ätherische öle als wirksame helfer bei erkrankungen des nervensystems


duftmoleküle_in_äö_RegenbogenBeim Betrachten dieser Formeln steigen vor mir förmlich Düfte auf {zwar gibt es das „geistige Auge“, doch die „geistige Nase“ wäre ein passenderer Ausdruck}. Es kann vielleicht ein paar Jährchen dauern, bis man versteht, welches Heilungspotenzial sich hinter diesen Molekülen verbirgt, doch es lohnt sich! Viele dieser Moleküle sind in „offiziellen“ in der Apotheke erhältlichen Mittel eingearbeitet, manchmal (fast) so, wie die Natur sie vorgibt, manchmal etwas „kreativ“ verändert.

Umso erstaunter bin ich, dass man immer noch lesen und hören kann, dass ätherische Öle esoterischer Hokuspokus seien, dass sie allenfalls als Placebo wirken können, dass man einfach „dran glauben“ müsse. Liegt dieses Unwissen darin begründet, dass sowohl Journalisten als auch Mediziner zu sehr von anderen Informationen und Artikeln zugeschüttet sind und sich ständig durch diese kämpfen müssen? Dass die Gewinnoptimierung im Vordergrund steht und es darum als Zeitverschwendung gilt, sich mit diesen „billigen“ sekundären Pflanzenstoffen, die man ohnehin nicht patentieren kann, zu beschäftigen?! Oder liegt es an einer gewissen Faulheit Trägheit, sich mit wissenschaftlichen Texten, dazu meistens noch in englischer Sprache, auseinander zu setzen?

Eine wundervoll zusammengestellte Übersichtsarbeit über unzählige wissenschaftliche Arbeiten, welche die Wirkung und den sinnvollen Einsatz von ätherischen Ölen zur Linderung von Symptomen von unterschiedlichen Formen der Demenz aufzeigen, kann kostenlos runtergeladen werden (sonst kosten solche Arbeiten ab 35$ aufwärts): Neuroprotective and Anti-Aging Potentials of Essential Oils from Aromatic and Medicinal Plants von Mai 2017 (klick!, daraus stammt die oben abgebildete Formelsammlung). Themen dieser Arbeit sind:

  • Alzheimer und andere Demenzen
  • Gedächtnis und Lernen
  • Anti-Amyloid-Effekt auf die Nervenzellen
  • Umgang mit oxidativem Stress (der zu degenerativen Krankheiten führen kann)
  • Anxiolytische (angstlösende) Wirkung von ätherischen Ölen, auch bei Krebserkrankungen
  • Ätherische Öle bei Epilepsie und anderen Krampfleiden

Alle diese Gebiete sind mit über 100 wissenschaftlichen Arbeiten belegt, etliche sind zwar circa 10 Jahre alt, und gelten damit als historisch, doch auch neuere Arbeiten sind aufgelistet. Jedoch alle wurden in „peer-reviewed“ Fachzeitschriften veröffentlicht, stammen also aus hoch seriösen Quellen. Wer nicht so gut englisch kann: Es reicht auch bereits, wenn man die Tabelle auf den Seiten 5 und 6 studiert, da in Kürze mit Pfeilen gezeigt wird, welche Öle in welche Richtung (anregend oder bremsend) auf welche Körpersysteme wirken.

Zusammenfassend schreibt das Autorenteam aus Pakistan: „EOs are effective on almost all currently known pathological targets of AD. EOs also possess neuroprotective, anti-aging potentials and are effective in dementia, epilepsy, anxiety and other neurological disorders.“ („Ätherische Öle zeigen sich als wirksam bei fast allen bekannten pathologischen Ziele der Alzheimer-Demenz. Ätherische Öle besitzen auch neuroprotektive und anti-aging Eigenschaften, sie sind auch sinnvoll bei [anderen Formen der] Demenz, sowie bei Epilepsie, Angststörungen und anderen neurologischen Störungen.„)

Worauf warten wir dann noch??!!

blutverdünnung und ätherische öle


Aufgrund der immer wiederkehrenden Frage „Darf ich bei Menschen, die blutverdünnende Medikamente nehmen müssen, bestimmte ätherische Öle einsetzen?“ möchte ich heute zwei wichtige Artikel wiederholen. Zwei unserer in der Schmerztherapie gerne eingesetzten Naturdüfte sind nach wie vor umrankt von Gerüchten und falschen Warnungen. Eines ist das stimmungsaufhellende und stark analgetisch wirksame Wintergrünöl, das andere ist der wundervoll nach Vanille und Waldmeister duftende Tonkabohnen-Extrakt, dieser wirkt genauso perfekt in der Schmerztherapie, vor allem, wenn es um chronische Schmerzen geht, insbesondere wenn sie eine starke seelische Komponente aufweisen.

Bitte daran denken: Vorausgesetzt wir verwenden Naturdüfte allerhöchster Qualität, also nicht gepantscht oder sonstwie „aufgehübscht“, und wir arbeiten mit einer gut verträglichen physiologischen Verdünnung (0,5 bis maximal 5%), dann haben wir es mit Molekülen zu tun, die regulierend wirken. Sie weisen keinesfalls so „gnadenlose“ und gezielte Eigenschaften wie die diversen vom Menschen als lebensrettend designten Moleküle bzw Medikamente auf. Sie sind so gebaut, dass sie sehr konkrete Ziele im Organismus ansprechen, oft nach dem Motto „Friss oder stirb“. In der Naturheilkunde haben wir es meistens mit Multi-Target-Substanzen zu tun, es werden damit also unterschiedliche Ziele angesprochen und über einen gewissen Zeitraum dazu angeregt, sich selbst wieder ins Lot zu bringen. Darum kann man mit Naturheilkunde bei lebensbedrohlichen Krankheiten und Zuständen meistens nicht viel bewirken (so haben beide Richtungen im besten Sinne komplementär ihren Platz in der Medizin).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieTONKABOHNEN-EXTRAKT [Dipteryx odorata (Aubl) Willd.] :: Sein Hauptinhaltsstoff sind bestimmte Cumarine. Das ist eine recht große Molekülegruppe mit kleinen Variationen. Etliche sind natürlichen Ursprungs und kommen in diversen Leckereien wie Aprikosen (Marillen), Brombeeren, Erdbeeren, Datteln, Kirschen, in den Heilkräutern Salbei, Dill und Kamille vor sowie auch in dem bei uns Aroma-Fachleuten beliebtem und äußerst fein duftendem Tonkaextrakt. Es handelt sich meistens um 7-Hydroxycumarine (mit einer OH-Gruppe am SIEBTEN Kohlenstoff-Atom der Kette). Die licht-sensitivierenden und stimmungsaufhellenden sowie antitumoral wirkendenden Fur(an)ocumarine (wir kennen sie von Zitrusschalenölen, von Angelikawurzelöl und von Kreuzkümmelöl) und Dihydropyranocumarine gehören auch zu den Cumarinen. Eine weitere Bezeichnung für Cumarin lautet 2H-1-Benzopyran-2-on, es handelt sich um das zyklische Lakton einer entsprechenden Hydroxyzimtsäure-Verbindung.

Andere Cumarine werden von Chemikern gebaut bzw das Grundgerüst des in der Natur vorkommenden Cumarin-Moleküls wird verändert. Solche mit der OH-Gruppe am VIERTEN Kohlenstoff-Atom der Kette werden sowohl in der Medizin als auch bei der Schädlingsbekämpfung eingesetzt, sie wirken je nach Dosierung leicht oder stark blutverdünnend bzw antikoagolierend.

