aromapflege bei zahnschmerzen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieWenn das neue Jahr mit einer Beerdigung und mit einer Backenzahn-Entfernung anfängt, kann es nur besser werden! Darum teile ich heute eine Rezeptur, die wirklich hervorragend und vorbeugend gegen blau-lila-grün-gelbe Bäckchen nach so einem blutigen Gemetzel wirkt, man mische:

  • 10 ml Johanniskrautöl
  • 1 Tropfen Immortelleöl (Helichrysum italicum)
  • 1 Tropfen Lorbeeöl (Laurus nobilis)
  • 1 Tropfen Pfefferöl (Piper nigrum) oder
  • 1 Tropfen Palo Santo-Öl (Bursera graveolens) 0der
  • 1 Tropfen Manukaöl (Leptospermum scoparium)

Am besten den Ölmix leicht warm halten (Fläschchen in Hosentasche) und mehrfach täglich sanft von außen auf die Wange in der betroffenen Gegend auftragen. Diese Mischung hilft, die Schmerzen zu lindern, sie hilft Stauungen im verletzten Gewebe zu reduzieren und verhindert (ganz oder fast) die Hämatombildung. Zur verbesserten Wundheilung können Zinktabletten als Nahrungsergänzung eingenommen werden.

Sollte es mit der Blutstillung hapern, kann ein Schlückchen Cistrosenhydrolat in den Mundraum gegeben werden, dieses lässt man circa 5 Minuten dort ohne stark zu spülen, nur leicht hin und her bewegen, es schmeckt jedoch sehr gewöhnungsbedürftig. Oder einen halben Tropfen Cistrosenöl auf eine kleine gefaltete Kompresse geben, diese an die Wunde legen und circa 20 Minuten sanft „zubeißen“. Wer sehr zu Hämatomen neigt, kann die betroffene Wange bereits vor dem Eingriff ein paar Male mit Immortellehydrolat benetzen und dieses jedes Mal vor dem vorsichtigen Ein“reiben“ der Ölmischung aufsprühen.

Wer starke Schmerzen nach dem Eingriff hat, kann sich Eiswürfel aus Rosenhydrolat und auch aus Immortellehydrolat machen (1:1 mischen geht auch), und diese, in ein Tüchlein oder kleines Gäsetehandtuch eingehüllt, auf die schmerzende Wange legen. Die vom Zahnarzt empfohlene Salzwasser“spülung“ (nur so wenig hochwertiges Salz in ein Glas lauwarmes Wasser geben, dass es nach Tränen schmeckt) reicherte ich mit einigen Spritzern der antiseptisch wirksamen Hydrolate aus Bohnenkraut und Zimtrinde an, da ich die Einnahme eines Antibiotikums ablehnte. Diese „Spülung“ (eher eine Schwenkung, denn man darf den die Wunde versiegelnden Blutpfropf nicht kaputt spülen) schmeckte so richtig lecker, erinnerte an Moussaka!

Bis auf Palo Santo können diese erwähnten Produkte bei Feeling, Farfalla, Primavera, Jophiel und Wadi bestellt werden. Bei Neumond gibt es ein vergleichbares fertig gemischtes Öl, jede dieser Firmen hat Anti-Prellungsmischungen mit Immortelle. Das weihrauch-ähnliche Palo Santo-Öl gibt es bei Maienfelser (bei Interesse die gefetteten Firmennamen einfach anklicken, ich kenne und schätze die Gründer/innen und Geschäftsführer/innen jeder dieser zuverlässigen Firmen persönlich und seit langer Zeit).

PS. Dieser Beitrag hat einer Zahnärztin gefallen, ich „kannte“ sie bereits seit Langem, da sie Co-Autorin einer meiner Lieblingsstudien ist, in der es um Reduzierung von Zahnarztangst mit Orangen- und Lavendelöl geht: Frau Dr. Gabriele Marwinski. Sie schreibt auch eine Blog-Website. Zur Studie von 2005, die ich im Aromapflege Handbuch von Evelyn Deutsch vorstelle ‚Ambient odors of orange and lavender reduce anxiety and improve mood in a dental office‘, sie wurde in Wien durchgeführt, geht es hier.

