puder selbst herstellen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Reispulver

Wie versprochen, geht es weiter mit Mitbringseln aus meiner „Fliegenden Wundertüte“. Ich war auf meiner Seminarereise begeistert von einer klasse Möglichkeit, feinsten Körper- oder Babypuder herzustellen. Nichts ist einfacher! Noch angenehmer, als Mais- oder Kartoffelstärke zu verarbeiten, wie ich es bislang kannte, ist Reispulver zu Puder zu verarbeiten. Ich kannte bislang allerdings eher eine etwas miefige Bio-Qualität, die schon beim Eintreffen etwas ranzig roch, dafür habe ich ein viel zu feines Näschen. Umso begeisterter war ich, als Evelyn Deutsch mir das samtige Reispulver (klick!) zeigte, das man in zwei Minuten in einen Luxuspuder verwandeln kann. Ich bin so eine Pudertante, vor allem seit ich keine Chemiedeos mehr verwende, ist Puder eine wunderbare Möglichkeit, sich nach schweißtreibenden Tätigkeiten auf die Schnelle wieder frisch zu machen.

Man gibt einfach einige Tropfen ätherisches Öl in eine gebrauchte oder neue Puderdose (notfalls tut es sogar ein gläserner ausgedienter Kräuter- oder Gewürzstreuer mit feinen Öffnungen), beispielsweise 15 Tropfen Iris 1%ig, oder 2 Tropfen Rose mit 2 Tropfen Rosengeranie/Palmarosa. Auch 5 Tropfen Lavendel und 2 Tropfen Vetiver sind fein, sie duften wesentlich herber. Für ein Baby reicht 1 Tropfen Rosenöl, eventuell noch mit 2-3 Tropfen Bio-Vanilleextrakt. Die Wände der Dose oder des Glases gleichmäßig mit den Naturdüften benetzen, Reispulver einfüllen, gut vermischen, einige Tage ziehen lassen.

Das Reispulver ist prima geeignet, wenn man die Haut von krebsauslösender Mineralöl-„Kosmetik“ auf Naturkosmetik umstellen möchte, es bindet Haut-Ausscheidungen wie Fett, Feuchtigkeit und eventuell nicht verträgliche Übersäuerungs-Ausscheidungsprodukte. Mineralöle und die sie begleitenden MOAHs, die Hautbestandteile von konventionellen Pflegeprodukten, stehen immer mehr im Verdacht, sich im Körper anzureichern (vor allem wenn sie wie bei Lippenpflegestiften und Lippenstiften „gegessen“ werden, dazu kann auch hier nachgelesen werden).

Das fein-samtige Reispulver wirkt leicht kühlend, beruhigend und kann helfen, kleine Entzündungen auf der Haut zu reduzieren. Das ist ein ideales Einsatzgebiet für bettlägerige PatientInnen, vor allem wenn sie stark schwitzen, heftige Medikamente nehmen müssen und intertrigo-gefährdet sind (Hautprobleme an Stellen, wo Haut auf Haut scheuert wie in Fettfalten oder unter der weiblichen Brust). Mit Rosenhydrolat kann man die Reste später schonend reinigen und die Pflegewirkung unterstützen.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Bärlapp-Sporen

Wenn entzündliche und ekzematische Haut mit Puder gepflegt wird, kann die Wirkung durch den Zusatz von einem Teelöffel der seidenweichen Bärlapp-Sporen (klick! Lycopodium clavatum), welche etwas Schwefel enthalten, verstärkt werden.

Die meisten konventionellen Puder werden aus Talkum hergestellt, dieser steht im Verdacht, vor allem wenn er im Intimbereich ständig eingesetzt wird, Eierstockkrebs auszulösen. Talkum wird aus Talkgestein gewonnen und nach der Reinigung feinst vermahlen, die winzigen Partikel werden als ähnlich toxisch wie Asbest eingestuft, insbesondere, wenn sie eingeatmet werden. Eine Zumutung für Babys und auch für deren junge Eltern. Wer englisch lesen kann, findet auf der Seite der American Association for Cancer Research (klick!) einige wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Risiko von krebs durch Talkum befassen.

