DAS kräuterbuch – gratis


Iruhlemanns_covern einer Welt, in der es oft „nur um’s Geld“ geht, in der Bücher mit  erschreckend viel Desinformation verkauft werden und in der das Internet immer öfter unzuverlässige Antworten gibt, ja in dieser Welt gibt es auch Goldgruben. Völlig kostenlos stellt uns einer der deutschsprachigen Duft- und Heilkräuterpioniere (und sein Team) wieder einen unglaublich ausführlichen Katalog vor. Daniel Rühlemann schenkt uns 372 Seiten (fast 75 MB) vollgepackt mit intensiv bebilderten Informationen rund um duftende und heilende Gewächse vor, vom kleinsten „Mauerblümchen“ bis zu stattlichen Sträuchern, von A wie Agastache bis Z wie Zypressenkraut. Alles ist wundervoll in Szene gesetzt, traumhafte Fotos zeigen uns die Welt der Pflanzen, sogar Bilder von frisch aufgegangenen Sämlingen sind vorhanden, damit wir lernen können, gewünschte von eher ungewünschten selbst aufgegangenen grünen Besuchern  im Kräuterbeet zu unterscheiden. Zahlreiche Rezepte machen Appetit, kleine Geschichten rund um diese duftende Welt unterhalten machen Lust auf einen eigenen Kräutergarten. Oder wenigstens einen Kräuterbalkon. Auch ein Plätzchen auf dem Fensterbrett kann in eine Mini-Duftoase verwandelt werden.

Denn für jede Pflanze bzw. deren Samen gibt es genaueste Informationen über Höhe, Breite, Frostbeständigkeit und noch viel mehr. Und die Auswahl ist mittlerweile beachtlich: erstaunliche 39 Arten und Sorten Lavendel sind erhältlich, es kann aus 31 „Minzen“ (es gibt auch etliche Pflanzen, die nicht zur Gattung Mentha gehören und dennoch stark minzig/mentholig duften) gewählt werden, und die Qual der Wahl hat, wer aus 68 Arten und Sorten Basilikum bestellen darf! Insgesamt gibt es 890 Arten Pflanzen und 822 Sorten Saatgut, neuerdings auch sortiert nach Art des Duftes: grasig, stinkig, rosig, veilchen-artig, curry-ähnlich etc, so dass nach Duftvorlieben oder -Abneigungen gewählt werden kann.

ruhlemanns_themenReichlich Informationen rund um Teegetränke, auch fertige Mischungen dazu, spannende Infos für Räucherfreunde gegeben, etliche Besonderheiten aus der Traditionellen Chinesischen Medizin wie Moxa-Kraut lernt man kennen, ungewöhnliche „Geschmacks-Ersatzpflanzen“ wie Pilzkraut machen neugierig. Auch Anti-Katzen-Wühlen-im-Garten-Planzen fehlen nicht. So genannte Jungbrunnen-Pflanzen (Yams, Jiagulan etc) und „reinigende“ sowie die Gehirntätigkeit verbessernde Ayurvedagewächse wie Centella, Bacopa und Ashvaganda sind in diesem extrem umfangreichen Sortiment auch enthalten.

Der Katalog und viel mehr Informationen befindet sich hier. Der dazu gehörige Blog informiert regelmäßig passend zur Jahreszeit über allerlei Pflanzen und Abläufe, auch Rezepte wie für vielfältige Smoothies können nachgelesen werden. Je nach Pflanze sind Samen oder Jungpflänzchen oder auch beides bestellbar. Wer in Nord-Deutsclnad wohnt (Raum Bremen) kann sich auch die Pflanzen abholen und bekommt 10% Rabatt. Momentan findet freilich aufgrund der Temperaturen kein Versand/Verkauf statt (ab März), aber ein freier Sonntag und lange Winterabende laden zum Schwelgen dieses einzigartigen Werkes ein! Also auf die Tasten drücken und ran an die Lektüre! Und auf einen Grünen Daumen hoffen! 😉

Noch eine wertvolle Ergänzung der treuen Leserin und Kommentatorin Bastelfee, danke!: „Ja – Suchtgefahr. Die kann ich bestätigen. Empfehlen möchte ich Euch den Kräutertag 2017 am 18. Juni 2017. Der Kräutertag ist sehr interessant und umfangreich. Er ist ein großes Fest für alle Sinne mit vielen Ausstellern rund um Kräuter, den Kräutergarten und der Küche mit viel Selbstgemachtem etc. Die Jahreszeit ist gut gewählt, denn die Firma Rühlemann’s befindet sich ziemlich nördlich. Auch die Newsletter ist empfehlenswert. Hier nun ein Link zum Kräutertag: http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de/Kraeutertag-2017 Nehmt Euch Zeit und genießt den schönen Tag. Ein freundliches Ambiente erwartet Euch.“

teebaumöl, das sanfte kraftpaket


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAnfang der neunziger Jahres des vergangenen Jahrhunderts kam das Teebaumöl in die deutsche Aromatherapie-Szene, mit ihm einige Bücher, welche die Besonderheiten dieses ungewöhnlichen ätherischen Öles erläuterten (siehe ganz unten). Einige Bücher wurden aus dem Englischen übersetzt, andere von deutschen AutorInnen recherchiert und zusammen gestellt. Alle sind inzwischen aus den Regalen der Bücherläden verschwunden, vermutlich weil das Wissen um dieses Tausendsassa-Öl inzwischen zum Allgemeinwissen gehört, man möchte es im Falle von Infektionen nicht mehr missen.

Der Geruch, den die fein gefiederten Blättchen dieses australischen Baumes absondern, ist allerdings selten ein Duftlampen-Duft, meine KursteilnehmerInnen hier in Irland haben auch immer die Möglichkeit, einen echten Tea tree-Tee zu trinken, der allerdings nicht wirklich zu den großen Genüssen zählt. Aber wie man früher so schön sagte: Wirklich wirksame Medizin muss/darf nicht schmecken.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDer Name dieses bis zu sieben Meter hohen Baumes stammt vom in England und Australien sehr bekannten Botaniker Sir Joseph Banks (1742-1820), der um 1770 mit dem legendären Weltenumsegler Captain Cook unterwegs war und bei Ureinwohnern sah, dass sie ein teeartiges Getränk aus den zarten Zweigen machten. Nach Banks sind übrigens etliche Pflanzen benannt, unter ihm als Direktor wurde Kew Gardens bei London zum führenden Botanischen Garten weltweit. Wer so pflanzenbücherbesessen wie ich ist und englischsprachige Lektüre mag, wird sich köstlich amüsieren über ein kleines Büchlein: Sex, Botany, and Empire: The Story of Carl Linnaeus and Joseph Banks von Patricia Fara. Mindestens genau so eine schöne Zeitreise in die damalige Zeit, als Botanik noch Pornografie war und Staubgefäße zählen nur Männern vorbehalten war (bei der puscheligen Teebaum-Blüte vermutlich besonders erotisch!!! 😉 ), bietet die deutsche Übersetzung eines spannenden Romans, der leider vergriffen ist, jedoch noch antiquarisch erhältlich ist: Die Pflanzenmalerin von Martin Davies. Doch zurück zum Teebaum, der Stoff für zahlreiche Bücher bieten würde.