desinfektion mit ätherischen ölen


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKann man mit ätherischen Ölen leichte desinfizierende Maßnahmen im Haushalt durchführen? Eventuell sogar im klinischen Bereich Flächendesinfektion vornehmen? Das sind typische Fragen, die immer wieder an mich gerichtet werden. Ich bin gestern tätig geworden, da neben unserem noch nicht stubenreinen Babyhund unsere Hündin derzeit läufig ist und immer wieder Pannen im Haus passieren (unser dritter Hund – der zugelaufene Cookie – ist ziemlich sauber).
Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieSo habe ich ganz einfach allerlei Reste von ätherischen Ölen in circa 100 ml hochprozentigem Alkohol aufgelöst: Spanischer Thymian (Corydothymus capitatus) und Bohnenkraut (Satureja montana) (beide thymolhaltig), dazu Thymian Ct. Linalool (Thymus vulgaris), Thymian Ct. Geraniol (Thymus vulgaris), Teebaum (Melaleuca uncinata), Ingwer (Zingiber officinale) und die wundervoll duftende Zitronenmyrte (Backhousia citriodora). Das Gebräu habe ich dann mit Wodka aufgefüllt und in eine Putzmittel-Sprühflasche gegeben. Ich hätte lieber Isopropylalkohol (Isopropanol) genommen, doch den gibt’s hier in Irland kaum und wenn, dann ist er sehr teuer. Wer edle Möbel und Böden hat, sollte diesen statt Wodka verwenden, denn der Wasseranteil im Wodka könnte Flecken machen.

Flächendesinfektion mit ätherischen ÖlenDa es viele Studien gibt, in denen die unter einprozentige Verdünnung von ätherischen Ölen auf diverse Keime nachgewiesen wurde (in vitro = im Reagenzglas, also auf einer Fläche und ohne lebenden Organismus drumherum), gehe ich davon aus, dass ich mit dieser circa 10%igen Verdünnung einiges an Schmuddel los werde (und dazu die entsprechenden Gerüche). Stellvertretend sei eine Studie für den Spanischen Thymian erwähnt, der auf Fleisch eine Pseudomonas-Ansiedlung entfernte: Oussalah M, Caillet S, Saucier L, Lacroix M. Antimicrobial effects of selected plant essential oils on the growth of a Pseudomonas putida strain isolated from meat. Meat Science, 2006

Mit dieser „Bastelarbeit“ kann jedoch niemand im Bereich der institutionalisierten Pflege ankommen. So stellte sich schon manche(r) die Frage, warum darf ich in der Klinik oder in meiner Praxis keine Flächendesinfektion mit ätherischen Ölen machen? Vorschrift ist Vorschrift und bestimmte Anforderungen an die Desinfektion müssen in öffentlichen Institutionen strengen europäischen Normen entsprechen. Ich hörte von unerfreulichen ‘Grabenkämpfchen’ mit den Beauftragten der Mikrobiologie.

Vor gut fünf Jahren hat eine Firma für biologische Reinigungsmittel reagiert und ein Spray zur Flächendesinfektion hergestellt und es gemäß den gesetzlichen Vorschriften durchtesten lassen. Es wirkt sogar nachgewiesenermaßen gegen H1N1-Viren, dazu rückt es anderen Grippeviren, Herpes, HIV an ihre freche Zellmembran und auch viele Pilze, Hefen sowie Bakterien wie Salmonellen und Colibakterien müssen laut Hersteller nun das Fürchten auch von Nicht-Chemiekeulen lernen. Vielleicht ist dies ein kleiner stiller Anfang, dass Resistenzen von Keimen in Heil- und Pflegeeinrichtungen endlich eingedämmt werden. Damit irgendwann mal keiner mehr an Sekundärinfektionen durch MRSA und anderen ‘Viechern’ sterben muss, sondern allenfalls an seiner ursprünglichen Erkrankung. Man kann es in fast jedem Bioladen kaufen und hier bei Amazon (klick!) bestellen. Der Originaltext der Firma Sonett lautet:
Flächendesinfektion mit ätherischen ÖlenLaut Gutachten vom 4.11.2009 ist die Sonett Flächendesinfektion „ wirksam gegen alle menschlichen und tierischen Grippe Erreger, einschließlich H5N1 und H1N1“.
Wir möchten dies zum Anlass nehmen Sie über das Wirkungsspektrum, die Anwendungsbereiche und die Zusammensetzung der SONETT FLÄCHENDESINFEKTION zu informieren für den Einsatz in Heimen, Schulen, Kindergärten, Großküchen und Lebensmittel verarbeitenden Betrieben.
1. Anwendungsbereiche:
Die SONETT FLÄCHENDESINFEKTION ist eine gebrauchsfertige Lösung, die im Sprüh- oder Wischverfahren eingesetzt werden kann. Ihr Einsatzbereich sind Arbeitsflächen und Geräte im Sanitärbereich, Großküche und Lebensmittel verarbeitende Betriebe.
2. Zusammensetzung:
Wirkstoff: Pflanzlicher Alkohol (Ethanol) 70%, ätherische Öle aus Salbei* und Lavendel*(enthält Linalool*), gewirbeltes Wasser ad 100% [* = aus kontrolliert biologischem Anbau]
3. Wirkungsspektrum:
Gemäß den europäischen Normen EN 1276, EN 1650, EN13697, wirksam gegen Bakterien, Hefen und Pilze
Gemäß Vakziniavirus Gutachten und BVDV Gutachten vom 4.11.2009 wirksam gegen alle behüllten Viren (Auslobung „begrenzt viruzid“). Dies beinhaltet die Wirksamkeit gegen HBV, HCV, HIV, Herpes Simplex sowie alle humanen und animalischen Influenzaviren einschließlich H5N1, H1N1. SONETT OHG, November 2009 (zwei untere Abbildungen: Sonett)