Die Fachautoren Dieter Loew, Hermann Hauer und Egon Koch erläutern Verwechslungen dieser zwei grundsätzlich unterschiedlich wirksamen „Designs“ von Cumarinen und halten fest: „Im Gegensatz zu den in der Natur weit verbreiteten an Position 3 und 4 nicht substituierten Cumarinderivaten besitzen Antikoagulanzien vom Cumarintyp eine OH-Gruppe an C-4, die die Voraussetzung für die antikoagulatorische Wirkung bildet, sowie eine lipophile Seitenkette an C-3, die verantwortlich für die Resorption und hohe Bioverfügbarkeit ist. Trotz dieser eindeutigen Erkenntnisse werden 3,4-unsubstituierten Cumarinderivaten aber immer wieder ähnliche gerinnungshemmende Effekte wie den oralen Antikoagulanzien vom Cumarintyp unterstellt.“ [Der Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung ist zwar nicht mehr taufrisch, da von 2009, doch wirklich sehr lesenswert.]

Weil das später Warfarin getaufte Molekül in den frühen 1920er Jahren zum Tod von tausenden von Rindern in Nordamerika führte – sie verendeten an inneren Blutungen, wurde dieser Stoff erst einmal verteufelt. Man fand dann nach längerer Zeit heraus, dass der „sweet clover“ (süße Klee) durch Lagerung und die Infektion mit einem Pilz am Drama schuld war. Im verschimmelten Heu hatte eine Umwandlung des ungiftigen Cumarin im Heu in das gerinnungshemmende Dicoumarol statt gefunden, die Kühe konnten kein Prothrombin für die Blutgerinnung mehr bilden. Diesen Stoff stellte man dann im Labor her und er wurde als Antithrombotikum verschrieben, er hemmt die Verarbeitung von Vitamin K.

Noch größeren Erfolg hatte diese Substanz als Rattengift namens Warfarin und hatte dann ihren Negativ-Stempel weg. Am Menschen wurde sie erst wieder eingesetzt und für sicher befunden, nachdem ein Navy-Soldat versucht hatte, sich damit das Leben zu nehmen, jedoch durch die einfache Gabe von Vitamin K gerettet werden konnte. Der Name Warfarin kommt übrigens von WARF, der Wisconsin Alumni Research Foundation, diese finanzierte die Erforschung von synthetischen Blutgerinnungshemmern auf Cumarin-Basis, sie erhielten dann auch das Patent auf die Warfarin-Herstellungsmethode (drei schöne pharmazeutische Zufalls-Entdeckungs-Geschichten sind hier in Phlebologie 2/2014 nachzulesen, teils in deutsch, größtenteils in englisch).

Wir brauchen also in der verantwortungsvoll praktizierten Aromapflege, also mit Ölen und Extrakten bester (Bio-)Qualität, in physiologischen Verdünnungen (0,5-3%) sowie bei äußerer Anwendung keinerlei Angst haben, dass wir unsere PatientInnen schädigen. Und wir dürfen auch PatientInnen, die Marcumar und Warfarin einnehmen, mit den fein duftenden Tonka-Wölkchen umhüllen. Denn damit können wir helfen, körperliche und seelische Schmerzen deutlich zu lindern. Tonka ist erhältlich beispielsweise hochkonzentriert (50:50 in Alkohol) bei Feeling und 30-ig-prozentig in Alkohol bei Aromapflege-Farfalla [Auch der wundervoll marzipanig duftenden jedoch stark hautaggressive Cassiazimt enthält Cumarine, das ätherische Öl daraus auch, es wird jedoch höchst selten in der Aromapflege eingesetzt.]

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieWINTERGRÜNÖL [Gaultheria fragrantissima Wall. und Gaultheria procumbens L.]: Bei der ersten Veröffentlichung dieses Artikels erinnerte Dr. Erwin Häringer, Allgemeinarzt aus München daran: Die Acetylgruppe (in ASS-Schmerzmitteln) hat einen Einfluss darauf, wie und ob die Thrombozyten (Blutplättchen=Gerinnungszellen im Blut) verklumpen oder nicht, NICHT die Salicylsäure.

Wintergrünöl ist ein wirksames Schmerzmittel, es besteht fast nur aus Methylsalicylat. Dieser Stoff ist auch in vielen Schmerzsalben enthalten. Und doch gibt es einen Unterschied in der Anwendung. Erstens verwendet die Natur bei der „Herstellung“ von natürlichem Methylsalicylat keine (mindestens) drei Prozent an Trägerstoffen, wie sie im Labor meistens eingesetzt werden. Diese oft chlorierten Moleküle können bei sehr empfindlichen Menschen zu Unverträglichkeiten führen. Zweitens besteht natürliches Wintergrünöl aus einigen weiteren Inhaltsstoffen, welche auch eine Anti-Schmerz-Wirkung aufweisen, so dass man dieses therapeutischste aller üblicherweise erhältlichen ätherischen Öle nicht sehr hoch dosieren muss:

  • Alpha-Pinen 0,40%
    Myrcen 0,20%
    delta-3-Caren 0,90%
    Limonen 0,50%
    Methylsalicylat 97,40%
    3,7-Guaiaden 0,10%
    delta-Cadinen 0,30%

Man SOLL ES GAR NICHT HOCH dosieren, man darf sich als medizinischer Laie immer im Verdünnungsbereich um 1 Prozent bewegen, denn Methylsalicylat kann sehr leicht durch die Haut eindringen und sich im Körper anreichern. Dennoch wird eine großzügige Anwendung des unverdünnten Öles regelmäßig von zwei us-amerikanischen Ätherisch-Öl-„Konzernen“, die auch in Europa immer mehr Fuß fassen, empfohlen und für die Anwendung durch Laien verharmlost. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieLange Jahre schreckten us-amerikanische Warnungen bezüglich Methylsalicylat in Wintergrünöl AromatherapeutInnen vom Gebrauch dieses nützlichen Öles ab. 14 g Wintergrünöl – innerlich verwendet – können bereits tödlich wirken, für ein Kind wirken geschluckte 4 ml tödlich. Die IFRA (International Fragrance Research Association) lehnt es für die Parfümherstellung ab. Dennoch ist es für den menschlichen Konsum zugelassen. Der medizinisch-frische Geschmack und Geruch von Wintergrün bzw.(synthetischem) Methylsalicylat ist in den USA fast omnipräsent. Fast allen Zahnpastamarken, dazu Mundwässern, Softgetränken (beispielsweise Root Beer, Foto links), Kaugummis und vielen anderen Süßigkeiten verleiht Wintergrün den typischen Geschmack. Man könnte sagen, dass diese Geschmacksnote der europäischen Vorliebe für Menthol in Zahnpasten, Mundwässern, Kaugummis, Zigaretten und vielen anderen Dingen entspricht. Meistens wird das süßlich-frische Aroma den Produkten in synthetischer Form beigemischt. So dass es viele dokumentierte Vergiftungsfälle gibt, in denen eine Überdosierung von Methylsalicylat eine Rolle spielt. Wintergreen_poisoning_Arielle_NewmanInsbesondere wenn immer wieder über 40% der Körperoberfläche mit diesem starken Wirkstoff bedeckt sind (beispielsweise durch regelmäßige und großzügige Anwendung einer Salbe), besteht Vergiftungsgefahr. 2007 erlangte die 17-jährige us-amerikanische Sportlerin Arielle Newman traurige Schlagzeilen, weil sie an einer Überdosis einer bekannten Schmerzsalbe verstarb. Man muss bedenken, dass 1 Teelöffel (5 ml) Wintergrünöl etlichen Aspirintabletten entspricht (wenn sich auch die Hauptinhaltsstoffe nicht gleichen, sondern nur ähnlich sind).