phenol

Phenol (Benzenol)

1925 bewies der australische Chemiker Arthur de Ramon Penfold (1890–1980), dass unverdünntes Teebaumöl 11 bis 13 Mal stärker antiseptisch wirkt als das damals fast überall verwendete Desinfektionsmittel Karbolsäure (Phenol, synthetisch). Anders als dieses scharfe Antiseptikum, das die Haut stark angreift, hatte Teebaum nicht diese schädigende Wirkung und wurde so zum beliebtesten Haushalts-Desinfektionsmittel Australiens. Das Öl wurde besonders wichtig, um Wunden im zweiten Weltkrieg zu behandeln. Es war gar so hoch angesehen, dass angeblich Menschen, die in der Teebaumöl-Produktion arbeiteten, vom Militärdienst frei gestellt wurden, bis wieder genügend Reserven davon produziert waren, so dass jeder australische Soldat in seinem Erste-Hilfe-Set ein Röhrchen Teebaumöl dabei hatte.

Das Öl aus den Zweigen dieses wunderschön cremeweiß-pfeifenputzerähnlichen blühenden Baumes namens Melaleuca alternifolia besteht aus circa 20 Inhaltsstoffen (gezählt bei einer 99,26%-Analyse, „Minis“ mit Anteilen weit unter 0,1% können freilich auch noch vorhanden sein). Jedes einzelne dieser Moleküle sind für sich genommen gar nicht so besonders. Doch das Zusammenspiel dieser natürlichen Bausteine ergibt eine seltene Kombination aus BREITBAND-WIRKUNG bei unterschiedlichsten Infektionen und doch gleichzeitig großer MILDE. Das einzige „Problem“ bei Teebaumölen ist ihre recht kurze Haltbarkeit bzw Verträglichkeit. Bei sehr empfindlicher Haut kann ein unsachgemäß gelagertes Teebaumöl bereits nach 6-9 Monaten hautreizend wirken. Von robuster, gesunder Haut kann es auch viel länger vertragen werden.

Die relativ kurze Haltbarkeit hat zum einem mit einem eher geringen Anteil an stabilisierend wirksamen Sesquiterpenen (meistens circa 4%) und Sesquiterpenolen (meistens unter 2%) zu tun. Andererseits findet durch Wärme, Licht und Sauerstoff im Teebaumöl ein chemischer Prozess statt, in dem sich Moleküle im Öl von bestens verträglich zu hautreizend verändern. Im eher realitätsfernen Experiment bei sehr ungünstiger Lagerung (hell, warm, zu kalt, unverschlossen) – kann das Öl innerhalb von wenigen Wochen stark oxidieren, es können aggressive Peroxide, Hydroperoxide und Endoperoxide aus den Monoterpenen, die im Öl enthalten sind, entstehen, u.a. hyperämisierendes (hautrötendes) Ascaridol, welches zu ernsthaften Dermatiden und Allergien führen kann (es reagiert in isolierter Form mit organischen Säuren, der weibliche Genitalbereich befindet sich im sauren pH-Bereich, also Achtung!). Jedoch keine Sorge, im lichtgeschützten dunklen Fläschchen und bei weder zu kalten noch zu warmen Temperaturen hält Teebaumöl ein gutes Jahr oder gar mehr.

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Umwandlung von Terpineol-4 zu Ascaridol

Dermatologen entdeckten ferner, dass der natürlicher- und frischerweise niedrige Gehalt an p-Cymen im Laufe der Zeit von 3 auf 11,5 Prozent steigen kann. Dieses Molekül wirkt in kleinen Mengen deutlich schmerzlindernd und zart durchblutungsanregend (Counterirritant Effect), schon eine etwas erhöhte Menge kann bei sehr feiner und empfindlicher Haut zu (leichten) Reizungen führen. Es beschädigt jedoch besonders die Zellwand von Bakterien auf eine Weise, dass antibiotische Stoffe (natürlich oder synthetisch) den Krankheitskeim schädigen können (ich berichtete hier über dieses neu entdeckte Phänomen). Umgekehrt schrumpfte der Gehalt an Alpha- und Gamma-Terpinen sowie an Terpinolen auf die Hälfte der ursprünglichen Konzentration. Das ist im Buch Dermatologie an der Schwelle zum neuen Jahrtausend von B. M. Hausen (Dermatol. Klinik Buxtehude), Seiten 154-156 nachzulesen und in der Arbeit: Hausen BM, Reichling J, Harkenthal M. Degradation products of monoterpenes are the sensitizing agents in tea tree oil. Am J Contact Dermat. 1999 Jun;10(2):68-77.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Autoren dieser Arbeit betonen ausdrücklich „Während frisch destilliertes Teebaumöl selten zu Hautveränderungen führt, induziert autoxidiertes Öl eine Kontaktallergie„. Ich kenne übrigens jemanden, der ein bei einem Discounter gekauftes Teebaumöl hat gaschromatographisch untersuchen lassen, es kam leider bereits oxidiert aus der sehr preiswerten Flasche. Geht man also behutsam mit diesem Öl um, sorgt der Inhaltsstoff Terpineol-4 (oder Terpinen-4-ol, ein Monoterpenol) für eine hervorragende antiseptische Wirkung, ohne auch nur im geringsten reizend zu wirken.

thymol_molekul

Thymol

Wir kennen bei den üblicherweise verwendeten ätherischen Ölen noch eine zweite Gruppe von Inhaltsstoffen, die über eine ausgeprägte Breitband-Wirkung bei Infektionen verfügt: die Monoterpenphenole (meistens einfach Phenole genannt, diese sind ähnlich, jedoch nicht identisch mit dem oben erwähnten Phenol, welches korrekt ein Benzenol ist). Doch diese können bereits in kleinen Mengen hautreizend und vor allem schleimhautreizend wirken. In isolierter und synthetischer Form allerdings wesentlich schlimmer, als eingebettet in das Zusammenspiel mit anderen Molekülen. Bei manchen Anwendungen ist die heftige Wirkung okay und man nimmt vielleicht sogar minimale Reizungen in Kauf, beispielsweise bei einem hartnäckigen Fußpilz. Man muss ätherische Öle, die diese Inhaltsstoffe enthalten, sehr verantwortungsvoll verdünnen. In einem französischen Buch über Aromatherapie wurde die Hautanwendung nur für die Fußsohlen als zumutbar betrachtet (Philippe Mailhebiau: La nouvelle aromathérapie). Die ätherischen Öle folgender Pflanzen sind Beispiele für Öle, die von Natur aus reich an Phenolen sind :

  • Thymian Ct. Thymol (Thymus vulgaris)
  • Thymian Ct. Carvacrol (Thymus vulgaris)
  • Spanischer Thymian (Thymus zygis)
  • Quendel (Thymus serpyllum)
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Spanischer Oregano (Corydothymus capitatus)
  • Bohnenkraut (Satureja montana)
  • Gewürznelkenknospe und -blätter
  • Tulsi (Ocimum sanctum)
  • Piment und Bay (Pimenta dioica und P. racemosa)                       ABER
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durch Klicken wird diese Vergleichs-Tabelle von Teebaumöl-Analysen größer!