Selbstverständlich ist dieses (oder ähnliche Produkte) auch eine prima Maßnahme für einen Privat-Haushalt mit entsprechenden „Problemen“ wie kleinen Hunden. Wichtig wäre, in Haushalten „nur“ mit (gesunden) Kindern keinerlei Desinfektionsmittel einzusetzen, denn deren Immunsystem braucht ein „Trainings-Umfeld“ und nicht einen sterilen Operationssaal. Mit ätherischen Ölen im Bedarfsfall Keime zu reduzieren ist eine gute Alternative, damit verringert man die Gefahr, Allergien zu züchten. Durch fragwürdige antibiotika-ähnliche Desinfektionsstoffe wie Triclosan (schauen Sie mal auf Ihr Geschirrspülmittel oder andere Reinigungsprodukte!) würde man Resistenzen der Mikroben unnötig fördern.

die vielfalt der aromatischen hydrolate


AiDA Aromatherapy InternationalMeine treuen Blog-LeserInnen erinnern sich sicher, dass ich vergangenen Dezember eine Adventskalender-Serie über 24 Hydrolate geschrieben habe und dass ich ein E-Book zum Thema angekündigt habe. In diesem Zusammenhang möchte ich mich zunächst bei den 9 SpenderInnen (bis Mitte März) bedanken, die dem gemeinnützigen Verein KEKS zusammen 580 Euro zukommen ließen, so kann wieder einigen Kindern, die ohne Speiseröhre auf die Welt gekommen sind, geholfen werden, jeder Euro ist für deren größtenteils ehrenamtliche Arbeit wertvoll.

Ende Januar war die Version für den Kindle-Reader (von Amazon) fertig, doch ich brachte es nicht fertig, ein praktisch zu lesendes aber farbloses Werk über diese duftende Materie zu veröffentlichen (die preiswerten Reader sind noch schwarzweiß). So machte ich mich ans Layout der 112 hübsch illustrierten und farbigen recht großen Seiten, es war Ende Februar fast fertig. Dann kamen diverse Korrekturgänge, Ergänzungen und Computerabstürze sowie meine zwei Seminaretourneen und die Gästehausrenovierung dazwischen. So heißt es erst heute: Alles neu macht der Mai, die Hydrolate schlagen aus!

AiDA Eliane Zimmermann

Wer mal reinschnuppern möchte, kann hier eine kostenlose Leserprobe runterladen, wer die auf jedem Computer lesbare PDF-Datei kaufen möchte, kann das auf Sabrinas Vivere-Shop über diesen Direktlink (drauf klicken!) schnell und sicher machen. Nach Download der circa 7 MB und Bezahlung (sicher über Paypal) von 14 Euro bekommt man das Passwort zum Öffnen der Datei zugeschickt (sie ist übrigens nicht ausdruckbar).

AiDA Aromatherapy International

hydrolat }{ melisse


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyNun ist die Halbzeit bereits rum… Zu diesem kleinen Höhepunkt der Adventszeit gibt es ein kostbares Hydrolat einer einheimischen Pflanze. Oft ist es sogar eher preiswert zu kaufen, doch in der Wirkung und Vielseitigkeit steht es der Königin der Blumen in nichts nach. Ich war bereits öfters mit meinen Ausbildungskurse-TeilnehmerInnen zur Melissendestillation im Rottal, jeder bekam eine Flasche (ggfs. sogar eine leere Sprudelflasche) mit nach Hause. Eine der Krankenschwestern hatte gute Beziehungen in „ihr“ Labor und ihrem Duftwasser wurde auch nach einem guten Jahr die Abwesenheit von unguten Keimen attestiert. Die Pflanze wächst zwar wie Unkraut, wenn sie sich wohl fühlt, jedoch ist die Gewinnung des Öles nicht so ganz ohne. Mit altmodischen Destillen musste man direkt aufs Feld fahren, um so schnell wie es geht nach der Ernte zu destillieren. Die hochmoderne Destille der Rottaler ist da etwas gnädiger. Als ich in grauer Vorzeit die britische Aromatherapie erlernte, hieß es noch, dass es kein natürliches Melissenöl gäbe, alles unter diesem Namen sei citronellaartiges, verschnittenes Zeugs.