Der Wirkstoff Methylsalicylat liegt übrigens in der frischen Pflanze so nicht vor, er entsteht erst durch Antrocknen der Blättchen und anschließender Wasserdampfdestillation aus dem Molekül Gaultherin.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNun aber endlich zur guten Nachricht: Wendet man Wintergrünöl in einer in der Aromatherapie üblichen Verdünnung von 0,5-1 Prozent bei akuten Schmerzzuständen an, hat man damit eines der schmerzstillendsten Öle überhaupt zur Verfügung. Es ist aus der natürlichen Therapie von Fibromyalgie (Weichteilrheumatismus) kaum noch weg zu denken. Denn es hat gleichzeitig eine seelisch entspannende Komponente, die bei dieser Erkrankung, welche durch psychogene Faktoren verstärkt wird, für die ganzheitliche Therapie wichtig ist. Auch aus der Seniorenpflege ist dieses Öl nicht wegzudenken. Denn es kann bei vielen altersbedingten „Zipperlein“ schnelle Hilfe geben. Man mischt in diesem Fall beispielsweise 10 ml Johanniskrautmazerat mit 1-2 Tropfen Wintergrünöl, 1-2 Tropfen Lavendel und 1-2 Tropfen Cajeput (je nach Empfindlichkeit des älteren Menschen). Hier bei Feeling (klick!) kann man Wintergrünöl pur bestellen. Wer nicht mischen mag oder kann und eine perfekte Mischung sucht, kann die feine „Gelenkeinreibung“ von Primavera hier (klick!) bestellen. Handelsübliche (nicht-bio) Apotheken-Präparate sind mit fünf bis sogar dreissig Prozent deutlich höher dosiert und wirken aufgrund ihres Counter-Irritant-Effektes: die Haut wird gereizt und stark durchblutet und es kommt zu einer verminderten Wahrnehmung der Schmerzen. Aspirin und ähnliche Medikamente mit Acetylsalicylsäure haben eine stark schleimhautschädigende Wirkung, so dass sie für viele Menschen nicht magenverträglich sind. Sie können auch nicht durch die Haut aufgenommen werden. Die kleine Methylgruppe am Molekül macht den Unterschied. Dadurch, dass sie das Molekül um ein C-Atom und um drei H-Atome „bereichert“, wird es fettlöslicher und kann dann von der Haut resorbiert werden. Enzyme in der Haut können diese Methylgruppe wieder abspalten, so dass die schmerzlindernde Salicylsäure in Aktion treten kann. Ich habe bereits hier (klick!) ausführlich über das Öl berichtet. Vergiftungserscheinungen wegen einer zu hohen (vor allem inneren) Aufnahme: Verwirrtheit, Erbrechen, schnelle Atmung, Fieber, hoher Blutdruck, epilepsie-artige Krämpfe, Koma.

Ich hoffe, ich konnte mit dieser erläuternden Wiederholung, etwas Licht in dieses aromapflegerische Dunkel bringen. So dass wir Schmerzpatienten, egal was sie für sonstige Medikamente nehmen müssen, etwas Gutes tun können, indem wir ihnen diese zwei wundervoll hilfreichen und fein duftenden Stoffe nicht vorenthalten. Danke D. für die Inspiration!!!!!

hilfen für demenziell veränderte menschen


Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

Im Verlauf einer demenziellen Erkrankung kommt es bei den Betroffenen immer mehr zu Einschränkungen in den kommunikativen Fähigkeiten wie auch in den Alltagskompetenzen.
Persönliche Bedürfnisse, Ängste, Gefühle der Überforderung wie häufig auch Schmerzen des Erkrankten können nicht mehr verbal mitgeteilt werden, sondern finden ihren Ausdruck in einem veränderten Verhalten.
Dieses kann sich in abwehrenden, agitierten oder auch als aggressiv bezeichneten Verhaltensweisen äußern und das Miteinander im Pflegealltag stark belasten. 
Das gezeigte herausfordernde Verhalten der Patienten führt  in stationären Einrichtungen  oft zum Einsatz von Psychopharmaka.

Doch gerade diese Patientengruppe reagiert sehr sensibel auf den Einsatz von Neuroleptika, ernste gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge sein. Was lässt sich im Gegenzug tun? 
Die Arbeit mit ätherischen Ölen findet in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz immer mehr Beachtung. 
Studien und Erfahrungsberichte können heute bestätigen, dass der Einsatz unterschiedlicher aromapflegerischer Anwendungen bei Unruhe und Erregtheit sehr positiven Einfluss auf die psychische Befindlichkeit des an Demenz erkrankten Menschen nimmt und ihm/ihr zu deutlich mehr Wohlbefinden und seelischer Entspannung verhilft (Eva Maria Anslinger)
.

Einfühlsamer Kontakt auf Augenhöhe bei Menschen mit Demenz, kann den Alltag sowohl in der häuslichen, als auch in der stationären Pflege einfacher machen. Solche Gespräche können eine verblüffenden Wirkung erzielen, denn es ist nicht immer einfach, den richtigen Zugang zu Menschen mit einer demenziellen Erkrankung zu finden. Wenn der Vater die eigene Tochter nicht mehr erkennt, nicht mehr zeitlich und örtlich orientiert ist, Angehörige des Diebstahls bezichtigt ist es schwierig die richtigen Worte zu finden, damit die Situation nicht eskaliert.

Wertschätzendes Verhalten und eine sensible Kommunikation ermöglicht den Zugang zu Menschen mit Demenz. Wir Gesunde können nicht erwarten, dass der an Demenz erkrankte Mensch uns versteht, vielmehr müssen wir uns in seine derzeitige Situation versetzen, um ihn und sein Verhalten besser zu verstehen und um damit umgehen zu können.

Weiterbildung

Sowohl Pflegende, als auch betroffene Angehörige können an einem 2-tägigen Workshop im gemütlichen und landschaftlich wunderschön gelegenen Blockhaus der Vivere-Schule für Aromatherapie und Aromapflege (westlich von Koblenz, bei Idar Oberstein, nah beim Flughafen Frankfurt-Hahn, auch nicht allzu weit von Luxemburg) viel über die einfühlsame Kommunikation erfahren und in Übungsbeispielen erlernen. Auch die Aromapflege bietet sowohl den Pflegenden, als auch den an Demenz erkrankten Menschen eine Vielzahl an Möglichkeiten um in Kommunikation zu treten. Es ist den beiden erfahrenen Referentinnen eine Herzensangelegenheit, dass die Arbeit für Pflegende mit demenziell erkrankten Menschen nicht nur als Belastung, sondern auch als Bereicherung empfunden werden kann, dass Pflegende besser das Verhalten von diesen Patienten verstehen und lernen, damit umgehen zu können, dass für alle am Pflegeprozess Beteiligten (Patienten, Angehörige, Pflegende) ein Gefühl von gegenseitigem Vertrauen und Verständnis entsteht.