Teebaumöl aus Melaleuca alternifolia enthält keine Phenole, darum ist ein frisches Teebaumöl bereits bei Kleinkindern anwendbar, freilich in den dem Alter des Kindes angepassten Verdünnungen von circa 1 Prozent. Es gibt allerdings einen Öleanbieter, dessen Teebaumöl angeblich einen erheblichen Anteil an Phenolen haben soll (35-70% Monoterpene, 25-40% Phenolalkohole, 2-8% Alkohole, 8-20% Sesquiterpene, 5-18% Sesquiterpene, 1-5% Sesquiterpenole, siehe Tabelle ganz rechts). Sollte das angebotene Öl tatsächlich so zusammen gesetzt sein, würde es sich nicht um ein naturreines, frisches ätherisches Öl aus Melaleuca alternifolia handeln, es würden dann nicht die üblichen Empfehlungen gelten und es wäre möglicherweise auch nicht so hautverträglich wie normalerweise erhältliche hochqualitativen Teebaumöle.

Ich gehe jedoch davon aus, dass diese Behauptung nicht wahr ist, denn die Konkurrenz schläft nicht und es passiert jedem Ätherische-Öle-Anbieter, dass die Mitbewerber mal das eine oder andere Produkt buchstäblich unter die Lupe nehmen. Es wäre viel zu riskant, ein derart verfremdetes „Teebaumöl“ auf den Markt zu bringen. Ich vermute vielmehr, dass man mit dieser „neuartigen Inhaltsstoffe-Analyse“ für Teebaumöl versucht, passend zu machen, was nicht passt, und dieses wirklich unglaublich potente Öl in eine von diesem Anbieter erfundene/verwendete Skala zu pressen. Diese Zahlen-Skala soll das Qualitäts- und Heilungspotenzial von ätherischen Ölen auf einen Blick erkennbar machen, besonders hoch angepriesene ätherische Öle enthalten in diesem System Phenole. Im Prinzip eine prima Sache! Macht man beispielsweise auch bei Lebensmitteln*.

Laut diesem Öle-Anbieter, der stets extrem hohe Dosierungen empfiehlt, hat das Teebaumöl auf der firmeneigenen Skala 100 von 100 Punkten. An die Spitze dieser in der Branche nicht anerkannten Bewertungsskala kommt Teebaum allerdings nur, wenn man ihm einen hohen Anteil an nachweislich nicht vorhandenen Phenolen andichtet. Ebenso wie Wintergrünöl und Majoranöl Phenole enthalten sollen. Dichtung und Wahrheit: Kommerziell funktioniert diese Marketing-Prosa bestens, auch oder weil sie auf völlig falschen Grundannahmen basiert.

Quelle, Infos zur Tabelle: ATTIA, Australian Tea Tree Industry Association  http://www.teatree.org.au/
ISO http://www.iso.org/iso/iso_catalogue/catalogue_tc/catalogue_detail.htm?csnumber=37033

  • Die Teebaumöle dieser Tabelle stammen von sieben renommierten Anbietern aus Deutschland, USA, Frankreich, Brasilien. „Öl 3“ bezeichnet Mittelwerte eines Labors, das mehrere Teebaumöle analysiert hat.
  • Die grünen Zeilen enthalten Monoterpenole (Monoterpen-Alkohole), die blauen Zeilen enthalten Monoterpene (C10-Kohlenstoffketten ohne funktionelle Gruppe), die orangefarbenen Zeilen enthalten Sesquiterpene (C15-Kohlenstoffketten ohne funktionelle Gruppe), die grauen Zeilen enthalten Sesquiterpenole (Sesquiterpen-Alkohole), die gelbe Zeile enthält das Monoterpen-Oxid 1,8-Cineol (=Eukalyptol).
  • In der rechten weißen Spalte befinden sich die Angaben einer Repräsentantin des erwähnten Anbieters, der Phenole in seinem Teebaum haben soll. Diese Angaben weichen sowohl von den international geforderten Inhaltsstoffemengen ab als auch vom Durchschnitt aller von mir durchgesehenen GC-Analysen von unterschiedlichsten Teebaumölen.
  • Sp bedeutet Spuren.
  • Das Zeichen :: bedeutet, dass 2-3 minoritäre Inhaltsstoffe nicht aufgelistet sind.
  • Das Zeichen ::: bedeutet, dass mehr als 5 minoritäre Inhaltsstoffe nicht aufgelistet sind, die in den anderen Analysen nicht aufgeführt sind.
  • Die beiden Öleanbieter, unter denen in der letzten, weißen Spalte eine Zahl steht, stellten annähernd 100%-Analysen zur Verfügung.
  • Viridifloren wird in den USA oft Leden genannt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZum Vertiefen des Wissens rund um Teebaumöle im weitesten Sinne hier noch ein Link der Universität Hamburg zu einer Dissertation (Doktorarbeit) über unterschiedliche Melaleuca- und andere Teebaumöle von Frank Christoph, sie lautet: „Chemische Zusammensetzung und antimikrobielle Eigenschaften der ätherischen Öle von Leptospermum scoparium J. R. et G. Forst. und anderer Teebaumöle der Gattungen Kunzea, Leptospermum und Melaleuca unter besonderer Berücksichtigung von Handelsölen“

Nachfolgend liste ich meine uralten Bücher zum Thema auf, falls jemand antiquarische Schätze sammeln möchte, bei den beiden schönen Büchlein von Ruth von Braunschweig tut es mir richtig Leid, dass sie vom Markt verschwunden sind:

* indem man beispielsweise den ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorbance Capacity) angibt, der anzeigt, wie stark antioxidativ ein ‚Superfood‘ wirken soll (z.B. Kurkuma 127068, Hagebutten 96150, Gojibeeren 3290, Quelle).

