtmenge). Gut schütteln, vorher Deckel gut drauf schrauben!!!! Sonst gibt es Flugsalbe! Ans Beschriften denken!

naturkosmetik selber machen eliane zimmermann

Ätherische Öle hinzufügen, wichtig erschienen mir vor allem Karottensamen (hallo Christine!!! klick für mehr Infos über die Wilde Möhre), Patchouli und Rose (für undefinierbare Hautprobleme fast immer erfolgreich):

  • 3 gtt Daucus carota, Karottensamen
  • 3 gtt Pogostemon cablin, Patchouli
  • 1 gt Rosa damascena, Rose türkisch destilliert
  • 1 gt. Lavandula angustifolia, Lavendel
  • 1 gt. Helichrysum italicum, Immortelle

Das ganze hat keine 10 Minuten gedauert, schneller als in die Apotheke fahren ist das allemal. Und möglicherweise effektiver, das wird sich aber noch zeigen.

PS Die Abkürzungen gt und gtt kommen aus der alten Apotheker-Rezeptursprache und beziehen sich auf den lateinischen Begriff gutta (Einzahl) und guttae (Mehrzahl). Handschriftlich und mit alten Bleilettern wurden die beiden tt als so genannte Ligatur geschrieben/gesetzt, wie ein einziger Buchstabe. Wenn Rezepturen zum Herstellen von Medikamenten notiert wurden – vor noch gar nicht so langer Zeit gab es keine oder kaum Fertigmedikamente – wurden sie schnell und einfach statt des oft wiederkehrenden langen Wortes ‚Tropfen‘ aufgeschrieben.

PPS: Eine Variation dieser Salbe ist bei Christine entstanden: hier klicken.

unterschätztes ätherisches öl: koriandersamen


Eliane Zimmermann Eliane ZimmermannSowohl in großen Teilen der asiatischen als auch der mexikanischen Küche ist das Kraut des Koriander eine wichtige geschmackliche und dekorative Ergänzung zahlreicher Speisen. Es heißt auch Arabische Petersilie oder Cilantro (nicht wirklich korrekt jedoch weltweit gebräuchlich) und wie bei dem gebräuchlicheren Gewürzkraut können auch die Wurzeln und Samen eingesetzt werden. Der eher abschätzige Name „Wanzenkraut“ bezieht sich auf den oft als eigenartig bis ekelerregend-abstoßend empfundenen Duft der Blätter, koris im wissenschaftlichen Namen heißt sogar ‚Wanze‘. Die Tierchen riechen anscheinend wie das Kraut und umgekehrt (unter den heute herrschenden Bedingungen hat kaum noch jemand Kontakt mit (Bett-)Wanzen….). Möglicherweise besitzen wir Menschen einen (genetisch verankerten) Abwehrmechanismus auf diesen Insektengeruch, so dass uns die ähnlich gestalteten Duftmoleküle im Korianderkraut in eine Art Alarmzustand versetzen.

In der Aromatherapie haben wir zwei sehr unterschiedliche Düfte zur Verfügung: Einerseits das sehr stechend riechende Öl aus den Blättern dieses Krautes aus der Familie der Apiaceae (Doldenblütengewächse), es enthält vorwiegend aromatische (‚phenolische‘) Aldehyde und kann somit hautreizend wirken. Andererseits das ätherische Öl aus den kleinen kugeligen Samen (korrekt: Früchte), es erinnert im Duft eher an Lavendel, da es sogar mehr als jenes reichlich Linalool (75%) enthält. Es wird noch viel zu wenig in der Aromapflege eingesetzt, ja es wird richtig gehend unterschätzt. Dabei ist es relativ preiswert, die Gewinnung zerstört keine wertvollen pflanzlichen Ressourcen, denn das wärmeliebende Heil- und Küchenkraut wächst reichlich und dankbar und es gibt sogar etliche wissenschaftliche Studien zu Wirkungen jenseits der hauptsächlich bekannten carminativen Wirkungen (blähungswidrig).

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEine vor einem Jahr veröffentliche In vitro-Studie aus Portugal konnte zeigen, dass das ätherische Öl aus Coriandrum sativum gegen etliche gram-negative und gram-positive Bakterien einsetzbar ist. Insbesondere dem gefürchteten MRSA kann das Öl zusetzen, aber auch Bakterien, die durch Lebensmittel zu Vergiftungen führen können. Es wirkte lediglich nicht gegen Bacillus cereus und Enterococcus faecalis. Interessant für die ganzheitlich denkenden und pflegenden Menschen ist die Erkenntnis, dass das komplette Öl besser wirkte als der Haupt-Inhaltsstoff Linalool (der im Labor meistens in synthetischer Form vorliegt).