Inhalte

  • Grundlagen und Grundprinzipien für einen wertschätzenden Umgang
  • Non-verbale Kommunikation bei Menschen mit Demenz
  • Die gute Kontaktaufnahme am Krankenbett /Aspekte von Vertrauen und Sicherheit
  • Richtig kommunizieren bei altersbedingten Einschränkungen und Erkrankungen der Sinnesorgane
  • Die Bedeutung generationsspezifischer Prägungen für den kommunikativen Umgang in der Pflege
  • Verständnisvoller Umgang bei Realitätsverlusten des Patienten
  • Einfühlsam kommunizieren mit anderen Erlebenswirklichkeiten

Anwendungen aus der Aromapflege

  • Duftbiografie/ Duftanker setzen
  • Hilfen bei Hilfen bei Unruhe, Erregtheit, Wut,
  • Hilfen bei Angst und Ängstlichkeit
  • Hilfen bei Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, depressiven Verstimmungen, Traurigkeit
  • Einreibungen, Auflagen, Duftkompressen,
  • Teilbäder wie Hand- und Fußbäder
  • Hilfen aus der MediAkupressur ® 

Pflegekonzept bei alten und demenziell erkrankten Menschen
Alte Menschen leiden oft unter vielen unterschiedlichen Erkrankungen oder auch Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität), bekommen viele unterschiedliche Medikamente (Polymedikation) und sind durch vorhandene funktionelle Einschränkungen belastet. Gerade dadurch treten nicht-medikamentöse Therapien bei an Demenz Erkrankten immer öfter in den Vordergrund. Die Wirkung der Aromatherapie konnte in einigen Studien belegt werden, beispielsweise:

  • Mit dem Einreiben von verdünntem Melissenöl konnte in einer placebokontrollierten Studie an 72 Menschen mit schwerer Demenz gezeigt werden, dass bei 60% der Patienten nach vier Wochen dieser Anwendung auf Gesicht und Arme eine 30%ige Verbesserung der Unruhezustände zu verzeichnen war.  [Ballard, C.G.; O’Brien, J.T.; Reichelt, K., Perry, E.K.: Aromatherapy as a safe and effective treatment for the management of agitation in severe dementia: the results of a double-blind, placebo-controlled trial with Melissa. in J Clin Psychiatry. 63/7, Juli 2002].
  • Bei Senioren mit Schlafmedikation wurde der Schlaf untersucht. Danach beobachtete man, wie sie ohne die  Medikamente schliefen (schlecht), anschließend inhalierten sie mit Lavendelöl. Der Schlaf war wieder genau so gut wie mit den Schlafmedikamenten. [Hardy M, Kirk-Smith M, Strech D: Replacement of drug treatment for insomnia by ambient odour. Lancet 346:701· 1995]

Zu den sehr häufig verabreichten Medikamenten bei alten Menschen zählen Benzoediazepine, diese werden eingesetzt als Antidepressiva, Neuroleptika und bei der Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen. Sie haben jedoch erhebliche Nebenwirkungen, z.B. unterdrücken sie die Tiefschlafphase, was wiederum verhindert, dass der Schlaf als erholsam  empfunden wird. Daraus resultiert, das der Patient sich müde fühlt, traurig (depressive Verstimmungen) ist, Schwindelgefühle können auftreten, diese wiederum begünstigen das Sturzrisiko ………

Bei Schlafstörungen bietet uns die Aromatherapie viele Möglichkeiten der Unterstützung. In einem von mir betreuten Pflegeheim in Andernach berichteten mir die Pflegekräfte bei der letzten Schulung von schönen Erfolgen mit Lavendel-Waschungen, Einreibungen und warmen Handwickeln. Bei einer Bewohnerin wurde die Schlafmedikation vom Hausarzt sogar abgesetzt. Die Bewohnerin nimmt wieder am Leben teil, fühlt sich ausgeschlafen und ausgeglichen.

Lavandula angustifolia zählt zu den ätherischen Ölen, die am besten erforscht sind.
Ätherische Öle, welche Ester, Linalool (Monoterpenalkohol) oder Sesquiterpenverbindungen enthalten wirken unter anderem entspannend, beruhigend und schlaffördernd. Sie können als Badezusatz, Einreibung oder Inhalation angewendet werden und das (bei richtiger Dosierung) ganz ohne Nebenwirkungen!

5 Kopie

Pflegeöl bei Schlafstörungen:

  • 50 ml Johanniskrautöl
  • 5 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
  • 4 Tropfen Melisse (Melissa officinalis)
  • 3 Tropfen Narde (Nardostachys jatamansi)
  • 2 Tropfen Majoran (Origanum majorana)
  • 3 Tropfen Mandarine rot (Citrus reticulata)

 Sinnesbiographie

In Alten- und Pflegeheimen in Deutschland werden immer mehr Angebote für demenziell erkrankte Menschen geschaffen, um ihnen ihre Würde und ihre Selbständigkeit so lange wie möglich zu erhalten und zu verbessern.

Mit ätherischen Ölen haben Pflegekräfte eine wundervolle Möglichkeit die Erkrankten auf „sinnliche“ Weise vielfältig zu „berühren“. Das Leben der Bewohner besteht nicht nur aus ihrer Akte und Pflegeplanung, aus Daten und Fakten, die Vergangenheit wird oftmals erst wieder lebendig durch die verschiedensten Sinneseindrücke.

Zu einem der wichtigsten Sinneseindrücke gehört das Riechen, denn in unserem „Riechhirn“ dem limbischen System, werden alle „Geruchserinnerungen“ gespeichert. So kommt es auch, dass wir z.B. beim Geruch von Zimt, Mandarine, Vanille & Co. unweigerlich an die Weihnachtszeit erinnert werden. Viele Kindheitserinnerungen werden geweckt und ein wohliges Gefühl ausgelöst.
Umgekehrt kann es sein, dass der Duft von Lavendel uns an die Seife der ungeliebten Tante erinnert, die bei jedem Besuch ein Küsschen wollte…….

Biographiearbeit in Verbindung mit ätherischen Ölen – duftende Erinnerungen

… Nichts ist drinnen, nichts ist draußen: Denn was innen, das ist außen. So ergreifet ohne Säumnis Heilig öffentlich Geheimnis… (J.W. Goethe)

Naturreine ätherische Öle wirken auch, wenn sie nicht bewusst wahrgenommen werden: Prof. Hildebert Wagner (Direktor des Instituts für pharmazeutische Biologie an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität) wies in Versuchen mit gesunden Personen und Probanden ohne Geruchssinn (Anosmie) nach, dass z.B.  durch Einatmen von Rosmarinöl bei beiden Gruppierungen die Durchblutung des Gehirns gesteigert wurde.

Im Rahmen der Aromapflege bei demenziell Erkrankten ist eine „gute“ Biographie Arbeit durchaus sinnvoll – hierbei kann herausgefunden werden, welche Gerüche der Patient besonders gerne gerochen, bzw. welche er abgelehnt hat. Diese Kenntnisse können im Rahmen der Pflegeplanung mit einbezogen werden. Dadurch kann auch die Stimmung des Patienten positiv beeinflusst werden.

Anwendungsmöglichkeiten bei:
•   Ängsten
•   Unruhe
•   Schlafstörungen
•   Herausforderndes Verhalten
•   zur Steigerung des Wohlbefindens
•   als Duftanker -> in Verbindung z.B. mit Basaler Stimulation oder der Duftkommunikation
•   in der Sterbebegleitung

Handbäder

die „einfache“ alternative zu aufwändigen Fußbädern
Durchführung: einfach; Zeitaufwand: mäßig 
:: aktivierend: Rosmarin cineol, Lavandin, Pfefferminze, Wacholderbeere
:: beruhigend: Lavendel fein, Rose, Rosengeranie, Kamille römisch, Palmarosa, Neroli 10 %, Melisse 10 %
:: erwärmend: Ingwer, Benzoe, Tonkaextrakt, Vanilleextrakt
stärkend: Zeder, Narde Vetiver, Patchouli, AngelikawurzelFolie2

Kompressen

  • zur Schlafförderung mit Lavendel fein, Melisse 10 %, Rose, Petit Grain
  • bei Ängsten und Unruhe mit Melisse 10 %, Lavendel fein, Kamille römisch, Neroli 10 %

Rezeptur für eine Ölkompresse bei Unruhe

  • 1 Eßl. Pflanzenöl (z.B. Johanniskrautöl)
  • 2 gtt. Melisse 10 % (Melissa officinalis)
  • 1 gtt. Neroli 10 % (Citrus aurantium ssp aurantium)