So oder so ein guter Grund, bei Groß und Klein auf pflanzlichen Puder aus Reispulver umzusteigen!

die zweiklassen-gesellschaft der duftstoffe


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDiese „Petition“ hat viele Reaktionen, Fragen und Unsicherheiten hervor gerufen. „Petition“ in Anführungsstrichen, weil es sich um eine simple Online-Unterschriftenliste handelt. Das Wort Petition ist irreführend verwendet worden, denn dieses suggeriert eine Eingabe an offizielle Behörden/Regierungsstellen. Da ich, wie erwähnt, die Anfrage aus verlässlicher Quelle erhielt, habe ich das nicht hinterfragt, Monika Volkmann ist jedoch dem Impressum mal auf den Grund gegangen. Ich finde es dennoch okay, Dr. Dietrich Wabner mit seinem Verein N.O.R.A. International eine kleine Unterstützung in Form einer Unterschriftenliste zukommen zu lassen, denn er ist einer der wenigen Aroma-Leute, der sich für den Erhalt von „bedrohten“ ätherischen Ölen einsetzt und der – gegen Windmühlen kämpfend – auch bemüht ist, diesem bürokratischen Unsinn die Stirn zu bieten. Es scheint jedoch nicht möglich, selbst für einen zweifachen Doktor und Chemiker, die Eurokraten und nicht in dieser Materie beheimateten Schutzwächter davon zu überzeugen, dass synthetische, also menschengemachte Moleküle anders beschaffen sind, als ihre kopierten Vorbilder (nicht Ebenbilder) aus der Natur.

Dazu eine kleine Fantasiereise: Stellen Sie sich einen Teppich vor, weich und wuschelig, das Etikett sagt „100 Prozent Wolle“. Dann schauen Sie unter den Teppich und sehen ein feinmaschiges Netz, das eindeutig aus Nylon/Plastik ist, es trägt die Wollfasern und gibt dem Teppich Zusammenhalt und Haltbarkeit, ist hauchdünn, ist fast nicht vorhanden, macht nur 1 Prozent des Teppichgewichtes aus. Doch der eigentliche, der sichtbare Teppich besteht aus reiner Wolle. So ähnlich verhält es sich mit synthetischem Geraniol, Citral, Linalylacetat, Menthol. Wir riechen diese auch in billigen Aromaölen, doch die geschulte Nase schaut automatisch auch unter den Teppich, sie erkennt sofort, da sticht etwas, da fehlt etwas, das ist nicht rund. Was die Laiennase auf den ersten Blick Schnupperer nicht merkt, erkennt jedoch ein anderer Teil des komplexen Systems Mensch und sagt „Halt! Hier stimmt etwas nicht, hier ist etwas drin, was nicht rein gehört“ und löst beispielsweise einen Niesattacke aus oder rote Hautpusteln. Geschieht der Kontakt mit dem Chemiegeruch zu oft, kann sich auch das Immunsystem empören und löst dann irgendwann schlimmere Symptome aus, eben eine Allergie. Das kann selbstverständlich auch mit Naturdüften passieren wie mit allem, was uns im Leben so begegnet auch.

Der Chemiker sagt stolz: „Ach, dieses eine Prozent („im Teppich“ oder „im Aromaöl“) kann man wirklich vernachlässigen, es hat mit dem tollen von mir geschaffenen Duftmolekül eigentlich nichts zu tun, es dient lediglich als Trägersubstanz.“ Je billiger so ein „Parfümöl“ oder „Aromaöl“, desto größer ist dieses „Trägernetz“ und desto wahrscheinlich ist es, dass es aus chlorierten Substanzen besteht. Wer jemals im Schwimmbad, in der Sauna, in öffentlichen Toiletten penetranten Chlorgeruch wahrgenommen hat, weiß was ich meine. Diese ach so minimalen Anteile an chlorierten Substanzen scheinen insbesondere für ungewollte Reaktionen wie Kopfschmerzen, Unverträglichkeiten und sogar Allergie verantwortlich zu sein. Eigentlich muss man entsprechenden Immunsystemen nun geradezu gratulieren, dass sie auf sowas überhaupt noch reagieren, und dankbar sein, dass sie Alarm schlagen. So degeneriert und dumm ist der menschliche Körper auch heute nicht, dass er nicht bemerkt: „Da stimmt etwas nicht, da muss ich mich wehren, da ist Gift mit im Spiel.“