sensationelle duftpflanzen-lektüre


Wenn wir schon mal bei absoluter Fachlektüre sind, der „Große Dicke“ von Daniel Rühlemanns Kräutergärtnerei sucht auch seinesgleichen: In keinem mir bekannten Buch findet man soviel Information über Aussehen, Geschmack, Anwendung und Anbau von auch den allerseltensten Heil- und Duftkräutern. Wer eine bessere Internetleitung als wir hat, kann das wundervoll illustrierte Mammutwerk sogar kostenlos runterladen. Fast alle vorgestellten Pflanzen können nach der Frostperiode bestellt werden, auch Samen bekommt man in reicher Auswahl. Schon das Stöbern im Online-Shop macht ungeheuer viel Spaß. Und wer dann eine Pachoulipflanze, Vetiver, Myrrhe, Zitronenmyrte, Granatapfel und zig Basilikumsorten sein eigen nennen darf, kommt dem Wesen und den Anforderungen von Duft- und Heilpflanzen ein gutes Stück näher, auch wenn nur ein Balkon oder gar Fensterbrett zur Verfügung steht. Wer in der Nähe von Bremen wohnt (hallo D.K.!!!) muss unbedingt mal hinfahren, es werden auch spannende Seminare angeboten. Im Blog der Rühlemanns kann man viel Lesenswertes aus dem Alltag in der Gärtnerei erfahren und auch immer wieder kleine nützliche Videos anschauen. Einer der letzten Beiträge zeigt 20 Lavendelarten, ein Fotomosaik aus wirklich sehr unterschiedlich aussehenden Pflanzen, die uns mit unserem wichtigsten Öl versorgen.

Ätherische Öle in der Psychiatrie – ein gelungener Kongress


Am vergangenen Freitag, den 15. Oktober, trafen sich über 100 Gäste und viele engagierte Referentinnen und Referenten zu einem Erfahrungs- und Wissensaustausch über den Einsatz von ätherischen Ölen im psychiatrischen Bereich. Gastgeber war ein aromaerfahrenes Team der Universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel, Initiatorin war die Aromatherapeutin Regula Rudolf von Rohr. Sie kann auf viele Jahre der therapeutischen Erfahrung mit den natürlichen Essenzen zurück blicken und sie hat volle Rückendeckung durch die zuständige Ärzteschaft.

Auch Christoph Cassidy, Leiter Pflege und Qualität der UPK Basel ist vom Nutzen von Aromatherapie und Aromapflege in seinem Hause überzeugt.

Jean-Claude Richard von Farfalla begann den Tag mit ungewollt kritischen Worten und Prognosen. In seinem wunderbar anschaulichen Vortrag ‚Warum „Bio“ auch bei Duftstoffen logisch ist‘ zeigte er auf, was die moderne Landwirtschaft seit fünfzig Jahren mit ihren immer noch circa 500 Pestiziden anrichtet (circa 300 wurden – zumindest in der EU – verboten). Lebensmittel werden aber nur auf circa 200 dieser Giftstoffe kontrolliert (was wir wohl alles mit essen???). Ätherische Öle können diese gesundheitsschädigenden Moleküle – beides sind fettlösliche Substanzen – in ungünstigen Mengen enthalten, darum ist es wirklich ein Muss, für die Aromapflege bio-LOGISCH einzukaufen. Mal abgesehen davon, dass man mit diesem Verhalten die mühselige, rückenschindende Arbeit der Kleinerzeuger unterstützt, keine moderne Sklavenarbeit subventioniert und vieles mehr.

Destruktive, nicht nachhaltige Erntetechniken aus Wildsammlung, unkontrollierter Handel, Schmuggel sowie Betrug machen den Vertrieb von ätherischen Ölen zunehmend aufwändiger. Südfranzösischer Lavendel ist derzeit auch noch durch zwei Krankheiten stark bedroht, selbst die harten Chemiekeulen wollen nicht mehr recht helfen. Das ist einer der weiteren hohen Preise, den man bei extensiver Monokultur zahlen muss. Das blaue Duftwunder kommt heute zunehmend aus östlichen Ländern: Bulgarien und die Ukraine produzieren auf je 3000 Hektar bereits jeweils 40 Tonnen des beliebten Öles, China bewirtschaftet immerhin schon 1300 Hektar, um sich mit 30 Tonnen am Welthandel zu beteiligen. Lavandin wird übrigens zwanzig mal mehr produziert als Lavendel und 90 Prozent davon gehen an Duft-Riesen wie Procter & Gamble, Unilever, Colgate, Henkel usw.

Jean-Claude Richard zeigte wunderschöne Fotos von den Bioprojekten an diversen noch sehr abgelegenen Orten, vor allem vom ersten Bio-Dorf Europas Correns, in dem neben Wein und Oliven auch viele Felder mit aromatischen Kräutern für ein besonderes Mikroklima sorgen. Weil das malerische Dorf zudem von einer Hügelkette umgeben ist, hofft man, dass diese fast abgeschlossene Region von den schrecklichen Lavendelkrankheiten verschont bleibt. Der erfahrene und passionierte Aroma-Mann berichtete schmunzelnd, dass jeder Besuch dort in Süd-Frankreich mindestens eine Woche vorher angemeldet werden muss, da ein sehr prominentes Schauspieler-Paar im Dorf ein Schloss erworben hat und Angst vor Paparazzi hat.

Ein aufrüttelnder Exkurs ging am Schluss seines Vortrags noch in die Welt der künstlichen Aromen, welche uns und vor allen den jungen Menschen regelrecht den Appetit verderben, ohne dass es aber so recht bewusst wird. Echtes Erdbeer- oder Vanillearoma wird heutzutage oft als schwach oder unecht empfunden, da die Labor-Duftstoffe meistens viel intensiver duften. Erstaunliche Zahlen waren zu vernehmen: 1000 Tonnen echten Vanillearomas stehen derzeit 13000 Tonnen synthetischem Vanillearomas gegenüber. Was diese frankensteinschen Riechstoffe mit uns, unserem Verhalten und unseren Gehirnwindungen macht, sollte wohl besser verschwiegen werden, wenn es denn je erforscht werden wird….

Im nächsten Vortrag beschrieb die Pflegefachfrau Regula Rudolf von Rohr ihre Tätigkeiten und Erfahrungen mit kranken Menschen. Sie wird als Aromatherapeutin bezahlt, darf also auf Anweisung der betreuenden Ärzte intensiver als „nur“ aromapflegerisch arbeiten. Sie hat ursprünglich ihre Arbeit bei Martin Henglein erlernt, diese dann im Laufe der Jahre an die Bedürfnisse dieser sensiblen Patientengruppe angepasst. An den Universitären Psychiatrischen Kliniken gibt es also beide Arbeitsfelder: Aromatherapie und Aromapflege, welche Hand in Hand gehen.

Es folgte ein erfrischend-lustiger Bericht über zahlreiche Versuche und Irrtümer aus dem Arbeitsfeld der psychiatrischen Gesundheits-und Krankenschwester Claudia Arbeithuber aus Linz in Österreich. Sie betonte immer wieder die Notwendigkeit von unglaublich geringen Dosierungen, oft nur 1 Tropfen eines ätherischen Öles auf 100 ml fetten Öles. Denn psychiatrische PatientInnen sind meistens ungemein sensibel und reagieren oft übermäßig auf Reizüberflutung. So muss auch zunächst mit Berührungen sehr bewusst umgegangen werden und es darf zunächst allenfalls den Körperbereich mit Ölen behandelt werden, den die Kranken als angenehm empfinden. Düfte in minimalen Mengen und sanfte Streichungen haben dann oft bemerkenswerte Wirkungen. Uns wurde der Fall einer jungen Frau ausführlich vorgestellt, die sich extrem selbst verletzte und über die Jahre mit selbst gewählten und teilweise eher hoch dosierten ätherischen Ölen aus diesem Teufelskreis entkommen konnte.