Dieser Text und die Rezepte stammen vom sehr empfehlenswerten Blog von Sabrina Herber (klick!), die in ihrer Schule für Aromatherapie und Aromapflege regelmäßig Fortbildungen zu unterschiedlichsten Themen rund um die ätherischen Öle anbietet. Mehr Infos zu diesen zwei Tagen (28. und 29. August 2017) gibt es hier (klick!).

basilikumöl bei demenz und riechstörungen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZwei Artikel über Riechstörungen (Anosmie) und die oft überraschend hilfreiche Wirkung von Basilikumöl habe ich bereits geschrieben: Riechtraining bei Anosmie (klick!) und Aromatherapie wirkt auch bei Anosmie (klick!). Inzwischen ist man noch einen Schritt weiter: Es wurde herausgefunden, zumindest in Gewebestudien, dass einige Basilikumöle eine Anti-Acetylcholinesterase-Wirkung haben. Ein wahrer Zungenbrecher, nicht wahr??? Für Menschen mit demenziellen Veränderungen kann diese Medikamenten-Gruppe jedoch den Verlauf der Erkrankung etwas aufhalten. Bei Morbus Alzheimer bilden die Neuronen (Nervenzellen) zu wenig Acetylcholin, unser Botenstoff, der für Motivation, Ideen, Vorankommen und vieles mehr sorgt. Der uns zum am Leben teilhabenden Menschen macht. Dieser Stoff also wird zu wenig gebildet. Als wäre das nicht schon schlimm genug, überreagiert der hemmende Stoff Acetylcholinesterase, der beim gesunden Menschen für die Fein-Regulierung von Acetylcholin zu sorgen hat. Das Zuwenig an Acetylcholin wird also auch noch ausgebremst. Darum verwendet die Schulmedizin Acetylcholinesterase-Inhibitoren (also Hemmstoffe, um das körpereigene Hemm-Enzym auszubremsen), um den Verlauf der Erkrankung etwas abzufedern.

Vor einigen Tagen wurde also eine wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht, welche diese Wirkung auch bei vier Ocimum-Arten belegt: O. basilicum, O. africanum, O. americanum, and O. minimum. Der Haupt-Inhaltsstoff vieler Basilikumöle (auch von Estragonöl) wurde als der stärkste Hemmstoff gegenüber der Acetylcholinesterase identifiziert (IC50 0.337 µM), danach folgt 1,8-Cineol, der Haupt-Inhaltsstoff vieler Eukalyptusöle, und von Myrte (türkisch), Ravintsara, Cajeput, Niaouli und vielen mehr (IC50 2.27 µM), gefolgt von Campher (IC50 21.43 µM) und Eugenol (IC50 40.32 µM). Diese duften Inhaltsstoffe docken an wichtige Aminosäuren des Acetylcholin-Stoffwechsels an, ganz ähnlich wie die heutzutage eingesetzten Standard-Medikamente [Farag MA, Ezzat SM, Salama MM, Tadros MG, Serya RA. Anti-acetylcholinesterase activity of essential oils and their major constituents from four Ocimum species. Z Naturforsch C. 2016 Nov 1;71(11-12):393-402].

Spannend finde ich, dass der unmerkliche Verlust des Riechsinns bei Morbus Alzheimer und der Lewykörperchen-Demenz zu den typischen Symptomen dieser Erkrankungen gehört. Basilikumöl hat sich wiederum als guter Helfer erwiesen, den schwindenden Geruchssinn wieder auf die Sprünge zu helfen. Tägliche Übungen (am besten 2x täglich jeweils 1-2 Minuten), insbesondere mit dem sehr schön duftenden und intensiv wirkenden CO2-Extrakt aus Ocimum basilicum (klick!) sind also einen Versuch wert. Wichtig ist, beim tiefen Einatmen des Duftes (winzige Mengen genügen völlig) an das Aussehen von Basilikum zu denken, sich Speisen, Restaurants, Urlaubsszenen etc mit Basilikum vorzustellen, also Verknüpfungen mit gesunden Hirnarealen, wie den visuellen Neuronen, herzustellen. Wer weiß, möglicherweise kann so auch der Verlauf dieser schweren neurodegenerativen Erkrankungen ein wenig gemildert werden. Sozusagen als ‚Dünger‘ für die grauen Zellen, wie ich es mal im Blog-Beitrag über Salbeiöle (klick!) beschrieb.

cumarine in aromapflege und schulmedizin


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie gibt eine große Vielfalt einer Molekülegruppe namens Cumarine. Etliche sind natürlichen Ursprungs und kommen in diversen Leckereien wie Aprikosen (Marillen), Brombeeren, Erdbeeren, Datteln, Kirschen, in den Heilkräutern Salbei, Dill und Kamille vor sowie auch in dem bei uns Aroma-Fachleuten beliebtem und äußerst fein duftendem Tonkaextrakt. Es handelt sich meistens um 7-Hydroxycumarine (mit einer OH-Gruppe am SIEBTEN Kohlenstoff-Atom der Kette). Die licht-sensitivierenden und stimmungsaufhellenden sowie antitumoral wirkendenden Fur(an)ocumarine (wir kennen sie von Zitrusschalenölen, von Angelikawurzelöl und von Kreuzkümmelöl) und Dihydropyranocumarine gehören auch zu den Cumarinen. Eine weitere Bezeichnung für Cumarin lautet 2H-1-Benzopyran-2-on, es handelt sich um das zyklische Lakton einer entsprechenden Hydroxyzimtsäure-Verbindung.

Andere Cumarine werden von Chemikern gebaut bzw das Grundgerüst des in der Natur vorkommenden Cumarin-Moleküls wird verändert. Solche mit der OH-Gruppe am VIERTEN Kohlenstoff-Atom der Kette werden sowohl in der Medizin als auch bei der Schädlingsbekämpfung eingesetzt, sie wirken je nach Dosierung leicht oder stark blutverdünnend bzw antikoagolierend.

Die Fachautoren Dieter Loew, Hermann Hauer und Egon Koch erläutern Verwechslungen dieser zwei grundsätzlich unterschiedlich wirksamen „Designs“ von Cumarinen und halten fest: „Im Gegensatz zu den in der Natur weit verbreiteten an Position 3 und 4 nicht substituierten Cumarinderivaten besitzen Antikoagulanzien vom Cumarintyp eine OH-Gruppe an C-4, die die Voraussetzung für die antikoagulatorische Wirkung bildet, sowie eine lipophile Seitenkette an C-3, die verantwortlich für die Resorption und hohe Bioverfügbarkeit ist. Trotz dieser eindeutigen Erkenntnisse werden 3,4-unsubstituierten Cumarinderivaten aber immer wieder ähnliche gerinnungshemmende Effekte wie den oralen Antikoagulanzien vom Cumarintyp unterstellt.“ [Der Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung ist zwar nicht mehr taufrisch, da von 2009, doch wirklich sehr lesenswert.]

Weil das später Warfarin getaufte Molekül in den frühen 1920er Jahren zum Tod von tausenden von Rindern in Nordamerika führte – sie verendeten an inneren Blutungen, wurde dieser Stoff erstmal verteufelt. Man fand dann nach längerer Zeit heraus, dass der „sweet clover“ (süße Klee) durch Lagerung und die Infektion mit einem Pilz am Drama schuld war. Im verschimmelten Heu hatte eine Umwandlung des ungiftigen Cumarin im Heu in das gerinnungshemmende Dicoumarol statt gefunden, die Kühe konnten kein Prothrombin für die Blutgerinnung mehr bilden. Diesen Stoff stellte man dann im Labor her und er wurde als Antithrombotikum verschrieben, er hemmt die Verarbeitung von Vitamin K.