Die natürlichen „Zwillinge“ kommen nicht nur ohne Chlor aus, sie sind auch eingebettet in ein Meer von anderen Inhaltsstoffen im jeweiligen Öl. Ein schönes Beispiel ist ein hochwertiges Öl der Gewürznelkenknospe. Es enthält zwar reichlich das potenziell hautreizenden, durchblutungsfördernden und anregenden Phenols Eugenol (bis zu 80%), doch in den verbleibenden 20 bis 30 Prozent finden wir auch andere Goodies, welche entkrampfen/entspannen (bis 22% Eugenylacetat), entzündungshemmend wirken (13% beta-Caryophyllen) und schmerzlindernd wirken (Methylsalicylat). Eugenol an sich hat nicht nur negative Eigenschaften, wie so gerne behauptet wird, sondern wirkt als Breitbandmittel stark keimtötend und auch schmerzlindernd. Man muss also die ganze Symphonie der Inhaltsstoffe betrachten und nicht nur einen einzelnen schrillen und schrägen Flötenton, der im Gesamtkonzert vielleicht gerade das i-Tüpfelchen ausmacht, jeder Klassik-Konzertgänger weiß das.

Doch das heute geltende Paradigma will uns mit erschreckend roher Gewalt und gesetzlichen Vorschriften wirklich ins Gehirn einhämmern, dass wir mit ganzheitlichem Denken und Betrachten falsch liegen, dass wir Einzelstoffe anzuerkennen haben, dass diese einfach und schnell und billig von Menschenhand herzustellen seien (gerne als „naturidentisch“ bezeichnet). Und dass viele Naturstoffe unvollkommen, schlecht, böse, fehlerbehaftet seien. Darum sind, aus Kosmetikgesetzgeber-Sicht und zugespritzt gesagt, Fenchel und Anis, Basilikum und Estragon, Zimt und Rose, „böse Pflanzen“, denn sie produzieren „gefährliche Stoffe“, welche hautschädigend und leberschädigend (durch die Haut???) wirken. Die wissenschaftlichen Experimente, die zu diesen Erkenntnissen führten, werden jedoch einerseits oft mit menschengemachten Laborduftstoffen an (Nage-)Tieren mit anders arbeitendem Stoffwechselsystem gemacht. Dazu werden diese Tiere damit zwangsernährt, obwohl Rose, Fenchel, Basilikum vielleicht nicht zu ihrem Beute- und Nahrungsschema gehören und ihr Metabolismus nicht jahrtausende Jahre lang Zeit hatte, sich auf den Abbau dieser Pflanzeninhaltsstoffe einzustellen. Diesen Tieren wird zudem das Fell wegrasiert, bevor sie mit den fraglichen Substanzen eingeschmiert werden (wer sich als Mensch rasiert, wird sich an diesen Stellen nicht anschließend mit scharfen und reizenden Kosmetika einreiben, weil das Rasieren immer Mikroverletzungen zur Folge hat). Und damit man wirklich nachweisen kann, wie gefährlich diese „Pflanzenstoffe“ (aus dem Labor, hm) sind, werden sie hoch/überdosiert und über lange Zeiträume an den Tieren verwendet. Wenn ein menschliches „Versuchskaninchen“ wochenlang ausschließlich mit Heu gefüttert werden würde, könnte man beweisen, dass Heu unverdaulich ist, zu Giftgasen in den Eingeweiden führt und schließlich zum Tod durch Darmverschluss.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Der Faktor Mensch wird dabei völlig vernachlässigt: Dass der Mensch recht schnell „die Nase voll“ hat von einem Duft, dass er vergesslich ist, selbst wenn er sich jeden Tag mit etwas einschmieren wollte, dass ihm nach kurzer Zeit penetrante Überdosierungen stinken, dass er einen komplexeren Stoffwechsel als ein Meerschweinchen hat, dass er Kleidung trägt, die das Kosmetikum abreibt, dass er Milch trinkt, die zu viel gegessene Duftstoffe emulgiert und resorbieren helfen kann, dass er andere und viel mehr Auswahl an Dingen isst, die mit dem Duftstoff interagieren werden…. all das, also das „wahre Leben“, findet im Labor nicht statt. Wie sollte es auch! Dazu kommt, dass beispielsweise Rosen- und Lavendelöl aus jeweils einigen hundert Inhaltsstoffen bestehen! Dies kann und will man nicht separat untersuchen. Und diese kann oder will man nicht herstellen, um ein „naturidentisches“ Aromaöl auf den Markt zu bringen (man könnte es – technisch gesehen – zu 99,5% herstellen, doch dann wäre das billige Aromaöl vermutlich viel teurer als seine natürliche Variante).