  • Melissa officinalis L.

Herstellung: Destillation des frisch geschnittenen Krauts, zweimal jährlich, ergibt unterschiedliche Chemotypen

pH-Wert: 4,8-5; recht lange haltbar, zwei Jahre und bei guter Qualität und Lagerung länger*

Geruch/Geschmack: mein meist eingenommenes Hydrolat, leicht bitter, jedoch eindeutig nach Melisse, zart zitronig, minimale honigartige Note im Hintergrund

Inhaltsstoffe im lipophilen Anteil: 75% Aldehyde (nur teilweise Monoterpenale) und/oder Dimethylsulphid, bis 10% Ketone, 5 % Linalool (Shirley & Len Price 2004)

Körperliche Wirkung und äußerliche Anwendung: unschlagbar bei Entzündungen, innerlich und äußerlich, bei ’nervöser’Haut, bei wundem Babypopo (pur aufsprühen und gut antrocknen lassen vor dem Verschließen der Windel), zum Gurgeln bei beginnenden Halsschmerzen, bei trockener, entzündeter Nasenscheimhaut, bei Insektenstichen, besser als viele ätherische Öle bei Lippenherpesbläschen (wenn bei den ersten Symptomen stündlich aufgetragen); eigentlich für und gegen alles – immer einen Versuch wert

Seelische Wirkung und Einnahme: bei Anspannung und Überforderung, zu viele Gedanken im Kopf – dadurch Schlafstörungen; bei allen Störungen des weiblichen Zyklus, am besten kurmäßige Einnahme (1-2 Esslöffel auf 1 L Wasser über den Tag verteilt trinken, für 3 bis 6 Wochen), auch bei psychosomatisch begründeten Herzrhythmusstörungen (vorher ärztlich abklären lassen!); bei Schwangerschaftsübelkeit (1 Teel. auf 1 Glas Wasser trinken); für „hysterische“ und eingeschüchterte/traumatisierte Tiere

12. Merksatz zu Hydrolaten: Auch Hydrolate haben ihren Preis. Ganz grob beträgt dieser 10 Euro/Franken pro 100 ml. Manche Hydrolate gehen bis 7 oder selten 5 Euro pro 100 ml, doch ob bei niedrigeren Preisen eine mikrobiell einwandfreie Qualität gewährleistet werden kann, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht handelt es sich bei den ganz billigen Varianten auch um Wasser + ätherisches Öl… (wer weiß mehr?) Rosenhydrolat und Bio-Hydrolate können auch leicht über 10 Euro liegen. Immer drauf achten bei Preisvergleichen, es gibt kleine und große Flaschen! Wenn es geht, auf Flaschen mit Sprühaufsatz bestehen (manchmal gegen kleinen Aufpreis erhältlich). In der Bahnhof-Apotheke, die vor allem Schwangere und Babies mit duten Produkten versorgt, wird das Hydrolat unter sterilen Bedingungen in eher kleine Flaschen abgefüllt und es wird auch nur eine geringe Haltbarkeit auf’s Etikett gedruckt (8 Wochen), sicher ist sicher.  * nach Suzanne Catty 

Mehr zum Thema sowie 12 heraustrennbare Taschenkärtchen zu den wichtigsten Indikationen gibt es im Hydrolate-Buch von Eliane Zimmermann, hier (klick!) zu bestellen.

hydrolat }{ teebaum


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyMeiner Meinung nach ein eher überflüssiges Hydrolat – zumindest für die Behandlung von Erwachsenen: Zum Desinfizieren nimmt man besser die ätherischen Öle von Teebaum, Manuka und Thymian. Wer oft infizierte Kinder- oder Tierhaut behandeln muss, findet hiermit ein effektives jedoch gut verträgliches Mittel. Darum gehört es eher zu den Raritäten, die man nur bei spezialisierten Lieferanten findet (zB Farfalla).