Noch größeren Erfolg hatte diese Substanz als Rattengift namens Warfarin und hatte dann seinen Negativ-Stempel weg. Am Menschen wurde es erst wieder eingesetzt und für sicher befunden, nachdem ein Navy-Soldat versucht hatte, sich damit das Leben zu nehmen, jedoch durch die einfache Gabe von Vitamin K gerettet werden konnte. Der Name Warfarin kommt übrigens von WARF, der Wisconsin Alumni Research Foundation, diese finanzierte die Erforschung von synthetischen Blutgerinnungshemmern auf Cumarin-Basis, sie erhielten dann auch das Patent auf die Warfarin-Herstellungsmethode (drei schöne pharmazeutische Zufalls-Entdeckungs-Geschichten sind hier in Phlebologie 2/2014 nachzulesen, teils in deutsch, größtenteils in englisch).

Wir brauchen also in der verantwortungsvoll praktizierten Aromapflege, also mit Ölen und Extrakten bester (Bio-)Qualität, in physiologischen Verdünnungen (0,5-3%) sowie bei äußerer Anwendung keinerlei Angst haben, dass wir unsere PatientInnen schädigen. Und wir dürfen auch PatientInnen, die Marcumar und Warfarin einnehmen, mit den fein duftenden Tonka-Wölkchen umhüllen. Denn damit können wir helfen, körperliche und seelische Schmerzen deutlich zu lindern. Tonka ist erhältlich beispielsweise hochkonzentriert (50:50 in Alkohol) bei Feeling und 30-ig-prozentig in Alkohol bei Aromapflege-Farfalla [Auch der wundervoll marzipanig duftenden jedoch stark hautaggressive Cassiazimt enthält Cumarine, das ätherische Öl daraus auch, es wird jedoch höchst selten in der Aromapflege eingesetzt.]

wissenschaftler belegen und warnen


Es geht weiter mit der Zusammenfassung der vielen wundervollen und hochkarätigen Vorträge, die auf der Botanica2016 in Brighton zu hören waren.

1_valerie_edwards_jones_xsDie den Insidern unserer Branche bekannte Professorin für Mikrobiologie Valerie Edwards-Jones (Universität Manchester, GB) eröffnete den Samstag-Vormittag. Sie ist Spezialistin für resistente Mikroorganismen, ein Thema, das jedes Jahr bedrohlicher wird. Seit 1987 gab es keine Neuentdeckungen mehr auf dem Feld der Antibiotika, allenfalls nur Modifikationen der bekannten Mittel. Sie erinnerte daran, dass der Entdecker des ersten Antibiotikums (Penicillin 1928) Sir Alexander Fleming (1818-1955) kurz nachdem er 1945 dafür den Nobelpreis erhielt warnte: „The time may come when penicillin can be bought by anyone in the shops. Then there is the danger that the ignorant man may easily underdose himself and by exposing his microbes to non-lethal quantities of the drug make them resistant.“ („Es könnte die Zeit kommen, in der Penicillin für jedermann in den Geschäften erhältlich sein wird. Dann besteht die Gefahr, dass der ungebildete Mensch es unterdosiert anwenden wird und somit seine Mikroben nicht-tödlichen Mengen des Medikamentes aussetzt und sie dadurch resistent macht.“) [Seine Rede zur Verleihung des Preises ist hier runterzuladen]

Val Edwards-Jones geht davon aus, dass wenn nicht ganz bald hoch wirksame neue bakterienhemmende Mittel entdeckt werden, sehr viele medizinische Errungenschaften wie Transplantationen und Krebstherapien nicht mehr möglich sein werden, denn diese konnten nur so erfolgreich werden, weil sie unter dem Schutz von Antibiotika stattfanden. Sie berichtet, dass die momentane Situation bereits fatal sei („dire“) und dass sie deswegen nach neuen Wegen suche, sie sei ein bisschen ein „Hippie“ und würde jenseits der abgetretenen Wege denken. Darum beschäftige sie sich seit vielen Jahren mit ätherischen Ölen, über deren antimikrobielle Wirksamkeit sie bereits zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht hat. Sie arbeitet an einer Kampagne, die folgende Ziele hat:

  • Das Wissen zu diesem Themenbereich zu vertiefen und die mikrobiellen Resistenzen besser zu verstehen
  • Erhalten und verwalten der Wirkung der existierenden Behandlungsmöglichkeiten
  • Die Entwicklung neuer Antibiotika, der Diagnosen und neuer Behandlungsansätze fördern

Sie hatte sich bereits ausführlich mit den vielfältigen antimikrobiellen Wirkungen von Teebaumöl beschäftigt, doch kam sie nicht weiter, da die Finanzierung nicht ausgebaut werden konnte, man benötigt circa 1 Million Pfund (Dollar, Euro etc), um ein schlüssiges Experiment bis zur Veröffentlichung durchzuführen. Ähnlich wie manche andere Wissenschaftler erwähnt sie, dass Einzelstoffe aus Teebaumöl toxischer wirken als das gesamte ätherische Öl. Aus ihrer Erfahrung

  • wirken Mischungen besser als Einzelöle
  • wirken Dämpfe der ätherischen Öle in vielen Fällen genau so gut wie direkt aufgetragene Öle

Sie führte beispielsweise 2009 eine Studie zur erfolgreichen keim-sanierenden Raumbeduftung mit Lemongrass- und Rosengeranienöl durch [Vapour-phase activities of essential oils against antibiotic sensitive and resistant bacteria including MRSA, diese Arbeit kann hier kostenlos herunter geladen werden]. Demnächst erscheint dazu als eine Art Neuauflage die Studie ‚Reducing airborne bacteriae in a hospital burns unit using essential oil vapours‘. Interessant fand ich ihre zusammenfassende Feststellung, dass der intensiv mit ätherischen Ölen beduftete Raum ganz drei Monate brauchte, um wieder in dem ursprünglichen verkeimten Zustand zu sein. Was wir jedoch eher nicht tun: Sie lässt die Beduftungsmaßnahmen mehr oder weniger nonstop laufen, die Geräte werden nur ausgestellt, wenn die PatientInnen mit den Gerüchen ganz und gar nicht klar kommen. Ähnliche Erfahrungen hat sie auch bereits aus Gewächshäusern, wo auf diese Weise die Tomatenfäule unterbunden werden konnte.

Sie erläuterte auch kurz ihre MRSA-Arbeit von 2004, die ich bereits in meinem Fachbuch und im Kapitel über Studien im Aromapflege Handbuch erläuterte, die verwendeten Öle waren Lavendel, Patchouli, Teebaum, Rosengeranie und Grapefruitkern-Extrakt [The effect of essential oils on methicillin-resistant Staphylococcus aureus using a dressing model].

1_sandy_vanvuurenDie nächste Sprecherin Sandy van Vuuren ist Professorin der Pharmazie an der Universität Witwatersrand in Südafrika. Auch sie präsentierte antiinfektiöse Eigenschaften von ätherischen Ölen, vor allem in Kombination miteinander. Sie unterscheidet dabei synergistische und additive Effekte, sowie nicht-interaktive und antagonistische Wirkungen. Da sie unglaublich viele komplexe Grafiken schnell aufeinander folgend zeigte, war ich etwas überfordert, doch zwei wichtige Dinge habe ich notiert:

  • Der Haupt-Inhaltsstoff (Leitsubstanz) eines ätherischen Öles ist NICHT immer für die Hauptwirkung verantwortlich, das hat ihr Team ausgiebig nachgewiesen.
  • Einige Trägeröle verstärken die therapeutische Wirkung von ätherischen Ölen, besonders bei Infektionen der Haut, beispielsweise Aloe vera-Öl, Calendulaöl (Ringelblume), Johanniskrautöl, Aprikosenkernöl, Jojobaöl (Wachs) und insbesondere Avocadoöl. Die ätherischen Öle von Patchouli (Pogostemon cablin), Melisse (Melissa officinalis) und Ylang Ylang (Cananga odorata) wirkten in diesem dermatologischen Bereich besonders gut.