Und weil man an technische und vor allem an preisliche Grenzen stößt, reduziert man beispielsweise Lavendelöl auf drei „böse Inhaltsstoffe“ (Linalool, Linalylacetat, Geraniol), die kunstvoll zusammengemischt sicherlich fast wie Lavendelöl riechen würden) und will den naiven Verbrauchern suggerieren, dass man sie vor diesen negativen Komponenten schützt. Damit zurück zur Petition und zur Kosmetikverordnung: Bei einigen, wie diesen Lavendelstoffen, schreibt man „nur“ die Deklaration vor (was für Allergiker natürlich hilfreich beim Einkauf ist), obwohl laut Duftstoffe-Fachmann Erich Schmidt  bei etlichen der gebranntmarkten deklarierungspflichtigen Stoffe nachgewiesen werden konnte, dass sie nicht allergener wirken als tausend andere Dinge des täglichen Lebens. Bei anderen Naturdüften wie Rosenöl muss verdünnt werden, damit der eine „böse Stoff“ (Methyleugenol) kaum noch im Kosmetikum enthalten ist, bei anderen muss verdünnt werden, um bestimmte Gefahrenhinweise auf dem Etikett zu vermeiden (ich hatte hier eine Liste zusammengetragen). Man kann als Laie wirklich nicht mehr mitkommen, Öle-Firmen müssen Anwälte anheuern.

Volkmar Heitmann hat mir und euch netterweise den Link zu diesem „behördlichen Duftkrimi“ geschickt, hier kann er gelesen werden (auf englisch und ellenlang, die meisten EU-Bürger haben somit keinen Zugang zu diesem „Meinungspapier“ (opinion), ich wüsste zu gerne, wer die am Anfang namentlich aufgeführten Meinungsgeber sind bzw. für wen sie arbeiten. Für solche Recherchen bedürfte es eines eigens eingerichteten und bezahlten Arbeitsplatzes. Hallo Ätherische-Öle-Firmen, hat jemand da draußen Zeit und Kapazitäten dafür frei?! Immerhin wird ganz demokratisch auch eine Meinungsseite für die EU-Bürger eingerichtet, wenn man sich also durch diesen englisch verfassten Fachtext gewühlt haben sollte, kann man seine Meinung auch kundgeben. (Selbst mir mit Fließend-Englisch-Fähigkeiten graut vor dieser Seite).

Ich war jedenfalls vergangene Woche – sehr schön passend zum Thema – zweimal mehr oder weniger freiwillig mit Chemieduftbomben konfrontiert. Einmal stand der Wäscheständer mit zu trocknender Wäsche im Schlafzimmer, sie war mit „eben mal ganz schnell“ gekauftem Waschmittel („mit ätherischen Ölen“) gewaschen worden, weil das Biowaschmittel leer war. Kaum zu glauben, was für Emissionen da im Zimmer umher waberten, sie lösten ein starkes Irritation im Sinne von „Achtung, Störung, hier stimmt etwas nicht, weg laufen!“ aus. Beim zweiten Mal führte der Besuch des Schweden-Kaufhauses bzw. zum Glück erst ganz am Ende die Kerzenabteilung, zu einem über 24 Stunden währendem leisen Kopfschmerz. Auf diesen beiden Produkten würde ich gerne die neue Etikettenvorschrift sehen: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. Aber diese ist für solche Produkte, die man unter Umständen tagelang und wochenlang einatmet, nicht vorgesehen. Ein typisches Beispiel für den Zwei-Klassen-Duft.

PS Ähnlich wie beim Beispiel „100 Prozent Wolle“ des Teppichs verhält es sich übrigens mit sehr vielen Kleidungsstücken und sonstigen Textilien aus „100% Baumwolle“, diese bestehen immer öfter aus einigen Prozenten an anderen Stoffen.

duftstoffe in weichspülern und waschmitteln


Wie soll sich unsere wunderbare Tätigkeit oder gar unser Traumberuf, das Pflegen und Heilen mit natürlichen ätherischen Ölen, endlich in good old Germany (and Austria and Switzerland) etablieren, wenn die zuständigen Verantwortlichen/Chefs (Pflegedienstleitungen/Chefärzte) durch Werbung für solche Produkte zu völlig falsche Annahmen verleitet werden??? Und KonsumentInnen für blöd verkauft werden?