Die per Durchflusszytometrie mit Propidiumiodid vorgenommene Untersuchung der betroffenen bakteriellen Zellmembranen zeigte, dass diese unter Einfluss des ätherischen Öles ihre Zellatmung einstellten. Die elektrische Spannung der Membran (das so genannte Potenzial) war genauso gestört wie die Transporterfunktionen. [Silva F, Ferreira S, Queiroz JA, Domingues FC: Coriander (Coriandrum sativum L.) essential oil: its antibacterial activity and mode of action evaluated by flow cytometry. J Med Microbiol. 2011 Oct;60(Pt 10):1479-86.]  The Journal of Medical Microbiology

In einer im März 2011 veröffentlichten brasilianischen In vitro-Studie konnte gezeigt werden, dass Korianderöl eine deutliche Wirkung gegen Candida albicans-Befall in der Mundhöhle aufweist. Es zeigte die beste Wirkung im Vergleich zu den ätherischen Ölen von Allium tuberosum (Knoblauch), Cymbopogon martini (Palmarosa), Cymbopogon winterianus (Java-Citronella) und Santolina chamaecyparissus (Heiligenkraut). Furletti VF & al. Action of Coriandrum sativum L. Essential Oil upon Oral Candida albicans Biofilm Formation. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. Vol 2011

Die Zeitschrift für Phytotherapie widmete den Schwerpunkt ihrer ersten Ausgabe 2012 dieser vernachlässigten Heilpflanze, darin wird unter anderem berichtet über die Wirkungen von Koriandersamen gegen

  • MRSA (methycillinresistenter Staphylococcus aureus)
  • Pseudomonas aeruginosa
  • Bacillus subtilis
  • Salmonella typhosa
  • Campylobacter jejuni
  • Mycobacterium avium
  • β-hämolysierende Streptokokken
  • Staphylococcus aureus

Korianderöl kann auch gegen pathogene (krankmachende) Pilze eingesetzt werden, im Fall von Candida albicans „hemmte das Öl die Biofilm-Bildung durch den fakultativ pathogenen Hefepilz genauso wirksam wie Nystatin und Fluconazol.“ Weitere Pilze, welche das Öl gar nicht leiden können sind beispielsweise

  • Aspergillus aegypticus
  • Penicillium cyclopium
  • Penicillium interdigitatum
  • Trichoderma viride
  • Epidermophyton interdigitale
  • Microsporum canis

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIn der aktuellen (Sonder-)Ausgabe der Zeitschrift für Phytotherapie wird von einer Studie berichtet, in welcher es bei 1200 Personen mit Kontaktallergien eine 5%-ige Mischung des ätherischen Öles mit Vaseline (!!!)  zu keiner allergischen Reaktion kam, was aufgrund der 75% Linalool im Öl hätte erwartet werden können, wenn man der aktuellen vorgeschriebenen Deklaration auf Kosmetika glauben würde. (Es wird für Kosmetika die Linalool enthalten gefordert, dass Linalool als Allergen aufgelistet wird.) Bei 40 Probanden wurde 1%-iges Korianderöl im okklusiven Patchtest untersucht und es kam auch nicht zu Unverträglichkeitsreaktionen. Das süßlich-holzig duftende und äußerst verträgliche Öl wird also für Anwendungen bei folgenden Indikationen empfohlen:

Casetti F, Wölfle U, Augustin M, Frank U, Schempp C: Einsatz von Korianderöl in der Dermatologie. Zeitschrift für Phytotherapie 2012; 33 (Suppl. 1). Eine weitere neue Studie aus der Universitäts-Hautklinik Freiburg befasst sich der antimikrobiellen Wirkung von Korianderöl: Casetti F, Bartelke S, Biehler K, Augustin M, Schempp CM, Frank U (2011) Antimicrobial activity against bacteria with dermatological relevance and skin tolerance of the essential oil from Coriandrum sativum L. fruits. Phytother Res 25: 2011 Aug 4., auch ein Artikel der Forscher um Professor Dr. Christoph Schempp vom letzten Jahr zeigt die Heilmöglichkeiten mit diesem Öl auf: Schempp CM, Wölfle U, Rispens JA, Schaette R (2011) Koriander (Coriandrum sativum L.) – ein heilkräftiger und antimikrobiell wirksamer mediterraner Doldenblütler. Der Merkurstab 64 (4):339-345.