Sandy van Vuuren stellte noch etliche südafrikanische Pflanzen vor, vor allem Lippia javanica (Fever tea) mit 62% Linalool und Artemisia afra, eine lokale „Allheilpflanze“, die unserem Wermut sehr ähnlich ist, die bei Erkältungen, Husten und Magenbeschwerden eingesetzt wird. Ihr Team hat herausgefunden, dass diese Artemisia-Art gut zur Ergänzung mit Tetracyclinen (Breitband-Antibiotikum) geeignet ist, jedoch die Wirkung von Amphotericin B (Antimykotikum) aufhebt.

1_Takae_Ebihara.jpgÜber die sensationellen Erkenntnisse der folgenden Wissenschaftlerin, Takae Ebihara aus Japan, berichtete ich bereits in den Urzeiten dieser meiner Blog-Seite (2009). Sie ist Ärztin und Professorin für Geriatrische Medizin an der Tohoku Universität in Tokyo. Ich schrieb damals über die Vorsorge vor Lungenentzündungen (Aspirations-Pneumonie) bei sehr alten Menschen mit Schluckstörungen (teils aufgrund von neurologischen Ausfallserscheinungen), freilich nicht ahnend, dass ich vor einigen Tagen – nach dieser Konferenz in Brighton – nach Deutschland fliegen musste, um die sterblichen Überreste meines Vaters beizusetzen, der sehr alt an Lungenentzündung gestorben war, kein Antibiotikum hatte mehr helfen können. Insofern berührte mich das Kennenlernen dieser engagierten Wissenschaftlerin ganz besonders. Capsaicin, Pfefferöl und Pfefferminzeöl (bzw. Menthol) helfen, beispielsweise vor dem Essen  sanft dosiert in Form eines Gelatine-Puddings eingenommen, den Schluckreflex dahin gehend zu stimulieren, dass er wieder zuverlässiger arbeitet. Menthol stimuliert die TRPM8-Rezeptoren, das haben einige von uns bereits bei Professor Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt gelernt. Die „Reizung“ mit Pfefferöl, das in der destillierten Form keinerlei Scharfstoffe enthält, wird auch für Kinder mit Schluckstörungen empfohlen. Man hat eine Art Duft-Schmuck entwickelt, der um den Hals der alten Bewohner gehängt wird, der duftende „Kettenanhänger“ sondert die hilfreichen Duftmoleküle kontinuierlich ab.

Lavendel und Grapefruit verhalfen alten Menschen im international standardisierten ‚Timed up and go test‘ (TUG), sich koordinierter zu bewegen und somit weniger sturzgefährdet zu sein, damit können fatale Brüche wie des Oberschenkelhalses vermieden bzw reduziert werden. Bei der anschließenden Frage-Runde der begeisterten Zuhörer, fragte jemand, ob sie diese sensationellen (und doch so einfachen) Anwendungen bereits weit in Japan verbreiten konnte. Als sie dies – sehr bescheiden – verneinte, und sagte: „I struggled to spread my method in Japan“ (ich kämpfe [dafür], meine Methode in Japan zu verbreiten), sagte die fragende Person laut und anerkennend „You are a pioneer!“ (Sie sind ein Pionier!)

Der Psychologe Dr. Mark Moss von der Northumbria University (GB) sprach vor der Mittagspause über Rosmarinöl und das prospektive Gedächtnis, ich schrieb über seine Arbeiten im Mai dieses Jahres (hier). Vor ihm berichtete der französische Kinderarzt Luc Marlier über den Einfluss von Gerüchen auf das Wohlbefinden und die Überlebensrate von früh geborenen Babys. Er zeigte einen Videoclip in dem wir  erkennen konnten, dass ein Frühchen eindeutig auf einen schlechten Geruch reagieren kann (Buttersäure), dem das Kind für 10 Sekunden (auf einem Wattestäbchen wenige cm vor der Nase) exponiert war. Der Gesichtausdruck zeigte Missempfinden, vielleicht sogar Entsetzen, jedenfalls Unruhe. Ganz anders reagiert das winzige Menschlein, wenn es einen Hauch echter Vanille zu schnuppern bekommt. Entspannung der Gesichtszüge und kleine Schmatzerchen sind die nonverbale Sprache. Leider bekommen hospitalisierte Babies täglich, ggfs über wochenlang, einen erschreckenden Cocktail an chemischen, teils stechenden Gerüchen, zugemutet. Dahingegen konnte beobachtet werden, dass ein zarter Wohlgeruch die Gefahr der Atemaussetzer (Apnoe) deutlich reduzieren kann. Ganz ohne die üblichen Gaben an Koffein/Theophyllin. Da ich letztes Jahr darüber in der Neuauflage meines Fachbuches geschrieben habe, möchte ich hier noch nicht allzu viel verraten (leider verzögert sich die Fertigstellung immer noch).

ätherische öle zur linderung von beschwerden bei älteren menschen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieGenau dieses Thema treibt mich derzeit um: Ich bin vergangene Woche vielfach zwischen zwei Senioren-Pflegeheimen hin und her gependelt. Wechselduschen der Gefühle, schöne Augenblicke, furchtbare Anblicke, heftige Gerüche, krächzende Klänge, Leid und Vergnügen lagen stets ganz nah beieinander.

In einer schönen wissenschaftlichen Arbeit von 2014 wird geschildert, wie über achtzig Senioren zwischen 65 und 80 Jahren mit länger als drei Monate anhaltenden Schmerzen, die leider im hohen Alter fast unumgänglich sind, mittels Inhalation mit ätherischen Ölen behandelt wurden. 82 Menschen nahmen an der vierwöchigen Beobachtungsstudie teil, 44 Senioren (37 weiblich, 7 männlich) kamen in der Genuss von ätherischen Ölen und 38 TeilnehmerInnen (30 weiblich, 8 männlich) erhielten als Kontrollgruppe das gängige Protokoll, das in den jeweiligen Betreuungs-Einrichtungen in Hong Kong üblich war (Schmerzbekämpfung vorwiegend mit Paracetamol).

Sowohl die Schmerzstärke als auch die sonstigen Parameter wurden mit anerkannten Skalen erarbeitet. Jede(r) TeilnehmerIn erhielt zusätzlich zu den vier in ihren Betreuungsinstitutionen durchgeführten „aromatischen Sitzungen“ eine Sprühflasche, um in den eigenen vier Wänden die Duftanwendung weiter zu führen. Das Spray enthielt Lavendel- und Bergamotteöl in etwas Lavendelhydrolat verdünnt [2 : 1 : 2.5, durch die Aromatherapie-Fachperson so vorgeschlagen, mir selbst erscheint die Konzentration der Öle etwas hoch, doch der Text ist nicht genau genug, es kann sein, dass dieser Mix noch in einem anderen Medium wie Wasser verdünnt wurde].