Als ob sich mit dem letzten Waschmaschinengang etwas therapieren lässt! Als ob natürliche ätherische Öle den Duft dieser Weichspüler ausmachen würden! Vielmehr würden die Kunden die Nase rumpfen, denn natürliche Duftstoffe würden sich wenige Stunden nach der Wäsche aus dem Gewebe verflüchtigen, jedoch das Gegenteil ist gewünscht: Der Duft soll tagelang (oder am liebsten noch länger) im Schrank vor sich hin duften und möglichst lange das Gefühl von Sauberkeit und Frische suggerieren. Würde man diesen Effekt auch nur annähernd mit natürlichen Öle erzielen, wäre das Produkt viel teurer und würde aufgrund der hohen Dosierung sogar hautreizend sein.

 Auf der Website des Chemieriesen befindet sich sogar eine Erläuterung zu „Aroma Therapie“ und zum menschlichen Geruchssinn, (man beachte den Tippfehler in der Überschrift!). In einem esoterisch anmutenden Gesäusel („Ätherische Öle sind in ihrer Feinstofflichkeit das Essentiellste, was die Natur dem Menschen überlassen kann„) wird – zumindest indirekt – suggeriert, dass das Produkt natürliche Duftstoffe enthielte und sogar stress- und angstlösend wirken könne. Wenn demnächst der Chefarzt am pflegend-heilenden Einsatz unserer ätherischen Öle zweifeln sollte, kann man es ihm fast nicht verübeln. Ach, hätten wir doch einen Berufsverband, der solche irreführenden Produktnamen und Behauptungen eindämmen würde!

Etwa 570 Millionen Euro setzt die Industrie mit Weichspülern und anderen Waschhilfsmitteln jährlich in Deutschland um. In jedem zweiten deutschen Haushalt werden regelmäßig Weichspüler eingesetzt. Früher waren kationische Tenside, die aus Erdöl gewonnen wurden, für den Weichmacher-Effekt verantwortlich. Immerhin wurden inzwischen diese giftigen, gewässerschädigenden und hautreizenden Stoffe durch Esterquads, die aus Tier- oder Pflanzenfetten gewonnen werden, ersetzt (Ökotest). Doch die langlebigen Duftmoleküle können nach meiner Information nur sehr unzureichend in Kläranlagen aus dem Abwasser heraus gefiltert werden. Die winzigen Parfüm-Moleküle gelangen in die Gewässer und beduften die Lebensräume der Fischwelt reichern sich im Fettgewebe von Fischen an. Wir essen dann die Fische oder nehmen deren hochkonzentrierte Omega-3-Fettsäuren als gesundheitsfördernde Kapseln zu uns.

Warum eigentlich überhaupt weichspülen? In den meisten Haushalten werden heutzutage stromfressende zeitsparende Wäschetrockner eingesetzt, diese machen die Wäsche so extrem fluffig, dass sie mir wie bereits getragen vorkommt. Ich trockne unsere Klamotten lieber in Wind und Sonne, trotz des wesentlich höheren Aufwandes. Und wenn ich Lust auf Duft habe, gebe ich einige Tropfen Lavandinöl in etwas Solubol (erhältlich bei Ronald Reike) vermischt in die Weichspülerkammer unserer Waschmaschine. Ich habe sogar eine Wäscheduftmischung parat stehen, von dieser verwende ich ab und zu einige Tropfen:

  • 8 ml Lavandin (Lavandula latifolia)
  • 1 ml Patchouli (Pogostemon cablin)
  • 1 ml Ylang Ylang (Cananga odorata) [blumig/flowery]
  • oder/or 1 ml Rosmarin (Rosmarinus officinalis Ct. Borneon) [frisch/fresh]

Statt Solubol kann man übrigens auch einen Esslöffel eines möglichst wenig bedufteten Haare-Conditioners verwenden. Übrigens: Keine monoterpenreichen und monoterpenaldehyd-haltigen ätherischen Öle, vor allem Zitrusöle (und Lemongrass, Zitroneneukalyptus etc), in die Waschmaschine geben, die Kunststoffteile könnten angegriffen und verklebt werden.

Why do so many people use conditioners for their laundry? (Fifty percent of all households in Germany). Besides being harmful to the marine life (the long living perfume molecules cannot be cleared in the sewage treatment plants and contaminate rivers and fishes) they are not necessary. Some manufacturers even claim that their products are „aromatherapy“ which is not the case – of course. You can make your natural laundry perfume with the above essential oils if you disperse a few drops of this mixture in a spoon full of an unscented hair conditioner and place it into the compartment for the last rinse of your washing mashine. But do not use essential oils which are rich in monoterpenes and aldehydes, especially not citrus oils and lemongrass (and the likes), they might destroy the plastic parts of your indispensable domestic helper. 