  • Melaleuca alternifolia [Maid. et Bet.] Cheel, Teebaum/Teatree

Herstellung: Destillation der Zweige mit den zart-nadelähnlichen-hellgrünen Blättchen, laut Len & Shirley Price Destillation aus den getrockneten Zweigen

pH-Wert: 3,9-4,1, Haltbarkeit anderthalb Jahre*

Geruch/Geschmack: medizinisch, leicht bitter, minimal eukalyptisch

Inhaltsstoffe im lipophilen Anteil: fast nur Terpinen-4-ol, etwas 1,8-Cineol

Körperliche Wirkung und äußerliche Anwendung: zum Gurgeln (1:1 mit Melissenhydrolat) bei drohender Erkältung, zum puren Auftragen bei Lippenherpes, als Nasenspray bei Erkältung und Sinusitis, als Sitzbad (3 Esslöffel auf 4-5 Liter Wasser) bei Pilzbefall im Genitalbereich (auch bei Babys), Grundlage für Fuß- und Schuhsprays als Vorbeugung von Pilzbefall nach Sauna- und Schwimmbadbesuchen, auch einen Versuch wert bei Fußwarzen, zum Reinigen von desinfizierten Wunden von Haustieren

Seelische Wirkung und Einnahme: In ihrem Buch „L’Hydrolathérapie – Thérapie des eaux florales“ empfehlen Lydia Bosson und Guénolée Dietz eine 40-Tage-Kur zum Stabilisieren des Organismus bei häufigem Pilz- und Parasitenbefall: je 50 ml folgender Hydrolate: Teebaum, Ledum (Sumpfporst), Pfefferminze und Zimtrinde mischen, davon viermal täglich einen Teelöffel auf ein Glas Wasser trinken. Sie empfehlen Teebaumhydrolat bei schwachen Nerven und bei zuviel Vata (laut ayurvedischer Lehre).

7. Merksatz zu Hydrolaten: Hydrolate riechen oft ganz anders als die entsprechenden ätherischen Öle, da nur kleine Mengen des jeweiligen ätherischen Öles enthalten sind und da schwefelhaltige Anteile enthalten sein können. Deren kohlartiger Geruch verblasst jedoch meistens im Zuge der Reifung. Zudem sind die relativ hohen Gehalte an Estern, die man beispielsweise von Lavendelöl kennt, nicht enthalten, sie werden durch den Destillationsprozess oft aufgespalten. Im Falle von Rosenhydrolat riecht jenes wiederum oft ‚rosiger‘ als das ätherische Öl, da das Hydrolat den wunderbar duftenden wasserlöslichen Rosenalkohol namens Phenylethanol in größeren Mengen enthält.   * nach Suzanne Catty

Mehr zum Thema sowie 12 heraustrennbare Taschenkärtchen zu den wichtigsten Indikationen gibt es im Hydrolate-Buch von Eliane Zimmermann, hier (klick!) zu bestellen.

aromatherapie für tiere


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyWie konnte ich meinen flauschigen und schnurrenden Fußwärmer vergessen! Danke für die Katzenhinweise, natürlich sind Hydrolate die bessere Aromapflege für kranke und leidende Tiere. Ätherische Öle – auch stark verdünnt – empfinden sie oft als unzumutbar streng bis stinkend. Wir hatten eine Katze (sicherlich der einzige odenwälder Stubentiger, der nach Irland ausgewandert ist!), die von Geburt an unter teilweise schlimmen Augenentzündungen litt. Wir haben ihr immer wieder die eitrigen Augen mit handwarmem Rosenhydrolat gereinigt. Sie konnte das zunächst ganz und gar nicht leiden, doch schnell wurde ihr anscheinend klar, dass sich ihr Zustand nach dieser Prozedur stark besserte. Vermutlich schmerzten ihre Augen sehr, denn sie putzte sich während der schlimmen Phasen nie im oberen Gesichtsbereich. Rosenhydrolat ist bekanntlich schmerzlindernd und somit eine ideale sanfte Medizin für dieses Einsatzgebiet –  nicht nur bei Menschen. Auf die Sterilisationswundnaht einer Hündin aufgesprüht, wurde es von dieser auch nach Abheilen regelrecht eingefordert (und gerne abgeschleckt). Wer mein „rosa Buch“ besitzt, kann die Erfolgs-Geschichte der Heilung eines aufgegebenen Kalbes, ausgeführt und aufgezeichnet von Aromapraktikerin Christine Steiner, nachlesen. Sehr zur Verwunderung von zwei Tierärzten kam das Tier nach dem Einsatz von reichlich Öl und Hydrolat wieder bestens auf die Beine.

Bei der Tier-Aromapflege immer darauf achten, dass das Tier dem ihm unangenehmen Geruch ggfs. entfliehen kann, also bitte nie einen Duft aufzwingen oder das Tier fesseln und mit dem Geruch einsperren, insbesondere nicht Fleisch fressende Tiere. Pflanzenfresser sind dagegen oft begeistert von ätherischen Ölen, sie schnuppern ja beim Fressen täglich an duftenden Kräutern und sind seit „Ewigkeiten“ mit Duftinformationen vertraut.