Die Reduktion der Schmerzen war zwar nur leicht, doch die negative Stimmungslage verbesserte sich signifikant in der Interventionsgruppe (p < 0,05). Die Autoren schließen aus ihren Erkenntnissen, dass Aromatherapie ein effektives und sinnvolles Werkzeug ist, um Schmerzen, Depression, Ängste und Stresssymptome bei älteren Menschen, die in Institutionen untergebracht sind, ist. Die Studie ist hier, klick! nachzulesen. [Anmerkung: Schmerzen lassen sich erfahrungsgemäß besser reduzieren, wenn zusätzlich die schmerzenden Stellen mit schmerzlindernden ätherischen Ölen eingerieben werden, ich habe bereits öfters über entsprechende Öle geschrieben, beispielsweise hier, oder einfach hier auf dieser Seite rechts unten die Kategorie ‚Schmerzen‘ anklicken].

Für FrühplanerInnen kann ich heute bereits die Termine für 2017 bekannt geben, die Verteilung der Themen-Schwerpunkte mit meinen Co-DozentInnen mache ich allerdings erst in den nächsten Wochen (drei der Wochen sind sehr breit gefächert und perfekt für EinsteigerInnen und interessierte Hausapotheken-Selbstrührerinnen, zwei der Wochen werden sich mit speziellen Themen wie Schmerzen, Krebs, Demenz etc beschäftigen, in denen findet weniger Rühren statt, sondern mehr Unterricht an evidenzbasiertem Wissen, in beiden Arten von Duft-Erlebnis-Wochen finden jedoch immer mehrere Exkursionen sowie drei Unterrichtsmodule statt, Erleben und Entspannen gehören einfach dazu!).

Aromatherapie & Kräuterwandern Duft-Erlebnis-Wochen

in der subtropischen Natur Südwest-Irlands (Augentrost, Manukabäume, Erd-Kastanie, Teebaum, Osmanthus, Wilde Karotte, Duftrhododendren, leckerer Glöckchenlauch, Meertäubel, Harzeibe etc.

  • 06.05.-13.05.2017
  • 27.05.-03.06.2017
  • 17.06.-24.06.2017
  • 15.07.-22.07.2017
  • 12.08.-19.08.2017

Traumhafte Gärten im Südwesten Irlands und Naturparfüm herstellen (Broschüre hier)

  • 22.04.-29.04.2017
  • 13.05.-20.05.2017
  • 10.06.-17.06.2017
  • 01.07.-08.07.2017
  • 26.08.-02.09.2017

Deutschsprachig, allein oder mit Begleitpersonen (PartnerInnen, Kinder, Eltern). Möglichkeit zur Abholung vom Flughafen oder Busterminal Cork, Zweibettzimmer oder bei rechtzeitiger Anmeldung auch einige Einzel- sowie Familienzimmer (gegen Aufschlag), Vollpension im Preis eingeschlossen, vegetarisch ohne Aufschlag, vegane und besondere Ernährungswünsche gerne nach vorheriger Anmeldung.

Der Preis pro Woche inklusive 7 Übernachtungen, Vollpension, Duft-Rohstoffen/Gefässen, Eintritten, Busfahren zu den Exkursionen beträgt je nach Anmeldetermin und Saison zwischen 950 und 990 Euro. Bei rechtzeitiger Buchung gibt es Flugreisen für circa 100 Euro pro Richtung, Infos und Links befinden sich hier. Auch ein Geschenk-Gutschein für eine dieser Wochen kann bei uns erworben werden.

dufter lernen im schlaf mit rosen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKurz vor dem Schlafen Lerninhalte zu wiederholen, galt schon lange als effektiv, man sprach ja gerne vom Schulbuch unter dem Kopfkissen, es sollte vor Klassenarbeiten eine gute Hilfe sein.

Nun hat sich die Wissenschaft eines weiteren Faktors des „Lernens im Schlaf“ angenommen: Wenn der Duft von Rosen in einer bestimmten Schlafphase eingeatmet wird, verbessert sich die Leistung des Gedächtnisse noch einmal. Dieser Versuch wurde an der Universität Tübingen mit ProbandInnen gemacht, die sich Memorykarten-Paare samt deren Position einprägen sollten, sie schnupperten beim Lernen Rosenduft. Anschließend gingen alle TeilnehmerInnen schlafen, die eine Hälfte bekam im Schlaf Rosenduft zu riechen, die andere roch ein Placebo.

Der Bericht von Dr. Susanne Diekelmann von der Uni Tübingen ist hier (klick!) nachzulesen, sie stellt fest: „In einer weiteren Studie mit Kernspintomographie führte die Präsentation des Rosendufts im Tiefschlaf zu einer Aktivierung des Hippokampus sowie kortikaler Bereiche. Der Geruch scheint also die neuen Erinnerungen zu reaktivieren und damit den Transfer der neu gelernten Inhalte in den kortikalen Langzeitspeicher anzustoßen.“ Foto: Antje Wendel

rosmarinöl und pfefferminzetee zur verbesserung der gedächtnisleistung


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieÜber den Forscher Dr. Mark Moss der britischen Northumbria University habe ich bereits geschrieben (zB hier), ich habe ihn auf einem beeindruckenden Vortrag auf der Botanica2014-Konferenz in Dublin erlebt. Anfang September (2.-5.9.2016) wird er wieder auf der Botanica2016-Konferenz in Brighton über neue Erkenntnisse in Sachen Heilkräuter und Gedächtnisverbesserung berichten, ich freue mich schon drauf!

Vor zwei Wochen stellten die Studentinnen Lauren Bussey, Lucy Moss und er die Ergebnisse einer neuen Studie an der jährlichen Konferenz der British Psychological Society’s in Nottingham vor.

Jeweils 4 Tropfen der ätherischen Öle von Rosmarin und Lavendel wurden per Aromastream-Gerät (für Infos zum Gerät klicken!) in einem von zwei Testräumen verbreitet. 150 gesunde Personen, die älter als 65 Jahren waren, nahmen an diesem Experiment teil, sie wurden zufällig der einen oder anderen Duftgruppe oder einem unbedufteten Raum zugeordnet.

Sie mussten diverse Gedächtnistests machen, unter anderem jemandem eine bestimmte Nachricht zu einem späteren fest gelegten Zeitraum überbringen und beim Stattfinden eines bestimmten Ereignisses eine bestimmte Aufgabe erledigen. Auf diese Art wird das prospektive Gedächtnis überprüft, also wie Dinge erinnert werden, die in der Zukunft liegen bzw die durch ein äußeres Ereignis ausgelöst werden. Als Beispiele nennen die Forscher, dass man daran denkt, eine Fernsehsendung (in der Zukunft) anzuschauen, oder einen Brief einzuwerfen, wenn man am Briefkasten vorbei kommt.

Auch die Stimmungslage der TeilnehmerInnen wurde vor und nach den Tests erfasst. Rosmarinduft verbesserte das prospektive Gedächtnis signifikant gegenüber einer unbedufteten Umgebung. Rosmarin verbesserte zudem signifikant die Wachheit, Lavendelduft verbesserte das Ruhegefühl und die Zufriedenheit gegenüber der Stimmungslage der Menschen im nicht-bedufteten Raum. Mildes Rosmarinöl Ct. Cineol kann in Bio-Qualität bei FeelingFarfalla, NeumondPrimavera und Wadi bestellt werden. Feeling hat auch das noch stärker auf die grauen Zellen wirksame Rosmarin Ct. Borneon im Programm. Rosmarin Ct. Verbenon wirkt bei den meisten Menschen nicht sehr stark auf die Gedächnisleitung.

Einen englischsprachigen Bericht gibt es beispielsweise im The Telegraph.

Die Forschergruppe untersuchte auch an 180 Personen, wie sich Pfefferminztee oder Kamillentee auf die verschiedenen Gedächtnis-Arten und auf die Wachheit auswirken. Pfefferminztee verbesserte das Langzeitgedächtnis während Kamillentee das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit-Geschwindigkeit signifikant verlangsamte, darum ist er ein guter Entspannungstee.