 

 

 

 

dufte schule – wertvolle bereicherung für ein humaneres lernen


Des öfteren wurden in meinen Kursen Facharbeiten zum Themenbereich „Duftes Lernen und Leben mit Kindern“ angefertigt. Jedes mal war die Resonanz, dass alle Kinder über eine olfaktorische Bereicherung ihrer Welt begeistert waren. Aber leider manchmal Eltern und/oder ErzieherInnen vorurteilsbeladen, skeptisch und sogar abweisend waren. Wie viel schöner ist die Textaufgabe mit den 10 Zitronen und den 17 Äpfeln, wenn über den Fragen ein feiner Zitrusduft schwebt! Wie viel besser geht es der Grundschullehrerin, wenn sie einer unruhigen Klasse ein paar Tropfen Lavendelöl in der elektrischen Duftlampe kredenzen kann und die Kids kommen – auch zu ihrem eigenen Vorteil – zur Ruhe. Geschichtsunterricht kann mit höhlenartig-erdigen Mischungen aus Vetiver und Patchouli untermauert werden, Geographisches lässt sich besser merken, wenn es nach Indien (Ingwer, Zimt, Kardamom) duftet und die Beschreibung des englischen Königs kann mit Pfefferminze (After Eight, Bratensoße with Peppermint) anschaulicher gestaltet werden. Wie viel schöner wäre Schule, wenn dieses einfach zu handhabende Medium mehr eingesetzt werden könnte! Jeder, der (Bio-)Zitrusfrüchte essen darf bzw. keine Allergien dagegen hat, jeder der an Blumen im Garten schnuppern kann und darf, ohne zu niesen, jeder der Kräuter in Tees und Speisen konsumieren kann, kann davon profitieren. Denn natürliche Öle (höchster Qualität) sind bestens verträglich, wenn sie in vernünftiger Dosierung und frisch eingesetzt werden (mehr dazu weiter unten).

Axel Meyer ist einer der engagierten Pioniere auf diesem Gebiet, das Projekt „Dufte Schule“ seiner Firma wurde bereits öfters in der deutschsprachigen Presse beschrieben. Kürzlich erschien sein Buch zum Projekt: Dufte Schule, Kösel Verlag, 16,95 Euro. Ein schönes Geburtstagsgeschenk oder Schulanfangs-Geschenk für Kinder und Eltern, eventuell mit dem passenden Öleset von Taoasis.

Übrigens sollte bei Beduftungsmaßnahmen auf sehr hochwertige und naturreine ätherische Öle geachtet werden, möglichst in Lebenmittelqualität, so wird die Allergiegefahr minimiert. Die Öle sollten nicht länger als ein gutes halbes Jahr nach Öffnen der Fläschchen für diesen Zweck verwendet werden und die Duftlampen/Duftsteine/Diffusoren sollten regelmäßig gründlich gereinigt werden. Probleme mit allergischen Erscheinungen treten erfahrungsgemäß vor allem bei billigen (zB von stark gespritzten Zitrusfrüchten und Kräutern), gepantschten, überalterten und synthetischen („naturidentischen“) Düften auf.

Kollegin Tina Böhm aus Nord-Deutschland hat mich in diesem Zusammenhang auf einen interessanten Artikel aufmerksam gemacht, in dem über eine erschütternde Studie von 2008 berichtet wird: Drei von vier Kindern sind heutzutage nicht in der Lage, die vier Grundgeschmacks-Arten zu identifizieren. Beim Riechen sieht es nicht besser aus.

dufte briefmarken


Ob es diese neue Erfindung gibt, damit die Allergierate weiter steigt? Ab sofort kann man duftende Briefmarken der Deutschen Post erwerben. Das ZDF berichtete bereits darüber und befragte Passanten auf der Straße, was sie vom Duft halten. Der Film zeigt auch, wie die gesundheitlich unbedenklichen Duftstoffe auf das Papier gebracht werden.

Die Geschmacksrichtungen entsprechen den sehr schönen Zeichnungen der entsprechenden Früchte: Apfel (45 Cent), Zitrone (45 Cent), Heidelbeere (1.45 Euro) und Erdbeere (55 Cent). Da es sich um Wohlfahrtsmarken handelt, die eine Spende enthalten, sind jeder Marke noch 20/25/55 Cent zu addieren. Im Film wird gezeigt, welche Einrichtung von den Extra-Einnahmen profitieren darf. Also, mal keine E-Mails sondern Briefe schreiben und Guten Appetit!