Die Münchener Fachkrankenschwester und Wundexpertin Monika Volkmann berichtete in ihrem Vortrag ‚Osmologische Aroma-WundPflege‘ (OAWP) über viele Besonderheiten bei der Wundversorgung mit ätherischen Ölen, zusammen mit oder auch ganz ohne die hochmodernen Produkte zur Behandlung von Wunden. Die Kombination beider Verfahren kann sowohl in der Lokalantiseptik, in der Pflege von Wunden als auch in der Pflege der Wundumgebung bestehen. Im psychiatrischen Bereich wird man oft mit Sebstverletzungwunden konfrontiert: mit Schneiden, Kratzen, Ritzen, Stechen, Kopfschlagen, Trichotillomanie, Beißen, Zerkauen, Verbrühungen, Verbrennungen und vielem mehr. Dadurch spüren die Erkrankten sich oft besser, eine Verstärkung des psychischen Drucks kann erfolgen, die (verstärkte) Aufmerksamkeit der Umgebung wird gefordert.

Für die Lokalantiseptik haben sich folgende 100 % naturreine ätherische Öle seit circa 15 Jahren im klinischen Bereich bestens bewährt: Echter Lavendel (Lavandula angustifolia), Thymian (Thymus vulgaris CT Linalool) und Niaouli (Melaleuca quinquenervia). Sie können mit Ringerlösung verschüttelt werden (250 ml  RL + 10 – 20 gtt*), einer Grundmischung aus den genannten oder ähnlichen ätherischen Ölen zugefügt werden oder 2 – 3-prozentig mit hochprozentigem Alkohol zu einem Wundspray in einer Sprühflasche vermischt werden. Die Wundumgebung kann mit 0,5 – 3%igen Mischungen je nach Indikation und Häufigkeit gepflegt werden, das ist insbesondere nötig, wenn Wundnähte oder die Verbände aus Kunststoff hergestellt sind. Bei oberflächlichen akuten Wunden nimmt Frau Volkmann 2 – 3%ige Mischungen als Auflage oder Einreibung.

Oft verweigern die PatientInnen diese Art der Versorgung, dann können als alternativer Ablauf sogenannte Osmologische Arbeitsmischungen mit breiter Akzeptanz angeboten werden. Von der folgenden Mischung wird beispielsweise ein Tropfen auf ein Stückchen Zellstoff gegeben und dem/der PatientIn angeboten:
  • 4 gtt Citrus paradisii (Grapefruit)
  • 2 gtt Citrus bergamia (Bergamotte)
  • 2 gtt Citrus reticulata (Mandarine)
  • 1 gtt Anthemis nobilis (Kamille römisch)
  • 1 gtt Vanilla planifolia (alkoholischer Vanilleextrakt)
Man kann diese Grundmischung auch 0,5 %ig in Mandelöl (Prunus amygdalis dulcis) einarbeiten oder für eine Teilkörpermassage 6 gtt auf 30 ml Trägeröl einarbeiten.
Weitere zahlreiche Erfahrungsberichte wurden von Pflegefachleuten vorgetragen: Das Team von den Psychiatrischen Kliniken in Basel konnte 2006 ein Aromapflege-Konzept einführen und 2007 als allgemein akzeptierten Standard  in der Klinik verankern.
Seit diesem Zeitpunkt arbeiten auf zwanzig Stationen Pflegende, welche eine spezifische interne Schulung zur Aromapflege absolviert haben. Wir konnten an einigen Ergebnissen einer Literaturrecherche, die zur Evidenz der Aromapflege erarbeitet wurde, teilhaben (im Bild v.l.n.r. Franziska Rabenschlag, Sylvie Schumacher und Ursula Niemi).
Nach der Mittagspause berichtete Jürgen Ott (links) von der bekannten Clienis Privatklinik Schlössli über seine Arbeit auf der 60+-Abteilung, wo die Aromapflege eine ergänzendes Pflegeangebot für die siebzehn Behandlungsplätze darstellt. Die Aromapflegeverantwortlichen Christine Kleindienst (Mitte) und Roland Kaiser (rechts) von der PTA (Psychotherapeutische Abteilung) der UPK Basel fassten auch jeweils kurz ihre Erfahrungen auf dem psychiatrischen Sektor zusammen.
Es folgte dann mein Beitrag über wissenschaftliche Arbeiten mit und über demenziell veränderte Menschen, die vom Einsatz ätherischer Öle profitierten. Die drei A’s dieser Erkrankungsgruppe (Aggression, Agitation, Angst) können insbesondere mit den ätherischen Ölen von Melisse (Melissa officinalis), Lavendel (Lavandula angustifolia), Rosmarin (Rosmarinus officinalis) und unterschiedlichen Salbeiarten gut beeinflusst werden. Auch erkrankte Gehirnzellen, reagierten in zahlreichen Studien auf ätherische Öle wie Lavendelsalbei (Salvia lavandulifolia) sehr positiv, dieses Öl wirkt zumindest in Laborstudien wie die modernen Anti-Alzheimer-Medikamente, so genannte Acetylcholinesteraseinhibitoren. Ich schrieb vergangenes Jahr einen Fachbuchbeitrag zum Thema und berichtete auch hier davon. Spannend finde ich, dass allererste Ausfallerscheinungen bei der Alzheimer’schen Erkrankung mit einem „Schrumpfen“ der Riechkolben (verarbeitet Riechprozesse) im Gehirn und auch des Hippocampus (verarbeitet Gerüche und auch Erinnerungen) einhergeht. Ob ein bewussteres Riechen (an Nahrung, Blumen, ätherischen Ölen etc) einer Erkrankung vorbeugen kann oder ihr Fortschreiten eventuell zumindest verlangsamen kann?
Professor Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt begeisterte wieder durch seinen spannenden Beitrag über die fremde-ferne Welt der Riechorgane. Das ist nicht mehr nur die Nase, sondern wichtige Erkenntnisse liegen nun zur Riecharbeit des Nervus trigeminus (Drillingsnerv) vor und man weiß nun, dass die Haut auch Riechfunktionen erfüllt. Sogar das Herzgewebe kann sogar so etwas wie Riechen! Unzählige Zeitungsartikel über seine Forschungsergebnisse können hier nachgelesen werden, einige Radio- und Fernsehbeiträge befinden sich hier (viele Links sind allerdings nicht mehr aktiv).
Den fulminanten Abschluss dieses bunten Füllhornes an aromatischen Erfahrungen und Berichten bildete die Übersicht ‚Aromapflege aus dem Blickwinkel der modernen Wissenschaften‘ von Ruth von Braunschweig (Foto unten rechts, Eliane Zimmermann links). Auch sie betonte die Rolle der Haut als „fühlendes Organ“, welches einen direkten Draht zum Limbischen System hat und damit wieder mit dem Vorgang des Riechens vernetzt ist. Das Prinzip der Vernetzung, inzwischen auch in der Quantenphysik zu Hause, zog sich wie ein roter Faden durch ihre Ausführungen: „Die Welt ist nicht mechanistisch oder materiell erfassbar. Alles hängt mit allem zusammen. Das Ganze bildet eine dynamische Einheit.
Neben vielfältigen Informationen nahmen alle TeilnehmerInnen eine ausführliche Mappe mit Texten zu den einzelnen Beiträgen mit nach Hause. Es war ein gelungener Tag, ein professionell gestalteter Kongress, ein Fach-Event, der hoffentlich bald die Runde in vielen Kliniken und Pflegeinstitutionen machen wird!
Fotos: Universitäre Pschiatrische Kliniken Basel/Claudette Lang.             *gtt Tropfen