Besonders fein duftend finde ich eine Rarität, die durch CO2-Extraktion gewonnen wird, manchmal wird sie bei Feeling angeboten, derzeit befindet sich „nur“ das destillierte Korianderöl (Klick auf gefettetes Wort!) im Web-Shop, nachfragen lohnt sich jedoch, da es auch als feines, antioxidativ wirksames Gewürz in der Aromaküche eingesetzt werden kann. Bei der nächsten Amazonbestellung kann auch das feine Korianderöl von Taoasis mitbestellt werden (danke für die kleinen Provisionen an all die engagierten BestellerInnen der letzten Wochen!!! 🙂 )

Es ist also an der Zeit, diesem wohltätigen „Lavendel auf der Familie der Sellerie-Fenchel-Kümmelgewächsefamilie“ mehr Beachtung zu schenken!

pflanzenöle – grundbaustein für die lebensfunktionen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyWir Naturheilfreunde und Befürworter einer möglichst natürlichen Ernährung und Körperkosmetik werden schon mal schräg angesehen. Menschen, die sich nicht viele Gedanken um ihre Nahrung und die mögliche Ursache von Beschwerden und Krankheiten haben, betrachten uns bisweilen als so eine Art Müsli-Fakire. Andere bewundern uns und meinen, dass wir tagtäglich vor dem Kühlschrank und am Herd Heldentaten vollbringen. Sie meinen, dass sie selbst nicht so eine Disziplin hätten. Dass jemand Geschmacksvergnügen und wirklich Freude an naturbelassener Vielfalt haben kann, erscheint Außenstehenden eher seltsam. Und dass sich gar jemand über das hier abgebildete Geburtstagsgeschenk so richtig freuen kann, kommt manchen Kritikern ziemlich befremdlich vor.

Wenn Laien sich ein kleine wenig damit beschäftigen würden, wie wesentlich gute Fette, Öle und die jeweiligen Nahrungsmittel derselbigen für unsere Gesundheit sind, hätte sie vielleicht auch mehr Freude daran. In den Siebziger Jahren ist uns (und unseren Eltern) mit viel Geld und in einer breit angelegten, weltweiten Werbekampagne ins Gehirn gehämmert worden, dass nur Margarine uns vor dem Herztod bewahren kann, dass nur durch wissenschaftliche Erkenntnisse eine Brot- und Kochschmiere entstehen konnte, die uns nicht fett machen und darüber hinaus noch den Cholesterinspiegel gesundheitsbringend beeinflussen soll. Alle anderen Fette hätten den vorzeitigen Tod durch Fettleibigkeit im Schlepptau, „Fett ist ungesund und macht fett“ lautet seitdem die Devise.