Hydrolats are the ideal way of treating your pets and also farm animals. Especially rose hydrolate is cooling and soothing and one of the best treatments for any kind of inflammation. You just have to be aware that carnivorous animals might hate your ‚bad smelling therapy‘ so give them the choice to stay or run away if they wish so.

katzenminze – ein sonderling unter den ölen


KatzenminzeDieser Tage führte ich mal wieder eines meiner hochinteressanten Telefonate mit Prof. Wabner. Er ist derzeit sehr beschäftigt, weil sein Fachbuch nach einem unveränderten Nachdruck im Herbst in eine ergänzte und aktualisierte Auflage gehen wird, über 4000 Exemplare sind bereits verkauft worden. Das gibt doch Hoffnung, dass seriöse Aromatherapie Fuß inzwischen gefasst hat. Andererseits sah ich gestern eine deutsche Werbung im Fernsehen, wo ein Duschgel eines bekannten Konzerns als „Aromatherapie“ angepreist wird. Furchtbar! Sowas macht verständlich, warum Ärzte unsere Therapieform gerne mal ins Lächerliche ziehen. Mit Duschgel möchte ich auch nicht geheilt werden!

Dem Kapitel ‚Ätherische Öle gegen Krebs‘ widmet Dr. Wabner momentan besondere Aufmerksamkeit und wälzt zahlreiche wissenschaftliche Studien. Ein bislang eher unbekanntes ätherisches Öl ist der Duft der Katzenminze. Ihr Name Nepeta cataria weist bereits darauf hin, dass es sich nicht um eine Minze handelt, sie sind jedoch miteinander verwandt. Die Pflanze sieht man allerdings oft zur Bodenbegrünung (obwohl die eher graue Blättchen hat) von öffentlichen Grünflächen. Gartenbesitzer schätzen ihre attraktiven blau-lila Lippenblütchen. Allerdings finden sie das Gewächs oft plattgedrückt und ramponiert und wer aufmerksam ist, weiß dass die eigene oder Nachbars Katze sich immer wieder darin wälzen. Das ätherische Öl wirkt regelrecht halluzinogen auf die schnurrrenden Vierbeiner (nicht jedoch auf Zweibeiner). Dr. Wabner hat mir amüsiert erzählt, wie er mit der Erlaubnis eines Tierpflegers ein Taschentuch mit etwas von diesem Öl in einen Löwenkäfig werfen durfte und die Raubkatze in Wonnen durchgedreht ist!

An der Technischen Universität Dortmund wurde vom Team von Prof. Dr. Mathias Christmann kürzlich entdeckt, dass ein Stoff im ätherischen Öl der Katzenminze namens Nepetalacton einem vor Kurzem in der afrikanischen Pflanze Phyllanthus engleri entdeckten Stoff (Englerin A) sehr ähnlich ist. Es ist als hochwirksames Molekül identifiziert worden, welches etliche Zelllinien von Nierentumoren angreifen kann, ohne gesunden Zellen zu schaden. Wie man diese Erkenntnisse aus dem Labor in brauchbare Medikamente umsetzen kann, wird derzeit ausprobiert. Die Pressemeldung ist hier nachzulesen.

Ein zweites wichtiges Einsatzgebiet dieses krautig-herb-minimal-minzig und etwas muffig riechenden Öles sind Antimückenmischungen, es hat laut Prof. Wabner eine hervorragende Abwehr-Wirkung. Wegen der enthaltenen Lactone, die sehr empfindliche Haut reizen können,  und weil es selten und teuer ist (ich hatte es früher von Primavera, ich weiß nicht, wo man es heutzutage erhält), sollte man es nur mit geringem Anteil in seine sommerlichen Mosquito-Mischungen geben.

PS. Apopros Löwe und Krebs: Es sind noch Plätze frei für die Heilpflanzen-Tagung von Alcimia am 19. Februar 2011 in Berlin, Infos hier. Es geht um Kräuter und ätherische Öle, die gegen Krebs wirksam sind. Einer der Referenten heißt Stefan von Löwensprung von Weleda.