arbeitsheft aromatherapie


Endlich ist es da, das Werk, das mich ein gutes Jahr auf Trab gehalten hat: Arbeitsheft Aromatherapie (für portofreie Lieferung über Amazon darf über diesen Link bestellt werden, ich erhalte dann einen knappen Euro Provision ;-), das A4-Heft hat 113 Seiten inklusive des Registers und kostet 24.95 Euro). Ich hoffe, dass es vielen Lernenden der Aromatherapie helfen kann, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Ich hatte zwar nur 60 Seiten Platz, um Rätsel, Fragen und andere verspielte Formen des Wissensabfragens/Lernens zu entwerfen, doch ich denke, viele wichtige Themen konnte ich unterbringen.

Natürlich sind auch Fragen zu Duftchemie enthalten, teilweise comic-haft und auf alle Fälle gut verständlich gefragt und im Antwortenteil erklärt.

Nicht viele, jedoch etliche erläuternde Fotos sind im Heft verteilt.

Hier kann selbst ein (Fast-)Blinder auf einen Blick sehen, dass Citronella-Öl anders zusammengesetzt ist, als das zigmal teurere Melissenöl. Auch wenn sich die Diagramme auf den ersten Blick ähnlich sehen, so enthält Melisse einen Inhaltsstoff, der wunderbar bei der  Behandlung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen hilft. Dieser ist im Citronella-Gras oder in Apothekersprache missverständlich „Melisse indisch“ genannt nicht oder kaum enthalten (dafür ein antibakteriell wirksamer Monoterpenol, auch nicht schlecht!).

In vielen Zeitschriften (und Köpfen) werden der australische und der neuseeländische Teebaum (Manuka) verwechselt oder gleichgesetzt. Sie sind vom Gattungsnamen und Aussehen und auch von den Inhaltsstoffen und der Haltbarkeit sehr unterschiedlich, auch wenn beide kraftvolle Alliierte beim Kampf gegen schlimmste Bakterien wie MRSA sein können – durch Aromatogramme und einige wissenschaftliche Studien zweifelsfrei belegt.

Bei dieser Rosenfrage wird erläutert, dass es auch einen grundsätzlichen erheblichen Unterschied zwischen destillierten Rosenölen und Rosenabsolues gibt – das Herstellungsverfahren bestimmt die Zusammensetzung und damit oft auch therapeutische Schwerpunkte.

Bevor die 40 Seiten mit Erklärungen und Antworten starten, finden „Lehrlinge“ der Aromatherapie noch etliche Fragen aus den Abschlussprüfungen meiner Kurse – in Form eines Kreuzworträtsels. Hallo, Ihr Ehemaligen, einige der Fragen werden euch noch im Gedächtnis sein!!! Sie können beim Vorbereiten und auch beim Auffrischen alten Wissens helfen. Ich würde mich freuen, wenn die zunächst recht kleine Auflage ganz schnell verkauft werden würde!  An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei meinen Betreuerinnen im Verlag – Frau Mensing und Frau Marquardt – bedanken, dazu ganz besonders bei Stefanie Teichert, die diese als Word-Datei schier unübersichtliche Wüste aus Buchstaben und Zahlen einfach super lektoriert hat. Und wer Fehler findet (kein Buch ist fehlerfrei!), sollte sie nicht behalten, sondern uns gerne mitteilen.

aromatherapie bei facebook


Pausen müssen sein und so erfuhr ich beim Zeitungslesen, dass der ‚Social Platform‘ Facebook in den nächsten Jahren immer mehr Bedeutung zukommen wird. Man wird – zumindest als kleine Firma – immer weniger ohne solche Netzwerke auskommen können, so die Presse. Also habe ich mein vor sich hin dümpelndes Konto mal etwas aufgepeppt und eine Seite namens ‚Aromatherapie‘ hinzugefügt. Wenn sich hundert ‚Fans‘ zeigen, bekommt sie sogar eine spezielle Adresse bei Facebook. Ich habe bereits gut zwei Dutzend Fotos hochgeladen, so dass diese Seite einen aufklärenden Lernaspekt erhält. Menschen ohne Geld für ein gutes Aromatherapie-Buch oder mit Abneigung gegen das altmodisch erscheinende Lesen können hier dennoch wertvolle Informationen abholen. Das Fotoalbum ist über diesen Link zugänglich, man muss sich aber mal wieder anmelden (ich weiß, ätzend, doch so wird einem Missbrauch zumindest etwas vorgebeugt). Gerne lese ich in den jeweiligen Kommentare-Feldern über eure Erfahrungen mit dem einen oder anderen Öl, ich freue mich auch über Foto-Beiträge zum Fotoalbum und über Infos über besondere Erfahrungen mit verschiedenen Düften. Die eigentliche Aromatherapie-Seite liegt hier (oder das Stichwort Aromatherapie im Suchfeld eingeben, ich bin die an der dicken Kupferdestille und nicht die Band namens Aromatherapie).

PS Danke an die 12 ersten ganz schnellen ‚Fans‘!

Kamillenblüten unter der Lupe


Hier hatte ich im Juli über die besonderen, zusammengesetzten Blüten der Kamille geschrieben. Bei Bayern Alpha gibt es eine schöne Diashow, die meinen Text gut ergänzt. Es wird wunderbar der Aufbau der  unterschiedlichen Blütenanteile gezeigt  – das was man mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Hier reinschauen und unter „Erstaunliches unter der Lupe“ die elf Fotos und Skizzen bestaunen! Auf diesen Seiten gibt es noch viel Wissenswertes über viele Heilpflanzen.