Dass native Pflanzeöle, Nüsse, Samen und manche Früchte (Sanddorn, Avocado) vielfältige Naturapotheken in sich bergen, wird erst ganz langsam wieder bekannt. Auch werden diese „fetten Öle“ seit gut 20 Jahren in der Aromapflege und -Therapie als Träger- und Verdünnungssubstanzen eingesetzt, doch um den jeweiligen therapeutischen Wert einiger dieser goldenen (oder roten oder grünen) Flüssigkeiten ist immer noch recht wenig bekannt. Wäre das nicht so, könnte sicherlich ein Heilgebiet entstehen, das man Oliotherapie nennen müsste. Denn hat man die richtigen fetten Pflanzenöle, sind ätherische Öle manchmal gar nicht nötig. Das ist vor allem für den Bereich der Seniorenpflege interessant, wo der Siegeszug der ätherischen Öle noch sehr schleppend vor sich geht. Überall dort, wo die Implementierung der Aromapflege auf starken Widerstand stößt, könnte ein erster Schritt mit der Oliotherapie oder Oliopflege getan werden. Bei Venenproblemen und vereiterten Wunden könnte man mit dem grandiosen Vielkönner Calophyllumöl große Hilfe leisten, bei trockenen Schleimhäuten, Magengeschwüren und dem Hand-Fuß-Syndrom wäre den PatientInnen mit Sanddornfruchtfleischöl enorm geholfen, bei Neurodermitisbeschwerden hätte man in Argan-, Nachtkerzen– und Borretschsämenöl kraftvolle Verbündete. Akne und Narben könnte man erfolgreich mit Hagebuttenkernöl begegnen und immungeschwächten und gar an Krebs erkrankten Menschen würde man mit Schwarzkümmelöl wieder auf die Sprünge helfen. Ekzematische Haut reagiert hervorragend auf ein gekonntes Gemisch aus einigen Ölen. Eine Kur mit feinstem, frisch gepresstem Bio-Leinöl bringt den ganzen Organismus wieder auf Trab. Man müsste sich dann nicht – wie bei der Pflege mit ätherischen Ölen – peinlich genau mit Verdünnungsvorschriften herumschlagen und bräuchte sich auch nicht mit möglichen Kontraindikationen oder Patientengruppen, welche ätherische Öle eventuell nicht vertragen würden, befassen. Man müsste allenfalls Allergien abfragen, aber dieses Gebiet muss in der Anamnese ohnehin abgeklärt werden.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie Liste der Indikationen für für viele Pflanzenöle ist so unglaublich vielfältig und lang, dass Feeling mich gebeten hat, einen Zweitages-Kurs für alle InteressentInnen in Wien zu diesem Thema anzubieten (17. und 18. März 2012 im Springerschlössl). Ich habe mich seit meinem Schwerpunkt-Abitur in Ökotrophologie (Ernährungswissenschaft) intensiv mit diesem Thema beschäftigt, habe bei einem Marketingexperten Psychologie studiert, der die Margarinekampagne mit ins Leben gerufen hat (und der berichtete, mit welchen Lügen und Übertreibungen diese verbunden war). Ich zähle die „Fette-Öle-Bibel“ Fats that Heal – Fats that Kill von Udo Erasmus (leider nur auf englisch) zu meinen besten Büchern über Ernährung (wie auch viele Rezensenten bei Amazon). Aber ich liebe auch das wunderbare Buch von Ruth von Braunschweig Pflanzenöle – Qualität, Anwendung und Wirkung, in dem viele einfache und schnell umsetzbare Rezepturen nachzulesen sind. Sie beschreibt auch jedes bekanntere Pflanzenöl fundiert und doch für jedermann und jederfrau gut verständlich. Pflanzenöle, richtig angewendet, machen nicht fett, im Gegenteil, einige Fettsäuren helfen beim Entschlacken und Abnehmen, da sie sehr stoffwechselaktiv sind. Pflanzenöle sind der Grundbaustein für alle Zellen und werden vom Körper bei vielen Aufbauvorgängen benötigt, sie gehören in jede Ernährung, der menschliche Körper ist seit Urzeiten auf sie angewiesen. Und wenn es nur fünf oder sechs nicht geröstete und pestizidfreie (nicht oder wenig gesalzene) Nüsse und/oder Mandeln am Tag sind. Nur weil diese „Medizin“ überall zu kaufen ist und relativ preiswert ist, ist sie noch lange nicht unwirksam! (Ölefotos: Christine Steiner)

karottensamenöl bei hautproblemen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyGerade erst habe ich den blühenden wilden Möhren einen Blogtext gewidmet und schon neigt sich deren Saison dem Ende zu. So möchte ich euch das Feuerwerk der wirklich hübschen Blumen nicht vorenthalten, denn nun sieht man wirklich, woraus das ätherische Öl destilliert wird.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs wird aus den putzigen „stacheligen“ winzigen Samen hergestellt. Sie schmecken eigenartig erdig, dill-ähnlich mit einer Spur Eukalyptusgeschmack.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyNachdem sich alle Schirmchen der Blüte zur Mitte hin gewendet haben, sie bilden nun ein schützendes Nest (für was eigentlich???)

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyUnd nachdem jeder einzelne Same braun-knusprig-trocken geworden ist. Irgendwie wirken sie wie ein Haufen winziger Insekten, Schildläuse vielleicht.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyOb das Öl gegen Krabbeltierchen wirksam sein könnte? Die chemische Zusammensetzung, reichlich Sesquiterpenverbindungen, spricht dafür. Ich habe es jedoch noch nie so eingesetzt. Jedoch wirkt es gegen Hauterscheinungen, schuppige, eben „stachelige“ Haut; Haut die Schutz benötigt, die von Wind, Kälte, Sorgen, Stress angreifbar geworden ist. Die ihre Aufgabe als „Spiegel der Seele“ zu ernst nimmt und bei jeder kleinsten Aufregung „aufblüht“. Und so kaum mehr das schützen kann, was darunter liegt. Weil man die schützende Schicht ständig aufkratzen möchte. In diesem ganzen Bereich ist Karottensamenöl fast unschlagbar.

PS Im neuen Blog von Christine Lamontain geht es um Integrale Osmologie, sie stellte kürzlich auch die spitzenartigen Blüten der Wilden Möhre vor: Das Olfaktorische Duftgespräch.

A rather rare essential oil is distilled from the tiny seeds of the wild carrot (Daucus carota). It has an excellent action against sore and itchy skin, it is ideally suited for skin which needs protection – like the flower which builds up a kind of a nest over the summer.