PPS. Dank an Denise, sie hat Katzenminze in Bioqualität bei Maienfelser entdeckt, ich hatte deren neuen Katalog selbstverständlich konsultiert und es nicht gefunden.

angstlösendes orangenöl (bei ratten) – ein wissenschaftlicher vergleich mit teebaumöl


Das ätherische Öl von Citrus sinensis (Orangenschalenöl) wurde in einer brasilianischen Verhaltensstudie an männlichen Ratten auf seine anxiolytische (angstlösende) Wirkung untersucht. Den Tieren wurde jeweils 5 Minuten lang Orangenduft (100, 200 or 400 μl) in die Käfigluft gegeben (Plexiglaskäfig), danach mussten sie unterschiedliche standardisierte Verhaltentests durchlaufen. Die anxiolytische Wirkung zeigte sich in allen Dosierungen in jeweils wenigstens einem Test, die hohe Dosierung wurde sogar als „signifikant“ wirksam beschrieben. Um beurteilen zu können, ob dieser Effekt allgemeiner Natur ist bzw. einfach mit allgemeinen Eigenschaften von ätherischen Ölen zu tun haben könnte, hat man die gleichen Tests mit dem ätherischen Öl von Melaleuca alterifolia (Teebaum) vorgenommen. Die anxiolytische Wirkung konnte nicht nachgewiesen werden. [Faturi CB, Leite JR, Alves PB, Canton AC, Teixeira-Silva F. Anxiolytic-like effect of sweet orange aroma in Wistar rats. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2010 May 30;34(4):605-9.]

Besinnen wir uns des Tieres in Menschen und schnuppern im Herbst tüchtig an den Orangenschalen fürs Müsli! Jeweils ein oder zwei Tropfen von guten Bio-Orangenöl bereichern auch viele Süßspeisen. Vielleicht überstehen wir den dunklen Winter ohne Ängste und Depressionen! Isst jemand Bio-Zitrusfrüchte? Man kann die Schalen im Tiefkühler in einem Plastikbeutel sammeln und später bei ausreichender Menge (nach dem Auftauen klein schneiden) in einem „altmodischen“ kleinen Expresso-Gerät (das man direkt auf den Herd stellt) zu einem leckeren Hydrolat destillieren. Wieder mal vielen Dank an Leserin Ursula für diese Studie aus meinem Heimatland, wo die Orangen mangels kühler Nachttemperaturen grün und nicht orangefarben sind! So oder so ergeben sie ein Öl aus nachhaltigem Anbau, denn meistens wird es als Beiprodukt der Saftherstellung und/oder Orangeatherstellung (Fotos unten bei der Firma Dierberger in São Paulo) gewonnen.

Hundenäschen



Ich muss öfters Anfragen mit „ich weiß nicht“ beantworten, wenn es um ätherische Öle für Hunde geht. Zwar gibt es ein ganz tolles Buch (auf englisch) zum Thema und auch unser Border Collie kommt schon mal in den Genuss von ätherischen und fetten Ölen, doch ich bin diesbezüglich weit entfernt von meiner Erfahrung in der Behandlung mit Zweibeinern. Darum musste ich immer wieder einen „Fußtritt“ in Richtung Nord-Deutschland schicken, denn da sitzt eine ganz erfahrene „Rudelsführerin“, die mal eine Ausbildung zur Hunde-Aromatherapeutin gemacht hatte. Wir lernten uns während ihres Fernkurses kennen, denn etliche Seiten, die sie zugeschickt bekommen hatte, waren ihr irgendwie schon vertraut gewesen… So hat sie ihre Erkenntnisse aus einer langjährigen Ausbildung zur Aromaexpertin (für Menschen) bei einem bekannten Öleanbieter über die Jahre an die Behandlung von Hunden übertragen.
Mein wohlmeinender Fußtritt hat nun gefruchtet. Neben ihrer Arbeit als Krankenschwester betreut die engagierte Gaby Sievers zwar noch etliche traumatisierte Fellnasen, sie schreibt auch an einem Buch zum Thema und sie erarbeitet zusammen mit einer Apotheke Rezepturen speziell für Hunde… doch sie wird uns ab und zu einen Einblick in ihre Arbeit geben, schaut einfach auf ihrem Blog nach!

Nochmal Lavendelöl, das blaue Wunder


Ich werde immer wieder nach Studien zu ätherischen Ölen gefragt. Abgesehen davon dass es seit Kurzem das mehr als ausführliche Fachbuch von Professor Dr. Dietrich Wabner gibt (Bild mit Link auf rechter Spalte), hat Prof. Dr. Gerhard Buchbauer (Uni Wien, dieses Jahr in Ruhestand gegangen) wohl weit mehr als 20 Jahre an ätherischen Ölen und deren Wirkung auf Tier und Mensch geforscht.