Danke an Beatrice, sie hat dieses passende Gedicht erhalten und weiter gegeben:

Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen,
verlieh der Schöpfer den Kamillen.
Sie blühn und warten unverzagt
auf jemand, den das Bauchweh plagt.
Der Mensch jedoch in seiner Pein
glaubt nicht an das, was allgemein
zu haben ist. Er schreit nach Pillen.
Verschont mich, sagt er, mit Kamillen,
um Gotteswillen.
(Karl Heinrich Waggerl)

Heilpflanze 2010: Gewürznelke



Der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim (genannt Paracelsus) hat das bei uns gut etablierte Gewürz aus der Familie der Myrtengewächse mit dem Zungenbrechernamen Syzygium aromaticum (L.) Merr & Perry zur Heilpflanze des Jahres 2010 gekürt. Somit werden nun auch mal ihre medizinischen Eigenschaften ins Bewusstsein gerückt, die bislang hauptsächlich Zahnärzte zu würdigen wussten. Darum ist der Duft dieser exotischen Blütenknospen in unseren Breiten leider auch oft negativ besetzt. Es wird also Zeit, andere ihrer Tugenden kennen zu lernen.
Der aus dem griechischen stammende wissenschaftliche „Vorname“ bezieht sich auf die Worte syn (zusammen) und zygon (Joch), damit beschreiben Botaniker die haubenartig-spitz zusammengewachsenen Blütenblätter, siehe Zeichnung unten, Detail ganz links oben. Der deutsche Name Nelke kommt von Nagel, da die getrockneten Blütenknospen an Nägel erinnern. Mehr zu den Namen dieses faszinierenden Baumes, der von den Molukken stammt, auf den tollen Gewürzseiten von Gernold Katzer.
Der einstige wissenschaftliche Name Eugenia erzählt von der traditionellen Anwendung der leicht angetrockneten Blütenknospen des großen Baumes aus den Molukken. Eu kommt von „gut, wohl“ und die Wortfamilie genia/genus umfasst Wörter wie Gattung, Geschlecht, Geburt und Erbinformation. Das Menschengeschlecht kann nur fortbestehen, wenn es gute Geburten gibt, diese fördert bis heute das ätherische Öl der Gewürznelke. Ein anderer alter Name ist: Caryophyllus aromaticus.

Der ganze Baum ist aromatisch bis zu den Wurzelspitzen. Im deutschsprachigen Handel befinden sich meistens ’nur‘ zwei leicht unterschiedliche Öle: aus den Nelkenknospen und aus den Blättern. Haupt-Exporteur ist heutzutage Sansibar, die Insel hat sich auf die Produktion des weltweit verwendetetn Gewürzes spezialisiert.
Nelkenknospenöl (meine folgenden Infos und Rezepte beziehen sich darauf) duftet durch einen Anteil von bis zu einem Viertel an aromatischen Estern (u. a. Eugenylactetat) besonders fein und blumig. Nelkenblätteröl duftet etwas stechender, ist auch preiswerter, jedoch weniger gut verträglich. Sowohl Knospen- als auch Blätteröl wirken durch einen hohen Gehalt des Phenols Eugenol (bis 90%) stark antibakteriell, jedoch auch stark hautreizend, deshalb ist es wichtig, auf eine starke Verdünnung achten. Der Anteil an β-Caryophyllen kann beim beim Knospenöl circa 15 Prozent ausmachen, dieses Sesquiterpen verleiht dem Öl entzündungshemmende und antiallergische Eigenschaften, es hilft, ein aus den Fugen geratenes Immunssystem zu regulieren. Viele Insekten mögen diesen Duft gar nicht und werden in die Flucht getrieben, so dass Nelkenöl zu den insektifugen Mitteln zählt, traditionell spikt der Metzger damit Zitronen um Fliegen zu vertreiben.
Die Ergiebigkeit bei der Destillation der Nelkenknospen ist ungewöhnlich hoch (15-18%),  aus circa 50 kg erhält man circa 1 Liter Öl (aus den Blättern kann man circa 2 Prozent destillieren). Dennoch wird es oft mit dem billigeren Blätter- oder Stieleöl verschnitten. Synthetisches Eugenol und Isoeugenol ist laut Maria Lis-Balchin, einer bekannte britische Aromaforscherin, zu teuer, um damit zu fälschen und zu strecken.
Bekannt ist die Anwendung dieser fast pfeffrig duftenden Öle in der Zahnheilkunde, da sie – nicht nur – im Mund sehr anästhetisch wirken. Nelkenknospenöl wirkt stark schmerzlindernd und erwärmend bei rheumatischen Schmerzen und verhärteter Muskulatur. Auch bei Bronchitis, Fieber, Erkältung und Halsschmerzen und vor allen Dingen bei Mandelentzündungen wird es gerne verwendet. In selbst hergestellten Mundwässern wird der Duft/Geschmack, der gleichzeitig Bakterien reduziert, geschätzt.
Nelkenknospen- und Nelkenblätteröl wirken anregend und stärkend auf die Gebärmuttermuskulatur. Darum dürfen beide Öle in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen und unter fachlicher Anleitung verwendet werden. In Aromatherapie erfahrene Hebammen nutzen diese Wirkung jedoch gerne zur Einleitung einer verzögerten Geburt – als Gewürznelkentampons und/oder in einem ‚Wehencocktail‘. Bei vielen Geburten gibt es den Zeitpunkt, wo Gebärende für diesen schmerzhemmenden Kick und die damit verbundene seelische Unterstützung wirklich dankbar sind.
Ätherische Gewürznelkenöle müssen immer stark verdünnt angewendet werden, da sie stark haut- und schleimhautreizend sind und sollten streng genommen nur von gut geschulten oder zumindest in Aromatherapie erfahrenen Menschen verwendet werden.
Gewürznelkenöl ist ein generell kräftigendes und stimulierendes Öl, das bei physischer und psychischer Erschöpfung sehr gut einsetzbar ist.
Rezept für eine Grundmischung zur Prophylaxe von Heuschnupfenbeschwerden, ab sofort anzuwenden, damit im Frühling die Tränen-schnief-Saison besser überstanden wird (auch für Kinder ab 3 Jahre, dann Ätherisch-Öl-Anteil halbieren):

  • 4 ml  (80 Tropfen) Cedrus atlantica oder C. deodara, Atlaszeder oder Himalajazeder
  • 4 ml  (80 Tropfen) Cupressus sempervirens, Zypresse
  • 1 ml (20 Tropfen) Citrus limon, Zitronenschale
  • 0,5 ml (10 Tropfen) Myrtus communis Ct. alpha-Pinen, Myrte Anden
  • 0,5 ml (10 Tropfen) Syzygium aromaticum, Gewürznelke

Gut in 10-ml-Braunglasfläschchen mischen. Von dieser Grundmischung jeden oder jeden zweiten Tag ein wenig in unterchiedlichen Anwendungen verwenden: 5 Tr. in der Duftlampe, zwei bis drei Tropfen auf feuchtem Handtuch auf der Heizung, 6 bis 8 Tropfen in etwas Honig oder Sahne (Obers) vermischt in der Badewanne, 30 Tr. in 50 ml Wodka als Raumspray oder Decolleté-Spray (indirekt in die Nähe von Kragen, Schal etc sprühen), 5 Tropfen in etwas Honig oder Sahne (Obers) vermischt in 5 l Fußbad, 5 Tr. in 10 ml Jojobaöl auf Pulsgegend am Handgelenk.
Ganz vereinzelt findet man übrigens ein Absolue der Gartennelke auf dem Markt, meistens jedoch sind Nelkendüfte synthetischer Herkunft.
Wie ich kürzlich hier berichtete, spricht der Bestandteil Eugenol Sensoren im menschlichen Darm an, so dass vermehrt der „Happylizer“ Serotonin ausgeschieden wird. Ist doch eine tolle Erfindung, in der dunklen Jahreszeit Gebäck und auch herzhafte Gerichte (zB Rotkohl, Braten) mit dem Nelkengewürz abzuschmecken, so dass die Stimmung steigt.