  • Beispielsweise haben er und sein Forscherteam den Einfluss von Lavendelöl auf unsere GABA-Rezeptoren (Gamma-Amino-Buttersäure) untersucht, das sind Empfangszellen für bestimmte Neuroproteine, so eine Art Gehirnhormone, und er postuliert ausdrücklich, dass die entkrampfende Wirkung von Linalylacetat sogar bei Epilepsie wirken könnte. Das Öl bzw. ein Einstreu dieser Heilpflanze hat in einer Studie sogar nervöse 32 Hunde, die mit Autofahrten nicht zurecht kamen, deutlich beruhigt. (Deborah Wells, Sep 2006; J Am Vet Med Ass 229(6):964-7.) Auch 55 unruhige Hunde in einem Tierheim konnten durch Lavendelduft deutlcih entspannen. (DL Wells, L Graham, P Hepper; Aug 2004; Canine Behaviour Centre Belfast)
  • Eine Untersuchung an Schweinen wegen Reisestress und Reisekrankheit auf dem Weg zum Schlachthof zeigte dass eine Beimischung von Lavendel unter die normale Einstreu eine signifikante Verringerung der Stress-Symptome, messbar am Cortisol-Gehalt im Schweinespeichel, erbrachte. (Buchbauer, Gerhard: Über biologische Wirkungen von Ätherischen Ölen und Duftstoffen“ in Österreichische Apotheker-Zeitung 14, Wien 2003)
  • Untersuchungen an Mäusen, bei denen Krämpfe durch das Medikament Pentetrazol, durch Nikotin oder durch Elektroschocks ausgelöst wurden, zeigten nach Inhalation von Lavendelduft eine signifikante, dosisabhängige Verringerung der Krämpfe. Der Inhaltsstoff Linalool im Lavendelöl hemmt die Ausschüttung von Acetylcholin, einem Botenstoff, und die Öffnung von Kanälen an Zellmembranen von neuromuskulären Verbindungen. (Buchbauer, Gerhard: Über biologische Wirkungen von Duftstoffen und ätherischen Ölen“ in Wiener Medizinische Wochenschrift 154/21-22: 539-547, Springer 2004)
  • Eine Studie an freiwilligen Probanden an der Universität Wien zeigte, dass Lavendelöl hemmend auf die spontane motorische Aktivität wirkt. Mit EEGs ist messbar dass das Öl auch wirkt anxiolytisch (Angst lösend) wirkt. (Buchbauer, Gerhard: Über biologische Wirkungen von Ätherischen Ölen und Duftstoffen“ in Österreichische Apotheker-Zeitung 14, Wien 2003)
  • In einer Schlaf-Studie an gesunden Senioren, die jedoch Schlafmittel nahmen, wurden zwei Wochen lang deren Schlafstunden gemessen. Zwei Wochen nach Absetzen ihrer Medikation zeigte sich, dass ihre Schlafdauer deutlich verringert war. Anschließend führte man zwei Wochen eine Raumbeduftung (durch Lüftung) mit Lavendelöl durch und die Schlafdauer kam auf das gleiche Niveau wie nach Verabreichung eines Schlafmittels. (Hardy M, Kirk-Smith M, Strech D: Replacement of drug treatment for insomnia by ambient odour. Lancet 346:701· 1995)
  • Die lokalanästhetische Wirkung wurde in einer In vitro-Studie an Zellen und In vivo-Studie an Kaninchen (-Schwänzen) mit einem nicht als schmerzlindernden Öl verglichen [Lavandula officinalis-Öl (31,5% Linalool, 43,6% Linalylacetat) vs. Citrus limon und Citrus reticulata]. Die dosisabhängige lokalanästhetische Wirkung von Lavendelöl wurde bestätigt, bei Zitrusölen war kein Effekt zu beobachten. Vermutet eine Blockade der Natrium- oder Kalzium-Kanäle an den betroffenen Zellmembranen. (Ghelardini C & al. 1999 Local anaesthetic activity of the essential oil of Lavandula angustifolia. Planta Med 65: 700-703)
  • In einer plazebokontrollierte Studie an dementen geriatrischen Patienten wurde eine
    Raumbeduftung mit Lavendelöl vorgenommen und 60 Prozent der Patienten waren deutlich weniger unruhig. (Holmes C, Hopkins V, Hensford C, MacLaughlin V, Wilkinson D, Rosenvinge H: Lavender oil as a treatment for agitated behaviour in severe dementia: a placebo controlled study. in International Journal of Geriatric Psychiatry 17/4 2002

Wer einen richtigen Rundum-Einblick an Studien benötigt, sollte sich der sensationellen Datenbank von Bob Harris Quintessential bedienen, sie ist allerdings kostenpflichtig. Seine Ex-Frau Rhiannon Lewis ist die Herausgeberin des International Journal of Clinical Aromatherapy.