PS Viele (der ausgezeichneten circa 400) Botanik-Zeichnungen findet ihr im Köhler’s Atlas der Medizinal-Pflanzen und auch auf der Seite von Thomas Schöpke. Da sie so alt sind (1887 erschienen), dass sie ohne Copyright belegt sind, könnt ihr sie zur Illustration eurer Unterlagen verwenden. Zeichnung: Köhler’s Atlas der Medizinal-Pflanzen

Schmerzlindernde Öle



Ich bin innerhalb von 24 Stunden zweimal nach Studien befragt worden, die sich mit ätherischen Ölen bei Schmerzen befassen. Welche Art von Schmerzen, musste ich zurück fragen, denn Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Wie die Mindmap-Übersicht oben zeigt (drauf klicken, dann wird sie etwas größer), haben sich für die unterschiedlichen bereiche von Schmerzen unterschiedliche Öle bewährt.
Bei Schmerzen am Skelett, von rheumatischen Beschwerden, Wachstumsschmerzen bis zu unfallbedingten „blauen Flecken“ sind als erstes die fetten Mazerate Johanniskrautöl und Mohnblütenöl zu erwähnen, eines von beiden sollte als Grundlage für eine schmerzlindernde Einreibung/Auflage verwendet werden. Meistens wird Olivenöl zum Ausziehen verwendet und dieses enthält schmerzlindernde Substanzen die dem Grundmolekül des bekannten Schmerzmittels Ibuprofen ähneln (die wissenschaftliche Studie dazu liefere ich nach, wenn ich etwas Zeit habe).
Gut studiert und dokumentiert sind folgende ätherische Öle und/oder ihre Hauptinhaltsstoffe bei Schmerzen:

  • Gewürznelke, Syzygium aromaticum [Eugenol und Methylsalicylat]
  • Wintergrün, Gaultheria procumbens/fragrantissima [Methylsalicylat]
  • Pfefferminze, Mentha piperita [Menthol und Menthon]
  • Lorbeer, Laurus nobilis (in einer Tierstudie ähnlich schmerzlindernd wie injiziertes Morphin)

Die Schmerzstudie des Schmerzspezialisten und Buchautoren der Uni Kiel Hartmut Göbel ist mittlerweile hinreichend bekannt, sie weist eine ähnliche Wirkung bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp von 10%-iger Pfefferminze wie jeweils 1000mg Aspirin oder Paracetamol nach.
Darmschmerzen wurden inzwischen von mehreren Wissenschaftlern untersucht, beispielsweise bei Reizdarm, hier wirkt eine Kombination von Kümmel- (Carum carvi) und Pfefferminzeöl in dünndarmlöslichen Kapseln besonders gut (das Öl pur schlucken bringt nicht sehr viel, da es im Magen verdaut/abgebaut wird, es soll aber erst etwas weiter ‚unten‘ wirken).
Eine Studie, die von PhysiotherapeutInnen dokumentiert wurde, belegt dass folgende standardisierte Ölekombination sehr gute Effekte bei Sportverletzungen (Knie- und Gelenkverletzungen, die Physiotherapie benötigten) aufweist:

  • Birke, Betula alba (Wintergrün wirkt fast identisch, da es mehr oder weniger die gleiche Zusammensetzung hat)
  • Cajeput, Melaleuca leucadendron
  • Römische Kamille, Chamaemelum nobile
  • Kampfer, Cinnamomum camphora (ich würde eher Rosmarin Ct. Borneon, enthält Kampfer, nehmen)
  • Zitrone, Citrus limonum
  • Gewürznelke, Syzygium aromaticum
  • Eukalyptus, Eucalyptus globulus
  • Zypresse, Cupressus sempervirens
  • Menthol wurde ergänzend hinzugegeben

The effects of the application of Dermasport plus Solution Cryo in physiotherapy
M. Le Faou, T. Beghe, E. Bourguignon, S. Dei Tos, T. Dupre, M. Saunier, J. Scaravelli. The International Journal of Aromatherapy (2005) 15, 123–128

Dufte Geschenkidee: Zitronen-Plakat


Die AiDA-Duftplakate-Edition hat Zuwachs bekommen: Die Farbe GELB mit ansprechenden Fotos von Zitrusfrüchten und natürlich den wunderschönen Blüten von Zitrusbäumen (schade dass Duftdrucken sehr teuer ist… ;-))) Oben links ist die „Geburt“ einer Zitrusfrucht in der Blüte abgebildet.
Auch das große Info-Poster über Inhaltsstoffe und Wirkweisen der wichtigsten ätherischen Öle ist sehr ästhetisch gestaltet, viele der abgebildeten Pflanzen wachsen in meinem Garten.
Das Plakat über die Inhaltsstoffe und Wirkweisen auch der ganz seltenen fetten Öle war die originelle Abschlussarbeit der zweijährigen Ausbildung zur Aromapraktikerin von Waltraud Reischer. Ihr hat das Projekt soviel Spaß gemacht, dass sie nun jedes Jahr eines oder gar mehrere Plakate drucken lässt und verkauft.
Die Rosen- und Lavendelmotive enthalten keine Sachinformation und können ein ästhetischer Blickfang in entsprechend bedufteter Umgebung sein. Das Plakat über Pflanzenwässer beschreibt die bekannten Inhaltsstoffe und Wirkweisen von vielen im deutschsprachigen Raum erhältlichen Hydrolate. Alle Poster sehen besonders gut aus, wenn sie in einem schlichten Holzrahmen stecken, wie sie beispielsweise vom schwedischen Einrichtungshaus recht preiswert angeboten werden. Bis auf „Hydrolate“, welches A2 groß ist, sind sie A1 groß und kosten jeweils 15 Euro zuzüglich Versandkosten, ersteres kostet 8 Euro.
Infos und Bestellungen bitte an waltraud.reischer(at)aon.at
PS Bei der Bestellung von (ab) zwei Plakaten entstehen keine Portokosten.